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Erwin Hintze
Die Breslauer Goldschmiede
DIE BRESLAU ER GOLDSCHMIEDE
EINE ARCHIVALISCHE STUDIE
VON
ERWIN HINTZE
HERAUSGEGEBEN VOM VEREIN FÜR DAS MUSEUM SCHLESISCHER ALTERTÜMER
MIT 6 LICHTDRUCKTAFELN UND 40 TEXTABBILDUNGEN
BRESLAU 1906
KOMMISSIONSVERLAG VON KARL W. HIERSEMANN IN LEIPZIG
ALLE RECHTL VORBEHALTEN
WILHELM GREMPLER
ZUM 80. GEBURTSTAGE AM 26. JANUAR 1906
DARGEBRACHT VOM
VEREIN FÜR DAS MUSEUM SCHLESISCHER ALTERTÜMER
VORWORT
Die archivalische Studie über die Breslauer Goldschmiede, die ich hiermit der Öffentlichkeit
übergebe, ist als eine notwendige Vorarbeit für die im Herbste 1905 von dem Schlesischen Museum
für Kunstgewerbe und Altertümer veranstaltete Goldschmiedekunst-Ausstellung entstanden. Sie
behandelt ein Thema, dessen Bearbeitung schon öfters in Angriff genommen wurde, aber niemals
über ein bescheidenes Anfangsstadium hinaus gediehen ist. Zum ersten Male stellte Hermann
Luchs 1863 im V. Bande der Zeitschrift des Vereins für Geschichte Schlesiens einige Namen
von Breslauer Goldschmieden zusammen. In demselben Bande folgte Alwin Schultz mit einem
archivalischen Beitrage zur Geschichte der Breslauer Goldschmiede- Innung, der sich jedoch nur
auf die Zeit von 1345 — 1517 erstreckt und, wie der Autor selbst sagt, von Anfang an auf den
Anspruch einer nur annähernden Vollständigkeit verzichtet. 18Q0 erschien das verdienstvolle
Buch von Marc Rosenberg über „Der Goldschmiede Merkzeichen", das für Breslau nur sehr
lückenhaftes Material bringt, da der Autor nicht Gelegenheit hatte, sich in Breslau selbst umzu-
sehen. Als Hauptquelle für die Bestimmung von Breslauer Goldschmiedearbeiten haben in den
letzten Jahren die 1897 im VII. Bande von „Schlesiens Vorzeit in Bild und Schrift" durch Joseph
Epstein herausgegebenen Listen von hiesigen Goldschmiedenamen gedient. So willkommen
diese Listen damals sein mussten, so bieten doch auch sie weder Vollständigkeit noch genügenden
Anhalt für die Tätigkeitsdauer der einzelnen Meister. Einige Ergänzungen zu den von Epstein
veröffentlichten Namen sollten dann die im Jahre 1899 von Ewald Wernicke gelieferten archi-
valischen Nachrichten von schlesischen Goldschmieden geben, die aber infolge ihrer Zusammenhang-
losigkeit kaum einen praktischen Nutzen gewähren können. Hieran schliessen sich noch einige
biographische Abhandlungen von Jungnitz und Moriz-Eichborn über die Goldschmiede Paul
und Fabian Nitsch und von Friedensburg über den Goldschmied und Medailleur Daniel Vogt.
Auch die vorliegende Publikation spricht natürlich nicht in allen Punkten das letzte Wort,
aber der Verfasser hofft, wenigstens ein für die allgemeinen Bedürfnisse ausreichendes Nach-
schlagebuch geschaffen zu haben. Bei dem Umfange des mehr oder weniger brauchbaren
Quellenmaterials, das die Breslauer Archive und Kirchen in zahlreichen Handschriftenfolgen bergen,
musste von einer erschöpfenden Benutzung und Verwertung Abstand genommen werden. Neben
der Berücksichtigung aller aus dem Besitze der Goldschmiede-Innung stammenden Urkunden
und Schriftstücke war für die Durchsicht der übrigen Quellen, insbesondere der Kirchenbücher,
der Wunsch massgebend, eine möglichst vollständige Liste sämtlicher zünftigen Goldschmiede
Breslaus vom Mittelalter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts aufzustellen, ferner die Tätigkeitsdauer
dieser Meister durch feste oder annähernd genaue Daten zu begrenzen und für die Zeit vom
16. — 18. Jahrhundert die Herkunft und Verwandtschaftsverhältnisse der bedeutenderen Goldschmiede
einigermassen zu ermitteln.
Im Kapitel VII wurden neben den zünftigen Meistern auch zahlreiche Namen von Oesellen
und Pfuschern aufgenommen, die zwar für die Bestimmung der erhaltenen Goldschmiedearbeiten
bedeutungslos sind, deren Aufnahme aber dem Verfasser notwendig erschien, um die betreffenden
Namen als die von Gesellen oder Pfuschern festzulegen und um zu zeigen, dass Goldschmiede
aus den verschiedensten Gegenden Deutschlands und Europas in Breslau tätig gewesen sind.
Um Raum zu sparen, wurde vielfach von der Wiederholung und Häufung der Quellenangaben
abgesehen, doch lässi >ich Icichl an der Hand des in Kapitel IX zusammengestellten Quellen-
verzeichnisses die Herkunft der Daten ermitteln.
Bei der Edition der Urkunden wurde eine möglichst buchstäbliche Wiedergabe erstrebt,
nur statt der beliebig wechselnden grossen und kleinen Anfangsbuchstaben wurden bis ins
18. Jahrhundert ausser bei Eigennamen und neuen Absätzen kleine Buchstaben gesetzt.
Vielleicht wird mancher eine Übersicht über die künstlerische Entwicklung der Breslauer
Goldschmiedekunst vermissen. Sie unterblieb, um nicht der grossen, von dem BreslauerKunstgewerbe-
museum geplanten Publikation über die Geschichte der schlesischen Goldschmiedekunst vorzu-
greifen, in der an der Hand eines reichen Anschauungsmaterials auch die kunstgeschichtliche
Seite der Breslauer Goldschmiedekunst erörtert werden soll.
Zum Schluss ist es dem Verfasser eine angenehme Pflicht den Herren Dr. Heyer, Stadt-
bibliothekar Dr. Hippe, Archivdirektor Geistl. Rat Dr. Jungnitz, Goldarbeiter Kühne, Archiv- und
Bibliotheksdirektor Prof. Dr. Markgraf (f), Direktor Prof. Dr. Masner, Archivdirektor Archivrat
Dr. Meinardus, Gerichts-Assessor Schlawe, Geheimrat Prof. Dr. Schulte, Direktor Dr. Seger, Stadt-
bibliothekar Dr. Wendt, Archivrat Dr. Wutke herzlichst zu danken für ihre Ratschläge und Hinweise
auf entlegenes Urkundenmaterial, durch die das Gelingen der Arbeit vielfach gefördert worden ist.
Endlich hat der Verfasser auch dem Vorstande des Vereins für das Museum Schlesischer
Altertümer herzlichsten Dank zu sagen für die Bewilligung der zu den Vorarbeiten und der
Herausgabe des Werkes erforderlichen Mittel.
Breslau, im Januar 1906.
Erwin Hintze
Fig. 1
Grosses Siegel der Breslauer Goldschmiede-Innung
INHALTSVERZEICHNIS
I. Einleitung Seite 1
II. Die Innung und ihre Privilegien „ 5
III. Die Innungskapelle in der St. Maria Magdalenenkirche „ 11
IV. Der Feingehalt und die Merkzeichen
Feingehalt .....* „ 16
Die Merkzeichen der Silberarbeiten „ 18
Meisterzeichen „ IQ
Stempelmeisterbuchstaben „ 20
Kriegssteuerstempel „ 22
V. Chronologisches Verzeichnis der zünftigen Meister „ 23
VI. Die Goldschmiede ausserhalb der Innung „ 34
VII. Alphabetisches Verzeichnis „ 37
VIII. Urkunden „ 183
IX. Verzeichnis der Quellenschriften „ 212
LICHTDRUCKTAFELN
I. Altar der Breslauer Goldschmiede-Innung.
II. Beschauzeichen und Stempelmeisterbuchstaben.
III — V. Meisterzeichen.
VI. Monstranz von Christian Mentzel d. ä. in der kath. Pfarrkirche in Heinrichau.
TEXTABBILDUNGEN
Fig. 1 am Schluss des Vorwortes. Grosses Siegel der Breslauer Goldschmiede-Innung. 15. Jahrhundert. Etwas ver-
grössert, nach einem Siegelabdruck.
„ 2 auf Seite 3. Spätgotischer Kelch. Arbeit des Oswald Rothe. Datiert 1518. Elisabethkirche, Breslau.
„ 3 „ ,, 3. Emaillierter Ring. 17. Jahrhundert. Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer,
Breslau. Stammt aus dem Besitze der Breslauer Goldschmiede-Innung und wird in den alten
Innungsinventaren als eine Meisterarbeit bezeichnet.
„ 4 „ ., 5. Halsschmuck aus Goldfiligran mit Perlen. Privatbesitz, Breslau. Nach Angabe des Besitzers
eine Breslauer Arbeit vom Jahre 1802.
„ 5 „ ,, 7. Giessbecken nebst Kanne, mit spätem Rokokodekor. Wohl die Meisterarbeit des Ferdinand
Christian Krebs von 1769. Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
„ 6 „ „ 9. Kaffeekännchen nebst Milchgiesser. Arbeit des Carl Gottlieb Freytag. Um 1805. Edgar Graf
Henckel von Donnersmarck, Grambschütz bei Namslau.
„ 7 „ „ 10. Haarrose aus Goldfiligran mit Rauten. Breslauer Arbeit. Um 1S00. Privatbesitz, Breslau.
„ 8 „ „ 19. W-Stempel von süddeutschen oder schweizer Goldschmiedearbeiten.
„ 9 „ „ 22. Kriegssteuerstempel von 1809—1812.
„ 10 „ „ 22. Kleines Siegel der Breslauer Goldschmiede-Innung. Anfang des 17. Jahrhunderts. Etwas ver-
grössert. Nach einem Siegelabdruck.
.11 auf Seite 23. Teil eines Barettschmuckes. Breslauer Arbeit (?). Erste Hälfte des 16. Jahrhunderts. Schlesisches
Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
12 „
>,
33.
Reliquiarium, Haupt Johannes des Täufers auf der Schüssel. Arbeit des Jorge Schlefuss. Datiert
1571. Kath. Pfarrkirche St. Mariae, Ratibor.
13 „
45.
Nautiluspokal. Arbeit des Christoph Bock. Um 1560. Sammlung Pierpont Morgan, z. Z. London.
14 „
»i
49.
Meisterzeichen des Johann Ernst Braungart.
15 „
55.
Schneckenpokal. Arbeit des George Dittmar. Um 1590. Musee cinquantenaire, Brüssel.
16 „
yy
61.
Teemaschine. Arbeit des Leberecht Fournier. Um 1825. Schlesisches Museum für Kunstgewerbe
und Altertümer, Breslau.
17 „
yy
63.
Deckelbecher. Arbeit des Caspar Francke. Um 1718. Schlesisches Museum für Kunstgewerbe
und Altertümer, Breslau.
18 „
75.
Altarleuchter. Arbeit des Jacob Hedelhofer. Datiert 1676. Barbarakirche, Breslau.
19 „
yy
75.
Meisterzeichen des Paul Hedelhofer d. j. (?).
20 „
yy
81.
Deckelkanne. Arbeit des Augustin Heyne d. m. Um 1599. Schlesisches Museum für Kunst-
gewerbe und AKertümer, Breslau.
21 „
yy
83.
Willkommpokal der Fleischhauer Alte Bänke in Breslau. Arbeit des Gottfried Heyner. Von 1696.
Vereinigte Fleischer-Innung, Breslau.
22 „
yy
85.
Tnnkgerat in Form eines Buttenmannes. Arbeit des Joachim Hiller. Datiert 1602. Schlesisches
Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
23 „
yy
85.
Fusssohle mit Inschrift zu dem Fig. 22 abgebildeten Büttenmann.
24 „
yy
87.
Kaiserpokal der Breslauer Zwingerschützen. Arbeit des Hans Hocke. Datiert 1577. Schlesisches
Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
25 „
yy
89.
Deckelkanne mit den Wappen der Breslauer Patrizierfamilien Domlauer, Redinger, Heseler,
Schilling, Pusch v. Gemsfeld, Schnabel, Dresler und Eben. Arbeit des Daniel Hoffman. Um 1618.
Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
26 „
»
123.
Sonnenmonstranz. Arbeit des Johann Christoph Müller. Datiert 1732. Kath. Pfarrkirche
St. Johannis bapt., Kupferberg Kr. Schönau.
27 „
»
126.
Sog. kleines Kreuz von Fabian Nitsch. Domschatz, Breslau.
28 „
128.
Lavaboschüssel, Stiftung des Kanonikus Johann Korn. Arbeit des Paul Nitsch. Datiert 1595.
Domschatz, Breslau.
29 „
»
129.
Lavabokanne, gehörig zu der Fig. 28 abgebildeten Schüssel.
30 „
»
133.
Weihrauchfass. Arbeit des Jeronimus Orth. Datiert 1561. Kath. Pfarrkirche St. Mariae, Sagan.
31 „
yy
137.
Schützenkleinod des Caspar Pfister mit dem Selbstbildnis des Meisters. Von 1609. Nach einem
Kupferstich von G. Hauer.
32 „
»
144.
Bildnis des Goldschmieds Oswald Rothe nebst Wappen und Schutzpatronin. Ausschnitt aus
einem Epitaphium in der St. Maria Magdalenenkirche in Breslau.
33 „
yy
145.
Fialenmonstranz. Arbeit des Oswald Rothe. Um 1515. Kath. Pfarrkirche St. Nicolai, Glogau.
34 „
yy
147.
Büste der Kaiserin Helena. Arbeit des Matthias Sbarasky. Um 1705. Kreuzkirche, Breslau.
35 „
yy
165.
Schützenkleinod des Hans Strich d. ä. mit dem Selbstbildnis des Meisters. Datiert 1594. Nach
einem Kupferstich von G. Hauer.
36 „
169.
Bildnis des Goldarbeiters Daniel August Titze. Nach einem Ölgemälde im Besitze von Frl. Marie
Gumpert in Breslau.
37 „
yy
173.
Selbstbildnis des Daniel Vogt auf einer Medaille vom Jahre 1669. Nach einem Kupferstich bei
Kundmann, Silesii in nummis, Taf. XXVII.
38 „
yy
173.
Tischleuchter im Louis XVI. -Stil. Arbeit des Gottlieb Benjamin Vogtmann. Um 1802. Privat-
besitz, Breslau.
39 „
179.
Sargschild der Breslauer Stell- und Rademacher. Arbeit des Christian Winckler. Datiert 1. Januar
1694. Stell- und Rademacher-Innung, Breslau.
40 „
yy
211.
Gotisches Schildchen mit dem Kopfe Johannes d. Evang. von dem Schützenvogel der Breslauer
Zwingerschützen aus dem Jahre 1491, jetzt auf dem Schützenadler Christian Mentzels d. ä. vom
Jahre 1685. Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
I. EINLEITUNG
Der Betrieb des Goldschmiedehandwerks reicht in Breslau in die frühesten Zeiten der Stadt
zurück. Diezahlreichen Kirchen- und Klostergründungen vom 12. bis zum 14. Jahrhundert boten
mancherlei Gelegenheit zu künstlerischer Betätigung. Auch werden die Herzöge oder deren Stell-
vertreter hin und wieder Aufträge erteilt haben. Allerdings bei der Suche nach erhaltenen Breslauer
Goldschmiedearbeiten des Mittelalters werden wir hinsichtlich der Stückzahl etwas enttäuscht, denn
die Einziehung der Kirchenkleinodien während der Türkengefahr in den Jahren 1526 — 1529, die
Schwedenplünderung von 1632 und endlich die grosse Schmelze von 1809 haben gründlich unter
den alten und ältesten Beständen aufgeräumt. Was hierbei der Vernichtung entgangen ist, musste
vielfach des Materialwertes wegen zur Anfertigung neuer Geräte dienen. Ausser wenigen erhal-
tenen Arbeiten der mittelalterlichen Zeit können nur die alten Schatzverzeichnisse der Elisabeth-
und Bernhardinkirche, des Jakobsklosters, der Corpus Christi-, Vincenz-, Nikolai-, Sand- und
Mauritiuskirche in Breslau ein Bild von dem ehemaligen Bestände an frühen Goldschmiedearbeiten
geben.1) Erst mit dem Ausgange der Gotik beginnt die stattliche Folge von erhaltenen Erzeug-
nissen der heimischen Edelmetallkunst. Nicht nur allgemeine Stilentwicklungen ziehen an uns
vorüber, sondern eine ansehnliche Zahl bestimmt umgrenzter Künstler- Individualitäten tritt nach
und nach in unseren Gesichtskreis.2)
Die Frage, wie weit Ordensbrüder und wie weit städtische Bürger und Meister in der
ältesten Zeit die Kirchen und Klöster mit Goldschmiedearbeiten versorgten, muss unbeantwortet
bleiben, da hierüber keine Nachrichten erhalten sind. Der erste mit Namen bekannte Breslauer
Goldschmied ist Herman Goltsmed, der 1288 ein Vorwerk bei Breslau besass, das noch heutigen
Tages nach seinem Handwerke Goldschmieden heisst. Gleich jenem erstgenannten finden wir
auch in den kommenden Jahrhunderten viele Goldschmiede in wohlhabenden Verhältnissen. Viele
waren Hauseigentümer, und mancher konnte sich mehrerer Grundstücke rühmen. Wie die anderen
Handwerker Alt-Breslaus bevorzugten die Goldschmiede von jeher bestimmte Strassen und Stadt-
gegenden. Beliebt waren in ältester Zeit der Vogel- oder Hühnermarkt (heute Hintermarkt) an
der Ostseite des Ringes und die Albrechtsstrasse zwischen Ring und Altbüssergasse, die in
diesem Teile am Ende des 14. und im 15. Jahrhundert urkundlich häufiger „unter den Goltsmeden"
bezeichnet wird.3) In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts finden wir einen grossen Teil
der Häuser an der Ost- und Nordseite des Ringes zwischen Vogelmarkt und Albrechtsstrasse,
Schmiedebrücke und Stockgasse im Besitze von Goldschmieden. Als dann in den ersten Dezennien
des 16. Jahrhunderts am Ringe eine grosse Bautätigkeit einsetzte und die Grundstücke allmählich
*) Alwin Schultz: Einige Schatzverzeichnisse der Breslauer Kirchen. Abhandlungen der Schlesischen
Gesellschaft für vaterländische Cultur, Philosophisch-historische Abteilung, Breslau 1867, S. 1 — 26. — Otto Frenzel:
Schatzverzeichnisse der Reichkramer-Kapelle in der Elisabet- Kirche zu Breslau. Schlesiens Vorzeit in Bild und Schrift,
Bd. V S. 255—262. — Silberne Johannesstatuen 1468 und 1487 erwähnt bei Nikolaus Pol: Jahrbücher der Stadt
Breslau, herausgegeben von Büsching und Kunisch, Breslau 1813—1824, Bd. II S. 65, 139.
2) Katalog der Ausstellung von Goldschmiedearbeiten schlesischen Ursprunges oder aus schlesischem Besitze
im Schlesischen Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau 1905.
3) Alwin Schultz: Topographie Breslau's im 14. und 15. Jahrhundert. Zeitschrift des Vereins für Geschichte
und Alterthum Schlesiens, Bd. X S. 239 — 293.
1
2
in die Hände von wohlhabenden Grosskauf leuten übergingen, machten sich die Goldschmiede
an der Nordseite des grossen inneren Häuserviertels auf dem Ringe, an der sogenannten Riemer-
zeile (heute „Am Rathaus" No. 8 — 24) ansässig. Ausserdem waren neben der Albrechtsstrasse
der St. Maria Magdalenenkirchhof mit der Brust- und Pfnorrgasse (Teile der heutigen Schuhbrücke
und Altbüsserstrasse) und der St. Elisabethkirchhof mit den nächstliegenden Strassen bevorzugt,
während die übrigen Stadtgegenden im allgemeinen nur vereinzelt unter den Wohnungen und
Besitzungen der Goldschmiede genannt werden. Infolge der Lage ihrer Grundstücke gehörten
die Goldschmiede meistenteils zu den alten Pfarreien von St. Maria Magdalena und St. Elisabeth,
sodass wir heute bei Nachforschungen über Tauf-, Trau- und Todesdaten von Goldschmieden
vielfach mit den Kirchenbüchern dieser beiden Parochieen auskommen. Erst das 19. Jahrhundert
hat mit den alten Traditionen gebrochen. Am längsten ist die Riemerzeile am Ringe für die
Gold- und Silberarbeiter ein Geschäftsplatz geblieben.
Die relativ hohe Zahl der in Breslau zünftig gewesenen Meister beweist, dass es hier von
jeher für Goldschmiede lohnende Beschäftigung gab. Mag es Zufall sein oder mögen die Innungs-
mitglieder darüber gewacht haben, während der zweiten Hälfte des 14. und während des 15. Jahr-
hunderts hat sich die Zahl der Meister mit geringen Abweichungen etwa auf 18—22 gehalten. Im
16. Jahrhundert stieg die Zahl auf 25, im 17. auf 30—35. Auffallend stark wuchs die Meisterzahl im
18. Jahrhundert, die bald 50, schliesslich 68 erreichte und am Anfange des IQ. Jahrhunderts vorüber-
gehend mehr denn 80 betrug. Breslau selbst konnte die von den zünftigen Meistern gefertigten
Arbeiten nicht verbrauchen. Für die spätere Zeit ist mehrfach bezeugt, dass ein beträchtlicher Teil der
Erzeugnisse für die Provinz und den auswärtigen Handel und zwar in erster Reihe für Polen und
Russland bestimmt war, aber auch schon im 15. Jahrhundert lassen sich einige Handelsverbindungen
nachweisen, zum Beispiel wurde 1407 vor den Breslauer Schoppen ein Streit zwischen Herman Bars
in Thorn und dem hiesigen Goldschmiede Heinrich Schorgast wegen Lieferung von schlechtem
Silber geschlichtet. Auch zwei Arbeiten des Breslauer Goldschmieds Oswald Rothe, eine Monstranz
in Glogau und ein Kelch in Guhrau aus dem ersten Viertel des 16. Jahrhunderts dürften als
Beweis für die frühen Handelsbeziehungen mit den Nachbargebieten anzuführen sein. Welchen
Wert die Breslauer Gold- und Silberarbeiter auf den Export nach Polen und Russland legten, geht
aus den Bedenken hervor, die am Anfange des 18. Jahrhunderts mehrfach gegen neue, den Handel
gefährdende Edelmetall-Gesetze laut wurden. Als 1703, um dem Gold- und Silbermangel in den
kaiserlichen Erblanden entgegenzuarbeiten, der Vorschlag gemacht wurde, die Goldschmiede sollten
ihr Metall nur bei der Münze einkaufen dürfen, wurde dagegen vorgebracht, dass sich dann „die
Goldschmiedearbeit nach Polen und Moskau, welche fast allein die hiesigen Goldschmiede er-
nähret", ganz verlieren würde (Urk. 41). Im Jahre 1716 rechtfertigten die Ratmannen gegenüber
dem Königlichen Oberamte die Zulassung von 12- lötigem Silber unter anderem durch die Handels-
beziehungen mit Polen, wo grösstenteils geringhaltige Silberwaren verbraucht wurden (Urk. 47).
Ferner ist 1727 davon die Rede, dass die vornehmen polnischen Herren die meiste Quantität von
Silberwerk in Breslau einschmelzen und umarbeiten lassen, und der Magistrat bezeichnete im Inter-
esse der Goldschmiede die von der Regierung geplante Verschärfung der Silberprobe als ein
„imminens periculum cessationis commercii cum Polonis" (Urk. 52). Am 1 . Juli 1752 schrieb die
Breslauer Stadtverwaltung an die Königliche Kriegs- und Domänenkammer, „es gestehen zuförderst
allhiesige Silberarbeiter selbst zu, dass sie nach Polen, Moskau und an die Armenier ihre grössten
Verkehrungen mit angefertigtem Silbergeschirre hätten, wie denn besonders angemercket wird, dass
3
nach Polen die grössten silbernen Kirchen-
leuchter, ja gantze silberne Altäre auch
zuweilen goldne Crucifixe gefertigt und
versendet werden" (Urk. 66). Zimmermann
berichtet am Ende des 18. Jahrhunderts
in seiner Beschreibung der Stadt Breslau
(S. 341 f.), dass von Breslau nach Polen
Silberwerk stark ausgeführt werde, und
dass der Handel mit Juwelen, den meist jü-
dische Kaufleute vermittelten, leicht jährlich
über 200 000 Reichstaler betragen könne.
Gleich dem Tuchhandel ist im 19. Jahr-
hundert die Ausfuhr von Gold- und Silber-
waren auf ein bescheidenes Mass zurück-
gegangen. Damit hängt wohl auch
abgesehen von den einer künstlerischen
Entwicklung im allgemeinen ungünstigen
Verhältnissen — der auffallend schnelle
Niedergang in der Leistungsfähigkeit der
Breslauer Gold- und Silberarbeiter wäh-
rend des letzten Jahrhunderts zusammen.
Unter den alten Breslauer Innun-
gen gab es bei allen offiziellen Gelegen-
heiten eine genau vorgeschriebene Rang-
ordnung, und die Goldschmiede wachten
streng darüber, dass ihnen stets einer der
ersten Plätze eingeräumt wurde. Sie
dünkten sich mehr denn einfache Hand-
werker, beanspruchten das Ansehen von
Fig. 2. Oswald Rothe: Kelch von 1518
Künstlern und forderten deshalb auch für ihre Gesellen das Vorrecht des Degentragens (Urk. 58).
Im Jahre 1727 baten sie den Rat, da sie vor anderen Innungen bereits den Vorzug hätten, bei Be-
gräbnissen „das Leydehauß mit Tuche bekleiden", auch bei Hochzeiten sich einer ordentlichen Brautmesse
bedienen zu dürfen, dass ihnen als Künstlern, da sich ihre Profession „wegen der dabei versirenden
Kunst von andern Mitteln gar sehr distinguiret", das Geläute bei den Beerdigungen ihrer Ältesten
gestattet werden möge (Urk. 53). In der alten Handwerksordnung Kaiser Sigismunds vom Jahre 1420
rangieren sie direkt hinter den Kaufleuten. Doch schon in dem 1470 angelegten Catalogus civium,
in den allosterlich nach Aschermittwoch die zünftigen Meister in strenger
Rangordnung eingetragen wurden, mussten die Goldschmiede den ersten
Platz unter den Handwerkern den Kürschnern überlassen. Gar böses Blut
machte es, als in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts das 1703 aufgerichtete
Mittel der Perückenmacher bei den jährlichen Huldigungen den Vorrang
vor den Goldschmieden forderte und schliesslich nach langen Verhandlungen
im Jahre 1737 erhielt (Urk. 61). Unter den Ratmannen und Schoppen finden
Fig. 3. Emaillierter Ring,
Breslauer Meisterarbeit,
17. Jahrhundert
1*
4
wir nur in der ältesten Zeit einige Goldschmiede; so bekleideten die Aurifabri Heynczil, Waltherus
Ebirhart und Henricus Schorgast zwischen 1353—1417 häufiger das Amt der Consules und Scabini.1)
Erst im 19. Jahrhundert begegnen wir wieder mehreren Gold- und Silberarbeitern unter den Mit-
gliedern der Breslauer Stadtverordnetenversammlung und einem im Magistratskollegium als Stadtrat.2)
Gleich den übrigen Gewerken gehörten die Goldschmiede der Brüderschaft der Zwingerschützen
und seit 1566 der der Schiesswerderschützen an. Für die öffentlichen Umzüge, die das Königs-
schiessen verherrlichten und jährlich bei Gelegenheit der Einholung des Schützenkönigs stattfanden,
hatten die Goldschmiede von ihren Jüngsten für den achten Trupp unter einem Korporal der Kürschner-
zunft einen Gefreiten und sechs Musketiere zu stellen. Einige Goldschmiede haben es selbst bis zum
Schützenkönige gebracht, so tat Hans Strich 1594, Caspar Pfister 1609, Christian Beyl 1729, Tobias
Meyer 1802 und Carl Reiss 1832 den besten Schuss.3) Die Vergangenheit der beiden Breslauer
Schützenbrüderschaften ist noch dadurch besonders eng mit der Geschichte der heimischen Gold-
schmiedekunst verknüpft, dass jeder Schützenkönig ein Kleinod und in späterer Zeit von 1790—1818
bei den Zwingerschützen einen silbernen Leuchter stiften musste. Ausserdem gaben zahlreiche
Gönner des Schiessplatzes, obenan Kaiser Rudolf II., Pokale und Schaustücke für den Schatz der ge-
nannten Brüderschaften bei Breslauer Goldschmieden in Auftrag oder kauften in Nürnberg und
Augsburg Prachtgeräte, die den Breslauer Meistern manche künstlerische Anregung bieten konnten.4)
Befasst man sich eingehender mit den Familienverhältnissen der hiesigen Goldschmiede,
so fällt bald die enge verwandtschaftliche Verbindung auf, in der die einzelnen Meister zu ein-
ander gestanden haben. Von der frühesten Zeit bis zur Neige des 19. Jahrhunderts finden wir
zahlreiche Goldschmiedsfamilien, in denen sich durch mehrere Generationen hindurch das Gewerbe
des Vaters auf den Sohn, den Enkel, ja den Urenkel vererbt hat. Bisweilen können wir beobachte^
wie ein Glied der Reihe sich einen anderen Beruf gewählt oder die Tochter eines Goldschmiedes
einen in einem anderen Berufe stehenden Mann geheiratet hat und der Enkel wieder zu dem
Handwerke des Grossvaters zurückgekehrt ist. Eine weitere verwandtschaftliche Annäherung der
einzelnen Meister hat die häufige Heirat der Goldschmiedstöchter oder -Witwen mit den von
auswärts gebürtigen Gesellen bewirkt, die kurz vor oder bald nach der Eheschliessung in Breslau
das Meisterrecht erlangt haben. Für die künstlerische Entwicklung wäre diese ständige Inzucht
gewiss nicht immer von Vorteil gewesen, wenn nicht die durch die Zunftprivilegien vorgeschriebenen
Wanderjahre die jüngeren Generationen wieder mit den Errungenschaften der auswärtigen Gold-
schmiedekunst, speziell Süddeutschlands und Österreichs, ferner Italiens, Frankreichs, Hollands
und Englands bekannt gemacht hätten. Dass sich Breslau aber auch bei den nichtschlesischen
Zunftgenossen eines gewissen Rufes erfreut haben muss, beweist die häufige Anwesenheit von
Goldschmiedegesellen aus Nürnberg, Augsburg, Österreich, Ungarn, Sachsen, Dänemark, Schweden,
Holland und England, von denen mancher in Breslau einheiratete und sich zum Meister setzte.
J) Markgraf und Frenzel: Breslauer Stadtbuch, enthaltend die Rathslinie von 1287 ab und Urkunden zur
Verfassungsgeschichte der Stadt. Codex diplomaticus Silesiae, Bd. XI (Breslau 1882), S. 103, 121, 127.
2) Die Stadtverordneten von Breslau in chronologischer Reihenfolge von 1809 bis zur Jetztzeit. Handschrift
im Breslauer Stadtarchiv unter Hs. H. 4.
3) Gustav Roland: Das Schiesswerder-Buch (Breslau 1846), S. 21 f. u. 38 f.
4) H. Wendt und H. Seger: Die Breslauer Schützenkleinodien. Schlesiens Vorzeit in Bild und Schrift,
Bd. V S. 231—254, Bd. VII S. 145—184.
5
II. DIE INNUNO UND IHRE PRIVILEGIEN
Trotz des Mangels urkundlicher Belege kann es als sicher gelten, dass die Anfänge der
Breslauer Goldschmiede-Innung bis in das 13. Jahrhundert zurückreichen. Wenigstens wurden
um das Jahr 1305 bei Verleihung der ersten hiesigen Handwerkerstatuten die Aurifabri angewiesen,
jährlich zwei Fideiussores zu wählen, die für die von auswärts nach Breslau verzogenen Berufs-
genossen zu bürgen hatten (Urk. 2). Eine solche Vorschrift ist aber ohne eine schon erfolgte
Zunftgründung undenkbar. Ja die Zeche der Goldschmiede kann damals nicht mehr ganz un-
bedeutend gewesen sein, da sie zwei Geschworene zu ernennen hatte, während sich alle kleineren
Innungen mit einem Vorsteher begnügten. Die Amtsbefugnisse der Fideiussores, Jurati, Seniores,
Geschworenen, Ältesten oder Obermeister haben sich im Laufe der Jahre sehr erweitert, und
später traten den beiden amtshabenden Ältesten noch zwei Nebenälteste, Stellvertreter oder
Deputierte zur Seite. Sache der Ältesten war es, die Versammlungen der Meister einzuberufen
und zu leiten, die Kassen- und Geldangelegenheiten der Innung in Ordnung zu halten, die Stück-
arbeiter sowie das Gesellen- und Lehrlingswesen zu beaufsichtigen, die Beschau und Stempelung
der von den zünftigen Meistern gefertigten Goldschmiedearbeiten zu besorgen. Ferner lag es den
Ältesten ob, die Innung nach aussen zu vertreten. Als Mittelsperson zwischen der Zunft und
dem städtischen Rate stand ihnen der Beisitzer zur Seite, den der Magistrat als Aufsichtsrat aus
der Zahl der städtischen Beamten der Innung zuteilte. Die Ältesten wurden von sämtlichen
zünftigen Meistern alljährlich zu Ostern in der Quartalsversammlung Reminiscere, in der auch die
grosse Jahresabrechnung stattfand, neu ernannt. In der Regel fiel auf die künstlerisch bedeutendsten,
jedenfalls aber immer auf die angesehensten Meister die Wahl. Wenn gegen die Amtsführung
der Senioren des vergangenen Jahres nichts einzuwenden war, erfolgte ihre Wiederwahl.
Die grosse Handwerksordnung Kaiser Sigismunds vom Jahre 1420 enthält die ersten be-
kannten Statuten der Breslauer Goldschmiedezeche. Ob der Innung schon früher, etwa 1390 von
Kaiser Wentzel, zugleich mit den Malern Privilegien verliehen wurden, ist nicht zu ermitteln ge-
wesen. Die Statuten Sigismunds geben ziemlich kurze Bestimmungen über die Meistersetzung
und etwas eingehendere Vorschriften über den Feingehalt, die Verarbeitung und den Verkauf von
Silberwaren (Urk. 6). Den kommenden Jahrhunderten blieb es vorbehalten, den jeweiligen Be-
dürfnissen entsprechende Ergänzungen und Abänderungen vorzunehmen. In diesem Ausbau der
Satzungen, Ordnungen und Privilegien liegt die einzige historische Entwicklung und Vergangenheit
6
der Breslauer Goldschmiede-Innung, da sie niemals als politischer Faktor oder in irgend einer
anderen Form in dem öffentlichen Leben der Stadt oder des Landes eine Rolle gespielt hat. Hier
seien die Hauptentwicklungsphasen der inneren Geschichte der Innung nur kurz angedeutet, da
die in Kapitel VIII zusammengestellte Urkundensammlung beredter und ursprünglicher als jede
andere Darstellung darüber Aufschluss zu geben vermag. Ferner seien an dieser Stelle die Be-
stimmungen über den Feingehalt und die Stempelung der Goldschmiedearbeiten, die Geschichte
der Innungskapelle und die die „unbezechten" Goldschmiede betreffenden Verträge und Dokumente
ausser acht gelassen, da ihnen eigene Abschnitte gewidmet werden sollen.
Am 21. Mai 1451 bestätigten die Ratmannen der Innung eingehende Statuten über die
Meisterstücke. Jeder Stückarbeiter hatte danach behufs Erlangung des Meisterrechtes drei Arbeiten
zu liefern und zwar 1. einen Kelch, 2. einen Siegelstempel mit eingeschnittenem Wappen und
3. einen steinbesetzten Ring. Vor der Einwerbung hatte der Geselle drei Jahre bei einem oder
zwei Meistern gesellen weise zu arbeiten (Urk. 10). Da die Vorbedingungen für die Meisterrechts-
erlangung häufig unbeachtet blieben, legte die Zunft am 5. Dezember 1565 dem Rate eine Ordnung
vor, die die alten Satzungen erneuerte und ausdrücklich vorschrieb, dass niemand einen eigenen
Laden eröffnen dürfte, er habe denn zuvor das Meisterstück richtig verfertigt und sich verehelicht.
Wie streng die Innung seitdem bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts auf die rechtzeitige Ver-
heiratung der Meister hielt, beweist beispielsweise die Verhandlung, die 1666 wegen des Daniel
Vogt vor dem Rate stattfand (Urk. 26). Um den jungen Meistern den Verkauf ihrer Probearbeiten
zu erleichtern, wurde 1565 statt des Kelches auch die Anfertigung eines anderen Trinkgeschirres
als zulässig anerkannt. Um den Unregelmässigkeiten und Willkürlichkeiten des Werkstattwechsels
durch die Gesellen und Lehrlinge vorzubeugen, durfte fortan ein Geselle, der seinen Meister ver-
liess, nur mit dessen Vorwissen an anderer Stelle angenommen werden. Ebenso sollte ein Lehr-
junge, der mutwillig seinem Meister entlief, nicht wieder bei der Innung Aufnahme finden. Die
beiden letzten Punkte der Ordnung von 1565 untersagten die Verarbeitung von unedlem Metall,
wenn es in betrügerischer Absicht vergoldet oder versilbert wurde, und richteten sich gegen den
heimlichen Verkauf von minderwertigen Silberwaren (Urk. 16). Im Jahre 1580 erfuhr nochmals die
Frage der Meistereinwerbung eine Neuregelung, wobei man zwischen einheimischen und aus-
wärtigen Gesellen unterschied, indem den letzteren nicht eine drei- sondern eine vierjährige Probezeit
auferlegt wurde. Ferner sollten fortan nie zwei Gesellen zu gleicher Zeit in die Stückarbeit treten. Da
die Altesten, in deren Werkstatt und unter deren Aufsicht die Meisterstücke gefertigt werden mussten,
oftmals viel Belästigung und Unkosten auf sich zu nehmen hatten, so sollte jeder Stückmeister seine
Arbeiten in vier Monaten vollenden, er wäre denn durch triftige Gründe, zum Beispiel durch Krankheit,
daran verhindert. Ausserdem hatte er den Ältesten jegliche Auslagen zurückzuerstatten (Urk. 17).
Im allgemeinen war es bei den Zünften Brauch, dass die Witwe eines Meisters mit Hilfe
von Gesellen das Gewerbe ihres verstorbenen Mannes fortsetzen durfte. Als 1636 zwei hiesige
Goldschmiedswitwen hierbei von seiten der Innung auf Schwierigkeiten stiessen, sahen sich die
Ratmannen veranlasst, durch zwei Dekrete vom 6. Juni 1636 und 14. Juli 1637 die Frage der
Werkstattfortführung durch Goldschmiedswitwen endgültig zu ordnen. Es wurde den hinter-
lassenen Frauen der fernere Betrieb des Handwerks mit der Einschränkung gewährt, mit Hilfe
von höchstens zwei Gesellen zu arbeiten, die Annahme von Lehrjungen dagegen ganz zu unter-
lassen. Die Gesellen, die ihre Jahre vor der Meistereinwerbung arbeiteten, durften diese nicht bei
einer Witwe zubringen. Die Frauen hatten die Pflicht, gleich den Meistern auf das vorschriftsmässige
7
Verhalten der Oesellen sowie auf den gehörigen Feingehalt ihrer Arbeiten, die von den Altesten
beschaut und gestempelt werden mussten, zu achten (Urk. 21, 22).
Im Jahre 1642 erschienen der Innung acht Ergänzungen zu den bisherigen Statuten not-
wendig. Um der übermässigen Ausdehnung einiger Werkstattbetriebe zu Ungunsten der übrigen
Zunftgenossen etwas vorzubeugen, durfte kein Meister mehr als zwei Oesellen und zwei Lehrlinge
annehmen, nur den Ältesten stand es frei, noch einen dritten Gesellen oder Lehrjungen zu fördern.
Ferner gaben die Artikel von 1642 nähere Bestimmungen über die Vorrechte der Meistersöhne,
Fig. 5. Wahrscheinlich die Meisterarbeit des Ferdinand Christian Krebs von 1769
die ein Vierteljahr dauernde Probezeit der Lehrlinge, über die Oesellen, die in Breslau das Meister-
recht erwerben wollten und über die viermonatliche Frist für die Anfertigung der Meisterstücke.
Endlich wurde vor dem Ankauf von heimlich angebotenem Gold, Silber und Edelgestein gewarnt
(Urk. 23). Eine Generalbestätigung sämtlicher bisherigen Privilegien und Statuten erhielt die Innung
von Kaiser Leopold am 3. Juli 1670 (Urk. 27). Nebenbei erwähnt sei, dass die noch im Original
vorhandene Pergamenturkunde den Goldschmieden einen Kostenaufwand von nicht weniger als
590 Reichstalern verursachte (Innungsurkundensammlung Heft II Nr. II). 1703 erfuhren die alten
Statuten über die Stückarbeiter, Meistersöhne, Witwen und Lehrlinge in neun Punkten eine Er-
neuerung oder Ergänzung (Urk. 42). Am Quartal Trinitatis 1709 einigten sich die Meister, falls
sie viel Aufträge hätten, aushilfsweise unter gewissen Bedingungen einen dritten Gesellen anzu-
nehmen (Urk. 45). Eine völlige Umarbeitung der Innungsartikel mit eingehenden Bestimmungen
über die Lehrlinge, Gesellen, die Schuldigkeiten der Meister und die Gerechtsame des Mittels der
s
Goldschmiede fand im Jahre 1735 statt (Urk. 59). Für die Kunstgeschichte bieten das meiste Inter-
esse die Artikel über die Meisterarbeiten, indem hier eine völlige Arbeitsteilung unter den Gold-
schmieden beginnt. Es ist jetzt nicht mehr allgemein von Goldschmieden die Rede, sondern es
wird zwischen Gold-, Galanteriewaren- und Silberarbeitern unterschieden. Auch die Innung nannte
sich in der Regel nicht mehr Goldschmiede-Innung, sondern „Mittel der Gold- und Silberarbeiter".
In der Praxis hat diese Teilung zweifellos schon längere Zeit bestanden (vgl. Urk. 58), aber
statutenmässig wurde die einseitige Tätigkeit der Goldschmiede erst durch die Artikel von 1735
festgelegt. Damit begann auch eine Spezialisierung in der Ausbildung der Lehrlinge und Gesellen,
die sich im 19. Jahrhundert bis zu einer derartigen Einseitigkeit gesteigert hat, dass heute mancher
sogenannte Löffelarbeiter nicht imstande ist, eine silberne Gabel oder einen Messergriff anzu-
fertigen. Die Artikel von 1735 machten zwar genaue Angaben über die Meisterstücke, die stets
„nach der neuesten Facon" gearbeitet werden mussten, doch haben sie gegenständlich je nach dem
Geschmacke der Zeit öfter gewechselt (Urk. 59 Caput III Artikel 3). Die Goldarbeiter, die
anfänglich einen Ring und einen Uhrhaken zu liefern hatten, arbeiteten später mit Vorliebe Hals-
schmuckstücke (Fig. 4), sogenannte Placks, Patzels oder Machen, dann Ohrgehänge, Kopfdiademe,
Haarkämme und Haarrosen (Fig. 7). Die Galanteriewarenarbeiter, die in Breslau nur sehr ver-
einzelt als Mitglieder der Goldschmiede-Innung vorkommen, sind immer bei der vorschriftsmässigen
Dose und dem Etui geblieben. Der in den Artikeln von 1735 gemachte Unterschied zwischen
„Silberarbeiter auf dem Hammer" und „Silberarbeiter von getriebener Arbeit" ist praktisch nie be-
achtet worden, sondern alle Silberarbeiter haben lange Zeit hindurch fast ausnahmslos ein silbernes
Giessbecken nebst Kanne (Fig. 5), erst seit der Zopfzeit Kaffee- und Milchkännchen (Fig. 6),
Terrinen, Schalen, Leuchter und Zuckerdosen als Meisterstücke gefertigt. Beachtenswert ist auch
die in den Artikeln von 1735 enthaltene Bestimmung, dass jeder Stückmeister, bevor er zu den
Meisterstücken zugelassen werden sollte, einen selbst erfundenen und mit eigener Hand gezeichneten
Entwurf („Riss") zu seiner Meisterarbeit der Innung vorzulegen hatte (Urk. 59 Caput III Artikel 4).
Da seit 1735 der Silberarbeiter nicht mehr wie früher in der Kunst des Gravierens bewandert sein
musste, tauchte auf einmal in Breslau eine Anzahl ausserhalb des Innungszwanges stehender Gold-
und Silberstecher auf, die fortan die Goldschmiedearbeiten mit der gewünschten Gravierung versahen.
Ebenso ging die Kunst des Stempelschneidens nun fast vollständig in die Hand der Medailleure,
Siegel-, Stein- und Wappenschneider über.
An den Statuten von 1735 ist zur Zeit des Zunftzwanges keine wesentliche Änderung
vorgenommen worden. Nur ein für die künstlerische Ausbildung der Gesellen gewiss nicht vor-
teilhafter Erlass vom Jahre 1756 möge hier erwähnt werden, der die Wanderschaft allein innerhalb
der Königlichen Lande gestattete und so den Gesellen die Möglichkeit nahm, an namhaften fremden
Stätten der Goldschmiedekunst durch direkte Anregung den Gesichtskreis zu erweitern.1) Wie
für die übrigen Innungen, so brachte auch für das Mittel der Gold- und Silberarbeiter das Jahr 1811
durch die Aufhebung des Zunftzwanges und die Einführung der allgemeinen Gewerbefreiheit eine
völlige Vernichtung aller Gerechtsame, indem von nun an niemand mehr zum Beitritt in die Innung
oder zur Befolgung und Erfüllung der durch die alten Privilegien gegebenen Vorschriften ge-
zwungen werden konnte.
Bis 1811 hatte jede Innung auf Grund der Zunftartikel ein genau umgrenztes Gebiet für
ihren Gewerbebetrieb, und sie wachte streng darüber, dass ihr nicht unliebsame Beeinträchtigungen
l) Innungsprotokollbuch I.Versammlung vom 15. September 1756.
9
und Übergriffe widerfahren möch-
ten. So hatte denn der Breslauer
Rat und das Königliche Oberamt
häufig Streitigkeiten zwischen
den Goldschmieden einerseits und
den Gürtlern, Schwertfegern und
Kaufleuten andererseits zu schlich-
ten. Im Jahre 1677 setzten die
Goldschmiede durch, dass an
Messinggürteln keine silbernen,
mit Beschauzeichen versehenen
Schlösser angebracht werden dürf-
ten, und die Artikel von 1735 ver-
boten den Gürtlern die Anfertigung
von silbernen Knöpfen (Urk. 32,
59, 60). Langjährige Meinungs-
verschiedenheiten bestanden zwi-
schen den Goldschmieden und
Schwertfegern wegen der Her-
stellung silberner Degengefässe,
Haken und Ortbänder. Anfänglich
verlangten die Goldschmiede, dass
ihnen allein derartige Arbeiten zu-
kommen sollten. Als sie aber
damit vor dem Rate kein Glück
hatten, wussten sie wenigstens zu
erreichen, dass die Schwertfeger
gezwungen wären, ihre silbernen
Schwertzierarten nach dem Gehalte
der Breslauer Silberprobe zu arbeiten und sie der Goldschmiedezeche zur Beschau vorzulegen (Urk. 28,
29, 60, 63). Endlich wollten die Goldschmiede nicht dulden, dass die Kaufleute fremde Gold-
schmiedearbeiten in Breslau öffentlich feil hielten, da ihnen dadurch Eintrag geschehe. Doch die
Obrigkeit willigte nicht in diese Wünsche, sondern ordnete vielmehr zum Nachteil der Gold-
schmiede an, dass die Kaufleute wohl von auswärts eingeführte Gold- und Silberwaren verhandeln
dürften, die Goldschmiede dagegen nicht einmal befugt sein sollten, die in Nachbarorten bei ihren
Zunftgenossen aushilfsweise in Auftrag gegebenen Arbeiten in Breslau zu verkaufen (Urk. 24, 40,
46, 48—50). Nur den Venditern oder Trödlern wurde, um Betrügereien vorzubeugen, der Verkauf
jeglicher Gold- und Silberwaren untersagt (Urk. 43). Das Verbot, auswärts arbeiten zu lassen,
scheint nicht immer streng beobachtet worden zu sein, da Breslauer Goldschmiede angeblich in
Ohlau, Bernstadt, Juliusburg, Trebnitz und Pitschen Silberarbeiten in Auftrag gaben, die sie in
Breslau mit ihrem Zeichen versahen. Allerdings bestritten die Innungsmeister 1752 die Richtigkeit
dieser Angaben.1)
») Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Rep. 13. A A. VIII 10 k, fol. 6* und Rep. 14. PA. VIII 245e, fol. 46a, 68b, 82b, 89.
2
Fig. 6. Carl Gottlieb Freytag: Kaffeekännchen nebst Milchgiesser
10
Nach der Aufhebung des Zunftzwanges hat die Breslauer Goldschmiede-Innung noch
82 Jahre bestanden. Doch aller bisherigen Rechte und Machtmittel beraubt, trug sie seitdem
lediglich den Charakter eines Vereines, der sich die Förderung einer guten Sache angelegen sein
Hess. So ist die Innung bis zu ihrer Auflösung bemüht gewesen, den Mitgliedern gegenseitige
Unterstützung und Anregung zu gewähren sowie das Lehrlings-, Gehilfen- und Stempelwesen zu
beaufsichtigen, so hat sie 1841 durch die Gründung eines Begräbniskassenvereins Nutzen und
Vorteile zu stiften versucht. Obwohl sie nur kleine Geldbeiträge beanspruchte, geringe An-
forderungen an die Meisterprüfung stellte und jedes neue Mitglied „herzlich willkommen" ge-
heissen wurde, während vor 1811 der Stückmeister nur bei genauester Erfüllung aller durch die
Privilegien gegebenen Vorschriften und gegen die hohe Rezeptionsgebühr von 100 Gulden Auf-
nahme fand, sind doch viele Goldarbeiter und Juweliere dem Verbände fern geblieben. Allein die
Silberarbeiter hatten insofern ein besonderes Interesse an der Innung, als diese nur den Mit-
gliedern die amtliche Beschau von Silberarbeiten durch ihren Stempelmeister besorgte. Als aber
am 1. Januar 1888 nach dem Inkrafttreten des Reichsgesetzes über den Feingehalt der Gold- und
Silberwaren vom 16. Juli 1884 dieser Vorteil wegfiel, stand die Mehrzahl der Goldschmiede den
Vereinsbestrebungen so gleichgültig gegenüber, dass man in der Quartalssitzung vom 31. Januar 1893
„wegen allgemeiner Teilnahmlosigkeit der Mitglieder in Innungssachen" die Auflösung des Vereines
anregte und schliesslich einstimmig beschloss. Nach Abwicklung der nötigen Vorverhandlungen
wurde dann in der ausserordentlichen Innungsversammlung vom 13. Oktober 1893 die Innung
für aufgelöst erklärt (Innungsprotokollbuch III).
Fig. 7. Haarrose aus Goldfiligran mit Rauten,
Breslauer Arbeit um 1800
11
III. DIE INNUNOSKAPELLE
IN DER ST. MARIA MAO DALEN EN KIRCHE
An der Süd- und Nordseite der Kirche zu St. Maria Magdalena in Breslau sind sechzehn
Kapellen angebaut. Sieben davon verdanken ihren Ursprung einer schönen Gepflogenheit der
bedeutenderen Zünfte Alt-Breslaus, nicht nur im Leben der Alltagswelt als eine fest geschlossene
Einheit aufzutreten, sondern auch vor ihrem Gott gemeinsam die kirchliche Andacht zu verrichten
und sich, gleich wie in der Zunftstube, im Gotteshause ein eigenes Heim zu schaffen. So haben
sich am Ende des 14. und am Anfange des 15. Jahrhunderts die Kürschner, Schneider, Kretschmer,
Bäcker, Barbiere, Goldschmiede und Maler, mit letzteren gemeinsam die Tischler und Goldschläger,
Kapellen errichtet. Dass gerade die St. Maria Magdalenenkirche von den Innungen ausersehen
wurde, braucht nicht Wunder zu nehmen. Sie war als Nachfolgerin von St. Adalbert die erste
Pfarrkirche der alten Civitas Wratislaviensis, und auf den sie umgebenden Strassen und Plätzen
bewegte sich hauptsächlich das geschäftliche Treiben des spätmittelalterlichen Breslauer Handwerkers.
Betreten wir durch das westliche Hauptportal die Kirche, dann liegt zu unserer Linken
neben der Tür, die zum ehemaligen Almosenamte, der heutigen Taufkapelle führt, eine
dreifenstrige gotische Doppelkapelle. Seit etwa 1860 wird sie gewöhnlich den Goldschlägern
zugeschrieben, doch mit Unrecht. Urkundliche Überlieferungen berichten, dass sie ehedem Eigentum
der hiesigen Goldschmiede war, die sie, wie sich mit grösster Wahrscheinlichkeit annehmen lässt,
im letzten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts erbauten.1)
In jene Zeit fallen die ersten frommen Fundationen, mit denen die Kapelle während der
nächsten Dezennien bedacht wurde. Um das Jahr 1398 stiftete Hensil von Glacz mit seiner Frau
Katharina einen Altar in der Goltsmede Kapelle.2) Am Freitage nach Corpus Christi (3. Juni) 1401
reichten die Goldschmiede Waltherus Ebirhart, Niclos Crommendorff, Nicolaus Buckinschuch und
Hannos Nysser „den geswornen der goltsmede, die iczunt synt adir in czeiten werdin, czu der
goltsmede Capellen handen vier mark czins."3) Im Jahre 1431 bestanden fünf Fundationen.4) Auf
Bitten der Goldschmiede Nicolaus Czipser und Paulus Juncher bestätigte am 27. September 1446
Bischof Conrad des verstorbenen Nicolaus Polak Stiftung von acht Mark jährlichem Zins zur
Errichtung eines sechsten Dienstes. Das Patronat erhielten die Ältesten der Goldschmiedezunft,
und von dem bestellten Altaristen waren wöchentlich drei Messen zu lesen (Urk. 8). Am
24. Oktober 1468 investierte Bischof Rudolph den Diöcesanpriester Johann Stercze als ersten
>) Einige kurze, teilweise nicht zutreffende Notizen über die Kapelle veröffentlichte Alwin Schultz in der
Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Alterthum Schlesiens, Bd. V S. 344. Etwas ausführlicher ist H. Luchs in
Sehl esiens Vorzeit in Bild und Schrift, Bd. IV S. 498 — 513, wo er die Geschichte der sechzehn Kapellen in der
St. Maria-Magdalenenkirche behandelt.
2) Zu ersehen aus Schöppenbuch IX fol. 1261' und 224 b.
3) Schöppenbuch IX fol. 68 b. Die Stiftung ist schon einmal auf fol. 67 b am Freitage nach Ascensio domini 1401
vermerkt gewesen, wurde aber wieder gestrichen.
4) Luchs gibt in Schlesiens Vorzeit Bd. IV S. 505 zwei Lehen von 1405 und 1414 an, doch die aus dem
II. Bande des Antiquarius fol. 37 und 139 entnommenen Angaben beziehen sich nicht auf neue Stiftungen, sondern
auf Entleihung von Geldern, die sich im Besitze der Kapelle befanden. — Desgl. die Zinsverreichung in Schöppen-
buch X fol. 57 b.
T
12
Altaristen der siebenten, von dem Goldschmiede Georg Heyne für den Altar seiner Innung
gestifteten Messfundation (Urk. 11).
An der Ostwand der Kapelle stand der Hauptaltar mit dem Ehrentitel und Namen des
allmächtigen Gottes, der glorreichen Jungfrau Maria, des heiligen Eligius, Bischofs und Bekenners,
des Apostels Bartholomäus, der heiligen Jungfrauen Margaretha und Dorothea. Wie seine Aus-
stattung beschaffen war, lässt sich nicht mehr erweisen. Neben dem Hauptaltar wird am
25. Januar 1398 im Schöppenbuch VIII fol. 161b noch ein von Frau Margrithe Plethenerynne
gestifteter Altar und am 15. März 1409 im II. Bande des Antiquarius fol. 57a ein Altar „geweyet
in der ere sente Michils vnd aller engil" genannt, über den uns sonst jede Kunde fehlt.1)
Ausserdem hatte die Kapelle um die Mitte des 15. Jahrhunderts eine Reihe kirchlicher Ausstattungs-
stücke aufzuweisen. Als Magister Hieronymus Schloche das sechste, einst von Nicolaus Polak
gestiftete Ministerium übernahm, fand er folgendes Inventarium vor: einen silbernen Kelch, ein
Corporale mit einem silbernen Pacificale in einer alten Kapsel, drei Gewänder, zwei davon als
„Belkyn"(=Baldacchinus, eine Art Brokatstoff) bezeichnet, ein von Paulus Hoczinplotcz geschenktes
Missale speciale mit einem gemalten Kanonbilde und ein Paar zinnerne Ampullen (Urk. 9).
Das 15. Jahrhundert sah in Breslau manch reiches und prächtiges Altarwerk der Spät-
gotik entstehen. Da hielt auch die an Zahl der Meister und an Bedeutung des Handwerks stetig
wachsende Goldschmiede-Innung die Zeit für gekommen, den alten Altar durch einen neuen zu
ersetzen, und unter dem Seniorate der Goldschmiede Hans Bischdorff und Jacobus Konczel wurde
ein Altarwerk errichtet, das zwar nicht zu den künstlerisch feinsten aber an Umfang grössten und
eindrucksvollsten Schlesiens zählt. Es hat nach mannigfachen Schicksalen den Wechsel der Jahr-
hunderte bis auf unsere Tage überdauert und befindet sich jetzt im Schlesischen Museum für
Kunstgewerbe und Altertümer in Breslau (Lichtdrucktafel I). Auf der Mensa ruht die Pre-
della, in der vier hölzerne Brustreliquiare der hh. Wenzeslaus (?), Hedwig, Elisabeth und Andreas
stehen. Darüber baut sich das Altargehäuse in zwei Stockwerken auf. Die Mitte des unteren
Geschosses nimmt eine steinerne Christusfigur ein, die sich durch ihre Technik, die etwas
schematische Faltenbehandlung des Mantels und die herben Gesichtszüge wesentlich von den
übrigen viel freier und mehr dekorativ gedachten Heiligengestalten unterscheidet. Es liegt die
Vermutung nahe, dass sie schon den alten Altar schmückte und von ihm auf den neuen über-
nommen wurde.
Zur Seite des Ecce homo stehen die holzgeschnitzten Statuen der Apostel Petrus und
Paulus. Aus dem gemalten Hintergrunde lugen beflügelte Engel über einer mit Brokatstoff ver-
kleideten Balustrade hervor. Das Ganze überspannt ein goldbesternter blauer Baldachin, der vorn
durch gotische Masswerkbogen begrenzt wird. Das fast gleiche Prinzip des Aufbaues wiederholt
sich im oberen Stockwerke. Die Hauptfigur dieses Schreines bildet der Schutzpatron der
Goldschmiede, der heilige Eligius mit Bischofsmitra, Kelch und Krummstab. Ihm dienen zwei
langbeflügelte, plastisch in Holz geschnitzte Engel, heute mit leeren Händen, ehedem wohl Rauch-
fässer schwingend. Bekrönt wird das Obergeschoss von reichem spätgotischem Mass- und Fialen-
werk. Acht doppelseitig bemalte Klappflügel, je vier auf einer Seite — mit den hh. Johannes d.
Täufer, Bartholomäus, Laurentius, Maria der Gottesmutter, Barbara, Dorothea, Margaretha und
J) Zwei weitere Altäre (darunter der Stanislausaltar von 1508, der jetzt im Breslauer Kunstgewerbemuseum
steht) und eine Predella, die Alwin Schultz in seiner Geschichte der Breslauer Maler-Innung auf Seite 117 ff.
beschreibt, dürften erst im 19. Jahrhundert in die Kapelle hineingeraten sein.
TAFEL 1
Altar der Breslauer Goldschmiede-Innung
13
Katharina innen, der Verkündigung nebst den hh. Maria Magdalena und Andreas, Maria und dem
auferstandenen Christus nebst zwei Engeln mit den Leidenswerkzeugen aussen - - erhöhen den
imposanten Eindruck des mächtigen Werkes.
Auf den Aussenseiten der beiden äusseren Flügel des unteren Geschosses ist eine Inschrift
angebracht, die nach Auflösung der Abkürzungen lautet: Anno domini MCCCCLXXIII hoc opus
ornatum est per providos viros aurifabros et per Nicolaum Schreyer socium illius artificis (!) et
eodem anno fuerunt seniores Johannes Bischdorff et Jacobus Konczel quorum omnium deus sit
merces eorum. Demnach wurde der Altar im Jahre 1473 durch die fürsichtigen Herren Gold-
schmiede und Nicolaus Schreyer unter dem Seniorate des Johannes Bischdorff und Jacobus Konczel
errichtet. Aus den Geschworenenlisten der Signaturbücher ergibt sich, dass die beiden eben
genannten Goldschmiede von Ostern 1472 bis Ostern 1473 Älteste waren. Somit ist die Arbeitszeit
des Altares genau festgelegt. Er wurde im Jahre 1472 begonnen und vor Ostern 1473
aufgestellt. Den Ausdruck >ornatum est« darf man vielleicht als Stütze für die oben geäusserte
Vermutung, dass die steinerne Christusfigur von dem älteren Altare übernommen wurde, gelten
lassen, falls mit dem Worte ornare« die Weiterausschmückung von etwas bereits vorhandenem
bezeichnet werden sollte. Der in der Inschrift genannte Nicolaus Schreyer war ein wohlhabender
Goldschmiedgeselle. Er stand bei Meister Konczel in Arbeit und stiftete 1472 am Donnerstage
vor Petri ad vincula (30. Juli) „10 golden in die Capelle sinte Eligii zu dem bawe der taffil."
Nach Errichtung des neuen grossen Altarwerkes wird der Kapelle öfters gedacht. Am
24. Mai 1480 stiftete der Altarist Leonhard Freynberger ein Missale, das sich heute in der Breslauer
Stadtbibliothek befindet.1) Im Jahre 1492 am 19. Februar2) wandten sich die derzeitigen Ältesten
der Innung, Johannes Bischdorff, Lucas Sweideler, Jacobus Konczel und Caspar Wehpusch an
Bischof Johann Roth mit der Bitte, er möge dem Kleriker Werner die Sorge für den bisher von
Hieronymus Cleynickel verwalteten sechsten Altardienst in ihrer Kapelle übertragen.3) Weiter
wird die Kapelle genannt, als Johannes Werner am 3. August 1501 zum Altaristen investiert
wurde.4) Am 16. August 1502 vermachte der Altarist Georgius Kogler in seinem Testament dem
Altare in der Goldschmiedekapelle ein silbernes Pacificale/') In einer Handwerkerurkunde vom
12. April 1521 erscheinen die Tuchmacher der Neustadt-Breslau als Patrone des dritten Dienstes am
Altare der hh. Eligius, Bartholomäus, Margaretha und Dorothea.-) In demselben Jahre reichte
Katharina Peter Rymerynne den Tuchmacherältesten der Neustadt zu Händen des gleichen Mini-
steriums 2 Mark jährlichen Zins.7)
Im Jahre 1523 erschloss die Kirche zu St. Maria Magdalena als erste in Schlesien ihre
Pforten dem protestantischen Gottesdienste. Hierdurch wurden die katholischen Einrichtungen
der Kapelle nicht direkt in Mitleidenschaft gezogen, da die Altaristen zunächst noch in alter
Weise ihre Messen verrichten durften. Im 17. Jahrhundert erhielt die Kapelle ein grosses, mit
einem holzgeschnitzten Pokal bekröntes (heute nicht mehr vorhandenes) Renaissancegestühl, das
wahrscheinlich mit reicher Intarsia-Arbeit geschmückt war. Als das Altarwerk im Laufe der Jahre
1) Hs. M 1147, früher Nr. 152; Alwin Schultz, Geschichte der Breslauer Maler-Innung, S. 179 Nr. 38.
2) Nicht 1484 wie Luchs 1. c. angibt. Luchs hat für seine Angabe ein Brouillon, das sich unter den Urkunden der
St. Maria Magdalenenkirche (Nr. 87 c) befindet, benutzt und dabei übersehen, dass das Konzept, wie aus der Schrift
hervorgeht, erst am Anfange des 18. Jahrhundert verfasst wurde und zwar auf einem alten Stück Papier, das rückseitig
unter anderem eine Datierung vom 9. März 1484 trägt. — 3) Bresl. Diözesanarchiv, Acta capitularia III. b. 17; eine
spätere Abschrift des alten Originals. — 4) Bresl. Stadtarchiv, Klose, Repertorium, FF. 46. uu. — 8) Bresl. Stadtarchiv,
Roppan, Repertorium, S. 167. Orig.-Urkunde unter Ropp. Nr. 22 mm. — 6) Bresl. Stadtarchiv, Urk. d. Tuchmacher,
unter 21. April 1521. — 7) Bresl. Stadtarchiv, Traditionsbuch III fol. 149 ^.
14
unansehnlich und baufällig wurde, hat man es im 17. Jahrhundert einer eingehenden Renovation
unterzogen. Die Predella wurde bei dieser Gelegenheit entfernt und durch einen kastenförmigen,
heute im Schlesischen Museum für Kunstgewerbe und Altertümer befindlichen Schrein mit Malereien im
Stile der Spätrenaissance ersetzt, der zur Aufnahme von Innungsurkunden, Leichentüchern und kirch-
lichen Gerätschaften bestimmt war. Die Brustreliquiare wurden, da ihr heiliger Inhalt nach
protestantischer Lehre bedeutungslos war, oben neben den heiligen Eligius und die Engel gruppiert.
Wann diese durchgreifende Erneuerung des Altares stattgefunden hat, ist nicht zu ermitteln gewesen.
Am Sockel der steinernen Christusfigur wurde zwar das Ereignis vermerkt, jetzt sind jedoch nur
noch ganz geringe und zusammenhanglose Bruchteile der Inschrift erhalten.
Luchs schreibt in seinem oben zitierten Aufsatze: „In dem mittelsten der drei Fenster
sind die Namen von vier Goldschmiedältesten zu lesen, die jedenfalls die Glasmalerei daneben
(grau in grau) haben 1723 herstellen lassen; der eine ist an einem Ambos arbeitend dargestellt."
Die beiden Scheiben hängen seit 1890 im Kirchensaale. Die eine trägt die Inschrift: „Tobias
Plackwitz, Johann Jahmann, Johann Peter Ziegler, Thomas Kuntz: Der Zeit Eltesten Anno: 1723:"
Die andere zeigt den Bischof Eligius bei der Arbeit unter Zugrundelegung der gleichen Dar-
stellung auf dem grösseren Innungssiegel aus dem 15. Jahrhundert (vgl. Fig. 1). Es ist daher
nicht anzunehmen, dass es sich hier um ein Porträt eines der genannten Goldschmiedeältesten
handelt. Auch ist es nicht zutreffend, wenn jenes auf Seite 13 in Anmerkung 2 erwähnte Konzept
statt des auf Seite 22 Fig. 10 abgebildeten Siegels einen Kreis mit folgender Inschrift enthält:
„In dem sigel sitzet n. Boy vnd zeucht einen becher auf eben in solcher statur wie in der
cappele im fenster zu sehen ist eine artt vnd Stellung."
Die Innungskapellen der St. Maria Magdalenenkirche dienten den zünftigen Meistern nicht nur
als Versammlungsort zu gemeinsamer Andacht, mancher von ihnen fand auch hier seine letzte
Ruhestätte. In älterer Zeit war die Beisetzung von angesehenen Meistern und ihren Angehörigen
in und vor der Kapelle etwas Selbstverständliches. Die Innung hatte nicht für den einzelnen
Fall die Erlaubnis der Kirchenvorstände oder der Ratmannen einzuholen. Daher sind auch
keine Nachrichten über Begräbnisse in der Kapelle aus dem 15. und dem Anfange des 16. Jahrhunderts
auf uns gekommen. Weiter scheint der Innung als Besitzerin des Raumes das Recht zugestanden
zu haben, anderen die Beisetzung in der Kapelle zu gestatten, es sei denn, dass erst die Willkür einer
späteren Zeit denGrabstein der Frau Anna Freiin zu Auersperg.geb. Malzan,von 1583 und das Epitaphium
des kinderreichen Malers Friedrich Reinhold von 1659 gedankenlos in die Kapelle hineinverschleppt
hat. Zum ersten Male musste im Jahre 1645 die Erlaubnis der Beisetzung bei dem edelgestrengen Rate
der Stadt nachgesucht werden, als die Witwe des am 7. März 1645 verstorbenen Goldschmiedältesten
Sebastian Fesch die Sepultur ihres Mannes in der Kapelle wünschte.1) Von den Grabtafeln, die
gewiss häufiger durch Goldschmiede gestiftet wurden, hat sich nur die des Goldschmieds Oswald
Rothe und seiner Frau Magdalena erhalten. Es ist ein Gemälde mit der Darstellung des jüngsten
Gerichtes; im Vordergrunde stehen die Stifter, links Oswald Rothe mit der heiligen Barbara, rechts
seine Frau mit ihrer Schutzpatronin Maria Magdalena. Unterhalb des Wetterdaches ist die
Inschrift angebracht: NOCH • DER -GEPVRT- CR1STI • IM • 1 51 5 (??müsste heissen 1525) IAR •
DEN- ACHTEN- TAG • NOCH . DER - HEILING- DREI • KVNIG • IST- VOR SCHI DEN-
Dl - TVG ENTSAM - FRAV- M ADALENA - OSWALT- ROTIN - DER - GOT - GENOD -
') Bresl. Stadtarchiv, Urkunden der St. Maria Magdalenenkirche, Nr. 87 t>.
15
Im 16. Jahrhundert gestatteten die Goldschmiede gegen einen jährlichen Zins den Vor-
stehern des sogenannten gemeinen Almosens, die den benachbarten düsteren Raum im nördlichen
Turme als Eigentum innehatten, die Benutzung ihrer Kapelle, um ihnen das Verteilen der Almosen
zu erleichtern. Dafür erhielten sie ihrerseits am 2. Mai 1603 mit Vorwissen der Ratsherrn von
dem Almosenamte die Schlüssel „zu des gemainen almosen Capelle", das Wort Gottes darinnen zu
hören (Urk. 18). Allmählich aber fühlte sich das Almosenamt so heimisch auf dem ihm miets-
weise überlassenen Grund und Boden, dass es im 18. Jahrhundert mehrfach Anstrengungen
machte, den Goldschmieden das Eigentumsrecht an der Kapelle zu bestreiten.
Seit den dreissiger Jahren des 18. Jahrhunderts ging das Interesse der Innung an der
Kapelle mit Riesenschritten zurück. Auch um den Altar kümmerte man sich nicht mehr. Im
Meisterbuche wurde zu dem Jahre 1765 als ein besonderes Ereignis die Notiz eingetragen:
„1765 den 4. July haben wir itzt lebende Aeltesten in unserer Capelle zu S. Maria Magdalena daß
Altar eröffnen lassen, welches in vielen Jahren nicht geschehen, weil die Schlüssel waren verlohren
gangen, so hats mit vieler Mühe durch den Schlosser geschehen müssen, doch sind die beyden
Leichentücher noch unversehrt und in guttem Stande angetroffen worden, und haben müssen 3 neue
Schlüssel gemacht werden auch stehet ein Kasten mit Schrifften in der Capelle, welcher
unserem Mittel gehört." In erster Linie wird blosse Neugierde die Ältesten zu der Öffnung des
Schreines veranlasst haben. Jedenfalls aber ist das Interesse nur sehr ephemerer Art gewesen;
denn bald lesen wir in demselben Meisterbuche, dass sich die Herren des Almosenamtes die
Gleichgültigkeit der Innung gegen ihre Kapelle reichlich zu nutze machten. Sie unterliessen es
seit 1766, die ehedem für die Benutzung der Kapelle ausbedungene Miete zu bezahlen, massten
sich bereits vor 1765 das Recht an, den Drechslern ohne vorherige Nachfrage bei den Gold-
schmieden die Aufstellung einer Almer in der Kapelle zu gestatten und zogen statt der recht-
mässigen Besitzer dafür einen jährlichen Zins ein. Im Jahre 1774 liess das Almosenamt auf
Kosten der Goldschmiede-Innung das schadhaft gewordene Dach der Kapelle renovieren. Dieses
eigenmächtige Vorgehen der Almosenherren und der Kirchenvorstände brachte das Blut des
damaligen amtshabenden Ältesten Gottlob Benjamin Werner in arge Wallung. Werner liess
sofort durch den Advokaten Roth eine Eingabe an den Magistrat ausarbeiten, in der er mit „etwas
harten Worten" gegen das Verhalten der Kirchenvorsteher protestierte. „Dieses Memorial nahm
ein gestrenger Rath sehr übel und gab dem amtshabenden Ältesten einen schriftlichen Bescheid,
dass es die Natur der Sache von selbst gäbe, dass, wem Grund und Boden gehöre, müsste
auch das Dach im Baustande halten, nebst einem derben Wischer." Trotz der Massregelung
ruhte Werner nicht eher, bis im Jahre 1785 das Rechtsverhältnis zu gunsten der Goldschmiede-
Innung entschieden war (Meisterbuch).
Nach Beendigung des Prozesses sorgte die Innung wiederum für die notdürftige Instand-
haltung der Kapelle. Als aber im 19. Jahrhundert durch die Aufhebung des Zunftzwanges und
die daraufhin erfolgte Ermässigung der Rezeptionsgebühren die Geldmittel der Innung stark
zurückgingen, verursachte die Kapelle mehr Unkosten als ihr Besitz den Meistern noch wert
war. Nach mehrfachen resultatlosen Verkaufsverhandlungen mit dem Magistrate (vgl. Innungs-
protokollbuch III) trennte sich schliesslich die Innung leichter Hand von ihrer Kapelle, als nach
dem grossen Turmbrande vom 22. zum 23. März 1887 die gesamte St. Maria Magdalenenkirche
einer gründlichen Renovation unterzogen wurde.
16
IV. DER FEINGEHALT UND DIE MERKZEICHEN
Feingehalt
Die Punzierung der von den zünftigen Meistern gefertigten Goldschmiedearbeiten beginnt
in Breslau erst am Anfange des 16. Jahrhunderts. Aber lange Zeit zuvor kümmerten sich die Rat-
mannen der Stadt um einen vorschriftsmässigen Feingehalt. Schon in den Handwerkerstatuten
von etwa 1305 wurden die Aurifabri angehalten, auf die Fälscher von Ringen, Fibeln und ähnlichen
Gegenständen ihr Augenmerk zu richten (Urk. 2). Im Jahre 1372 erkundigte sich der Breslauer
Rat in Brüssel und Köln nach dem dort üblichen Feingehalte der Gold- und Silberarbeiten und
den für diese festgesetzten Preisen. Die am 17. Juli 1372 von Brüssel und am 22. Juli 1372 von
Köln abgesandten Antworten lauteten verschieden. Während in Brüssel ein gewisser Zusatz von
unedlem Metall zulässig war und feste Verkaufs- und Lohnsätze bestanden, berichteten die Kölner,
dass sie nur reines Silber verarbeiteten und bestimmte Preise bei ihnen nicht vorgeschrieben wären
(Urk. 3, 4). Welcher Bescheid für Breslau massgebend wurde, ist urkundlich nicht festgelegt. Es
scheint aber, dass die Verarbeitung von reinem Metall angeordnet wurde. Wenigstens heisst es
später in den Privilegien, die Kaiser Sigismund im Jahre 1420 der Innung verlieh, „wer ouch
meister ist oder wirt, der sol von gutem silber erbeiten" (Urk. 6). Eine Verordnung von 1421,
die den Feingehalt des Silbers neu regelte, erlaubt einen geringen Zusatz; am 25. November 1421
einigten sich die Goldschmiede mit den Ratmannen und Schoppen, „das von alle dem,
das die goldsmede mit dem hammer machen, eyn scot, vnd von gorteln vnd keten eyn
lot y von der marke abegehen sal" (Urk. 7). Diese Bestimmung unterrichtet uns zum ersten
Male genauer über den Feingehalt der Breslauer Goldschmiedearbeiten. Die Mark Silbers wurde
in 16 Lot geteilt, sie war also sechzehnlötig. Ausserdem kannte man noch die Zerlegung der
Mark in 24 Scot. Demnach wurde für Gefässe und Trinkgeräte die Verarbeitung von lSVä-lötigem
Silber, für Gürtel und Ketten, das heisst für Schmucksachen, der Gebrauch von 15-lötigem Silber
vereinbart. Diese Verordnung blieb bis in den Anfang des 16. Jahrhunderts in Kraft.
Im Jahre 1516 wandten sich die Ratmannen nach Nürnberg mit einer Anfrage nach dem
dort gebräuchlichen Feingehalte der Goldschmiedearbeiten. Am 28. Juni 1516 antworteten die
Nürnberger, dass sie 14-lötiges Silber und 18-karätiges Werkgold verarbeiten (Urk. 14). Obwohl
uns keine daraufhin erfolgte Ratsentscheidung überliefert ist, können wir doch annehmen, dass
in Breslau der Feingehalt bald nach Nürnberger Muster geregelt wurde. Der Wortlaut der
Statuten von 1539 scheint wenigstens die Verwendung von 14-lötigem Silber als etwas bereits
Gegebenes vorauszusetzen (Urk. 15). An dem 14-lötigen Feingehalte hielt die Innung bis 1677
unverbrüchlich fest. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts empfanden es aber die hiesigen Gold-
schmiede als einen lästigen Druck, dass ihnen nur der Gebrauch von 14-lötigem Silber verstattet
sein sollte, während in Wien, Berlin und anderen Städten schon längst geringeres Material zu-
lässig war. Am Ende des Jahres 1676 entschloss sich die Innung zu einer Eingabe an den Rat,
worin sie um Zulassung einer geringeren Silberprobe bat. Am 4. Januar 1677 kamen die Rat-
mannen dem Wunsche unter der Bedingung nach, dass nur auf Bestellung schlechteres, aber auch
nicht geringeres als 12-lötiges Silber gearbeitet werden sollte, es sei denn, dass der Auftraggeber
aus seinem eigenen Besitze eine grosse Menge von minderwertigem Material in Arbeit gäbe.
17
Keinesfalls dürfe von dem unter 14-lötigen Silber etwas in den freien Handel oder in die Läden
zum Verkaufe gebracht werden (das Nähere siehe Urk. 31). Zunächst bewilligte der Rat zwar
nur probeweise auf ein Jahr die Verwendung von geringhaltigem Silber neben dem 14-lötigen,
aber die Goldschmiede wiesen 1678, 1679, 1682 und 1687 immer wieder auf die Vorteile der Ver-
arbeitung von 13- und 12-lötigem Silber hin, bis dem Mittel am 30. Mai 1687 endgültig gestattet
wurde, dass es „nebenst dem 14-löthigen Silber als Breßlauischen Ordinar-Proba auch auf Be-
gehren und Bestellen 13-löthiges wie nicht weniger zum Verkauf 12-löthiges Silber unter dem
bißherigen Zeichen des Johanneshaubts verferttigen und arbeiten möge" (Urk. 33 — 35, 37). Nach
Zulassung des 12- und 13-lötigen Silbers trat das 14-lötige mehr und mehr in den Hintergrund.
Um das Jahr 1750 gehörten 14-lötige Breslauer Silberarbeiten schon zu den grossen Seltenheiten
(Urk. 69). Aber auch der Vollgehalt des 12-lötigen Silbers liess bald zu wünschen übrig. Etwa
im Jahre 1725 ging man stillschweigend um lk, dann um Va Lot, seit 1731 um 3U und seit 1758
um 1 Lot von dem 12-lötigen Gehalte herunter.1) Die Kaufmannsältesten fanden deshalb öfters
Veranlassung, sich über den Mindergehalt der von den hiesigen Goldschmieden gelieferten Arbeiten
zu beklagen, und die Innung hatte sich im Juli 1727 wegen der eingegangenen Beschwerden zu
verantworten (Urk. 51, 52, 64).
Die Konkurrenz, die die von auswärts importierten Galanteriewaren aus 7- bis 11-lötigem
Silber verursachten, zwang die Breslauer Gold- und Silberarbeiter, auch ihrerseits sich für Galanterie-
waren eines geringeren Feingehaltes zu bedienen. Wann die Goldschmiede die Genehmigung zur
Verarbeitung von 7- bis 11-lötigem Silber erhielten, ist nicht zu ermitteln gewesen, doch wird
1752 davon als von einer bereits feststehenden Tatsache berichtet (Urk. 67).
Trotz mancher Silberverschlechterung am Anfange des 19. Jahrhunderts erfolgte erst 1858
eine durchgreifende Neuregelung der Silberprobe durch eine Verfügung der Königlichen Regierung,
die den Verkauf von Silberwaren nur noch nach dem neuen Münzgewichte gestattete. Daraufhin
beschloss die Innung am 31. Mai 1858, künftig das Silber zu 70/100 zu legieren (Innungs-
protokollbuch III). Dabei blieb es bis zur Einführung des Reichsgesetzes über den Feingehalt
vom 16. Juli 1884. Seitdem wird der Feingehalt in Tausendteilen angegeben.
Die älteste Verordnung betreffend den Feingehalt des Goldes stammt vom 8. Februar 1539
und sagt „es soll auch kein goltschmid aynicher wegs oder gestaldt geringer golt arbayten, dann
reynisch von achtzechn charaten" (Urk. 15).
Im 17. und 18. Jahrhundert rechnete der Breslauer Goldarbeiter das feine Gold zu 23 Karat;
es ging nach und nach auf Dukatengold zu 22 Karat und schliesslich noch weiter herunter. Um
der Goldwarenverarbeitung unter dem gesetzmässigen Gehalte ein Ende zu machen, verordnete
Friedrich der Grosse durch ein am 24. Juli 1784 in Breslau gegebenes Zirkular, dass fernerhin
nur auf ausdrückliches Verlangen Goldwaren in geringerem Gehalte ohne Stempel für den aus-
wärtigen Handel verfertigt werden dürften. Für alle übrigen Arbeiten sollte die Kabinetts-Ordre
vom 29. Juni 1784 massgebend sein, dahingehend: „daß alle andere in Unsern Staaten verfertigte
Gold-Arbeiten, von welcher Art solche auch seyn mögen, nicht anders als nach dem Verhältnisse
des feinen Ducaten- Kronen- und Rheinischen Goldes verkauft und zwar nach dem gesetzmäßigen
Gehalte, nehmlich das feine oder Ungarische Gold nicht geringer denn zu 23 Karat, das Kronen-
Gold nicht anders als zu 21 Karat und das Rheinische Gold in keine Wege anders noch weniger
]) Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Rep. 14. PA. VIII 245e, Vol. I fol. 222 (vgl. Urk. 70).
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IS
denn zu 17 Karat, in fein Gehalt von den Goldschmieden verarbeitet, und zu desto mehrerer
Gewißheit, so wie die silbernen Waaren, mit dem Gewerks- und Stadt-Stempel bezeichnet, auch
die Karate von jeder Sorte darauf gestochen, die Uebertreter aber nach Vorschrift der Gesetze,
ohne alle Rücksicht und Entschuldigung gestraft werden sollen . . ." Das Zirkular vom 24. Juli 1784
fügte für die auf ausdrücklichen Wunsch gearbeitete Handelsware hinzu: „Sollte indessen jemand
im Lande große oder kleine Gold-Arbeiten zu einem geringem Gehalte als zu 17 Karat verfertigen
lassen wollen, so muß des Gold-Arbeiters Name und Gehalt darauf gezeichnet, und der Stempel,
dessen er sich hierzu bedienet, von jedem Altmeister auf einer kupferne Platte bey dem Amte
producirt werden, damit die etwa nachgemachte Stempel gegen die abgeprägten ausgemittelt
werden können" (Urk. 71). Dieser Erlass von 1784 scheint in Breslau nie praktisch durchgeführt
worden zu sein, wenigstens hat sich bis jetzt keine gestempelte Goldarbeit aus jener Zeit nach-
weisen lassen.
Eine wesentliche Änderung haben die alten Bestimmungen über das Feingold erst durch
den Innungsbeschluss vom 31. Mai 1858 erfahren, durch den die Legierung für Feingold zu 920,
für 14-karätiges zu 585 und für 8-karätiges zu 335 angeordnet wurde. Über die Stempelung der
Breslauer Goldwaren ist nicht viel zu sagen. Bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus
blieben alle Goldwaren offiziell ungestempelt, nur war es bei einigen Goldarbeitern ein freiwilliger
Brauch, dem Käufer einen Garantieschein über die Güte der eingekauften Goldwaren auszustellen.
Obwohl schon früher hin und wieder eine Stempelung in Innungsversammlungen vor-
geschlagen worden war, wurde erst am 31. Mai 1858 die Zeichnung von Goldwaren endgültig mit
der Bestimmung beschlossen, dass auf Feingold der Name des Arbeiters und der Gehalt mit der
Zahl 92 einzuschlagen sei. Das oben erwähnte Gesetz von 1884 führte dann neben der Angabe
des Feingehaltes in Tausendteilen die Stempelung mit einer Krone ein.
Die Merkzeichen der Silberarbeiten
Auf Breslauer Silberarbeiten können folgende Stempel vorkommen : 1. Beschaumarken, 2. Meister-
zeichen, 3. seit 1710 Stempelmeisterbuchstaben, 4. Kriegssteuerstempel. Ausserdem kann der Zufall
Ausfuhr- oder andere Steuerstempel auf dieses oder jenes Stück gebracht haben, deren Besprechung
nicht in den Bereich dieser Arbeit gehört. Eine notwendige Folge der Beschau durch die Feuer-
probe ist der sogenannte Ziselier- oder Probierstich, den der Beschaumeister in die zu zeichnende
Arbeit eingraben musste, um einen Metallspan für die Probe auf der Kapelle zu gewinnen. In
manchen Städten bezeichnete der Probierstich eine bestimmte Lötigkeit des Silbers, in Breslau da-
gegen ist der Zickzacklinie keine besondere Bedeutung beizulegen.
Obwohl in Breslau schon 1516 gelegentlich des Auskunftsschreibens der Stadt Nürnberg
über den Feingehalt der dortigen Goldschmiedearbeiten von Beschauzeichen die Rede ist und
ferner 1532 Verordnungen über die Stempelung von Silberbarren im ersten Bande des Liber
definitionum (fol. 152—154) erwähnt werden, so wurde doch erst durch die Innungsstatuten vom
8. Februar 1539 die Stempelung der hiesigen Goldschmiedearbeiten - - und zwar nach Nürnberger
Muster für alle Arbeiten über vier Lot am Gewicht - mit dem W der Stadt Breslau (Wratislavia)
eingeführt (Urk. 15). Das W änderte im Laufe der Jahre gelegentlich der Anschaffung eines neuen
Punzens seine Form; Tafel II Nr. 1 — 7 gibt die Haupttypen wieder. Nicht zu verwechseln mit dem
Breslauer W sind einige auf süddeutschen oder schweizer Arbeiten vorkommende Beschauzeichen
19
mit einem W, wie es nebenstehende Abbildungen Fig. 8a — d wiedergeben.1)
Offiziell aufgehoben wurde in Breslau die W-Stempelung erst durch die Ein-
führung des Reichssilberstempels. Aber infolge des allmählichen Aufhörens der
Verarbeitung von 14-lötigem Silber gehören hiesige Goldschmiedearbeiten mit
der Marke W um die Mitte des 18. Jahrhunderts schon zu den Seltenheiten.
Im Jahre 1687 werden „mit einem frembden W bezeichnete" Arbeiten c d
genannt, so doch die hiesige W-Probe garnicht haben (Urk. 36). Es waren F'g-8-
minderwertige Erzeugnisse von sogenannten Pfuschern, die in betrügerischer ^w^empel^
Absicht mit einem W gezeichnet wurden, um den Käufer über den Fein-
gehalt zu täuschen. Wie diese falschen W-Stempel aussahen, lässt sich jetzt natürlich nicht mehr
feststellen.
Mit der im Jahre 1677 probeweise, 1687 endgültig erfolgten Zulassung von 12- und
13-lötigem Werksilber wurde für dieses als Beschaumarke das Johanneshaupt auf der Schüssel
(Herzschild des Breslauer Stadtwappens) eingeführt und zwar wurde bei 13-lötigem Silber
(Augsburger- oder Reichs-Probe genannt) die Zahl 13 hinzugefügt. Sie findet sich anfänglich
neben dem Johanneshaupte eingeschlagen, seit etwa 1710 mit der Beschaumarke selbst verbunden;
vgl. Tafel II Nr. 28. Seit 1721 schnitt man eine Zeit lang ausserdem bei den 13-lötigen Silber-
arbeiten neben der „13" in den Stempel noch die Jahreszahl ein.-)
Seit 1843 erhielt der Johanneskopf des 12-lötigen Silbers eine jährlich wechselnde Jahres-
zahl; vgl. Tafel II Nr. 27. Nach der im Jahre 1858 eingeführten Legierung des Silbers zu 70/100
musste neben das Beschauzeichen noch eine „70" negativ eingeschlagen werden. Bei dieser Be-
stimmung blieb es bis zur Einführung des Reichssilberstempels laut Gesetz vom 16. Juli 1884 und
der Bekanntmachung vom 7. Januar 1886. Wie das W, so hat in noch viel höherem Masse das
Johanneshaupt mit der Zeit mannigfache Abänderungen im Typus erfahren, eine Erscheinung, die
sich durch die Geschmackswandlungen vom 17. bis zum 19. Jahrhundert und durch die häufigen
Neuanschaffungen des vielgebrauchten Beschaupunzens leicht erklärt; vgl. Tafel II Nr. 8—28. Ausser-
dem bediente man sich ständig zweier verschieden grosser Stempel, eines kleineren für kleine,
eines grösseren für grosse Silberarbeiten.
Als im 18. Jahrhundert die Verarbeitung von 7- bis 11 -lötigem Silber für Galanteriewaren
zulässig wurde, war dieses mit dem jeweiligen Stempelmeisterbuchstaben und je nach dem Silber-
gehalte mit der römischen Ziffer VII — XI zu stempeln (Urk. 67, 68).
Meisterzeichen
Am 8. Februar 1539 verfügten die Breslauer Ratmannen, „das auch ider mayster neben
dem W der Stadt zaychen auch seyn gemerck vnd zaychenn daneben schlagen soll" (Urk. 15).
Einige Goldschmiede aber, von Oswald Rothe ist es mit Sicherheit anzunehmen, verwendeten
freiwillig schon vor 1539 eine Marke. Die hiesigen Meister wählten fast immer die Anfangs-
buchstaben der Vor- und Zunamen für die Punzierung ihrer Arbeiten. Erst in der zweiten Hälfte
1) Ein im Kgl. Kunstgewerbemuseum in Berlin befindlicher Pokal mit der Meistermarke MS, datiert 1583,
zeigt das W Fig. 8a, ein Kokosnusspokal von 1591 im Kunstgewerblichen Museum der Handels- und Gewerbe-
kammer in Prag das W Fig. 8 b, ein Pokal im Schlesischen Museum für Kunstgewerbe und Altertümer in Breslau
mit dem Meisterzeichen AE (ligiert) das W Fig. 8c. Ein Kelch des 18. Jahrhunderts mit dem Meisterzeichen FL in
der kath. Pfarrkirche St. Katharinae zu Alt-Wilmsdorf Kr. Glatz zeigt das W Fig. 8d.
2) Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Rep. 14. PA. VIII 245 e, Vol. I fol. 29, 50, 222.
3*
20
des 18. Jahrhunderts kommt ganz vereinzelt, im 19. dagegen häufiger der voll ausgeschriebene
Familienname des Meisters als Stempelzeichen vor. Nur ganz selten haben bildliche Darstellungen
und redende Zeichen Anwendung gefunden. Zum Beispiel findet sich auf dem 1553 datierten
Reliquiar mit dem Haupte der heiligen Hedwig in der kath. Pfarrkirche St. Bartholomaei zu Trebnitz
ein Greifenkopf als Meisterstempel und im 18. Jahrhundert zeichnete Christian Lammer mit einem
Lamm: vgl. Tafel III Nr. 52 und Tafel IV Nr. 132.
Die Anbringung des Meisterzeichens oder einer Firmen- und Schutzmarke ist bis zum
heutigen Tage Vorschrift und Gebrauch geblieben. Wie bei dem Johanneshaupte ist auch bei
den Meisterzeichen zu beobachten, dass mancher Goldschmied verschieden grosse, an sich aber
vollkommen ähnliche Punzen für kleinere und grössere Arbeiten führte. Die Tafeln III— V geben
eine Auswahl von Breslauer Meisterzeichen in chronologischer Anordnung wieder.
Stempelmeisterbuchstaben
Die Buchstaben, die neben dem Beschau- und Meisterzeichen auf Breslauer Silberarbeiten des
18. und 19. Jahrhunderts vorkommen, kennzeichnen den Stempelmeister, dem die Beschau des be-
treffenden Stückes oblag. Dieser Brauch herrschte auch in vielen anderen Städten Deutschlands
und des Auslandes. Während aber dort der Buchstabe meist in ganz bestimmten Zeiträumen
wechselte und man daher von Jahresbuchstaben spricht, fiel in Breslau die Einführung eines
neuen Buchstabens immer mit der Neuwahl eines Stempelmeisters zusammen, der fast ausnahmslos
das Amt bis zu seinem Tode behielt. Bis auf den Stempelmeister Rudolph (1861 — 1876) wurde
stets einer der Mittelsältesten mit diesem Amte betraut. Der neu erkorene Stempelmeister nahm
den nächstfolgenden Buchstaben des Alphabetes.1) Bei diesem System ist natürlich die Dauer
der Verwendung der einzelnen Buchstaben ganz schwankend gewesen. Merkwürdiger Weise
schweigen die uns erhaltenen Innungsprotokolle vollständig über die Wahl und den Wechsel der
einzelnen Stempelmeister. Abgesehen von zwei Posten in den Innungskassenbüchern für An-
schaffung je eines Punzens mit einem S und einem T ist nur gelegentlich eines Ratsberichtes
vom 31. Oktober 1716 davon die Rede, dass neben dem Beschau- und Meisterzeichen „itzo auch
zu noch mehrer Verhüttung alles Unterschleifs annoch ein besonderer Buchstaben dazu geschlagen
wirdt" (Urk. 47). Ausserdem erwähnen einige Berichte an die Kgl. Kriegs- und Domänenkammer
von 1748—1753, betreffend die Stempelung des 7- bis 11-lötigen Silbers, den Mittels- oder
Stempelmeisterbuchstaben F und den Stempelmeister Stephan Christian Luttroth. Im Jahre 1752
brachte die Kgl. Kriegs- und Domänenkammer statt des wechselnden ein sich ständig gleich
bleibendes Stempelmeisterzeichen, zum Beispiel ein B (= Breslau), in Vorschlag. Da jedoch die
Goldschmiede die bisherige Kennzeichnung des Stempelmeisters für zweckmässiger erklärten, wurde
von der Einführung des B Abstand genommen (Urk. 67, 68).
Lediglich mit Hilfe von datierten oder sicher datierbaren Arbeiten und der Amtsdauer der
urkundlich belegten oder mutmasslichen Stempelmeister hat sich folgende zeitliche Begrenzung für
die Verwendung der einzelnen Stempelmeisterbuchstaben feststellen lassen.
A ziemlich klein, stets negativ eingeschlagen, vgl. Taf. II Nr. 29. Gebraucht von 1710 bis Juni 1712.
Mutmasslicher Stempelmeister Daniel Wolff (f 23. Juni 1712).
') Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Rep. 14. PA. VIII 245 e, Vol. I fol. 224 a.
21
B erst negativ, seit Ende 1721 positiv eingeschlagen, vgl. Taf. II Nr. 30 und 31. Gebraucht vom
Juni 1712 bis November 1727 oder Mai 1728. Mutmasslicher Stempelmeister Tobias Plackwitz
(f 16. November 1727) oder Hans Jachman d. j. (f 7. Mai 1728).
C vgl. Taf. II Nr. 32. Gebraucht vom November 1727 oder Mai 1728 bis Mai 1737. Mutmass-
licher Stempelmeister Gottfried Ihme (f 24. Mai 1737).
D vgl. Taf. II Nr. 33. Gebraucht vom Mai 1737 bis März 1745. Mutmasslicher Stempelmeister
Christian Schlencker (f 10. März 1745).
E Hess sich bisher nicht mit Sicherheit nachweisen, scheint im Typus dem positiv eingeschlagenen
B gleich zu sein. Gebraucht vom März 1745 bis April 1746. Mutmasslicher StempelnTeister
Michael Wissmar (f 20. April 1746).
F vgl. Taf. II Nr. 34. Gebraucht vom April 1746 bis Juli 1758. Urkundlich nachgewiesener
Stempelmeister Stephan Christian Luttroth (f 22. Juli 1758).
G kommt in zwei Typen vor, vgl. Taf. II Nr. 35 und 36. Gebraucht Typus I vom Juli 1758 bis
etwa 1760, Typus II von etwa 1761 bis September 1776. Mutmasslicher Stempelmeister
Christian Beyl (legt am 19. September 1776 sein Ältestenamt nieder).
H vgl. Taf. II Nr. 37. Gebraucht vom September 1776 bis etwa 1791. Mutmasslicher Stempel-
meister Christian Hoensch, der zwar erst am 20. April 1792 stirbt, aber, wie es scheint, die
letzte Zeit seines Lebens durch den „Stempelmeister mit dem Buchstaben J" vertreten wurde.
J vgl. Taf. II Nr. 38. War nur sehr kurze Zeit im Gebrauch, etwa vom Ende 1791 bis April (?)
1792. Stempelmeister fraglich.
K vgl. Taf. II Nr. 39. Gebraucht vom April 1792 (?) bis April 1793. Mutmasslicher Stempel-
meister Johann Ernst Braungart (f 29. April 1793).
L vgl. Taf. II Nr. 40. Gebraucht vom Mai 1793 bis November 1796. Mutmasslicher Stempel-
meister Carl Gottfried Haase (f 14. November 1796).
M vgl. Taf. II Nr. 41. Gebraucht vom November 1796 bis Mai 1804. Mutmasslicher Stempel-
meister Ferdinand Christian Krebs (f 13. Mai 1804).
N vgl. Taf. II Nr. 42. Gebraucht vom Mai 1804 bis 1813. Mutmasslicher Stempelmeister Johann
Bernhard Hoensch (f 1813).
O vgl. Taf. II Nr. 43. Gebraucht von 1813 bis April 1816. Mutmasslicher Stempeimeister
Christian Gottlieb Schneider (f 24. April 1816).
P vgl. Taf. II Nr. 44. Gebraucht vom April 1816 bis etwa 1822. Stempelmeister fraglich.
Q vgl. Taf. II Nr. 45. Gebraucht von etwa 1822 bis 1834. Mutmasslicher Stempelmeister Carl
Gottlieb Freytag (f 1834).
R vgl. Taf. II Nr. 46. Gebraucht von 1834 bis 1839. Mutmasslicher Stempelmeister Gottlieb
Traugott Wiedemeyer (f 1839).
S vgl. Taf. II Nr. 47. Gebraucht von 1839 bis August 1849. Stempelmeister Leberecht Fournier
(f 6. August 1849).
T vgl. Taf. II Nr. 48. Gebraucht vom August 1849 bis Mitte Januar 1861. Stempelmeister Friedrich
August Zimmermann (laut Innungsprotokollbuch III).
U vgl. Taf. II Nr. 49. Gebraucht von Mitte Januar 1861 bis 1876. Stempelmeister Johann August
Albert Rudolph (laut Innungsprotokollbuch III, 15. Januar 1861).
V gebraucht von 1876 bis Januar 1886. Stempelmeister Heinrich Eduard Adolf Dobers (laut
Innungsprotokollbuch III).
22
W erhielt der Stempelmeister Robert Markfeldt, doch scheint er sich infolge des obenerwähnten
Gesetzes von 1884 des Stempelmeisterzeichens nicht mehr bedient zu haben.
a b
c
Fig. 9. Kriegssteuerstempel von 1809 — 1812
Kriegssteuerstempel
Nach dem unglücklich verlaufenen Feldzuge gegen Napoleon wurde zur Aufbringung der
an Frankreich zu zahlenden Kriegsschuld von der preussischen Regierung am 12. Februar 1809
eine Verordnung wegen Ankaufs und Besteuerung von Gold- und Silbergeräten erlassen. Alles
vorhandene Gerät aus Edelmetall, welches die Besitzer nicht der Münze verkaufen wollten, wurde
einer Abgabe von einem Drittel des Wertes unterworfen. Nur „Gegenstände der Kunst" sollten
steuerfrei sein. Die Münzämter hatten das Gerät zu wiegen, berechneten den Abgabenbetrag und
versahen das Versteuerte mit einem FW. Alles erst nach dem Erlasse vom 12. Februar verarbeitete
und verkaufte Edelmetall wurde mit einem Viertel des Wertes besteuert und musste mit einem
Adler gezeichnet werden. Diese Verordnung blieb bis zum 9. Juli 1812 in Gültigkeit. Ein nach-
träglicher Erlass vom 10. September 1809 bestimmte, dass auch das steuerfreie Kirchensilber mit
einem Adlerstempel zu versehen sei. Die vorstehenden Angaben sind entnommen aus: M. Rosen-
berg, Der Goldschmiede Merkzeichen (Frankfurt a. M. 1890), Seite 328 f. Die einschlägigen
Akten bewahrt das Kgl. Geheime Staatsarchiv in Berlin.
Auf Breslauer Goldschmiedearbeiten, die sich 1809 in Schlesien befanden oder daselbst
zwischen 1809—1812 zum Verkauf gelangten, finden sich mit zahlreichen Grössen- und geringen
Stilvariationen fast ausschliesslich die unter Fig. 9a — c wiedergegebenen Stempelformen. Einen
Unterschied im Adlertypus für steuerfreies Kirchensilber und für die erst nach dem 12. Februar 1809
gefertigten Silberarbeiten scheint es in Breslau nicht gegeben zu haben. Wenigstens hat sich der
von Rosenberg 1. c. Seite 328 unter Nr. 1415 und 1416 abgebildete Typus auf Breslauer Arbeiten
nicht nachweisen lassen.
Fig. 10. Kleines Siegel der Breslauer Goldschmiede-Innung
TAFEL II
Typus I
1539— c. 1660
Typus II
c. 15.">0- c. 1598
Typus III
c. 1598— c. 1618
Typus IV
c. 1018 - c. 164.5
t " ' - :
Typus VII
Seit c. 1725
in
16i7 — c. 1685
Typus II
c. 1685— c. 1709
c. 1709— c. 1710
Typus IV
C. 1709- c. 1712
12
Typus V
c. 1713— c. 1715
13
c. 1717
c. 1717— c. 1719
Typus VIII
c. 1720- c. 1724
Typus IX
c. 1725- c. 1737
Typus X
c. 1731— e. 1737
Typus XI
c. 1737- e. 1746
19
Typus XII
C. 1746— c. 1760
Typus XIII
c. 1761— c. 1778
Typus XIV
c. 1779- c. 1790
Typus XV
C. 1790— c. 1799
24
Typus XVII
c. 1805 — c. 181c
Typus XVIII
c. 1816— c. 1822
26
ypus
c. 1840
13 -listiges Silber
c. 1795
B Typus I
1712-1721
34
C. 1727- 1737
D
1737-1745
F
1746-1758
G Typus I
1758— c. 1760
0
0 Typus II
c. 1761—1776
1776— c. 1791
39
- ■•
40
C. 1 ,91— c. 1792
K L
c. 1792—1793 1793-1796
42
1804—1813
45
O P Q
1813-1816 1816-1822 1822-1834
1849-1861
Beschauzeichen und Stempelmeisterbuchstaben
(in 21'., facher Vergrösserung)
TAFEL
57
58
VM1
Augustin Heyne d.
1572—1601
Joachim Hiller
1573-1613
Caspar Kendel
1575—1599
62
1
Hans Haupt i
1578-1628
Hans Strich?
c. 1582—1616
Christoph Stimmel
1.581-1627
66
George Hoffman
1.586-160!)
67
IL
Hans Müllei
1588—1606
George Dittmar
1588-1608
Friedrich Schoen.i
1598—1627
Caspar Pfister
1598-1635
Angustin Heyne
1602—1631
Fabian Nitsch
1602-16;!ü
Hans Yolgnadt
c. 1605—1622
Christoph Scbromowski Daniel Hoffman
1609—1620 1614— v.1640
Friedrich Vicke
1615-1666
Matthes Alischer
1616—1652
Hans Boxhammer
1623-1655
79
George Nitsch
1623-1645
Hans Späth
163(3—1659
Hans Jachman
1638—1685
Hans Koerber
1640—1667
85
Meister H P
1653
86
Daniel Volgna<ll
1654—1686
Hans Feiner
1659—1696
88
W erner Ludeman
1661— c. 1685
Paul Hedelhofer d.
1661-1683
Elias Heuser
1661— 1667
Johann Ohle
1662- 1698
92
Johann Ohle
1662—1698
96
Jacob Hedelhofer Augustin Lobenschuss Christian Mentzel d. ä.
1664—1690 1665-1693 1668-1699
97
Daniel Graetzer
1668—1678
98
lans .Wittmai
1672-1687
Meisterzeichen
(in 2 1/„ facher Vergrösserung)
TAFEL IV
Gottfried Heintze
167.5— 1707
Cliristoph Abfelder
1674- v. 1709
David Kriebel
1674-1693
102
Daniel Wolff
HiTti— 1712
104
Hans Jachman d.
1681—1728
105
S
1682— 171t
im;
ION
Christoph Plackwitz
1682—1724
113
Gottfried Schmidt
1(589—1708
Thomas Kuntze
1683-1724
Christoph Müller
1689—1735
Gottfried Kürner
1686—1722
lo:i
Meister
1685
110
Christian Winckler Mattheus Jachman d.
1690-1706 1690—1726
HO
117
Gottfried Ihme
1691-1737
Tobias Plackwitz Gottfried Vogel d.
1688—1727 1688-1709
118
Johann Stuppe
1697—1700
112
Elias arische
1689-1714
119
>hann Peter Ziegler
1697—1724
120
.Matthias Sbara:
1698—1715
1698— c. 1710
122
123
it Christian MentzeLd. j. Christian Heintze
1700—1716
1701-1732
George Kahlert d.
1702-1730
Joh. George Girschner
1703^1724
128
> E
1 ■ ■ - Hi^^H
129
Johann Klinge Carl Wilhelm Hartman Johann George Schier Job. Christoph Meissner Caspar Francke
1.04-1/37 1706-1729 1707-1740 1710-1741
t. '
i>:
Johann Okrusch
1714-1721
Meisterzeichen
(in 2,/afacher Vergrösserung)
I
TAFEL V
148 149 150 151 152 153 154
George Kahlert d. j. Augustin Peisker Christ. Oottfr. Mentzel Christian Kretschmer Samuel Gottlieb Thun George Nawarra Joh. George Donath
1732-1772 1732—1758 1733-1757 1734-1758 1 737—1757 1737-1750 1739-1757
Arnold Müller .loh. Christ. Jancke d. ä. Christian Hoensch Christian Gottl. Muche Carl Heinrich Friebach Christ. I-ried. iMentzel Michael Alex
1744—1768 1746-1780 174G— 1792 1746-1772 1749—1784 1749-1787 1752—1782
162 163 164 165 166 167 168
Martin Kiesüng Johann Ernst Braungart Carl Gottfried Haas e Benjamin Gottl. Sander Joh. Gottl. Jaeckel Jos. Gottl. Lederhose Ferd. Christian Krebs
1753-4788 1754—1793 1756-1796 1764-1794 1765-1793 1765-1817 1769-1S04
Carl Gottlieb Gröger Joh. Bernhard Hoensch Christian Bogel Gottfr. Willi. Hoensch Gottl. Benj. V'ogtmann Carl Elias Pfarrmaiin Tobias Meyer
1774—1798 1775—1813 1779—1786 1780—1811 1784—1810 1790—1806 1790-1824
176
David Gottl. Raudner
1793—1845
177
David Gottl. Raudner ?
1793-1845
178
Christ. Gottl. Schneider
1794—1816
179
Fried. Sam.Weisskaeppel
1796-1819
ISO
Joh. Benj. Schelhase d.j
1801 — 1824
IM
Carl Gottl. Freytag
1801-1834
182
Gottl.Traug.Wiedemeyer
1803—1839
183
Nicolaus Wagner Carl Wilhelm Knc
1804—1850 1805—1830
186
187
lss
T35
\ " '' . ' " — •'■ .
Johann David Kl
1816-1848
Hl
< 5H
1AL
iried Daniel Posch Johann Adam Lt
1817—1840 1820—1840
189
eberecht Four
1821— 1S49
190
Herrmann Weissenborn
1829—1838
1838—1862
Fried. Aug. Zimmermann
1840-1878
194
Carl Julius Gottlieb Weiss
1841—1873
196
Joh. Gustav Elmgren
1841-1857
Lud. Wilhelm Bruno
1847—1885
Meisterzeichen
(in 21/., facher Vergrösserung)
23
Fig. 11. Teil eines Barettschmuckes, Breslatier Arbeit (?), erste Hälfte des 16. Jahrhunderts
V. CHRONOLOGISCHES VERZEICHNIS DER ZÜNFTIGEN
MEISTER
Die nachfolgende Tabelle enthält in zeitlicher Anordnung die Namen aller zünftigen Meister
der Breslauer Goldschmiede, Gold- und Silberarbeiter von der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts
bis zur Auflösung der Innung im Jahre 1893. Die ersten bekannten Namen sind uns zumeist
durch gelegentliche Eintragungen der ältesten hiesigen Schöppenbücher überliefert. Es konnten
daher für die Tätigkeitsdauer dieser Meister nur Annäherungswerte gegeben werden. Mit dem
Jahre 1364 nehmen dann die für die Festlegung der beginnenden Meisterzeit planmässig verwendbaren
Quellen ihren Anfang. Von 1364 bis 1811 gibt die erste Zahl in der Liste das Jahr der Meister-
rechtserlangung, also den Zeitpunkt an, von dem ab der Meister selbständig zu arbeiten begann
und — seit 1539 — einen eigenen Stempel führen musste. Bis 1712 sind bis auf wenige Ausnahmen
keine genauen Daten für die Mittelseinwerbung der einzelnen Meister erhalten. Da jedoch laut
der alten Zunftprivilegien ein jeder, der sich in Breslau als Meister setzen und ein offenes Ge-
wölbe halten wollte, kurz zuvor oder bald nachher der Stadt Bürgerrecht gewinnen und ein ehelich
Weib nehmen musste, ist von 1364 bis 1711 das bekannte oder mit Hilfe des vorhandenen
Urkundenmaterials annähernd bestimmbare Jahr des Bürgerwerdens oder der Eheschliessung als
Beginn der meisterlichen Tätigkeit angegeben. Erst nach Beseitigung des Zunftzwanges und nach Ein-
führung der neuen Einrichtungen von 1811 musste der Beitritt zur Innung nicht mehr mit dem der selb-
ständigen Niederlassung zusammenfallen. Aber für die Punzierung bleibt bis zur Einführung des
allgemeinen Reichsstempels die alte Regel bestehen, dass nur die Mittelsgenossen ihre Arbeiten mit
der Stadt Beschaumarke rechtlich konnten zeichnen lassen.
Die zweite Zahl gibt den Austritt aus der Innung durch Tod, Wegzug oder Aufgabe des
Handwerks an. Mit dem Scheiden aus dem Mittel hört in jedem Falle das innungsmässige
Stempeln der Arbeiten auf, auch wenn der Meister, wie es im 19. Jahrhundert vereinzelt geschehen
ist, sein Geschäft noch weiter fortsetzte.
Das vorliegende Verzeichnis kann bei der Geschlossenheit und Reichhaltigkeit des zu
seiner Herstellung benutzten Quellenmaterials den Anspruch erheben, abgesehen von der ersten Hälfte
des 14. Jahrhunderts, als fast lückenlos zu gelten. Und wenn sich gelegentlich einmal das Merk-
zeichen einer Breslauer Goldschmiedearbeit nicht mit einem der angeführten Meister sollte iden-
tifizieren lassen, wird man erst dann auf ein Fehlen des Namens in der Tabelle schliessen dürfen,
wenn die Annahme einer unzutreffenden Lokalisierung oder einer ungenauen Lesart des Stempels
ausgeschlossen ist.
Von den Meistern, deren Namen mit einem Sternchen versehen sind, ist auf den Licht-
drucktafeln III— V die Marke wiedergegeben.
24
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1365
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1365-
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1367
Hensil Landecke
1369
— p
Waltherus Fhirhart
1371
Thimo aurifaber
1371
Niclos Schorsoch
1371
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1371
Michil Hp Trphnip7
1372
— c.
1410
Laurentius deMontibus Kutteni
s
1373
Claus de Merzeburg . . .
1373
Georgius de Nymandis . .
1373
Cuncze Vlassche ....
1373
Georgius Lichtenaw . . .
1373
Guncvelintis Falkinhavn
1373—
Nirolaiis Nvsser d ä
Iii V- V-* 1 MUO 1 « V O O V— l VJ . cl . • ■
1376—
n. 1402
Thomas Landecke
1379 —
c.
1412
Conrad de Strosberg ....
1381 —
Heinrich de Lutinrad ....
1382—
Niclos Buckinschuch ....
13«4 —
c.
1412
Niclos Othmuchaw d. ä. .
1384—
Niclos Crommendorff
1384-
-c.
1416
Bartholomaeus de Glogovia
1385-
Petir de Czolcz
1385—
Lorenz Rakewicz
1385—
Hildebrandus de Brega .
1387-
Heinrich Bornbach ....
1389 —
c.
14K)
Nicolaus Nysser d. j. ...
1390—
Andres Poloner
1390—
Heinrich Schorgast ....
1391 —
c.
1430
Hannos Podian
1391-
Niclos Othmuchaw d. j. . .
1393-
Hannos Swob
1393-
Cunrad Falkinhayn . . . .
1394-
Johannes Dornten (Dorink)
1396 -
Jacobus Luczk
1397-
Andreas Firdung
1398
Hannos Briger
1398-
Albertus Molner
1400-
Helyas de Brunswig ....
1401-
c.
1420
lacobus de Montibus Kuttenis
J
1402-
Pesschel
1403-
Hannos Scherff
1405-
Eysfogil
1405-
Niclaus Oswald
1406-
c.
1439
Jacobus Wingasser . . . .
1406-
Niclos Liphart
1408 —
Stephanus Eriber
1408-
Johannes Gesesse
1409—
Nicolaus Czipser
1410-
-c.
1450
Petrus Vicker
1412—
Laurentius Tompke . . . .
1412-
Mathias Kauder
1414-
-c.
144 s
Johannes Beyer
1414-
Andreas Crommendorff . . .
1415-
Jacobus Sachse
1417-
Sigmund Kesseler
1417
25
1419—
Johannes Crommendorff
. 1421—
Heinrich Sachse d. ä. . .
1421 —
Bartholomaeus Nysser . .
. 1422—
Daniel Nicolaus ....
1422—
Frenczel Heyncze ....
1423—
Nicolaus Bornbach . . .
. 1423—
1424—
Henricus de Misna . . .
. 1424—
Johannes Neumeister . . .
. 1424 —
Hanuschko Friberg . . .
. 1424—
Conradus Heffter ....
1425—
Bernhardus Slaher ....
1426—
Heinrich Haker (Hogkorn) .
. 1426—
Henningus Wehpusch . .
. 1427 —
Stephanus Stoppe ....
, 1429—
Lorencz Polak d. ä. . . .
1429-
c. 1448
Nicolaus Polak
1430-
1446
1430—
Johannes Schorgast . . .
c. 1430-
Wenczel Gultsmed . . .
r 1432
Hannos Stetin
1433—
1434—
Mathias de Canth ....
1435—
Jacobus de Cothbus . . .
. 1436—
Vincencius Crommendorff .
. 1436—
Steffan Stocke
1437-
Hannos Vicker
1438—
c. 1460
Gregor Snorrepfeil ....
1438-
Georgius Schewenpflug . .
. 1439—
Martinus Kalbisowge . . .
. 1440—
Wincencius Rudolff . . .
. 1440—
Georg Heyne
1441—
1451
Vincencius Eynsidel d. ä. .
. 1443-
v. 1470
1443—
c. 1478
Pauel Crommendorff . . .
. 1443-
v. 1470
1444-
c. 1475
Jacobus Bockendorff . . .
. 1445-
v. 1470
1446-
c. 1472
Vitus Landiskroner . . .
. 1448-
v. 1470
Niclas Rotchen, alias Sachse
. 1449-
v. 1470
Augustinus Kunczilman . .
. 1450-
v. 1470
Merten Abeczueher . . .
. 1450-
v. 1470
Stephanus Sachse . . .
. 1450-
-n. 1470
Heinrich Falkenstein . .
. . 1452-
-v. 1470
Niclas Waldenburg . .
. . 1452-
v. 1470
Niclas Kynast ....
. 1453-
-c. 1485
Thomas Briger ....
. 1453-
v. 1470
Heinrich Sachse d. j. . .
. . 1454-
-n. 1470
Johannes Briger . . .
. . 1455-
-v. 1490
Hans Bischdorff . . .
. . 1456-
-c. 1496
Mertin Rorman ....
. . 1459-
-c. 1492
Niclas Daniel ....
. . 1459-
-v. 1490
Lorencz Cretsmer . . .
. . 1460
-v. 1470
Caspar Cuttener . . .
. . 1460
-v. 1470
Hanns Firecke ....
. . 1460-
-v. 1490
Lorencz Polak d. j. . .
. . 1460
-v. 1490
Jacobus Konczel . . .
. . 1462-
-c. 1512
Vincencius Eynsidel d. j.
. . 1463
-v. 1490
Lucas Sweideler . . .
. . 1464-
-c. 1496
Gregor Ritter ....
. . 1464-
-v. 1470
Mathis Stanke ....
. . 1466-
-n. 1490
Heinrich Willisch . . .
. . 1467
-v. 1490
Niclas Werner ....
. . 1468
— v. 1517
Bartusch Wymmer . .
. 1469
Sebalt Pfnorre ....
. . 1472
-n. 1490
Caspar Wehpusch . . .
. c. 1473-
-c. 1500
Steffan Siezefrey . . .
. . 1474
-v. 1490
Gregor Strada ....
. . 1475
-v. 1490
Hans Pfnorre ....
. . 1476-
-n. 1490
Hans Reusse (Rewsse) .
. . 1477
-v. 1490
Lamprecht Smedt . . .
. . 1478-
-c. 1520
Anthonius Hofeman . .
. . 1481
-v. 1490
Niclas Monczer d. ä. . .
. c. 1485
-c. 1494
Michel Tockel ....
. . 1490
-c. 1530
Caspar Hanelein . . .
. . 1490
Peter Francke ....
. . 1492
-c. 1507
Valten Meissner . . .
. c. 1495
Lucas Flässel ....
. c. 1495
Georg Gultsmyd . . .
. . 1495
—
Hans Voyt d. ä. ...
. . 1498
— c. 1535
Merten Hennig ....
. . 1500
-c. 1506
Hans Westermehr . . .
. . 1500
- 1543
Christoff Pfnorre . . .
. . 1501
— v. 1525
Steffan Cringel ....
. . 1501
— v. 1525
Oswald Rothe* ....
. . 1503
- 1522
26
Wenczel Goltschmidt d. ä. .
. 1504-
-v.
1525
Paul Bock
1506-
-c.
1548
Hans Krafftczober ....
. 1508-
-v.
1533
Andres Heidecker ....
. 1509-
-n.
1525
Hans Seybot
. 1511-
-v.
1 525
Niclas Monczer d. j. . . .
. 1511-
-c.
1 541 1
Wolffgang Westermehr d. ä.
. 1511-
-c.
1548
Stenczel Goltschmidt . . .
. 1513-
-c.
1540
Hans Lotterman Sachs . .
. 1513-
-v.
1544
Merten Vitze d. ä
. 1514-
-v.
1544
Anthonius Nonhardt . . .
. 1518-
-v.
1525
George Venediger ....
. 1522-
V.
1544
George Merten
. 1523-
-v.
1533
Erasmus Schleupner . . .
. 1524-
-v.
1534
Hans Goppel
. 1526-
-n.
1544
Lorencz Schaller ....
. 1528-
-v.
1544
Valten Lamm
. 1530-
-n.
1544
Wenczel Goltschmidt d. j. .
. 1530-
-v.
1544
Hans Beheme
. 1531-
- V.
1544
Hans Francke
. 1531-
-v.
1570
Frantz Bartel*
. 1531-
-v.
1579
Thomas Reinhardts . . .
. 1532-
-v.
1544
Ulrich Schaller
. 1533-
-v.
1544
Hans Mesenhammer d. ä. .
. 1533-
-c.
1570
Lorencz Westermehr . . .
. 1533-
1554
Sebalt Strauss
. 1534-
- V.
1544
Peter vom Baumgart . . .
. 1534-
1563
Merten Vitze d. m. ...
. .
1535
Joachim Goltschmidt . . .
. 1537-
-v.
1579
Bartel Schoenau ....
. 1539-
-v.
1544
Victor Gotschalck ....
1539-
-v.
1544
Augustin Heyne d. ä. . .
1542-
-c.
1573
Frantz Bottner
1542-
-c.
1563
Christoph Bock ....
. 1544-
-v.
1579
Hans Bartolme
1544-
-c.
1565
Peter Schoneman ....
. 1544-
-c.
1569
Valten Goltschmidt . . .
. 1545-
-v.
15711
Sebastian Garn
. 1546-
1584
Christannus Schlitten . . .
. 1547-
-c.
1570
Caspar Stoer
. 1549-
1584
George Wilhelm ....
. 1550-
-c.
1570
Hans Libner
. 1551-
1585
Christoff Wassergraf . . .
. 1552-
1554
1552-
-v. 1579
1553-
-v.
1579
Jeronimus Orth* ....
1554-
1584
Paul Ludwigk
1554-
1566
Wolffgang Vitze ....
1555-
1596
. 1556-
1574
Eucharius Riher* ....
1557-
1585
Helias Goppel
1558-
— V.
1579
George Lomnitzer ....
1560-
-c.
1566
Steffan Heugel
1561-
— c.
15'. 14
1562-
— V.
1579
1562-
— V.
1579
Hans Mesenhammer d. j.
. 1562-
1563
Wolffgang Westermehr d. j.
. 1563-
-n. 1600
Anthonius Loher ....
1564
— V.
1579
— c.
1571
1583
Jeremias Beck
, 1565
1590
Jacob Fleischman ....
. 1565
1572
Sebastian Goldthoff d. ä.
. 1566
1599
Hans Schoenau
1567
1608
Hans Weissmehler. . . .
1568
lob4
Merten Goltschmidt . . .
. 1568-
— c.
David Winckler (Schmidel) .
. 1569
158o
Andres Hoffman ....
r 1570-
— c.
1601
Andreas Kolbe
1571-
— c.
1577
Augustin Heyne d. m.* . .
. 1572
1601
1572
1614
Joachim Hiller*
1573
1613
Paul Nitsch*
1573
160!)
Lazarus Bogusch ....
1574-
— c.
1584
Christoff Hoffman ....
1574
— V.
1589
1574
1615
Hans Hocke*
. 1575
1611
Caspar Bendel*
1575
1599
Lorentz Steckel
1576-
— V.
1589
Hans Haupt*
1578
1628
Lazarus Mesenhammer . .
. 1579
1614
. 1579
1611
Sebastian Fesch d. ä. . . .
1580
1602
1586
Veit Koch*
1580
1619
Hans Strich*
c. 1582
1616
27
Joachim Baritsch . . .
. . 1584—
1591
Abraham Arnolt . . .
. . 1584—
1589
Christoph Stimmel* . .
. . 1584—
1627
George Hoffman* . . .
. . 1586—
1609
Hieronimus von Breen .
. . 1587 —
1598
Hans Müller* ....
. . 1588
1606
George Dittmar* . . .
. . 1588—
1608
Daniel Mohner ....
. . 1591—
1616
Hans Heyne
. . 1591 —
1615
Rudolph Fesch ....
. . 1592 —
1632
George Beck
. . 1592—
1614
1597
Valten Hertwig ....
. . 1596 —
1611
Michael Schneider . . .
. . 1596—
1598
Friedrich Schoenau* . .
. . 1598—
1627
Caspar Pfister* ....
. . 1598—
1635
. . 1598-
1633
Eamuel (Samuel) Boy. .
. . 1601— v.
1617
Mattheus Jachman d. ä. .
. . 1602—
1626
Augustin Heyne d. j.*
1602—
1631
Fabian Nitsch* ....
1602—
1630
Andreas Stimmel . . .
. 1603—
1622
1622
Sebastian Fesch d. j. . .
. . 1607 —
1645
Sebastian Goldthoff d. j.
. . 1607 —
1633
Andreas Assig ....
. 1608—
1651
Tobias Vogt
. 1608
1654
Christoph Schromowski*
. 1609-
1620
Daniel Petzold d. ä. . .
. 1610—
1633
Heinrich Albers ....
1613—
1623
Daniel Hoffman* . . . .
1614— v.
1640
Hans Haner (?) . . . .
. 1614— v.
1617
Zacharias Petzold . . .
. 1615-
1628
Daniel Boy
. 1615—
1618
Hans Neuman ....
. 1615-
1633
Friedrich Vicke* . . . .
1615—
1666
Caspar Müller
1615—
1617
Matthes Alischer* . . . .
1616—
1652
Hans Schleich
c 1616— c.
1618
1617 —
1657
Caspar Stimmel
c 1619—
1633
Caspar Drogen
1620—
1651
Wentzel Fischer . . . .
1621 —
1628
Jonas Petzold
1623—
1633
Hans Boxhammer* ....
. 1623-
1 1 ;.">:>
George Nitsch*
. 1623—
1645
Andreas Nitsch
, 1626—
1633
Paul Hedelhofer d. ä. . .
. 1626—
1633
Hans Späth*
1636-
1659
. 1638—
1685
Hans Koerber*
1640—
1667
Hans Hartig*
1640—
1654
George Volgnadt ....
1642—
1675
Gottfried Vogel d. m. . .
1645—
1680
Hans Boy*
1648 —
1671
Balthasar Wittig ....
. 1648—
1666
Meister H. P.*
1653
Daniel Volgnadt* ....
. 1654—
1686
Hans Felber*
. 1659—
1696
Christoph Dietrich . . .
. 1659—
1667
Werner Ludeman* ....
1661— c.
1685
Paul Hedelhofer d. j.* . .
1661 —
1683
Elias Heuser*
. 1661 —
1667
Johann Ohle*
1662—
1698
David Vicke*
1662-
1696
Sebald Gedick
. 1663— c.
1685
Jeremias Siebenbürger . .
. 1664—
1669
Jacob Hedelhofer* ....
. 1664—
1690
Augustin Lobenschuss* . .
. 1665—
1693
Daniel Vogt
. 1665—
1674
Hans Schier
1667—
1683
, 1668—
1699
Daniel Graetzer* ....
. 1668-
1678
Tobias Fest
1669 —
1677
Andreas Scholtz ....
1670—
1705
George Ludwig Hedelhofer
. 1670—
1679
Christoph Schmidt . . .
. 1671—
L719
Hans Mittman*
. 1672—
1687
Gottfried Heintze* ....
1673—
1707
Christoph Abfelder* . . .
. 1674— v.
1709
David Knebel*
1674—
1693
Arnold Niesing
1675-
1693
Johann Jacob Ziessler . .
c. 1675— v.
1703
Daniel Wolff*
1676—
L712
Wentzel Gerlach ....
1676-
1712
Thomas George Wartig . .
. 1676—
1708
4*
28
Paul Abbe 1679— v. 1709
Hans Jachman d. j. * . . . . 1681— 1728
Zacharias Feist 1682- 1712
Gottfried Heyner* 1682— 1716
Christoph Plackwitz* .... 1682- 1724
Johann Petzold 1682- 1717
Thomas Kuntze* 1683- 1724
George Rubin 1683 — 1714
Gottfried Körner* 1685- 1722
Tobias Plackwitz* 1688— 1727
Gottfried Vogel d. j.* . . . 1688- 1709
Elias Grische* 1689- 1714
Gottfried Schmidt* 1680- 1708
Christoph Müller* 1689— 1735
Christian Winckler* .... 1690- 1706
Mattheus Jachman d. j* . . . 1690- 1726
Gottfried Ihme* 1691— 1737
Johann Stuppe (Stäbler)* . . 1697- 1700
Johann Peter Ziegler* . . . 1697— 1724
Johann Carl Felber .... 1697— e. 1710
George Scholtz 1698— 1729
Matthias Sbarasky* .... 1698— 1715
Andreas von Nordt* .... 1698— c. 1710
Christian Mentzel d. j.* . . . 1700— 1715
Paul Heyn 1700— 1711
Gottfried Gideon Eberlein d. ä. 1701- 1732
Christian Heintze* 1701— 1732
Tobias Schier* 1702— 1733
George Kahlert d. ä.* . . . . 1702— 1736
Johann George Girschner* . . 1703— 1724
Johann Klinge* 1704- 1737
George Blaschke 1705— 1728
Johann Christoph Keller . . 1705— v. 1709
Carl Wilhelm Hartman* . . . 1706— 1729
Johann George Schier* . . . 1707— 1740
Christian Schlencker .... 1708— 1 74")
Johann Christoph Meissner* . 1710— 1741
Caspar Francke* 1711— 1735
Joachim Wissmar 1711- 1742
Samuel Hammer 1711— 1732
Johann Christian Richter . . 1712— 1718
Johann Daniel Heyner . . . 1712 — 1717
Christian Lammer* 1713— 1751
1713—
1752
Johann Okrusch*
1714 —
1721
Michael Wissmar*
1715—
1746
Stephan Christian Luttroth*
1716-
1758
Johann Andreas Haenel . . .
1716-
1723
Christian Fechner
1716-
1728
Heinrich August Joel ....
1716-
1746
Andreas Giessman ....
1717-
1732
Christian Pitschman ....
1718 —
1744
Johann David Kriebel. . . .
1718-
1757
Thomas Beyl*
1719-
175S
1719-
1751
Gottlieb Kuntze*
1719-
1773
Daniel Feist
1720-
1757
Benedict Jacob Beckensteiner .
1721-
1758
Johann Christoph Müller* . .
1721-
1758
George Friedrich Thamm* . .
1721 —
1757
Martin Büttner
1721-
1750
Christian Samuel Grische* . .
1722-
1741
Johann Christoph Vogel* . .
1722—
c.
1742
Christian Maximilian Schmidt*
1723-
1751
Johann Christoph Tunckel . .
1723-
•c.
1742
Christian Hellwig
1724—
1745
Heinrich Benjamin Scholtz . .
1724-
1736
Johann Christian Jachman . .
1725-
1726
Johann Gottlieb Reinhart . .
1725-
1749
Ferdinand Grische* ....
1725-
1769
Christian Beyl*
1725-
1778
Gottfried Wilhelm Ihme . . .
1727 —
c.
1747
Johann Samuel Andreas* . .
1728-
1768
Gottlieb Benjamin Süssenbecker
1728—
c.
1732
Ernestus Müller
1 728-
1734
Ivor Sandt
1729-
c.
1742
Claudius Petrus Timmerman .
1730-
1759
Christian Dietrich
1730
1765
Samuel Haenel
1730-
1750
George Christoph Jachman
1730-
c.
1741
Gottlob Friedrich Christiany .
1731-
c.
1741
Johann Gottlieb Schmidt* . .
1731-
1769
1731-
1763
Benjamin Hentschel* ....
1732-
1774
Elias Gall
1732-
1759
Johann Caspar Keyl ....
1732-
c.
1741
29
George Kahlert d. j.* 1732—1772
George Emanuel Scholtz . . . L732— 1771
Christian Harr 1732—1748
Augustin Peisker* 1732—1758
Johann Jacob Tott 1733—1740
Christian Gottfried Mentzel* . . 1733 — 1 T.">7
Johann Gottfried Eberlein . . . 1734— 17.r>s
Samuel Gottlieb Heyne .... 1734—1737
Gottlieb Heroldt 1734—1746
Johann Michael Kittner .... 1731—1740
Gottfried Krause 1734—1738
Christian Kretschmer* .... 1734—1758
Johann Martin Schönfeld . . . 1735—1769
Adolphus Henricus Schaffman . 1735—1746
Daniel Kostler (Cossler) 1736
Johann Gottfried Klock . . . 1736—1761
Johann Franciscus Eigel . . . 1736 — 1747
Samuel Gottlieb Thun* .... 1737—1757
George Nawarra* 1737—1750
George David Kramer .... 1737 — 1741
Johann Heinrich Baudeman . . 1738—1758
Friedrich Gottlob Krebs . . . 1739—1771
Johann George Donath* . . . 1739—1757
Johann George Gimmig . . . 1739—1792
Johann Heinrich (Andreas) Schaffman 1739 — 1773
Daniel Ephraim Scholl .... 1740—1753
Samuel Gottlieb Hammer . . . 1740 — 1744
Johann Daniel Albert .... 1740—1781
Samuel Ehrlich 1743—1745
Gottfried Wilhelm Jachman . . 1743—1786
Jacob Andreas Rottwitt . . . 1743—1775
Benjamin Kochmann 1744—1772
Arnold Müller* 1744—1768
Johann Christian Schlencker . . 1744—1789
Friedrich Wilhelm Renner . . . 1745—1758
Andreas Wilhelm Scholtz . . . 1746—1784
Johann Samuel Wilcke .... 1746—1798
Johann Daniel Petzold .... 1746—1769
Gottfried Scholtz 1746—1747
Johann Christoph Jancke d. ä.* . 1746—1780
Johann Caspar Niebling . . . 1746—1765
Gottfried Gideon Eberlein d. j. . 1746 — 177»)
Christian Hoensch* 1746—1792
Johann Gottlieb Glimmich . .
1746-
-1765
Christian Gottlieb Muche* . .
1746-
-1772
Johann Christian Ebert ....
1747-
-1764
Johann Gottlieb Okrusch . . .
1748-
-1777
Carl Heinrich Friebach* . . .
1749-
-1784
Gottlob Benjamin Werner . .
1749-
-1792
Christian Gottlieb Streubel d. ä. .
1749-
-177.-)
Christian Friedrich Mentzel* . .
1749-
-1787
Melchior Ferdinand Obermann .
1750-
-1784
Johann Samuel Grische . . .
1750-
-1778
Christian Gottlieb Launer . .
1750-
-177H
Carl Wilhelm Schlencker . . .
1751-
-1791
Johann George Böttiger . . .
1751-
-1759
Johann Carl Wiedemeyer . . .
1752-
-1769
(Christian) Gottlieb Foerster . .
1752-
-1772
Johann Gottlieb Heissig . . .
1752-
-1768
Michael Alex*
1752-
-1782
Johann Gottfried Ritter ....
1752-
-1788
Martin Kiesling*
1753-
-1788
Carl Maximilian Powalsky . .
1753-
-1790
Johann Ernst Braungart* . . .
1754-
-1793
Johann Friedrich Richter . . .
1754-
-1758
Johann Ernst Roemer ....
1754-
-1764
Johann Gottlieb Beyer ....
1755-
-1763
Carl Gottfried Haase* ....
1756-
-1796
Johann Dietrich Samuel Scholtz
1756-
-1776
Christoph Carl Sigismund Beer .
1757-
-1758
Carl Ferdinand Weigelt . . .
1757-
-1763
Ferdinand Christian Beyl . . .
1758-
-1798
Heinrich Gottfried Kopisch . .
1758-
-1800
Carl Sigmund Klein
1759-
-1774
George Friedrich Eittner . . .
1759-
-1788
Johann Albrecht Wedel . . .
1760-
-1791
Johann Gottlob Böttiger . . .
1761-
-1795
Christoph Ehrenfried Scholtz
1761-
-1784
Johann Christian Petzold . . .
1762-
-1794
George Friedrich Eilfrath . . .
1763-
-1802
Johann Gottlieb Wiedemeyer
1763-
- 1 789
Gottfried Benjamin Weigelt . .
1763-
-1802
Christoph Gottlieb Kischky . .
1763-
-1764
Benjamin Gottlieb Sander* . .
1764-
-1794
Samuel Andreas Beyl ....
1764
1798
Johann George Rebenstock .
1764-
-1774
30
Johann Oottlieb Lucas ....
1765-
1814
Johann Gottlob Jaeckel* . . .
1765-
•1793
Joseph Gottlieb Lederhose* . .
1765-
1817
Johann Frantz Albert ....
1765-
-1778
Adam Gottfried Petzold . . .
1766-
-1779
Johann Gottlieb Candisch . .
1766-
-1784
Carl Gottlieb Mentzel ....
1767-
177.")
Ferdinand Christian Krebs* . .
1769-
-1804
Samuel Christoph Thun . . .
1770-
-1807
Thomas Gideon Eberlein . . .
1771-
-1801
George Samuel Lucas ....
1772-
-177!)
Christian Gottlieb Böger . . .
1772-
-1796
Johann Augustin Christian Seeberg
1773-
-1802
Carl Heinrich Iiiig
1774-
-1785
Carl Gottlieb Gröger* ....
1774-
-1798
Christian Wilhelm Muche . . .
1774-
-1808
Gottlob Strauchmann ....
1774-
-1806
Andreas Büssert Albert . . .
1774-
-1789
Carl Gottlob Friedrich ....
1775-
-1803
Johann Bernhard Hoensch* . .
1775—
1813
Gottlieb Benjamin Neidner . .
1775-
-1783
Johann Benjamin Schelhase d. ä. .
1775-
1794
Johann Gottlob Muche ....
1775-
-1782
Johann Friedrich Carl Seeberg .
1775-
-179.")
Daniel August Titze
1776-
-1832
Christian Ferdinand Kretschmer .
1777-
-1804
Daniel Gottlob Weber ....
1778—
1816
Heinrich August Schmidt . . .
1778-
-1785
Friedrich Wilhelm Bingert . . .
1779-
1792
Christian Bogel*
1779-
1786
Ernst Wilhelm Werneck . . .
1779-
-1818
Christian Gottlieb Streubel d. j. .
1779-
1820
Christian Friedrich Maletius . .
1780-
178(.»
Johann Christian Wende . . .
1780-
-1806
Johann Wilhelm Schlencker . .
1780-
-1808
Gottfried Wilhelm Hoensch* . .
1780-
-1811
Johann Christoph Jancke d. j. .
1781-
1819
Johann Gottlob Tholuck . . .
1782-
1820
Johann Jacob Ebert
1782-
-1805
Johann Gottfried Hildebrand . .
1782-
1797
Christian Gottlieb Mittmann . .
1783-
1821
Johann Gottlob Scholtz ....
1784-
1815
Gottlieb Benjamin Vogtmann* .
17S4-
1810
Benjamin Ephraim Zölffel . . .
1784-
-1819
Johann David Jordan ....
1785-
-1799
Johann Jacob Leinss ....
1786-
-1830
(Johann) Carl August Beuthner .
1786-
-1812
Friedrich Carl Siegmund Jaeckel .
1786-
-1832
Carl Friedrich Litzmann . . .
1786-
-1798
David Friedrich Ordelin . . .
1786-
-1789
Christoph Siegfried Elias Leiser .
1787-
-1795
Friedrich Benjamin Peter . . .
1787-
1827
Christian Anton Wilcke . . .
1788-
-1818
Carl Joseph Graetz
1788-
-1809
Christian Heinrich Daniel Jaeckel .
1789-
-1829
Johann Christian Jung ....
1789-
-1829
Anton Joseph Starcks ....
1789-
-1801
Carl Elias Pfarrmann* ....
1790-
-1806
Johann Gottfried Kiesling . . .
1790-
-1834
Tobias Meyer*
1790-
- 1 824
Carl Friedrich Namikowsky . .
1790-
-1840
Daniel Gottlieb Wolff ....
1791-
-1798
Johann Carl Siegmund Grauer .
1 791-
-1821
Augustin Eligius Wilcke . . .
1791-
-1808
Ferdinand Traugott Heyn . . .
1792-
-1796
Friedrich Wilhelm Ebert . . .
1 792-
-1823
Johann Gottlieb Casperge . . .
1792-
- 1 824
Johann Gottlob Eichler . . .
1792-
-1797
1792-
-1813
Jacob Meyer
1793-
-1801
David Gottlieb Raudner* . . .
1793-
-1845
Christian Gottlieb Schneider*
1794-
-1816
Samuel Gotthard Scholtz . . .
1794-
- 1 822
Heinrich August Breibisch . .
17(J4-
-17'.»;»
Samuel Jacob Somme ....
1794-
- 1 823
Johann Carl Benjamin Peuckert .
1794-
-1840
Christian Gottlieb Kayser . . .
1795-
-1822
Friedrich Samuel Weisskaeppel* .
1796-
-1819
Johann Michael Stoll ....
1796-
-1807
rerdinand Gottlieb Giessmann .
1 796-
- 1 833
Johann Carl Gottlieb Bernt . .
1797-
-1816
Johann Gottfried Grebner . . .
1797-
- 1 8( H »
JohannChristianWilhelmSchwabe
1797-
-1830
Johann Valentin Jeuthe ....
1797-
-1S27
Carl Daniel Ephard
1797-
-1800
Samuel Ferdinand Thun . . .
1798-
-1827
31
Carl Philipp Clauss
1798-
1812
Carl Friedrich Wully ....
1798—
1849
Johann FriedrichGottlob Heintke .
1798—
1846
Carl Benjamin Meyer (Maier)
1799-
1832
Johann Carl Gottlob Böttiger
1799-
1851
Carl Ferdinand Seeberg . . .
1800-
1807
Samuel Friedrich Burghardt . .
1800-
■1808
Christian Friedrich Rahmstein .
1800-
■1840
Andreas Gottfried Petsch . . .
1800-
-1860
Johann Friedrich Wilhelm Fuss .
1801-
-1818
Johann Benjamin Klug ....
1801-
-1842
Johann Benjamin Schelhase d.j.* .
1801-
-1824
Gottlieb Daniel Krebs ....
1801-
-1817
Carl Gottlieb Freytag* ....
1801-
-1834
Friedrich Wilhelm Rüffer . . .
1801-
-1824
Carl Friedrich Rose
1802-
-1805
Adolph Lundberg
1802-
-1806
Johann Carl Wagner ....
1802-
-1819
Johann Christian Preuss . . .
1803-
-1830
Carl Friedrich März
1803-
-1804
Gottlieb Traugott Wiedemeyer .
1803-
-1839
Carl Christian Schoen ....
1803-
-1806
Johann Christoph Kroenert . .
1804-
-1816
Johann Gottlieb Herrmann . .
1804-
-1849
Nicolaus Wagner*
1804-
-1850
Carl Wilhelm Wolff
1804-
-1806
Johann Friedrich August Barthol .
1805
Carl Wilhelm Becker ....
1805-
-1806
Johann Sigismund Heintze . .
1805-
-1832
Carl Wilhelm Knebel* ....
1805-
1830
JohannChristianGottliebMittmann
1805-
-1837
Johann Friedrich Gottlob Helm .
1805-
1849
Carl Friedrich Julius Hancke . .
1805-
-1809
Johann Carl Gottlob Bossert
1805-
1817
Johann Christian Zitzmann . .
1805-
-1818
Johann Wilhelm Thiem . . .
1806-
-1807
Johann Christian Ludwig Barth .
1806-
-1826
Johann Gottlieb Thun ....
1806-
-1843
Carl Gottlieb Weinbrich . . .
1806-
-1812
Gottlieb David Günther . . .
1807-
-1863
Christoph Wilhelm Stiller . . .
1808-
-1840
JohannChristianWilhelmStuppe .
1808-
-1827
Paul Leonhard Schmidt . . .
1810-
1837
August Anton Joseph Gross
1810-
1827
Friedrich Christoph Ferdinand
Werdermann
1810-
1820
Johann PeterTheophilusLeuttner .
1811-
1868
Ernst Benjamin Ulimann . . .
1811—
1845
Gottlieb Lebrecht Stadelmann
1811 —
1827
Christian August Matthei . . .
1811 —
1833
Carl Gottlieb Tobias Stephan
1812-
1828
Johann Carl Gottlob Walther
1812—
-1825
Carl Benjamin Krause ....
1814-
■1835
Friedrich (Iwan Fedor) Anderssohn
1814-
1830
Wilhelm Christoph Hager . . .
1814-
■1859
Johann Gottlieb Christian Deller .
1814-
■1836
Friedrich Hotton (Ottong) . . .
1814-
1832
Johann Friedrich Streubel . . .
1815-
■1823
Johann Stainsky
1815—
1845
Johann Gottfried Tholuck . . .
1815-
-1823
Gottlieb Hoffmann*
1816-
-1837
Carl Ernst Bernhard Koenig . .
1816-
-1832
Johann David Klose* ....
1816-
-1848
Johann Jacob Hacker ....
1816-
1840
Gottfried Daniel Posch* . . .
1817-
-1840
Joh. Friedrich Ferdinand Schmotter
1817-
1850
Friedrich Christian Fischer . .
1817-
-1826
Carl Gottlieb Hilscher ....
1817-
-1849
JohannChristian Wilhelm Friedrich
1818-
-1819
Johann Adam Lemor* ....
1820-
-1840
Johann ChristianWilhelm Berger .
1820-
-1839
Johann Franz Lorenz Richter
1820-
-1830
Leberecht Fournier*
1821-
1849
Christ. Heinr. Lud. Wilh. Somme
1821-
-1849
Heinrich Andreas David Bach .
1823-
-1834
Carl Gottfried Mehnert ....
1824-
-1864
Gottfried Wilhelm Stephan . .
1824-
-1827
Friedrich Wilhelm Dudeck . .
1825-
-1840
Herrmann Weissenborn* . . .
1829-
-1838
Friedrich Wilhelm Schulz . . .
1832-
1849
Samuel Gottlieb Raudner . . .
1832-
-1860
Johann Christian Zwiener . . .
1833-
-1840
Johann ErnstBenjamin Schneider .
1834-
1843
Carl Gottlieb Schneider . . .
1834-
-1858
Heinrich Theodor Brück . . .
1835-
-1843
Carl Friedrich Korok ....
1835-
-1858
32
Johann Gottlob Joseph Wolff . 1835-1841
Philipp Jacob Endemann . . . 1839—1843
Wilhelm August Seidel . . . . 1839—1850
Ernst August Büttner .... 1839—1856
Carl Samuel Salomon Dondorff. 1839—1867
Gottlieb Willgohs* 1839-1862
Joh. Franz Const. Schoenknecht 1839-1856
Johann Gottlieb Alt 1839-1852
JacobGottlieb Ferdinand Büttner . 1839—1858
Johann Wilhelm Dumoulin . . 1839—1851
Johann Adam Hausmann . . . 1839—1867
Ferdinand Wilhelm Reichel . . 1839—1853
Johann August Albert Rudolph . 1839-1878
Friedrich Wilhelm Paschke . . 1839—1841
Carl Schuch 1839—1864
Carl Wilhelm Zander .... 1839-1845
Julius Alexander Seeliger . . . 1839—1857
Friedrich August Zimmermann* . 1840—1878
Dethlef Dethlefsen 1840-1853
Herrmann Carl Robert Haertel . 1840-1882
Carl Julius Gottlieb Weiss* . . 1841 — 1873
Johann Gustav Elmgren* . . . 1841—1857
August Benjamin Klug .... 1841 — 1842
Johann Christian Gottlieb Reiffelt . 1842—1843
Carl Wilhelm Ernst Foerster . 1842-1848
Carl Theodor Vörtmann . . . 1843—1849
Ludwig Wilhelm Bruno* . . . 1847—1885
Carl August Theodor Lemor . 1849—1893
Chr. Fried. Wiih. Robert Somme . 1849—1859
Carl Wilh. Friedr. Julius Somme . 1849—1873
Georg Heinrich Gumpert . . . 1850—1893
Johann Carl Moritz Herrmann . 1850—1890
Franz Joseph Knoll 1851 — 1855
Carl Julius Beck 1851—1893
Peter Bohlmann 1852—1877
Friedrich Herrmann Jackwitz . 1852 — 1866
Moritz Rudolph Alexander Thuns 1852—1879
Wilhelm Kirsch 1852—1858
Julius Büttner 1852—1871
Adolf Stange 1853 — 1854
Julius August Grosche .... 1855— isla
Emil Adolph Tiessler .... 1855—1884
Carl Joseph Franz Machhoy . . 1856—1888
Heinrich Eduard Adolph Dobers 1856-1886
Robert Dondorff 1858—1893
Carl Friedr. Otto Theodor Krutsche 1 858—1884
Heinrich Rudolf Lindner . . . 1858—1863
Robert Koenig 1859—1865
Robert Markfeldt 1859-1893
Emil Somme 1859—1893
Ferdinand Ludwig Wilhelm Minuth 1859—1869
Joseph Ludwig Bornowski . . 1859 — 1861
Heinrich Schwalm 1860-1873
Gustav Deibner 1861—1863
Theodor Vogt . 1863-1888
Theodor Berthold Benj. Schubert 1864- 1893
Albert Büttner 1865—1871
Emil Theodor Korok .... 1867—1869
Gustav Jüngling 1868—1871
Carl Weidner 1869-1887
Carl Adolph Julius Weiss . . 1872-1878
Carl Friedrich Wilhelm Schulz . 1872-1884
Joseph Berger 1872—1893
Carl Gustav Weber 1872-1879
Herrmann WilhelmJuliusSchubert 1872—1893
Wilhelm Martin 1873 — 1881
Johann Bruschke 1873—1893
Hugo Gustav Adolph Sandig . 1873—1874
Ernst Rudolf Heinrich Jonas . . 1874—1885
Julius Lemor 1875—1893
Ferd. Wilhelm August Assmann 1878-1881
Rudolf Büttner 1878-1882
Herrmann Conrad 1878—1893
Gustav Helm 1878—1892
Jobann Carl Ferdinand Kühne . 1878—1893
Conrad Hein 1878—1893
Carl Richard Emil Thomas . . 1878-1893
Gustav Wagner 1878-1886
Paul Wandrey 1878-1893
Ernst Wilhelm FerdinandWindisch 1878—1881
Carl Guschker 1883—1893
Gustav Gundermann .... 1883 — 1890
Friedrich Gottfr. Wilh. Aug. Pudler 1885—1890
Eduard Klee 1886-1893
Adam Broecker 1886—1893
Paul Goebel 1886-1893
33
Hugo Münnich ....
1886-
1888
Wilhelm Tschöpe . . .
, . 1886-
1893
Herrmann Guhl ....
. . 1886—
1893
Bruno Wagner . . .
. . . 1886-
1890
Fritz Heinrich
1886-
1893
. . . 1886-
1893
, . 1886—
1893
Gustav Trewendt . . .
. . . 1886-
1893
Isidor Carl Schlossarek
. . 1886-
1893
. . . 1886-
1893
Heinrich Sporleder . . .
. . 1886-
1891
Friedrich Krutsche . .
. . . 1891-
1892
****
Fig. 12. Jorge Schief uss: Haupt Johannes des Täufers von 1571,
Kath. Pfarrkirche St. Mariae in Ratibor
5
34
VI. DIE GOLDSCHMIEDE AUSSERHALB DER INNUNO
Neben den zünftigen Meistern arbeiteten in der Stadt, besonders aber auf den geistlichen
Gütern rings um Breslau gleich anderen Handwerkern auch Goldschmiede, die sich dem Zunft-
zwange entzogen und dadurch von mancher Steuer und lästigen Aufsicht befreit blieben. Die
Innung bezeichnete sie als Pfuscher, Störer und Bönhasen. Bisweilen hatte sie sich allerdings
das Vorhandensein ihrer „Stiefbrüder" selbst zuzuschreiben. Die Mittelsmeister setzten nämlich
häufig bei ihrem grenzenlosen Brotneide alles in Bewegung, um ein unerwünschtes Anwachsen
der inkorporierten Mitgliederzahl zu verhindern. Oft mussten die nichtigsten Gründe herhalten,
um diesem oder jenem Gesellen die Meisterrechtserlangung zu erschweren oder gar zu versagen.
So mag denn mancher tüchtige Arbeiter wider seinen besten Willen dazu gezwungen worden
sein, sich auf den geistlichen Gütern niederzulassen, um hier sein erlerntes Handwerk ausüben
zu können. Neben solchen, an sich gewiss achtbaren Meistern gab es noch eine zweite, grössere
Gruppe von sogenannten Pfuschern, die sich mutwillig dem Innungszwange entzogen, um un-
gehindert minderlötiges Silber zu verarbeiten und durch geringere Preise den zünftigen Meistern, die
an bestimmte Edelmetall-Legierungen, Lohnsätze und Preise gebunden waren, unlautere Konkurrenz
zu bereiten. Beide Arten von Pfuschern waren der Innung ein Dorn im Auge und sie war
unablässig darauf bedacht, den „Stiefbrüdern" das Dasein zu erschweren.
Schon die Meilenrechtsbestätigung Herzog Heinrichs V. von Breslau, gegeben am 22.Juli 1 290,
unterband innerhalb des Stadtbezirkes die Ansiedlung von nicht rechtlich anerkannten Meistern
(Urk. 1). Welchen Wert die Goldschmiede, die hier nur allgemein unter dem Sammelbegriff
„Mechanici" aufgeführt sind, auf diese frühe Urkunde legten, geht daraus hervor, dass sie sich dieselbe
nach dreihundertundachtzig Jahren durch Kaiser Leopold nochmals bestätigen Hessen (Urk. 27).
In der Stadt selbst wird daher die Zahl von unbezechten Goldschmieden niemals sehr gross
gewesen sein, da die Ratmannen und Schoppen leichtes Vorgehen hatten. Die geistlichen Güter
dagegen standen nicht unter der städtischen Jurisdiktion und es bedurfte der Genehmigung des
Bischofs und -der Stiftsvorstände, wenn der Breslauer Magistrat ausserhalb seiner rechtlichen Macht-
sphäre gegen die unliebsamen Störer etwas ausrichten wollte. Der erste Vertrag, durch den
die Geistlichkeit die unbezechten Handwerker dem Stadtgerichte preisgab, wurde am 6. Februar 1504
abgeschlossen (Urk. 13). Da jedoch die darin getroffenen Vereinbarungen im Laufe der Zeit
nicht pünktlich innegehalten wurden1), kam es nach langen Verhandlungen im Jahre 1616 zu
einer Erneuerung und Erweiterung des ersten Abkommens. Die Goldschmiede-Innung setzte für
ihren Teil durch, dass künftighin keiner ihrer Genossen, sobald er gegen Lohn und Bezahlung
arbeitete, von den Geistlichen geduldet werden sollte (Urk. 19).
Trotz aller Verträge hat das Treiben der Störer niemals ganz aufgehört, weil die Geist-
lichkeit ihrerseits an der Ausrottung und Verfolgung der nicht zünftigen Handwerker wenig
Interesse hatte. Eine Spezifikation der Pfuscher in und vor Breslau vom Jahre 1662 nennt allein
siebzehn unbezechteGold- und Silberarbeiter, die zum Teil stadtbekannte Persönlichkeiten gewesen sein
J) Im Jahre 1564 wohnten Goldschmiede ohne Wissen des Kapitels „in domo vinaria" am Dom. Bresl.
Diözesanarchiv, Acta capituli vom 10. März 1564.
35
dürften, da einige von ihnen nur mit dem Spitz- oder Rufnamen bezeichnet sind, wie der „Pum-
mer Joachim", der „Ulmizer", der „dicke Johannes von der Fraustadt", der „Reiche Pfuscher" und
der „kleine Johann".1) Aus demselben Schriftstücke erfahren wir, dass mancher Pfuscher eine
ziemlich umfangreiche Werkstatt betrieben haben muss. Christoph Wildmeister, ein Goldarbeiter
auf dem Sande an der Dombrücke, und der Ulmizer arbeiteten mit je zwei bis drei Gesellen
Joachim Duquest von Liegnitz, ein Goldarbeiter auf dem Sande, hielt sich drei Gehilfen, der
Silberarbeiter M. Schiperius förderte zwei und Adam Schön im Unteren Kloster vier bis fünf
Gesellen.
Natürlich waren zahlreiche energische Proteste gegen die Pfuscher von Seiten der Innung
und der Stadt unausbleiblich. Es mögen dafür einige Beispiele folgen, die sich bei weiterer
Durchsicht des verstreuten Urkundenmaterials gewiss noch vermehren Hessen. Im Jahre 1584
wurden einige Pfuscher, weil sie „imagines inauratae" feilgeboten hatten, aus der Stadt gejagt.
Der Rat wandte sich darauf an den Praelatus Custos des Domes, er möge die Aufnahme der
Vertriebenen nicht gestatten. Am 15. Juni desselben Jahres brachte der Breslauer Stadtschreiber
Sebaldus dem Domkapitel einen Frauengürtel aus falschem Silber (cingulum ex adulterino argento)
als Dokument für das schädliche Treiben der Pfuscher; besonders machte er einen Balthasar
Delacourt, Hans N. und Lazarus N. als Betrüger namhaft.-) Im Jahre 1591 beschwerten sich die
Ältesten und Jüngsten der Goldschmiedezeche zum höchsten, dass ihnen von demselben Delacourt
wiederum mit allerlei Arbeit viel Ungelegenheit und Eintrag zugefügt würde. Die Ratmannen
ordneten am 14. Mai 1591 an, dass Delacourt innerhalb einer Frist von sechs Wochen anderswo
seinen Unterhalt suchen möge.'1) Im Oktober 1592 wandten sich die Goldschmiede an den Rat
um Schutz gegen die Pfuscher und Störer, die sich „aufm Thumb (Dom) alhier eingeflochten"
und bei dem „hochgelärten Herrn Julio Lando ihren Aufenthalt haben."4) 1607 beklagte sich der
Weihbischof Georg, Abt zu St. Vinzenz, bei Kaiser Rudolph über die Breslauer Goldschmiede,
welche den unter der Jurisdiktion des Vinzenzstiftes lebenden Goldschmied Michael Taussdorf
gefänglich haben einziehen und ihm seine Arbeit haben nehmen lassen."5) Am 2. April 1607
musste Hans Philip von London mit Hand und Mund geloben, sich nach dem Osterfeste von
dannen zu begeben und der Goldschmiedezeche fürderhin keinen Einhalt zu tun.0) Am 4. Juli 1608
führte der Rat auf Bitten dreier städtischer Goldschmiede Beschwerde bei dem Domkapitel wegen
eines unter der Jurisdiktion des Kreuzstiftes lebenden Pfuschers, namens Johannes Philippus, der
identisch sein dürfte mit dem ebengenannten Philip von London.7) 1662 wurde die Zunft bei der
Obrigkeit mit der oben erwähnten Spezifikation vorstellig. In demselben Jahre sollte der Gold-
schmied Baltzer Bachleidtner aus dem Dominikanerkloster entfernt werden (siehe d. alph. Verz.).
Am 12. Juli 1669 beantragte der Magistrat die Ausweisung der unbezechten Goldschmiede von der
Dominsel. 8) 1670 wurde bei der Geistlichkeit die Entfernung des Goldschmiedes Erasmus Soitius
verlangt. Das Domkapitel war jedoch nur innerhalb bestimmter Grenzen bereit, den zahlreichen
Vorstellungen des Magistrats nachzugeben.") Zwischen den Jahren 1678 — 1680 setzte sich der
Breslauer Rat häufiger mit Kardinal Friedrich von Hessen wegen der Pfuscher ins Einvernehmen.
») Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Stadt Breslau II. lOd 3. — Schlesiens Vorzeit in Bild und Schrift, Bd. VII
S. 486f. 2) Bresl. Diözesanarchiv, Acta capituli vom 8. und 15. Juni 1584. 3) Bresl. Stadtarchiv, Liber definitionum,
Bd. III fol. 292b— 293a. *) Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Stadt Breslau II. lOd 2. 5) Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Stadt Breslau
11. lOd 3. e) Bresl. Stadtarchiv, Liber definitionum, Bd. IV fol. 178^. 7) Breslauer Diözesanarchiv, Acta capituli vom
4. Juli 1608. 8) Bresl. Diözesanarchiv, Acta capituli vom 12. Juli 1669. 9) Bresl. Diözesanarchiv, Acta capituli vom
12. Dezember 1670.
5*
36
Am 26. Oktober 1688 bat die Innung den Kaiser unter Berufung auf den Vertrag von 1616 gegen
die Silberverfälscher einzuschreiten, die auf den geistlichen Gütern — zehn allein auf dem Sande —
wohnten und sich unterständen, „das W als hiesiges Stadtzeichen und der Goldschmiede gewöhn-
liche Probe auf ihr liederliches und verfälschtes Silberwerk zu schlagen", oder „ihre liederliche
Arbeit ohne Zeichen und Puntzen eigenem Belieben nach verfertigen" (Urk. 38). Als die Bitt-
schrift ohne Erfolg blieb, wandte sich die Zunft am 16. Juli und abermals am 2. Dezember 1689
an das Königliche Oberamt in Schlesien, die Pfuscher „unfehlbar" abschaffen zu wollen (Urk. 39).
1691 beschwerte sich die Innung über einen unter der Jurisdiktion des Klarenstiftes lebenden
Goldschmied.1) Am 30. Januar 1692 ersuchte der Rat um Entfernung des auf der Dominsel
arbeitenden Goldschmieds Wilhelm Heinrich Schmidt, „welcher das Mittel der Goldschmiede
allhier bißher heftig beeinträchtiget."2) Weiter prozessierte 1698 der Breslauer Bürger Ernst
Kreuzman wider Hans Hagen, Goldschmied und Erbsassen auf dem Gebiete des Matthiasstiftes
vor dem Odertore.3) 1716 behaupteten die Ratmannen in einem Berichte an das Königliche
Oberamt, dass die Pfuscher, welche allhier in und um die Stadt wohnten, an Zahl viel stärker
seien als die zünftigen Meister.1) 1722 versuchte die Stadt bei dem Bischöfe Franz Ludwig von
Pfalz-Neuburg ein Einschreiten gegen die Pfuscher zu erwirkend)
Auch unter dem Regimente Friedrichs des Grossen wollte die Ausrottung der Störer
nicht gelingen. Ein am 1. Juli 1752 vom Breslauer Magistrat an die Königliche Kriegs- und
Domänenkammer abgesandter Bericht über die Silberprobe weist unter anderem auf die dringend
notwendige Abschaffung der schädlichen Pfuscher hin (Urk. 66). In der Innungssitzung vom
14. März 1765 wurde geklagt, dass viele aus der Arbeit gegangene Gesellen sich in der Stadt
und in den Vorstädten als Pfuscher niederliessen und viele Meister deshalb an ihrer Nahrung
leiden müssten. Das Meisterbuch der Goldschmiede-Innung berichtet für das Jahr 1774, dass
seit geraumer Zeit die Pfuscherei sehr zugenommen habe und dass bei dem Mittel der Gold-
und Silberarbeiter selten eine Zusammenkunft wäre, da sich die Herrn Jüngsten nicht allemal
darüber beschweret hätten. Auf dringendes Ersuchen der amtshabenden Ältesten wurden alsdann
die Pfuscher allesamt mit dem Bescheide vor den Ratstisch gefordert, „sich bey dem löblichen
Mittel gehörig recipiren zu laßen oder, welcher daß Vermögen nicht hätte, die Receptionsgelder
zu zahlen, solte ohnverzüglich sich vor das Thor begeben, in außbleibendem Fall aber solten
sie gewärtigen, daß denen Aeltesten frey stünde, ihnen mit Beytretung der Policey ihre Arbeit
und Werckzeug wegzunehmen . . ." Gestützt auf diesen Ratserlass ruhte die Innung nicht eher,
bevor sie unter den Pfuschern und Störern bis auf den letzten Mann rücksichtslos aufgeräumt
hatte. Das Meisterbuch, das die Vorgänge eingehend beschreibt, sagt dazu, „so weit war es
noch niehmahlen bey ihnen gekommen." Trotzdem fanden sich bald wieder vereinzelte nicht in-
korporierte Gold- und Silberarbeiter ein. Einen endgültigen Abschluss haben die Zwistigkeiten
zwischen bezechten und unbezechten Meistern erst 1811 durch die Aufhebung des Zunftzwanges
und die Einführung der allgemeinen Gewerbefreiheit gefunden, indem hiermit der Innung jedes
Rechtsmittel gegen die frei arbeitenden Handwerksgenossen ein für allemal genommen wurde.
J) Nicht 1678, wie E. Wernicke in Schlesiens Vorzeit in Bild und Schrift, Bd. VII S. 487 angibt — Bresl.
Kgl. Staatsarchiv, Rep. 18. Klarenstift, III. 12 i. -') Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Stadt Breslau II. lOd 3. 3) Nicht 1654, wie
E. Wernicke, 1. c, S. 487 angibt. — Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Rep. 18. Matthiasstift, IV. 10c. 4) Innungsurkundensammlung
von 1737, S.277 (vgl. auch Urk. 47). 6) Bresl. Diözesanarchiv, Acta capituli vom 26. Februar und 18. März 1722.
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VII. ALPHABETISCHES VERZEICHNIS
In das alphabetische Verzeichnis wurden aufgenommen:
1. alle zünftigen Goldschmiede, Gold- und Silberarbeiter vom Mittelalter bis 1893,
2. alle dem Verfasser bekannt gewordenen Pfuscher,
3. alle Gold- und Silberarbeiter, die nach der Aufhebung des Zunftzwanges der Innung
fern blieben aber zwischen 1811 bis 1851 das Breslauer Bürgerrecht erwarben,
4. einige nicht zünftige Goldschmiede aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts,
5. einige Gesellen, die in Breslau heirateten oder starben,
6. einige Juweliere, Gold- und Silberdrahtzieher, Silberplattner und Silberstecher.
Abbe, Paul, Goldschmied, Sohn des Goldschmieds Peter Abbe zu Schongau in Bayern, wird wahrscheinlich Anfang
1679 in Breslau Bürger und Meister. Heiratet am Dom im März 1679 eine Schneiderstochter aus Reichenbach
(Schles. Vorz. VII. 487). Ist in dem Meisterverzeichnis von 1709 nicht mehr erwähnt.
Abeczueher, Merten, aurifaber, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am Dienstag nach Petri ad vincula (4. August)
1450. Ist im Catalogus civium von 1470 nicht mehr erwähnt.
Abfelder, Christoph, Goldschmied, Sohn des Breslauer Stadtuhrmachers und Schlosserältesten Christoph Abfelder,
wird 1674 Bürger und Meister. Heiratet am 4. Juni 1674 Magdalena Elisabeth, die Tochter des Handelsmannes
Melchior Kretschmer in Hirschberg (Elis.). Wohnt auf der Schmiedebrücke, später am Hintermarkte. Stirbt
vor 1709. Abfelder zeichnet CA, vgl. Taf. IV No. 100.
a. Becher, Silber mit Vergoldung, konisch, mit Wellenlinien, darin abwechselnd silberne Blumen in Treibarbeit
und glatte vergoldete Flächen. H. 13,2 cm. Johanneskopf Typus I u. Meisterz. — Schlesisches Museum für
Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
Adam, Christoph, Goldschmiedgeselle, Sohn des Handelsmannes Christoph Adam in Krakau, stirbt in Breslau am
4. April 1669, alt ungefähr 50 Jahre (Elis.).
Ahshelm, Caspar, Goldschmiedgeselle, stirbt im Oktober 1608.
Akolch, Christoph Ludwig (Akolck), Goldarbeiter ausserhalb der Zunft, ist 1710 und 1712 Trauzeuge bei St. Matthias
und St. Adalbert (Schles. Vorz. VII. 488).
Albers, Heinrich (Alber, Albertz), Goldschmied, Sohn des Goldschmieds Anthonius Albers zu Neimen (?) in West-
falen, wird 1613 in Breslau Bürger und Meister. Heiratet vorher als Geselle im Januar oder Februar 1613 Anna,
die Witwe des Zimmermanns George Bretschneider (Elis.). Wohnt im Rittergässlein beim Odertor. Seine Frau
Anna f 12. IX. 1622 (Elis.). Er selbst stirbt am 3. (begr. d. 5.) Juni 1623, alt 60 Jahre (Elis.).
Albersdorf, Johann, Goldarbeiter bei Ihro Durchlaucht dem Herrn Deutschmeister, ist 1703 Trauzeuge bei St. Adalbert.
Albert, Andreas Büssert, Silberarbeiter, geb. in Warschau, arbeitet in Breslau zuerst als Pfuscher. Seine Frau
Eva Maria, geb. Walter, f 24. (begr. d. 26.) VI. 1771 (Elis.). Albert meldet sich gezwungenermassen am
28. Juli 1774 als Stückmeister, verfertigt bei Christian Beyl eine silberne Lampe mit Ketten, wird Meister am
16. Dezember 1774. Stirbt am 8. Juli 1789, alt 71 Jahre 16 Wochen.
Albert, Johann Daniel [Samuel] (Albrecht), Goldarbeiter, geb. in Breslau, arbeitet bei Christian Schlencker als Meister-
stück einen Uhrhaken nebst Ring, wird Meister und Bürger am 16. September 1740. Stirbt am 23. (begr.
d. 25.) Februar 1781, alt 74 Jahre 12 Tage (Elis.).
Albert, Johann Frantz (Albrecht), Silberarbeiter und Silberstecher, geb. zu Brünn in Mähren, wird in der dortigen
Goldschmiedezunft Meister. Siedelt um 1756 nach Breslau über und fertigt „zierlich getriebene Arbeiten". Erwirbt
das Bürgerrecht am 14. Februar 1757. Wirbt am 27. September 1765 in das Breslauer Goldschmiedemittel ein
und wird, da er in Brünn bereits Meister gewesen ist, ohne nochmalige Anfertigung eines Meisterstückes nach
Erlegung der üblichen 100 Gulden Rezeptionsgebühr sofort aufgenommen. Ist in der Meisterliste von 1778 zum
letzten Male erwähnt.
Albrecht, Valentin, Goldschmied am Hinterdom, stirbt 1605, ist wohl identisch mit dem folgenden.
Albricht, Valten (Albrecht), Goldschmiedgeselle, Sohn des Kaufmanns Merten Albricht in Greifswald, heiratet in
Breslau im September 1602 Anna, die Witwe des Goldschmieds Melchior Leutner in Goldberg (Elis.).
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Alex, Michael, (Alexy), Silberarbeiter, geb. in Ohlau, lernt in Breslau bei Johann Gottlieb Schmidt von 1735—1741.
Meldet sich am 8. Juni 1752 als Stückmeister, arbeitet bei Stephan Christian Luttroth ein silbernes Giessbecken nebst
Kanne, wird Meister am 6. September und Bürger am 18. September 1752. Stirbt am 26. Februar 1782, alt
60 Jahre. Alex zeichnet MA in viereckigem Felde, vgl. Taf. V No. 161.
a. Taufbecken, Silber, oval mit Rokokodekor in getriebener Arbeit. Johanneskopf Typus XIII, Stempel-
meisterb. G Typus II Meisterz. u. Kriegssteuerst. ^ . — Hofkirche, Breslau. Von Friedrich dem Grossen
1764 gestiftet.
b. Tischleuchter, Silber, ein Paar, mit Rokododekor in getriebener Arbeit. Johanneskopf, Stempelmeisterb. G
Typus II u. Meisterz. — Geheimrat Pinkus, Neustadt OS.
c. Lichtputzschere nebst Teller, Silber, in Rokokoformen. Johanneskopf Typus XIII, Stempelmeisterb. G
Typus II u. Meisterz. — Geheimrat Pinkus, Neustadt OS.
Alischer, Matthes, Goldschmied, Sohn des Goldschmieds Martin Alischer in Liegnitz, wird Ende 1616 in Breslau
Bürger und Meister. Heiratet am 7. Februar 1617 Anna, die Tochter des f Pfarrers Balthasar Felsman in
Jordansmühl (Elis.). Wohnt auf der Brustgasse hinter dem Maria Magdalenenkirchhofe (heute Schuhbrücke).
Stirbt am 8. (9. 10.) Januar 1652, alt 68 Jahre (Elis. u. MM). Seine Tochter Judith heiratet am 28. April 1653
den Bäcker Caspar Ottland in Liegnitz (MM). Seine Tochter Christina heiratet am 21. September 1654 den
Öhrichtdrucker George Nittner (Elis.). Seine Witwe Anna t 6. III. 1658. Alischer zeichnet MA ligiert in
rundem Felde, vgl. Taf. III Nr. 77.
a. Nautilus in Fassung von vergoldetem Silber, als Stütze ein Delphin mit silbernem Neptun auf einem durch
Wellen, Seeungeheuer und Putten in Treibarbeit belebten Sockel. Der ebenfalls durch Wellen und Seetiere
belebte Deckel mit einer Fortuna bekrönt. Zwei Vertikalbänder auf der Nautilusschale mit Figuren von
Köchen sind der Werkstatt des Caspar Pfister entnommen. Am Nautilus vorn in einer Umrahmung die
1665 eingravierte Inschrift: „AMPLISS: SENATUI BUDISSINO CONCHAM HANC A SOCERO p. m.
D. ANDREA CNÖFFELIO MED. OL REGIS POLON. ARCHIATRO. HERED. JURE SIBI RELICTAM
OFFICIOSSE OFFERT. TRADIT. M. OSWALB NITSCHE SENATOR CID CICLXV." H. 40,3 cm.
Beschauz. W Typus IV u. Meisterz. Um 1630. — Stadt Bautzen in Sachsen.
b. Rundfigur des hl. Jacobus als Pilger, Silberblech, auf schwarzem Sockel, darauf das silberne Wappen des
Johann von Lohr, Propstes zu Neisse. Rückseitig am Sockel ein silbernes Täfelchen mit Inschrift und
Datum 25. Juli 1651. H. incl. Sockel 63 cm. Beschauz. W Typus V, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus.
— Kath. Pfarrkirche St. Jacobi, Neisse.
c. Deckel, Silber vergoldet, graviert mit den Bistumslilien, zu einem ursprünglich als Kelch benutzten Ciborium
mit ungarischem Drahtemail und dem Wappen des Breslauer Bischofs Johann V. Thurzo. Beschauz. W
Typus IV, Meisterz. u. Kriegssteuerst. — Domschatz, Breslau.
Alt, Johann Gottlieb, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Destillateurs Sigismund Alt, lernt bei Johann Gottlieb
Thun vom Dezember 1809—1814. Erwirbt das Bürgerrecht am 22. August 1823, alt 28 Jahre. Tritt am 26. Ok-
tober 1839 in die Innung ein, scheidet am 6. Juli 1852 wieder aus.
Altstätter, Andreas, Goldarbeiter aus Pressburg in Ungarn, heiratet in Breslau 1759 Susanna Helena, die Tochter
des Mitwohners Johann George Riemer (MM).
Anders, Gottfried (Andres), Goldschmiedgeselle, stirbt am 15. Februar 1658, alt 20 Jahre (Elis.), hat bei Meister
Gottfried Vogel d. m. auf der Odergasse in Arbeit gestanden.
Anders, Johann Gottlieb, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Haushälters Gottlieb Anders, lernt bei Johann
Sigismund Heintze vom Qu. Michaelis 1818 bis Ostern 1824. Erwirbt das Bürgerrecht am 14. April 1840, alt
35 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Anderssohn, Iwan Fedor [Friedrich], Goldarbeiter und geschickter Bossierer, geb. am 28. Januar 1790 in St. Peters-
burg, wird in Breslau Meister am 12. März und Bürger am 27. Mai 1814. Ist in der Meisterliste von 1830 das
letzte Mal genannt. Heiratet Luise, die Tochter des Schrotgiesser Ohle, gibt sein Handwerk auf und übernimmt
die Zinnfolien-Fabrik seines Schwiegervaters. Ist 1829—1831 und 1847 — 1849 Stadtverordneter. Stirbt am 16. Fe-
bruar 1863. Vgl. Schles. Provinzial-Blätter 1863, S. 298 f.
Andreas, Johann Samuel, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Schuhmachers Christian Andreas, arbeitet bei
Hans Jachman d. j. als Meisterstück einen Kelch nebst Ring und Siegel, wird Meister am 11. März 1726. Erwirbt
das Bürgerrecht am 20. Februar 1728. Heiratet am 10. September 1731 Maria Rosina, die Tochter des f Kürschners
Christian Schütze (MM). Wird in der Meisterliste erst seit 1732 regelmässig geführt. Heiratet als Witwer am
23. April 1765 Christina Dorothea, die Tochter des 1744 verstorbenen Kunstmalers Christian Gottlieb Hülse (MM).
Stirbt am 22. (begr. d. 24.) September 1768, alt 71 Jahre 4 Monate 10 Tage (MM). Seine Witwe Christina
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Dorothea f 12. (begr. d. 15.) VIII. 1770 (MM). Andreas zeichnet JSA monogrammiert in einem dreipassigen Blatte,
vgl. Taf. IV Nr. 145.
a. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse abwechselnd drei Szenen aus der Passions-
geschichte und drei Engelsköpfchen in Treibarbeit, unten am Profil getriebenes Laub- und Bandelwerk.
Auf dem Knaufe sechs rhombische Zapfen mit den Buchstaben HEILIG, golden auf blauem Emailgrunde.
Kuppa ohne Belag. Um den Fuss läuft die Inschrift „CAROLUS MAXiMiLiANUS DE FRAGSTEIN & NiMBS-
DORF PR^ELAT : CANCELL: CANONi. & OFFLIS EPiS : WRATiS: 1729." H. 22,5 cm. Beschauz. W
Typus VII (unvollständig), Stempelmeisterb. C, Meisterz. u. Teschener Freistempel. Kath. Pfarrkirche in
Nieder-Thomasdorf, Österr.-Schles.
Andres, Goltsmed, siehe Andres Firdung.
Andres, Markus, Goldschmied „in civitate", ist am 11. August 1592 Taufzeuge am Dom (Schles. Vorz. VII. 483).
Apiman, Melchior, Goldschmied von Münsterberg, heiratet 1718 in Breslau bei St. Adalbert, Trauzeuge ist der Gold-
schmied Christoph Ludwig Arnolt (Schles. Vorz. VII. 488).
Appel, Johann Friedrich, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, stirbt am 31. Juli (begr. d. 1. August) 1774, alt
24 Jahre (MM), hat bei Melchior Ferdinand Obermann in Arbeit gestanden.
Arlet, Abraham, siehe Arnolt.
Arlet, Melchior (Arnolt), Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Kretschmers Melchior Arlet, heiratet am
18. Oktober 1575 Hedwig Weiss (MM).
Arlet, Michael, Goldschmiedgeselle, Sohn des Tuchmachers Lorenz Arlet in der Neustadt-Breslau, stirbt auf der
Wanderschaft zu Schiessberg in Ober-Ungarn am 16. November 1600, alt 24 Jahre (Elis. u. MM).
Arnolt, Abraham (Arnold, Arlet), Goldschmied, Sohn des Andreas Arnolt zu Bunzel, heiratet in Breslau als Geselle
am 21. Oktober 1583 Ursula, die Tochter des Schneiders Nickel Seiffert (MM). Wird Anfang 1584 Bürger und
Meister. Wohnt auf der Ohlischen Gasse. Stirbt am 30. März 1589, alt 36 Jahre (MM.). Seine Witwe Ursula
heiratet am 14. Mai 1591 den Goldschmied Hans Heyne (MM).
Arnolt, Caspar, aurifaber, erwirbt das Bürgerrecht am Dienstag nach Dionysii (11. Oktober) 1446. Erscheint 1451,
1455, 1458, 1461, 1463, 1468 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior. Kauft am Dienstag vor
Sixti (5. August) 1460 der Barbara Lorencz Stockin Haus am Ringe zwischen den Grundstücken der Goldschmiede
Lorencz Polak und Hans Bischdorff (Tradb. 1. 19 b). Steht im Catalogus civium von 1470 an erster Stelle. Stirbt um 1472.
Arnolt, Christoph Ludwig, Goldschmied, ist 1718 Trauzeuge bei St. Adalbert (Schles. Vorz. VII. 488).
Arnolt, Hannos (Arnold), aurifaber, erwirbt das Bürgerrecht am Freitag vor Simonis et Jude (23. Oktober) 1444. Ist
1452 Zunftältester. Er und seine Frau Barbara reichen am Dienstag nach Invocavit (9. März) 1462 auf Katharina
Cuncz Hafterin ihrer Mutter Teil, 6 Mark und 7 Mark Zins, die ihr Vater Cuncz Hafter auf zwei Häusern am
Ringe gehabt hat, von denen eins Arnolt besitzt, das andere etwan Vickers war und nun von Meister Lorencz
(sc. Polak oder Cretsmer) dem Goldschmiede bewohnt wird. (Tradb. I. 64 b). Steht im Catalogus civium von
1470 an dritter Stelle. Stirbt um 1475.
Arnolt, Melchior, siehe Arlet.
Assig, Andreas, (Assigk), Goldschmied, Sohn des Kretschmers George Assig in Siegroth bei Nimptsch, Bruder des
in Breslau tätig gewesenen Malers Nickel Assig, wird 1608 in Breslau Bürger und Meister. Heiratet am
12. Mai 1608 Sabina, geb. Helman, die Witwe des Goldschmiedältesten Hans Müller (MM). Wohnt am Ringe
im Hause zum Goldenen Baum, dann auf der Brustgasse am St. Maria Magdalenenkirchhofe, auf der Pfnorrgasse
und zuletzt auf der Bischofgasse. Seine Frau Sabina | &• (begr. d. 8.) Mai 1614 (Elis). Assig heiratet am
18. April 1616 Maria, die Tochter des Diakonus Johannes Paritius (MM). Es sterben ihm gegen zwölf Kinder.
Sein Sohn Andreas d. j., cand. iur. (später Ratssyndikus) heiratet am 9. Mai 1645 Anna, die Tochter des Diakonus
Johannes Jordan (MM). Seine Tochter Justina heiratet Ostern 1649 den Siegel- und Wappenschneider Ferdinand
Krallowitz (Elis). Assig stirbt als Zunftältester am 16. (begr. d. 18. oder 19.) Dezember 1651, alt 74 Jahre 17 Tage
(Elis. u. MM). Seine Witwe Maria | 24. (28.) II. 1653.
Assmann, Ferdinand Wilhelm August, Goldarbeiter, geb. in Breslau am 20. März 1845, Sohn des Wagenbauers
Franz Assmann, lernt bei Robert Markfeldt von Ostern 1859 bis Oktober 1863. Tritt am 9. November 1878 in
die Innung ein, scheidet am 25. Januar 1881 wieder aus.
Bach, Heinrich Andreas David, Gold- und Silberarbeiter, geb. in Glaucha, Sohn des Ökonomie-Inspektors Heinrich
Bach, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 21. Mai 1819, alt 26 Jahre. Meldet sich am 19. September 1822 als
Stückmeister, arbeitet einen silbernen Fischausleger und wird am 12. Mai 1823 als Innungsmeister rezipiert.
Stirbt 1834. Seine Witwe führt mit Hilfe des Silberarbeiters Carl Julius Beck das Geschäft weiter. Bach
zeichnet: BACH BRESLAU, positiv eingeschlagen.
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a. Tischleuchter, Silber, in Empireformen. H. 12 cm. Mit obigen Stempeln. — Arthur von Machui, Breslau.
Bachleidtner, Baltzer (Balthasar Bacheleuter), Goldschmiedgeselle aus Bayern, heiratet in Breslau am 29. September 1659
Anna, die Tochter des f Parchners Hans Reimit, Dienerin bei dem Goldschmiede Hans Boy (MM). Arbeitet
darauf als Pfuscher im Dominikanerkloster zu St. Adalbert. Am 10. Mai 1662 beantragt der Rat seine Aus-
weisung. Der Prior des Klosters antwortet am 31. Mai unter Beifügung eines Schreibens Bachleidtners, worin
dieser angibt, dass er nur vom Besteller selbst geliefertes Silber verarbeitet habe, da er zu arm sei, sich eigenes
Silber anzuschaffen, dass er ferner für seine Privatarbeiten nur Kupfer und Messing verwendet habe und dass
die Goldschmiede nur aus eitlem Hass gegen ihn allerlei Beschuldigungen aufgebracht hätten. Der Prior ist
nicht gewillt, den Bachleidtner auszuliefern (Bresl. Kgl. Staatsarchiv, St. Breslau II lOd 3).
Baeck [Baecke], siehe Beck.
Bär, Felix, gewesener Goldarbeiter und Mitwohner, war zu Kaiisch in Polen als Goldarbeiter tätig, heiratet am
27. Mai 1727 Agneta Magdalena, die Tochter des f Dr. med. Sigmund Grass in Jauer (MM).
Barbi, Johann Gottlieb, Goldarbeitergeselle, ist 1759 Trauzeuge (MM). Seine Witwe Susanna Eleonoraf 4. X. 1792. (Elis.).
Baritsch, Joachim (Jochem Bartsch, Baerth), wird 1584 Bürger und Meister. Wohnt auf der Schmiedebrücke, später
auf dem Neumarkte. Stirbt Anfang März 1591. Seine Witwe Salome heiratet am 25. Juli 1594 den Schuhknecht
Valten Henne (MM).
Bartel, Frantz (Bartell), Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht am 23. September 1531, wird um dieselbe Zeit Meister.
Ist im Catalogus civium von 1579 nicht mehr genannt. Auf ihn bezieht sich vielleicht das auf Taf. III No. 51
abgebildete Meisterzeichen (Hausmarke?), wenigstens findet sich auf einem Renaissancekelche in der kath. Pfarr-
kirche St. Johannis bapt. in Hultschin (siehe unter No. d.) neben dem Meisterzeichen in leichter Einritzung das
Monogramm "0". Folgende Arbeiten tragen die auf Taf. III No. 51 abgebildete Marke:
a. Pokal, Silber vergoldet und zum Teil emailliert, in den Formender Frührenaissance, mit getriebenen figür-
lichen Darstellungen, Wappen, Inschriften, Münzen und Medaillen in trefflichster Arbeit. In den figürlichen
Teilen verwandt mit dem auf Seite 23 Fig. 11 abgebildeten Barettschmuck. H. 49 cm. Meisterz, nebst einer
noch nicht entzifferten Inschrift (ohne Beschauz.). — Slg. f Baron Carl von Rothschild, Frankfurt a. M. —
Stammt aus Brieg. Wohl ein Geschenk der Stadt Brieg an Herzog Friedrich III. von Liegnitz zu dessen
Vermählung im Jahre 1538. — Katalog der Ausstellung in Budapest 1884, S. 151, mit Abb. S. 154, enthält ein Fak-
simile der noch ungedeuteten Inschrift. — Abgebildet und beschrieben in der Publikation „Chefs-d'oeuvre d'or-
fevrerie ayant figure ä l'exposition de Budapest de 1884" S. 97—100. — H. Lutsch, Verzeichnis der Kunstdenk-
mäler der Provinz Schlesien, Bd. II Lieferung 3 S. 297. — Rosenberg, Der Goldschmiede Merkzeichen, S. 135 Nr. 485.
b. Riebisch-Becher, Silber vergoldet, gegossen, konisch, ganz glatt, auf dem Deckelknopfe in Schwarz und
Silber umgeben von blauem Email das Wappen der Familie Riebisch, am Deckelrande die Inschrift
„DONVM HENRICI RIBISCH DOCTOR^E^M. D. XLII." Im Boden eingelassen eine Medaille auf Heinrich
Riebisch von 1530. H. 16,5 cm. Beschauz. W Typus I u. Meisterz. — Schlesisches Museum für Kunst-
gewerbe und Altertümer, Breslau.
c. Löffel, Silber vergoldet, mit schwerer ovaler Laffe und kurzem, ein wenig aufwärts gebogenem Griffe,
darauf in Gravierung das W des Breslauer Stadtwappens und die Inschrift „COC. SENA . W." L. 13,5 cm.
Ohne Beschauz. u. Meisterz., doch wohl eine Arbeit desselben Meisters. — Schlesisches Museum für Kunst-
gewerbe und Altertümer, Breslau.
d. Kelch, Silber vergoldet, von eigenartiger Form. Der Fuss und der ganz flachgedrückte Nodus sechspassig
verschränkt mit spätgotischem Astwerk, auf beiden wie auf der unteren Kuppahälfte Medaillons mit römischen
Kaiserköpfen auf translucid emailliertem Grunde und Rosetten. H. 20 cm. Beschauz. W. Typus I, Meisterz,
und obiges Monogramm. — Kath. Pfarrkirche St. Johannis bapt., Hultschin Kr. Ratibor.
Bartel, Georg, Goldschmiedgeselle von Saalfeld, heiratet in Breslau am 25. August 1562 Anna, die Tochter des
t Gregor Fromich von Bunzel (MM). Wird in Danzig Meister. Dort stirbt seine Witwe am 6. XII. 1582 (MM).
Bartel, Hans, Goldschmiedgeselle, heiratet 1543 Sibilla, die Tochter des Adrian Stammer (Elis.).
Bartelmee, Hans, siehe Bartolme.
Barth, Johann Christian Ludwig, Goldarbeiter, lernt in Berlin bei Gottfried Ludwig Wilm vom Januar 1790—1795,
arbeitet in Breslau bei Samuel Christoph Thun als Meisterstück einen goldenen Beschlag für einen Haarkamm,
wird Meister am 5. Mai und Bürger am 11. Juli 1806. Ist in der Meisterliste von 1826 das letzte Mal erwähnt.
Barthel, Johann Heinrich, Goldschmiedgeselle, am 8. (10.) Dezember 1720 stirbt seine Witwe Rosina Margareta (Elis).
Barthol, Johann Friedrich August (Bartholdt, Parthol), Silberarbeiter, geb. in Berlin, Sohn des Bauschreibers Friedrich
Ehrenreich Barthol, lernt in Berlin bei Johann Jacob Sandrath von Neujahr 1794—1799. Heiratet in Breslau als
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Geselle am 21. Februar 1803 Susanna Christiane, die Tochter des Grenzjägers Joseph Reimpold (MM). Arbeitet
bei Joseph Gottlieb Lederhose als Meisterstück einen silbernen Tafelaufsatz, wird Meister am 22. Februar 1805.
Scheidet in demselben Jahre wieder aus der Innung.
Bartholomaeus Goltsmed, siehe Bartholomaeus de Glogovia.
Bartolme, Hans (Bartolmus, Bartelmee), Goldschmied, wird Ende 1544 Meister. Erwirbt das Bürgerrecht am
20. Februar 1545. Heiratet als Witwer im September 1554 Elisabeth, die Tochter des Jane von Holcz (MM).
Stirbt um 1565. Seine nachgelassene Tochter Katharina heiratet am 19. Februar 1566 den Goldschmied Sebastian
Goldthoff (MM).
Bartsch, Jochem, siehe Joachim Baritsch.
Baudeman, Johann Heinrich [Friedrich Gottfried], Goldarbeiter, Sohn des Schuhmachers Christoph Baudeman in
Steinau a. O., arbeitet in Breslau bei Christian Schlencker als Meisterstück einen Uhrhaken nebst Ring, wird
Meister und Bürger am 1. Oktober 1738. Heiratet am 4. November 1738 Elisabeth, die Tochter des gräfl. Haus-
meisters Johann George Schmidt (Elis.). Stirbt am 18. (begr. d. 20.) Februar 1758, alt 56 Jahre (Elis.).
Baumgart, Johann Ernst, siehe Braungart.
Baumgart, Peter vom (Bawmgarten, Bomgart), von Mecheln, Goldschmied, wird Ende 1534 Meister, erwirbt das
Breslauer Bürgerrecht am 26. Januar 1535. Reicht am 1. September 1544 sein Haus am Ringe zwischen Sigmund
Lindner und etwan Hans Oler (in der Nähe der Stockgasse) dem Marcus Sulczer und seiner Frau Katharina zu
einem Wechsel und Freimarkte (Tradb. VII. 36 h). Seine Tochter Maria heiratet am 30. August 1558 den Gold-
schmied Baltzer Glaser (MM). Baumgart bürgt am 20. Februar 1563 für den Goldschmied Baltzer Laser vom
Brieg [von der Schweidnitz] (Bresl. Kgl. Staatsarchiv, St. Breslau II 10 d. la). Er stirbt 1563. Seine Tochter Rosina
heiratet 1564 den Goldschmiedgesellen Paul Packepusch (Elis.).
Bayer, siehe Beyer.
Beck, Carl Julius, Silberarbeiter, geb. in Rawitsch, lernt in Breslau bei Heinrich Andreas David Bach von Ostern
1823 — 1828. Arbeitet seit 1835 in dem Geschäft der verwitweten Frau Bach. Wird Innungsmitglied am
15. (16.) Juli 1851. Ist von 1861—1893 Innungsobermeister, wird am 17. Oktober 1888 Ehrenmitglied. Bleibt in
der Innung bis zu ihrer Auflösung am 13. Oktober 1893.
Beck, George (Becke, Baek, Bäck, Baecke, Boeck, Böck, Boecke), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Gold-
schmiedes Jeremias Beck, der 1565 Meister wird. Heiratet am 3. September 1591 Regina, die Tochter des
f Krämers Valten Kolmitz (MM), wird dadurch Schwager des Daniel Mohner. Wird Anfang 1592 Bürger und
Meister. Wohnt auf der Schuhbrücke. Wird 1607 von den Ältesten und Jüngsten der Goldschmiedezeche verklagt,
weil „er sie mit gantz beschwerlichen vnd nachteiligen reden vorletzt vndt angriffen habe"; er erhält eine Gefängnis-
strafe und muss am 16. November 1607 vor den Schoppen und Ratmannen geloben, sich bescheidener zu ver-
halten sowie der Zechen Brauch und Privilegien gemäss zu leben. Im Jahre 1614 beschliessen die zünftigen
Meister, den George Beck in ihrem Mittel nicht mehr dulden zu wollen, „weil er nicht allein wieder handwergs-
gewonheit keinen offenen laden eine zeit lang gehabt, sondern auch sonst vielfaltig wider handtwergsordnung
gelebet, einen silbernen groschen mit einem güldenen rande an stat eines vngrischen gülden gegen münz
zuuorwechseln geschicket . . . ." Alle Meister bis auf Daniel Mohner und Rudolph Fesch, die mit Beck ver-
schwägert sind, unterzeichnen zwischen dem 8. April und 6. Mai 1614 den Beschluss. Beck beleidigt 1616 den
Innungsmeister Christoph Stimmel, wird mit Haft bestraft, muss am 31. August um Verzeihung bitten und ruhiges
Verhalten geloben. (Lib. definit. IV. 183b _ 184 a, 277» — 278b, v. 13a). Ein Gesuch Beckes an den Kaiser
um „Communication" des Beschlusses von 1614 wird am 19. November 1616 abschlägig beantwortet (Lib.
magnus III. 30 a). im Jahre 1618 wird Beck nochmals beim Breslauer Magistrat wegen Aufhebung der Aus-
schliessung von der Innung vorstellig, doch wird ihm am 19. Januar 1619 der Bescheid, den Rat sowie die
Zeche unbehelligt zu lassen. Am 12. August 1620 beschwert sich Beck ohne Erfolg bei den Ratmannen über
den Goldschmiedgesellen Albrecht Luckertt (Lib. definit. V. 58, 98 b— 99a). Seine Tochter Regina heiratet am
24. Oktober 1622 den Balthasar Krause (MM). Seine Frau Regina f 6. (begr. d. 8.) X. 1633 (Elis.). Er selbst
stirbt am 31. Januar (begr. d. 3. Februar) 1637 hinter der kaiserlichen Burg, alt 72 Jahre (Elis.).
Beck, Jeremias (Becke, Baeck, Bäck, Baecke, Boeck, Böck, Boecke), Goldschmied, heiratet als Geselle am 17. De-
zember 1564 Brigitta, die Tochter des Haubenschmieds George Rorbach (MM). Erwirbt das Bürgerrecht am
9. März 1565, wird um dieselbe Zeit Meister. Wohnt auf der Altbüssergasse. Seine Tochter Dorothea heiratet
am 10. Juni 1586 den Bildhauer und Schnitzer Christoph Junge (MM). Beck stirbt im August 1590. Seine
Tochter Anna heiratet am 26. Mai 1592 den Goldschmied Rudolph Fesch (MM). Seine Witwe Brigitta j 8.
(begr. d. 10.) XI. 1618 (Elis.).
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Beck, Jeremias, (Baeck, Boeck), Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, getauft am 26. März 1577 (MM), Sohn des
Goldschmieds Jeremias Beck, der 1565 Meister wird und Bruder des George Beck, der 1592 Meister wird,
beschwert sich am 12. August 1620 bei den Ratmannen ohne Erfolg über den Goldschmiedgesellen Albrecht
Luckertt (Lib. definit. V. 98 b— 99 a).
Beck, Jeremias (Baeck, Boeck), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds George Beck, heiratet als
Geselle am 1. Oktober 1630 Magdalena, die Witwe des Goldschmieds Christoph Giebel (Gebel) in Glatz (Elis.).
Kann als Meister keine eigene Werkstatt gehabt haben, da sein Name im Catalogus civium von 1617 und 1640
nicht vorkommt. Wohnt auf der Altbüssergasse. Stirbt am 15. Oktober 1666, alt 70 Jahre 9 Monate. Seine
Witwe Magdalena f 31. VIII. (begr. d. 2. IX.) 1672 (Elis.).
Beck, Lazarus, Goldschmiedgeselle, am 31. Oktober 1585 stirbt seine Tochter Anna.
Beckensteiner, Benedict [Benjamin] Jacob (Beckenstein), Goldschmied, Sohn des Nürnberger Goldschmieds Matthäus
Beckensteiner, arbeitet in Breslau bei Johann Peter Ziegler als Meisterstück einen Kelch nebst Ring und Siegel,
wird Meister im Februar und Bürger am 18. April 1721. Heiratet am 6. Mai 1721 Johanna Susanna, die Tochter
des | Malers George Schart (Elis.). Seine Frau Johanna Susanna f 28. (begr. d. 30.) III. 1757 (Elis.). Er selbst
stirbt am 11. März 1758 (Elis.).
Becker, Carl Wilhelm, Goldarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Carl Friedrich Namikowski vom Qu. Trinitatis 1796,
dann bei Heinrich August Breibisch vom Qu. Reminiscere 1797 — 1800. Arbeitet bei Johann Bernhard Hoensch
als Meisterstück ein goldenes Diadem, wird Meister am 5. April und Bürger am 21. Juni 1805. Läuft 1806 davon.
Becker, Johann Siegmund, Goldschmiedgeselle, Sohn des Tuchmachers Becker zu Freistadt im Glogauischen, stirbt
in Breslau am 7. August 1707, alt 27 Jahre (Elis.), hat bei Hans Jachman d. j. in Arbeit gestanden.
Beer, Christoph Carl Sigismund, Goldarbeiter, geb. zu Fürth in Bayern, lernt in Bayreuth bei dem Hofjuwelier
Meichsner. Meldet sich in Breslau am 16. März 1756 als Stückmeister. Nachdem sich die Innung bei dem Magistrat
von Bayreuth nach der Richtigkeit des Geburts- und Lehrbriefes erkundigt hat, wird Beer am 16. Juni 1756 als
Stückmeister zugelassen und legt die Zeichnung zu einem Prälatenkreuze vor, bittet jedoch, ein anderes Meister-
stück anfertigen zu dürfen, da er das Kreuz innerhalb der vorgeschriebenen Zeit nicht vollenden könne. Weist
am 31. März 1757 einen Plack und Ring auf und wird als Meister rezipiert. Erwirbt am 6. September 1757 das
Bürgerrecht. Stirbt am 16. (17.) Februar 1758.
Beer, Stenzel, Goldschmiedgeselle, am 4. Februar 1613 stirbt seine Witwe Barbara.
Begel, Christian, siehe Bogel.
Beger, Christian Gottlieb, siehe Böger.
Beheme, Hans, Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht am 23. September 1531, wird um dieselbe Zeit Meister. Ist
im Catalogus civium von 1544 nicht mehr erwähnt. Seine Tochter Magdalena heiratet am 8. August 1557 den
Zuckermachergesellen Hans Zigler (MM). Seine Tochter Martha heiratet am 8. Mai 1581 den Büttner Lorenz
Ecke (MM).
Beier, siehe Beyer.
Beil, siehe Beyl.
Beinett, Franz, Goldschmiedgeselle, Sohn des Stadtmaurers Franz Beinett in Brieg, heiratet in Breslau 1581 Eva, die
Witwe des Wundarztes Christoph Ulrich (Elis.).
Beisker [Beisger], Augustin, siehe Peisker.
Bendel, Caspar, (Benndell), Goldschmied, Sohn des Tuchmachers Joachim Bendel in Striegau, wird 1575 in Breslau
Bürger und Meister. Heiratet am 2. Advent 1575 Helena, die Tochter des f Hans Greiser (Elis.). Seine Frau
Helena f 2./9. XII. 1588. Bendel heiratet am 30. Oktober 1589 Martha, die Tochter des städtischen Beisitzers
im Schweidnitzer Keller Jeremias Kreusig (MM). Seine Frau Martha f 13./20. VIII. 1593. Er selbst stirbt am
20./27. August 1599. Seine Witwe Anna (Frau aus dritter Ehe) f 13. (14.) I. 1623 (Elis.). Bendel zeichnet
CB Iigiert, vgl. Taf. III Nr. 61.
a. Deckelpokal, Silber mit wenig Vergoldung, die das gravierte Arabeskenwerk auf den Rändern der Gefäss-
wandung und am Deckel sowie das getriebene Rollwerk des Fusses hervorhebt. Mit dem Wappen des
Stifters Quirinus Schlaher. Datiert 1578. H. incl. Deckel 22,2 cm. Beschauz. W Typus II, Meisterz. u.
Kriegssteuerst. — Kleinodien der Schiesswerderschützen in Breslau. Schlesisches Museum für Kunstgewerbe
und Altertümer, Breslau. (Vgl. Schlesiens Vorzeit, Bd. V S. 247 Nr. 6, abgeb. Taf. II Nr. 2.)
b. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen Fusse in Gravierung das Haupt Christi sowie die Wappen
des Andreas Heugel und der Elisabeth Gafronin zu Dreske. An dem Nodus Engelsköpfe. Der Kuppabelag
mit Renaissance-Rollwerk. H. 19 cm. Beschauz. W Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. —
Evang. Pfarrkirche St. Trinitatis, Juliusburg Kr. Öls.
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Berge, Jacob vom, siehe Jacobus de Montibus Kuttenis.
Berger, Heinrich, Goldschmiedgeselle von Hessen-Cassel, stirbt in Breslau am 17. (19.) April 1737, alt 28 Jahre (Elis).
Berger, Jacob, Goldschmied, heiratet als Geselle im Mai 1553 Sibilla, die Tochter des Plattners Thomas Frantz (MM).
Wird Ende 1553 Meister, erwirbt das Bürgerrecht am 9. Februar 1554. Ist im Catalogus civium von 1579 nicht
mehr genannt.
Berger, Johann Christian Wilhelm, Goldarbeiter, wird Bürger am 12. Januar 1816 und Innungsmeister am 21. August
1820. Ist Ältester von 1834—1839. Stirbt 1839.
Berger, Joseph, Silberarbeiter, reicht am 1. Juli 1872 sein Aufnahmegesuch bei der Innung ein, wird am 14. Oktober
1872 als Mitglied aufgenommen. Bleibt Mitglied bis zum 13. Oktober 1893.
Bernhart, Goltsmed, wird in den Schöppenbüchem zwischen 1362 — 1366 erwähnt. Sophy, die Hausfrau Bernharts
reicht 1362 der Elzebet, Nickel Closes (= Nicloses) Frau zu desselben ihres Mannes Händen das Erbe halb bei
Hensel Lobdaw zu einem rechten Kaufe (Schöppenb. II. 172,277). Bernhart aurifaber verreicht 1366 der Elisabet
Urbanynne 1 Mark jährl. Zins auf sein Erbe auf der Altbiissergasse, wiederverk. um 10 Mark (Schöppenb. II. 327
Bernt, Johann Carl Gottlieb (Berndt), Silberarbeiter, geb. in Wohlau, Sohn des dortigen Goldarbeiters Johann Gottlieb
Bernt, lernt in Breslau bei Gottlieb Benjamin Neidner vom 5. Juni 1782 bis 18. September 1783, dann bei Carl Gottlieb
Gröger bis 19. Februar 1788. Arbeitet bei Gottfried Benjamin Weigelt als Meisterstück eine Kaffeekanne nebst
Milchkännchen (etwa von dem auf Seite 9 Fig. 6 abgebildeten Typus), wird Meister am 5. Januar und Bürger am
16. Mai 1797. Heiratet im Februar 1798 Johanna Eleonora, die Tochter des Zimmermanns J. G. Berger in Prausnitz
(Elis.). Stirbt 1816. Seine Witwe setzt bis 1824 die Werkstatt fort. Nach ihrem Tode bittet die Tochter Caroline
Bernt die Innung, das Geschäft weiter führen zu dürfen. Ihr Gesuch wird am 28. Dezember 1824 abschlägig
beantwortet. Sie erhält nur die Vergünstigung, noch drei Monate Arbeiten zum Stempeln einliefern zu dürfen.
Bertoldus, aurifaber Wratislaviensis, sein älterer Bruder Tilo und sein jüngerer Bruder Jacobus, ebenfalls beide
aurifabri, sind Mitglieder einer Breslauer Goldschmiedfamilie, die von Herzog Heinrich VI. v. Breslau für eine
elterliche Schuld von 150 Mark und für 12 Mark, die der Herzog persönlich empfangen hat, am 31. Januar 1318
den Breslauer Brenngaden (Münze) erhält. (Original-Urkunde im Bresl. Stadtarchiv, A. 23; abgedr. bei Drescher,
Schles. diplom. Nebenst. 71, und bei Georg Korn, Bresl. Urkundenbuch I Urk. 102. — Bresl. Stadtarchiv, Albrecht
v. Reicheiis Manuskript, R. 928 a, S. 77).
Bertram, Georg, bewirbt sich 1661 um ein Privileg zum alleinigen Betrieb der gesponnenen Gold- und Silberarbeit
in Breslau (Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Rep. 17. Stadt Breslau, II 15 e).
Bettiger, siehe Böttiger.
Betz, Caspar, Goldschmied in Nürnberg, hält sich 1584 in Breslau auf. (Hampe, Nürnberger Ratsverlässe, Bd. II S. 1 26 f.).
Beu, Daniel, siehe Boy.
Beuthner, Carl August (Beuttner), Goldarbeiter, geb. in Dresden, meldet sich in Breslau als Stückmeister am 26. Mai
1785, arbeitet bei Johann Christian Schlencker ein Paar Ohrgehänge mit Rauten, wird Meister am 11. April 1786.
Erwirbt das Bürgerrecht am 11. Februar 1788. Ist in der Meisterliste von 1812 das letzte Mal genannt.
Beyer, Adam Carl, Goldschmiedgeselle, am 30. Oktober 1704 stirbt ihm ein Kind.
Beyer, Johann Gottlieb (Bayer, Beier), Silberarbeiter, geb. in Liegnitz, meldet sich in Breslau am 13. Januar 1755
als Stückmeister, arbeitet bei Stephan Christian Luttroth ein Giessbecken nebst Kanne, wird Meister am 16. April
und Bürger am 2. Juni 1755. Stirbt am 8. Juli 17(33.
Beyer, Johannes, aurifaber, erwirbt das Bürgerrecht am Mittwoch nach Briccii ep. (14. November) 1414, Bürge ist
Reyche Jocob. Ist am 16. Mai 1432 im Schöppenbuch XIII erwähnt.
Beyer, Moritz Carl Joseph, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Erbsassen und Ziergärtners Johann Beyer, lernt
bei Paul Leonhard Schmidt von Johannis 1823 bis Michaelis 1828. Erwirbt das Bürgerrecht am 6. Januar 1846,
alt 38 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Beyl, Christian (Beyhl, Beyll, Beil, Beill), Silberarbeiter, Sohn des Salzwirkers Andreas Beyl in Halle, Bruder des Silber-
arbeiters Thomas Beyl, wird Meister im März und Bürger am 14. August 1725. Heiratet am 11. September 1725
Johanna Margareta, die Tochter des f Handelsmannes Friedrich Ferdinand Förster (Elis.). Eröffnet seine Werk-
statt am 29. September 1725. Wird 1729 König der Schiesswerder-Schützen und stiftet ein Kleinod (heute im
Schles. Mus. f. Kunstgew. u. Altertümer). Seine Tochter Rosina Elisabeth heiratet am 26. Oktober 1746 den
Goldarbeiter Gottfried Gideon Eberlein d. j. (Elis.). Beyl ist seit 1747 Zunftältester und seit 1758 mutmass-
licher Stempelmeister mit dem Buchstaben G. Seine Tochter Johanna Martha heiratet am 25. Juni 1758 den
Kaufmann Carl Melchior Schmelz (Elis.). Seine Tochter Johanna Christiana heiratet am 7. November 1758 den
Apotheker Gottlieb Siegfried Görke in Militsch (Elis.). Seine Tochter Johanna Magdalena heiratet am 25. August 1760
den Kaufmann Christian Gottlieb Lange (Elis.). Beyl feiert am 29. September 1775 sein fünfzigjähriges Meister-
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jubiläum. Das Mittel schenkt ihm einen silbernen, innen vergoldeten Pokal mit Inschrift und Datum; die Gesellen
bringen ihm einen Fackelzung und Abendmusik mit Pauken und Trompeten. Beyl legt am 19. September 1776
wegen hohen Alters seine Ehrenämter nieder. Stirbt am 9. (begr. d. 13.) Januar. 1778, alt 84 Jahre 5 Wochen
(Elis.). Seine Witwe Johanna Margareta f 1- (begr. d. 3.) X. 1780 (Elis.). Beyl zeichnet CB, vgl. Taf. IV Nr. 144.
a. Ehrenbecher des Gottfried Pohl, Prorektors und Professors am Elisabethgymnasium, Silber, innen ver-
goldet, mit Breslauer Stadtwappen, Widmungsinschrift und spätem Laub- und Bandelwerkdekor in Gra-
vierung. Auf dem Deckel, getragen von vier Bügeln, das Haupt Johannes des Täufers auf der Schüssel.
Datiert 1736. H. 28 cm. Johanneskopf Typus X, Stempelmeisterb. C u. Meisterz. — Schlesisches Museum
für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
Beyl, Ferdinand Christian (Beil, Beul), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Silberarbeiters Christian Beyl, lernt
bei Benjamin Kochmann von 1744 — 1749, wird Geselle am 4. März 1749. Erhält 1756 von König Friedrich dem
Grossen die Kgl. Hoffreiheit und die Erlaubnis, den Kgl. Adler an seiner Werkstatt auszuhängen (Protokollb.
15. Sept. 1756). Meldet sich als Stückmeister am 11. März 1757, arbeitet bei seinem Vater eine mit Brillanten
und Smaragden besetzte Egrette und einen Ring, wird Meister am 5. April und Bürger am 5. Juni 1758. Heiratet
am 6. November 1759 Maria Magdalena, die Tochter des Kaufmanns Wilhelm Döring (Elis. u. MM). Seine Frau
f 3. (begr. d. 5.) II. 1768 (Elis.). Beyl heiratet am 19. Juni 1771 Rosina Dorothea, geb. Rudolph, die Witwe des
Zinngiessers Caspar Scholtz (Elis.). Ist Ältester seit 1789. Stirbt am 13. (begr. d. 16.) Juni 1798, alt 68 Jahre (MM).
Seine Witwe Rosina Dorothea f 25. (begr. d. 28.) III. 1803 (Elis.).
Beyl, Gottfried (Bleyel), Goldschmiedgeselle, stirbt am 6. (begr. d. 8.) Januar 1732, alt 26 Jahre 28 Wochen (MM).
Beyl, Jacob, Goldschmied, am 1. Januar 1725 stirbt seine Witwe Anna Regina.
Beyl, Samuel Andreas (Beil) Goldarbeiter, Sohn des Silberarbeiters Christian Beyl, Bruder des Goldarbeiters Ferdinand
Christian Beyl, lernt bei Benjamin Kochmann vom 30. Dezember 1749 bis 17. September 1754. Meldet sich am
22. März 1764 als Stückmeister, arbeitet bei seinem Vater einen mit Rauten und Rubinen besetzten Plack, wird Meister
am 28. Juni 1764 und Bürgeram 19. November 1770. Stirbt am 10. (begr. d. 13.) April 1798, alt 63 Jahre 7 Monate (Elis.).
Beyl, Thomas (Beyel, Beyll, Beil, Beihl), Silberarbeiter, Sohn des Salzwirkers Andreas Beyl in Halle, Bruder des
Silberarbeiters Christian Beyl, arbeitet in Breslau bei Johann Peter Ziegler als Meisterstück ein Geschirr nebst
Ring und Siegel, wird Bürger am 28. April und Meister am 1. Mai 1719. Heiratet am 11. Juli 1719 Rosina, geb.
Heibig, die Witwe des Knopfmachers Christoph Rose (Elis.). Seine Frau f 6. (begr. d. 9.) V. 1733 (Elis.).
Beyl heiratet am 16. Februar 1734 Maria Magdalena, die Witwe des Goldarbeiters Gottfried Gideon Eberlein d. ä.
(Elis.). Seine Frau f 21. (begr. d. 23.) VIII. 1745 (Elis.). Beyl ist Ältester von 1745-1747. Heiratet zum dritten
Male am 15. Juni 1746 Maria Magdalena, geb. Belger, die Witwe des Kretschtners Christian Hoffman (Elis.).
Seine Frau f 20. (begr. d. 22.) IX. 1757 (Elis ). Er selbst stirbt am 1. (begr. d. 3 ) Februar 1758, alt 76 Jahre
9 Monate (Elis.). Beyl zeichnet TB in einem Zweipasse, vgl. Taf. IV Nr. 136.
a. Schüssel für Messkännchen, Silber, gerippt. Johanneskopf, Stempelmeisterb. B positiv, Meisterz. u. Kriegs-
steuerst. Adlertypus. — Sandkirche, Breslau.
b. Salzfässchen, ein Paar, Silber, oval, glatt. Johanneskopf Typus IX, Stempelmeisterb. C, Meisterz. u.
Kriegssteuerst. FW (wie Fig. 9b). — Edgar Graf Henckel von Donnersmarck, Schloss Grambschütz bei Namslau.
c. Taufschüssel, Silber, rund, radial gerippt. Datiert 1731. Dm. 44 cm. Johanneskopf Typus X, Stempel-
meisterb. C u. Meisterz. — Evang. Pfarrkircrre, Rawitsch Prov. Posen.
d. Löffel, Silber, Beschauz. W Typus VII, Stempelmeisterb. C u. Meisterz. — Exzellenz Due, St. Petersburg
(nach Rosenberg Nr. 472 a).
e. Schale mit Kinderfiguren in getriebener Arbeit. Johanneskopf u. Meisterz. — 1882 bei J. & S. Gold-
schmidt, Frankfurt a. M. (nach Rosenberg Nr. 472 b).
Biederman, Carl, Goldarbeiter ausserhalb der Innung, heiratet 1717 bei St. Matthias eine Kammerjungfer vom Sande.
Biesing, Heinrich, Goldschmiedgeselle, Sohn des Glasers Albrecht Biesing in Hamburg, heiratet in Breslau 1605
Ursula, die Tochter des f Stadtsoldaten Jacob Arlet (Elis.).
Bingert, Friedrich Wilhelm (Binger), Goldarbeiter, geb. in Gross-GIogau, meldet sich in Breslau als Stückmeister am
28. Dezember 1778, arbeitet bei Christian Hoensch einen mit Rauten, Rubinen und Perlen besetzten Halsschmuck,
wird Meister am 11. Juni 1779. Ist in der Meisterliste von 1792 zum letzten Male genannt.
Bischdorff, Hans (Johannes Bisdorff), aurifaber, wird Bürger am Tage Dorothee (6. Februar) 1456. Besitzt ein
Haus an der Nordseite des Ringes zwischen Lucas Hasenfelts und Caspar Arndts Erbe; darauf beziehen sich
die Angaben im Traditionsbuch I fol. 19b, 23b, 24b, 26b. Erscheint 1461, 1465, 1467, 1469, 1472, 1475, 1477,
1479 . . 1491, 1493 in den Geschwoienenh'sten der Signaturbücher als Zunftältester, desgleichen 1492 in den
Acta capituli III b 17. Unter seinem Seniorate wird 1472/73 der grosse Goldschmiedealtar errichtet (vgl. S. 12).
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In den Schatzverzeichnissen der Elisabethkirche, Nachtrag von 1496 heisst es: „Item von Hans Bischdorf dem
goltsmede ij kelche eyner obirgolt vnnd der ander nicht vorgolt zcu synte maternen Capelle gegeben vnnd eyn
crewcze mit eynem koppirn füsse". (Schultz, 1. c. [siehe S. 1 Anm. 1] S. 15). Bischdorff stirbt um 1496.
Bittner, siehe Büttner.
Blachwitz [Blackwitz], siehe Plackwitz.
Blaschke, George (Blaschge, Blasske, Blassge, Bläschke, Bluschke, Plesske), Goldschmied, Sohn des George Blaschke,
Kirchdieners an der Schlosskirche zu Öls, wird in Breslau 1705 Meister. Erwirbt das Bürgerrecht am 24. April
1705. Heiratet am 12. Mai 1705 Regina, die Tochter des Ratsgeschössers George Hehne (MM). Seine Frau
t 27. (begr. d. 29.) XII. 1715 (Elis.). Blaschke heiratet am 11. Februar 1721 Eva Justina, die Tochter des f Müller-
meisters Christian Föst (Elis.). Stirbt am 2. November 1728, alt 57 Jahre weniger 6 Wochen 1 Tag. Seine
Witwe Eva Justina heiratet am 18. Oktober 1729 den Handelsmann Johann Gottlieb Caspari (MM).
Bleyel, Gottfried, siehe Beyl.
Bluschke, George, siehe Blaschke.
Bock, Christoph, erwirbt das Bürgerrecht am 29. Februar 1544, wird um dieselbe Zeit Meister. Stirbt vor 1579.
Seine Witwe Anna f 16. XII. 1586, alt 64 Jahre (MM). Sein Sohn Paul heiratet am 13. April 1587 Martha, die
Tochter des f Valien Kien von Auras (MM). Bock zeichnet CB (nach Schles. Vorz. N. F. Bd. II S. 171).
a. Nautiluspokal, Silber vergoldet, abgebildet auf Seite 45 Fig. 13. Beschauz. W u. Meisterz. — Slg. Pierpont
Morgan, zur Zeit in London, früher Slg. Guttmann, Berlin.
Bock, Jörg, (Pock), Goldschmiedgeselle von Breslau, wird 1555 in Nürnberg Meister. (Hampe, Nürnb. Ratsv. I. 513, 596).
Bock, Paul (Bog, Bogk), Goldschmied und Petschierstecher, wird Breslauer Bürger am Freitag vor Invocavit
(27. Februar) 1506. Kauft 1522 das Haus der f Margaieta Angermondin auf der Albrechtsgasse. Verkauft in
demselben Jahre sein Haus auf der Albrechtsgasse, Ecke Kuhgasse, und reicht den Ältesten der Goldschmiede
2 Mark jährl. Zins auf sein Haus auf der Albrechtsgasse zunächst Matis Hennigs Erbe zu Händen armer Leute
(Tradb. IV. 6t», 7a, 14b). Stirbt um 1548. Seine Witwe Helena heiratet im September 1550 den Goldschmied
Baltzer Glaser (MM). Seine Tochter Rebecca heiratet im Dezember 1550 den Kannegiesser Lorencz Stille, wird bald
Witwe und heiratet im November 1553 den Goldschmied Jorge Schlefuss (MM). Seine Tochter Sara heiratet im
Januar 1553 den Sebastian Scholcze, Andres Heugels Diener (MM). Seine Tochter Ester heiratet am 6. Juni 1558
den Tischlergesellen Daniel Lengfeit (MM),
a. Siegelstempel mit dem neuen Breslauer Stadtwappen, Silber. Datiert 1530. Dm. 4,6 cm. — Schlesisches
Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Zeitschr. d. Ver. f. Gesch. u. Altert. Schlesiens, Bd. V S. 13).
Bock, Peter, Goldschmiedgeselle, heiratet im Dezember 1552 Hedwig, die Witwe des Parchners Hans Tyle (MM).
Bockendorff, Jacobus, wird Bürger am Sonnabend nach Vincentii 1445. Ist imCatalogus civium von 1470 nicht mehr erwähnt.
Bockinschuch, Niclos, siehe Buckinschuch.
Bockisch, Lazarus, siehe Bogusch.
Boeck [Boecke], siehe Beck.
Böge, Hans [Johannes], siehe Boy.
Bogel, Christian [Gottlob] (Begel), Silberarbeiter, geb. in Oberdorff bei Grottkau, lernt in Breslau bei George
Friedrich Thamm vom Juni 1750 — 1757. Meldet sich als Stückmeister am 3. Juni 1779, arbeitet bei Johann
Christian Schlencker ein silbernes Becken nebst Kanne, wird Meister am 9. Juli 1779. Stirbt am 5. Januar 1786,
alt 51 Jahre. Bogel zeichnet CB in ovalem Felde, vgl. Taf. V Nr. 171.
a. Tisch leuchter, Silber, vier Stück, im Empirestil. Johanneskopf Typus XIV, Stempelmeisterb. H, Meisterz,
u. Kriegsteuerst. ffi\f. — Arthur von Machui, Breslau.
Böger, Christian Gottlieb (Beger), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Weinbrenners Johann Christian Böger auf
dem Matthiasgute vor dem Odertore, meldet sich als Stückarbeiter am 17. Juli 1772, arbeitet bei Gottlob Benjamin
Werner einen mit Rauten besetzten Plack, wird Meister am 13. November 1772 und Bürger am 25. Januar 1774.
Heiratet im August 1777 Beata Wilhelmina, die Tochter des f Konditors Heinrich Hildebrandt (Elis.). Stirbt am
13. (begr. d. 16.) Februar 1796, alt 56 Jahre 3 Wochen (Elis.).
Böhm, Goldarbeiter, seine Frau ist am 3. April 1715 Taufzeuge bei St. Matthias.
Böttcher, Carl Wilhelm Eduard, Goldarbeiter, geb. in Stettin, Sohn des Feuerwerkers Johann Böttcher, erwirbt das
Breslauer Bürgerrecht am 2. Juni 1848, alt 25 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Böttcher, Johann Carl Gottlob, siehe Böttiger.
Böttiger, Christoph Engelhard (Bötticher), Gold- und Silberdrahtzieher, Sohn des Verwalters Abraham Engelhard
Böttiger zu Köpenick in Brandenburg, heiratet in Breslau am 20. Juli 1716 Anna Elisabeth, die Tochter des
f Pfeiffers Johann George Leukom (Elis.). Seine Frau Anna Elisabeth | 22. (begr. d. 24.) I. 1736.
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Böttiger, Johann Carl Gottlob [Gottlieb] (Böttger, Böttcher, Bettiger), Goldarbeiter, geb. 1773 in Breslau, Sohn
des Goldarbeiters Johann Gottlob Böttiger, lernt bei Daniel August Titze vom Qu. Lucie 1787 bis Qu. Reminiscere
1794. Arbeitet bei Johann Bernhard Hoensch als Meisterstück einen Ring mit Rosetten, wird Meister am 3. Sep-
tember 1799 und Bürger am 6. Mai 1800. Heiratet am 20. Mai 1800 Christiana Eleonora Carolina, die Tochter
des f Unteroffiziers Carl Gottlieb Freytag (Elis). Ist von 1836—1841 Stadtverordneter. Stirbt am 1 . Januar 1851 .
Böttiger, Johann George (Böttger, Böttcher, Bötticher, Bettiger), Goldarbeiter, geb. zu Stollberg in Sachsen, Sohn des
dortigen Akzise-Inspektors Salomon Friedrich Böttiger, meldet sich in Breslau als Stückmeister am 17. Juni 1751,
arbeitet bei Johann David Kriebel eine mit Rubinen und Diamanten besetzte Mache (Plack, Patzel) und einen
Blumenring mit Brillanten, wird Meister am 23. September (14. Oktober) 1751. Erwirbt das Bürgerrecht am
29. Februar 1752. Heiratet am 6. Februar 1754 Johanna Rosina, die Tochter des t Pfarrers Johann Caspar
Männling zu Weigwitz (MM). Stirbt am 24. (begr. d. 26.) November 1759, alt 40 Jahre 2 Monate (MM). Seine
Witwe heiratet am 3. August 1763 den Buchdrucker Johann Ernst Tramp in Brieg (MM).
Böttiger, Johann Gottlob [Gottlieb, Gottfried] (Böttger, Bötticher, Böttcher, Bötticker), Goldarbeiter, geb. zu Stollberg
in Sachsen, Sohn des dortigen Akzise-Inspektors Salomon Friedrich Böttiger, Bruder des Goldarbeiters Johann
George Böttiger, meldet sich in Breslau als Stückmeister am 11. Juni 1760, arbeitet bei Johann Gottlieb Schmidt
einen mit Rauten besetzten Plack und einen Ring, wird Meister am 15. Mai und Bürger am 9. Juni 1761.
Heiratet 1765 Christiana Sophia, die Tochter des f Feldwebels Johann Christoph Geisler (MM). Sein Sohn
Johann Friedrich, ein Goldschmiedgeselle, stirbt am 6. (begr. d. 9.) Dezember 1794 (Elis.). Er selbst stirbt am
18. (begr. d. 21.) Juni 1795, alt 72 Jahre 9 Monate (Elis.). Seine Witwe f 24. (begr. d. 27.) VI. 1818 (MM).
Bog, [Bogk], siehe Bock.
Bogusch, Lazarus (Bogisch, Bockisch, Rogusch), Goldschmied, heiratet als Geselle am 29. September 1573 Anna, die
Tochter des f Schusters Conrad Neuman (MM). Wird Meister und Bürger Anfang 1574. Stirbt um 1584.
Seine nachgel. Tochter Anna f 29. X. 1585. Seine Witwe Anna heiratet 1588 den Schuster David Lange (MM).
Bohlmann, Peter, Goldarbeiter, geb. in Hannover, meldet sich in Breslau bei der Innung am 20. Januar 1852 und
wird nach bestandener Meisterprüfung am 5. (14.) April 1852 rezipiert. Stirbt am 13. Dezember 1877.
Boi, siehe Boy.
Bomgart, Peter, siehe Peter vom Baumgart.
Borman, Mertin, siehe Rorman.
Bornbach, Heinrich, de Frankenberg, aurifaber, wird Breslauer Bürger am Freitag nach Corpus Christi (18. Juni) 1389.
Wohnt am Hühnermarkte. Ist 1393, [1395], 1406, 1408, [1409] in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als
Zunftsenior genannt. Zahlt 1403/4 an Steuern: de opere 1/2 fertonem (Steuerb. fol. 38 b). Acht Tage nach
Epiphania (13. Januar) 1402, sagt Heynke Birchin aus, dass er von den Gebrüdern Hannos und Gregor Wende
kein Geld als Erbteil erhalten habe, darum Bornbach der Goltsmed dieselben beschuldigte. Bornbach hatte
nämlich ihren Bruder Paschke Wende in Kost gehabt; nach dessen Tode hatte er statt des Kostgeldes nur ein
Pferd erhalten (Signaturb. XIII). Bornbach und Hannos Nysser geloben 1409 für die Gultsmedeknechte
Nicolaus und Lorencz einen Ofen Ziegel, weil diese einem Meister der Gultsmede gewegelaget haben.
(Signaturb. XVII). Bornbach stirbt um 1410. Siehe Heinrich Erford.
Bornbach, Nicolaus, Sohn des Heinrich Bornbach (?), wird Bürger am Sonnabend nach Michaelis (2. Oktober) 1423.
Bornowski, Joseph Ludwig (Bornowsky), Goldarbeiter, geb. in Warschau, Sohn des pensionierten Leutnants Anton
Bornowski, lernt in Breslau bei Paul Leonhard Schmidt vom 21. Juni 1810 bis 28. Dezember 1815. Erwirbt das
Bürgerrecht am 28. Februar 1823, alt 25 Jahre. Wird Innungsmitglied und Innungsbote am 10. Oktober 1S59.
Stirbt 1861.
Bossert, Johann Carl Gottlob (Bossart, Bussert, Bussart, Poussert), Goldarbeiter, lernt bei Johann Jacob Ebert vom
Qu. Trinitatis 1793 bis Qu. Reminiscere 1799. Arbeitet bei Daniel August Titze als Meisterstück ein Paar Ohr-
gehänge mit ä jour gefassten Brillanten, wird Meister am 24. Oktober und Bürger am 29. Oktober 1805. Ist in
der Meisterliste von 1817 das letzte Mal genannt.
Bossert, Johann Christian Ferdinand (Bossart), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Gastwirtes Johann Carl
Bossert, lernt bei Christian Heinrich Daniel Jaeckel vom Qu. Crucis 1798 bis Qu. Johannis 1804. Erwirbt das
Bürgerrecht am 20. Dezember 1816, alt 34 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Bothner, Johann Conrad, Gold- und Silberarbeiter, seine hinterlassene Tochter Christiana Eleonora heiratet am
17. Mai 1773 den Bedienten Samuel Siegmund Meyer (Elis.). Seine Witwe Anna Rosina, geb. Wuttge, f9. (begr.
d. 11.) II. 1758 (Elis.).
Bottner, Frantz (Buttner, Butner), Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht am 25. Februar 1542, wird um dieselbe Zeit
Meister. Heiratet 1543 Barbara, die Tochter des Schusters Hans Weygel (MM). Seine Tochter (?) Hester heiratet
48
im Mai 1550 den Goldschmiedgesellen Hans Oeberdorffer (MM). Bottner stirbt um 1563. Seine Witwe Barbara
heiratet am 28. Oktober 1565 den Schuhknecht Hans Keyser (MAI).
Bowalsky, Carl Maximilian, siehe Powalsky.
Boxhammer, Hans, Goldschmied, am 21. Oktober 1621 stirbt seine Witwe Ursula.
Boxhammer. Hans (Johannes Boyhammer, Buxhammer), Goldschmied, Sohn des Handelsmannes Hans Boxhammer
in Liegnitz, wird 1623 in Breslau Bürger und Meister. Heiratet am 2. Oktober 1623 Susanna, geb. Flegel, die
Witwe des Goldschmieds und Jubelierers Johann Volgnadt (Elis.). Wohnt auf dem Ringe unter den Riemern
Seine Frau Susanna t 22. (26.) IX. 1636 (Elis.) Sein Lehrjunge Peter Bauman f 26. X. 1637. Boxhammer
heiratet am 5. September 1639 Maria, die Tochter des Kretschmers Heinrich Seliger (Elis.). Seine Frau Maria
f 21. IV. 1643. Zum dritten Male heiratet Boxhammer am 16. April 1648 Maria, die Tochter des | Abraham
Körber, Collegae am Maria Magdalenen-Gymnasium (Elis.). Boxhammer stirbt als gewesener Zunftältester am
4. (8.) Mai 1655, alt 65 Jahre. (Elis.) Seine Witwe Maria f 20. IX. 1661 (Elis.). Boxhammer zeichnet HB
ligiert, vgl. Taf. III Nr. 78.
a. Abendmahlslöffel, Silber, mit biblischen Inschriften, Laffe siebartig durchlocht. Datiert 1630. L. 15,3 cm.
Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus (Beschauz. fehlt). — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und
Altertümer, Breslau. Stammt aus der Eisabethkirche.
b. Kanne, achtseitig, mit figuralen Gravierungen in glatten Feldern. H. 18,6cm. Beschauz. W u. Meisterz. — Baron
Albrecht Redl. Ausstellung Budapest 1884, Kat. S. 23 (nach Rosenberg Nr. 468).
Boy, Daniel (Boi, Beu, Poy), Goldschmied, Sohn des Tuchbereiters Hans Boy, wird 1615 Bürger und Meister.
Heiratet am 4. Februar 1615 Anna, die Witwe Seyfrid Gerlachs (Elis.). Wohnt auf der Altbiissergasse. Stirbt
am 29. (31.) Januar (1. Februar) 1618, alt 36 Jahre (Elis. u. MM). Seine Witwe Anna heiratet am 2. Juli 1623
den Bürger Balzer Reinhardt (MM).
Boy, Emanuel [Samuel] (Boi), Goldschmied, Sohn des Hans Boy in Torgau, wird 1601 in Breslau Bürger und Meister.
Heiratet am 21. Mai 1601 Maria, die Tochter des Goldschmieds Augustin Heyne d. m. (MM). Wohnt auf der
Odergasse. Seine Frau Maria f 7- XI. 1608 (Elis. u. MM). Er selbst stirbt vor 1617.
Boy, Gottfried, Goldschmied aus Öls, lebt später in Breslau im Ballhause, am 25. März 1682 stirbt sein Sohn
Gottfried.
Boy, Hans (Johannes Boi, Böge), Goldschmied, Sohn des Breslauer Goldschmieds Daniel Boy, wird 1648 Bürger
und Meister. Heiratet am 28. April 1648 Rosina, die Tochter des f Goldschmieds George Nitsch, wohnhaft bei
ihrem Stiefvater Balthasar Wittig (MM). Wohnt auf der Albrechtsgasse. Boy ist am 13. September 1671 Trau-
zeuge bei St. Matthias. Stirbt am 6. (begr. d. 9.) Oktober 1671, alt 56 Jahre 5 Wochen 2 Tage (Elis. u. MM).
Sein Sohn Daniel stirbt 1675 als Soldat in den Niederlanden (Elis.). Seine Witwe Rosina f 15. (begr. d. 17.) X.
1678 (Elis.). Boy zeichnet HB in ovalem Felde, einige Stempel zeigen zwischen dem H und B einen Punkt,
vgl. Taf. III Nr. 84.
a. Sargschilde der Breslauer Weissgerber-Innting, Silber mit Vergoldung, rund, darauf ein von zwei Engeln
gehaltenes Wappenschild mit Innungsemblemen, darüber ein Schild mit Inschriften. Datiert 1658. Dm 43 cm.
Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Gerber- und Corduaner-Innung, Breslau.
b. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse, dem birnförmigen Nodus und dem Kuppabelag
grosse Barockblumen und spätes Ohrmuschelwerk. Datiert 1661. H. 23,5 cm. Beschauz. W Typus VI u.
Meisterz. HB ohne Punkt. — Evang. Pfarrkirche St. Michaelis, Strehlen.
c. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse Engelsköpfe, Barockblumen und Blattwerk
in Treibarbeit. Der untere Teil des birnförmigen Nodus und der Kuppabelag mit Blumen und Blattwerk
in Silber. Datiert 1669. H. 25,3 cm. Beschauz. W Typus VI, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. —
Sandkirche, Breslau.
d. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen Fusse und dem birnförmigen Nodus geflügelte Engelsköpfe
und Blumen. Der silberne Kuppabelag mit Barockblumen. Laut Inschrift gestiftet 1671 von Frau Barbara
Fuchsin. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche St. Jacobi, Zobten am Berge.
e. Schiissel mit Messkännchen, Silber vergoldet, auf der ungewöhnlich tiefen Schüssel in getriebener
Arbeit barockes Blattwerk, Engelsköpfe und ein Kelch. Der untere Teil der Messkännchen nach Art einer
Kelchkuppa mit durchbrochenem Silber belegt. Auf der Fussplatte und dem Deckel Muscheln, die Henkel
karyatidenartig. MitWappen des Abtes Matthäus Paul(1656— 1672). Schüssel: Dm. 39 X 32,7 cm. Messkännchen:
H. 14,5 cm. Beschauz. W Typus VI, Meisterz. HB mit Punkt u. Kriegssteuerst. . — Vincenzkirche,
Breslau.
49
f. Weihwasserkessel, Silber vergoldet, mit Bügelhenkel, an der sechsfach gebuckelten Wandung getriebene
Barockblunien und ein Schildchen mit dem gravierten Wappen des Abtes Matthäus Paul (wie bei e).
H. 7,9 cm., ob. Dm. 16 cm. Beschauz. W Typus VI, Meisterz. HB ohne Punkt u. Kriegssteuerst. —
Vincenzkirche, Breslau.
g. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse und dem birnförmigen Nodus Barock-
blumen in getriebener, auf dem silbernen Kuppabelag in durchbrochener Arbeit. H. 21,3 cm. Beschauz.
W. Typus VI, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. - Kath. Pfarrkirche St. Nicolai, Zelasno Kr. Oppeln.
Boy, Nickol, Goldschmied, am 9./16. Juli 1599 stirbt ihm ein Söhnlein im Kindhaus.
Boyhammer, Hans [Johannes], siehe Boxhammer.
Brab, Gotthard Rudolph, Goldarbeiter, geb. in Königsberg i. Pr., Sohn des Lohgerbers Albrecht Brab, erwirbt das
Breslauer Bürgerrecht am 9. Mai 1845, alt 30 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Bräutigam, Johann George, Goldarbeitergeselle von Regensburg, stirbt in Breslau im Januar 175S, alt 38 Jahre (MM).
Braun, Hans, Goldschmiedgeselle, heiratet in Breslau 1568 Christina, die Tochter des t Christoph Henisch (Elis.).
Braungart, Johann Ernst (Baumgart), Silberarbeiter, geb. in Wohlan,. Sohn des Siegmund Braungart, Verwalters auf
dem Gute Bettlern bei Breslau, lernt in Schweidnitz die Gold- und Silberarbeiterkunst. Meldet sich am 11. März
1754 in Breslau als Stückmeister, arbeitet bei Christian Beyl ein Giessbecken nebst Kanne (Lavor), wird Meister
am 17. Juli und Bürger am 17. Oktober 1754. Heiratet am 18. November 1755 Anna Dorothea, die
Tochter des f Fischhändlers Matthias Ruphel (Elis.). Ist Mittelsältester seit Dezember 1784 und mut-
masslicher Stempelmeister mit dem Buchstaben K seit April 1792. Stirbt am 29. April (begr. d. 2. Mai) 1793,
alt 70 Jahre 6 Monate 1 Woche 2 Tage (Elis.). Seine Witwe f 17. (begr. d. 20.) XII. 1811 (Elis.). Braungart
zeichnet IEB anfänglich ineinemSchilde (vgl. Fig. 14), dann in einem blattförmigen Felde, vgl.Taf.V Nr.163.
a. Becherpokal mit Deckel, Silber, mit zwei Rokoko-Kartuschen in getriebener Arbeit. Auf dem Deckel als
Knopf eine geschlossene Blüte. H. incl. Deckel 23 cm. Johanneskopf Typus XI1/XIII, Stempelmeisterb. G
Typus 1, Meisterz, wie Fig. 14 u. Kriegsteuerst. Stf. Kgl. Kunstgewerbemuseum, Berlin.
b. Thoraschild, Silber vergoldet, mit farbigen Steinen, in der Mitte von zwei plastischen Säulen eingeschlossen
zwei Gestalten mit Gesetzestafeln. Datiert 1763. H. 44 cm., Br. 34,5 cm. Johanneskopf Typus XIII,
Stempelmeisterb. G Typus II u. Meisterz, wie Fig. 14. — Synagoge, Lissa Prov. Posen.
c. Zuckerdose, Siiber oval, auf Blattfiisschen, mit Rokoko-Kartuschen und Blumenzweigen auf wenig gewelltem
Grunde in getriebener Arbeit. Verschliessbar. Johanneskopf Typus XIII, Stempelmeisterb. G Typus II,
Meisterz, mit blattförmigem Felde u. Kriegssteuerst. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und
Altertümer, Breslau.
d. Zuckerdose, Silber, oval, auf Blattfüsschen, mit Blumenzweigen auf leicht gewelltem Grunde in getriebener
Arbeit. Verschliessbar. Johanneskopf Typus XIII, Stempelmeisterb. G Typus II, Meisterz, wie bei c. und
Kriegssteuerst. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
e. Schälchen, Silber, oval, mit zwei Henkeln, mit getriebenem Dekor im Rokokostil. Johanneskopf Typus XIII
u. Meisterz, wie bei c. — Geheimrat Pinkus, Neustadt OS.
f. Schälchen, Silber, oval, mit Ranken in getriebener Arbeit. Johanneskopf u. Meisterz. — Kaiser Friedrich-
Museum, Posen.
g. Tischleuchter, Silber, drei Stück, zweiarmig, mit Rokokodekor. Johanneskopf Typus XIV, Stempel-
meisterb. H u. Meisterz, wie bei c. — Geheimrat Pinkus, Neustadt OS.
h. Sargschilde des Breslauer Büttner-Mittels, Silber, oval, mit den Zunftemblemen, am Rande später Rokoko-
dekor in getriebener Arbeit. Datiert 1786. Dm. 43 X 35,5 cm. Johanneskopf Typus XIV, Stempelmeisterb.
H. u. Meisterz, wie bei c. — Böttcher-Innung, Breslau.
Breen, Hieronimus [Jeronimus, Geronimus] von (Brehm, Brehe, Bretta, Brem, Brien, Brehnich, Jeremias Brister), Sohn
des deutschen Schulhalters Daniel von Breen zu Antorff in der Schweiz, heiratet in Breslau als Geselle am
13. Oktober 1587 Magdalena, die Tochter des | Goldschmieds Eucharius Riher (MM), wird bald darauf Bürger
und Meister. Seine Frau ist am 11. August 1592 und 25. Juli 1595 Taufzeuge am Dom. Breen stirbt am 5./12.
Juni 1598. Seine Tochter Elisabeth heiratet am 4. Februar 1608 den Krämer Martin Opitz (MM). Seine Tochter
Hedwig heiratet am 4. Oktober 1611 den Goldschmied George Koldt (MM). Sein Sohn Daniel, ein Handelsmann,
(vielleicht identisch mit dem Daniel von Breen, der 1627/28 Wardein und kurze Zeit Münzmeister in Glatz ist)
ehelicht am 7. Juli 1620 Maria, die Tochter des Handelsmannes Zachaeus Mümmer (MM).
Brega, Hildebrandus de, aurifaber, wird Breslauer Bürger am Tage vor Andree (29. November) 1387, Bürge ist
Walther aurifaber.
Brehnich, Hieronimus [Heinrich], siehe Breen.
50
Breibisch, Heinrich, August (Breibysius, Brovisius), Goldarbeiter, geb. in Leipzig, Sohn des Zobelfärbers Johann Martin
Breibisch, verfertigt in Breslau bei Ferdinand Christian Beyl als Meisterstück eine Haarnadel mit Brillanten, wird
Meister am 1. Juli und Bürger am 14. Juli 1794. Heiratet 29 Jahre alt am 6. November 1794 Sophia Elisabeth,
die Tochter des t Spediteurs und Zolleinnehmers Johann Thomas Weiss in Anhalt (Elis.). Seine Frau f 18- (begr.
d. 21.) V. 1797 (Elis.). Breibisch heiratet im August 1797 Anna Juliana Weiss, die Schwester der ersten Frau (Elis.).
Ist in der Meisterliste von 1799 das letzte Mal erwähnt.
Brem, Hieronimus, siehe Breen.
Bremer, Lenhart, Goldschmiedgeselle, heiratet 1566 Barbara, die Witwe Hans Richters (Elis.).
Brendel, Heinrich, Jubilierer, Sohn des Handelsmannes Melcher Brendel, heiratet am 29. Februar 1632 Margareta,
die Tochter des Handelsmannes Peter Langwiese (MM).
Brensfelt, Gerhard, Goldschmied von Braunschweig, heiratet in Breslau am 6. November 1564 Eva, die Tochter des
t Hans Hetzer (MM), wird dadurch Schwager des Goldschmieds und Wappenschneiders Volckmar Gliczman.
Breseyke, Jacob, siehe Preseyke.
Brien, Hieronimus von, siehe Breen.
Briger, Claus [Niclos, Nicze] (Brieger, Claus vom Brige, Claus Goltsmyt), aurifaber, wird Breslauer Bürger vor 1364.
Nicze Briger reicht am Freitag nach Viti (18. Juni) 1367 seiner Frau Anna die Hälfte alles seines Besitzes
(Schöppenb. II. 380a). Ist 1369 erwähnt im Nudus Laurentius, fol. 133». Wird in den Bürgerbüchern von 1371—1381
acht mal als Bürge genannt. Hensil Wynczk verkauft 1371 dem Claus Goltsmyt sein Gebäude bei der Crummen-
dorfynne. Dafür verreicht Claus Goltsmet dem Hensil Wynczk sein Erbe bei Elze Gnegynne (Schöppenb. III.
108b). Am Freitag nach Agnetis (23. Januar) 1372 reicht Claus Briger der Goltsmit seiner Frau Anna für den
Fall seines Todes allen seinen Besitz zu ihren Lebetagen. Stirbt sie, so fällt derselbe an seine Verwandten.
Vormund der Frau soll der Goldschmied Niczco Jencowicz sein. Die erste Verleibdingung von 1367 soll auf-
gehoben sein (Schöppenb. III. 151 b). Am Montag nach Oculi (1. März) 1372 verreicht Meister Claus vom Brige
der Goltsmit dem alten Stadtschreiber Peter 5 Mk. jährl. Zins auf sein Haus am Ringe bei Mathis Rimer,
wiederverkäuflich um 50 Mark. So lange der Zins steht, soll Claus von seinem Grundstücke einen Wassergang
für Regen und Himmelwasser durch Peters Erbe legen (später gestrichen). An dem gleichen Termin verreicht Petrus
der alte Stadtschreiber dem Claus vom Brige sein Erbe bei Mathis Rimer zu einem rechten Kaufe. Claus soll die
Mauer an Peters Steinhause halb haben, doch soll er nicht „gesese, swebbogin noch abueryen" [= Abführrinnen]
hineinbrechen. (Schöppenb. III. 155b, 156a). Am Freitag nach Bartholomei (26. August) 1379 verreicht Claus seiner
Frau Anna die Hälfte alles seines Besitzes nach seinem Tode (Schöppenb. IV. 242b). Claus Briger stirbt um 1384.
Briger, Hannos, aurifaber, wird Breslauer Bürger am Tage vor Circumcisio domini 1399 (31. Dezember 1398).
Briger, Johannes [Hanus], (Briegen aurifaber, wird Breslauer Bürger am Freitag vor Simon u. Judas (24. Oktober)
1455. Ist 1478 Juratus. Stirbt vor 1490.
Briger, Thomas (Brieger), aurifaber, wird Bürger am Mittwoch vor Martini ep. (7. November) 1453. Ist im
Catalogus civium von 1470 nicht mehr erwähnt.
Brinneger, Hensil, Goltsmit, wird Bürger vor 1364. Verreicht 1369 der Margareta Engilgerynne 1 Mk. jährl. Zins
auf sein Erbe bei Mathis Goltsmit, wiederverkäuflich um 10 Mk. (Schöppenb. II 443a).
Brister, Jeremias, siehe Hieronimus von Breen.
Broecker, Adam, Juwelier, tritt am 15. Juli 1886 in die Innung ein und bleibt Mitglied bis zum 13. Oktober 1893.
Brovisius, Heinrich August, siehe Breibisch.
Brück, Heinrich Theodor (Bruck), Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Schneiders Gottlob Brück, lernt bei Carl
Wilhelm Knebel von Ostern 1826 bis Juli 1830. Erwirbt das Bürgerrecht am 31. Dezember 1834, alt 23 Jahre.
Arbeitet als Meisterstück eine Suppenkelle, wird Innungsmitglied am 28. September 1835. Ist in der Liste von
1843 das letzte Mal erwähnt. Stirbt 1854 (?).
Bruno, Ludwig Wilhelm (Brunow), Silberarbeiter, geb. zu Lomza in Polen, Sohn des Beamten Wilhelm Bruno,
erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 11. Mai 1847, alt 36 Jahre. Meldet sich zur Aufnahme in die Innung am
22. Juli 1847, arbeitet als Meisterstück einen viereckigen Deckelpokal, wird am 18. Januar 1848 als Mitglied
rezipiert. Stirbt am 4. Oktober 1885. Bruno zeichnet WB negativ eingeschlagen, vgl. Taf. V Nr. 196.
a. Kelch, Silber mit Vergoldung, auf dem runden Fusse drei Gruppen von Leidensattributen, auf dem Nodus
und dem unteren Teile der Kuppa silbernes Blattwerk. H. 23,2 cm. Johanneskopf mit Jahreszahl 59,
Gehaltsst. 70, Stempelmeisterb. T u. Meisterz. — Dorotheenkirche, Breslau.
b. Tafelsilber, Löffel und Gabeln etc. finden sich häufig in Breslauer Privatbesitz.
Brunswig, Helyas de (Helyas, Helias, Elyas, Elias Goltsmet), aurifaber, wird Breslauer Bürger am Montag vor
Andree (28. November) 1401, Bürge ist Niclos Crommendorff. Wohnt am Ringe. Zahlt 1403/4 an Steuern: de
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opere "2 fertonem (Steuerb. fol. 10b). Erscheint 1408, 1409, 1412, 1415, 1417 in den Geschworenenlisten der
Signatnrbücher als Zunftsenior. Verreicht 1403 dem Heinrich Woiischilburg 3 Mk. jähr]. Zins auf sein Erbe, das
Peter Kestners gewesen ist, gelegen an der Ecke gegenüber Procop Plathener, wiederverkäuflich um 42 Mk.
(Schöppenb. IX. 193). Reicht auf am 18. August 1403 seiner Hausfrau Barbara für den Fall seines Todes all sein
Gut; hinterlässt er Kinder, dann nur die Hälfte (Schöppenb. IX. 203). Wird 1405 gelegentlich von Zins-
verreichungen erwähnt (Schöppenb. X. IIb 47b). Gelobt am Dienstag nach Letare (19. März) 1409 Laurentien,
Andres Czudmars Diener, zum nächsten Dienstage vor der Stadt Recht zu stellen (Signaturb. XVII j. Bürgt 1415
mit anderen für Girke Jungeweise. (Signaturb. XX). Stirbt um 1420.
Bruschke, Johann, Silberarbeiter, wird am 20. Januar 1873 in die Innung aufgenommen und bleibt Mitglied bis zum
13. Oktober 1893.
Buchholz, Friedrich, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Kretschmers Friedrich Buchholz, stirbt kurz vor
Michaelis 1624 „vor der Königl. Stadt Danzig auf dem Schottlande", alt 27 Jahre (Elis.).
Buckinschuch, Niclos (Buckynschuch, Bockinschuch ), aurifaber, wird Breslauer Bürger am Dienstag vor Petri ad cathedram
(16. Februar) 13S4, Bürge ist Hannos Nysser. Wohnt in seinem eigenen Hause auf der Altbüssergasse bei der Schulen
an der Albrechtsgasse. Erscheint 1386, 1389, 1392, 1396, 1403, 1406, 1409, 1412 in den Geschworenen listen der Signatur-
bücher als Zunftsenior. Zahlt 1403 4 an Steuern: de hereditate 1 lot, de opere */a fertonem (Steuerb. fol. 20b).
Seine Frau Elisabeth (Else) verreicht mit Agnit Wonschilburgynne 1388 dem Andris Sussewynckel alles Gefälle
von ihrer Schwester, des genannten Andris Frau (Schöppenb. VI. 112b). Agnit Wonschilburgynne reicht 1389
dem Niclos Buckinschuch ihr Erbe bei Hannos Glacz zunächst. Buckinschuch verreicht ihr dafür 4 Mk. jährl. Zins
auf das genannte Haus (Schöppenb. VI. 168). Buckinschuch gibt 1390 der Agnit Wonschilburgynne 3 Mk. jährl.
Zins auf sein Erbe bei Hannos Glacz zunächst (Schöppenb. VI. 206 bi. Weiter vevreicht er 1390 den Geschworenen
der Goldschmiede 21,L> Mk. jährl. Zins auf sein Haus bei Hannos Glacz; später wieder getilgt iSchöppenb. VI.
254b). Bürgt 1396 für seinen Famulus Jodocus (Signaturb. IX. 9). Reicht 1400 dem Hanko Trewgescherer 4 Mk.
jährl. Zins auf sein Erbe bei Hannos Glacz auf der Albrechtsgasse (Schöppenb. IX. 37b). Stiftet 1401 eine Mark
jährl. Zins für den Altar in der Goldschmiedekapelle auf sein Erbe bei Hannos Glacz (Schöppenb. IX. 67b, 68b).
Bürgt 1401 für seinen Knecht Jacub, dass er friedlich sein soll (Signaturb. XIIP. Stirbt um 1412. Seine Frau
Elisabeth stirbt 1413. Am Montag nach Lamberti (18. Septemben 1413 erwählt Magister Johannes Goltberg,
Seelwärter der t Elisabeth Buckinschuchynne die Geschworenen der Goldschmiede und mit ihnen den Gold-
schmied Meister Steffan zu Mitverwesern des von der Verstorbenen gestifteten Seelgerätes (Signaturb. XIX).
Am Tage Galli (16. Oktober) 1414 bekennt Barbara, die Tochter des Niclos Buckinschuch, sich mit Magister
Goltberg wegen aller Zwistigkeiten, betreffend das von ihrer Mutter gestiftete Seelgerät, in Güte geeinigt zu
haben (Signaturb. XX).
Büttner, Albert Adalbert Bittner), Goldarbeiter, geb. am 24. Januar 1844, Sohn des Goldarbeiters Ferdinand
Büttner, lernt bei seinem Vater von Ostern 1858 — 1S62. Tritt am 9. Oktober 1865 der Innung bei, scheidet
am 18. April 1871 wieder aus.
Eüttner, Carl Friedrich, Goldarbeiter, geb. in Breslau, erlernt die Goldschmiedekunst, wird später Destillateur, will
dann wieder zu seiner ersten Profession zurückkehren, meldet sich am 16. Januar 1776 als Stückmeister, legt die
Zeichnung zu einem Plack vor und wird zur Meisterarbeit zugelassen. Ist seitdem in dem Protokollbuche nicht
mehr erwähnt.
Büttner, Ernst August, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Schneiders Carl Christian Büttner, lernt bei Christian
Friedrich Rahmstein vom Qu. Crucis 1808 bis Michaelis 1S14. Erwirbt das Bürgerrecht am 15. September 1820,
alt 28 Jahre. Tritt am 26. Oktober 1839 in die Innung ein. Ist Ältester von 1851 — 1854. Stirbt am
5. Januar 1856.
Büttner, George, Goldschmiedgeselle, am 22./29. Oktober 1597 stirbt sein Sohn Georg.
Büttner, Jacob Gottlieb [Gottlob] Ferdinand, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Schneiders Carl Christian
Büttner, Bruder des Goldarbeiters Ernst August Büttner, lernt bei Johann Gottlob Tholuck vom 21. Juni 1810
bis 21. März 1816. Erwirbt das Bürgerrecht am 2. Juni 1826, alt 29 Jahre. Tritt am 26. Oktober 1839 der
Innung bei. Stirbt 1858.
Büttner, Johann Carl Ehrhard, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldarbeiters Ernst August Büttner, erwirbt
das Bürgerrecht am 2. September 1S42, alt 25 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Büttner, Julius, Goldarbeiter, wird Innungsmitglied am 27. Dezember 1852 12. Januar 1S53). Stirbt am 7. Juli 1871.
Büttner, Martin (Bittner, Buttner) Silberarbeiter, Sohn des Tischlerältesten Martin Büttner zu Fraustadt in Posen,
arbeitet in Breslau bei Johann Peter Ziegler als Meisterstück ein Geschirr nebst Ring und Siegel, wird Meister
am 25. Oktober 1721 und Bürger am 20. März 1722. Heiratet am 21. April 1722 Anna Eleonora, die Tochter
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des Goldschmiedältesten Thomas Kuntze (Elis.) Seine Frau Anna Eleonora f 13. III. 174S. Er selbst stirbt
1750. Büttner zeichnet MB in ovalem Felde.
a. Tauf schüssel, Silber, wenig gerippt. Johanneskopf, Stempelmeisterb. B positiv, Meisterz. u. Kriegssteuerst.
Adlertypus. — Sandkirche, Breslau.
Büttner, Rudolf, Goldarbeiter, wird nach der am 15. Oktober erfolgten Anmeldung am 9. November 1S78 in die
Innung aufgenommen. Stirbt am 10. November 1882.
Bufe, Gottfried, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Kretschmers Sebastian Bufe, stirbt zu Stockholm in
Schweden am 22. April 1644, alt 24 Jahre 12 Wochen (Elis.).
Burghardt, [Johann] Samuel Friedrich, Goldarbeiter, Sohn des Goldarbeiters Ferdinand Burghardt in Posen, verfertigt
in Breslau bei Ferdinand Christian Krebs als Meisterstück ein Paar goldene Reifohrringe in Filigranarbeit mit
Brillanten, wird Meister am 29. April und Bürger am 6. Mai 1800. Heiratet am 14. August 1800 Charlotte
Elisabeth, die Tochter des Kaufmanns Johann David Tiesler (MM). Zieht 1805 nach Posen, wird aber bis 1808
in der Meisterliste geführt.
Burghardt, Theodor Traugott, Goldarbeiter, geb. in Posen, Sohn des Goldarbeiters Samuel Friedrich Burghardt,
lernt in Breslau bei Heinrich Wilhelm Scharff, dann bei Ferdinand Wilhelm Reichel von 1836—1841. Erwirbt
das Breslauer Bürgerrecht am 26. Juni 1846, alt 28 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied. Zieht 1848 nach Wien,
lässt sich aber sein Bürgerrecht reservieren.
Businsky, Heinrich, Goldschmiedgeselle, Sohn des Postreiters Hans Businsky, stirbt in Breslau am 25. Juli 1625, hat
bei George Sauerman auf der Stockgasse in Arbeit gestanden.
Bussert [Bussart], Johann Carl Gottlob, siehe Bosse rt.
Buttner [Butner], Frantz, siehe Bottner.
Buttner, Martin, siehe Büttner.
Buwalsky, Carl Maximilian, siehe Powalsky.
Buxhammer, Hans [Johannes], siehe Boxhammer.
Candisch, Johann Gottlieb (Kandisch), Goldarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Gottlob Benjamin Werner vom Juni
1749—1756. Wird in Berlin Bürger und Meister; da er es dort zu nichts bringt, zieht er nach Breslau zurück
und wirbt bei dem hiesigen Mittel ein. Wird ohne nochmalige Anfertigung eines Meisterstückes nach Erlegung
von 50 Gulden Rezeptionsgebühr am 26. (27.) September 1766 rezipiert. Erwirbt das Bürgerrecht am 8. De-
zember 1767. Stirbt am 2. (begr. d. 4.) August 1784, alt 49 Jahre 14 Tage (Elis.).
Canth, Mathias de, aurifaber, wird Breslauer Bürger am 3. Oktober 1435.
Carl, Hans, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Goldschlägers Hans Carl, heiratet am 25. Februar 1596
Christina, die Tochter des Michael Mittman, gewesenen Bäckers in Strehlen (MM).
Casperge, Christian Julius Berthold (Kasperke), Gold- und Silberarbeiter, geb. 1823 in Breslau, Sohn des Silberarbeiter-
gesellen Christian Casperge, erwirbt das Bürgerrecht am 4. April 1845, alt 22 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Casperge, Johann Gottlieb [Gottlob] (Caseberge, Kasperge, Kasperke, Kaseberger), Silberarbeiter, geb. in Breslau,
Sohn des Johann Casperge, Erbsassen auf dem Stadtgute vor dem Odertor, lernt bei Johann Bernhard Hoensch
vom 27. Dezember 1777 bis 18. September 1783. Arbeitet bei Carl Gottfried Haase als Meisterstück ein Giess-
becken nebst Kanne, wird Meister am 24. Oktober 1792 und Bürger am 4. Februar 1793. Ist 1824 zum letzten
Male erwähnt.
Cawder, Mathias, siehe Kau der.
Christiany, Gottlob [Gottlieb] Friedrich (Christianni, Kristiani), Goldarbeiter, Sohn des Ratskämmerers und Hof-
juweliers Christoph Christiany in Naumburg, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 23. April 1731. Heiratet am
8. Mai 1731 Juliana, die Tochter des f Kürschners Wilhelm Albrecht; Trauzeuge ist der Goldschmied Gottfried
Ihme (MM). Arbeitet als Meisterstück einen Kelch nebst Ring und Siegel, wird Meister am 3. Oktober 1731.
Stirbt um 1741.
Christman, Christian, Goldschmiedgeselle, im August 1713 stirbt sein 6 Jahre alter Sohn Gottlieb August.
Chuder, Mathias, siehe Kauder.
Chutonis, Jacobus de montibus, siehe Jacobus de montibus Kutte nis.
Chutonis, Laurentius de montibus, siehe Laurentius de montibus Kuttenis.
Cläre, Jacob, aurifaber, wird Breslauer Bürger am Tage vor Simon u. Judas (27. Oktober) 1371; Bürge ist Claus
Briger. Siehe Jacob Luczk.
Claus, aurifaber, für ihn bürgt 1401 Bartholomeus Schuwort, dass er friedlich sein wolle gegen Andreas Apotecarius
[auf dem Hühnermarkte] (Signaturb. XIII).
Claus, Goltsmyt, siehe Claus Briger.
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Claus vom Brige, siehe Claus Briger.
Clauss, Carl Philipp (Klauss), Goldarbeiter, geb. in Leipzig am l. April 1771, Sohn des Schornsteinfegerältesten
Johann David Clauss, lernt in Leipzig bei Johann Caspar Westermann von 1785—1791. Lässt sich am 23. März
1798 von den Ältesten der Leipziger Goldschmiede-Innung, Johann Heinrich Liebeskind und Johann Ludwig Brodel,
eine Kopie seines Lehrbriefes ausstellen, da er in Breslau Meister werden will. Arbeitet bei Johann Bernhard
Hoensch als Meisterstück eine Sternblume mit ä jour gefassten Brillanten, wird Meister am 12. Juni und Bürger
am 23. August 1798. Heiratet am 17. Juli 1801 Rosina Dorothea, geb. Stephan, verw. Ledel (Elis.j. Seine Frau
t 4. (begr. d. 7.) XII. 1808 (Elis.). Claus ist 1812 das letzte Mal erwähnt. Sein Porträt, in Aquarell gemalt von
Christian Friedrich Knoefvell, im Schlesischen Museum für Kunstgewerbe und Altertümer in Breslau.
Conczel, Jacobus, siehe Konczel.
Conrad Goltsmet (Meister Conrad), wird erwähnt zwischen 1350—1363. Bertold von dem Czindal verkauft 1350
dem Meister Conrad das Erbe bei dem Steinhause Hermans von Essen (Schöppenb. I. 134a). Conrad der Golt-
smet reicht 1360 dem Petir Czitwar das Erbe halb an der Ecke kein Harm bei Hensil von der Nysse zu
einem rechten Kaufe (Schöppenb. II. 89b). Meister Conrad reicht 1361 dem Sydil Scheiteler sein Grundstück
an der Ecke bei dem Erbe von Nwdorfs Kindern und verkauft 1363 dem Nickil Durrendorf sein Besitztum an
der Ecke kein Harm (Schöppenb. II. 136», 185a).
Conrad, Herrmann, Goldarbeiter und Graveur, wird am 9. November 1878 in die Innung aufgenommen und bleibt
Mitglied bis zum 13. Oktober 1893.
Cossler, Daniel, siehe Kostler.
Cothbus, Jacobus de, aurifaber, wird Breslauer Bürger am Montag nach Jubilate (30. April) 1436.
Crafftczober, Hans, siehe Kraf f tczober.
Crammer, George David, siehe Kram er.
Cretsmer, Lorencz, (Cretschmer, Kretschmer, Meister Lorencz der Goltschmid), aurifaber, wird Breslauer Bürger am
Freitag vor Invocavit (29. Februar) 1460. Ihm reicht 1461 Barbara Jorge Heynin, die Witwe des Goldschmieds
Georg Heyne, ihr Haus am Ringe unter den Hutterlauben. Cretsmer gibt ihr dafür 8 Mk. jährl. Zins auf sein
Haus zu ihren Lebetagen (Tradb. I. 55). Er erscheint 1463 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als
Zunftsenior. Ist im Catalogus civium von 1470 nicht mehr erwähnt.
Creuziger, Adam, Jubilierer, am 17. Juni 1642 heiratet seine Tochter Susanna Katharina den Hans Zange d. ä. (MM).
Cringel, Steffan (Kringel, Gringel, Meister Steffan), Goldschmied, wird Bürger am Freitag vor Invocavit (26. Februar;
1501. Erscheint 1512, 1515, 1517 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior. Am 21. No-
vember 1517 verfügen die Ratmannen, dass jeder, der Gold gegen geschlagene Gulden verkaufen will, sich an
die Goldmünze zu Meister Steffan dem Goltschmide zu wenden habe. (Scriptores rer. Siles. Bd. III S. 176).
Cringel stirbt vor 1525.
Crommendorff, Andreas, aurifaber, wird Bürger am Tage Francisci (4. Oktober) 1415, Bürge ist Niclos Crommendorff.
Crommendorff, Johannes [Hans], aurifaber, wird Bürger am Montag nach Bartholomei (25. August) 1421. Reicht
am Freitag nach Corpus Christi (1. Juni) 1431 den Vormündern eines Seelgerätes 1 Mk. jährl. Zins auf sein Erbe
unter den Hutterlauben bei Mathis Radag zunächst, wiederverkäuflich um 14 Mk. (Bresl. Stadtarchiv, Orig.-
Schöppenbrief, Pergament mit 2 Siegeln). Erscheint 1432, 1435, 1438 in den Geschworenenlisten der Signatur-
bücher als Zunftsenior. Ist 1441 im Schöppenbuch XIV erwähnt.
Crommendorff, Niclos (Crummendorff, Krommendorff, Krummendorff, Krymmendorff), aurifaber und Stadtbrynner, wird
Bürger am Mittwoch nach Galli (19. Oktober) 1384, Bürge ist Hensil von Glacz. Wohntauf dem Hühnermarkte.
Zahlt 1403,4 an Steuern: de hereditate 1 scot, de opere Va fertonem, de re 1 lot, item de orto 5 quart (die letzte
Angabe ist im Originaltexte durchgestrichen). Erscheint 1391, 1395, 1397, 1399, 1401, 1403, 1413, 1416 in den
Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior. Reicht 1392 dem Peter Pezeler 6 Mk. jährl. Zins auf
sein Erbe am Hühnermarkte bei Walther Goltsmed und 1400 dem Stephan Kugasse von der Olsen und Soffey
seiner Hausfrau 3 Mk. jährl. Zins auf sein Erbe „off deme Vogilmarkte" zwischen Andreas Apteker [heute die
Kränzelmarkt-Apotheke] und Walther Goltsmed, wiederverkäuflich um 42 Mk. (Schöppenb. VII. 72b, ix. 22b).
Crommendorffs Haus wird 1401 — 1404 erwähnt in Schöppenb. IX fol. 81 b, 218b, 220b, 252b. Crommendorff erscheint
1401 als Verwalter von Zunftgeldern (Schöppenb. IX. 56b). Stiftet 1401 eine Mark jährl. Zins für den Innungs-
altar in der Goldschmiede-Kapelle auf sein Haus bei Walter Goltsmed (Schöppenb. IX. 67 b, 68 b). Reicht 1401
seiner Frau Barbara ein Kindesteil von all seinem Erbe und Gut nach seinem Tode (Schöppenb. IX. 94). Niclos
Crummendorff der Stadt Brynner sagt am Dienstag nach Letare (19. März) 1409 aus, dass Herr Niclos der
Weihbischof ihm durch seinen Diener habe sagen lassen, dass er dem Laurentius, Andres Czudmars Diener,
170 Mk. von dem Silber geben solle, das Laurentius von ihm (Crommendorff) gekauft hat. (Signaturb. XVII).
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Crommendorff, Pauel, aurifaber, wird Bürger am Freitag nach Corpus Christi (21. Juni) 1443. Stirbt vor 1470.
Crommendorff, Vincencius, aurifaber, wird Bürger am Sonnabend nach Assumptio Mariae (18. August) 1436.
Cuncze, Jacob, siehe Jacobus Konczel.
Cunzco, aurifaber, siehe Kunzco.
Cuttener, Caspar, aurifaber, wird Bürger am Freitag vor Invocavit (29. Februar) 1460. Ist im Catalogus civium von
1470 nicht mehr erwähnt.
Czedelakowicz, Janode (Zedelakowicz), aurifaber, wird Bürger am Tage nach Conversio Pauli (Dienstag d. 26. Januar)
1367, Bürge ist Nickil Hone.
Czipser, Nicolaus (Zipser) aurifaber, wird Bürger am Dienstag nach Egidii (2. September) 1410, Bürge ist Landecke.
Czipser ist selbst 1423 u. 1426 Bürge (Bürgerb. III. 37b, 43). Erscheint 1418, 1424, 1427, 1430, 1433, 1436, 1439,
1440, 1443, 1446 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior. Ist 1446 Testamentar des
Nicolaus Polak (vgl. Urk. 8). Stirbt um 1450.
Czolcz, Petir de, aurifaber, wird Bürger am Sonnabend nach Jubilate (29. April) 1385, Bürge ist Waltherus aurifaber.
Damas, Johann Vitus Adeodatus (Damascener), Goldarbeiter ausserhalb der Innung, Sohn des Kaffeeschenken Georg
Ad. Damas in der Altstadt Prag, wird am 26. April 1735 in Breslau bei St. Adalbert getraut (Schles. Vorz. VII. 489).
Daniel, Niclas, aurifaber, wird Bürger am Freitag vor Invocavit (9. Februar) 1459. Stirbt vor 1490.
Daniel, Nicolaus, siehe Daniel Nico laus.
Dannhover, Johann, ein Goldschmied aus Wien, wird in Breslau bei St. Laurentius am 7. Juli 1772 begraben, war
46 Jahre alt (Schles. Vorz. VII. 488).
Danziger, Aron, Goldarbeiter, geb. in Ratibor, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 24. November 1846.
Deibelle, Eduard, Goldarbeiter, geb. in Schwäbisch Gemünd, Sohn des Goldarbeiters Eduard Deibelle, erwirbt das
Breslauer Bürgerrecht am 8. August 1817, alt 28 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Deibner, Gustav (Deibener, Deubner), Silberarbeiter, lernt in Breslau bei HerrmannCarl Robert Härtel von Qu. Johannis 1849
bis 10. April 1854. Tritt am 10. Januar 1861 in die Innung ein, scheidet am 13. Oktober 1863 wieder aus.
Zeichnet GD negativ eingeschlagen,
a. Deckelbecher der Weber-Innung in Neustadt, Silber, innen vergoldet, gestiftet 1862. H. 17,5 cm. Johannes-
kopf mit Jahreszahl 62, Gehaltsst. 70, Stempelmeisterb. U u. Meisterz. — Weber-Innung, Neustadt OS.
Delacourt, Balthasar (Deragogi), Goldschmied bei der Domschule, siehe Seite 35.
Delffen, Hans von, Goldschmiedgeselle, heiratet in Breslau am 29. September 1555 Anna, die Witwe des Gold-
schmieds Cristoff Wassergraf (MM).
Deller, Johann Gottlieb Christian (Döller, Teller), Silberarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Christian Gottlieb
Schneider vom Qu. Crucis 1798 bis Michaelis 1804. Erwirbt das Bürgerrecht am 19. März 1813. Wird Innungs-
meister am 12. September 1814. Lebt später in dürftigen Verhältnissen und übernimmt am 11. Juli 1833 den
Posten des Mittelsboten. Stirbt 1836.
Delugg, Johann Gottlob, siehe Tholuck.
Demolin, Johann Wilhelm, siehe Dumoulin.
Dethlefsen, Dethlef, Silberarbeiter, geb. zu Husum in Dänemark, Sohn des Branntweinbrenners August Dethlefsen,
erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 5. November 1839, alt 39 Jahre. Meldet sich am 11. Januar 1840 als
Stückmeister und wird am 11. (15.) April 1840 in die Innung aufgenommen. Kommt im Januar 1852 völlig ver-
armt ins Hospital. Wird am 12. Januar 1853 aus der Meisterliste gestrichen. •
Deubner, Gustav, siehe Deibner.
Dhun, siehe Thun.
Dietrich, Christian (Diettrich, Dietterich, Diedrich, Diederich, Dittrich), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des
Barett- und Strumpfmachers Daniel Dietrich, verfertigt als Meisterstück einen Kelch nebst Ring und Siegel, wird
Meister am 27. Februar und Bürger am 28. März 1730. Heiratet am 18. April 1730 Johanna Katharina, die
Tochter des Goldschmieds Johann George Schier; Trauzeuge ist Samuel Hammer (MM). Erblindet 1744. Stirbt
am 17. September 1765. Seine Witwe f 12. (begr. d. 14.) VI. 1773 (Elis.).
Dietrich, Christoph (Dittrich), Goldschmied, Sohn des Kretschmers Hans Dietrich zu Neukirch bei Hirschberg, wird
1659 in Breslau Bürger und Meister. Heiratet am 1. September 1659 Rosina, die Tochter des Goldschmied-
ältesten Hans Jachman d. ä. (Elis.). Stirbt auf der Odergasse in seinem eigenen Hause am 28. (29.) Juni 1667
alt 36 Jahre 17 Wochen 1 Tag fElis.i.
Dietz, Daniel August, siehe Titze.
Dittmar, George (Jörge Dittmers, Ditmer, Dietmar, Diettner, Thittner), Goldschmied, Sohn des Cunrad Dittmar,
Kanzlisten zu Lüneburg, heiratet in Breslau als Geselle 24. Trinitatis 1587 Anna, die Tochter des Riemers
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Stanislaus Gross (Elis.). Wird
1588 Bürger und Meister.
Wohnt am Ringe unter den
Riemern. Dittmar heiratet als
Witwer am 14. Oktober 1601
Barbara, die Tochter Nickel
Hermans(Elis.u.MM). Stirbt
am 27. Mai 1608, alt 42 Jahre
(Elis.). Seine Witwe Barbara
heiratet am 14. Juni 1611
den Johannes Hertelius, Dia-
konus in der Altstadt Prag
(MM). Seine Tochter Mag-
dalena heiratet am5.Juli 1613
den Schuhmacher Martin Kie-
fer in Neisse (MM). Dittmar
zeichnet D negativ einge-
schlagen, vgl. Taf. III Nr. 68.
a. Meerschnecke in ver-
goldeter Silberfassung,
abgeb. Fig. 15. H. 26 cm.
Besch auz. W Typus II
u. Meisterz. — Musee
cinquantenaire, Brüssel.
Dittrich, siehe Dietrich.
Ditze, Daniel August, siehe
Titze.
Dobers, Heinr. Eduard Adolph,
Qoldarbeiter, geb. in Breslau,
Sohn des Gräupners Gott-
lieb Dobers, erwirbt das
Bürgerrecht am 25. Juni 1850,
alt28 Jahre. Wird am H.Ok-
tober 1856 Innungsmitglied,
Ist seit 1869 Obermeister
und seit 1876 Stempelmeister
mit dem Buchstaben V. Stirbt
im Januar 1886.
Döllerjohann Gottlieb Christian,
siehe Dell er.
Dolucker, Johann Gottlob, siehe
T h o 1 u c k.
Donath, Johann George (Donat, Tonart), Goldschmied, arbeitet sein Meisterstück bei Stephan Christian Luttroth,
wird Meister Anfang März und Bürger am 11. März 1739. Ist in der Meisterliste von 1757 das letzte Mal er-
wähnt. Donath zeichnet IGD in herzförmigem Schilde, vgl. Taf. V Nr. 154.
a. Rauchfass, Silber, mit durchbrochener Arbeit. Johanneskopf Typus XI Stempelmeisterb. D, Meisterz. u.
Kriegssteuerst. ' . — St. Adalbertkirche, ehemaliges Dominikanerkloster, Breslau.
b. Kelch, Silber vergoldet, auf dem runden profilierten Fusse, an dem Nodus und dem Kuppabelag kehrt das
Motiv der Weintraube wieder. Auf dem Fusse die Inschrift: „F : F: Carolus Leopoldus Tschipko Supprior
1747" und das Stifterwappen mit einem Vogel, der ein Schwert hält, darüber das Augustiner-Chorherrn-
Monogramm. H. 22,5 cm. Johanneskopf Typus XII, Stempelmeisterb. F, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adler-
typus. — Sandkirche, Breslau.
Dondorff, Carl Samuel Salomon, Goldarbeiter, geb. am 11. Januar 1792 in Gimmel bei Winzig, Sohn des Pastors
Samuel Dondorff, lernt in Breslau bei Johann Sigismund Heintze von Ostern 1807 bis Johannis 1811. Erwirbt
Fig. 15. George Dittmar: Schneckenpokal im Musee cinquantenaire in Brüssel
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das Bürgerrecht am 9. Oktober 1820. Tritt am 26. Oktober 1839 in die Innung ein. Ist Stadtverordneter von
1848—1850 und Innungsobermeister von 1854—1861. Stirbt am 21. Juli 1867.
Dondorff, Robert, Goldarbeiter, geb. in Breslau am 13. September 1831, Sohn des Goldarbeiters Carl Samuel
Salomon Dondorff, lernt bei seinem Vater vom Dezember 1845 (Michaelis 1847) bis 15. Juli 1851. Wird am
23. April 1858 Mitglied der Innung, scheidet 1893 aus.
Dornten, Johannes (Hannos Dorink), aurifaber, wird Bürger am Montag vor Michaelis (25. September) 1396; Bürge
ist Johannes Lendechin.
Drogen, Caspar (Drogener, Drogan, Drögen. Dröger, Dragen, Trogan), Goldschmied, Sohn des Peter Drogen in
Torgau, arbeitet 1618 als Geselle bei Sebastian Fesch d. j., wird 1620 in Breslau Bürger und Meister. Heiratet
am 5. Oktober 1620 Anna, die Witwe des Goldschmieds Hans Schönknecht aus Öls (Elis.). Wohnt auf der
Schmiedebrücke in seinem eigenen Hause, besitzt auch auf der Odergasse ein Grundstück. Stirbt als Zunft-
ältester am 20. (begr. d. 22.) November 1651, alt 65 Jahre 36 Wochen (Elis. u. MM). Seine Witwe Anna
f 4. (begr. d. 6.) IV. 1656 (Elis. u. MM).
Dudeck, Friedrich Wilhelm, Silberarbeiter, lernt bei Johann Gottlob Scholtz vom Qu. Trinitatis 1796 bis Qu. Remi-
niscere 1802. Erwirbt das Bürgerrecht am 12. August 1814. Meldet sich 1814 bei der Innung als Stückmeister
und wird rezipiert, bleibt aber bis 1825 sein Meisterstück schuldig. Deshalb wird ihm von 1819—1825 das
innungsmässige Stempeln seiner Arbeiten versagt, ferner wird ihm 1824 sein Gesuch wegen Rückzahlung des
Rezeptionsgeldes abschlägig beantwortet. Wird nach Beseitigung aller Differenzen am 22. April 1825 in die
Meisterliste eingetragen. Ist 1840 zum letzten Male erwähnt.
Duhn, siehe Thun.
Dumoulin, Johann Wilhelm (Dümoulin, Demolin), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Uhrmachers Andreas
Dumoulin, lernt bei Johann Carl Wagner vom 15. Juni 1811 bis 21. März 1816. Erwirbt das Bürgerrecht am
22. September 1826, alt 29 Jahre. Wird Innungsmitglied am 26. Oktober 1839. Stirbt 1851.
Dunckel, Johann [Hans] Christoph, siehe Tunckel.
Duquest, Joachim, von Liegnitz, ein Goldarbeiter auf dem Sande, siehe Seite 35.
Duquest, Johannes Christian, ein Goldschmied auf dem Sande, Sohn des Tischlers Johannes Duquest in Liegnitz,
heiratet am 20. Oktober 1688 Maria Konstanze, die Tochter des Hofschuhmachers Matthias Mader auf dem
Dome (Matth.).
Eben, Matthes, Goldschmied, seine nachgelassene Tochter Katharina heiratet am 17. Oktober 1588 den Hausknecht
Michael Buschke (MM).
Eberlein, Christian Gottlieb, Goldarbeiter, stirbt am 14. (begr. d. 16.) Februar 1758, alt 51 Jahre 2 Monate (Elis.).
Eberlein, Gottfried Gideon [Andreas], d. ä., Goldarbeiter, Sohn des Schneiderältesten Balthasar Eberlein in Leipzig,
wird in Breslau 1701 Meister. Erwirbt das Bürgerrecht am 7. Juni 1701. Heiratet am 20. Juni 1701 Johanna
Henrietta, die Tochter des f Leipziger Juweliers Johann Heinrich Reinhard (Elis.). Wohnt am Ringe. Seine
Frau Johanna Henrietta f 29. II. (begr. d. 2. III.) 1708 (Elis.). Eberlein heiratet am 5. Oktober 1711 Maria
Magdalena, die Tochter des Kretschmers Adam Mickosch (Elis.). Seine Tochter Henrietta Sophia heiratet am
26. August 1721 den Silberarbeiter Johann Christoph Müller (Elis.). Eberlein stirbt am 13. (begr. d. 15.) Januar 1732,
alt 65 Jahre 10 Wochen (Elis.). Seine Witwe heiratet am 16. Februar 1734 den Silberarbeiter Thomas Beyl (Elis.).
Eberlein, Gottfried Gideon, d. j., Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldarbeiters Gottfried Gideon Eberlein d. ä.,
arbeitet bei Johann David Kriebel als Meisterstück einen Uhrhaken und Ring, wird Meister am 25. August und Bürger
am 7. September 1746. Heiratet am 26. Oktober 1746 Rosina Elisabeth, die Tochter des Goldschmieds Christian
Beyl (Elis.). Stirbt am 25. (begr. d. 28.; August 1770, alt 52 Jahre weniger 7 Wochen (Elis.). Seine Witwe f H.
(begr. d. 13.) X. 1772. (Elis.).
Eberlein, Johann Gottfried, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldarbeiters Gottfried Gideon Eberlein d. ä.,
verfertigt als Stückarbeiter bei Johann Klinge einen Kelch nebst Ring und Siegel, wird Meister am 10. Januar
und Bürger am 16. April 1734. Heiratet am 4. Mai 1734 Anna Katharina, die Tochter des Partkrämers Samuel
Scholtz (Elis.). Seine Frau f 22. (begr. d.24.) IX. 1735 (Elis.). Eberlein heiratet am 26. Oktober 1739 Anna
Rosina, die Tochter des Kretschmers Benjamin Geissheimer (Elis.). Stirbt am 13. Februar 1758. Seine Tochter
Christiana Henrietta heiratet am 7. Februar 1774 den Oberamtskassenkontrolleur Benjamin Christlieb
Hoenisch (MM). Eberleins Witwe Anna Rosina t 28. (begr. d. 31.) V. 1781 (MM). Sein Sohn Carl Gottfried,
ein Handlungsverwandter, heiratet am 22. November 1781 Johanna Christina, die Tochter des f Buchhalters
Johann Daniel Heidrich (MM).
Eberlein, Thomas Gideon, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldarbeiters Gottfried Gideon Eberlein d. j.,
lernt bei Johann Daniel Albert vom 17. März 1760 bis 22. März 1764. Meldet sich als Stückarbeiter am
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2. Oktober 1771, arbeitet bei Christian Beyl einen mit Rauten besetzten Patzel, wird Meister am 19. November
1771. Erwirbt das Bürgerrecht am 9. März 1772. Heiratet am 13. Januar 1773 Rosina Dorothea, die Tochter
des t Kretschmers Christian Gottlieb Teller (Elis.). Seine Frau f 8. (begr. d. 11.) VII. 1792 (Elis.). Er selbst stirbt
am 29. Oktober (begr. d. 1. November) 1801, alt 54 Jahre (Elis.).
Ebert, Friedrich Wilhelm, Gold- und Silberarbeiter, von Kottbus gebürtig, Sohn des dortigen Goldarbeiters Christian
Friedrich Ebert, lernt in Breslau bei Samuel Christoph Thun vom 27. Dezember 1777 bis 18. September 1783.
Arbeitet bei Ferdinand Christian Beyl als Meisterstück einen Sternring mit Brillanten und einen Zuckerkasten mit
durchbrochener Arbeit, wird Meister am 17. Juni (? 4. September) 1792. Erwirbt das Bürgerrecht am 4. Februar 1793.
Heiratet, 37 Jahre alt, am 14." Juli 1794 Maria, die Tochter des f Kretschmers George Krön in Rosen bei Kreuzburg
(Elis.). Lebt später in dürftigen Verhältnissen. Seine Frau Maria t 17. (begr. d. 20.) VIII. 1818 (Elis.). Ebert kommt
1823 bei dem Mittel um eine Unterstützung ein, die ihm bewilligt wird. Stirbt bald darauf.
Ebert, Johann Christian (Eberth, Ebertt), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Kaufmanns Johann Michael Ebert,
arbeitet bei Johann David Kriebel als Meisterstück einen Uhrhaken nebst Ring, wird Meister am 6. Februar und
Bürger am 10. Februar 1747. Heiratet am 9. September 1750 Johanna Dorothea, die Tochter des t Schulkollegen
am St. Elisabethgymnasium, Johann Gabriel Stephan (Elis.). Stirbt am 19. (20.) Juni 1764, alt 54 Jahre (Elis.). Seine
Witwe f 4. (begr. d. 7.) 1770 (Elis.).
Ebert, Johann Jacob, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldarbeiters Johann Christian Ebert, lernt bei Carl
Wilhelm Schlencker vom Juni 1767 — 1773. Meldet sich mit Dispensation der Kgl. Kammer am 27. Februar 1782
als Stückmeister, arbeitet bei Carl Heinrich Friebach ein Paar Ohrgehänge mit Pendeloques und Rauten, wird
Meister am 5. Juli 1782. Erwirbt das Bürgerrecht am 10. März 1783. Heiratet am 10. Februar 1785 Christiana
Eleonora, die Tochter des f Kaufmanns Christian Gottfried Wentzel (Elis.). Stirbt am 22. (begr. d. 24.) Oktober 1805,
alt 52 Jahre (Elis.). Seine Witwe | 23. (begr. d. 27.) XI. 1810 (Elis.).
Ebhardt, Carl Daniel, siehe Ephard.
Ebirhart, Waltherus (Waltir, Waltyr Goltsmed, Waltherus aurifaber, Meister Walter), aurifaber, wird Breslauer Bürger
am Freitag nach Johannis (27. Juni) 1371, Bürgen sind Nicolaus Owras, Heynko Messerer, Claus Briger. Wird
selbst zwischen 1385—1397 häufig als Bürge genannt. Ist 1390, 1395, 1398 Ratmann (Consul) und 1392, 1396
1397 Schöppe (Scabinus) (Codex diplom. Siles. Bd. XI S. 20, 21, 127). Verreicht 1372 seiner Frau Margareta
allen seinen Besitz nach seinem Tode (Schöppenb. III. 202). Reicht 1376 seinen beiden Nachbaren Hans Landecke
und Hans Nysser die Mauern, die er zwischen ihnen gemauert hat, halb zu einem rechten Kaufe
(Schöppenb. IV. 111). Ist 1387 und 1388 gelegentlich von Zinsverreichungen erwähnt (Schöppenb. VI. 40, 113b).
Reicht 1392 dem Jekil Rockus sein Erbe in der Hundegasse bei seinem Erbe, das ehemals Peter Engils gewesen
ist (Schöppenb. VII. 94b). stiftet 1393 einen Vergleich (Schöppenb. VII. 107). Wird 1393—1400 gelegentlich
von Zinsverreichungen und als Besitzer einer Kaufkammer erwähnt (Schöppenb. VII. 125 b, 152, IX. 22b, 23, 26b,
42). Stiftet 1401 eine Mark jährl. Zins zu Händen der Goldschmiedekapelle auf sein Erbe bei Niclos Crommen-
dorff (Schöppenb. IX. 67 b, 68 b). Verreicht 1404 seiner zweiten Frau Anna all sein Gerät nach seinem Tode
(Schöppenb. IX. 244 b). stirbt um 1405.
Ebner, Frantz Joseph, Goldarbeiter aus Brünn, heiratet 1734 in Breslau bei St. Adalbert (Schles. Vorz. VII. 489).
Eensiedel, Vecencz, siehe Vincencius Eynsidel.
Egender, Michael, Goldschmiedgeselle von Weissenborn in Schwaben, ertrinkt in Breslau am 7. Mai 1582 (MM).
Ehrlich, Samuel, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Parchners Christoph Ehrlich, arbeitet bei Stephan Christian
Luttroth als Meisterstück einen Uhrhaken nebst Ring. Die Ältesten des Mittels besuchen ihn während der Arbeit
und zweifeln daran, dass er ein an dem Uhrhaken angebrachtes kleines Bild selbständig gefertigt habe. Darauf
verlässt Ehrlich die Werkstatt des Luttroth, vollendet sein Meisterstück bei sich zu Hause, legt es alsdann den
Breslauer Ratmannen vor, verklagt die Ältesten unter geringschätzigen Äusserungen über die Innungsmeister bei
der Kgl. Domänenkammer und verweigert dem Mittel die Einzahlung der 100 Gulden Rezeptionsgebühr. Am
1. August 1743 wird Ehrlich rezipiert, muss aber die verweigerte Zahlung an die Innungskasse leisten. Erwirbt
am 7. August 1743 das Bürgerrecht. Heiratet am 7. Januar 1744 Johanna Rosina, die Tochter des Handels-
mannes Gottfried Kleinwächter in Landeshut (MM). Ist seit 1745 in der Meisterliste nicht mehr erwähnt.
Eichelmann, Friedrich Wilhelm, Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Korporals Gottfried Eichelmann, heiratet am
25. Mai 1750 Anna Rosina, die Tochter des f Hutmachers Daniel Böhl (MM).
Eichler, Johann Gottlob [Gottlieb], Silberarbeiter, geb. in Gross-Peiskerau, lernt in Breslau bei Carl Gottlieb Gröger vom
29. September 1775 bis 27. Februar 1782. Arbeitet bei Gottfried Benjamin Weigelt als Meisterstück ein silbernes
Becken nebst Kanne, wird Meister am 26. Oktober 1792. Erwirbt das Bürgerrecht am 4. Februar 1793. Stirbt
in dürftigen Verhältnissen im Krankenhospital am 11. (begr. d. 13.) Oktober 1797, alt 37 Jahre (Elis.).
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Eifler, Johann Wilhelm Robert, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Mehlhändlers Anton Eifler, erwirbt das
Bürgerrecht am 13. April 1847, alt 31 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Eigel, Johann Franciscus (Eigelt, Eugel), Goldarbeiter, Sohn des Bildhauers Andreas Eigel in Kuttenberg, heiratet in
Breslau bei St. Adalbert im Oktober 1723. Arbeitet Anfangs als Pfuscher und wird als solcher urkundlich
„Goldarbeiter auf dem Klostergrunde" genannt. Meldet sich 1736 bei der Innung als Stückmeister und arbeitet bei
Johann Klinge einen Uhrhaken und Ring, wird Meister am 4. August und Bürger am 8. August 1736. Kommt
in der Meisterliste von 1739 das letzte Mal vor, scheidet aber erst 1747 aus dem Mittel aus.
Eilfrath, George Friedrich (Elfrath, Eylfrath, Eylradt), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Bierbeschauers Gerhard
Peter Eilfrath, lernt bei Johann Gottfried Klock vom 10. Juni 1749 bis 9. März 1751, dann bei Jacob Andreas
Rottwitt bis 22. September 1751, endlich bei Johann Samuel Grische bis 30. Mai 1755. Wegen der kriegerischen
Zeiten werden ihm die Wanderjahre erlassen. Meldet sich am 18. Juni 1762 als Stückmeister, arbeitet bei George
Emanuel Scholtz einen mit Rauten besetzten Plack, wird Meister am 25. Januar und Bürger am 3. Mai 1763.
Heiratet am 11. Mai 1763 Johanna Elisabeth, die Tochter des Fleischhauers Daniel Neuberger (Elis.). Stirbt am
3. (begr. d. 6.) März 1802, alt 66 Jahre 2 Monate (Elis.). Seine Witwe | 19. (begr. d. 21.) VII. 1810 (Elis.).
Eittner, George Friedrich (Eyrtner, Eyckner, Euckner), Silberarbeiter, meldet sich am 16. März 1759 als Stückmeister,
arbeitet bei Christian Beyl ein silbernes Becken nebst Kanne, wird Meister am 10. Juli und Bürger am 13. Sep-
tember 1759. Stirbt am 13. März 1788, alt 63 Jahre.
Elias, Goltsmed, siehe Helyas de Brunswig.
Elmgren, Johann Gustav (Elmgraen, Elmgrön), Silberarbeiter, geb. zu Calmar in Schweden, Sohn des Kupferschmieds
Jonas Elmgren, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 22. Oktober 1841, alt 38 Jahre. Meldet sich am 6. Oktober
1841 zur Aufnahme bei der Innung und wird am 5. November 1841 rezipiert. Stirbt am 9. Juli 1857. Elmgren
zeichnet af §.&. in rechteckigem Felde, vgl. Taf. V Nr. 195.
Eltner, Elias, Goldschmiedgeselle und Mitbruder im Hospital zur Heiligen Dreifaltigkeit, stirbt am 19. April 1738.
Elyas Goltsmed, siehe Helyas de Brunswig.
Endemann, Philipp Jacob, Goldarbeiter, wird Bürger am 19. August 1816. Tritt am 26. Oktober 1839 in die Innung
ein. Stirbt 1843.
Engels, Frantz, Goldschmiedgeselle, heiratet am 6. Februar 1557 Eva, die Tochter des f Kretschmers N. Hartman (MM).
Engelt, Gottlob, Goldarbeitergeselle, Sohn des Elias Engelt, Musici instrumentalis zu Freiberg in Sachsen, heiratet
in Breslau am 4. Juni 1709 Susanna, die Tochter des Zechbotens der Maler, Christian Schubert (MM).
Ephard, Carl Daniel (Fbhardt), Silberarbeiter, geb. 1769 in Breslau, lernt bei Ferdinand Christian Krebs vom Qu.
Crucis 1786—1792. Arbeitet bei Gottfried Benjamin Weigelt als Meisterstück zwei silberne Tirenen, wird Meister
am 14. Dezember 1797 und Bürger am 23. Januar 1798. Stirbt am 25. (begr. d. 28.) Januar 1800 (Elis.).
Erford, Heinrich von (Erffort), aurifaber, ist identisch mit Heinrich von Lutinrad, der 1382 Bürger wird (oder mit
Heinrich Bornbach, der 1389 Bürger wird?). Verreicht am 19. April 1387 seiner Frau Hedwig allen seinen
Besitz (Schöppenb. VI. 15). Gelobt 1390 wegen 10 Mk. für Kusuelt, der des Spiels beschuldigt ist (Signaturb.
III. 4b). Meister Heinrich von Erffort verkauft 1393 dem Hannos von Kant sein Erbe (Schöppenb. VII. 115).
Vergleicht sich in demselben Jahre mit Niclos Fettyr und Niclos Rytter wegen des Wasserabzuges auf seinem
Grundstücke (Schöppenb. VII. 138 b). Ist 1395 Zunftsenior.
Eriber, Stephanus (Stephanus Goltsmed, Meister Steffan der Goltsmed), aurifaber, wird Bürger am Sonnabend
nach Exaltatio crucis (15. September) 1408, Bürge ist Buckinschuch. Ist 1420 Zunftsenior.
Ertel, Christoph, Hofgoldarbeiter bei dem Herrn Deutschmeister, am 15. Juni 1708 stirbt sein Sohn Gotthilf Christoph.
Euckner, George Friedrich, siehe Eittner.
Eugel, Johann Franciscus, siehe Eigel.
Eyckner. George Friedrich, siehe Eittner.
Eylfrath [Eylradt], George Friedrich, siehe Eilfrath.
Eynsidel, Vincencius, d. ä., aurifaber, wird Bürger am Mittwoch nach Circumcisio domini (2. Januar) 1443. Erscheint
1452 und 1466 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior. Stirbt vor 1470.
Eynsidel, Vincencius (Vecenz Eynsedil, Eensiedel), d. j., aurifaber, wird Bürger am 14. März 1463. Stirbt vor 1490.
Eysfogil, aurifaber, wird Bürger am Tage vor Purificatio Mariae (1. Februar) 1405. Bürge ist Nysser.
Eyttner, George Friedrich, siehe Eittner.
Fabri, Daniel, Goldschmied aus Mediars in Siebenbürgen, Sohn des dortigen Goldschmieds Daniel Fabri, wird am
5. Oktober 1730 in Breslau bei St. Adalbert getraut. (Schles. Vorz. VII. 485).
Fälber, siehe Fe Iber.
Fäsch [Fähsch], siehe Fesch.
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Fahrmann, Carl Elias, siehe Pfarrmann.
Faist (Fayst), siehe Feist.
Falkensiein, Heinrich, aurifaber, wird Bürger am Mittwoch nach Conversio Pauli (26. Januar) 1452. Besitzt am Ringe
ein Haus (Tradb. I. 18). Erscheint 1455, 1457, 1459 in den Oeschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior.
Ist im Catalogus civium von 1470 nicht mehr genannt.
Falkinhayn, Cunrad, aurifaber, wird Bürger am Tage Dominici (5. August) 1394, Bürge ist Heinrich Bornbach.
Falkinhayn, Gunczelinus, wird Bürger am Mittwoch nach Francisci (5. Oktober) 1373, Bürge ist Claus Briger.
Farrmann, Carl Elias, siehe Pfarrmann.
Fast, siehe Feist.
Fechner, Christian, Goldschmied. Sohn des Tuchmachers Christoph Fechner in der Neustadt Breslau, arbeitet bei
Hans Jachman d. j. als Meisterstück ein Geschirr nebst Ring und Siegel, wird Meister am 20. April und Bürger
am 28. August 1716. Heiratet am 29. Juni 1717 Maria Magdalena, die Tochter des f Kürschners Michael Kühn
(MM). Scheint von 1718 1726 auswärts gearbeitet oder aus einem anderen Grunde der Innung ferngestanden
zu haben, da während dieser Zeit sein Name in der Meisterliste fehlt und 1727 am Schluss der Liste steht.
Stirbt 1728 (?). Seine Witwe Maria Magdalena f 20. (begr. d. 22.) IX. 1753 (Elis.).
Fechner, Christian, Goldschmiedgeselle und Inwohner, stirbt am 13. (begr. d. 15.) Mai 1741, alt 60 Jahre.
Feige, Andres, Goldschmied, heiratet am 20. Januar 1573 Maria, die Tochter des f Kretschmers Hans Hirschler (MM).
Feist, Daniel, (Fast), Goldschmiedgeselle von Breslau, stirbt in Leipzig am 8. Februar 1694 (Elis.).
Feist, Daniel (Feyst, Faist, Fayst, Fest), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Zacharias Feist, meldet
sich am Quartal Crucis 1719 als Stückmeister, arbeitet bei Thomas Kuntze einen Kelch nebst Ring und Siegel,
wird Meister am 15. Januar und Bürger am 12. Juli 1720. Heiratet am 23. Juli 1720 Anna Dorothea, die Tochter
des f Tuchmachers Tobias Schneider zu Lissa in Posen (Elis ). Seine Tochter Johanna Dorothea heiratet am
24. Mai 1740 den Goldarbeiter Johann George Gimmig (Elis.). Feist stirbt am 17. Juni 1757, alt 74 Jahre
weniger 16 Tage (Elis.). Seine Witwe Anna Dorothea f 10- X. 1763 (Elis.).
Feist, Zacharias (Fast), Goldschmied, Sohn des Schulmeisters Feist zu Rössnitz -Jägerndorf, wird 1682 in Breslau
Bürger und Meister. Heiratet am 28. Juli 1682 Martha, die Tochter des f Bäckers Daniel Hilscher (MM).
Wohnt am St. Elisabethkirchhofe. Seine Frau Martha f 25. VIII. 1692 (Elis.). Feist heiratet am 12. Januar 1694
Susanna, die Tochter des Archidiakonus Mattheus Porsch zu Neusol in Ungarn (Elis.). Stirbt am 23. (15., 30.) Mai
1712, alt 69 Jahre, 2 Monate 10 Tage (Elis.). Seine Tochter Susanna Margareta heiratet am 3. Oktober 1713 den
Bäcker George Klose (Elis.). Seine Tochter Anna Martha heiratet am 15. Oktober 1715 den Tuchmacher
Christoph Hennig (MM). Seine Witwe Susanna f 24. (25) III. 1727 (MM).
Felber, Hans [Johann] (Fälber), Goldschmied, Sohn des Johann Felber, Pastors zu Gnichwitz, wird Ende 1658 oder
Anfang 1659 in Breslau Bürger und Meister. Heiratet am 4. Februar 1659 Barbara, die Tochter des Erbsassen
Martin Wiede (MM). Wohnt auf der Niclasgasse in seinem eigenen Hause, zuletzt auf der Odergassse. Stirbt
als Innungsältester am 11. (15.) Mai 1696, alt 65 Jahre etliche Wochen (Elis.). Seine Witwe Barbara f 28. (begr.
d. 31.) V. 1702 (Elis. u. MMj. Felber zeichnet HF ligiert in ovalem Felde, vgl. Taf. III No. 87.
a. Sargschilde der Breslauer Tuchmacher, Silber mit vergoldeten Auflagen, oval, am Rande allegorische Figuren
in getriebener Arbeit. Datiert 1670. Dm. 51 .43 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. Das Mittelstück
mit vergoldeten, von Löwen gehaltenen Zunftemblemen der Tuchmacher, ist eine Arbeit des Christoph Müller
von 1719. — Tuchmacher-Innung, Breslau.
Felber, Hans [Johann] Carl (Fälber;, Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Hans Felber, wird 1697
Meister und am 3. Juli 1697 Bürger. Heiratet am 16. Juli 1697 Elisabeth, die Tochter des Glaserältesten Johann
Reinhardt Moltzheim (Elis.). Stirbt um 1710.
Feller, Hans, Goldschmiedgeselle aus Law bei Nürnberg, stirbt in Breslau am 27. November 1615 (Elis.).
Ferber, Friedrich, Goldschmiedgeselle, Sohn des Goldschmieds Christian Ferber in Teschen, heiratet in Breslau am
27. November 1674 Agnes, die Tochter des Teschener Landschreibers Sebastian Reuss (MM).
Fesch, Daniel, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Rudolph Fesch, stirbt am 9. September
1633 alt 31 Jahre (Elis.).
Fesch, Esaias, lernt bei Tobias Vogt und wird im Dezember 1619 Geselle.
Fesch, George, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau. Sohn des Goldschmieds Sebastian Fesch d. j., stirbt am
20. März 1634, alt 23 Jahre (Elis.).
Fesch, Rudolph (Fetsch, Festh, Vehisch), Goldschmied, Sohn des Pflegers der Herrschaft Wallenburg in der Schweiz,
heiratet in Breslau am 26. Mai 1592 Anna, die Tochter des f Goldschmieds Jeremias Beck (MM). Wird 1592
Bürger und Meister. Wohnt unter den Farbenmachern an der Schweidnitzschen Gasse. Kommt 1615 bei dem Rate
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darum ein, dass er seines Alters und seiner bedrängten Nahrung halber des Ältestenamtes enthoben werden
möge; der Rat genehmigt das Gesuch am 14. März 1615 (Lib. definit. IV. 288d). Feseh stirbt am 3. (4.) Mai 1632,
alt 75 Jahre (Elis. u. MM). Seine Witwe Anna f 22. IX. 1633 (Elis.).
Fesch, Rudolph (Fösch), Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Rudolph Fesch, stirbt am
3. Februar 1626, alt 29 Jahre (Elis.).
Fesch, Sebastian [Bastian] (Fetsch, Fäsch, Fähsch, Fösch, Väsch, Vesch, Vehisch), d. ä., Goldschmied, aus Basel,
heiratet in Breslau als Geselle am 8. Februar 1580 Hedwig, die Tochter des Goldschmieds Eucharius Riher (MM).
Wird 1580 in Breslau Bürger und Meister. Ist seit 1586 Zunftältester. Stirbt am 22. Februar 1602, alt 47 Jahre
(Elis.). Seine Tochter Maria heiratet am 2. September 1603 den Kretschmer Friedrich Bencker (MM). Seine
Witwe Hedwig heiratet am 25. April 1606 den Ambrosius Richter (MM). Sein Sohn Zacharias, ein Seifensieder,
heiratet am 26. Januar 1616 Hedwig, die Witwe des Seifensieders Adam Schwabe (MM). Sein Sohn Philipp
heiratet am 27. Februar 1618 Barbara Unger (MM). Sein Sohn Esaias, ein Hutschmücker, heiratet am 12. Mai 1620
Maria Fochtman (MM).
Fesch, Sebastian [Bastian] (Fetsch, Vehisch), d. j., Goldschmied, Sohn des Sebastian Fesch d. ä., wird 1607 Bürger
und Meister. Heiratet am 16. Juli 1607 Barbara, die Tochter des Handelsmannes Georg Hartman (MM). Wohnt
auf der Albrechtsgasse. Seine Frau Barbara f 21. (begr. d. 24.) VIII. 1615 (Elis.). Fesch heiratet 16. Trinitatis 1616
Regina, die Tochter des f Handelsmannes Sebald Röber aus Olmütz (Elis.). Ist Zunftältester seit 1627. Seine
Tochter Rosina heiratet am 13. Januar 1637 den Goldschmied Hans Späth (MM). Fesch stirbt am 7. (9., 11.) März
1645 (Elis. u. MM), ist in der Goldschmiedekapelle beigesetzt worden; vgl. Seite 14.
Fesch, Sebastian, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Sebastian Fesch d. j., stirbt in
Strassburg i. Eis. im November 1633, alt 24 Jahre (Elis.).
Fest, Daniel, siehe Feist.
Fest, Tobias (Feste), Goldschmied, geb. in Breslau, getauft am 3. Oktober 1638, Sohn des Malers Martin Fest und
seiner Frau Anna, geb. Vogt, ist von mütterlicher Seite ein Enkel des Breslauer Goldschmieds Tobias Vogt, wird
Ende 1669 Bürger und Meister. Heiratet am 18. Februar 1670 Maria, die Tochter des f Goldschmiedältesten
Balthasar Wittig iMM). Wohnt auf der Mäntlergasse in seinem eigenen Hause. Stirbt am 30. Juni (4., 5. Juli)
1677 (Elis. u. MM).
Fester, Jonas (Ferster, Fesser), Goldschmiedegeselle, Sohn des Breslauer Kretschmers Jonas Fester, stirbt am
1. (4) April 1643, alt 32 Jahre (Elis.), hat bei Gottfried Vogel d. ä. in Arbeit gestanden.
Fetichen, Hans, siehe Voyt.
Feyst, Daniel, siehe Feist.
Ficke [Fick], siehe Vicke.
Ficker, siehe Vicker.
Fidler, Fabian, Goldschmied, am 1. Juni 1614 stirbt seine Witwe Eva, geb. Lange.
Fiedler, Christian Friedrich, Goldschmied ausserhalb der Innung, wird 1699 bei St. Adalbert erwähnt (Schles.
Vorz. VII. 488).
Firdung, Andres (Fridung), aurifaber und Eisenschneider, wird Bürger am Montag nach Quasimodo (15. April) 1398,
Bürge ist Hensil von Glacz. Wohnt auf der Schuhbrücke. Bekennt am Tage vor Viti (14. Juni) 1401, dem Hannos
Salmon, Tobehannos genannt, 27 Mk. 17 Gr. schuldig zu sein, und gelobt die Schuld in vier Raten abzuzahlen.
Sollte er von der Stadt etwas durch „Eisengraben und demgleiche" verdienen, so soll das auch Hannos Salmon
haben. Er und seine Frau Elisabeth bekennen am Tage Viti (15. Juni) 1401, dem Hannos Bänke 9s/2 Mk. u.
10 Scot schuldig zu sein und geloben terminweise Zahlung (Signaturb. XIII). Firdung zahlt 1403 an Steuern: de
opere '/äfertonem; sein Name ist 1404 gestrichen und „Peschil" darübergeschrieben worden (Steuerb. fol. 22 b).
Firecke, Hanns (Fierecke), aurifaber, wird Bürger am Freitag vor Invocavit (29. Februar) 1460. Stirbt vor 1490.
Fische, Christian Friedrich, Goldschmiedgeselle, Sohn des Musketiers Friedrich Fische, heiratet am 24. Oktober 1763
Anna Maria, die Tochter des f Erbsassen Martin Zwilling in Scheitnig bei Breslau, Trauzeuge ist der Silber-
arbeiter Johann Gottlieb Okrusch (MM).
Fischer, Ernst, Goldschmied am Dom, stirbt 1666 (Schles. Vorz. VII. 487).
Fischer, Frantz, Goldschmied aus Österreich, ein Pfuscher, wird 1731 am Dom erwähnt (Schles. Vorz. VII. 488).
Fischer, Friedrich Christian, Goldarbeiter, geb. in Coburg, Sohn des dortigen Zinngiessers Johann Andreas Fischer,
lernt in Bayreuth bei dem Goldarbeiter Carl Burger bis 19. August 1813. Wird Breslauer Bürger am 1. November 1816,
alt 24 Jahre, und Innungsmeister am 29. August 1817. Ist in der Meisterliste von 1826 das letzte Mal genannt.
Fischer, Wentzel (Fiescher), Goldschmied, Sohn des Bergmannes Wentzel Fischer in Hohenelbe, lernt in Breslau
bei Friedrich Schoenau, wird Ende 1621 Bürger und Meister. Heiratet am 11. Januar 1622 Maria, die Tochter
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des Goldschmiedältesten Chri-
stoph Stimmel ( Elis.). Wohnt
auf der Schuhbriicke, später
am Elisabethkirchhofe. Stirbt
als Gefreiter in der Kaiserl.
Armee zu Güstow im Fürsten-
tum Rügen am 19. (begr. d. 20.)
März 1628, alt etliche 40 Jahre
(Elis.). Seine Witwe Maria
t 30. XI. 1633 an der Pest
(Elis.).
Fitze [Fitz], siehe Vi tze.
Flässel, Lucas (Meister Lucas),
Goldschmied, wird um 1495
Bürger. Am Sonnabend nach
Katharine (26. November i 1496
reicht Valten Meissner dem
Goldschmiede Lucas Flässel
sein Haus am Ringe bei Caspar
Wehpusch (Tradb. I. 22b).
Flässel wird 1508 als Haus-
besitzererwähnt (Tradb. 1.148).
Fleischer, Andreas, Goldschmied-
geselle, Sohn des Tischlers
George Fleischer in Jauer,
stirbt in Breslau am 25. Sep-
tember 1650, hat bei Caspar
Drogen in Arbeit gestanden.
•Fleischer, Tobias, ein Gürtler, wird
am 1. März 1602 durch Rats-
dekret angewiesen, sich der
Arbeit, „welcher er sich den
Goldschmiden vnd Gürtlern zu
nachteil vntterfangen," zu ent-
halten. Am4.Mail602 müssen
Michel Thime und Adam Wolff
für ihn Bürgschaft leisten ;
Fleischer erhält darauf alle seine von den Goldschmieden beschlagnahmten Arbeiten zurück (Lib. definit. IV. 127).
Fleisch man, Jacob, Goldschmied, heiratet am 24. Oktober 1564 Anna, die Tochter des Schneiders Heinrich
Stockei (MM). Erwirbt das Bürgerrecht am 9. März 1565, wird um dieselbe Zeit Meister. Stirbt 1572.
Seine Witwe Anna heiratet am 18. Februar 1577 den Paul Blumdorff (MM). Seine Tochter Anna heiratet am
7. Januar 1585 den Schneider Bartel Winter (MM). Seine Tochter Salome heiratet am 23. Februar 1588 den
städtischen Mauerschaffer Nicolaus Eichler (MM). Sein Sohn Johann Baptista heiratet am 21. Oktober 1603
Ursula, geb. Friedman, die Witwe des Stephan Hefen, Schulcollegen bei St. Maria Magdalena (MM).
Foerster, Carl Wilhelm Ernst, Silberarbeiter, lernt bei Johann Carl Stainsky vom April 1829 bis Juli 1832. Erwirbt
das Bürgerrecht am 4. Februar 1842, alt 28 Jahre. Meldet sich am 15. Juli 1842 als Stückmeister und wird am
22. Juli in die Innung aufgenommen. Gibt 1847 sein Geschäft auf und scheidet 1848 aus der Innung aus. Als
er 1851 seine Wiederaufnahme nachsucht, verhält sich das ganze Mittel ablehnend.
Foerster, [Christian] Gottlieb (Forster), Silberarbeiter, geb. 1720 auf dem Stadtgute vor dem Odertore bei Breslau,
Sohn des Erbsassen Johann Foerster, meldet sich am 23. September 1750 als Stückmeister, arbeitet bei Stephan
Christian Luttroth ein silbernes Becken nebst Kanne, wird Meister am 9. August und Bürger am 18. September 1752.
Heiratet vorher am 18. Mai 1751 Maria Sybilla, die Tochter des f Erbsassen Lorentz Schülein in Döcking bei
Anspach (Elis.). Seine Frau f 10. (begr. d. 12.) IV. 1763 (Elis.). Foerster heiratet als Witwer am 3. November
1766 Maria Dorothea, die Tochter des Schneiders Nicolaus Otto (Elis.). Stirbt am 14. (begr. d. 17.) Februar 1772.
Fig. 16. Leberecht Fournier: Teemaschine, um 1825
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alt 52 Jahre 6 Monate (Elis.). Seine Witwe Maria Dorothea heiratet am 13. November 1775 den Schlosser
Ephraim Gottfried Kusche in Öls (Elis.).
Fösch, siehe Fesch.
Foit [Foith, Foitchyn], siehe Voyt.
Fotichen [Fotchen], Hans, siehe Voyt.
Fournier, Leberecht, Silberarbeiter, geb. in Berlin, Sohn des dortigen Goldschmieds George Fournier, wird in
Breslau Meister am 18. Juni und Bürger am 17. August 1821, alt 32 Jahre. Ist von 1839—1849 Ältester und
Stempelmeister mit dem Buchstaben S. Stirbt am 6. August 1849. Fournier zeichnet L F negativ eingeschlagen,
oder bei grossen Arbeiten FOURNIER, vgl. Taf. V Nr. 189.
a. Teemaschine, Silber, abgebildet Fig. 16. H. 28 cm. Johanneskopf. Stempelmeisterb. Q u. Meisterz. LF.
— Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
b. Kelch, Silber. Datiert 1828. Johanneskopf, Stempelmeisterb. Q u. Meisterz. LF. St. Maria Magdalenen-
kirche, Breslau.
c. Deckelpokal, Silber, innen vergoldet, belegt mit Weinlaubgirlanden wie Nr. a. Gestiftet dem Kanonikus
und Stadtpfarrer Hildebrand in Frankenstein 1833. Johanneskopf, Stempelmeisterb. Q u. Meisterz. LF.
Ziseleur Tillmann Schmitz, Breslau.
d. Rauchfuss nebst Weihrauchschiffchen, Silber. Johanneskopf, Stempelmeisterb. Q u. Meisterz. LF. —
Kath. Pfarrkirche zum hl. Kreuz, Strehlen.
e. Pacificale, Silber. Johanneskopf, Stempelmeisterb. Ru. Meisterz. LF. - Kath. Pfarrkirche zum hl. Kreuz, Strehlen.
Francke, Caspar (Franck), Goldschmied, Sohn des Fleischhackers Anton Francke zu Dohna in Sachsen, wird in
Breslau Meister Anfang 1711 und Bürger am 13. März 1711. Heiratet am 18. Mai 1711 Anna Rosina, die Tochter
des Gürtlerältesten Friedrich Schubert (Elis.). Stirbt am 11. April 1735, alt 60 Jahre. Francke zeichnet C F in
einem herzförmigen Schilde, vgl. Taf. IV Nr. 131.
a. Schüssel mit Messkännchen, Silber, am Rande und um die Standflächen der Kännchen gerieft, an der
Riefung entlang zieht sich durch Vergoldung hervorgehobenes Laub- und Bandelwerkmuster. Dm. der
ovalen Schüssel 31 X 22,2 cm. Johanneskopf ähnlich Typus VI, Stempelmeisterb. B negativ, Meisterz. u.
Kriegssteuerst. 5fr. — Kloster der Barmherzigen Brüder, Breslau.
b. Deckelbecher, Silber, abgebildet Fig. 17. H. 19 cm. Johanneskopf Typus VII, Stempelmeisterb. B negativ,
Meisterz. u. Kriegssteuerst. 3fr. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
Francke, Hans (Franck, Franke), Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht am 23. September 1531, wird um dieselbe
Zeit Meister. Stirbt vor 1570. Seine nachgelassene Tochter Katharina heiratet am 4. Juni 1570 den Schneider
Lorentz Kolbe von Gross-Glogau (MM).
Francke, Peter (Franke), Goldschmied, wird Bürger am Freitag nach Cineres (9. März) 1492. Wird am
Mittwoch nach Simon u. Judas (29. Oktober) 1505 als Besitzereines Hauses an der Nordseite des Ringes erwähnt
(Tradb. I. 78 b). Stirbt um 1507. Seine Frau Hedwig reicht am Freitag vor Kiliani (7. Juli) 1508 das genannte
Haus ihrer Tochter Margareta u. ihrem Schwiegersohne, dem Goldschmiede Hans Krafftczober (Tradb. I. 150b).
Frantz, Adam, Goldschmiedgeselle von Neusol in Ungarn, stirbt in Breslau am 20. Oktober 1654, alt 24 Jahre (Elis.X
Fraustadt, Johannes von der, ein Silberarbeiter auf dem Sande; siehe Seite 35.
Fregewige, Johann Frantz, geb. in Berlin, arbeitet in Breslau als Geselle von 1759—1761 bei dem Goldarbeiter Carl
Ferdinand Weigelt, meldet sich am 22. Mai 1761 als Stückmeister, legt die Zeichnung zu einer Tabattiere vor
und wird zur Meisterarbeit zugelassen; ist seitdem im Protokollbuche nicht mehr erwähnt.
Frey, Carl, & Söhne. Der Goldarbeiter Carl Gottlob Frey, geb. am 9. XII. 1774 in Polsnitz bei Freiburg, gründet vor
1800 in Freiburg i. Schi, ein Goldwarengeschäft. Dieses führt seit 1861 die Firma: Carl Frey & Söhne. Am 2. Oktober
1862 gründen dann die beiden Juweliere Carl Eduard Frey (Sohn des Carl Gottlob Frey, geb. 2. IX. 1809, t 3. VII. 1878)
und Carl Gustav Adolf Frey (Enkel des Carl Gottlob Frey, geb. 9. III. 1838, t 27. V. 1903), sowie der Kaufmann
Julius Emil Robert Frey (Enkel des Carl Gottlob Frey, geb. 25 V. 1840) zu dem Freiburger Geschäfte eine Filiale
in Breslau im Stadthause am Ringe. Diese wird dann nach der Elisabethstrasse und später als selbständiges
Geschäft nach der Schweidnitzerstrasse verlegt. Die Breslauer Firma zeichnet seitdem : Carl Frey & Söhne Breslau.
Freytag, Carl Gottlieb (Freitag), Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Leinwandreissers Johann Gottlieb Freytag,
lernt bei Johann Christoph Jancke d. j. vom Qu. Lucie 1790 — 1796. Arbeitet bei Gottfried Benjamin Weigelt als
Meisterstück eine Kaffekanne nebst Michkännchen (vgl. Seite 9 Fig. 6), wird Meister am 4. September und
Bürger am 16. Oktober 1801. Heiratet 27 Jahre alt am 3. November 1801 Christiane Charlotte, die Tochter des
Kretschmers Adam Warcus (MM). Wird 1811 zum Stadtverordneten gewählt. Ist seit 1816 Innungsältester und
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seit etwa 1822 mutmasslicher Stempelmeister mit dem Buchstaben Q.
Verübt 1834 wegen Unterschlagung von Mittelsgeldern Selbstmord.
Freytag zeichnet in der Regel CGF in einem herzförmigen Schilde,
selten FREYTAG positiv eingeschlagen, vgl. Taf. V Nr. 181.
a. Tablett, Silber, oval, mit zwei Henkeln. Dm. 41 X 28,7cm.
Johanneskopf Typus XVI, Stempelmeisterb. N u. Meisterz, in
beiden Typen. Edgar Graf Henckel von Donnersmarck, Gramb-
schütz bei Namslau.
b Kaffeekännchen nebst Milchgiesser, Silber, mit überhöhten
Henkeln, abgebildet auf Seite 9 Fig. 6. H. der Henkel 28,3 u.
22,8 cm. Johanneskopf Typus XVII, Stempelmeisterb. N u.
Meisterz. CGF. Edgar Graf Henckel von Donnersmarck,
Grambschütz bei Namslau.
c. Tischleuchter, Silber, zwei Stück, im Louis XVI. -Stil, ähnlich
dem Fig. 38 abgebildeten Typus, doch auf quadratischer Stand-
fläche und die Lichttülle ohne Gitterwerk. Datiert 1814 u. 1818.
Johanneskopf Typus XVII u. XVIII, Stempelmeisterb. O u. P u.
Meisterz. CGF. Verein Christlicher Kaufleute Zwinger, Breslau.
d. Tischleuchter, Silber, zwei Stück, einkerzig, mit dreikerzigem
Aufsatzteil, in Empireformen. H. 39 cm. Johanneskopf Typus
XVIII, Stempelmeisterb. P u. Meisterz. CGF. — Kath. Pfarrkirche
St. Michaelis. Grottkau.
Friberg, Hanuschko (Freyburg), aurifaber, wird Breslauer Bürger am
Freitag nach Exaltatio Crucis (15. September) 1424. Erscheint 1431
u. 1434 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior.
Wird 1434 im Schöppenbuch XIV erwähnt.
Fricze, Goltsmed (Fritsche), am Mittwoch nach Palmarum (7. April) 1406
wird zwischen der Bruderschaft der Goldschmiede und Fricze dem
Goltsmede vereinbart, dieser solle sich bis Pfingsten verändern und
gute Handlung bringen, im anderen Falle solle er bis zu Johannis
Baptista seine Sachen schicken und von hinnen gehen und keine Fig. 17. Caspar Francke: Deckelbecher,
Arbeit mehr hier tun. Auch die Fürbitte anderer soll ihm in keiner um 1718
Weise behilflich sein (Signaturb. XVI). Am Tage Mauritii (22. Sep-
tember) 1416 bekennt Concze Gysberger, der Goltsmed von Präge, dass der Breslauer Domherr Thomas Mas
wegen des Herzogs Conrad Senior von Oels 222 Schock Groschen wegen des verstorbenen Fritsche Goltsmedes
bezahlt habe (Signaturb. XXI).
Fridung, Andres, siehe Firdung.
Friebach, Carl Heinrich (Fribach, Frübach, Daniel Heinrich Prübach), Silberarbeiter, arbeitet bei Stephan Christian
Luttroth als Meisterstück ein silbernes Becken nebst Kanne, wird Meister am 15. Januar und Bürger am
28. Februar 1749. Seine Tochter Johanna heiratet am 21. Mai 1759 den Kretschmer Christoph Weiss (Elis.i.
Friebach ist seit 1780 Innungsältester. Stirbt am 6. (begr. d. 8.) Dezember 1784, alt 65 Jahre 3 Monate (MM).
Seine Witwe Elisabeth, geb. Schüssner, f 1- (begr. d. 4.) IV. 1787 (MM). Friebach zeichnet CHF in einem
herzförmigen Schilde, vgl. Taf. V Nr. 159.
a. Zuckerdose, Silber, oval, auf vier Blattfüsschen, auf dem Deckel ein plastisch aufgelegter Blattzweig.
Johanneskopf Typus XIII, Stempelmeisterb. G Typus II u. Meisterz. — Dr. Erwin Hintze, Breslau.
b. Brustschild des Kommissarius der Neustädter Schützengesellschaft, Silber, in der Mitte ein ovales Porzellan-
medaillon mit farbigem Brustbilde Friedrichs des Grossen. Von 1763. H. 16,2 cm. Br. 15 cm. Johannes-
kopf Typus XIII, Stempelmeisterb. G Typus II u. Meisterz. — Schützengesellschaft, Neustadt OS.
Friedrich, Carl Gottlob [Gottlieb], Goldarbeiter, geb. in Schweidnitz, Sohn des Destillateurs Johann Heinrich Friedrich,
heiratet als Geselle 1766 Anna Rosina, die Tochter des Dieners Christian Küche in Glogau (MM). Meldet sich
am 28. Dezember 1773 in Breslau als Stückmeister, arbeitet bei Johann Christian Schlencker einen goldenen Patzel
mit Granaten, wird Meister am 3. März 1775. Heiratet als Witwer am 16. April 1782 Rosina Elisabeth, die
Tochter des Kassendieners Christoph Schmidt (MM). Stirbt am 22. Juni 1803, alt 63 Jahre 9 Monate. Seine
Witwe t 20. (begr. d. 23., V. 1815 (Elis.).
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Friedrich, Johann Christian Wilhelm, Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Schuhmachers George Friedrich, lernt
bei Christian Gottlieb Schneider vom Qu. Johannis 1805—1811. Wird Bürger am 15. November 1816, alt 25 Jahre,
und Innungsmitglied am 6. März 1818. Ist in der Meisterliste von 1819 des letzte Mal erwähnt.
Fritsche, Carl Heinrich, Gold- und Silberdrahtzieher, geb. in Breslau, Sohn des Gold- und Silberdrahtziehers Andreas
Fritsche, heiratet am 28. August 1742 Susanna Elisabeth, die Tochter des Gold- und Silberdrahtziehers Christoph
Lindholtz (Elis.).
Fritsche, Christoph, Gold- und Silberdrahtzieher in der Kaiserl. privil. Gold- und Silberfabrik, Sohn des Braumeisters
Hans Fritsche, heiratet am 23. Mai 1718 Anna Rosina, die Tochter des Aufladers Hans Hieppe (Elis.). Stirbt
am 10. (begr. d. 12.) Januar 1753, alt 65 Jahre 3 Monate (Elis.).
Fritsche Goltsmed, siehe Fricze.
Fritsche, Hans [Johann] Gottfried (Frietsche), Goldschmiedgeselle, am 8. Juli 1742 stirbt sein Sohn Carl Heinrich.
Am 24. Februar 1767 heiratet sein hinterlassener Sohn Johann Gottfried, ein Mitwohner im Bürgerwerder (Elis.).
Frübach, Carl Heinrich, siehe Friebach.
Fuchs, Antonius, Goldschmied von Liegnitz, siedelt um 1640 (?) nach Breslau über und wohnt am St. Elisabeth-
kirchhofe. Seine Frau Margareta | 7- XI. 1640 (MM). Er selbst stirbt am 6. Juni 1643. Seine Witwe Maria,
geb. Scholtz f 24. (30.) III. 1651 (Elis.).
Fuchs, Hans, Goldschmied, seine Witwe Hedwig stirbt am 7. September 1600, alt 60 Jahre (Elis.).
Fussjohann Friedrich Wilhelm, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Seilermeisters Adam August Fuss, lernt bei Ernst
Wilhelm Werneck vom Qu. Reminiscere 1790 bis Qu. Lucie 1794. Arbeitet bei Gottfried Benjamin Weigelt als Meister-
stück ein Halsband mit Medaillon in Filigranarbeit, wird Meister am 13. Februar und Bürger am 9. April 1801.
Heiratet im Juni 1803 Luise Friedericke, die Tochter des Gold- und Silberarbeiters Johann George Fournier in
Berlin (Elis.). Stirbt 1818.
Gab, Johann David (Gabe), Galanteriewarenarbeiter, Sohn des Goldschmieds Georg Lorenz Gab in Augsburg, heiratet
am 27. November 1752 Rebekka, die Tochter des f Gefreiten Melchior Sommer in Breslau (Elis.).
Gabler, Christoph, Goldschmiedgeselle, Sohn des Leutnants Georg Heinrich Gabler zu Erfurt, stirbt in Breslau am
5. März 1700, alt 23 Jahre.
Gädig, Sebald, siehe Gedick.
Gaertner, Johann Christoph August, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Pfefferküchlers Anton Gaertner, lernt
bei Gottlieb David Günther vom September 1810—1816. Erwirbt das Bürgerrecht am 10. Juni 1825, alt 30 Jahre.
Wird nicht Innungsmitglied.
Gall, Elias (Galle), Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Totengräbermeisters Elias Gall, arbeitet als Meisterstück
einen Pokal nebst Ring und Siegel, wird Bürger am 23. April und Meister am 28. April 1732. Heiratet am
6. Mai 1732 Anna Dorothea, die Tochter des Kretschmers Valentin Baldoffsky (Elis.). Ist in der Meisterliste von
1759 das letzte Mal genannt. Seine Witwe Anna Dorothea f 7. (begr. d. 9.) VI. 1768 (MM). Seine Tochter Christiana
Charlotta heiratet am 21. Oktober 1777 den Schneider Carl Samuel Wernicke (Elis.).
Gall, Vinzent Caspar (Galle), Goldarbeiter, geb. in Räuden OS., Sohn des Schlossers Johannes Gall, lernt in Breslau
bei Johann Christian Ludwig Barth von Ostern 1818 bis Weihnachten 1822. Erwirbt das Bürgerrecht am
14. März 1843, alt 41 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Gallyst, Silberplattierfabrikant aus Chantilly, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 2. Februar 1824.
Gammer, Johann Christlieb, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Goldschlägers Christoph Gammer, stirbt
am 1. (2.) April 1726, alt 21 Jahre (MM).
Gampricht, Stenzel, Goldschmied, Ende August 1590 stirbt ihm ein Kind. Seine Witwe Anna heiratet am 31. August
1610 den Kürschner David Ubischer (MM).
Garmer, Johann Andreas, siehe Germer.
Garn, Sebastian [Bastian], Goldschmied, heiratet als Geselle im September 1544 Anna, die Tochter des Goldschmieds
Hans Goppel (MM). Erwirbt das Bürgerrecht am 3. Februar 1546, wird um dieselbe Zeit Meister. Stirbt am
13. Juni 1584, alt 60 Jahre.
Garnczuger, Nicolaus [Claus], aurifaber, erwirbt das Bürgerrecht am Dienstag nach Misericordia Domini (9. April) 1364,
Bürge ist Nicolaus Hezen. Reicht am 30. August 1370 seiner Frau Katharina für den Fall seines Todes die
Hälfte seines Besitzes (Schöppenb. III. 79 b). Gelobt 1392 für Wonschiiburg wegen zweier Ofen Ziegel, weil
dieser nicht gehalten hat, was er vor dem Rate wegen des Benuschdorff versprochen hat (Signaturb. IV. 53 b).
Stirbt um 1400.
Gebel, Andreas (Giebel), Goldschmiedgeselle, Sohn des Weissgerbers Andreas Gebel, heiratet 14. Trinitatis 1595
Maria, die Tochter des f Weissgerbers Christoph Eichelman (Elis.).
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Gebel, Qottlieb, Goldarbeiter, stirbt am 8. (begr. d. 10.) März 1798, alt 68 Jahre (Elis.). Seine Witwe Anna Judith
t 7. (begr. d. 9.) II. 1802 (Elis.).
Gedick, Sebald (Gedigk, Gädig, Gödick, Gödig), Sohn des Schneiders Joachim Gedick, wird 1663 Bürger und Meister.
Heiratet am 7. Mai 1663 Anna Christina, die Tochter des Perlenhefters Daniel Lobenschuss (MM). Wohnt auf
der Schuhbrücke, später auf der Schmiedebrücke. Stirbt um 1685 (?). Seine Witwe f 14. (18.) III. 1686 (Elis.).
Geldtner, Christoph, Goldschmiedgeselle, Sohn des Landkutschers Valten Geldtner, heiratet Jubilate 1614 Susanna,
die Tochter des Pulverflaschenmachers Hieronimus Bancke (Elis.).
Genkowicz, Niczco, siehe Jencowicz.
Gerlach, Wentzel (Girlach, Görlach), Goldschmied, arbeitet 1620 bei Caspar Pfister in Breslau. Von ihm sind zwei
wertvolle Arbeiten für den kurfürstlich sächsischen Hof aus den Jahren 1649 und 1650 nachweisbar (nach Schles.
Vorz. Bd. VHS. 483. — Neues Archiv f. Sächs. Gesch. Bd. XIII S. 136).
Gerlach, Wentzel (Girlach, Görlach), Goldschmied, Sohn des Stadtvogtes George Gerlach in Trebnitz, wird 1676 in
Breslau Bürger und Meister. Heiratet am 23. Mai 1676 Mariana, die Tochter des Schwertfegerältesten Johann
Liebethäler (Elis.). Seine Frau Mariana f 12. (begr. d. 15.) IV. 1686 (Elis. u. MM). Gerlach heiratet am M.No-
vember 1689 Anna Elisabeth, die Tochter des f Handelsmannes Jeremias Krause in Liegnitz (MM). Seine Tochter
Johanna Eleonora heiratet am 24. April 1708 den gräfl. Haushalter Christoph Reisiger (Elis.). Gerlach stirbt am
21. (28.) August 1712, alt 73 Jahre. Seine Tochter Dorothea heiratet am 18. Juni 1715 den Kammsetzergesellen
Christian Gabricke (MM). Eine seiner Töchter heiratet am 27. Juni 1717 bei St. Matthias. Seine Tochter Anna
Rosina heiratet am 20. Oktober 1722 den Theodor Budix (MM). Seine Tochter Susanna heiratet am 11. Juli 1730
den Schneider Adam Müller (MM). Seine Witwe Anna Elisabeth f 26. (27.) IV. 1731 (MM).
Germer, Johann Andreas (Garmer), privileg. Gold- und Silberfabrikant, geb. in Halberstadt, heiratet in Breslau am
4. Februar 1739 Susanna Regina, die Witwe des Gold- und Silberfabrikanten Gottlieb Kriegelstein (Elis.). Stirbt
am 17. (begr. d. 19.) September 1747, alt 45 Jahre 9 Wochen (Elis.).
Gesesse, Johannes [Geronimus], aurifaber, wird Bürgeram Montag nach Lucie (16. Dezember) 1409, Bürge ist Hannos
Nysser. Er gelobt am Mittwoch nach Letare (21. Märzj 1414, die 47*^ Mk., die er von seiner Frau empfangen
hat und die dieser von Cuncze Eychhorn gegeben wurden, auf das Rathaus zu deponieren (Signaturb. XX).
Getze, Jacob, siehe Götze.
Giebel, Andreas, siehe Gebel.
Giessman, Andreas (Gieseman, Gisseman), Goldschmied, Sohn des Brauers Jobs Giessman in Braunschweig, arbeitet
in Breslau bei Hans Jachman d. j. als Meisterstück ein Geschirr nebst Ring und Siegel, wird Meister am 2. Oktober
und Bürger am 13. Oktober 1717. Heiratet am 2. November 1717 Anna Rosina, die Tochter des Goldschmied-
ältesten Johann Peter Ziegler (Elis.). Seine Frau f 13. (begr. d. 15.) III. 1728 (MM). Giessman heiratet am
17. Mai 1729 Ursula Mariana, die Tochter des \ Schönfärbers Johann Orth in Schweidnitz; Trauzeugen sind die
Goldschmiede Samuel Hammer und Heinrich August Joel (MM). Ist in der Meisterliste von 1732 das letzte Mal
erwähnt. Seine Tochter heiratet 1734 den Johann Braunsky aus Dresden, den Sohn des f Goldschmieds Wentzel
Braunsky daselbst, Trauzeuge ist der Goldschmied Ernst Müller (Trb. Dom).
Giessmann, Ferdinand Gottlieb (Gissmann, Gismann), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Kantors Gottfried
Giessmann, lernt bei Daniel August Titze vom 3. Juni 1779 bis 24. Februar 1785. Wird zuerst in Berlin Meister;
heiratet daselbst Sophia Carolina Dorothea, die Tochter des Packhofinspektors Brattfisch (Brathisch?). Siedelt
1796 wieder nach Breslau über und wird ohne nochmalige Arbeitung eines Meisterstückes nach Zahlung von
33 Rtlr. Rezeptionsgebühr am 13. Dezember 1796 in das Mittel aufgenommen. Erwirbt am 6. Januar 1797 das
Bürgerrecht. Seine Frau f 12. (begr. d. 15.) V. 1800 (Elis.). Giessmann heiratet am 3. September 1800 Beate
Wilhelmine, die Tochter des Destillateurs Johann Gottfried Jacob (MM). Wird 1820 Coffetier, beibt aber Innungs-
mitglied. Stirbt 1833.
Gilthoff, Sebastian, siehe Goldthoff.
Gimmig, Johann George (Gimmich), Goldarbeiter, Sohn des Pfarrers Johann George Gimmig bei Strassburg i. Eis., arbeitet
in Breslau bei Christian Schlencker sein Meisterstück, wird Meister im März und Bürgeram 15. Juli 1739. Heiratet am
24. Mai 1740 Johanna Dorothea, die Tochter des Goldschmieds Daniel Feist (Elis.). Seine Frau Johanna Dorothea
f 3. (begr. d. 6.) XI. 1790 (Elis.). Er selbst stirbt am 17. (begr. d. 20.) Februar 1792, alt 83 Jahre 7 Monate
8 Tage (Elis.). Seine Tochter Maria Dorothea heiratet am 13. November 1793 den Silberarbeiter Johann Gottlob
Scholtz (Elis.).
Girlach, Wentzel, siehe Gerlach.
Girschner, Christoph (Gierschner), Goldschmiedgeselle, Sohn des Breslauer Goldschmieds Johann George Girschner,
stirbt am 2. (3.) April 1736, alt 32 Jahre (Elis.).
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Qirschner, Johann [Hansl George (Gierschner, Girsner, Grische, Griesche, Grischner, Kirschner, Kierschner), Gold-
schmied, wird 1703 Meister. Erwirbt das Bürgerrecht am 31. Juli 1703. Seine Frau | 23. I. 1706. Girschner ist
am 13. XI. 1706 Trauzeuge bei St. Matthias. Er stirbt am 17. (begr. d. 19.) |uli 1724, alt 50 Jahre (Elis.). Seine
Witwe Elisabeth f 1. XII. 1728. Sein Sohn Christoph, ein Goldschmiedgeselle, f 1736. Girschner zeichnet
I G G in einem Dreipasse, vgl. Taf. IV Nr. 126.
a. Kelch, Silber mit wenig Vergoldung, auf dem sechspassigen Fusse geflügelte Engelsköpfchen und Laub-
und Bandelwerk in getriebener Arbeit. Auf dem Kuppabelage drei Medaillons mit Leidensattributen
zwischen Laub- und Bandelwerk in durchbrochener Arbeit. Um 1722. H. 21,4 cm. Johanneskopf Typus VIII,
Stempelmeisterb. B positiv u. Meisterz. — Evang. Pfarrkirche in Rawitsch, Prov. Posen.
Glacz, Hensil von (Johannes, Hannos Glocz, Hannos Goltsmit, Hanke Goltsmit), aurifaber; am Freitag nach Aller-
heiligen (3. November) 1346 reicht auf zu einem rechten Kaufe Meister Niclos von Glacz der Goltsmit seinem
Sohne Hannos das Erbe auf der St. Albrechtisgasse an der Ecke gegenüber Kirstan Schryber (Schöppenb. I. 44b).
1347 verkauft Hannos Goltsmit dem Nickil Pflug das Gebäude bei Conrad Scherer zunächst (Schöppenb. I. 65).
1348 erwirbt Hensil von Glacz ein Gebäude auf der Altbüssergasse und einen halben Kram (Schöppenb. I. 84, 89).
1349 verkauft Hanke Goltsmit, des Meyster Niclos Son von Glacz, ein Drittel des Erbes auf der Altbüssergasse,
worauf Fricze Becherer wohnt (Schöppenb. I. 103). Hensil von Glacz erwirbt das Bürgerrecht am Freitag vor
Georgii (19. April) 1364, sein Vater bürgt für ihn. Er verreicht 1367 seiner Frau Elzebeth für den Fall seines
Todes 20 Mk. auf allen seinen Besitz (Schöppenb. II. 380 b). Er und Mathis Goltsmit bekennen 1368, dass die
Mauer zwischen ihnen beiden gemeinsam gehört (Schöppenb. II. 401b). Hannos Glacz erscheint zwischen 1373
bis 1398 öfters als Bürge und ist 1390, 1393, 1398 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior
genannt. Stiftet um 1398 mit seiner Frau Katharina einen Altar (vgl. Seite 11). Stirbt um 1399.
Glacz, Niclos von (Glocz), Goltsmit, ist etwa von 1325 — 1365 in Breslau tätig. Reicht 1346 seinem Sohne Hannos
sein Erbe auf der Albrechtsgasse. Erwirbt 1348 das Erbe Hennekin Goltsmits bei Heinkin Rwssinne zunächst
(Schöppenb. I. 44b, 74a). Leistet 1364 Bürgschaft, als sein Sohn Hensil das Bürgerrecht erwirbt (Bürgerb. I. 11 b).
Glacz, Peter von (Glocz, Petrus Goltsmid), aurifaber, reicht 1364 dem Hospital zum hl. Leichnam 5 Vierdung jährl.
Zins auf seine Kaufkammer, wiederverkäuflich um 1 1 1/2 Mk. (Schöppenb. II. 202b). Peter von Glocz der Golt-
smit verreicht 1369 seiner Frau Dorothea für den Fall seines Todes allen seinen Besitz (Schöppenb. III. 27b).
Vgl. Litera filiarum Petri 1337, Antiquarius fol. 17. — Cod. diplom. Siles. Bd. XI. S. 103.
Glaser, Baltzer (Balthasar Glasser), Goldschmied, heiratet als Geselle im September 1550 Helena, die Witwe des
Goldschmieds Paul Bock (MM). Wird Meister Ende 1551 oder Anfang 1552. Erwirbt das Bürgerrecht am
4. März 1552. Heiratet als Witwer am 30. August 1558 Maria, die Tochter des Goldschmieds Peter vom Baum-
gart (MM). Das Brieger Urgichtbuch (fol. 22 a) berichtet 1564, dass Glaser verschiedene gestohlene Wertsachen
gekauft habe (Anz. f. Kunde d. deutsch. Vorz. 1878, Sp. 391). Glaser stirbt vor 1579.
Gliczman, Volckmar (Glitzman), Goldschmied u. Wappenschneider, heiratet 1560 Katharina, die Tochter des f Hans
Hetzer (Elis.). Bleibt der Innung fern, da er sich ausschliesslich als Wappenschneider betätigt und daher keinem
Zunftzwange unterworfen ist. Erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 9. Januar 1565. Wird 1566, 5. XII. 1572 u. 1585
in Breslau erwähnt (Anz. f. Kunde d. deutsch. Vorz. 1881, Sp. 102. — Schles. Vorz. VII, S. 55, 67). Vgl. Gerhard Brensfelt.
Glimmich, Johann Gottlieb (Glimmig), Goldarbeiter, geb. in Schweidnitz, Sohn des Destillateurs Gottfried Glimmich,
arbeitet in Breslau bei Daniel Klein als Meisterstück einen Uhrhaken nebst Ring, wird Meister am 1. September
und Bürger am 7. September 1746. Heiratet am 2. Januar 1748 Maria Rosina, die Tochter des Goldschmieds
George Friedrich Thamm; Trauzeuge ist der Goldschmiedälteste Daniel Klein (MM). Glimmich wird Ende 1765
zum letzten Male erwähnt.
Glock [Glocke], Johann Gottfried, siehe Klock.
Glocz, siehe Glacz.
Glogovia, Bartholomaeus de (Bartholomaeus Goltsmed), aurifaber, wird Breslauer Bürger am Montag nach Epiphania
domini (9. Januar) 1385, Bürge ist Thomas Landecke. Conrad Goltsloer reicht 1390 dem Bartholomaeus Gauld-
smit und seiner Frau Katharina sein Erbe bei Nysser zunächst; dafür reicht Katharina Melczmeleryn mit Willen
ihres Mannes Bartholomaeus dem Conrad Goltsloer die Mark Zins, die sie auf der Agnit Grosnyderin Erbe hat
(Schöppenb. VI. 224). Bartholomaeus reicht 1392 dem Procop Plathener erst 6 Mk., dann 3 Mk., dem Heinriczen
Weyzin 2 Mk., endlich dem Heinrich Wonschilborg 6 Mk. Zins auf sein Erbe auf der Albrechtsgasse
(Schöppenb. VII. 73b, 75, 78, 84). Am Freitag nach Corpus Christi (14. Juni) desselben Jahres verkauft er dem
Niclos Bawtym sein Hinterhaus auf der Altbüssergasse bei Rozeler (Schöppenb. VII. 82b). Er einigt sich 1401
mit Andres Peizerer wegen 80 Mk., die er dem Peizerer schuldig ist; er soll zunächst 30 Mk. zahlen, die anderen
50 Mk., sobald er in der Lage sein wird (Schöppenb. IX. 47 b).
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Goebel, Paul, Goldarbeiter, tritt am 15. Juli 1886 in die Innung ein, bleibt Mitglied bis zum 13. Oktober 1893.
Gödick [Gödig], Sebald, siehe Gedick.
Goelner, Friedrich Wilhelm, Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Kürschners David Goelner, erwirbt das Bürger-
recht am 16. Juni 1843, alt 30 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Goppel, siehe Goppel.
Görlach, Wentzel, siehe Gerlach.
Götze, Jacob (Getze), Goldschmiedgeselle von Salzwedel in der Mark, stirbt in Breslau am 29. Januar 1622, alt 27 Jahre (Eiis.).
Goldpach, Goldarbeiter ausserhalb der Innung, ist am 8. Oktober 1804 Trauzeuge bei St. Vincenz.
Goldthoff, Hans (Guldenhoff), Goldschmiedgeselle, Sohn des Goldschmieds Sebastian Goldthoff d. j., heiratet am
30. Oktober 1651 Barbara, die Tochter des Michael Wahle, gewesenen Kretschmers vor St. Niclas (Eiis.). Stirbt
am 10. September 1652, alt 35 Jahre 15 Wochen (Eiis.).
Goldthoff, Sebastian [Bastian] (Guidehoff, Guldhoff, Gultthoff, Guldenhoff, Gilthoff, Gülthoff), d. ä., Goldschmied,
heiratet als Geselle am 19. Februar 1566 Katharina, die Tochter des f Goldschmieds Hans Bartolme (MM). Wird
Meister Ende 1566. Erwirbt das Bürgerrecht am 13. Februar 1567. Wohnt auf der Schmiedebrücke. Seine
Tochter Katharina heiratet am 6. Oktober 1598 den Goldschmied George Sauerman (MM). Goldthoff stirbt
Anfang Dezember 1599. Seine Witwe Katharina f 22. II. 1601 (Eiis.).
Goldthoff, Sebastian [Bastian] (Guldhoff, Gultthoff, Guldenhoff, Gilthof, Gülthoff), d. j., Goldschmied, geb. in Breslau,
getauft am 2. Januar 1576, Sohn des Sebastian Goldthoff d. ä., wird 1607 Bürger und Meister. Heiratet am
10. September 1607 Magdalena, die Witwe des George Daniel, Koschwitz genannt, gewesenen Goldschmieds zum
Jauer (MM). Wohnt auf der Schmiedebrücke. Stirbt an abzehrender Lungensucht am 26. (begr. d. 29.) September
1633, alt 58 Jahre (Eiis.). Seine Witwe Magdalena f 20. (begr. d. 23.) XII. 1634 (Eiis. u. MM).
Goldthoff, Sebastian (Guldenhoff), Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Sebastian Goldthoff d. j.,
heiratet am 6. Juli 1637 Maria, die Tochter des f Stellmacherältesten George Senftieben (Eiis. u. MM). Stirbt
am 17. (begr. d. 19.) Januar 1639, alt 27 Jahre (Eiis. u. MM). Seine Witwe Maria heiratet am 21. September 1643
den Kaiserl. Proviantbedienten Johann Domnig iMMi.
Goltschmidt, Georg, siehe Gultsmyd.
Goltschmidt, Joachim [Jocheym, Jochem], Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht am 16. Februar 1537, wird um die-
selbe Zeit Meister. Seine Tochter Hedwig heiratet im Januar 1555 den Goldschmied Eucharius Riher (MM).
Goltschmidt stirbt vor 1579.
Goltschmidt, Merten, Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht am 5. März 1568, wird um dieselbe Zeit Meister. Wohnt
auf dem Neumarkte. Heiratet als Witwer 16. Trinitatis 1584 Anna, die Witwe des Goldschlägers Wenzel
Hofeman (Eiis.). Stirbt um 1592.
Goltschmidt, Stenczel [Stanislaus], Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht am Freitag vor Invocavit (11. Februar) 1513,
wird um dieselbe Zeit Meister. Am Tage Dorothee (6. Februar) 1520 verreicht Margareta Krafftczober mit ihren
beiden Töchtern aus erster Ehe, Anna und Margareta Hennig, dem Stenczel Goltschmidt ihr Haus am Ringe zwischen
Ludwig Pfinzigs und Wolffgang Westermehrs Erbe (Tradb. III. 116). Goltschmidt ist 1522 als Zunftältester an
einem Hausverkaufe beteiligt (Tradb. IV. 6b). Das an der Nordseite des Ringes gelegene und 1520 von Stenczel
Goltschmidt erworbene Haus geht 1524 in den Besitz Ludwig Pfinzigs über, statt dessen kauft Goltschmidt am
1. August 1526 das Haus des Georg Siber zwischen Hans Kässlers und Hans Voyt des Goldschmieds Erbe an
der Ostseite des Ringes [heute etwa Haus Nr. 35] (Tradb. IV. 81b, 141 b). Goltschmidt stirbt um 1540.
Goltschmidt, Valien, Goldschmied, wird 1545 Bürger und Meister, ist erwähnt im Catalogus civium von 1544. Ist
vielleicht identisch mit Valentin Goltschmidt, der 1543 von Bischof Balthasar v. Promnitz zu einem Goldmünzer
und Probierer aufgenommen wird (Neisser Lagerbücher — Schles. Vorz. VII. 47, 55). Stirbt vor 1579.
Goltschmidt, Wenczel, d. ä., Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht am Freitag nach Aschermittwoch (23. Februar) 1504,
wird um dieselbe Zeit Meister. Ist in keiner Liste des Catalogus civium erwähnt, stirbt also oder verzieht von
Breslau vor 1525.
Goltschmidt, Wenczel, d. j., Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht am 3. März 1530. Ist im Catalogus civium von
1544 nicht mehr erwähnt.
Gompricht, Stenzel, siehe Gampricht.
Goppel, Hans (Goppel), Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht am Freitag nach Conversio Pauli (26. Januar) 1526,
wird um dieselbe Zeit Meister. Seine Tochter Anna heiratet im September 1544 den Goldschmied Sebastian
Garn (MM). Goppel stirbt nach 1544. Siehe Joseph Guidemund.
Goppel, Helias (Gopfel, Goppel), Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht am 25. Februar 1558, wird um dieselbe Zeit
Meister. Stirbt vor 1579.
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Gotke Goltsmit, siehe Gotke Stillefoyt.
Gotschalck, Victor, Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht am 10. Februar 1539, wird um dieselbe Zeit Meister. Ist
im Catalogus civium von 1544 nicht mehr erwähnt.
Graetz, Carl Joseph (Graitz), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Spaliermachers Carl Joseph Graetz, lernt bei
Johann Christian Schlencker vom Qu. Trinitatis 1777—1782. Meldet sich am 19. Februar 1788 als Stückmeister,
arbeitet bei Christian Hoensch ein sternförmiges Kreuz mit Rauten, wird Meister am 7. Mai 1788 und Bürger
am 12. Februar 1789. Ist am 21. April 1793 Trauzeuge bei St. Vincenz. Stirbt am 25. September 1809.
Graetzer, Daniel (Gräzer, Gretzer), Goldschmied, Sohn des Goldschmieds Hans Graetzer in Münsterberg, wird 1668
in Breslau Bürger und Meister. Heiratet am 8. Januar 1669 Rosina, die Tochter des f Kürschnerältesten
George Kleinhunger (Elis.). Wohnt auf der Oderstrasse. Stirbt am 2. (7.) Dezember 1678, alt 40 Jahre etliche
Wochen (Elis.). Seine Witwe Rosina f 3. (begr. d. 5.) IV. 1719 (Elis.). Graetzer zeichnet D G in ovalem Felde,
vgl. Taf. III Nr. 97.
a. Figuren, Silber, als Belag auf den kupfernen Sargschilden der Breslauer Bäckergesellenschaft. Datiert 1673.
Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Bäcker-Innung, Breslau.
Graetzer, Johann George (Gretzer), Goldschmied, am 9. (10.) Juli 1728 stirbt seine 48 Jahre alte Tochter Anna Rosina.
Gran, Sövren, Goldschmiedgeselle, stirbt in Breslau am 30. Januar 1731, alt 29 Jahre.
Grauer, Johann Carl Siegmund, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Kaufmannschaftsboten Christian Grauer,
hrnt bei Ernst Wilhelm Werneck, dann bei Johann Augustin Christian Seeberg vom 1. Juni 1780 bis 15. Sep-
tember 1785. Meldet sich am Qu. Lucie als Stückmeister, arbeitet bei Christian Hoensch einen Schmetterling,
dessen Flügel mit Emailflüssen und kleinen Perlen karmoisiert sind. Wird Meister am 5. Juli und Bürger am
12. Juli 1791. Muss 3 Rtlr. für nicht völlig erledigte Wanderzeit und 3 Rtlr. dafür erlegen, dass er an seinem
Meisterstücke länger als ein Vierteljahr gearbeitet hat. Heiratet 28 Jahre alt am 11. August 1791 Henriette
Luise, die Tochter des Kgl. Tabak-Direktionssekretärs Johann Gottlieb Reinsch (MM). Heiratet als Witwer im
Juli 1806 Johanna Juliana, geb. Laube, die Witwe des Staffierers Gottfried Becker in Sulau (Elis.). Ist zwischen
1810—1814 von Breslau abwesend und muss am 11. August 1815 sein Bürgerrecht erneuern. Stirbt 1821.
Grebner, Johann Gottfried [Friedrich] (Grebener, Grevner), Silberarbeiter, geb. am 30. Juli 1773 zu Oelsnitz im Vogt-
lande, Sohn des dortigen Silberarbeiters und Baumwollenwarenhändlers Carl Gottlob Grebner, lernt bei seinem
Vater vom 28. Oktober 1785 — 1790, arbeitet in Breslau bei Johann Bernhard Hoensch als Meisterstück eine Tirene,
wird Meister am 3. August 1797 und Bürger am 23. Januar 1798. Ist in der Meisterliste von 1800 das letzte
Mal erwähnt.
Greger [Gregor], Carl Gottlieb, siehe Gröger.
Grenitius, Adamus, Goldschmiedgeselle, Sohn des Diakonus George Grenitius in Prausnitz, heiratet in Breslau am
13. Februar 1607 Maria, die Witwe des Sporers Barthel Grimme (MM).
Gretzer, siehe Graetzer.
Grevner, Johann Gottfried, siehe Grebner.
Griebel, siehe Kriebel.
Griesche, siehe Grische.
Gringel, Steffan, siehe Cringel.
Grische, Christian Benjamin (Griesche), Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Silberarbeiters Ferdinand
Grische, lernt bei seinem Vater vom Qu. Crucis 1752—1756, stirbt am 25. (begr. d. 27.) August 1773, alt 38 Jahre
9 Monate (MM). f
Grische, Christian Samuel (Griesche), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Elias Grische, arbeitet
bei Thomas Kuntze als Meisterstück ein Geschirr nebst Ring und Siegel, wird Meister im März und Bürger am
21. April 1722. Heiratet am 6. Mai 1722 Maria Magdalena, die Tochter des f Kürschnerältesten Johann Christoph
Mayer (MM). Stirbt am 18. November 1741, alt 50 Jahre 2 Monate (Elis.). Seine Witwe Maria Magdalena
f 27. (begr. d. 29.) VII. 1749 (Elis.). Grische zeichnet C S G in einem dreipassigen Blatte, vgl. Taf. IV Nr. 140.
a. Brautbecher, Silber, in Form eines Mädchens mit Schnürbrust, Reifrock und vorn offenem Mantel mit
weiten Ärmeln, das mit emporgehobenen Armen einen kleinen Kessel über dem Haupte hält. Laut Inschrift an
dem Kesselrande gestiftet von Christian Rössler 1727 den 26. Majus. H. 16 cm. Johanneskopf Typus IX,
Stempelmeisterb. B positiv, Meisterz. u. Kn'egssteuerst. — Kleinodien der Schiesswerderschützen in Breslau.
Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Vgl. Schlesiens Vorzeit, Bd. V S. 254 Nr. 26,
abgeb. Taf. III Nr. 2).
b. Kanne, Silber mit Vergoldung, graviert. H. 29 cm. Johanneskopf, Stempelmeisterb. C u. Meisterz. —
Exzellenz General Durnowo, St. Petersburg (nach Rosenberg Nr. 478).
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c. Kirchenampel, Silber, mit Laub- und Bandelwerk in durchbrochener und getriebener Arbeit. Die Hänge-
ketten sitzen an drei plastisch aufgesetzten geflügelten Engelsköpfen. Mit Inschrift: „I. P. H. obt VLI ILLa
Deo VotVMqVe eXsoLVI Ioannl" (Chronostichon = 1740). H. 17,5 cm. Johanneskopf Typus XI, Stempel-
meisterb. D u. Meisterz. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
Qrische, Elias (Oriesche, Krische, Kriesche), Goldschmied, Sohn des Schuhmachers Melchior Grische, wird 1689
Bürger und Meister. Heiratet am 9. Mai 1689 Anna Magdalena, die Tochter des Goldschmiedältesten Christian
Mentzel (Elis.). Wohnt auf der Brustgasse. Stirbt Ende November 1714, alt 66 Jahre. Seine Witwe Anna
Magdalena f 29. (30.) V. 1738 (Elis.). Grische zeichnet E G in ovalem Felde, vgl. Taf. IV Nr. 112.
a. Willkomm, Silber, Fuss, Schaft, Kelch und Deckel reich getrieben mit flachen landschaftlichen Darstellungen
und Reiterszenen zwischen kräftigem Akanthusrankenwerk. An dem breiten Fussrande langovale Buckeln
mit Namen und Jahreszahl 1690. Auf dem Deckel als Bekrönung ein Krieger, der mit seiner Linken einen
wütenden Ochsen bändigt und in der Rechten ein Beil hält. Um seinen rechten Arm ein Emailschildchen
mit allegorischer Figur, Monogramm und Datum 1. März 1690. Am Pokal zwei Reihen mit Münzen und
Schildchen. Am Fusse ein Medaillon graviert mit Liebesszene. H. 37,5 cm. Beschauz. W Typus VI u.
Meisterz. — Vereinigte Fleischer-Innung, Breslau.
b. Gefäss für Öl, Silber, mit dem Haupte Johannes des Täufers in einer Kartusche. H. 16,8 cm. Johannes-
kopf Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. dfr- — Kreuzkirche, Breslau.
c. Szepter, Silber mit wenig Vergoldung, Schaft reich profiliert, als Bekrönung der österreichische Doppel-
adler. L. 173 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Kgl. Universität, Breslau.
d. Bucheinband, Silber, mit Ranken u. Blattwerk in durchbrochener Arbeit. Beschauz. W Typus VI u.
Meisterz. — M. Lempertz, Köln, Versteigerungskatalog 79 S. 6 Nr. 68, klein abgebildet.
e. Henkelkanne, Silber, walzenförmig, mit Münzen besetzt, auf dem Deckel ein Pinienzapfen. Beschauz. W
Typus VI u. Meisterz. — M. Lempertz, Köln, Versteigerungskatalog 79 S. 6 Nr. 69, klein abgebildet.
Grische, Ferdinand (Griesche, Grüsche, Krische, Kriesche, Krüsche), Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Gold-
schmieds Elias Grische, wird Meister am 23. März 1722, eröffnet aber erst im Sommer 1725 eine eigene Werk-
statt. Erwirbt das Bürgerrecht am 14. August 1725. Heiratet am 29. Oktober 1725 Anna Rosina, die Tochter
des Malerältesten George Drescher (Elis.). Seine Frau Anna Rosina f 11. (begr. d. 13.) IV. 1755 (MM). Seine
Tochter Susanna Elisabeth heiratet am 23. Januar 1764 den Kartenmacher Carl Gottlob Dittrich (MM). Grische
lebt später in dürftigen Verhältnissen und wird 1769 mit Unterstützung der Innung in das Bernhardin-Hospital
eingekauft. Grische zeichnet F G in einem rechteckigen Felde mit abgekanteten Ecken, vgl. Taf. IV Nr. 143.
a. Votivtäf eichen, Silber, mit einem Osterlamm in Treibarbeit. Gr. 14X13 cm. Johanneskopf Typus XI,
Stempelmeisterb. D u. Meisterz. — St. Adalbertkirche, ehemaliges Dominikanerkloster, Breslau.
b. Schreibzeug, Silber, bestehend aus einem Tablett mit Griff, Tintenfass, Streusandbüchschen, Leuchter und
einer Tischglocke, Johanneskopf, Stempelmeisterb. E (?), Meisterz. u. Kriegssteuerst. Stfr- — Verein christlicher
Kaufleute, Zwinger, Breslau.
c. Schälchen, Silber, oval, mit dürftigem linearen Blattdekor in getriebener Arbeit. Johanneskopf u. Meisterz.,
daneben noch ein anderes Meisterz. D G T in herzförmigem Schilde. — Geheimrat Pinkus, Neustadt OS.
Grische, Johann [Hans] George, siehe Girschner.
Grische, Johann Samuel (Griesche, Grüsche, Krische, Kriesche, Krüsche), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Silber-
arbeiters Christian Samuel Grische, meldet sich am 26. Februar 1750 als Stückmeister, arbeitet bei Christian Beyl eine
Masche (Patzel) und einen Ring, wird Meister am 11. August und Bürger am 18. August 1750. Heiratet in demselben
Jahre Johanna Theodora, die Tochter des Zinngiesserältesten Christoph Krause in Schweidnitz; Trauzeugen sind
die Gold- und Silberarbeiter Johann Christian Schlencker und Christian Friedrich Mentzel (MM). Grische stirbt 1778.
Grischner, Johann [Hans] George, siehe Girschner.
Gröger, Carl Gottlieb (Greger, Gregor, Grüger, Kröger, Krüger), Silberarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Johann
Christoph Jancke d. ä. vom Qu. Trinitatis 1752—1758. Meldet sich als Stückmeister am 28. Dezember 1773,
arbeitet bei Christian Hoensch ein silbernes Becken nebst Kanne, wird Meister am 28. Juli und Bürger am
2. August 1774. Da er sich entgegen der Mittelsordnung schon während der Stückarbeit zwei Gesellen gehalten
hat, muss er 4 Rtlr. Strafe erlegen. Seine Frau Rosina Helena, geb. Hanschmann, f 13. (begr. d. 16.) XII. 1793
(MM). Er selbst stirbt im Januar 1798. Gröger zeichnet CGG in einem Dreipasse, vgl. Taf. V Nr. 169.
a. Kleinod des Schiesswerderschützenkönigs Johann Christian Karsch, Silber vergoldet, in der Mitte ein Oval
mit Emblemen des Böttchergewerbes, am Rande später Rokokodekor in getriebener Arbeit. Datiert 1777.
Johanneskopf Typus XIII, Stempelmeisterb. H u. Meisterz. — Kleinodien der Schiesswerderschützen in Breslau.
Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
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b. Willkommschildchen, Silber, mit spätem Rokokodekor, in der Mitte in vergoldeter Auflage ein Oster-
lamm in einem Kranze. Gestiftet 1781. Dm. 14 X H cm. Johanneskopf Typus XIV, Stempelmeisterb. H
u. Meisterz. — Vereinigte Fleischer-Innung, Breslau.
c. Standkruzifix, Silber, auf dreiteiligem Fusse mit spätem Rokoko- und Louis XVI.-Dekor in getriebener
Arbeit. H. 59 cm. Johanneskopf Typus XIV, Stempelmeisterb. H u. Meisterz. — Elisabethkirche,
Breslau.
d. Altarleuchter, Silber, ein Paar, auf dreiteiligem Fusse mit spätem Rokoko- und Louis XVI.-Dekor in
getriebener Arbeit. H. 90 cm. Johanneskopf Typus XIV, Stempelmeisterb. H. u. Meisterz. — Elisabeth-
kirche, Breslau.
e. Tischleuchter, Silber, ein Paar, im Louis XVI.-Stil (vgl. Fig. 38). Johanneskopf, Stempelmeisterb. L,
Meisterz. u. Kriegsteuerst, dfr- — Güterdirektor Scholtz, Klein-Tinz bei Breslau.
f. Salzfässchen, Silber, schiffchenförmig, mit Glaseinsatz. H. 6,8 cm. Johanneskopf 13-lötig (vgl. Taf. II
Nr. 28), Stempelmeisterb. L, Meisterz. u. Kriegssteuerst. FW (wie Fig. 9b). — Schlesisches Museum für
Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Vermächtnis Epstein).
Grosche, Julius August, Silberarbeiter, geb. am 31. März 1830 in Puditsch, Kr. Trebnitz, lernt in Breslau bei Friedrich
Wilhelm Schulz vom Qu. Johannis 1844—1849. Meldet sich am 26. Januar 1855 zur Aufnahme in die Innung,
wird am 17. April rezipiert, scheidet am 21. April 1873 wieder aus. Ist von 1877—1882 Stadtverordneter.
Gross, August Anton Joseph, Goldarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Johann Gottfried Kiesling vom 14. September
1797 bis 10. März 1803. Arbeitet bei Daniel August Titze als Meisterstück einen mit Brillanten karmoisierten
Haarkamm, wird Meister am 4. Oktober und Bürger am 30. November 1810. Ist in der Meisterliste von 1S27
das letzte Mal erwähnt.
Grosser, George, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Schusters Hans Grosser, stirbt am 24. (begr. d.
26. ) Juli 1619, alt 20 Jahre (Elis. u. MM).
Groth, Johann Elias, Silberstecher, Sohn des Diakonus Daniel Groth in Augsburg, heiratet in Breslau am 27. Sep-
tember 1746 Susanna Eleonora, geb. Richter, die Witwe des Schmieds David Herrmann (MM).
Grübet, siehe Kriebel.
Grüger, Carl Gottlieb, siehe Gröger.
Grüsche, siehe Grische.
Gruss, Hieronimus, Silberstecher, erwirbt das Bürgerrecht am 14. Februar 1757.
Gülthoff, siehe Goldthoff.
Günther, Gottlieb [Gottlob] David (Gunther, Günder, Gunder), Gold- und Silberarbeiter, geb. 1783 in Fraustadt, Sohn
des dortigen Zimmermeisters Andreas Günther, lernt in Breslau bei Johann Gottlob Tholuck vom Qu. Trinitatis
1796 bis Qu. Lucie 1801. Arbeitet bei Daniel August Titze als Meisterstück ein Halsband mit Brillanten, wird
Bürger am 9. Oktober und Meister am 18. November 1807. Heiratet am 29. September 1808 Wilhelmine Christiane,
die Tochter des f Chirurgen Christian Gottfried Reichenbach (Elis.). Lässt im Februar 1811 sein Kind, im Mai
1814 sich selbst en miniature, im Januar und Februar 1815 sich selbst und seine Frau in Öl von Gottfried August
Thilo in Breslau malen. Ist von 1817—1819 Stadtverordneter. Feiert 1857 sein fünfzigjähriges Meisterjubiläum.
Stirbt am 28. (29.) März 1863. Zeichnet GUNTHER.
Günther, Gebrüder, unterhalten in Breslau ein Arbeitslokal für Gold- und Silberwaren; da keiner der Brüder geprüfter
Gold- und Silberarbeiter ist, erhebt die Innung am 13. Oktober 1863 gegen den Geschäftsbetrieb Einspruch, doch
ohne Erfolg (Protokollbuch III).
Gürter, Gottfried, Goldschmiedgeselle, stirbt am 3. Januar 1730, alt 57 Jahre.
Guhl, Herrmann, Goldarbeiter, tritt am 15. Juli 1886 in die Innung ein und bleibt Mitglied bis zum 13. Oktober 1893.
Guidemund, Joseph, Goldschmiedgeselle, steht 1539 bei Hans Goppel in Arbeit und giesst in seines Meisters Werk-
statt für sich selbst etliche Ringe. Da er „damit wider die gewonheit des bemelten handwergs, wieder die
tzech vnd gedachten Hansen Goppel seinen meister gehandelt", wird er verklagt. Guidemund bittet um Ver-
zeihung, die ihm gewährt wird; darauf erkennen die Ratmannen am 12. August 1539, dass kein Teil dem anderen
solches fürderhin im Argen gedenken soll (Lib. definit. I. 186 a).
Guldenhoff, siehe Goldthoff.
Gultstnyd, Georg (Goltschmidt), aurifaber, wird Bürger am Freitag nach Esto mihi (6. März) 1495. Stirbt vor 1525.
Gumpert, Georg Heinrich, Goldarbeiter, geb. in Breslau am 19. September 1811, Sohn des Färbers Georg Gumpert,
ist mütterlicherseits ein Enkel des Goldarbeiters Daniel August Titze, lernt bei Johann Gottlieb Thun vom
27. September 1827 bis 4. Januar 1832. Arbeitet als Geselle in Wien bei Gasterstätt, in Rom bei Castellani, in
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Paris bei Vieno. Erwirbt das Bürgerrecht am 7. Januar 1842. Meldet sich am 5. Juli 1850 zur Aufnahme in die
Innung und wird am 8. Oktober rezipiert. Stirbt am 16. Mai 1893. Zeichnet H. GUMPERT.
a. Buggia, Silber, bez.: H. GUMPERT 13. H. 8 cm. — Domschatz, Breslau.
Gundermann, Gustav, Juwelier, tritt am 2. (13.) Oktober 1883 in die Innung ein, scheidet am 1. Oktober 1890
wieder aus.
Quschker, Carl, Silberarbeiter, geb. in Ober-Stephansdorf am 6. Dezember 1847, Sohn des Weichenstellers Gottlieb
Guschker, lernt in Breslau bei Otto Krutsche vom Qu. Johannis 1862—1867. Tritt am 2. Oktober 1883 in die
Innung ein und bleibt Mitglied bis zum 13. Oktober 1893.
Gutsche, Carl Gottlob, Goldarbeiter, stirbt am 2. (begr. d. 4.) August 1799, alt 63 Jahre (Elis.).
Guttentag, Jacob, Goldarbeiter, geb. in Breslau, erwirbt das Bürgerrecht am 13. Januar 1823, alt 20 Jahre. Seine
beiden Gesuche um Aufnahme in die Innung werden am 28. Dezember 1826 und 5. November 1841 abschlägig
beantwortet.
Guttmann, Carl George, Goldschmied ausserhalb der Zunft, wird 1740 am Dom erwähnt (Schles. Vorz. VII. 488).
Guttmann, Johann George, Goldschmiedgeselle, seine Witwe Barbara Rosina, geb. Materne, heiratet am 27. November
1759 den Goldarbeitergesellen Carl Christian Münch (MM). Seine Tochter Susanna Juliana heiratet am 9. Juli 1781
den Zwirnhändler Carl Gottlob Kühnel (Elis.).
Haar, Christian, siehe Harr.
Haase, Carl Gottfried (Hase, Hasse), Silberarbeiter, geb. in Schlichtingsheim Prov. Posen, meldet sich in Breslau am
30. Mai 1756 (1755?) als Stückmeister, arbeitet ein silbernes Becken nebst Kanne, wird Bürger am 11. März und
Meister am 20. (30.) August 1756. Ist Ältester seit 1792 und mutmasslicher Stempelmeister mit dem Buchstaben
L seit Mai 1793. Stirbt am 14. (begr. d. 16.) November 1796, alt 73 Jahre 7 Monate 14 Tage (MM). Haase
zeichnet kleine Arbeiten C G H in einem gezackten Blatte, grosse Arbeiten HAASE positiv eingeschlagen, vgl.
Taf. V Nr. 164.
a. Zuckerdose, Silber, oval, auf vier Füsschen, mit Rippung, Blumen und Rokokokartuschen in getriebener
Arbeit. H. 11,4 cm. Johanneskopf Typus XII, Stempelmeisterb. F u. Meisterz. — Staatsrat O. v. Essen
Breslau.
b. Salzfass, Silber, in Rokokoformen mit Blumen in getriebener Arbeit. Johanneskopf Typus XIII, Stempel-
meisterb. G Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. - Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Alter-
tümer, Breslau (Vermächtnis Epstein).
c. Kelch, Silber, Kuppa vergoldet, auf dem runden, wenig profilierten Fusse und dem birnförmigen Nodus
späte Rokokokartuschen und Blumenwerk in getriebener, auf dem Kuppabelag in durchbrochener Arbeit.
H. 22 cm. Johanneskopf Typus XIII, Stempelmeisterb. H u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche St. Bartholomaei,
Oberglogau OS.
d. Altarleuchter, Silber, ein Paar, mit profiliertem Ständer auf dreiteiligem Fusse, von dem Fig. 18 abgebildeten
Typus, doch statt der Barockmotive mit spätem Rokokodekor in getriebener Arbeit. Datiert 1780. H. 85,5 cm.
Johanneskopf Typus XIV, Stempelmeisterb. H u. Meisterz. HAASE. — Evang. Gnadenkirche zum hl. Kreuze
Christi, Hirschberg.
e. Reliquienstandkreuz, Silber mit Vergoldung und Steinen, auf dem ovalen Fusse und dem Ständer späte
Rokoko-Motive in getriebener Arbeit. Auf der Vorderseite der Crucifixus und vier Medaillons mit Heiligen.
Auf der Rückseite Behälter für Reliquien, hellroter Glasbelag und Perlenschnuren. Zwischen den Kreuz-
balken vergoldete Strahlen. Datiert 1783. H. 45,5 cm. Johanneskopf Typus XIV, Stempelmeisterb. H u.
Meisterz. — Kath. Pfarrkirche St. Bartholomaei, Trebnitz.
f. Tischleuchter, Silber, ein Paar, auf dem runden Fusse und Schafte Blumen und Rokokodekor in getriebener
Arbeit. H. 21,6 cm. Johanneskopf Typus XIV, Stempelmeisterb. H u. Meisterz. Schlesisches Museum
für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
g. Altarkreuz. Johanneskopf, Stempelmeisterb. ? u. Meisterz. HAASE. — Kath. Pfarrkirche in Zerkow, Prov.
Posen (nach J. Kohte, Kunstdenkmäler d. Prov. Posen, Bd. I S. 132.).
Haase, Johann Franz [Carl?] Joseph, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Mehlhändlers Anton Haase, lernt bei
Johann Friedrich Wilhelm Fuss von Weihnachten 1806 bis Michaelis 1812. Erwirbt das Bürgerrecht am
17. September 1819, alt 27 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Hacker, Johann Jacob [Friedrich] (Hackel), Goldarbeiter, erwirbt das Bürgerrecht am 15. Dezember 1815. Tritt
am 14. September 1816 in die Innung ein. Ist 1840 das letzte Mal erwähnt
Haedelhofer, siehe Hedelhofef.
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Haenel, Johann Andreas (Hähnel, Hänle), Goldschmied, arbeitet bei Gottfried Heyner als Meisterstück einen Kelch
nebst Ring und Siegel, wird Meister am 27. Januar und Bürger am 13. Juni 1716. Seine Frau Anna Magdalena,
geb. Mündner, f 17. (begr. d. 19.) I. 1720 (Elis.). Haenel heiratet am 19. Mai 1721 Maria Elisabeth, die Tochter
des Kürschners Christian Fritsche (Elis.). Stirbt am 24. April 1723 (2. Mai 1722?), alt 35 Jahre 43 Wochen. Sein
Sohn Johann Andreas, ein Goldschmiedgeselle, f 4. (begr. d. 6.) XII. 1757, alt 39 Jahre 46 Wochen (MM). Seine
Witwe Maria Elisabeth f 23. (begr. d. 25.) I. 1760 (Elis.).
Haenel, Samuel (Haehnel, Hännel, Händel, Hannel), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Kretschmers Balthasar
Haenel, arbeitet als Meisterstück einen Kelch nebst Ring und Siegel, wird Meister am 15. Oktober und Bürger
am 27. Oktober 1730. Heiratet am 13. November 1730 Anna Rosina, die Witwe des Rotgerbers George Mohr
(MM). Stirbt am 14. (begr. d. 16.) August 1750, alt 49 Jahre 9 Monate 10 Tage (Elis.). Sein Sohn August
Wilhelm, ein Regiments-Feldscher, heiratet 1787 Christiana Salome, die Tochter des Schönfärbers Werner in
Wartenberg (Elis.).
Hänicke, Johann Friedrich Gottlob, siehe Heintke.
Haentschel [Haenschel], Benjamin, siehe Hentschel.
Haertel, Herrmann Carl Robert, Silberarbeiter, geb. in Breslau (oder Trebnitz), Sohn des Kürschners Gottlieb
Haertel, lernt bei Johann David Klose von Ostern 1826—1831. Erwirbt das Bürgerrecht am 5. November 1839,
alt 28 Jahre. Meldet sich am 1 1. Januar 1840 bei der Innung als Stückmeister und wird am 11. (15.) April rezipiert.
Ist in der Meisterliste von 1882 das letzte Mal genannt. Haertel zeichnet R H negativ eingeschlagen.
a. Kelch, Silber, für Krankenkommunion, klein, mit Rokokodekor im Geschmack des 19. Jahrhunderts. Datiert
1853. Johanneskopf mit Jahreszahl 53, Stempelmeisterb. T u. Meisterz. — Evang. Pfarrkirche St. Michaelis,
Strehlen.
b. Weinkanne, Silber, ohne Dekor. Datiert 1858. Johanneskopf mit Jahreszahl 58, Gehaltst. 70, Stempel-
meisterb. T u. Meisterz. — Elisabethkirche, Breslau.
Harting, Johann, siehe Hans H artig.
Häuser, siehe Heuser.
Häussig [Häussiger], Johann Gottlieb, siehe Heissig.
Häussler, Daniel, siehe Heuser.
Hagen, Hans, Goldschmied und Erbsass auf dem Gebiete des Matthiasstiftes; siehe Seite 36.
Hagen, Johann, Goldschmiedgeselle; die Innung weigert sich, ihn als Meister zu rezipieren. Am 2. August 1670
entscheiden die Ratmannen, „würde der Hagen noch ein viertel jähr alhier arbeiten oder dafür ein gewißes
stücke geldes ... in die zunftlade einlegen, wie nichts minder seines ehweibes geburtsbrief einliefern, so ist das
mittel der goldschmiede schuldig, ihn zum meisterrechte kommen und das meisterstücke fertigen zulassen, iedoch
also und dero gestalt, daß der Hagen vier jähr lang keinen jungen zulehren befuget seyn solle." Da die Innung
sich dem Urteil nicht fügen will, wiederholen die Ratmannen am 20. Dezember 1670 den Bescheid vom
2. August (Lib. definit. VIII. 139b — 140a, 162). Hagen scheint jedoch nie zum Meisterrechte gekommen zu sein.
Ist vielleicht identisch mit Johann Hagen, der 1700 als „unbezechter" Goldschmied auf dem Sande erwähnt wird
(Schles. Vorz. VII. 488).
Hager, Wilhelm Christoph, Goldarbeiter, wird Bürger am 6. Mai und Innungsmeister am 2. September 1814. Bekleidet
seit dem 7. April 1836 den Posten des Mittelsboten. Scheidet am Qu. Michaelis 1859 wegen hohen Alters aus
der Innung und tritt in eine Bürgerversorgungsanstalt ein.
Hager, Wilhelm Christoph, Goldarbeiter, geb. in Magdeburg, Sohn des Feilhauers Conrad Hager, erwirbt das
Breslauer Bürgerrecht am 8. September 1826, alt 39 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Haine, siehe Heyne.
Haker, Heinrich (Hogkorn), aurifaber, wird Bürger am Freitag nach Dionysii (11. Oktober) 1426. Heisst 1432 und
1434 im Schöppenbuch XIII u. XIV Meister Heinrich Hogkorn der Gultsmed.
Hammer, Christian David, Gold- und Silberarbeitergeselle, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Samuel Hammer,
heiratet am 26. Oktober 1756 Elisabeth, die Tochter des f Gärtners Gottfried Findeklee (MM).
Hammer, David (Hamer), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Weissgerberältesten David Hammer, Bruder des
Goldschmieds Samuel Hammer, arbeitet bei Hans Jachman d. j. als Meisterstück einen Kelch nebst Ring und
Siegel, wird Meister am 10. Juli und Bürger am 28. Juli 1719. Heiratet am 8. August 1719 Susanna Eleonora,
die Tochter des Goldschmiedältesten Gottfried Heyner (MM). Seine Frau Susanna Eleonora f 20. (begr. d. 22.)
VI. 1721 (MM). Hammerheiratet am 11. Juli 1725 Johanna Katharina, die Tochter des f Leinwandreissers Andreas
Gallasch (Elis.). Seine Frau Johanna Katharina f 18. (begr. d. 19. oder 20.) VIII. 1731 (MM). Er selbst stirbt
am 24. (begr. d. 26.) Mai 1751, alt 64 Jahre 4 Monate (Elis.).
73
Hammer, Samuel (Hamer), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Weissgerberältesten David Hammer, wird 1711
Meister. Erwirbt das Bürgerrecht am 3. Juli 171 1. Heiratet am H.Juli 1711 Rosina Eleonora, die Tochter des
t Goldschmieds Christian Winckler, Pflegetochter des Goldschmieds Johann George Schier (MM). Ist Mittelsältester
seit 1728. Stirbt am 14. April 1732, alt 51 Jahre weniger 14 Tage; ist am 16. April in der Goldschmiedekapelle
in der St. Maria Magdalenenkirche beigesetzt worden (MM). Seine Tochter Johanna Eleonora heiratet am
14. Januar 1738 den Goldarbeiter George David Kramer (MM). Seine Witwe Rosina Eleonora f 23. I. 1746.
Hammer, Samuel Gottlieb, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Samuel Hammer, arbeitet bei
Heinrich August Joel als Meisterstück einen Uhrhaken und Ring, wird Meister am 11. April und Bürger am
16. April 1740. Heiratet am 26. April 1740 Maria Elisabeth, die Tochter des Kretschmers Christian Rudel (Elis.).
Seine Frau | 28. (begr. d. 30.) X. 1740 (MM). Hammer ist in der Liste von 1744 zum letzten Male genannt,
kümmert sich 8—9 Jahre nicht um die Innung und ersucht dann das Mittel um Erneuerung der Rezeption. Man
kommt seiner Bitte unter der Bedingung nach, dass er die rückständigen Beiträge nachzahlen soll; darauf scheint
Hammer nicht eingegangen zu sein. Er stirbt am 8. (begr. d. 10.) Dezember 1766, alt 57 Jahre 7 Monate
21 Tage (MM).
Hancke, Carl Friedrich Julius (Hanke), Goldarbeiter, Sohn des herrschaftl. Bedienten Friedrich Wilhelm Hancke,
arbeitet bei Samuel Christoph Thun als Meisterstück ein Paar Ohrgehänge mit ä jour gefassten Brillanten, wird
Meister am 22. Oktober und Bürger am 29. Oktober 1805. Heiratet am 15. September 1806 Johanna Juliana, die
Tochter des f Destillateurs Johann David Nuschke (Elis.). Stirbt am 15. (begr. d. 17.) Mai 1809, alt 27 Jahre Elis. .
Hanelein, Caspar, aurifaber, erwirbt das Bürgerrecht am Dienstag nach Quasimodo (20. April) 1490.
Haner (?), Hans, Goldschmied, wird 1614 Bürger und Meister. Ist im Catalogus civium von 1617 nicht mehr
erwähnt.
Hannel, Samuel, siehe Haenel.
Hanuschko aurifaber, siehe Hanuschko Friberg.
Härder, Marcus, Goldschmiedgeselle von Itzehoe in Holstein, heiratet in Breslau am 16. Januar 1570 Anna, die
Witwe Hans Keyperts von Öls, Tochter des f Sonnenkramers Hans Schmidel (MM).
Harr, Christian (Haar), Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Musketiers Christian Harr, arbeitet als Meisterstück
einen Pokal nebst Ring und Siegel, wird Meister am 26. Oktober und Bürger am 31. Oktober 1732. Heiratet
am 17. November 1732 Maria Elisabeth, die Tochter des Schuhmachers Johann George Egender; Trauzeuge ist
der Goldschmied Christian Maximilian Schmidt (MM). Stirbt am 1. (begr. d. 3.) Juli 1748, alt 47 Jahre
7 Monate (Elis.).
Hartert, Hiob, Goldschmied, er und seine Frau Dorothea lassen am 20. Januar 1572 ihre Tochter Barbara taufen MM).
Hartig, Hans (Hartwig, Harting, Härting, Herting), Goldschmied, Sohn des Blasius Hartig in Leipzig, wird 1640 in
Breslau Bürger und Meister. Heiratet am 16. Oktober 1640 Barbara, die Tochter des Kretschmers Michael
Oelsner (MM). Wohnt am Ringe unter den Riemern. Stirbt am 20. Juni 1654, alt 46 Jahre (Elis.). Seine Witwe
Barbara führt die Werkstatt weiter, stirbt am 11. (begr. d. 14.) Mai 1702, alt 84 Jahre 16 Wochen (Elis.). Hartig
zeichnet H H ligiert, vgl. Tafel III Nr. 83.
a. Deckelkanne, Silber mit Vergoldung, tonnenförmig, vertikal in acht Buckeln geteilt, auf die vier figürliche
Darstellungen und vier Wappen graviert sind. Aus den Wappen ergibt sich, dass die Kanne zur Vermählung
des Freiherrn Friedrich von Nimptsch mit der Gräfin Maria von Hoberg auf Fürstenstein und Rohnstock im
Jahre 1648 verfertigt worden ist. H. 14,8 cm. Beschauz. W Typus V u. Meisterz. — Schlesisches Museum
für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
Hartman, Carl Wilhelm, Goldschmied, Sohn des Hof- und Feldtrompeters Adam Hartman in Zerbst, wird Meister
im Januar und Breslauer Bürger am 6. Februar 1706. Heiratet am 15. Februar 1706 Maria Elisabeth, die Tochter
des f Goldschmieds David Kriebel (Elis.). Stirbt am 17. (begr. d. 19.) September 1729, alt 54 Jahre 5 Monate
10 Tage (Elis.). Seine Witwe Maria Elisabeth f 1. (begr. d. 3.) X. 1745 (Elis.). Seine Tochter Anna Helena
heiratet am 21. November 1746 den Drechsler Elias Gottlieb Muche; Trauzeuge ist der Goldarbeiter Johann
David Kriebel (MM). Hartman zeichnet CWH in einem herzförmigen Schilde, vgl. Taf. IV Nr. 128.
a. Willkommschildchen an einem zinnernen Pokal der Breslauer Korbmachergesellen, Silber, sechs Stück,
oval, in der Mitte ein von einem Engel gehaltenes Schildchen mit Zunftemblemen der Korbmacher; am
Rande Akanthusranken in Treibarbeit. Datiert 1707, 1710, 1713. Johanneskopf u. Meisterz. — Schlesisches
Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
b. Deckelbecher, Silber, in der auf Seite 63 Fig. 17 abgebildeten Form, oben drei Muscheln zwischen
Akanthusranken, unten schräge Rippung. Johanneskopf Typus II u. Meisterz. Geheimrat Pinkus,
Neustadt OS.
10
74
c. Deckelbecher, Silber, ähnlich wie Nr. b. H. 21,1 cm. Johanneskopf Typus IV, Stempelmeisterb. A,
Meisterz. u. Kriegssteuerst. 5fr. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
d. Deckelbecher, Silber, in Form eines Tönnchens mit Henkel. Johanneskopf Typus IV, Stempelmeisterb. A
u. Meisterz. — Geheimrat Pinkus, Neustadt OS.
e. Deckelbecher, Silber, eiförmig, mit Griff. H. 17,5 cm. Johanneskopf, Stempelmeisterb. A u. Meisterz.
— J. & H.Jeidels, Frankfurt a. M. (nach Rosenberg Nr. 474).
f. Zuckerdose, Silber, oval, auf dem am Rande gerippten Deckel wenig Akanthusranken auf punziertem
Grunde. Auf vier Füsschen. H. 6 cm., Dm. 11X9 cm. Johanneskopf Typus V, Stempelmeisterb. B negativ
u. Meisterz. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Vermächtnis Epstein).
g. Kelch, Silber mit heller Vergoldung, auf dem profilierten, sechspassig gebogten Fusse und auf dem Kuppa-
belag Ornamente im Laub- und Bandelwerkstile in getriebener, an der Kuppa in durchbrochener Arbeit.
Nodus birnförmig. Auf der Kuppa in Punktierung die Inschrift: „herr friedrich Seydel bürger und kaufmam (!)
aus breslau 1722". H. 22 cm. Johanneskopf Typus VIII, Stempelmeisterb. B positiv, Meisterz. u. Kriegs-
steuerst. Adlertypus. — Evang. Pfarrkirche in Gross-Baudiss, Kr. Liegnitz.
Hartwig, Hans, siehe Hart ig.
Hartwig, Valten, siehe Hertwig.
Hase [Hasse], Carl Gottfried, siehe Haase.
Haubenthaler, Hans, Goldschmied, stirbt am 18. März 1606, alt 60 Jahre (Elis,).
Haunburg, Christoph Bernhard, Goldarbeiter ausserhalb der Innung, wird 1713 am Dom erwähnt (Schles.
Vorz. VII. 488).
Haupt, Daniel, Goldschmiedgeselle, Sohn des Breslauer Goldschmieds Hans Haupt, stirbt am 17. November 1633.
Haupt, Hans [Johannes] (Haubt, Heupt, Heubt, Hept, Hebt), Goldschmied, Sohn des Franciscus Haupt zu Malckwitz,
heiratet in Breslau als Geselle am 14. April 1578 Anna, die Witwe des Goldschmieds Andreas Kolbe (Elis. u.
MM), wird in demselben Jahre Bürger und Meister. Wohnt auf dem Hühnermarkte. Seine Frau Anna f
24. IV. 1587. Haupt heiratet am 16. Februar 1588 Margareta, die Tochter des Bortenhändlers Georg Leder
(MM). Sein Lehrjunge Valentin Scholtz f 22. (29.) IX. 1606. Seine Tochter Maria heiratet am 8. August 1616
den Glaser Valten Weyner (MM). Seine Tochter Anna heiratet am 15. August 1616 den Goldschmied Hans
Neuman (MM). Haupt stirbt als Zunftältester am 18. (begr. d. 21.) Februar 1628, alt 89 Jahre (Elis. u. MM).
Seine Witwe Margareta f 24. (begr. d. 26. oder 27.) XII. 1631 (Elis. u. MM). Hans Haupt oder Hans Hoffman
dem jüngeren dürfte das auf Taf. III Nr. 62 wiedergegebene Meisterzeichen zuzuweisen sein,
a. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen Fusse Renaissance-Rollwerk, Engelsköpfchen und Früchte-
buketts in getriebener Arbeit. Nodus birnförmig mit Früchtegirlanden. Der silberne Kuppabelag mit Engels-
köpfchen zwischen Rollwerk in durchbrochener Arbeit. Unter dem Fusse eine runde Platte graviert mit dem
Stifterwappen und der Inschrift: „F. BARTHOLOME? FVCHS. PRyEPOSIT. ZOTEN: HVIC. ECCL<£.
S. IACOBI. DONO. DEDIT. ANNO. 1588." H. 23 cm. Beschauz. W Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst.
Adlertypus. — Kath. Pfarrkirche St. Jacobi, Zobten am Berge.
Hausmann, Johann Adam, Goldarbeiter, geb. in Hanau, Sohn des Seidenwirkers Carl Philipp Hausmann,
erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 3. Oktober 1827, alt 24 Jahre. Wird Innungsmitglied am 26. Oktober 1839.
Ist in der Meisterliste von 1867 das letzte Mal genannt.
Haussiger, Johann Gottlieb, siehe Heissig.
Hayn, Conrad, siehe Hein.
Hayn, Ferdinand Traugott, siehe Heyn.
Hayne [Hayn], siehe Heyne.
Hebt, Hans, siehe Haupt.
Hedelhofer, George Ludwig (Hädelhofer, Hödelhofer), Goldschmied, Sohn des Goldschmieds George Hedelhofer
in Ratibor, heiratet in Breslau am 30. September 1669 Dorothea, geb. Kluge, die Witwe des Goldschmieds Elias
Heuser (MM). Wird um dieselbe Zeit Bürger und Meister. Wohnt auf der Ohlgassen in Johann Burghardts
Hause. Stirbt am 26. (begr. d. 28.) Februar 1679, alt 43 Jahre 10 Monate (Elis. u. MM). Seine Witwe Dorothea
f 19. XII. 1684 bei Susanna Hedelhoferin auf der Albrechtsstrasse.
Hedelhofer, Jacob (Haedelhofer, Hödelhoferj, Goldschmied, Sohn des Goldschmieds George Hedelhofer in Ratibor,
wird in Breslau Ende 1664 oder Anfang 1665 Bürger und Meister. Heiratet am 16. Februar 1665 Anna, die
Tochter des Partkrämers Nikolaus Kurtzman (Elis.). Wohnt am Ringe unter den Riemern. Stirbt am 15. (21.)
August 1690, alt 60 Jahre (Elis.). Seine Witwe Anna f 29. (begr. d. 31.) VIII. 1710 (Elis.). Hedelhofer zeichnet
iH ligiert in aufrecht ovalem Felde, vgl. Taf. III Nr. 94.
a. Sargschilde der Breslauer Tuchscherer,
allegorische Gestalten, Glaube und Hoff-
emblemen, Helmdecke, Greif, Doppeladler
Inschrift und Jahreszahl 1665. Dm.
— Tuchmacher-Innung, Breslau.
b. Sonnenmonstranz des Bischofs Se-
email. Auf dem Fusse durchbrochene
Donators. Alles farbig emailliert. Um
BASTIANVS EPVS VRATISLAV. Als
umgehängte Kette nachträgliche Zutat.
Meisterz. u. Kriegssteuerst. — Dom-
c. Altarleuchter, Silber, ein Paar, ab-
Studiosus med. Daniel Carll 1676 gestiftet,
hofer diese Leuchter 1676 in drei Monaten
Typus VI u. Meisterz. — Barbarakirche,
d. Deckelhumpen, Silber mit Vergoldung,
goldete Medaillons mit gravierten Pro-
und vergoldeten Muscheln. Auf dem
sette, ein Alliancewappen der Ortlob und
VI u. Meisterz. — Schlesisches Museum
Hedelhofer, Paul (Haedelhofer, Hödelhofer,
Hutschmückers George Hedelhofer in
Meister. Heiratet am 14. Juli 1626 Su-
Volgnadt ( Elis.). Wohnt auf derOdergasse
des Goldschmieds Caspar Drogen. Stirbt
Seine Witwe Susanna führt die Werkstatt
Innungsmeistern Schwierigkeiten (vgl.
d. 15.) Mai 1640 auf dem Ringe unter
Hedelhofer, Paul (Haedelhofer, Hödelhofer,
Breslau, Sohn des Goldschmieds Paul
Urkunden die Breslauer Schoppen, dass
Haus des Harfenisten Krause nach voran-
dieser sich wegen seiner Anforderungen
Nr. 90. — Schles. Vorz.
ger und Meister. Hei-
Susanna, dieTochterdes
rieh Vicke (MM). Stirbt
gust (2. September) 1683,
2 Tage (Elis.). Seine
IV. 1692 (Elis. u. MM).
ligiert in ovalem Felde,
könnte sich auch noch
Meisterzeichen auf Paul
falls dieses nicht auf
deutet werden muss.
a. Wiege des Christus-
goldung, mit grossen
ner Arbeit. Auf dem
Inschrift: „Hedvigis
Pruschakowin Abbatissa
Anno 1665". H. 20, 5cm.
19.3X 10 cm. Beschauz.
Meisterz, wie auf Taf. III
lertypus. — Kath. Pfarr-
Fig. 18. Jacob Hedelhofer: Altarleuchter von 1676
75
Silber mit vergoldeten Auflagen, oval; zwei
nung, halten ein Wappenschild mit Innungs-
und Tuchscheren. Rückseitig bemalt mit
47X39cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz.
bastian von Rostock, Gold mit reichem Maler-
Ranken mit Blumen und das Wappen des
den oberen Fussrand die Inschrift: SE-
Bekrönung Pelikan mit seinen Jungen. Die
H. 65,5 cm. Beschauz. W Typus VI,
schätz, Breslau.
gebildet Fig. 18. Laut Inschrift von dem
Nach erhaltener Rechnung verfertigte Hedel-
für 200 Rtlr. H. 96,5 cm. Beschauz. W
Breslau.
Auf der zylindrischen Mantelfläche drei ver-
filköpfen zwischen Arabesken werk mit Adlern
Deckel, zum Teil verdeckt durch eine Ro-
Letsch (?). H. 16,5 cm. Beschauz. W Typus
für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
Hodelhoffer), d. ä., Goldschmied, Sohn des
Oppeln, wird 1626 in Breslau Bürger und
sanna, die Tochter des Goldschmieds Hans
beim St. Elisabethkirchhofe in dem Hause
am 22. August 1633, alt 39 Jahre (Elis.).
weiter und hat deswegen mit den übrigen
Urk. 21 u. 22). Sie stirbt am 12. (begr.
den Riemern, alt 34 Jahre (Elis.).
Hodelhoffer), d. j., Goldschmied, geb. in
Hedelhofer d. ä.; am 3. Dezember 1655
der Goldschmiedgeselle Paul Hedelhofer das
gegangener Taxe so gebrauchen möge, bis
bezahlt gemacht habe (F. Bresl. A. 3 Ortsch.
VII. 484). Wird 1661 Bür-
ratet am 25. Oktober 1661
Goldschmiedältesten Fried-
ais Zunftältester am 28. Au-
alt 49 Jahre 23 Wochen
Witwe Susanna f 19. (23.)
Hedelhofer zeichnet PH
vgl. Taf. III Nr. 89; doch
das Fig. 19 abgebildete
Hedelhofer d. j. beziehen,
Paul Heyn (1700—1711) ge-
kindleins, Silber mit Ver-
Barockblumen in getriebe-
Sockel in Punktierung die
Magdalena
Trebnicensis
Gr. des Sockels
W Typus VI, Fig- 19-
Nr. 89 u. Kriegssteuerst. Ad-
kirche St. Barthol., Trebnitz.
10*
76
b. Sanduhrgehäuse, Silber, mit vier Stundengläsern, mit Barockblumen in getriebener Arbeit. Beschauz. W
Typus VI u. Meisterz, wie Fig. 19. — Bernhardinkirche, Breslau.
Heerssig, Johann Gottlieb, siehe Heissig.
Heffter, Conradus, aurifaber, erwirbt das Bürgerrecht am Sonnabend vor Oculi (10. März) 1425 (Bürge ist Mathias
Kauder). Von ihm berichtet eine Dominikaner-Handschrift von St. Adalbert im Bresl. Kgl. Staatsarchiv, D 24,
fol. 96 b; „Die Mercurii 18 mensis Augusti que fuit dies b. Agapita hora vesperorum vel quasi etc. constitutus
Conradus Hefter aurifaber languens corpore sanus tarnen intellectu et racione fecit res suas vid. vasa argentea,
cingulos cum argento et argentum coram se portari super mensuram desiderans et petens easdem res secundum
ordinem conscribi que res secundum ordinem secuntur." Dann folgt ein längeres Verzeichnis, darunter werden
genannt cyphi, partes vagenarum argentenarum, cisticulae parvae cum gemmis preciosis et margaritis, cingula
und eine „scientia argentea nuncupata vulgariter silberyn kunst." (Die Jahreszahl fehlt bei der Eintragung, doch
wahrscheinlich von 1434). Heffter wird am 20. März 1441 im Schöppenbuch XIV erwähnt.
Heidecker, Andres (Heydecker), aurifaber, erwirbt das Bürgerrecht am Freitag vor Invocavit (23. Februar) 1509. Be-
sitzt auf der Albrechtsstrasse ein Haus. Auf dieses reicht er am 23. Juli 1511 dem Altaristen Johannes Troger
zu Händen seines Altares in der St. Maria Magdalenenkirche 1 Mark jähri. Zins (Tradb. II. 55). Erscheint
1511 und 1513 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior. Stirbt nach 1525.
Hein, Conrad (Hayn), Silberarbeiter, geb. am 23. Juni 1846, lernt in Breslau bei Carl Julius Gottlieb Weiss vom Qu.
Johannis 1860 bis Weihnachten 1865, wird Gehilfe am 15. Januar 1866. Meldet sich am 15. Oktober 1878 zur
Aufnahme in die Innung und wird am 9. November rezipiert. Bleibt Mitglied bis zum 13. Oktober 1893.
Hein, Ferdinand Traugott, siehe Heyn.
Hein [Heine], Paul, siehe Heyn.
Heine, siehe Heyne.
Heiner [Heinert], siehe Heyner.
Heinke Goltsmed, siehe Heynczil.
Heinrich, Fritz, Goldarbeiter, tritt am 15. Juli 1886 in die Innung ein und bleibt Mitglied bis zum 13. Oktober 1893.
Heinrich, Just, Goldschmiedgeselle aus Leipzig, stirbt in Breslau am 18. Januar 1673, alt 23 Jahre (Elis.).
Heintke, Heinrich Rudolph (Heincke, Heintcke), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldarbeiters Johann
Friedrich Gottlob Heintke, lernt bei Johann Sigismund Heintze, dann bei Carl Gottfried Mehnert von Ostern
1832 bis Juli 1834. Erwirbt das Bürgerrecht am 8. November 1842, alt 27 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Heintke, Johann Friedrich Gottlob (Heincke, Heinicke, Heintcke, Heintky, Hänicke), Goldarbeiter, lernt bei Christian
Gottlieb Mittmann vom Qu. Crucis 1788 bis Qu. Trinitatis 1793. Arbeitet bei Ferdinand Christian Krebs als
Meisterstück eine doppelte Galanteriekette aus Gold, wird Meister am 16. Oktober und Bürger am 19. Oktober
1798. Stirbt 1846.
Heintze, Benjamin Gottlieb (Heinze), Goldarbeiter, geb. in Friedeberg a. Qu., Sohn des Schneiders Christian Gottlieb
Heintze, lernt in Breslau bei Carl Philipp Clauss vom Qu. Johannis 1803 bis Ostern 1809. Erwirbt das Bürger-
recht am 23. März 1821, alt 32 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Heintze, Carl Julius (Heinze), Goldarbeiter, geb. in Friedeberg a. Qu., Sohn des Schneiders Ehrenfried Heintze
erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 5. Mai 1835, alt 26 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Heintze, Christian (Heinze), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Gottfried Heintze, wird 1701
Meister. Erwirbt das Bürgerrecht am 28. September 1701. Heiratet am 1 1. Oktober 1701 Elisabeth, die Tochter des
Lichtziehers Caspar Gütter (MM). Ist am 26. II. 1711 Taufzeuge bei St. Matthias. Ist in der Meisterliste von
1714 das letzte Mal erwähnt. Stirbt am 10. (begr. d. 12.) Juni 1732, alt 57 Jahre 15 Wochen (MM). Seine
Witwe Elisabeth f 15. (begr. d. 17.) III. 1745 (MM). Sein Sohn Johann Benjamin, ein Kontrolleur, heiratet 1745
Anna Rosina Egender (MM). Sein Sohn Caspar Christian heiratet am 26. April 1747 Johanna Eleonora Trogisch
(Elis.). Heintze zeichnet CH in einem herzförmigen Schilde, vgl. Taf. IV Nr. 123.
a. Willkomm, Silber, in der Fig. 21 abgebildeten Form. Fuss, Schaft und Becher reich profiliert, der Rand
des von einer römischen Kriegerfigur bekrönten Deckels weit vorspringend. Ganz bedeckt mit Akanthus-
rankenwerk, Portraitmedaillons und mythologischen Jagdszenen in getriebener Arbeit. Im Innern des
Deckels Inschrift mit den Namen der Ältesten der Fleischer unter den Geislern vom Jahre 1710 nebst
Jahreszahl 1710. Auf der Unterseite des Fusses eine runde Scheibe, graviert mit einer allegorischen Dar-
stellung: Fiat Lux. Behängt mit zahlreichen Widmungsschildchen. H. 39,3 cm. Beschauz. W Typus VI
u. Meisterz. — Vereinigte Fleischer-Innung, Breslau.
b. Standkreuz, Silber mit Vergoldung und Glassteinen, auf dreiteiligem Volutenfusse. Am Kreuze und am
Fusse Scheibeneinsätze mit Reliquienpartikelchen. Mit Wappen des Abtes Arnold Brückner (1711 — 1717).
77
H. 47,8 cm. Johanneskopf Typus III, Stempelmeisterb. A, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Sit. - Vincenzkirche,
Breslau.
c. Rauchfass und Weihrauchschiffchen, Silber, mit frühem Laub- und Bandelwerkdekor und Rippung.
Rauchfass H. 3LJ) cm. Schiffchen H. 16,4 cm. Beschauz. W Typus VI, Stempelmeisterb. A, Meisterz. u.
Kriegssteuerst. 3w- — Vincenzkirche, Breslau.
d. Sargschilde der Breslauer Schuhmachergesellenschaft, Silber, mit reicher durchbrochener Arbeit, in der
Mitte ein Oval mit Stiefel in vergoldeter Auflage. Datiert 1711. H. 48,4 cm., Br. 40,5 cm. Johanneskopf
Typus IV, Stempelmeisterb. A u. Meisterz. — Schuhmachergesellen-Bruderschaft, Breslau.
e. Deckel becher, Silber, auf dem profilierten Standringe, dem oberen und unteren Teile des konischen
Mantels und am Deckel Ornamente im Laub- und Bandelwerkstile auf punziertem Grunde. Johanneskopf
u. Meisterz. (Stempelmeisterb. fehlt). — Geheimrat Pinkus, Neustadt OS.
Heintze, Gottfried (Heinze, Heyntze), Goldschmied, Sohn des Organisten und Stadtschreibers Hans Heintze in
Pitschen OS., wird 1673 in Breslau Bürger und Meister. Heiratet am 24. Oktober 1673 Magdalena, die Tochter
des Platnerältesten Andreas Reitman (Elis.). Wohnt erst auf der Altbüssergasse, dann auf der Odergasse.
Seine Tochter Anna Rosina heiratet am 13. Januar 1699 den Goldschmied Andreas von Nordt (Elis.). Seine
Tochter Maria Elisabeth heiratet am 26. Januar 1705 den Goldschmied Johann Klinge (Elis.). Seine Frau
Magdalena f 25. (30.) VI. 1707 (MM). Er selbst stirbt als Zunftältester am 6. (9., 13.) Oktober 1707, alt 64 Jahre
4 Monate (Elis.). Heintze zeichnet G H in ovalem Felde, vgl. Taf. IV Nr. 99.
a. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse silbernes Rankenwerk und sechs silberne
Medaillons mit den HH. Christopherus, Georg und Franziskus, Daniel in der Löwengrube, der hl. Hedwig
und dem Stifterwappen mit der Umschrift: „Ex Legato D. Georgii Danielis Scheurings 1683". Auf dem
silbernen Kuppabelag drei ovale Medaillons mit Christus, der Gottesmutter Maria und dem hl. Antonius,
zwischen Rankenwerk. Nodus birnförmig. H. 24 cm. Beschauz. W Typus VI, Meisterz. u. Kriegssteuerst.
Adlertypus. — Dorotheenkirche, Breslau.
b. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen Fusse Früchtebuketts in Treibarbeit. Auf dem silbernen
Kuppabelag Barockblumen in durchbrochener Arbeit. Nodus birnförmig. Auf der Unterseite des Fusses die
Inschrift: „R. D. VALENTINVS DZIERZON VICAR: S. CRVC. WRAT: F. F. Aö 1684". H. 22,7 cm.
Beschauz. W Typus VI, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Sfr- — Kreuzkirche, Breslau.
c. Ciborium, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse und dem durchbrochenen Silberbelag
der Kuppa Engelsfiguren mit Leidensattributen in schwerem Barocklaubwerk. Nodus birnförmig. Auf dem
Fusse ein Medaillon mit der Inschrift: „Magister Nicola' de Olavia Canonicus S. Crucis Vratislaviensis me
comparavit. Ecclesia vero sie me reeudi fecit Anno 1692". H. 37,5 cm. Beschauz. W Typus VI, Meisterz,
u. Kriegssteuerst. — Kreuzkirche, Breslau.
d. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse in Auflage drei silberne Medaillons mit
Verkündigung, Heimsuchung und Anbetung des Kindes, dazwischen in silberner Auflage drei geflügelte
Engelsköpfe. Nodus birnförmig. Auf dem silbernen Kuppabelag zwischen durchbrochenem Akanthus-
rankenwerk drei Medaillons mit Verkündigung, Christus am Ölberge und Geisselung. Datiert 1694.
H. 21,5 cm. Beschauz. W Typus VI, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Kath. Pfarrkirche St. Norberti,
Czarnowanz Kr. Oppeln.
e. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen Fusse wechseln drei spitzovale Medaillons mit Heiligen und
drei Früchtebuketts ab. Auf den Passrändern des Fusses silberne Blattranken, zwischen den Einschnürungen
kurze vergoldete Perlstäbe. Nodus birnförmig. Auf dem silbernen Kuppabelag drei Engel mit Leidens-
attributen zwischen Blattrankenwerk. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche St. Mariae, Kamenz.
f. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse und der Kuppa in Auflage ziemlich
wirres Ranken-, Blumen- und Früchtewerk. Nodus birnförmig. H. 22 cm. Beschauz. W Typus VI, Meisterz,
u. Kriegssteuerst. Snr. — Kloster der Ursulinerinnen, Breslau.
g. Ampel, Silber, mit Barockblumen in durchbrochener Arbeit. H. 39,5 cm. Beschauz. W Typus VI u.
Meisterz. — Kath. Pfarrkirche St. Mariae Himmelfahrt, Himmelwitz Kr. Gross-Strehlitz.
h. Ampel, Silber, ungewöhnlich gross, mit Barockblumen in durchbrochener Arbeit. Die Ketten hängen an
drei Engelsfiguren, die in Voluten ausgehen. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. - Kath. Pfarrkirche
St. Bartholomaei, Trebnitz.
i. Altarleuchter, Silber, ein Paar, von dem auf S. 75 Fig. 18 abgebildeten Typus. Auf dem Fusse vergoldete
Medaillons und plastisch aufgesetzte, teilweise vergoldete Engelsköpfchen. Beschauz. W Typus VI u.
Meisterz — Kath. Pfarrkirche St. Bartholomaei, Trebnitz.
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k. Altarleuchter, Silber, auf dem runden Fusse Barockblumen in getriebener Arbeit. Ständer in Form einer
gedrehten Säule. Beschauz. W Typus VI, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Kath. Pfarrkirche
St. Bartholomaei, Trebnitz.
1. Deckelhumpen, Silber mit Vergoldung, zylindrisch, mit kräftigem Henkel, auf drei Schwänen ruhend, von
deren geöffneten Flügeln aus silbernes Blattwerk in durchbrochener Arbeit mit je einem vergoldeten Porträt-
medaillon die vergoldete Mantelfläche überzieht. Zwischen diesem Belag leicht gravierte Früchtebuketts.
Auf dem Deckel in Auflage ein Kranz von durchbrochenem Blattwerk mit Porträtmedaillons. Als Deckel-
bekrönung ein Schwan, auf dem ein Putto reitet. H. 27 cm. Johanneskopf Typus II, Meisterz. u. zwei
niederländische (?) Einfuhrstempel. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau,
m. Pokal, Silber mit Vergoldung, mit Horizontalprofilierungen und weit über den Lippenrand vortretendem
Deckel, mit Dekoration in Flachrelief. H. 39 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Baron Nathanael
v. Rothschild, Wien (nach Rosenberg Nr. 471»).
n. Kanne, Silber mit Vergoldung, der zylindrische Mantel mit figuraler Treibarbeit auf Futter gesetzt, mit
Wappen, Initialen und Inschriften. H. 22,3 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — P. A. Kotschubey,
St. Petersburg (nach Rosenberg Nr. 471 b).
o. Deckelhumpen, Silber mit Vergoldung, mit Darstellung einer Türkenschlacht in getriebener Arbeit.
Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Baron Friedrich v. Wrangell, Reval (nach Buchholtz, Goldschmiede-
arbeiten in Livland, Estland und Kurland (Lübeck 1892), beschr. S. 22 Nr. 66, abgeb. Taf. XXIII Nr. 66).
p. Tischservice, Silber, bestehend aus a. zwölf Schüsseln, zum Teil mit vergoldeten Rändern, in der Mitte
jedesmal ein Kranz mit Wappen und drei Kreuzen, umstellt von den Buchstaben K B H, b. einem Salzfass
auf vergoldeten Kugelfüssen, c. vier vierkantigen Fläschchen mit Schraubdeckeln. Beschauz. W Typus VI
(bei c Johanneskopf) u. Meisterz. — Staatsmuseum, Moskau (nach Schles. Vorz. N. F. Bd. III S. 161).
Heintze, Johann Gottlieb Julius (Heinze), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldarbeiters Johann Sigismund
Heintze, lernt bei seinem Vater von Weihnachten 1818 bis Ostern 1823. Erwirbt das Bürgerrecht am 27. No-
vember 1832, alt 27 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied. Sein Name ist am 20. November 1839 im Bürger-
buche gestrichen worden.
Heintze, Johann Sigismund (Heinze), Goldarbeiter, geb. 1777 (?) in Friedeberg a. Q., Sohn des Schneiders Christian
Gottlieb Heintze, lernt in Breslau bei Benjamin Ephraim Zölffel vom Qu. Crucis 1791 bis Qu. Trinitatis 1798.
Arbeitet bei Samuel Christoph Thun als Meisterstück ein Paar Ohrgehänge mit ä jour gefassten Brillanten, wird
Meister am 26. April 1805. Heiratet am 27. Januar 1806 Anna Rosina, die Tochter des Häuslers Andreas in
Görrisseiffen, Kreis Löwenberg (Elis.). Erwirbt das Bürgerrecht am 31. Juli 1806. Ist von 1830 bis 1832 Stadt-
verordneter. Stirbt am 31. August 1832.
Heiser [Heisser], Elias, siehe Heuser.
Heissig, Johann Gottlieb (Heissich, Heyssig, Heussig, Heusich, Heerssig, Haussiger, Häussig, Häussiger), Gold-
arbeiter, Sohn des Johann Caspar Heissig, Erbbesitzers des Gutes Tschauchelwitz bei Breslau, meldet sich
am 7. März 1752 als Stückmeister, arbeitet bei Johann David Kriebel einen Placker und einen Ring, wird Meister
am 17. August und Bürger am 18. September 1752. Heiratet am 4. Februar 1755 Susanna Barbara, die Tochter
des Handelsmannes Melchior Seiler in Wüstewaltersdorf (Elis.). Ist am 13. Mai 1763 Taufzeuge auf dem Dom.
Ist in der Meisterliste von 1768 zum letzten Male erwähnt. Seine Witwe (?) Susanna Barbara f 14. (begr. d. 17.)
XI. 1778 (Elis.). Ein Goldarbeiter namens Johann Gottlieb Heissig stirbt im Allerheiligenhospital am 24. (begr.
d. 26.) Juli 1800, alt 75 Jahre (Elis.).
Helias Goltsmed, siehe Helyas de Brunswig.
Heller, Johann, Goldschmied auf dem Sande, wird 1739 am Dom erwähnt (Schles. Vorz. VII. 488).
Hellmich, Johann Christian, ein gewesener Goldschmied, stirbt in Breslau am 5. April 1746, alt 50 Jahre.
Hellwig, Christian (Helwig, Hellwieg, Hellwich), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Ziergärtners Christoph
Hellwig, arbeitet bei Thomas Kuntze als Meisterstück ein Geschirr nebst Ring und Siegel, wird Meister am
6. März und Bürger am 5. Mai 1724. Heiratet am 15. Mai 1724 Eleonora, die Tochter des f Goldschmieds
Andreas Scholtz (MM). Stirbt 1745.
Helm, Adolph, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldarbeiters Johann Friedrich Gottlob Helm, lernt bei
Johann Jacob Hacker von Michaelis 1831—1836. Erwirbt das Bürgerrecht am 7. Dezember 1841, alt 25 Jahre.
Wird nicht Innungsmitglied.
Helm, Gustav, Juwelier, geb. in Breslau am 3. August 1852, Sohn des Goldarbeiters Adolph Helm, tritt am 1. Oktober
1867 bei seinem Stiefvater, dem Goldarbeiter Julius Büttner in die Lehre, wird nach dem Tode Büttners am
17. Juli 1871 durch die Innung freigesprochen. Meldet sich am 15. Oktober 1878 zur Aufnahme in die Innung
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und wird am 9. November rezipiert. Gründet 1880 mit dem Kaufmann Julius Gräfe eine Fabrik für Goldwaren.
Scheidet am 2. Februar 1892 aus dem Innungsverbande. Stirbt am 8. September 1904.
Helm, Johann Friedrich Gottlob, Goldarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Christian Heinrich Daniel Jaeckel vom Qu.
Trinitatis 1792 bis Qu. Reminiscere 1798. Arbeitet bei Johann Bernhard Hoensch als Meisterstück einen Hals-
schmuck mit Brillanten und Filigranarbeit, wird Meister am 3. Oktober und Bürger am 29. Oktober 1805. Wird
1820 Coffetier. Stirbt 1849.
Helyas Goltsmed, siehe Helyas de Brunswig.
Hempel, Johann Ernst Traugott, Goldarbeiter, geb. in Wohlau, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 24. Januar 1843,
alt 26 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Hene [Henne], siehe Heyne.
Henkin Goltsmed, siehe Heynczil.
Hennig, Caspar, siehe Caspar Wehpusch.
Hennig, Merten (Hennigk), Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht am Freitag vor Invocavit (6. März) 1500. Heiratet
vorher [Margareta, die Tochter des Breslauer Goldschmieds Peter Francke. Stirbt um 1506. Seine Witwe
Margareta heiratet den Goldschmied Hans Krafftczober.
Henning, Johannes Baptista, Goldschmiedgeselle von Augsburg, stirbt in Breslau am 17. September 1687, alt 21 Jahre.
Hennyke, aurifaber, erscheint 1389 in der Geschworenenliste der Signaturbücher als Zunftsenior, ist identisch mit ?
(Heynczil Goltsmit?).
Hennyng, aurifaber, siehe Henningus Wehpusch.
Hentrich, Johann Friedrich Adolph, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Zimmerergesellen Christian Hentrich,
erwirbt das Bürgerrecht am 27. Februar 1846, alt 25 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Hentschel, Benjamin (Henschel, Haentschel, Haenschel), Silberarbeiter, verfertigt als Stückarbeiter einen Pokal nebst
Ring und Siegel, wird Meister am 29. Januar und Bürger am 23. April 1732. Seine Tochter Anna Magdalena
heiratet am 19. Juli 1763 den Gürtlerältesten Tobias Schleicher; Trauzeuge ist der Silberstecher Johann Samuel
Winckler (MM). Seine Frau Susanna, geb. Scholtz (Schultze), t 28. (begr. d. 31.) I. 1771 (MM). Er selbst stirbt
in dürftigen Verhältnissen am 13. (oder 14.. begr. d. 16.) April 1774, alt 72 Jahre 11 Monate (MM). Hentschel
zeichnet B H in ovalem Felde, vgl. Taf. IV Nr. 147.
a. Willkommpokai der Tuchmachergesellen in der Neustadt-Breslau, Silber, auf dem reich profilierten Fusse,
Schafte, Becher und Deckel Laub- und Bandelwerkdekor in Treibarbeit und Gravierung. Auf dem Deckel-
rande eine Inschrift und die Jahreszahl 1733. Behangen mit Schaustücken und Münzen. H. 29,3 cm.
Johanneskopf Typus X, Stempelmeisterb. C u. Meisterz. Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und
Altertümer, Breslau (Vermächtnis Epstein).
b. Becher, Silber, konisch, am oberen und unteren Rande Friese im Laub- und Bändel werkstil, dazwischen das
Wappen der Tuchmacher in Gravierung. Laut Inschrift aus dem Besitze der Tuchmacher-Innung in der
Neustadt-Breslau. Datiert 1735. H. 9,1 cm. Johanneskopf Typus X, Stempelmeisterb. C u. Meisterz.
— Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Vermächtnis Epstein).
c. Altarleuchter, Silber, in der auf S. 75 Fig. 18 abgebildeten Form. Datiert 1737. Johanneskopf, Stempel-
meisterb. D u. Meisterz. — Domschatz, Breslau.
d. Schüssel mit Messkännchen, Silber, profiliert. Johanneskopf Typus XI, Stempelmeisterb. D. u.
Meisterz. — Kath. Pfarrkirche St. Petri et Pauli, Ohlau.
e Tischleuchter, Silber, ein Paar, zweiarmig, in Rokokoformen. H. 25,5 cm. Johanneskopf Typus XII,
Stempelmeisterb. F, Meisterz. u. Kriegssteuerst. . — Kgl. Matthiasgymnasium, Breslau.
f. Leuchter, Silber, zweiarmig, mit Rokokodekor in getriebener Arbeit. Datiert 1763. Johanneskopf TypusXIlI,
Stempelmeisterb. G Typus II u. Meisterz. — Elisabethkirche, Breslau.
g. Altarkreuz, datiert 1765. Johanneskopf Typus XIII, Stempelmeisterb. G Typus II u. Meisterz. • - Evang.
Pfarrkirche, Zduny Prov. Posen (nach J. Kohte, Kunstdenkmäler d. Prov. Posen, Bd. I S. 132).
h. Leuchter, Silber, zweiarmig, in Rokokoformen. Johanneskopf Typus XIII, Stempelmeisterb. G Typus II u.
Meisterz. — Evang. Pfarrkirche St. Nicolai, Brieg.
i. Leuchter, Silber, ein Paar. Johanneskopf, Stempelmeisterb. G Typus II u. Meisterz. — Baron R. v. Walters-
kirchen, Wien (nach Rosenberg Nr. 482).
Hentschel, Löbel, Juwelenhändler, erwirbt das Bürgerrecht am 13. November 1809.
Hentschke, George, Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Bürgers Matthes Hentschke, sucht 1618 die Bestallung
als Hofgoldarbeiter in Brieg nach iSchles. Vorz. VII. 490). Heiratet in Breslau am 11. Dezember 1618 als
fürstl. Brieg. Hofgoldschmied Anna, die Tochter des f Handelsmannes Martin Roter (Elis. u. MM).
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Hept, Hans, siehe Haupt.
Herdwig [Herdtwieg], Valten, siehe Hertwig.
Herman Goltsmed, wird erwähnt am 11. Januar 1288 als Besitzer des Vorwerkes Smedeveld bei Lesnicz (Lissa) in
der Nähe von Breslau. Nach ihm soll der Ort den Namen Goldschmieden (urkundlich seit 1353 nachweisbar)
erhalten haben (Stenzel, Gesch. Schlesiens, I. 309, 311. — Codex diplom. Silesiae, VII 3, 109).
Herman, Gregor [George], Goldschmied von Landshut, am 3. Dezember 1613 stirbt in Breslau seine Witwe
Ursula (Elis.).
Heroldt, Gottlieb [Johann Gottfried], Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Schusters Heinrich Heroldt, arbeitet
bei Heinrich August Joel als Meisterstück einen Kelch nebst Ring und Siegel. Wird Meister am 1. März und
Bürger am 17. Juli 1734. Heiratet am 25. Januar 1745 Maria Elisabeth, die Tochter des f Hausmeisters Christian
Wiedemann (MM). Stirbt am 14. Juni (13. Juli) 1746, alt 40 Jahre 2 Monate 17 Tage (MM). Seine Witwe
heiratet am 6. Mai 1749 den Reichkrämer George Samuel Frantz (MM).
Heroldt, Joachim, Goldschmiedgeselle aus Heiligensee im Glogauischen, stirbt in Breslau am 21. (begr. d. 23.) Mai
1630, alt etliche 30 Jahre (Elis. u. MM), hat bei Sebastian Fesch d.j. auf der Albrechtsstrasse in Arbeit gestanden.
Herrmann, Johann Carl Moritz, Goldarbeiter, geb. in Breslau am 25. Januar 1818, Sohn des Goldarbeiters Johann
Gottlieb Herrmann, lernt bei seinem Vater von Ostern 1833—1837. Erwirbt das Bürgerrecht am 19. Januar 1844.
Meldet sich am 5. Juli 1850 zur Aufnahme in die Innung und wird am 8. Oktober 1850 als Mitglied ein-
geschrieben. Ist von 1861—1869 Obermeister. Stirbt am 18. Februar 1890. Herrmann zeichnet: J. G. Herrmann.
Herrmann, Johann Christoph, Goldschmied und Mitwohner, am 23. (begr. d. 25.) April 1776 stirbt seine Witwe
Rosina Dorothea, geb. Feistel (MM).
Herrmann, Johann Gottlieb [Gottlob], Goldarbeiter, geb. am 3. Juni 1776, Sohn des Garnhändlers Johann Christoph
Herrmann in Künsdorf bei Nimptsch, lernt in Breslau bei Christian Gottlieb Mittmann vom Qu. Trinitatis 1791
bis Qu. Reminiscere 1797. Arbeitet bei Johann Bernhard Hoensch als Meisterstück eine Halskette in Filigran-
arbeit, wird Meister am 9. (19.) Mai und Bürger am 7. Juni 1804. Heiratet am 19. Mai 1808 Johanna Carolina
Wilhelmina, die Tochter des Kretschmers Johann Gottlieb Giesel (Elis.). Ist 1825 Ältester der Schiesswerder-
schützen und erhält neben dem Schuhmachermeister Reiss die Aufsicht über den am 20. Februar 1825 beschlossenen
Neubau des Hauptgebäudes der Breslauer Schiesswerderschützen. Beim Königsschiessen des Jahres 1841 schenkt
Herrmann ein aus dem Besitze der Schützen stammendes Medaillon von 1726 mit einem Emailbildnis des
G. Ledig der Brüderschaft zurück (Roland, Schiesswerderbuch S. 12—15). Seine Frau f l847- Er selbst stirbt
am 13. August 1849.
Herting, Hans, siehe H artig.
Hertwig, Valten (Herdwig, Herttwigk, Herdtwieg, Hartwig), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Gräupners
Christoph Hertwig, heiratet als Geselle Septuagesima 1596 Susanna, die Tochter des Goldschmieds Hans
Müller (Elis.). Wird in demselben Jahre Bürger und Meister. Hat mit dem Zunftältesten Hans Schoenau und
später mit allen Ältesten des Mittels Streitigkeiten, die am 29. Januar 1602 und am 8. Oktober 1603 durch die
Ratmannen geschlichtet werden. Tadelt unbefugter Weise „mit ganz beschwerlichen und ehrenrührigen Worten"
vor den versammelten Innungsmitgliedern das Meisterstück des alten Christoph Stimmel; deswegen wird er am
14. Februar 1606 von den Ratmannen mit Gefängnis bestraft. Am 9. November 1607 muss er vor dem Rate
geloben, „sich auf negstkunfftiges quartal in daß erbare mittel der goltschmide vnerfodert einzustellen, waß er
schuldig ist zuerlegen, sich in allem vnd iedem der zechen brauch gemeß zuerzeigen vnd wegen deß offenen
ladenß, ob etwaß bei dem mittel zuerhalten, gnade zusuchen." (Lib. definit. IV. 125b, 142b— 143*, 161b— 163*
183b). Hertwig stirbt am 8. Oktober 1611, alt 50 Jahre (Elis.). Seine Witwe Susanna f 15. VIII. 1613.
Hesse, Jeremias, Goldschmied in der Neustadt-Breslau, am 14. Dezember 1642 stirbt sein Sohn Jeremias.
Heugel, Steffan (Heugel! , Goldschmied, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 21. Februar 1561, wird um dieselbe
Zeit Meister. Stirbt um 1594.
Heune, Paul, siehe Heyn.
Heupt [Heubt], Hans, siehe Haupt.
Heuser, Daniel (Häuser, Häusslerj, Goldschmiedgeselle und Mitwohner auf dem Elbing, am 25. (begr. d. 27.) Juni
1696 stirbt seine hinterlassene Tochter Maria (MM).
Heuser, Elias (Heusser, Häuser, Heiser, Heisser), Goldschmied, Sohn des Kürschners Daniel Heuser in Leob-
schütz OS., wird 1661 in Breslau Bürger und Meister. Heiratet am 18. Oktober 1661 Dorothea, die Tochter des
Brauers Martin Kluge (MM). Wohnt am Ringe bei der „Gulden Krone." Stirbt am 23. (24.) Mai 1667, alt
41 Jahre 7 Monate 1 Tag (Elis.). Seine Witwe Dorothea heiratet am 30. September 1669 den Goldschmied
George Ludwig Hedelhofer (MM). Heuser zeichnet E H ligiert in ovalem Felde, vgl. Taf. III Nr. 90.
a. Sargschilde der Breslauer Kürschnermeister, Silber
mit Vergoldung, rund, zwei Löwen halten einen Schild
mit dem Wappen der Kürschnerzunft, darüber ein
Engel, alles in getriebener Arbeit. Datiert 1662. Dm.
46 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Kürschner-
Innung, Breslau.
b. Abendmahlskannen, Silber mit wenig Vergoldung,
ein Paar, ohne Dekor. Auf dem Boden Gewichts-
angaben: 5 Mk. 8 lot. Datiert 1663. Beschauz. W Typus
VI u. Meisterz. Ev. Pfarrkirche St. Michaelis, Strehlen.
c. Oblatenbüchse, Silber, auf dem zylindrischen Mantel
drei hell vergoldete Reifen. Auf dem Deckel als Knopf
ein Zapfen. Auf dem Boden die gravierte Inschrift:
„Strällische Kirchenschahtel wigt 24 lot 2 q. Ao. 1663."
H. 12,2 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. —
Evang. Pfarrkirche St. Michaelis, Strehlen.
Heusich [Heussig], Johann Gottlieb, siehe Heissig.
Heussler, Gregor, Goldschmied, am 3./ 10. März 1600 stirbt F'g. 20. Augustin Heyne d. m.: Deckelkanne
sein Sohn Hans.
Heyde, Andreas, gewesener Goldschmied von Dresden, stirbt in Breslau am 6. (8.) Januar 1736, alt 40 Jahre (Elis.).
Heydeck, Johann Heinrich, Goldschmied von Naumburg, stirbt in Breslau am 25. (27.) Januar 1741, alt 56 Jahre.
Heydecker, Andreas, siehe Heidecker.
Heyn, Ferdinand Traugott (Hein, Hayn), Goldarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Christian Ferdinand Kretschmer vom
16. September 1779 bis 10. Juni 1784. Arbeitet bei Johann Ernst Braungart als Meisterstück eine Haarnadel mit
Rauten, wird Meister am 26. April und Bürger am 17. Juli 1792. Ist in der Meisterliste von 1796 das letzte Mal
erwähnt.
Heyn, Paul (Hein, Heine, Hen, Heune, Höne), Goldschmied, Sohn des Erbsassen Matthias Heyn in Rösnitz bei
Leobschütz OS., erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 4. August 1700, wird in demselben Jahre Meister. Heiratet
am 20. September 1700 Martha, die Tochter des Schönfärbers Michael Bartsch (Elis.). Stirbt am 24. (begr. d.
27.) September 1711 (MM). Seine Witwe Martha f 14. (begr. d. 16.) I. 1757, alt 74 Jahre (Elis.). Wegen des
Meisterzeichens von Paul Heyn siehe Paul Hedelhofer d. j.
Heyncze, Frenczel, aurifaber, wird Bürger am Sonnabend nach Michaelis (2. Oktober) 1423.
Heynczil Goltsmit (Heinczil Goltsmit, Henkinus aurifaber, Henkin Goltsmed, Heynke, Heinke Goltsmed), aurifaber;
am Freitag nach Walpurgis (2. Mai) 1348 verkauft Hedwig, die Jacobinne von Kamencz dem Henkin Goltsmed
das Erbe auf der St. Albrechtsgasse bei dem Erbe der Katharina Peter Glesilinne (Schöppenb. I. 79 b). Heynczil
Goltsmit ernennt 1350 für den Fall seines Todes seiner Frau und seinem Kinde Vormünder (Schöppenb. I. 165).
Heynke Goltsmed kauft 1351 von seiner Schwiegermutter Katharina Jenynne den Hof bei Nickil von Reichenbach
(Schöppenb. I. 174 b). Heynczil Goltsmit verkauft 1351 zwei Grundstücke und einen Kram (Schöppenb. I. 176'\
181, 184b). Heynczil aurifaber ist 1353 Schöppe (Cod. dipl. Silesiae XI. 14 u. 103). Henkinus aurifaber ist 1369,
1373, 1388 Bürge. Materne Rempil verreicht 1394 Katharina, der Witwe Heynke Goltsmedis sein Erbe bei dem
Heiligen Geist und ausserdem 4 Mk. jährl. Zins auf sein Erbe, das zuvor Heynken gewesen ist, zu ihren Lebe-
tagen (Schöppenb. VII. 146, 147).
Heyne, Augustin (Heine, Heyn, Hein, Haine, Hain, Hayne, Hayn, Hene, Henne, Hehne, Höhne), d. ä., Goldschmied,
wird Bürger am 25. Februar 1542 und um dieselbe Zeit Meister. Seine Tochter Margareta heiratet am 4. Februar
1567 den Schneider Paul Ebert (MM). Heyne stirbt um 1573. Seine Tochter Martha heiratet am 10. November
1578 den Nicolaus Steinberger, Rector zu St. Elisabeth (MM).
Heyne, Augustin (Heine etc., siehe Augustin Heyne d. ä.), d. m., Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Gold-
schmieds Augustin Heyne d. ä., heiratet als Geselle am 3. Dezember 1571 Katharina, die Tochter des f Zucker-
machers Hans Kolman (MM). Wird Meister Ende Dezember 1571 oder im Januar 1572. Erwirbt das Bürger-
recht am 22. Februar 1572. Wohnt auf der Altbüssergasse. Seine Tochter Maria (getauft d. 11. VIII. 1578)
heiratet am 21. Mai 1601 den Goldschmied Emanuel Boy (MM). Heyne stirbt, nachdem er ins zehnte Jahr Zunft-
ältester gewesen, am 8. November 1601, alt 58 Jahre (Elis.). Seine Tochter Katharina heiratet am 31. August 1610
den Goldschmied Daniel Petzold (MM). Seine Witwe Katharina t 13. VIII. 1614 (Elis.). Heyne d. m. zeichnet A H
ligiert in rundem Felde, vgl. Taf. III Nr. 57.
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a. Deckelkanne, Silber mit Vergoldung, abgebildet Fig. 20. Um 1599. H. 13,6 cm. Beschauz. W Typus III
u. Meisterz. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (früher Slg. Fürth in Mainz).
b. Deckelkanne mit Schnauze, Silber mit Vergoldung. „Die von den herzförmigen Buckeln umschlossenen,
glatten Felder sind durch eingravierte Wappenschilder mit Hehn und Helmdecke, jedoch ohne Wappen ver-
ziert; Henkel mit Masken und Perlen; auf dem Deckel ein gegliederter Knopf. Gefäss schwach zulaufend."
H. 21 cm, ob. Dm. 11,2 cm, unterer Dm. 15 cm. Beschauz. W, Meisterz. u. Kriegssteuerst. FW (wie Fig. 9b).
- Altstädtische Kirche, Königsberg (nach E. v. Czihak, Die Edelschmiedekunst früherer Zeiten in Preussen,
S. 69 Nr. 7 [dort fälschlich dem Hans Volgnadt zugewiesen]. — Abgebildet bei A. Boetticher, Die Bau- und
Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreussen, Bd. VII, 197, Fig. 138).
c. Weinkanne. Beschauz. W u. Meisterz. — Altstädtische evang. Pfarrkirche, Fraustadt Prov. Posen (nach
J. Kohte, Kunstdenkmäler der Provinz Posen, Bd. I S. 131).
d. Stand kreuz, Silber, in archaisierender Gotik, auf der Vorderseite Heilige, die die Madonna mit dem Kinde
umgeben, auf der Rückseite die Evangelistensymbole in Gravierung. Der Untersatz mit Blumen besetzt.
H. 28 cm. Beschauz. W, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Stfr. — Kreuzkirche, Breslau.
Heyne, Augustin (Heine etc.), d. j., Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Augustin Heyne d. m.,
wird 1602 Bürger und Meister. Heiratet am 5. November 1602 Margareta, die Tochter des Kirchschaffers
Balthasar Thieme (MM). Wohnt auf der Odergasse in seinem eigenen Hause. Seine Frau Margareta f 7. VII.
1630 (Elis.). Er selbst stirbt am 5. (6.) Oktober 1631 an Auszehrung, alt 58 Jahre (Elis.). Seine Tochter Katharina
heiratet am 14. November 1639 den Ratswasserzöllner Christoph Meuer (MM). Heyne d. j. zeichnet AH in recht-
eckigem Felde, vgl. Taf. III Nr. 71.
a. Deckelkanne, Silber mit Vergoldung, mit figürlichem Henkel und Deckeldrücker. Mantel gebuckelt und
fazettiert. Auf den silbernen sechs Fazettenflächen in Gravierung Bildnisse beliebter Helden der mittelalter-
lichen Ikonographie: Josue Dux, David Rex, Judas Maehabus, Hector Trojanus, Artus Rex und Carolus Magnus.
Datiert 1619. H. 16,5 cm. Beschauz. W Typus IV, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Schlesisches
Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Stammt aus der evang. Pfarrkirche in Haynau).
b. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen Fusse Christus am Kreuze mit Maria und Johannes, zwei
Wappen, zwei Engelsköpfe und ein Früchtebündel, am Kuppabelag Engelsköpfe und Renaissance-Rollwerk
in getriebener Arbeit. Beschauz. W u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche St. Petri et Pauli, Namslau.
Heyne, Friedrich (Heine), Goldschmied, Sohn des Goldschmieds Augustin Heine d. ä., lässt sich zu Altenburg in
Sachsen als Meister nieder, stirbt daselbst am 18. Juli 1611 (in Breslau abgekündigt bei Elis. u. MM).
Heyne, Georg [Jorge], aurifaber, erwirbt das Bürgerrecht am Montag vor Michaelis (25. September) 1441. Wohnt am
Ringe in seinem eigenen Hause zwischen Gerischer und Paulus Weygandt. Ist 1449 Zunftsenior. Stirbt 1451.
Stiftet für den Altar des heiligen Kreuzes in der St. Nicolaikirche in Brieg und für den Altar der Goldschmiede in
der St. Maria Magdalenenkirche in Breslau Messstipendien. Die zweite Fundation kommt erst 1468 nach dem
Tode der Witwe des Georg Heyne zur Erledigung (vgl. Urk. 11). Barbara, die Witwe des Georg Heyne, ver-
reicht den Ältesten der Goldschmiede ihr Haus unter den Huterlauben. Dasselbe Haus reicht sie 1461 dem
Goldschmiede Lorencz Cretsmer.
Heyne, Hans (Heine, Hein, Heen, Hene etc.), Goldschmied, Sohn des Breslauer Goldschmieds Augustin Heyne d. ä.,
wird 1591 Bürger und Meister. Heiratet nach dem am 5. Mai erfolgten Aufgebot am 14. Mai 1591 Ursula, geb.
Seiffert, die Witwe des Goldschmieds Abraham Arnolt (MM). Wohnt auf der Olischen Gasse, später auf der
Altbüssergasse. Kommt 1598 den Meistern seines Gewerkes „mit gancz beschwerlichen worten vnndt auflagen czue
nahendt", deshalb wird von den Ratmannen „mit gefenglicher hafft gegen ihme vorfahren" (Lib. definit. IV. 83,
85 a). Heyne stirbt am 19. September 1615 nach langwieriger Krankheit, alt 52 Jahre (Elis.). Seine Witwe Ursula
t 4. X. 1633 (Elis.).
Heyne, Paul, siehe Heyn.
Heyne, Samuel Gottlieb (Heyn, Hayn), Goldschmied, wird Meister im Februar und Bürger am 31. Juli 1734. Stirbt
am 10. Februar 1737, alt 32 Jahre 2 Wochen.
Heyne, Thomas (Heine, Henne etc.), Goldschmied, Sohn des kurfürstl. u. markgräfl. Zollverwalters Georg Heyne,
heiratet am 1. Februar 1598 Katharina, die Tochter des Bartel Fischer (Elis. u. MM). Wird in Glogau Bürger
und Meister. Daselbst stirbt seine Frau Katharina am 5. März 1617 (Elis.). Er selbst wird noch 1623 in den
Akten der Glogauer Goldschmiede-Innung erwähnt.
Heyner, Gottfried (Heynert, Heiner, Heinert, Hoyner), Goldschmied, Sohn des Goldschmieds Zacharias Heyner in
Lüben, wird 1682 in Breslau Bürger und Meister. Heiratet am 27. Oktober 1682 Maria Elisabeth, die Tochter
des f Schneiders Christoph Girschner [Schwester des Goldschmieds Johann George Girschner?] (MM). Seine
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Tochter Rosina Elisabeth heiratet am 30. Januar
1714 den Goldschmied Johann Okrusch (MM).
Heyner wird durch diese Heirat mütterlicherseits
ein Vorfahre des Malers Adolf von Menzel (geb.
8. XII. 1815; MM). Sein Sohn Gottfried Wilhelm
heiratet am 18. Mai 1716 Maria Elisabeth,
die Tochter desf Apothekers Johann Hildebrand
(MM). Heyner stirbt als Zunftältester am 11.(15.)
November 1716 (MM). Seine Tochter Susanna
Eleonora heiratet am 8. August 1719 den Gold-
schmied David Hammer (MM). Seine Witwe
Maria Elisabeth f 15.(20.) IV. 1727 (MM). Dem
Goldschmiede Heyner dürfte das auf Taf. IV
Nr. 105 wiedergegebene Meisterzeichen FGH
in einem dreipassigen Blatte zuzuweisen sein,
obwohl das „F" (== Fecit?) hierbei keine Er-
klärungfindet; doch in der vollständigen Meister-
liste von 1709 findet sich kein Goldschmied,
auf dessen Namen die Initialen FGH besser
passen. Vielleicht wählte Heyner das Meister-
zeichen FGH zum Unterschiede von seinem
älteren Zunftgenossen Gottfried Heintze, der
nur GH stempelt.
a. Schale, Silber vergoldet, die durch einen
Zwerg getragene ovale Schale und der
obere Teil des ovalen Sockels aus Achat.
H. 18,5 cm. Dm. der Schale 16,6 X 14.2 cm.
Johanneskopf Typus II u. Meisterz. — Schle-
sisches Museum für Kunstgewerbe und
Altertümer, Breslau (SIg. f Max Pringsheim).
b. Deckelbecher, Silber mit wenig Ver-
goldung, an der konischen Becherwandung
drei Reihen von je sieben Braunschweig-
Lüneburgischen halben Wildemannstalern
von 1668 — 1680, im Boden ein 2/s Taler des
Bistums Osnabrück von 1680, auf dem
Deckel acht und auf dem Knopfe drei
1li Wildemannstaler von Braunschweig-
Wolfenbüttel von 1668—1689, unter dem
Knopfe ein Braunschweig-Lüneburgischer
Taler. H. 20,3 cm. Beschauz. W Typus VI
u. Meisterz. — Schlesisches Museum für
Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
c. Weinkännchen, Silber mit Vergoldung,
mit Barockblumen in getriebener Arbeit.
H.12cm. Johanneskopf Typus II u. Meisterz.
— Geheimrat Pinkus, Neustadt OS.
d. Willkomm der Fleischhauer Alte Bänke in Breslau, Silber, abgebildet Fig. 21. Gekauft 1696. H. 42 cm.
Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Vereinigte Fleischer-Innung, Breslau (Beschrieben und abgebildet in
Schlesiens Vorzeit, Bd. V S. 66 f., Taf. III u. IV).
e. Weihwasserkessel, Silber vergoldet, sechspassförmig und gebuckelt, mit Barockblumen in getriebener
Arbeit sowie dem hl. Matthias und dem Kreuzherrnwappen in Gravierung. Der figürlich behandelte Henkel
hängt an zwei Engelsköpfen. H. 11 cm, ob. Dm. 20 cm. Beschauz. W Typus VI, Meisterz. u. Kriegssteuerst. f0 '■
— Matthiaskirche, ehemalige Jesuitenkirche, Breslau.
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Fig. 21. Gottfried Heyner: Willkomm der Fleischhauer Alte Bänke
in Breslau
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f. Aspergil, Silber, Griff wenig profiliert, Sprengkugel auf der unteren Hälfte mit rosettenartigem Blattwerke
graviert. L. 38,5 cm. Beschauz. W Typus VI, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Stfr. — Matthiaskirche, ehemalige
Jesuitenkirche, Breslau.
g. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen Fusse, dem Nodus und der Kuppa kleine Auflagen von
leichtem silbernen Rankenwerk. Die zum Nodus ansteigenden Flächen des Fusses mit Buckeln. Datiert
1700. Johanneskopf Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. Kath. Pfarrkirche St. Bartholomaei,
Trebnitz.
h. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen Fusse abwechselnd drei Engelsköpfchen und drei Blumen-
buketts in getriebener Arbeit. Auf dem reichen, vergoldeten Kuppabelag Engelsköpfchen und Rankenwerk.
Am Fusse, Schaft, Nodus und an der Kuppa sechs Reihen Steine. Datiert 1709. Johanneskopf Typus II,
Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Kath. Pfarrkirche St. Bartholomaei, Trebnitz.
i. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen Fusse drei Medaillons mit den HH. Joseph, Antonius und
Maria, jeder das Christuskind haltend. Kuppabelag silbern. Johanneskopf Typus II, Meisterz. u. Kriegs-
steuerst. Adlertypus. — Kath. Pfarrkirche St. Bartholomaei, Trebnitz.
k. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse drei silberne Medaillons mit den HH. Joseph,
Antonius von Padua und Maria de Monte Carmelo, jeder das Christuskind haltend. Auf den übrigen drei
Feldern und dem Kuppabelag feines silbernes Rankenwerk in durchbrochener Arbeit. H. 21,4 cm. Johannes-
kopf Typus IV, Stempelmeisterb. A, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Matthiaskirche, ehemalige Jesuiten-
kirche, Breslau.
Heyner, Johann Daniel (Heyn, Heynertl, Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Gottfried Heyner,
wird Meister vor Ostern 1712, erwirbt das Bürgerrecht am 16. Juli 1712. Heiratet am 14. September 1712 Helena,
die Tochter des Destillateurs Friedrich Wilde (Elis.). Stirbt am 16. (begr. d. 18.) Januar 1717 (Elis.). Seine Witwe
Helena heiratet am 17. Mai 1718 den Goldschmied Christian Pitschman (Elis.).
Heynke Goltsmed, siehe Heynczil.
Heynize, Gottfried, siehe Heintze.
Heyssig, Johann Gottlieb, siehe Heissig.
flicke, Hans, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Kretschmerboten Hans Hicke, stirbt am 17. Januar 1621,
alt 20 Jahre (Elis.).
Hieller, siehe Hiller.
Hielscher, Carl Gottlieb, siehe Hil scher.
Hieronymus, Gottfried, Goldarbeiter, am 18. Oktober 1808 heiratet sein hinterlassener Sohn Carl Benjamin, ein
Bäudler vor dem Ohlauer Tore (Elis.).
Hildebrand, Johann Gottfried (Hilldebrandt), Goldarbeiter, lernt bei Gottfried Wilhelm Jachman vom Mai 1755 bis
1761. Meldet sich als Stückmeister am 27. Februar 1782, arbeitet bei Christian Hoensch einen goldenen Plack
mit Granaten und einen Petschierring. Wird Meister am 31. Juli 1782 und Bürger am 10. März 1783. Stirbt am
10. (begr. d. 13.) September 1797, alt 59 Jahre 8 Monate 25 Tage (Elis.).
Hillebrand (Hildebrand), Goldarbeiter bei St. Adalbert, ist am 14. Januar 1713 Taufzeuge bei St. Matthias.
Hillebrand, George (Hildebrandt), Goldschmied, lässt sich um 1718 als Goldarbeiter im Minoritenkloster St. Dorotheae
in Breslau nieder. Ist 1725 Trauzeuge bei St. Adalbert. Da ihm trotz inständigen Nachsuchens die Innung die
Aufnahme als Meister verweigert, verleiht ihm Kaiser Karl VI. am 26. November 1725, entgegen den am
3. Januar und 21. Juli 1725 geäusserten Wünschen der Innung, die kaiserl. Hoffreiheit auf Galanteriewaren unter
Ausschluss der „Ordinari-Goldarbeit" und gestattet ihm, ein offenes Gewölbe zu errichten, den kaiserl. Adler
darüber anzubringen und Gesellen und Lehrlinge zu fördern (Innungsurkundenslg. v. 1737, S. 284—291, 292—300.
- üb. definit. XII. 206a— 209a). Als Hillebrand im März 1728 um Extension seiner Hoffreiheit auf jede Art
von Gold- und Silberarbeit bittet, erklären sich die Breslauer Ratmannen dagegen und ersuchen das Kgl. Ober-
amt, dem Hillebrand zu verbieten, dass dieser auf seinen Arbeiten neben dem Namen noch den kaiserlichen
Adlerstempel anbringt (Innungsurkundenslg. v. 1737, S. 301—317). Vgl. Urkunde 60. Nach der Eroberung
Schlesiens durch Friedrich den Grossen bittet Hillebrand 1742 den König um die Confirmation seiner
Privilegien. Durch ein Königl. Schreiben vom 17. April 1742 wird er zunächst abschlägig beschieden mit der
Weisung, sich bei dem Breslauer Goldschmiede-Mittel wegen der Rezeption zu melden. Da die Innung wiederum
von der Aufnahme nichts wissen will, wendet sich Hillebrand nochmals an Friedrich den Grossen wegen der
Bestätigung seiner Privilegien, die dann am 8. November 1743 vom Könige in folgender Weise vollzogen wird:
„ Wann Wir [Friedrich von Gottes Gnaden] nun nach denen über diesen seinen [des Hillebrand] aller-
unterthänigsten Gesuch von gehörigen Orthen eingezogenen Berichten allergnädigst befunden, daß Supplicantens
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Absehen vornehmlich nur dahin gerichtet sey, seine
wohlerlernte Profeßion ungehindert treiben zu kön-
nen, und dann dem Publico daran gelegen, daß
alle dergleichen Künstler und Manufacturiers bey-
behalten und ihnen aller Vorschub geleistet werde,
alß haben Wir allergnädigst resolviret, obbenantem
George Hildebrandt die gebetene Hoff-Freyheit,
iedoch nicht auf ordinaire Gold-Arbeit sondern ledig-
lich auf Galanterie -Waaren allergnädigst zu er-
theilen; thun auch daßelbe hierdurch in Krafft dieses
dergestalt und also, daß derselbe gleich andern der-
gleichen privilegirten Künstlern unter des Breßlau-
ischen Magistrats Jurisdiction stehe, auch weil er
sich in und von hiesiger Stadt nähret, ad exemplum
anderer unpossiomiten Privilegiatorum alle bürger-
liche Onera zu tragen verbunden sey und endlich
diejenige Gold- und Silber-Galanterie-Waaren, bey
welchen es practicable ist, denen Goldschmied-
Eltesten zu Aufschlagung der hiesigen Probe ein-
händigen solle; dahingegen soll demselben hiermit
verstattet seyn, zum behuff seiner Nahrung ein freyes
Gewölbe zu Breßlau zu haben, sich Unsers König-
lichen Adlers zum Zeichen der ihm allergnädigst
ertheilten Hoff-Freyheit in dem vor seinem Zimmer
etwa außzuhangenden Schilde zu bedienen, auch
Gesellen und Lehrjungen aufzunehmen und zu hal-
ten, mithin seine erlernte Profeßion in Verferttigung
ermeldter Galanterie -Waaren ungehindert zu treiben
und zu exerciren .... Gegeben Breßlau den
8. Nov. 1743." (Lib. definit. XIII. 115, 129b— 131b).
Hillebrands Frau Margareta Barbara f 5. (begr. d. 7.)
VI. 1753, alt 69 Jahre (Elis.).
Hillebrand, Johann, Goldarbeiter ausserhalb der Innung,
wird im Juni 1737 als verstorben bezeichnet (Schles.
Vorz. VII. 489).
Hiller, Friedrich, Goldschmiedgeselle, Sohn des Breslauer
Goldschmieds Joachim Hiller, stirbt am 13. Juli 1613,
alt 30 Jahre (Elis. u. MM).
Hiller, Joachim [Jochem] (Hieller, Hüller, Höller), Gold-
schmied, geb. in Görlitz, heiratet am 28. Oktober
1572 Margareta, die Tochter des kaiserl. Postreiters
Sebastian Scholtz (MM). Wird um dieselbe Zeit
Meister. Erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am
6. Februar 1573. Stirbt am 15. (16.) August 1613,
alt 72 Jahre (Elis. u. MM). Seine Witwe Margareta
t 18. VIII. 1613 (Elis.). Hiller zählt zu den be-
deutendsten Renaissance - Goldschmieden Breslaus.
Zeichnet I H in ovalem Felde, vgl. Taf. III Nr. 58.
Arbeiten mit vollem Namen zu versehen,
a. (?) Gravierung auf zwei silbervergoldeten gotischen Bechern aus dem Anfange des 16. Jahrhunderts. Eine
meisterhafte Arbeit vom Jahre 1579 mit Festons, spielenden Puten, Tieren und Figuren im Zeitkostüm,
darunter einem Armbrustschiitzen. Die Initialen (?) des Meisters nebst Jahreszahl 1579 auf einem Schaukel-
querholze. — Kleinodien der Zwingerschützen in Breslau. Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Alter-
tümer, Breslau (Vgl. Schlesiens Vorzeit, Bd. VII S. 181 Nr. 6, abgeb. Taf. IV Nr. 1 u. 3, Taf. V Nr. 1 u. 3).
Fig. 22. Joachim Hiller: Büttenmann, datiert 1602
Fig. 23. Fusssohle zu dem Büttenmann von 1602
Er liebt es, ausserdem noch an einer versteckten Stelle seine
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b. Kaiserpokal, Silber vergoldet, in der Fig. 24 abgebildeten Form, sehr reich getrieben mit Ornamenten,
Masken, Fruchtgehängen, Blumenvasen, Vögeln und drei Schützenfähnrichen. Auf dem Deckel der öster-
reichische Doppeladler und zwei Schützenfiguren. Auf dem äusseren Boden des Kelches die versteckte
Inschrift: „ICHT JOACHHIM HILLER DER GOLTSCHMIT HOT DEN BECHER GEMACHT 1582". Laut
einer auf dem Deckelrande im Jahre 1841 eingravierten Inschrift ein Geschenk Kaiser Rudolph II. vom
Jahre 1577 (! die Angabe des Stiftungsjahres ist also falsch, müsste 1582 heissen). H. 51 cm. Beschauz. W
Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. '• — Kleinodien der Schiesswerderschützen in Breslau. Schlesisches
Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau ( Vgl. Schlesiens Vorzeit, Bd. V S. 246 f. Nr. 5 (3), abgeb.
Taf. XXVIII (I) Nr. 1).
c. Tafelgeräte in Form von zwei Truthühnern, Silber vergoldet, auf runden Sockeln. Die Bäuche der Hühner
werden durch braun gefleckte, halbierte Porzellanschnecken gebildet. H. 13,2 cm. Beschauz. W Typus II
u. Meisterz. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
d. Tafelgerät in Form eines Straussenvogels, gebildet aus einer Nautilusschale mit vergoldeter Silberfassung.
Beschauz. W u. Meisterz. — Staatsmuseum, Moskau (nach Schlesiens Vorzeit, Neue Folge, Bd. III S. 161).
e. Trinkgerät in Form eines Büttenmannes, Silber vergoldet, zum Teil emailliert. „The rim (of the hat) is
engraved with hunting scenes . . . Height lO1/* in." Beschauz. W u. Meisterz. Slg. f Baron Lionel
V.Rothschild, London. South Kensington Museum, Loan Exhibition 1862, S. 511 Nr. 6, 179 (nach Rosenberg
Nr. 467, dort fälschlich dem Hans Jachman d. ä. zugeschrieben).
f. Trinkgerät in Form eines Büttenmannes, Silber vergoldet mit alter Bemalung, ganz ähnlich dem Fig. 22
abgebildeten Exemplar, nur die Früchte auf dem Büttendeckel nicht wie dort mit Steinen, sondern nur aus
bemaltem Silber. Auf dem ovalen Sockel ähnlich wie bei Nr. g Jagddarstellungen in Gravierung. H. 30 cm.
Beschauz. W Typus II, Meisterz. u. zwei österr. Freistempel. — Baron Weichs, Troppau (Beschr. in dem Kat.
d. Ausstellung von Alt-Oesterr. Goldschmiedearbeiten, Troppau 1904, S. 19 u. 54).
g. Trinkgerät in Form eines Büttenmannes, Silber vergoldet mit erneuerter Bemalung, abgebildet Fig. 22.
Unter der linken Fusssohle die Fig. 23 abgebildete Inschrift, unter der rechten die Jahreszahl 1602. H.27,8 cm.
Beschauz. W Typus III, Meisterz, und Kriegssteuerst. 3$ ' . — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und
Altertümer, Breslau.
Hiller, Michael (Hieller), Goldschmied, Anfang Februar 1605 stirbt seine hinterlassene Tochter Ursula.
Hilscher, Carl Gottlieb (Hielscher), Silberarbeiter, Sohn des Ziergärtners Johann Gottlieb Hilscher, lernt in Breslau
bei Joseph Gottlieb Lederhose vom Qu. Trinitatis 1787—1793. Arbeitet zuerst in Öls. Heiratet am 21. Juni 1803
Anna Juliana, die Tochter seines ehemaligen Lehrherrn Joseph Gottlieb Lederhose (MM). Zieht später nach
Breslau und erwirbt das Bürgerrecht am 13. März 1812. Wird Innungsmeister am 24. September 1817. Stirbt
1849. Zeichnet HILSCHER positiv eingeschlagen.
Hilscher, Michael, Goldarbeiter, heiratet in Breslau bei St. Matthias am 7. September 1708.
Hippe, Samuel Benjamin, Goldschmied vor dem Odertore auf dem St. Vincenzgute, Sohn des Leinwanddruckers
Johann Christian Hippe, heiratet im August 1784 Johanna Eleonora, geb. Maick, die Witwe des Beckenschlägers
Christian Gottlob Trembke (Elis.). Seine Frau stirbt im Mai 1792 (Elis.).
Hocke, Hans (Hock, Hockhe, Hoecke), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Metzners in der Vordermühle Rochus
Hocke, heiratet als Geselle im Januar (2. Sonntag nach Epiphania) 1575 Eva, die Tochter des f Schneiders Hans
Scholtze (Elis.). Wird in demselben Jahre Bürger und Meister. Wird 1602 wegen etlicher Reden, mit denen er
den Meistern seines Gewerkes zu nahe gekommen, mit Haft bestraft (Lib. definit. IV. 126 b — 127a). Seine Tochter
Katharina heiratet 4. Trinitatis 1610 den Wappen- und Steinschneider Sigmund Moses (Elis.). Hocke stirbt am
2. Januar 1611, alt 67 Jahre (Elis. u. MM). Seine Witwe Eva f 11. I. 1627. Hocke zeichnet Hh ligiert, über dem
h ein kleines o, vgl. Taf. III Nr. 60.
a. Kaiserpokal, Silber vergoldet, abgebildet Fig. 24. Am Deckelrande die Inschrift: „RVDOLPHVS • DER •
ANDER • ERWELTER • ROMISCHER • KAISER • GVT • VNS • ARMBRVST • SCHVTZEN • DIS • KLEINOD •
AVS- GNADEN- VOR- EHREN -THVT- 1577." H. incl. Deckel 37,7 cm. Beschauz. W Typus II, Meisterz. u.
Kriegssteuerst. Kleinodien der Zwingerschützen in Breslau. Schlesisches Museum für Kunstgewerbe
und Altertümer, Breslau (Vgl. Schlesiens Vorzeit, Bd. VII S. 181 Nr. 7).
Hodelhoffer [Hödelhofer], siehe Hedelhofer.
Höhne, Augustin, siehe Heyne.
Höller, Joachim, siehe Hill er.
Hoene, Nickil, siehe Hone.
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Höne, Paul, siehe Heyn.
Hoensch, Christian (Hoenisch, Höhnisch), Silberarbeiter, geb-
in Breslau, Sohn des Mitwohners Gottfried Hoensch, ver-
fertigt bei Thomas Beyl als Meisterstück ein silbernes
Becken nebst Kanne, wird Meister am 31. August und
Bürger am 7. September 1746. Heiratet am 23. September
1749 Maria Rosina, die Tochter des gewesenen Unter-
offiziers Michael Botstieber [Badstiiber] (EHs.). Seine Frau
Maria Rosina f 5. (begr. d. 7.) VI. 1765 (MM). Hoensch
ist Innungsältester seit 1770 und mutmasslicher Stempel-
meister mit dem Buchstaben H seit September 1776. Seine
Tochter Johanna Christiana heiratet am 1. Mai 1771 den
Konditor Carl Siegemund Duhn (MM). Seine Tochter
Johanna Carolina heiratet am 23. Mai 1785 den Kalkulator
Gottfried Siegemund Lachmund (MM). Seine Tochter
Eleonora Beata heiratet am 27. Oktober 1786 den Kalkulator
Johann Christian Lampel (MM). Hoensch stirbt am 20.
(begr. d. 22.) April 1792, alt 79 Jahre (MM). Hoensch
zeichnet C H mit Stern in einem herzförmigen Schilde,
vgl. Taf. V Nr. 157.
a. Becher, Silber vergoldet, auf niedrigem gewelltem
Fusse. Auf dem glatten konischen Mantel graviert das
Wappen des J. Heinz von Blankenburg und Stiftungs-
inschriften, die besagen, dass der Becher am 24. Juni
1770 von Johann Heinz von Blankenburg gestiftet und
am 3. Juli 1770 von dem Physikus D. Carl Gottlieb
Pauli der Schützenbrüderschaft im Zwinger verehrt
wurde. H. 9,9 cm, ob. Dm. 7,2 cm. Johanneskopf
Typus XIII, Stempelmeisterb. G Typus II, Meisterz,
u. Kriegssteuerst. Stfr. — Kleinodien der Zwinger-
schützen in Breslau. Schlesisches Museum für Kunst-
gewerbe und Altertümer, Breslau (Vgl. Schlesiens
Vorzeit, Bd. VII S. 183 Nr. 14).
c. Becher mit Deckel, Silber vergoldet, mit Friesen von
Blatt- und Muschelwerkornament. Als Deckelknopf
eine Artischocke. Auf der Vorderseite der konischen
Becherwandung eine siebenzeilige, auf der Rückseite
eine fünfzeilige Stiftungsinschrift nebst Wappen des
Schützenkönigs von 1771/72 Thomas Thomson, der den
Becher mit dem Deckel versehen liess und der Schützen-
brüderschaft im Zwinger am 8. Juli 1771 schenkte.
H. incl. Deckel 15,2 cm. Dm. 8,5 cm. Johanneskopf
Typus XIII, Stempelmeisterb. G Typus II, Meisterz,
u. Kriegssteuerst. 5fr. — Kleinodien der Zwinger-
schützen in Breslau. - Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Vgl. Schlesiens
Vorzeit, Bd. VII S. 184 Nr. 16).
c. Tischleuchter, Silber, ein Paar, auf ovalem profiliertem Fusse ein reich profilierter Schaft. H. 22,2 cm.
Johanneskopf Typus XIII, Stempelmeisterb. G Typus II und Meisterz. — Schlesisches Museum für Kunst-
gewerbe und Altertümer, Breslau.
d. Schale, Silber, oval, mit Ranken in Treibarbeit. Johanneskopf u. Meisterz. Geheimrat Pinkus,
Neustadt OS.
e. Schale, Silber, oval, mit Perlenfriesen und einfachen Blattgirlanden in Treibarbeit. H.4 cm. Dm. 18 X 12 cm.
Johanneskopf u. Meisterz. — Fürst Johann II. von Liechtenstein, Wien (Kat. d. Ausstellung v. Alt-Oesterr.
Goldschmiedearbeiten, Troppau 1904, S. 20 u. 55).
Fig. 24. Hans Hocke: Kaiserpokal von 1577
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f. Schale, Silber, oval, mit Perlenfriesen und Blumen in Treibarbeit. Dm. 16,8 X 12,3 cm. Johanneskopf
Typus XIII u. Meisterz. - - Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Vermächtnis
Epstein).
g. Salzfass, Silber, oval, mit Perlenfries und Girlande. H. 4,8 cm. Dm. 7,7 X 6,8 cm. Johanneskopf u.
Meisterz. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Vermächtnis Epstein).
Hönsch, C. G., Silberarbeiter (Geselle oder Pfuscher?), nennt sich als Verfertiger von zwei künstlerisch sehr minder-
wertigen silbernen Sargschilden der Brüderschaft der Fleischhauer Neuer Bänke in Breslau, datiert 29. Januar 1793,
im Besitze der Vereinigten Fleischer-Innung in Breslau. Die Schilde tragen kein Beschauzeichen.
Hoensch, Gottfried Wilhelm (Hoenisch, Höhnisch), Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Silberarbeiters Christian
Hoensch, lernt bei seinem Vater vom 18. September 1769 bis 14. Juni 1773. Meldet sich am l.Juni 1780 als
Stückmeister, arbeitet bei seinem Vater ein silbernes Becken nebst Kanne, wird Meister am 9. August 1780.
Erwirbt das Bürgerrecht am 10. März 1783. Stirbt am 6. (begr. d. 8.) Mai 1811, alt 55 (59) Jahre 11 (9) Monate
(MM). Hoensch zeichnet GWH in einem herzförmigen Schilde, vgl. Taf. V Nr. 172.
a. Willkomm der Brüderschaft der Fleischhauer Neuer Bänke in Breslau, Silber; Fuss, Schaft, Kelch und
Deckel mit spätem Rokokodekor in getriebener Arbeit. Am Kelch ein Reif mit zahlreichen Anhängern. Auf
dem Deckel als Bekrönung ein Osterlamm mit Fahne. Auf dem Fusse drei Felder mit Inschriften über die
Anfertigung des Willkomms und Datum 7. März 1791. H. incl. Deckelbekrönung 54 cm. Johanneskopf
Typus XV, Stempelmeisterb. H u. Meisterz. — Vereinigte Fleischer-Innung, Breslau.
b. Willkommschildchen, Silber, oval, mit spätem Rokokodekor, in der Mitte in vergoldeter Auflage ein
Osterlamm in einem Kranze (kopiert nach einem älteren Muster). Gestiftet 1795. Dm. 14 XU cm. Johannes-
kopf Typus XV u. Meisterz. Vereinigte Fleischer-Innung, Breslau.
c. Schälchen, Silber, oval. Johanneskopf u. Meisterz. — Geheimrat Pinkus, Neustadt OS.
d. Tischleuchter, Silber, ein Paar, in Empireformen. Johanneskopf Typus XVI, Stempelmeisterb. M u. Meisterz.
— Geheimrat Pinkus, Neustadt OS.
e. Salzfass, Silber, oval, mit Sockelfuss, darauf leicht punzierte Blattgirlanden, am oberen Rande ein Perlen-
kranz. Dm. 7,7 X 6,3 cm. Johanneskopf u. Meisterz, (beides undeutlich). — Schlesisches Museum für Kunst-
gewerbe und Altertümer, Breslau.
f. Thoraschild, Silber, mit Gesetzestafeln zwischen zwei Säulen. H. 26,5 cm. Br. 21,2 cm. Johanneskopf
Typus XVI, Stempelmeisterb. N, Meisterz. u. Kriegssteuerst. - Geheimrat Pinkus, Neustadt OS. (Stammt
aus der Glogauer Synagoge in Breslau).
Hoensch, Johann Bernhard (Hoenisch, Höhnisch), Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Posamentiers und Seiden-
strickers Johann Gottfried Hoensch, lernt bei Christian Hoensch vom 17. September 1755 bis 22. Mai 1761.
Meldet sich am 18. Dezember 1774 als Stückmeister, arbeitet bei Christian Hoensch ein silbernes Becken nebst
Kanne, wird Meister am 21. (31.) März und Bürger am 19. September 1775. Heiratet am 15. November 1775
Johanna Christina, die Tochter des f Destillateurältesten Christian Küntzel (Elis.). Ist Ältester seit Dezember 1796
und mutmasslicher Stempelmeister mit dem Buchstaben N seit Mai 1804. Seine Frau Johanna Christina f 27.
(begr. d. 29.) 11.1812 (Elis.). Er selbst stirbt 1813. Hoensch zeichnet I B H in einem gezackten Blatte, vgl.
Taf. V Nr. 170.
Hofeman, Anthonius (Hoffman), aurifaber, wird Bürger am Freitag vor Invocavit (9. März) 1481. Ist vor 1490 im
Catalogus civium von 1470 gestrichen worden.
Hoffman, Achatius, Goldschmied, kommt 1531 in Schweidnitz vor (Anz. f. Kunde d. deutsch. Vorz. 1875, Sp. 148).
Seine hinterlassene Tochter Barbara heiratet in Breslau im Februar 1555 den Rentschreiber Peter Schonhubell (MM i.
Hoffman, Andres, Goldschmied, Sohn des Andreas Hoffman im Streichgaden, Bruder des Goldschmieds Christoff
Hoffman, heiratet am 4. Juli 1570 Ursula, die Tochter des Kretschmers Sebastian Biber (MM). Heiratet als
Witwer am 31. August 1587 Dorothea, die Tochter des Grobschleifers Johann Jencke; wird bei dieser Gelegenheit
in den Kirchenbüchern „ein gewesener Goldschmied" genannt (Elis. u. MM). Er scheint kein eigenes Gewölbe
besessen zu haben, da sein Name im Catalogus civium fehlt. Stirbt um 1601. Sein Sohn Andreas, ein Barett-
macher und Handschuhstricker, heiratet am 3. Februar 1603 Rosina Sahner (MM). Hoffmans Witwe Dorothea
f 9. IX. 1607 (Elis.).
Hoffman, Christoff (Hofeman, Hoff mahn), Goldschmied, Sohn des Andreas Hoffman im Streichgaden, Bruder des
Goldschmieds Andres Hoffman, heiratet am 13.(15.) Dezember 1573 Magdalena, die Tochter des Goldschmieds
Jorge Schlefuss (Elis. u. MM). Wird Anfang 1574 Bürger und Meister. Stirbt vor 1589.
Hoffman, Daniel (Hofman), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Hans Hoffman d. j., heiratet am
20. Januar 1614 Martha, die Tochter des Schneiders Jacob Bircke (MM). Wird vor Ostern 1614 Bürger und
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Meister. Wohnt erst auf der Kupferschmiedegasse in Tobias Wolffes Hinterhause, dann am Ringe unter den Riemern.
Seine Frau Martha 1 31. 1. 1628 (Elis.). Er selbst stirbt vor 1 HO. Hoff man zeichnet D H in ovalem Felde, vgl.Taf. III Nr. 75.
a. Deckelkanne, Silber mit Vergoldung, abgebildet Fig. 25. Die acht gravierten Wappen auf der fazettierten
Kannenwandung gehören den Breslauer Patrizierfamilien Domlauer, Redinger, Heseler, Schilling, Pusch
v. Gemsfeld, Schnabel, Dresler und Eben. Um 1618. H. 14,5 cm. Beschauz. W Typus III, Meisterz. u.
ein niederländischer Einfuhrstempel. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Vgl.
Schlesiens Vorzeit, Neue Folge, Bd. II S. 108 f.).
b. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen Fusse in Gravierung I AS, die Wappen derer v. Keul und
v. Schellendorf (?), das Schweisstuch der hl. Veronica und die Wappen derer v. Schebitzky und v. Geresleben (?).
Auf dem Nodus sechs Zapfen mit den Buchstaben IHESVS. Kuppabelag mit Rollwerk in durchbrochener
Arbeit. H. 17,5 cm. Beschauz. W Typus III u. Meisterz. Kath. Pfarrkirche in Dziewierzewo, Prov. Posen.
Hoffman, George (Hofman, Hofeman), Goldschmied, Sohn des Goldschmieds Hans Hoffman d. ä., Bruder des Gold-
schmieds Hans Hoffman d. ]., wird 1586 Bürger und Meister. Heiratet 24. Trinitatis 1586 Magdalena, die Tochter
des Weinschenken Christoph Wunderlich (Elis.). Wohnt am Ringe unter den Riemern. Seine Frau Magdalena
t 15. I. 1608 (Elis.). Er selbst stirbt am 24. Februar 1609, alt 52 Jahre (Elis.). Seine Tochter Magdalena heiratet
am 16 November 1609 den Seifensieder George Winckler (MM). Sein Sohn Christoph, ein Handelsmann, heiratet
am 25. Oktober 1627 Magdalena, die Tochter des Schulcollegen am Maria Magdalenengymnasium, Laurentius
Andreas (MM). Hoffman zeichnet GH ligiert in rundem Felde, vgl. Taf. III Nr. 66.
a. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen Fusse musizierende und singende Engel mit Renaissance-
Rollwerk in getriebener Arbeit. An dem flachwulstigen, mit Rollwerk und Engelsköpfen verzierten Nodus
sechs Zapfen mit Steinen. Der sechskantige Schaft über und unter dem Nodus mit den gravierten Buch-
staben IESVS CHRISTVS. Der silberne Kuppabelag mit zwei Wappen derer von Poley und Troilo,
einer Kreuzigung, Engelsköpfchen und Zinnenbekrönung in durchbrochener Arbeit. Unter dem Fusse die
Inschrift: „HELENA POLEIN GEBORNE TROYLIN VON LEAT 1607". H. 22 cm. Beschauz. W
Typus III, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Evang. Pfarrkirche, Triebusch Kr. Guhrau.
b. Becher, Silber vergoldet, Kuppa eiförmig, mit Punkten in Rauten dekoriert. H. 26,7 cm. Beschauz. W
u. Meisterz. 1885 bei Jacobsohn, St. Petersburg (nach Rosenberg Nr. 458).
Hoffman, George, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des
Weisegerbers George Hoffman, stirbt auf der Niklasgasse am
21. (begr. d. 22.) Oktober 1633 an der Pest, alt 37 Jahre (Elis.).
Hoffman, Gottfried, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des
Barbiers Michael Hoffman, stirbt am 23. September 1638, alt
36 Jahre 7 Wochen (Elis.).
Hoffman, Gottlieb, siehe Hoff mann.
Hoffman, Hans, d. ä., Goldschmied, heiratet als Geselle 1561 Mag-
dalena, die Tochter des f Gregor Herbeck (Elis.). Erwirbt das
Bürgerrecht am 13. Februar 1562, wird um dieselbe Zeit Meister.
Stirbt vor 1579. Seine Tochter Rosina heiratet am 22. Februar 1610
den Handelsmann Hans Lehman (MM).
Hoffman, Hans, d. j., Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Gold-
schmieds Hans Hoffman d. ä., Bruder des Goldschmieds George
Hoffman, wird 1579 Bürger und Meister. Heiratet 21. Trini-
tatis 1579 Hedwig, die Tochter des f Becken Michel Denert,
Schnabel genannt (Elis.). Wohnt am Ringe unter den Riemern.
Stirbt am 3. August 1611, alt62 Jahre (Elis. u. MM). Seine Witwe
Hedwig | 16. XII. 1620 (Elis.). Seine Söhne Hans und Gott-
fried, beide Maler in Breslau, sterben den 8. IV. 1615 und 15. IX.
1621 (Elis.; vgl. A. Schultz, Schles. Maler, S. 79). Seine Tochter
Magdalena heiratet am 7. November 1623 den Goldschmied
George Wolff in Gross-Glogau (Elis.). Wegen des Meisterzeichens
des Hans Hoffman d. j. siehe Hans Haupt.
Hoffman, Johann, gewesener Goldschmied zu Beuthen, lebt später
in Breslau als Mitbruder im St. Bernhardin-Hospital, stirbt da- Fig. 25. Daniel Hoffman: Deckelkanne mit
selbst am 4. Juli 1692, alt 77 Jahre. Breslauer Geschlechterwappen, um 1618
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Hoffman, Joseph, Goldschmiedgeselle, heiratet am 19. Mai 1572 Brigitta, die Tochter des f Haubenschmieds Hans
Lochner (MM).
Hoffman, Merten, Goldschmiedgeselle, Sohn des Kaufmanns Christoph Hoffman in Geiffenberg, stirbt in Breslau im
Dezember 1584 (MM).
Hoffmann, Gottlieb, Silberarbeiter, geb. in Marschwitz, lernt in Breslau bei Johann Christoph Jancke d. j. vom Qu.
Reminiscere 1784 bis Qu. Crucis 1790. Erwirbt das Bürgerrecht am 18. November 1814. Wird Innungsmitglied
am 20. Dezember 1816. Stirbt 1837. Hoffmann zeichnet G H in rechteckigem Felde, vgl. Taf. V Nr. 185.
a. Tischleuchter, Silber, ein Paar, in der Fig. 38 abgebildeten Form, doch auf quadratischer Standfläche und
ohne Gitterwerk um die Lichttülle. Datiert 1815 u. 1816. Johanneskopf, Stempelmeisterb. O u. P u.
Meisterz. — Verein christlicher Kaufleute, Zwinger, Breslau.
b. Tischleuchter, Silber, drei Stück, in Empireformen mit Palmettenmuster. H. 21,3 cm. Dem Trinitatis-
Hospital in Breslau 1821 gestiftet. Johanneskopf Typus XVI II, Stempelmeisterb. P. u. Meisterz. — Schlesisches
Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
Hogkorn, Heinrich, siehe Haker.
Hone, Nickil (Hoene), aurifaber, verreicht am Freitag vor Martini (6. November) 1349 seiner Frau Elze und seinen
Kindern für den Fall seines Todes allen seinen Besitz (Schöppenb. I. 120b). Ist 1367 Bürge.
Hoppe, Valten, Goldschmied, Sohn des Goldschmieds Heinrich Hoppe in Braunschweig, heiratet in Breslau am
14. Februar 1611 Katharina, die Tochter des f Eisenhändlers Barthel Roseman (MM).
Hotton, Franz Joseph, Goldarbeiter, geb. in Arnsdorf, Sohn des Goldarbeiters Franz Hotton, erwirbt das Breslauer
Bürgerrecht am 29. November 1816, alt 37 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Hotton, Friedrich [Jean Baptiste?] (Ottong), Silberarbeiter, wird Bürger am 7. Januar und Innungsmitglied am
14. September 1814. Stirbt 1832.
Hoyner, Gottfried, siehe Heyn er.
H P, siehe P.
Huber, Wolf, Goldschmiedgeselle, Sohn des Bauern Wolf Huber zu Brunn in Österreich, heiratet in Breslau am
7. Februar 1649 Barbara, die Witwe des Zöllners Peter Lange (MM).
Hübner, Christoph, Juwelier, sein hinterlassener Sohn Gottfried heiratet am 8. September 1652 (MM).
Hüller, Joachim, siehe Hiller.
Hültzberger, Andreas, Goldschmiedgeselle aus Reval in Livland, Sohn des dortigen Handelsmannes Johann Andreas
Hültzberger, stirbt in Breslau am 31. Dezember 1705 (begr. d. 3. Januar 1706), alt 36 Jahre (MM).
Hurter, Martin, Goldschmiedgeselle, Sohn des Dr. med. Christoph Hurter zu Schaffhausen im Schweizerland, stirbt
in Breslau am 14. April (12. Mai) 1695, alt 26 Jahre (MM).
Jachman, George Christoph [Christian], Goldschmied, Sohn des Dr. med George Jachman in Schweidnitz, Enkel des
Breslauer Goldschmieds Hans Jachman d. ä., arbeitet in Breslau als Meisterstück einen Pokal nebst Ring und
Siegel, wird Meister am 3. Dezember 1730 und Bürger am 21. Februar 1731. Heiratet am 10. April 1731 Maria
Elisabeth, die Tochter des Gerichtsgeschworenen Christian Grünberger; Trauzeuge ist der Medailleur George
Wilhelm Kittel (MM). Stirbt oder zieht von Breslau weg um 1741.
Jachman, Gottfried Wilhelm (Zachman), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Johann Jachman d. j.,
ist am 26. XI. 1734 Taufzeuge am Dom. Arbeitet bei Heinrich August Joel als Meisterstück einen Uhrhaken
und Ring, wird Meister am 20. (30.) September und Bürger am 9. Oktober 1743. Heiratet am 22. Oktober 1743
Barbara Helena, die Tochter des t Riemerältesten George Jäckel (Elis.). Seine Frau f 14. (begr. d. 16.) XI. 1774
(Elis.). Seine Tochter Helena Eleonora heiratet am 25. Oktober 1785 den Schneider Johann Gottlob Hanemann
(MM). Jachman stirbt am 20. April 1786, alt 75 Jahre 2 Monate.
Jachman, Hans [Johann, Joachim] (Jachtman), d. ä., Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Mattheus
Jachman d. ä., wird 1638 Bürger und Meister. Heiratet am 20. September 1638 Rosina, die Tochter des f Gold-
schmieds Johann Jacob Heerbrot in Trachenberg (MM). Wohnt auf der Odergasse, dann am Ringe unter den Riemern,
zuletzt auf der Schmiedebrücke. Seine Frau Rosina f 14. VII. 1647 (Elis.). Jachman heiratet am Sonntag Sexa-
gesima 1648 Susanna, die Tochter des f Handelsmannes Hans Kirchbauer (Elis.). Ist seit 1653 Zunftältester.
Seine Tochter Rosina heiratet am 1. September 1659 den Goldschmied Christoph Dietrich (Elis.). Jachman bringt
1662 seinen Sohn George zur Sexta des Elisabeth-Gymnasiums (Schles. Vorz. VII. 484). Seine Tochter Susanna
heiratet am 9. April 1668 den Goldschmied Christian Mentzel d. ä. (Elis.). Seine Tochter Anna heiratet am
22. Oktober 1675 den Reichkramer Daniel Senfftleben (MM). Sein Sohn George, Dr. med., heiratet am 16. No-
vember 1677 Maria Elisabeth, die Tochter des städtischen Amtmannes Caspar Scholtz (MM). Jachman stirbt am
8. (12., 15.) November 1685, alt 74 Jahre weniger 7 Tage, nachdem er 14 Jahre lang meist bettlägerig gewesen
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(Elis. u. MM). Seine Witwe Susanna f 4. (begr. d. 7.) XII. 1698 (Elis. u. MM). Jachman zeichnet H I in ovalem
Felde, zuweilen ist zwischen dem H u. I ein Punkt sichtbar, vgl. Taf. III Nr. 81.
a. Sargschilde der Breslauer Weber-Innung, Silber mit Spuren von farbiger Bemalung, oval, mit Zunft-
emblemen (drei Weberschiffchen) in getriebener Arbeit. Datiert 1644. Dm. 37,5><32,3 cm. Beschauz. W
Typus IV u. Meisterz. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
b. Altarleuchter, Silber, auf dem runden Fusse reiches Blumenwerk in getriebener Arbeit. Laut Inschrift
gestiftet am 28. November 1665. Beschauz. W Typus VI, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Elisabeth-
kirche, Breslau.
c. Henkelschale. H. 5,8 cm. Beschauz. W u. Meisterz. 1883 bei A. S. Drey, München (nach Rosen-
berg Nr. 467a).
Jachman, Hans (Johann Jahmann), d. j., Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Hans Jachman d. ä.,
Enkel des Mattheus Jachman d. ä., Bruder des Mattheus Jachman d. j., wird 1681 Bürger und Meister. Heiratet
am 21. Oktober 1681 Susanna, die Tochter des Kretschmers George Eisner (Elis.). Wohnt am St. Elisabethkirch-
hofe. Seine Frau Susanna f 1. (7.) III. 1690 (Elis.). Jachman heiratet am 29. April 1692 Maria Magdalena, die
Tochter des Pergamentmachers Siegmund Otte (MM). Ist seit 1703 Zunftältester und seit Juni 1712 vielleicht
Stempelmeister mit dem Buchstaben B. Seine Frau Maria Magdalena f 18. (begr. d. 20.) I. 1719 (Elis.). Sein
Sohn Gottlieb, Diakonus bei St. Bernhardin, heiratet am 1. Oktober 1721 Anna Eleonora, die Tochter des f Gold-
schmiedältesten Gottfried Vogel d. j. (Elis.). Seine Tochter Maria Magdalena heiratet am 2. November 1723 den
Medailleur, Stein- und Eisenschneider George Wilhelm Kittel (Elis.). Jachman stirbt am 7. (17.) Mai 1728, alt
71 Jahre 42 Wochen 3 Tage, ist mit Geläute begraben worden (Elis.). Seine Tochter Johanna Eleonora heiratet
am 7. Mai 1731 den Silberarbeiter Johann Gottlieb Schmidt (MM). Sein mittlerer Sohn Friedrich, geb. 1698,
erhält 1733 die kaiserl. Vergünstigung, vom Zwange der Maler-Innung ledig zu sein (A. Schultz, Schles. Maler,
S. 83), und heiratet als Hofmaler am 19. April 1747 Johanna Dorothea, die Tochter des f Johann Leopold Kamper
von Siegersburg (Elis.). Jachman zeichnet in der Regel H I in ovalem Felde, doch dürfte ihm auch das Meister-
zeichen H I ligiert in einem herzförmigen Schilde zuzuweisen sein, vgl. Taf. IV Nr. 103 u. 104.
a. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse geflügelte Engelsköpfchen und Früchte in
getriebener Arbeit. Auf dem silbernen Kuppabelag zwischen Barockblumen Engel mit Leidensattributen.
H. 19,2 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz, wie auf Taf. IV Nr. 103. — Kath. Pfarrkirche St. Mariae,
Költschen Kr. Reichenbach.
b. Becher, Silber, auf dem konischen Mantel Barockblumen in Gravierung. H. 10,5 cm. Beschauz. W Typus VI
u. Meisterz, wie bei a. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
c. Bucheinband, Silber mit Blumen in getriebener und durchbrochener Arbeit. H. 12,6 cm. Br. 7 cm.
Beschauz. W Typus VI u. Meisterz, wie bei a. — Magistratsbaurat Nathansohn, Breslau.
d. Kelch für Krankenkommunion, Silber, Kuppa innen vergoldet, in gotischen Formen. Auf dem wulstigen
Nodus die Buchstaben IHESVS und andern Kuppabelag wenig Barockblumen in feiner Gravierung. Unter
dem Fusse lange Inschriften und Jahreszahl 1684. H. 15,3 cm. Beschauz. W Typus VI, Meisterz, wie auf
Taf. IV Nr. 104 u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Elftausend Jungfrauenkirche, Breslau.
e. Sargschild der Breslauer Zimmer- und Müllermeister, Silber mit wenig Vergoldung, oval, mit Darstellung
einer Innenarchitektur. Am Rande Akanthuswerk und allegorische Halbfiguren mit den Beischriften: „Germanae,
Dorica, Romana, Corinta, Jonica, Toscana, Bohemiae." Datiert 1712. Dm. 46x 38 cm. Beschauz. W
Typus VI u. Meisterz, wie bei d. — Zimmerer-Innung, Breslau.
Jachman, Johann Christian, Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Hans Jachman d. j., Urenkel
Mattheus Jachman d. ä., Enkel Hans Jachman d. ä., Neffe Mattheus Jachman d. j., arbeitet, bei Thomas Kuntze
als Meisterstück ein Geschirr nebst Ring und Siegel, wird Meister am 11. Januar 1723. Eröffnet erst 1725 eine
eigene Werkstatt. Erwirbt das Bürgerrecht am 31. März 1725. Heiratet am 24. April 1725 Susanna Eleonora,
die Tochter des Partkrämers Caspar Pauer (MM). Stirbt am 19. Mai 1726, alt 30 Jahre 22 Wochen 3 Tage. Seine
Witwe heiratet am 21. Februar 1729 den Koch Christoph Driemer (MM).
Jachman, Mattheus (Jachner, Jachtman), d. ä., Goldschmied, Sohn des Gerichtsverwalters Peter Jachman in Schönau
bei Gross-Glogau, heiratet in Breslau als Geselle am 11. Februar 1602 Maria, die Tochter des Goldschmieds
Paul Nitsch (MM). Wird 1602 in Breslau Bürger und Meister. Wohnt auf der Schmiedebrücke. Ist Zunft-
ältester seit 1608. Sein Sohn Mattheus, ein Goldschmiedgeselle, stirbt am 4. (5.) September 1626. Seine Tochter
Maria heiratet am 23. Januar 1623 den Handelsdiener Christoph Tentzer (MM). Jachman ist einer der beiden
Goldschmiede gewesen, die dem Generalsteueramte zugeordnet waren, um das Edelmetall der Münze der Fürsten
und Stände zu probieren (Schles. Vorz. VII. 59). Jachman stirbt am 10. (11.) September 1626 in dem Hause des
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Goldschmieds Andreas Nitsch auf der Schmiedebrücke, alt 55 Jahre (Elis.). Seine Witwe Maria f 9. X. 1633.
Jachman zeichnet M I ligiert (??).
Jachman, Mattheus, d. j., Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Hans Jachman d. ä., Enkel Mattheus
Jachman d. ä., Bruder Hans Jachman d. j., wird Ende 1690 Bürger und Meister. Heiratet am 9. Januar 1691
Magdalena, geb. Derb, die Witwe des Schuhmachers Christoph Lämmer (MM). Wohnt auf der Schuhbrücke.
Jachman oder seine Frau sind Taufzeuge bei St. Matthias am 17. III. 1700, 30. III. 1703 u. 27. I. 1716. Seine
Tochter Susanna Elisabeth heiratet am 12. November 1715 den Goldschmid Michael Wissmar (MM). Seine Frau
Magdalena f 4. (begr. d. 6.) I. 1720 (MMi. Seine Tochter Maria Magdalena heiratet am 22. Februar 1724 den
Konditor Balthasar Ernst (MM). Jachman stirbt am 12. (13., 17.) Juli 1726, alt 63 Jahre 3 Monate (MM) Zeichnet
M I in ovalem Felde, vgl. Taf. IV Nr. 116.
a. Willkommpokal, Silber, Fuss, Schaft, Kelch und Deckel profiliert, mit Akanthusrankenwerk und einem
von zwei Greifen gehaltenen Schilde mit Emblemen der Zimmerer-Innung. Als Deckelbekrönung eine Janus-
figur. Datiert 27. September 1705. H. 56 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Zimmerergesellen-
Bruderschaft, Breslau.
b. Deckelbüch sehen, Silber, oval, gerippt, auf dem Deckel in Gravierung die Wappen der Freiherrn
H. v. Reichenbach und 1 H E v. Rohr nebst Jahreszahl 1705. H. 4 cm. Dm. 10 .< 8 cm. Johanneskopf Typus II
u. Meisterz. — Graf von Reichenbach-Goschütz auf Goschütz.
c. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen Fusse dichte Blattspiralen, auf dem birnförmigen Nodus
Früchtebuketts in getriebener Arbeit. Der silberne Kuppabelag mit Blattspiralen in durchbrochener Arbeit.
H. 21,3 cm. Johanneskopf Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Kath. Pfarrkirche St. Trinitatis,
Kochlowitz Kr. Kattowitz.
Jackel, siehe Jaeckel.
Jackwitz, Friedrich Herrmann [Heinrich] (Jaeckwitz), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Schneiders Ludwig
Jackwitz, lernt bei Johann Jacob Hacker vom Juli 1831 bis Juni 1836. Erwirbt das Bürgerrecht am 8. August 1843,
alt 27 Jahre. Meldet sich am 6. Juli 1852 zur Aufnahme in die Innung, wird am 16. Oktober als neues Mitglied
begrüsst. Gibt Neujahr 1866 sein Geschäft auf, bleibt aber Mitglied der Innung.
Jacob vom Berge, siehe Jacobus de Montibus Kutte nis.
Jacob, Carl Ferdinand, Goldarbeiter, geb. in Striegau, Sohn des Kgl. Münzinspektors Benjamin Jacob, lernt in
Breslau bei Johann Sigismund Heintze von Ostern 1814 bis Michaelis 1818. Erwirbt das Bürgerrecht im Mai 1825,
alt 27 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Jacobus aurifaber, Mitglied einer Goldschmiedfamilie, die 1318 von Herzog Heinrich VI. den Breslauer Brenngaden
erhält; siehe Bertoldus aurifaber.
Jaeckel, Christian Heinrich Daniel (Jeckeli, Goldarbeiter, geb. 1765 in Neugut bei Glogau, lernt in Breslau bei
Johann Gottlieb Candisch, dann bei Johann Gottlob Jaeckel vom 26. Dezember 1779 bis 24. Februar 1785. Meldet
sich am 12. März 1789 als Stückmeister, wird jedoch abgewiesen, da er die vorgeschriebenen Gesellenjahre noch
nicht vollendet hat. Wiederholt mit Dispensation der Kgl. Kammer am 18. Juni 1789 seine Meldung, wird
zugelassen und arbeitet bei Johann Ernst Braungart als Meisterstück eine Haarnadel mit Rauten. Wird Meister
am 30. (31.) Juli 1789 und Bürger am 21. Januar 1790. Lässt sich im Januar 1800 von Gottfried August Thilo
in Breslau en miniature malen. Ist 1817 und 1824 — 1826 Mitglied der Stadtverordneten-Versammlung. Stirbt am
12. September 1829.
Jaeckel, Friedrich Carl Siegmund (Jaekel), Silberarbeiter, geb. 1763 in Neugut bei Glogau, lernt in Breslau bei Johann
Gottlob Jaeckel von 1777 bis 20. März 1783. Meldet sich am 28. Dezember 1785 als Stückmeister, arbeitet bei
Gottlob Benjamin Werner ein silbernes Mundbecken und eine Urne mit Perlendekor, wird Meister am 26. April 1786.
Da er sich während der Stückarbeit einen Gesellen gehalten hat, muss er 4 Rtlr. Strafe erlegen. Erwirbt das
Bürgerrecht am 10. August 1786. Heiratet bei St. Vincenz am 24. Oktober 1787. Flüchtet im Juni 1790 wegen
Silberdiebstahls. Kehrt 1794 nach Breslau zurück und wird in die Innung wieder aufgenommen. Stirbt 1832.
Jaeckel, Gottfried Wilhelm, Goldarbeiter, ist Trauzeuge bei St. Vincenz am 8. Januar 1781.
Jaeckel, Johann Gottlob [Gottlieb] (Jackel), Silberarbeiter, geb. in Tschime bei Glogau, Sohn des Wirtschafts-
verwalters Friedrich Jaeckel, lernt in Breslau bei Johann Gottlieb Schmidt vom 30. Dezember 1748 bis 17. Sep-
tember 1754. Meldet sich als Stückmeister am 7. Juni 1765, arbeitet bei Johann Gottlieb Schmidt ein silbernes
Becken nebst Kanne. Wird Meister am 28. August 1765 und Bürger am 9. Januar 1766. Heiratet, 34 Jahre alt,
am 26. April 1768 Barbara Elisabeth, die Tochter des f Schneiders Wolfgang Neidel (Elis.). Seine Frau |
31. VIII. (begr. d. 2. IX.) 1769 (MM). Jaeckel heiratet am 21. Mai 1770 Elisabeth, die Tochter des ungarischen
Knopfmachers Paul Schurini (MMi. Jaeckel heiratet, nachdem er zum zweiten Male Witwer geworden, am
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28. November 1786 Anna Beata, die Tochter des f Zolleinnehmers George Gottlieb Drimecke MM). Stirbt am
30. Januar 1793. Jaeckel zeichnet I G I in einem Dreipasse, vgl Taf. V Nr. 166.
a. Kelch, Silber mit Vergoldung, auf dem runden Fusse drei dreiseitige Felder mit getriebenen silbernen
Rokokokartuschen. Der gestreckt birnförmige Nodus leicht profiliert und gedreht. Der silberne Kuppabelag
mit Rokokodekor in durchbrochener Arbeit. H. 22,6 cm. Johanneskopf Typus XIII, Stempelmeisterb. G
Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Evang. Pfarrkirche, Miinsterberg.
Jaeckel, Johann Samuel Daniel; mit diesen Vornamen ist im Protokollbuche am 12. März 1789 der Stückmeister
Christian Heinrich Daniel Jaeckel fälschlich genannt.
Jaeckwitz, Friedrich Herrmann [Heinrich], siehe Jackwitz.
Jänsch, Johann, Goldarbeiter, ist am 8. Januar 1781 Trauzeuge bei St. Vincenz.
Jahmann, siehe Jach man.
Jahn, Jacob (Jant, Jandt, Jantt), Goldschmied und Wappenschneider, Sohn des Schüppers George Jahn (Jantt) zu
Königsberg i. Pr., wird 1580 in Breslau Bürger und Meister. Heiratet Cantate 1580 Sara, die Tochter des
Schneiders Lorenz Mülsteffan (Elis.). Wohnt auf der Olischen Gasse. Der Goldschmied Paul Nitsch nennt 1585
dem Breslauer Bischöfe Andreas von Jerin auf dessen Anfrage nach einem geschickten Siegelschneider den Gold-
schmied Jacob Jahn (Jant), „dass er solche Arbeit mit Fleiss und künstlerisch verrichten werde" (Schles. Vorz. VII. 67).
Jahn kommt nicht zur Vollendung des bischöflichen Auftrages, da er am 17. August 1586 stirbt. Seine Witwe Sara
heiratet 19. Trinitatis 1595 den Goldschmied Hans Schoenau (Elis.).
Jaite, Johann Valentin, siehe Jeuthe.
Jancke, Johann Christoph (Janke), d. ä., Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Ziergärtners Johann Jancke, arbeitet
bei Stephan Christian Luttroth als Meisterstück ein silbernes Becken nebst Kanne, wird Meister am 6. Juli und
Bürger am 12. Juli 1746. Heiratet am 9. Oktober 1747 Anna, die Tochter des f Tuchmachers Christoph Scholtze
in Guhrau (Elis.). Stirbt am 7. (begr. d. 10.) April 1780, alt 59 Jahre 9 Monate (Elis.). Seine Tochter Anna
Christiana heiratet am 13. Juli 1780 den Hospitalschaffner Martin Schwann (Elis.). Seine Witwe Anna f 6.
(begr. d. 9.) V. 1790 (Elis.). Jancke zeichnet ICI in einem gezackten Blatte, vgl. Taf. V Nr. 156.
a. Zuckerdose, Silber, oval, auf vier Blattfüsschen. Auf dem Deckel ein plastisch aufgelegter Blätterzweig
mit einer Frucht. Johanneskopf Typus XIII, Stempelmeisterb. G Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst.
Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Vermächtnis Epstein).
b. Zuckerdose, Silber, oval, auf vier Blattfüsschen. Auf dem Deckel ein plastisch aufgelegter, fünfblättriger
Zweig mit einer Blüte. H. incl. Blüte 12 cm. Johanneskopf Typus XIII, Stempelmeisterb. G Typus II,
Meisterz. u. Kriegssteuerst 3$ ' . — Frau Prof. Dr. Hintze, Breslau.
c. Tischleuchter, Silber, ein Paar, mit zweiarmigem Aufsatzteil, mit Rokokodekor in getriebener Arbeit.
H. 30,5 cm. Johanneskopf Typus XIII, Stempelmeisterb. G Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst.
Kath. Pfarrkirche St. Jacobi, Neisse.
d. Besteck, Silber, Messer, Gabel und Löffel, am Griffe später Rokokodekor. Johanneskopf Typus XIII,
Stempelmeisterb. G Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. - Arthur v. Machui, Breslau.
Jancke, Johann Christoph (Janke, Jencke), d. j., Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Silberarbeiters Johann
Christoph Jancke d.ä., lernt bei seinem Vater vom 29. September 1764 bis 5. Juni 1768. Meldet sich mit Dispen-
sation der Kgl. Kammer am 1. Juni 1780 als Stückmeister, arbeitet bei Johann Christian Schlencker eine silberne
Tirene (Meremitte) und Tasse, wird Meister am 26. Februar 1781. Erwirbt das Bürgerrecht am 10. Mai 1783.
Heiratet 40 Jahre alt am 1. März 1791 Carolina Wilhelmina, die Tochter des Kochs Gottfried Karsch (Elis.). Seine
Frau f 26. (begr. d. 28.) X. 1791 (Elis.). Jancke heiratet im Januar 1806 Anna Katharina, geb. Mosin, die Witwe
des Schuhmacherältesten Matthäus Baumel (Elis.). Stirbt 1819. Jancke zeichnet bald IANCKE, positiv ein-
geschlagen, bald wie sein Vater ICI in einem gezackten Blatte, vgl. Taf. V Nr. 156.
a. Tischleuchter, Silber, 16 Stück, in der Fig. 38 abgebildeten Form, doch auf quadratischer Standfläche und
ohne Gitterwerk um die Lichttülle. Datiert 1791—1802. Johanneskopf in verschiedenen Typen, Stempel-
meisterb. K, L u. M, Meisterz, in beiden Formen u. Kriegssteuerst. Sftf '. Verein christlicher Kaufleute,
Zwinger, Breslau. (Meist Stiftungen von Zwingerschützenkönigen.)
Jander, Tobias, Goldschmiedgeselle von Habelschwerdt, stirbt am 14. (15.) September 1585, hat bei Sebastian Goldt-
hoff d. ä. gearbeitet.
Jant [Jandt, Jantt], Jacob, siehe Jahn.
Janus, Herrmann, Silberarbeiter, geb. am 13. November 1819 in Pitschen OS., Sohn des dortigen Kantors und Schul-
lehrers Janus, lernt in Breslau bei Paul Leonhard Schmidt von 1833—1838. Lässt sich 1850 als selbständiger
Meister nieder. Wird nicht Innungsmitglied. Stirbt am 21. April 1891. Von ihm besitzt die Vereinigte Fleischer-
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Innung in Breslau ein Paar silberne Sargschilde mit einem Lamm in getriebener Arbeit, bezeichnet H. Janus,
Breslau 1882.
Jayke [Jeicke], Johann Valentin, siehe Jeuthe.
Jencowicz, Niczco (Genkowicz), aurifaber, wird Bürger am Tage Godehardi (5. Mai) 1365; Bürge ist Peter Jencowicz.
Ist 1372 als Vormund der Frau Anna Claus Briger genannt (Schöppenb. III. 151 b).
Jencowicz, Paulus, aurifaber, wird Bürger am Tage Godehardi (5. Mai) 1365; Bürge ist Peter Jencowicz.
Jendryssik, Franz, Goldarbeiter, geb. in Pless OS., Sohn des Brauers Paul Jendryssik, erwirbt das Breslauer Bürger-
recht am 2. Juni 1850, alt 27 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Jeuthe, Johann Gottfried, Goldarbeitergeselle, geb. in Breslau, Sohn des Haushofmeisters Johann Gottfried Jeuthe,
heiratet 1759 Helena, die Tochter des f Briefträgers Bartholomaeus Jochim in Oppeln; Trauzeuge ist der Gold-
arbeiter Johann Gottlieb Barbi (MM u. Vincenz). Wird 1763 am Hinterdom erwähnt (Schles. Vorz. VII. 488).
Jeuthe, Johann Valentin (Jeuke, Jaite, Jayke, Jeicke), Silberarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Johann Gottlob Scholtz
vom Qu. Crucis 1786 bis Qu. Trinitatis 1792. Arbeitet bei Ferdinand Christian Krebs als Meisterstück ein silbernes
Kaffeekännchen nebst Milchgiesser (etwa in der auf Seite 9 Fig. 6 wiedergegebenen Form). Wird Meister am
8. November 1797 und Bürger am 23. Januar 1798. Stirbt 1827.
Ihme, Gottfried (Ihmme, Ime, Imme), Goldschmied, Sohn des Stadtbraumeisters Johannes Ihme in Pirna, wird 1691
in Breslau Bürger und Meister. Heiratet am 20. August 1691 Rosina, die Tochter des f Riemers Gottfried
Francke (Elis.). Er und seine Frau sind öfters Taufzeuge bei St. Matthias. Seine Frau Rosina f 6. (begr. d. 9.) XII.
1701 (Elis.). Seine Tochter Johanna Rosina heiratet am 2. November 1718 den Dr. med. u. Praktikus George
Friedrich Steiner (Elis.). Ihme ist seit 1725 Zunftältester. Stirbt am 24. Mai (2. Juni) 1737, alt 80 Jahre 9 Monate
(Elis.). Seine Witwe Rosina, geb. Würbitz, f 28. (begr. d. 30.) III. 1742 (Elis.). Ihme zeichnet G I in ovalem Felde,
vgl. Taf. IV Nr. 117.
a. Löffel, Silber, in Renaissanceform. L. 20,2 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Baumeister Frohne,
Kopenhagen.
b. Becher mit Deckel, Silber, auf dem konischen Mantel, im Fusse und auf dem Deckel schwedische Zweimark-
stücke, im Boden und auf dem Deckel je ein Viermarkstück von 1664 — 1682, alle mit dem Bildnisse Karls XI.
H. incl. Deckel 24,8 cm. Johanneskopf Typus II u. Meisterz. Deckel später, eine Arbeit des Christian Maxi-
milian Schmidt; Johanneskopf Typus X, Stempelmeisterb. C u. Meisterz. — Stadtältester Dr. H. v. Korn,
Breslau.
c. Sonnenmonstranz, Silber mit Vergoldung, um die Lunula die aus Blumenkelchen herauswachsenden Halb-
figuren der zwölf Apostel, Gott Vaters und einer Pietä in durchbrochener Arbeit. Ziemlich genaue Kopie nach
einer Augsburger Monstranz im Breslauer Matthiasgymnasium. Am Fusse die Wappen des Stifterpaares.
H. 80 5 cm. Johanneskopf Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. Kath. Pfarrkirche St. Mariae, Oll-
muth Kr. Gross-Strelitz OS.
d. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassig gebogten Fusse aufgestiftete silberne Engelsköpfe und Buketts.
Kuppa neu. Unter dem Fusse die Inschrift: „Anna Maria Preussen gebohrne Klugen A. 1709." H. 20,2 cm.
Johanneskopf undeutlich, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. Evang. Gnadenkirche zum hl. Kreuze
Christi, Hirschberg.
e. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse in silbernen Auflagen Blumenrosetten und
drei Medaillons mit Leidensattributen. Kuppa neu. Auf der Unterseite des Fusses die Inschrift: „Daniel
Novath 1713 d. 3. Dezember". Der Kelch wurde etwa ein Jahr früher gearbeitet. H. 23,5 cm. Johannes-
kopf Typus IV, Stempelmeisterb. A, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Evang. Pfarrkirche St. Salva-
toris, Kreuzburg OS.
f. Becher, Silber, auf dem konischen Mantel oben drei Muscheln zwischen Akanthusranken auf punziertem
Grunde, unten sowie auf dem Standring Rippung. Der bei dieser Becherform übliche Deckel fehlt. H. 15,2 cm.
Johanneskopf Typus IV, Stempelmeisterb. A, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Kgl. Kunstgewerbemuseum,
Berlin.
g. Deckelbecher, Silber, in der auf Seite 63 Fig. 17 abgebildeten Form. Auf dem konischen Mantel oben
drei Muscheln zwischen Akanthusrankenwerk auf punziertem Grunde, unten Rippung. Am oberen Rande des
Bechers eine spätere Inschrift. H. incl. Deckel 21 cm. Johanneskopf Typus V, Stempelmeisterb. B negativ,
Meisterz. u. Kriegssteuerst. — Stadtältester Dr. H. v. Korn, Breslau.
h. Löffel, Silber, die ovale Laffe rückseitig graviert mit Wappen und Jahreszahl 1727. L. 20,1 cm. Johannes-
kopf Typus IX, Stempelmeisterb. B positiv u. Meisterz. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Alter-
tümer, Breslau.
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i. Kelch, Silber mit wenig Vergoldung, auf dem sechspassigen Fusse abwechselnd drei Flächen mit geflügelten
Engelsköpfchen, drei mit Bandwerk. An dem flachen Nodus sechs rhombische Plättchen ohne Dekor. Der
sechskantige Schaft über- und unterhalb des Nodus mit Emaildekor. Auf dem silbernen Kuppabelag drei
Szenen aus der Wüstenwanderung des Volkes Israel zwischen Laub- und Bandelwerk in durchbrochener
Arbeit. Datiert 1731. Beschauz. W Typus VII, Stempelmeisterb. C u. Meisterz. — Evang. Pfarrkirche St. Mi-
chaelis, Strehlen.
k. Kelch, Silber mit Vergoldung, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse Bandwerk, geflügelte Engelsköpfchen
und drei Felder mit Kinderfigürchen, die durch Kelch, Kreuz und Anker als „Glaube, Liebe, Hoffnung" ge-
kennzeichnet sind, alles silbern in getriebener Arbeit. Der birnförmige Nodus mit Bandwerk auf punziertem
Grunde. Der silberne Kuppabelag mit Voluten und Gitterwerk in durchbrochener Arbeit. Auf dem Fuss-
rande die Inschrift: „Johann Scholtz, Bürger und Becker in Bresslau, Anno 1737 d. 24.Juny." Der Kelch
muss etwas früher gearbeitet sein. H. 25,8 cm. Johanneskopf Typus XI, Stempelmeisterb. C, Meisterz. u.
Kriegssteuerst. — Bernhardinkirche, Breslau.
Ihme, Gottfried [Gottlieb] Wilhelm (Ihmme, Ime), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Gottfried
Ihme, arbeitet bei Johann Peter Ziegler als Meisterstück ein Geschirr nebst Ring und Siegel, wird Meister am
17. August 1722. Erwirbt das Bürgerrecht am 17. Dezember 1727. Eröffnet im Januar 1728 eine eigene Werk-
statt. Heiratet am 21. Januar 1728 Anna Elisabeth, die Tochter des f Konditors Caspar Lucas (Elis.). Seine
Tochter Johanna Eleonora heiratet am 22. August 1747 den Apotheker Friedrich Salomon Schnetter in Ohlau
(Elis.). Ihme ist in der Meisterliste von 1747 das letzte Mal erwähnt.
Iiiig, Carl Heinrich (Illing), Goldarbeiter, geb. in Dresden, meldet sich in Breslau am 3. März 1774 als Stückmeister,
arbeitet bei Gottlob Benjamin Werner ein Paar Ohrrosen mit Brillanten, wird Meister am 7. Juli und Bürger am
12. Juli 1774. Stirbt am 5. (begr. d. 7.) Februar 1785, alt 65 Jahre (MM).
Joel, Heinrich August (Joel, Johel), Goldarbeiter, geb. in Schroxlau (?) bei Mansfeld, Sohn des Amtsschreibers
George Andreas Joel, arbeitet in Breslau bei Gottfried Heyner als Meisterstück einen Kelch nebst Ring und
Siegel, wird Meister am 5. Oktober und Bürger am 9. Oktober 1716. Heiratet am 20. Oktober 1716 Anna Rosina,
die Tochter des Goldschmieds Johann Petzold (Elis.). Ist Ältester seit 1733. Seine Tochter Rosina Elisabeth
heiratet am 24. November 1739 den Kaufmann Gottlieb Benjamin Willer (MM). Joel ist 1742 Taufzeuge auf dem
Dom. Stirbt am 14. März 1746, alt 62 Jahre 9 Monate 3 Tage; ist am 17. März in der Innungskapelle begraben
worden (MM). Seine Witwe Anna Rosina t 28. (begr. d. 30.) V. (12. VI.) 1758 (Elis. u. MM).
Johann der Kleine, Goldschmied auf dem Sande; siehe Seite 35.
Jonas, Ernst Rudolf Heinrich, Silberarbeiter, geb. in Breslau am 10. September 1838, Sohn eines Schuhmachers,
lernt bei Carl Friedrich Korok von Qu. Johannis 1852—1858. Arbeitet von 1860—1870 in Halle a. S. Wird am
13. Juli 1874 in die Breslauer Innung aufgenommen. Erhält bald darauf wegen Verarbeitung von schlechtem
Silber und Anwendung eines falschen Beschaustempels eine Verwarnung. Stirbt um 1885.
Jordan, Johann David, Silberarbeiter, wird zuerst in Berlin Meister, siedelt 1785 nach Breslau über und wirbt am
27. Dezember desselben Jahres bei der Breslauer Innung ein. Da er schon in Berlin ein Meisterstück ordnungs-
gemäss gearbeitet hat, wird er sofort nach Zahlung von 50 Gulden Rezeptionsgebühr als Meister aufgenommen.
Ist in der Liste von 1799 das letzte Mal genannt.
Jorg, Lorenz, kein Goldschmied, sondern ein Tuchmacher der Neustadt-Breslau, wurde durch ein Versehen des
Stadtschreibers im Catalogus civium von 1470 unter die Goldschmiede geschrieben.
Jüngling, Gustav, Goldarbeiter, wird am 12. (21.) April 1868 in die Innung aufgenommen. Stirbt am 29. August 1871.
Juncher, Paulus (Pawil Jungherre, Juncker, Junckerret, aurifaber, wird Bürger am Dienstag vor Cathedra Petri
(21. Februar) 1430. Erscheint 1441, 1446, 1449, 1453 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunft-
senior. Ist 1446 Testamentar des f Nicolaus Polak (vgl. Urk. 8).
Jung, Johann Christian (Junge), Goldarbeiter, geb. in Schweidnitz, lernt in Breslau bei Carl Sigmund Klein vom Juni
1764—1770. Wird erst in Schweidnitz Meister, siedelt später nach Breslau über, wirbt am 17. September 1789
in das Mittel der Gold- und Silberarbeiter ein und wird am 8. Oktober desselben Jahres als Meister aufgenommen.
Leistet am 21. Januar 1790 den Bürgereid. Stirbt 1829. Seine Witwe, geb. Albrecht, f 1831 (MM).
Junge, Andreas, Goldschmiedgeselle von Meldorf in Holstein, heiratet in Breslau 1583 Elisabeth, die Tochter des
Perlenhefters Dietrich Stieber (MM).
Kämpft, Johann David, Silberarbeiter von Frankfurt a. M., stirbt in Breslau am 11. (begr. d. 13.) März 1755, alt
55 Jahre (MM).
Kaerber, Hans [Johannes], siehe Ko erber.
Kästier, Daniel, siehe Kostler.
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Kahlert, George (Kallert), d. ä., Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Leinwandreissers George Kahlert, wird 1702
Meister. Erwirbt das Bürgerrecht am 31. Oktober 1702. Heiratet am 13. Februar 1703 Barbara, die Tochter des
Schreibers Caspar Hoffman (Elis.). Stirbt am 4. (begr. d. 7.) Februar 1736, alt 62 Jahre 14 Tage (Elis.). Seine
Witwe Barbara f 4. (begr. d. 6.) XI. 1748 (Elis.). Sein Sohn Gottlieb, ein Prediger, heiratet am 15. April 1755
Eva Susanna, die Tochter des f Kaufmanns Johann Gerhard Steinberger (MM). Kahlert zeichnet G K in recht-
eckigem Felde mit einwärts gebogenen Ecken, vgl. Taf. IV Nr. 125.
a. Kelch, Silber mit Vergoldung, auf dem absetzenden, sechspassigen Fusse Früchtegirlanden, darüber geflügelte
Engelsköpfe und Früchtebündel in getriebener Arbeit. Auf dem Kuppabelag drei geflügelte Engelsköpfchen
zwischen Blattrankenwerk in durchbrochener Arbeit. Datiert 10. Juni 1708; Tag der ersten Abendmahls-
feier in der Barbarakirche. H. 24,7 cm. Johanneskopf Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. —
Barbarakirche, Breslau.
b. Anbietplatte, Silber, flach oval, im Spiegel Phryxus und Helle, am Rande Rollwerk und Akanthus-
ranken in getriebener Arbeit. Plattenrand gewellt. Dm. 36,3 X 29,5 cm. Johanneskopf ähnlich Typus VI,
Stempelmeisterb. B negativ u. Meisterz. — Diözesanmuseum, Breslau (Stammt aus der kath. Pfarrkirche in
Hochkirch).
c. Löffel, Silber vergoldet, Griff sechsseitig mit Maskarons. L. 21,3 cm. Johanneskopf, Stempelmeisterb. B
negativ u. Meisterz. — P. A. Kotschubey, St. Petersburg (nach Rosenberg Nr. 475 1.
Kahlert, George (Kallert), d. j., Silberarbeiter, Sohn des Breslauer Goldschmieds George Kahlert d. ä., arbeitet als
Meisterstück einen Pokal nebst Ring und Siegel, wird Meister am 31. März und Bürger am 19. August 1732.
Heiratet am 10. November 1732 Rosina Elisabeth, die Tochter des f Buchhalters George Scholle (Schell?) (Elis.).
Stirbt am 4. (begr. d. 6.) August 1772, alt 68 Jahre 8 Monate 15 Tage (Elis.). Seine Witwe t 2. (begr. d. 5.)
III. 1782 (Elis. i. Kahlert zeichnet G K, zwischen den Buchstaben zwei Punkte, in rechteckigem Felde mit einwärts
gebogenen Ecken, vgl. Taf. V Nr. 148.
a. Ampel, Silber, ungewöhnlich gross, mit Laub- und Bandelwerk in durchbrochener Arbeit. Die Hänge-
ketten sitzen an drei vollrunden Köpfen. H. 55 cm. Johanneskopf, Stempelmeisterb. C u. Meisterz.
Kath. Pfarrkirche St. Mariae, Ratibor.
b. Kelch, Silber mit wenig Vergoldung, der glatte runde Fuss wenig gerippt, am Nodus Voluten, an der
Kuppa das gravierte Wappen des H. E. v. Lohenstein nebst Jahreszahl 1742. H. 23,2 cm. Johanneskopf
Typus XI, Stempelmeisterb. D, Meisterz. it. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Evang. Pfarrkirche, Münsterberg.
c. Becher, Silber vergoldet, mit sechsseitiger Kuppa. H. 16,3 cm. Johanneskopf, Stempelmeisterb. D u.
Meisterz. — Graf Samuel Teleki. Ausstellung Budapest 1884, Kat. S. 141 (nach Rosenberg Nr. 480).
d. Kelchbecher, Silber vergoldet, ein Paar sog. Hochzeitsbecher), auf dem Fusse eine und an dem unteren
Teile der sechsseitigen Kuppa drei Reihen von Herzen auf gerauhtem Grunde. H. 15,3 cm. Johanneskopf
Typus XII, Stempelmeisterb. F, Meisterz. u. ein undeutlicher österr. Freistempel. Geh. Kommerzienrat
Moriz-Eichborn, Breslau.
e. Schüssel für Messkännchen, Silber. Johanneskopf u. Meisterz. Kath. Pfarrkirche St. Annae, Frankenstein.
Kahlert, Samuel, Goldschmiedgeselle, stirbt in Breslau am 2. (begr. d. 4.) Oktober 1781, alt 70 Jahre 9 Monate
10 Tage (MM;.
Kaiser, Christian Gottlieb, siehe Kayser.
Kalbe [Kalb], Andreas, siehe Kolbe.
Kalbisowge, Martinus [Mertin], aurifaber, erwirbt das Bürgerrecht am Montag nach Jubilate (18. April) 1440. Erscheint
1444, 1447, 1450, 1453 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior. Ist 1451 neben Henningus
Wehpusch Testamentar des f Georg Heyne (Bresl. Diözesanarchiv, Inkorporationsb. II. 56).
Kamenske, Matthias, Goldschmiedgeselle aus Troppau, stirbt in Breslau am 27. Mai 1674, alt 25 Jahre, hat bei Paul
Hedelhofer d. j. in Arbeit gestanden.
Kandisch, Johann Gottlieb, siehe Candisch.
Kaseberger [Kasperge, Kasperke], siehe Casperge.
Kauder, Mathias (Kawder, Cawder, Chuder, Kudert, aurifaber, erwirbt das Bürgerrecht am Tage Antonii (2. Sep-
tember) 1414. Erscheint 1415, 1417, 1419, 1421, 1424, 1427, 1430, 1433, 1436, 1439, 1441, 1444 in den Ge-
schworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior. Ist 1424 bei Schorgast cantrifusor) und 1425 im Bürger-
buche als Bürge genannt. Stirbt um 1448.
Kauerhase, Heinrich, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Handelsmannes Valentin Kauerhase, stirbt auf
der Wanderschaft in Mantua am 6. Oktober 1600, alt 24 Jahre (abgekündigt in Breslau bei Elis. u. MM).
Kaufmann, Paulus, aurifaber, erwirbt das Bürgerrecht am Dienstag nach Matthei ap. (26. September) 1424.
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Kayser, Carl Moritz, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Kammsetzers Heinrich Kayser, erwirbt das Bürgerrecht
am 15. Dezember 1840, alt 32 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Kayser, Christian Gottlieb (Kaiser, Keyser, Keiser, Keuser), Goldarbeiter, geb. in Wartenberg i. Schles., lernt in Breslau
bei Johann Gottlob Tholuck vom Qu. Reminiscere 1782 bis Qu. Lucie 1787. Arbeitet bei Ferdinand Christian
Krebs als Meisterstück eine Haarnadel mit Brillanten, wird Meister am 26. März 1795. Wird durch Dispensation
der Kgl. Kammer von der Wanderschaft befreit. Erwirbt das Bürgerrecht am 31. Oktober 1796. Stirbt 1822 in
dürftigen Verhältnissen.
Kecher, Veit, siehe Koch.
Keil, Johann Caspar, siehe Keyl.
Keiser, Christian Gottlieb, siehe Kayser.
Kelle, Ambrosius, wohl kein Goldschmied, scheint nur durch ein Versehen des Stadtschreibers im Catalogus civium
von 1470 unter die Goldschmiede geraten zu sein.
Keller, Johann Christoph (Köhler), Goldschmied, Sohn des Pfarrers Christian Keller in Glaucha bei Halle, wird 1705
in Breslau Meister. Erwirbt das Bürgerrecht am 9. September 1705. Heiratet am 13. Oktober 1705 Juliana
Dorothea, die Tochter des f Pfarrers Christian Strobach in Leippe bei Grottkau (Elis.). Stirbt oder zieht von
Breslau weg vor 1709.
Kerber, Hans [Johannes], siehe Ko erber.
Kersten, Balthasar, Goldschmiedgeselle von Stendal in der Mark, stirbt in Breslau am 11. März 1611, alt etliche
30 Jahre (Elis. u. MM).
Kesseler, Sigmund (Segmund Goltsmed), aurifaber, wird Bürger am Montag vor Egidii (30. August) 1417. Ist am
12. August 1417 und 6. März 1419 im Schöppenbuch XII erwähnt.
Keuser, Christian Gottlieb, siehe Kayser.
Keyl, Johann Caspar (Keil), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Gräupners Johann Keyl, wird Meister am
S.Oktober 1731 und Bürger am 27. August 1732. Heiratet am 9. September 1732 Rosina Elisabeth, die Tochter
des Goldschmiedältesten Johann Christoph Klippel in Hirschberg; Trauzeuge ist der Goldschmied George Friedrich
Thamm (MM). Stirbt oder verzieht von Breslau um 1741.
Khun, Wolf, siehe Kune.
Kidtner [Kiedtner], Johann Michael, siehe Kittner.
Kiesling, Johann Eduard (Kisling), geb. in Breslau, Sohn des Goldarbeiters Johann Gottfried Kiesling, lernt bei seinem
Vater von Ostern 1817—1821. Meldet sich am 5. Januar 1826 als Stückmeister, nimmt alsdann von der Ver-
fertigung des Meisterstückes Abstand und wird Kaufmann. Erwirbt das Bürgerrecht am 25. Mai 1827.
Kiesling, Johann Gottfried [Gottlieb] (Kisling), Goldarbeiter, geb. 1762 in Breslau, Sohn des Silberarbeiters Martin
Kiesling, lernt bei Carl Heinrich Iiiig vom 30. Mai 1777 bis 5. Juni 1782. Meldet sich am 4. Juni 1790 als Stück-
meister, arbeitet bei Gottlob Benjamin Werner eine Nadel mit ä jour gefassten Brillanten. Wird Meister am
9. September 1790 und Bürger am 24. Februar 1791. Heiratet am 16. Februar 1801 Johanna Elisabeth Sophia, die
Tochter des f Stadtphysikus Dr. med. Johann Samuel Kruttge (Elis.). Ist von 1812 — 1827 Stadtverordneter. Seine
Frau f 4. (begr. d. 7.) II. 1816 (Elis.). Er selbst stirbt am 29. Mai 1834.
Kiesling, Martin (Kisling, Kissling, Kiessling, Kisseling), Silberarbeiter, geb. in Bautzen (= Budissin) in Sachsen,
Sohn des Schlossers Martin Kiesling, meldet sich in Breslau am 29. März 1753 als Stückmeister, arbeitet bei
Stephan Christian Luttroth ein silbernes Becken nebst Kanne, wird Meister am 10. Juni (Juli?) und Bürger am
13. Juli 1753. Heiratet am 24. Juli 1753 Anna Rosina, die Witwe des Silberarbeiters George Nawarra (Elis.). Seine
Tochter Johanna Rosina heiratet am 12. Januar 1780 den Seifensieder Carl Wilhelm Knebel, einzigen Sohn des
t Reichkrämerältesten Christian Knebel (MM). Kiesling stirbt am 19. Dezember 1788, alt 75 Jahre. Seine Witwe Anna
Rosina (Regina?), geb. Jannisch, setzt die Werkstatt fort, stirbt am 8. (begr. d. 11.) März 1794, alt 68 Jahre 6 Mo-
nate 3 Tage (Elis.). Kiesling zeichnet MK in einem gezackten Blatte, vgl. Taf. V Nr. 162.
a. Schälchen, Silber, oval, mit getriebenen Wellenlinien. Dm. 17,2 X 12,5 cm. Johanneskopf Typus XII,
Stempelmeisterb. G Typus I u. Meisterz. — Frau Jenny Schlesinger, Gleiwitz OS.
Kilian, Martin, Silberdrechsler ausserhalb des Zunftzwanges, Sohn des Bauern Lorenz Kilian in Dankwitz, heiratet
in Breslau am 20. Mai 1613 Maria, die Tochter des Wetschkermachers Erasmus Schmied (MM). Stirbt am 2. April
1657, alt 77 Jahre (Elis.).
Kirchner, Gustav Adolph, Silberarbeiter, Sohn des f Polnisch, u. Kurfürstl. Sächs. Leutnants Adolph Kirchner, stirbt
in Breslau am 30. September (begr. d. 2. Oktober) 1746, alt 38 Jahre (Elis.).
Kirsch, Wilhelm, Goldarbeiter, tritt am 16. Oktober 1852 in die Innung ein, scheidet 1858 wieder aus.
Kirschner, Johann [Hans] George, siehe Girschner.
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Kischky, Christoph Gottlieb (,Kischke, Kitschke, Kysky, Kyschky, Kueschky), Silberarbeiter, geb. in Schmograu bei
Namslau, meldet sich in Breslau am 9. Juni 1763 als Stückmeister, arbeitet bei Johann Oottlieb Schmidt ein sil-
bernes Becken nebst Kanne, wird Meister am 5. August 1763 und Bürger am 17. Januar 1764. Stirbt am
20. Januar 1764.
Kisling (Kissling], siehe Kiesling.
Kittner, Johann Michael (Kidtner, Kiedtner, Küttner, Kuttner), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Schneiders
Johann Heinrich Kittner, arbeitet bei Johann Klinge als Meisterstück einen Kelch nebst Ring und Siegel, wird
Meister am 31. Mai und Bürger am 17. Juli 1734. Heiratet am 3. Mai 1735 Christina Rebecca, die Tochter des f
Pfarrers Christian Rohrman zu Pawelau i. Schles. (Elis.). Stirbt am 23. (begr. d. 25.) März 1740, alt 35 Jahre
S Wochen (MM). Seine Witwe heiratet am 27. Mai 1743 den Warenbeschauer Christian Friedrich Vörtner (MM).
Klauss, Carl Philipp, siehe Claus s.
Klee, Eduard, Juwelier, geb. 1848 in Hanau, tritt am 15. Januar 1886 in die Breslauer Innung ein und bleibt Mitglied
bis zum 13. Oktober 1893. Ist seit 1887 Stadtverordneter.
Klein, Carl Sigmund, Goldarbeiter, Sohn des Kaufmanns Matthäus Klein in Breslau, lässt sich zuerst in Schweidnitz
als Meister nieder, wird durch die Beschiessung der Stadt im dritten Schlesischen Kriege hart betroffen, siedelt
deshalb nach Breslau über, wo er am 16. März 1759 in die Innung aufgenommen wird. Erwirbt das Breslauer
Bürgerrecht am 24. April 1759. Seine Frau Maria Barbara, geb. Krause, f 16. (begr. d. 18.) VII. 1759 (MM). Klein
heiratet am 3. Oktober 1763 Johanna Elisabeth, die Tochter des Handelsmannes Johann Gottlieb Burghardt in
Strehlen (Elis.). Stirbt am 21. (begr. d. 24.) Januar 1774, alt 49 Jahre 5 Monate (Elis.). Seine Witwe Johanna
Elisabeth f 2. (begr. d. 4.) III. 1774 (Elis.). Seine Tochter Johanna Christiana heiratet am 16. Mai 1787 den
Kretschmer Johann Friedrich Ixdorf (Elis.).
Klein, Daniel [David], Goldarbeiter und Pretiosentaxator bei dem Kgl. Oberamte, geb. in Breslau, Sohn des Haus-
meisters Johann Christoph Klein, wird Meister am 10. Juli und Bürger am 31. Juli 1731. Heiratet am 31. Juli 1731
Rosina Eleonora, die Tochter des Handelsmannes Gottfried Weber (Elis.). Erhält von Friedrich dem Grossen
durch Patent vom 17. Juni 1743 den Charakter eines König]. Hofjuweliers und Goldarbeiters (Lib. definit. XIII.
126b— 127b); ist im Patent fälschlich David genannt. Heiratet als Witwer am 12. Januar 1745 Johanna Helena,
die Tochter des Tuchscherers George Schönwitz (Elis.). Ist Zunftältester seit März 1745. Seine Frau Johanna
Helena f 17. (begr. d. 19.) V. 1748 (MM). Klein heiratet zum dritten Male im April 1749 Johanna Carolina, die
Tochter des Professors an der Liegnitzer Ritterakademie, Johann George Wagner (MM). Stirbt am 22. (29.) Oktober
1763, alt 59 Jahre 2 Monate 2 Wochen (MM).
Klesch, Bartholomaeus (Klösche), Goldschmiedgeselle, heiratet in Breslau am 25. Februar 1568 Anna, die Tochter
des f Hans Sawer (MM). Seine Tochter Maria heiratet am 12. November 1601 den Kretschmer Friedrich Buch-
holz (MM).
Klimpke, Hans, Goldschmiedgeselle von Liegnitz, heiratet in Breslau am 3. Mai 1574 Elisabeth, die Tochter des f
Ratsglockenläuters Hans Heinman (MM).
Klinge, Johann (Kling), Goldschmied, geb. in Augsburg, Sohn des dortigen Bauherrn Johann Klinge, wird 1704 in
Breslau Meister. Erwirbt das Bürgerrecht am 30. September 1704. Heiratet am 26. Januar 1705 Maria Elisabeth,
die Tochter des Goldschmiedältesten Gottfried Heintze (Elis.). Arbeitet 1721 nach Angaben von Gomolcky (Merk-
würdigkeiten, S. 21 f) ein grosses Kopfreliquiar des heil. Vincentius [112 Mark an Gewicht für 1792 fl.) und nach
Zimmermann (Beschr. v. Breslau, S. 430) im Jahre 1729 silberne Statuen für den Hochaltar im Dom; entweder
sind diese Arbeiten nicht mehr erhalten, oder, was wahrscheinlicher ist, die Angaben von Gomolcky und Zimmer-
mann beruhen auf einem Irrtume, da das noch heute vorhandene grosse silberne Kopfreliquiar den Meisterstempel
des Tobias Plackwitz trägt und die ebenfalls noch jetzt vorhandenen vier silbernen Statuen für den Festschmuck
des Hochaltares im Dome Augsburger Herkunft sind. Klinge ist Innungsältester von 1728—1736. Erscheint im
Januar 1732 als Taufzeuge auf dem Dom. Liefert 1733 nach Glogau silberne Knöpfe für ein Husarenregiment,
die von dem Glogauer Goldschmiede-Mittel geringer taxiert werden, als die Rechnung Klinges beträgt. (Glogauer
Stadtarchiv, Acta d. Goldsch., Maler u. Bildh. Vol. I. 1734). Kauft 1734/35 ein Haus auf der Schlossergasse neben
dem Erbe des Blasius Printner (Urk. vom 9. Juli 1734 u. 7. Oktober 1735; lose Goldschmiede-Akten). Gerät um
dieselbe Zeit in starken Vermögensverfall. Von zwei silbernen Antependien, die ihm die Domkirche in Auftrag
gegeben hat (das eine 1735 aus Mitteln eines Legates des 1732 f Dompropstes Graf Strattmann; Acta capituli
v. 31. März 1735), liefert er nur das eine, während er für das andere die ihm vorgeschossene Silbermenge im Werte
von 601 Rtlr. 9 Sgl. 1 H. [= 85 Mark 143/8 Lot] schuldig bleibt. Klinge stirbt am 8. (begr. d. 10.) Juni 1737, alt 60 Jahre,
mit einer Schuldenlast von 5170 Rtlr. 24 Sgl. 10V2 H., der eine Erbmasse von 2365 Rtlr. 5 Sgl. 71/2 H. gegenüber-
steht. Der Dom muss, da andere Schuldforderungen voranstehen, auf sein Konto verzichten (Bresl. Diözesan-
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archiv, Acta betr. d. Bürger u. Goldsch. J. Klinge, S. 11, II. 1, Nr. 11, 14). Maria Elisabeth, die Witwe Klinges, f 6.
(begr. d. 8.) VI. 1738. Klinge zeichnet &3C ligiert, vgl. Taf. IV Nr. 127.
a. Standkruzif ix, Silber, auf vierteiligem Barockfusse mit Laub- und Bandelwerk und vier vergoldeten Me-
daillons, darin Szenen aus dem Leiden Christi. H. 79,5 cm. Johanneskopf Typus IV, Stempelmeisterb. A,
Meisterz. u. Kriegssteuerst. Snr. - Kloster der Ursulinerinnen, Breslau.
b. Wandleuchter mit Blaker, Silber, vier Stück, auf dem Blaker je ein ovales Medaillon mit den HH. Hedwig,
Katharina, Bartholomaeus und Johannes dem Täufer, umrahmt von barocken Voluten, Blumen, Muscheln und
Masken. Datiert 15. Oktober 1714. H.44cm. Br. 36 cm. Johanneskopf Typus V, Stempelmeisterb. B negativ
u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche St. Bartholomaei, Trebnitz.
c. Reliquiarium des hl. Ceslaus, Silber, in Form eines reich profilierten Sarkophages, der an den Ecken mit
grossen Blättern in Silberblech belegt und mit Laub und Bandelwerk in getriebener Arbeit verziert ist. Oben
auf liegt ein gezackter Kronreif mit zwei gekreuzten Palmenwedeln. Dis Inschrift lautet: „PARS VERTEBR/E
S CESLAI." Datiert 1716. L. 38,5 cm. Br. 19,5 cm. H.42cm. Beschauz. W Typus VI, Stempelmeisterb. B
negativ u. Meisterz. — Kreuzkirche, Breslau.
d. Reliquiarium des hl. Sebastian, Silber, Gegenstück zu Nr. c. Inschrift: „PARS BRACHY S SEBASTIANI."
Datiert 1716. Grösse und Marken wie bei Nr. c. — Kreuzkirche, Breslau.
e. Fahnenkreuz, Silber mit Vergoldung, die Balken endigen im Dreipasse. Auf der Kreuzteilung eine Scheibe
mit Kelch nebst Patene und Strahlenkranz, dahinter die Inschrift: „Ad Sodah: Cong: Corp: XII: F. F. 1716."
H. 69 cm. Johanneskopf, Stempelmeisterb. B negativ u. Meisterz. — Domschatz, Breslau.
f. Sonnenmonstranz, Silber mit Vergoldung, die Lunula mit Medaillons von Heiligen umgeben. Johannes-
kopf, Stempelmeisterb. B u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche St. Martini et Benedicti, Liebenthal Kr. Löwenberg.
g. Monstranz, Silber mit Vergoldung. Johanneskopf, Stempelmeisterb. B u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche St.Mariae
Himmelfahrt, Glatz.
h. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen Fusse je drei Felder mit silbernen Blumen und drei mit
silbernem Bandwerk in getriebener Arbeit. Kuppabelag silbern in durchbrochener Arbeit. Johannes-
kopf, Stempelmeisterb. B negativ, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Kath. Pfarrkirche St. Bartholomaei,
Trebnitz.
i. Kelch, Silber vergoldet, ganz ähnlich Nr. h. — Kath. Pfarrkirche St. Bartholomaei, Trebnitz.
k. Altarleuchter, Silber, in der auf Seite 75 Fig. 18 abgebildeten Form, auf dem Fusse drei vergoldete
Medaillons. Johanneskopf, Stempelmeisterb. B negativ u. Meisterz. - - Kath. Pfarrkirche St. Bartholomaei,
Trebnitz.
1. Standkruzifix, Silber, auf dreiteiligem Volutenfusse, die freien Kreuzbalken mit Kleeblattenden. Auf den
nach innen gewölbten Seitenteilen des Fusses Bandwerk in getriebener Arbeit auf matt punziertem Grunde
und drei polierte ovale Medaillons mit Inschriften. Datiert 1721. H.65cm. Johanneskopf, Stempelmeisterb. B
negativ, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Barbarakirche, Breslau.
m. Taufschüssel, Silber, rund, radial gebuckelt. Mit langer Widmungsinschrift und Jahreszahl 1729. Im
Spiegel Wappen der Freiherrn von Stosch und von Dyherrn. Dm. 58 cm. Johanneskopf Typus IX, Stempel-
meisterb. C, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Evang. Pfarrkirche in Raudten, Kr. Steinau a. O.
n. Altarleuchter, Silber, in der auf Seite 75 Fig. 18 abgebildeten Form. Datiert 1730. Johanneskopf Typus IX,
Stempelmeisterb. C u. Meisterz. — Domschatz, Breslau.
o. Ampel, Silber, mit Laub- und Bandelwerk in durchbrochener Arbeit. Johanneskopf, Stempelmeisterb. C u.
Meisterz. — Marienkapelle im Dom, Breslau.
p. Marienfigur, Silber mit Vergoldung, mit dem Christuskinde, auf Kugel, Halbmond, Schlange und Apfel.
Das Haupt Mariae umgibt ein Glorienschein von Sternen. H. 78 cm. Johanneskopf, Stempelmeisterb. C u.
Meisterz. — Domschatz, Breslau.
q. Standkruzifix, Silber, auf dreiteiligem Volutenfusse mit Bandelwerk in getriebener Arbeit. Johanneskopf,
Stempelmeisterb. C u. Meisterz. — Elisabethkirche, Breslau.
r. Kelch, Silber vergoldet, Fuss und Nodus profiliert, sonst ohne Dekor. Johanneskopf, Stempelmeisterb. C,
Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Sandkirche, Breslau.
s. Schüssel mit Messkännchen, Silber, am Rande gerippt. Johanneskopf, Stempelmeisterb. C u. Meisterz. -
Kreuzkirche, Breslau.
t. Teller, Silber, mit Bandelwerk in getriebener Arbeit. Dm. 28 cm. Johanneskopf, Stempelmeisterb. C, Meisterz,
u. Kriegssteuerst. — Kreuzkirche, Breslau.
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u. Willkommpokal der Webergesellen in Neustadt OS., Silber, mit reich profiliertem Fusse, Schaft, Becher
und Deckel. Mit Laub- und Bandelwerk auf punziertem Grunde, Inschriften und Jahreszahl 1731. Als Deckel-
bekrönung eine weibliche Figur mit Fahne und Schild, darauf das Wappen der Weber-Innung. Behangen
mit sieben Widmungsschildchen. H. incl. Deckelfigur 49,6 cm. Johanneskopf Typus X, Stempelmeisterb. C u.
Meisterz. — Geheimrat Pinkus, Neustadt OS.
Klock, Johann Gottfried (Glock, Glocke), Goldarbeiter, Sohn des Rauchwarenhändlers Gottfried Klock in Strassburg,
arbeitet in Breslau bei Heinrich August Joel als Meisterstück einen Uhrhaken und Ring, wird Meister am
26. April und Bürger am 27. April 1735. Heiratet am 7. Mai 1736 Maria Magdalena, die Tochter des Handelsmannes
Gottfried Weber; Trauzeugen sind die Goldarbeiter Heinrich August Joel und Daniel Klein (MM). Seine
Frau f 24. (25.) VI. 1741 (MM). Klock heiratet am 14. August 1742 Barbara Helena, geb. Neuman, die Witwe
des Seifensieders Christian Benjamin Kallman (MM). Stirbt am 1. (begr. d. 3.) September 1761, alt 55 Jahre
3 Monate 7 Tage (MM).
Klösche, Bartholomaeus, siehe Klesch.
Klose, Johann David, Silberarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Johann Christoph Jancke d. j. vom Qu. Crucis 1798
bis 15. September 1803. Erwirbt das Bürgerrecht am 21. Juli 1815. Wird Innungsmeister am 10. Juni 1816.
Stirbt 1848. Zeichnet in der Regel KLOSE positiv, selten D KLOSE negativ eingeschlagen oder D K in ovalem
Felde, vgl. Taf. V Nr. 186.
a. Schüssel, Silber, oval, am Rande ein schmales Palmettenband. Dm. 36 X 23,6 cm. Johanneskopf
Typus XVIII, Stempelmeisterb. P u. Meisterz. DK. — Edgar Graf Henckel von Donnersmarck, Grambschütz
bei Namslau.
b. Becher, Silber, innen vergoldet, von ovalem Durchmesser. Der glatte, nach oben ausladende Mantel am
oberen Rande mit einem schmalen Palmettenband. H. 12,5 cm. Johanneskopf Typus XVIII, Stempel-
meisterb. P u. Meisterz. DK. — Edgar Graf Henckel von Donnersmarck, Grambschütz bei Namslau.
c. Zuckerkasten, Silber, auf Füsschen, viereckig, die Vorder- und Rückseite gerundet. H. 7,2 cm. Johannes-
kopf Typus XVIII, Stempelmeisterb. P u. Meisterz. KLOSE. Gräfin Posadowsky -Wehner, Gross-
Pluschnitz OS.
d. Sargschilde der Breslauer Zimmerer-Innung, Silber, oval, mit allegorischen Figuren des Baugewerbes in
vergoldeter Auflage, am Rande kleine Medaillons mit Zimmerergeräten, Attributen des Todes und Jahres-
zahl 1822. Dm. 46X38 cm. Johanneskopf, Stempelmeisterb. Q u. Meisterz. KLOSE. — Zimmerer-Innung,
Breslau.
e. Sargschilde der zünftigen Schneidermeister, Silber mit wenig Vergoldung, in der Mitte der Crucifixus.
Datiert 1827. Johanneskopf, Stempelmeisterb. Q. u. Meisterz. — Schneider-Innung, Breslau.
f. Altarleuchter, Silber. H. 186 cm. Johanneskopf, Stempelmeisterb. Q u. Meisterz. D KLOSE negativ
eingeschlagen. — Domschatz, Breslau.
g. Kelch, Silber mit Vergoldung und Steinen, mit Dekor in Anlehnung an barocke Motive. Gestiftet 1839.
Johanneskopf, Stempelmeisterb. R u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche St. Mariae, Habelschwerdt.
h. Zuckerkasten, Silber, viereckig, auf dem Deckel ein liegender Löwe. Johanneskopf Typus XIX, Stempel-
meisterb. S u. Meisterz. KLOSE. — Antiquitätenhändler Meckauer, Breslau.
Klug, Augustin Benjamin (Kluge), Goldarbeiter, geb. in Brieg, Sohn des Breslauer Goldarbeiters Johann Benjamin
Klug, lernt von Michaelis 1830—1834. Erwirbt das Bürgerrecht am 13. Oktober 1840, alt 24 Jahre. Wird Ende
1841 Mitglied der Innung, scheidet am 15. Juli 1842 wieder aus.
Klug, Johann Benjamin (Kluge), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Zeltschneidermeisters Christian Friedrich
Klug, lernt bei Johann Friedrich Carl Seeberg, dann bei Johann Augustin Christian Seeberg vom Qu. Trinitatis
1791 bis Qu. Reminiscere 1797. Arbeitet bei Ferdinand Christian Krebs als Meisterstück eine Brustnadel in
Filigranarbeit mit Brillanten, wird Meister am 31. März und Bürger am 9. April 1801. Heiratet am 23. April 1801
Anna Beata Marjana, die Tochter des f Pastors Benjamin Gottlieb Fäustel in Waschke (Elis.). Lässt sich im
Juni 1807 von Gottfried August Thilo malen. Wird 1827 Rathausinspektor, bleibt aber Innungsmitglied. Stirbt
am 5. Juli 1842.
Knebel, Carl Wilhelm, Silberarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Joseph Gottlieb Lederhose vom Qu. Trinitatis 1792
bis 1798. Arbeitet bei Daniel August Titze als Meisterstück eine silberne Kaffeekanne nebst Sahnkännchen, wird
Meister am 12. September und Bürger am 29. Oktober 1805. Stirbt 1830 (?). Zeichnet C. W. K. in einem herz-
förmigen Schilde mit einer eingezogenen Seite, vgl. Taf. V Nr. 184.
a. Löffel, Silber, fünf Stück, in Empireform. Johanneskopf, Stempelmeisterb. Q u. Meisterz. — Arthur
von Machui, Breslau.
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Knebel, Friedrich Wilhelm, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Seifensieders Carl Wilhelm Knebel, lernt bei
seinem Onkel Johann Gottfried Kiesling, dann bei Christian Gottlieb Kayser vom Qu. Crucis 1801 bis Qu.
Reminiscere 1807. Erwirbt das Bürgerrecht am 19. Dezember 1817, alt 31 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Knoll, Franz Joseph, Goldarbeiter und Zahnkünstler, geb. in Kosel (Krappitz?) OS., Sohn des Hufschmieds
Friedrich Knoll, lernt in Breslau bei Johann Christian Wilhelm Stuppe vom 28. September 1815 bis 5. Juli 1821.
Erwirbt das Bürgerrecht am 24. Februar 1826, alt 26 Jahre. Zieht am 6. März 1839 nach Gottesberg, Kr. Walden-
burg, Iässt sich aber in Breslau sein Bürgerrecht reservieren. Kehrt später wieder nach Breslau zurück und wird
am 7. (8.) April 1851 Mitglied der Innung. Wandert Anfang 1855 nach Amerika aus.
Knorr, Carl Wilhelm, Goldarbeiter, geb. in Festenberg, lernt in Breslau bei Daniel Gottlob Weber von Ostern 1805
bis 1809. Lässt sich im Oktober 1814 von Gottfried August Thilo en miniature malen.
Kobisch [Kobusch], Heinrich Gottfried, siehe Kopisch.
Koch, Adam, Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Veit Koch, heiratet 22. Trinitatis 1612 Hedwig,
die Tochter des f Johann Schertz (Elis.). Lässt sich in Wohlau als Meister nieder. Stirbt daselbst am 6. Mai
1614, alt 28 Jahre (Elis. u. MM). Seine Witwe Hedwig heiratet in Breslau am 14. Oktober 1618 den Walker
George Cörber (MM).
Koch, Christian Gottfried, Goldschmiedgeselle von Bautzen, stirbt in Breslau am 25. (begr. d. 27.) September 1741,
alt 40 Jahre (Elis.).
Koch, Veit [Friedrich] (Kecher), Goldschmied, Sohn des Alexander Koch zu Rindeschmeid (?) bei Biberach in Schwaben,
wird 1580 in Breslau Bürger und Meister. Heiratet 18. Trinitatis 1580 Martha, die Witwe des Krämers Paul
Cyrus (Elis.). Wohnt am Hühnermarkte. Seine Frau f 1583. Koch heiratet am 29. Mai 1584 Anna, die Tochter
des Schneiders Adam Stange (MM). Seine Tochter Anna heiratet am 15. Januar 1618 den Grossbinder Hans
Rhenisch (MM). Koch stirbt am 14. (begr. d. 16.) Januar 1619 in des Weinschenken Hans Clemens Hause am
Ringe, alt 69 Jahre (Elis.). Seine Tochter Maria heiratet am 4. Dezember 1623 den Schönfärber Hans Oderwalt
(MM). Seine Witwe Anna setzt die Werkstatt fort und stirbt am 13.(14.) Januar 1635 (Elis.). Koch zeichnet V K
ligiert in rundem Felde, vgl. Taf. III Nr. 63.
a. Deckelpokal, Silber vergoldet, in der auf Seite 87 Fig. 24 abgebildeten Form. Auf dem Kelche drei grosse
Medaillons mit Landsknechten in Rollwerk mit Masken und Vögeln in reicher Treibarbeit. Auf dem Deckel
drei Medaillons mit Landschaften und Tieren, als Bekrönung auf dreihenkligem Unterbau ein römischer
Krieger mit Schild und Lanze. Im Inneren des Deckels graviert das Wappen des Stifters Johann Heinz von
Blankenburg und Jahreszahl 1604. H. incl. Deckel 50 cm. Beschauz. W Typus III, Meisterz. u. Kriegs-
steuerst. — Kleinodien der Zwingerschützen in Breslau. Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und
Altertümer, Breslau (Vgl. Schlesiens Vorzeit, Bd. VII S. 182 Nr. 9, abgeb. Taf. VI Nr. 2).
b. Deckelpokal, Silber vergoldet, in der auf Seite 87 Fig. 24 abgebildeten Form. Mit Rollwerk und Früchten
in getriebener Arbeit. Auf dem Deckel ein silberner Blumenstrauss. Am 27. August 1613 von dem Breslauer
Ratsältesten Adam Dobschütz gestiftet. H. incl. Deckel 35,1 cm. Beschauz. W Typus III, Meisterz. u.
Kriegssteuerst. — Kleinodien der Schiesswerderschützen in Breslau. Schlesisches Museum für Kunst-
gewerbe und Altertümer, Breslau (Vgl. Schlesiens Vorzeit, Bd. V S. 250 Nr. 14 (12), abgeb. Taf. XXVIII
(I) Nr. 2).
c. Becher, Silber vergoldet, auf dem runden Fusse und dem eiförmigen Kelche Früchte und Rollwerk in ge-
triebener Arbeit. Hälfte eines Doppelbechers. H. 13 cm. Beschauz. W Typus III u. Meisterz. — Evang.
Pfarrkirche St. Salvatoris, Oyas Kr. Liegnitz.
d. Deckelkanne, Silber mit Vergoldung, in der auf Seite 81 Fig. 20 abgebildeten Form. Auf dem Mantel
und dem Deckel Früchte und Rollwerk in getriebener Arbeit. H. 11,4 cm. Beschauz. W Typus IV u.
Meisterz. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
Kochmann, Benjamin (Kuchmann), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Erbsassen Christian Kochmann vor dem
Odertore, arbeitet bei Christian Schlencker als Meisterstück einen Uhrhaken nebst Ring, wird Meister am 4. März
und Bürger am 2. Juni 1744. Heiratet am 16. Februar 1746 Johanna Eleonora, die Tochter des f Organisten
Michael Kirsten (MM). Seine Frau f 12. (begr. d. 14.) IV. 1767 (Elis.). Kochmann heiratet am 12. Oktober 1768
Charlotta Dorothea, die Tochter des f Archidiakonus Gottfried Rumbaum in Festenberg (MM). Ist Mittelsältester
seit Oktober 1771. Stirbt am 3. (begr. d. 6.) April 1772, alt 59 Jahre (Elis.). Seine Witwe heiratet am 12. Januar
1774 den Dr. med. und Practicus Carl Gottlob Kessler (MM). Seine Tochter Johanna Rosina heiiatet am 3. Mai
1775 den Goldarbeiter Christian Wilhelm Muche (Elis.).
Koebner, Eduard, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Kaufmanns Salonion Koebner, erwirbt das Bürgerrecht
am 6. September 1833, alt 22 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
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Köffe, Johann Carl (Koffe), Goldschmiedgeselle; seine Frau Johanna Susanna stirbt am 14. (begr. d. 16.) August 1758.
Er selbst stirbt am 6. (begr. d. 9.) März 1772, alt 60 Jahre (MM).
Koehler, Carl August, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Kalkulators Johann Gottlieb Koehler, lernt bei Johann
Carl Wagner von Ostern 1807 bis Johannis 1812. Erwirbt das Bürgerrecht am 30. Mai 1817, alt 25 Jahre. Wird
nicht Innungsmitglied.
Köhler, Johann Christoph, siehe Keller.
Koenig, Carl Ernst Bernhard, Goldarbeiter, wird Bürger am 12. November 1815 und Innungsmitglied am 4. Januar
1816. Stirbt 1832.
Koenig, Johann Baptista, Goldschmiedgeselle, stirbt in Breslau am 14. September 1687, alt 21 Jahre (Elis.).
Koenig, Robert, Goldarbeiter, wird Innungsmitglied am 19. Januar 1859, scheidet am 17. Januar 1865 durch Innungs-
beschluss wieder aus.
Koenigsberger, Isack, Goldarbeiter, geb. in Rybnik, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 22. November 1844, alt
42 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Koerber, Hans [Johann] (Kaerber, Kerber), Goldschmied, Sohn des Abraham Koerber, Schulcollegen bei St. Maria
Magdalena, wird als Geselle wegen ungeschickter Händel und Ungehorsams mit Haft bestraft und muss am
3. Oktober 1636 vor den Ratmannen versprechen, solcher Bestrafung nicht im Argen gedenken zu wollen (Lib.
definit. VI. 249 b). Wird 1640 Bürger und Meister. Heiratet in demselben Jahre Rosina, die Tochter des f
Perlenhefters Johann Scholtz (Elis.). Stirbt am 14. (18.) Januar 1667, alt 56 Jahre 8 Wochen (Elis.). Seine Witwe
Rosina f 1- (begr. d. 4.) III. 1670 (Elis.). Koerber zeichnet HK ligiert in ovalem Felde, vgl. Taf. III Nr. 82.
a. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen Fusse abwechselnd drei Felder mit Leidensattributen, drei
mit geflügelten Engelsköpfen in getriebener Arbeit. Der flach wulstige Nodus mit sechs Zapfen, darauf die
Buchstaben I H E S V S. Der sechskantige Schaft über und unter dem Nodus silbern. Der silberne Kuppa-
belag mit geflügelten Engelsköpfen, Ohrmuschelwerk und Zinnenbekrönung in durchbrochener Arbeit und
einem Kranze von vergoldeten Perlen. H. 23,7 cm. Beschauz. W Typus IV, Meisterz. u. Kriegssteuerst.
Adlertypus. — Christophorikirche, Breslau.
b. Becher, Silber, ein Paar, der konische Mantel graviert mit Emblemen des Fleischergewerbes und langen Inschrif-
ten. Datiert 1660 u. 1663. H.9,5 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Vereinigte Fleischer-Innung, Breslau.
Körner, Gottfried, Goldschmied, Sohn des Christian Körner, Rentschreibers zu Hirschberg, wird 1685 in Breslau
Bürger und Meister. Heiratet am 7. Mai 1685 Rosina, die Tochter des f Kürschnerältesten Jacob Buhl (Elis.).
Wohnt am Ringe. Seine Tochter Anna Rosina heiratet am 23. April 1709 den Tuchscherer Samuel Schmütz (Elis.).
Seine Tochter Magdalena Rosina heiratet am 15. Juli 1710 den Goldschmied Johann Christoph Meissner (Elis.).
Seine Frau Rosina | 7. (begr. d. 9.) IX. 1721 (Elis.). Er selbst stirbt am 15. März 1722, alt 70 Jahre 2 Monate
(Elis.). Seine Tochter Johanna Eleonora heiratet am 7. November 1724 den Bader und Wundarzt Johann Jacob
Krauss (Elis ). Körner zeichnet G K in ovalem Felde, vgl. Taf. IV Nr. 108.
a. Kelch, Silber mit wenig Vergoldung, mit sechspassigem, profiliertem Fusse; sonst ohne Dekor. H. 25 cm.
Johanneskopf (undeutlich) u. Meisterz. — Evang. Pfarrkirche in Rawitsch, Prov. Posen.
b. Henkelkanne, Silber vergoldet, auf dem zylindrischen Mantel in silberner Auflage drei Medaillons mit
Köpfen zwischen Akanthus- und Früchtewerk in getriebener und durchbrochener Arbeit. Auf dem Deckel
ein getriebener weiblicher Kopf. H. 16,6 cm. Johanneskopf Typus II u. Meisterz. — Slg. f Max Pringsheim.
Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
Köstler, Daniel, siehe Kostler.
Kohlenberger, Joseph (Kohlberger, Kollenberger), Goldschmied auf dem Dom, wird dort 1707 zuerst genannt. Erhält
1727 für Ausbesserung eines Kruzifixes aus der Kasse des Johannis-Hospitals einen Reichstaler (Acta capituli
v. 18. November 1727). Seine Frau f 1745.
Kolbe, Andreas (Kolb, Kalbe, Kalb), Goldschmied, heiratet am 10. Juli 1570 Anna, die Tochter des f Krämers Heinrich
Hamm (MM). Wird bald darauf Meister. Erwirbt das Bürgerrecht am 2. März 1571. Stirbt um 1577. Seine
Witwe Anna heiratet am 14. April 1578 den Goldschmied Hans Haupt (Elis. u. MM).
Koldt, George, Goldschmied, Sohn des Kretschmers Christoph Koldt, heiratet am 4. Oktober 1611 Hedwig, die Tochter
des f Goldschmieds Hieronimus von Breen (MM).
Konczel, Jacobus (Conczel, Cunczel, Cuncze, Kuntze), aurifaber, wird Bürger am Freitag nach Aschtag (5. März) 1462.
Erscheint in den Geschworenenlisten der Signaturbücher 1469, 1472, 1475 . . . 1490, 1492 . . . [1499] als Zunft-
senior. Vgl. Seite 13. Reicht mit Meister Steffan Sawr am Dienstag nach Blasii ep. (5. Februar) 1510 dem Gold-
schmied Hans Voyt das Haus am Ringe zwischen dem Erbe Jacob Einers und des Kannegiessers Niclas Unger
(Tradb. II. 19). Stirbt um 1512.
103
Kopferman, Rudolph (Kofferman, Kosterman?), Goldschmied von Krakau, wohnt in Breslau auf dem Stadigute in der
Schmelzhütte, stirbt daselbst am 18. (19.) August 1626 an der Pest, alt 49 Jahre (Elis.).
Kopisch, Heinrich Gottfried f Koppisch, Kopsch, Kobisch, Kobusch, Kubsch), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des
Schulcollegen Gottfried Kopisch, meldet sich am 21. Februar 1758 als Stückmeister (im Protokollbuch fälschlich
Johann Christian K. genannt), arbeitet bei Daniel Klein einen Plack und Ring, wird Meister am 20. Juni und
Bürger am 13. September 1758. Heiratet am 22. Mai 1764 Johanna Christiana, die Tochter des Seifensieder-
ältesten Johann Christian Strichmann (Steuelmann?) in Glogau (Elis.). Seine Frau f H. (begr. d. 15.) III. 1800
(Elis.). Er selbst stirbt am 22. (23., begr. d. 26.) März 1800, alt 65 (66) Jahre 6 Monate 8 Tage (Elis.).
Kornstaedt, Johann Wilhelm, Silberarbeiter, erwirbt das Bürgerrecht am 24. Mai 1816. Wird nicht Innungsmitglied.
Korok, Carl Friedrich (Korrock, Koruf), Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Bedienten Carl Korok, lernt bei
Johann David Klose vom Oktober 1821 bis Weihnachten 1823, dann bei Gottfried Daniel Posch bis Michaelis
1S26. Meldet sich am 29. Dezember 1834 als Stückmeister, arbeitet zwei silberne Leuchter, wird Bürger am
2. Januar 1835, alt 27 Jahre, und Innungsmeister am 8. Oktober 1835. Stirbt im November 1858. Zeichnet
KOROK positiv eingeschlagen.
a. Pokal der Schützengilde in Nimptsch, Silber, mit dem Stadtwappen und dem Schiessplatze von Nimptsch.
Als Deckelbekrönung eine Schiessscheibe nebst Gewehr. Datiert 1838. H. incl. Deckel 33,4 cm. Johannes-
kopf, Stempelmeisterb. R u. Meisterz. — Schützengilde, Nimptsch.
b. Thoraschild, Silber. Johanneskopf, Stempelmeisterb. S u. Meisterz. — Geheimrat Pinkus, Neustadt OS.
c. Lichtputzschere mit zugehörigem Teller, Silber, mit Dekor im Rokokostile des 19. Jahrhunderts. Johannes-
kopf mit Jahreszahl 48, Stempelmeisterb. S u. Meisterz. — Geheimrat Pinkus, Neustadt OS.
Korok, Emil Theodor, Silberarbeiter, geb. in Breslau am 24. Mai 1841, Sohn des Silberarbeiters Carl Friedrich Korok,
lernt bei seinem Vater von Johannis 1855 bis November 1858. Besteht die Gesellenprüfung am S.Januar 1859.
Wird Innungsmitglied am 9. Juli 1867. Stirbt am 15. Juli 1869.
Kosterman (?), Liedolf, siehe Rudolph Kopferman.
Kostler, Daniel (Köstler, Kästier, Cossler), Goldarbeiter, sucht 1731 bei Kaiser Karl VI. die Kaiserl. Hoffreiheit für
Galanterie-, Gold- und Silberarbeit nach. Doch der Kaiser ordnet am 22. August 1732 an, dass Kostler sich in
das Mittel der zünftigen Gold- und Silberarbeiter gegen billigmässige Praestanda einzulassen hätte und ohne
sonderliche Unkosten oder andere unbillige Diffikultät unweigerlich angenommen werden solle (Lib. definit. XIII.
Qb_iob. — lnnungsurkundenslg. v. 1737, S. 318—321). Erst nach fast vier Jahren arbeitet Kostler bei Christian
Schlencker als Meisterstück einen mit Steinen besetzten Uhrhaken sowie einen Ring nach der neuesten Fac,on
und wird am 8. Mai 1736 Meister. Erwirbt das Bürgerrecht am 26. Mai 1736. Stirbt am 27. September (begr.
d. 1. Oktober) 1736, alt 38 Jahre (Matth.).
Kothener, aurifaber, wird Bürger vor 1364. Ist am Tage nach Petri et Pauli (30. Juni) 1369 bei Paulus Goltsleger als
Bürge genannt (Bürgerb. 1. 30).
Kowalsky, Carl Maximilian, siehe Powalsky.
Koydt, Gottfried, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, stirbt am 29. Juli 1633, alt 20 Jahre (Elis.).
Kozyd, Tobias, Juwelier, aus England, lebt als Bürger in Breslau, wird erwähnt in einem Berichte des Görlitzer Rates
an den Kaiser vom 1 1 . August 1607 (Lib. missio. 1606/07, fol. 126 ff. — Schles. Vorz. VII. 489).
Kraebs, siehe Krebs.
Kränert, Daniel, Goldarbeiter, ist am 31. Januar 1815 Trauzeuge bei St. Vincenz.
Krätz, Matthias, wird durch Dekret der Kaiserl. Ministerial-Banko-Deputation in Wien am 5. März 1722 zum Jubellen-
Inspektor und -Taxator im Herzogtum Schlesien ernannt (Lib. definit. XII. 144).
Kräzschmer, Valentin (Kretschmer), Goldschmiedgeselle, stirbt in Breslau am 16. März 1584 (MM).
Krafftczober, Hans (Crafftczober), aurifaber, wird Bürger am Freitag vor Invocavit (10. März) 1508. Heiratet Margareta,
die Witwe des Goldschmieds Merten Hennig, die Tochter des Goldschmieds Peter Francke und seiner Frau
Hedwig. Hedwig Franckin reicht am Freitag vor Kiliani (7. Juli) 1508 ihrer Tochter Margareta und ihrem Schwieger-
sohne Hans Krafftczober ihr Haus an der Nordseite des Ringes zwischen Hans Drescher und dem Goldschmiede
Lamprecht Smedt (Tradb. I. 150t>). Das Haus ist in den Traditionsbüchern II — IV zwischen 1509 — 1524 häufig
erwähnt, und zwar 1524 als ehedem im Besitze des Hans Krafftczober gewesen (Tradb. IV. 80b). Es ist wohl
dasselbe Haus, das am 6. Februar 1520 in den Besitz des Goldschmieds Stenczel Goltschmidt übergeht, nachdem
die Nachbarhäuser bereits früher (das des Lamprecht Smedt erwirbt 1517 Wolffgang Westermehr) den Besitzer
gewechselt haben. (Tradb. III. 116). Hans Krafftczober erhält am 17. August 1519 auf sein Ansuchen ein sicheres
Geleite, damit er sich mit den Verwesern des Glückshafens berechnen und seine Zwietracht mit ihnen entscheiden
möchte. In einem Schreiben des Breslauer Rates vom 31. Oktober 1519 an Herzog Friedrich zu Liegnitz heisst
I
104
es, dass Krafftczober ehemals ein Goldschmied in Breslau gewesen und von da weggegangen sei, und sich jetzt
in Berlin aufhalte (Script, rer. Silesiacarum, Bd. III S. 159). Krafftczober muss dann wieder nach Breslau
zurückgekehrt sein, da sein Name im Catalogus civium von 1525 erscheint (Sarre, Die Berliner Goldschmiede-
zunft, nennt ihn nicht unter den Berliner Goldschmieden). Krafftczober stirbt vor 1533.
Kraft, Peter, Goldschmied in Nürnberg, dort seit 1429 Meister, wird 1451 als in Breslau wohnhaft erwähnt (Hampe,
Nürnberger Ratsverlässe, Bd. I S. 2 Nr. 14).
Kramer, George David (Krahmer, Crammer), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Kammsetzers Daniel Kramer,
arbeitet bei Heinrich August Joel als Meisterstück einen Uhrhaken mit Steinen „gramaliret" und einen Petschier-
ring, wird Meister am 2. Dezember und Bürger am 20. Dezember 1737. Heiratet am 14. Januar 1738 Johanna
Eleonora, die Tochter des f Goldschmiedältesten Samuel Hammer (MM). Stirbt am 29. (begr. d. 31.) Oktober 1741,
alt 29 Jahre 43 Wochen (MM). Seine Witwe f 12. (begr.d. 14.) IV. 1755 (Elis.).
Krause, Carl Benjamin, d.ä., Goldarbeiter, stirbt am 8. (begr. d. 9.) Dezember 1813, alt 65 Jahre Elis.).
Krause, Carl Benjamin, d. j., Goldarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Carl Philipp Claus vom Qu. Crucis 1798 bis
Qu. Mitfasten 1804. Erwirbt das Bürgerrecht am 5. März 1813. Wird Innungsmitglied am 15. Januar 1814.
Stirbt 1835.
Krause, Daniel, Goldschmiedgeselle, stirbt in Breslau am 1. (begr. d. 4.) Mai 1676, alt 28 Jahre (Elis.), hat bei George
Ludwig Hedelhofer in Arbeit gestanden.
Krause, Ferdinand Wilhelm, Gold- und Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldarbeiters Carl Benjamin Krause
d.ä., heiratet 29 Jahre alt am 2. November 1812 Johanna Eleonora, die Tochter des Schuhmachers Wilde [MM).
Erwirbt das Bürgerrecht am 20. April 1813. Wird nicht Innungsmitglied.
Krause, Gottfried (Krausse), Goldschmied, arbeitet bei Christian Schlencker als Meisterstück einen Kelch nebst Ring
und Siegel, wird Meister am 13. Juli und Bürger am 17. Juli 1734. Stirbt 1738.
Krause, Johann Gottlieb, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Destillateurs Gottlieb Krause, lernt bei Johann
Christian Preuss vom Qu. Johannis 1820 bis Ostern 1826. Erwirbt das Bürgerrecht am 11. April 1837, alt 32 Jahre.
Wird nicht Innungsmitglied.
Krause, Simon, Kaiserl. Hof- u. Kammer-Goldschmied, von Güssmannsdorf (?), Sohn des Bürgers Balthasar Krause in
Beuthen a. O., heiratet in Breslau am 16. Januar 1617 Susanna, die Witwe des städtischen Zollamtsverwalters
Valentin Nitius (MM).
Krauss, Franz Otto, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Schuhmachers Johann Gottlieb Krauss, lernt bei Johann
Peter Theophilus Leuttner vom l.Mai 1824 bis 9. April 1829. Erwirbt das Bürgerrecht am 26. April 1844, alt
34 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Krauss, Joseph Victorinus, Goldschmied am Hinterdom, wird 1732 und 1735 erwähnt (Schles. Vorz. VII. 488).
Krebs, Ferdinand Christian (Kraebs), Silberarbeiter, geb. in Neuschloss i. Schles., Sohn des Wirtschaftsverwalters Johann
Christian Krebs, lernt in Breslau bei Christian Gottlieb Muche vom 21. Juni 1753 bis 20. September 1758. Meldet
sich am 28. Dezember 1768 als Stückmeister, arbeitet bei Johann Gottlieb Schmidt ein silbernes Becken nebst
Kanne, wird Meister am 16. März 1769. Heiratet am 17. April 1769 Johanna Eleonora, die Tochter des Kretschmers
Christoph Weiss (Elis.). Erwirbt das Bürgerrecht am 5. Mai 1769. Ist Ältester seit Juli 1793 und mutmasslicher
Stempelmeister mit dem Buchstaben M seit November 1796. Stirbt am 13. (begr. d. 16.) Mai 1804, alt 71 (68?) Jahre
(MM). Seine Witwe Johanna Eleonora f 25. (begr. d. 27.) V. 1811 (Elis.). Krebs zeichnet FCK in einem Dreipasse,
vgl. Taf. V Nr. 168.
a. Giessbecken nebst Kanne, Silber, abgebildet auf Seite 7 Fig. 5. Dm. der Schüssel 44,3 X33,1 cm. H. der
Kanne 24,4 cm. Johanneskopf Typus XIII, Stempelmeisterb. G Typus II, Meisterz, u Kriegssteuerst. FW (wie
Fig. 9b). Wahrscheinlich die Meisterarbeit des F. C. Krebs. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und
Altertümer, Breslau.
b. Altarleuchter, Silber, ein Paar, in der auf Seite 75 Fig. 18 abgebildeten Form, doch mit Rokokodekor.
Auf dem Fusse drei Medaillons mit Stifternamen und Datum 24. Juni 1770. Johanneskopf Typus XIII, Stempel-
meisterb. G Typus II u. Meisterz. — Evang. Pfarrkirche St. Blasii et Sperati, Ohlau.
c. Kelch, Silber mit Vergoldung, auf dem runden Fusse späte Rokoko-Kartuschen in getriebener, auf dem
silbernen Kuppabelage in durchbrochener Arbeit. Unter dem Fusse eingraviert: „Chrystian. Piancka 1783".
H. 24 cm. Johanneskopf Typus XIV, Stempelmeisterb. H, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Evang.
Pfarrkirche St. Salvatoris, Kreuzburg OS.
d. Tischleuchter, Silber, in der Fig. 38 abgebildeten Form, doch auf quadratischer Standfläche. Johanneskopf
Typus XV, Stempelmeisterb. L, Meisterz. u. Kriegssteuerst. 5$"- — Kreuzkirche, Breslau.
105
Krebs, Friedrich Gottlob [Gottlieb] (Kraebs), Goldarbeiter, Sohn des Wirtschaftsverwalters Johann Friedrich Krebs,
arbeitet bei Heinrich August Joel als Meisterstück einen mit Steinen besetzten Uhrhaken und einen Ring, wird
Bürger am 6. Februar und Meister Ende Februar oder Anfang März 1738. Heiratet am 6. Mai 1749 Anna
Sophia, die Tochter des Goldarbeiterältesten Johann David Kriebel (Elis.). Ist Ältester seit 1764. Stirbt am
4. Oktober 1771, alt 63 Jahre 7 Monate 6 Tage; ist mit Geläute begraben worden. Sein Sohn Johann Friedrich,
Herr auf Zucklau bei Öls, heiratet im Januar 1780 Johanna Anna Eleonora, die Tochter des Kaufmanns Johann
George Schmidt (Elis.). Seine Tochter Christiana Sophia heiratet am 1. Oktober 1780 den Hauptmann Christian
Heinrich Ritter v. Vollgnad auf Blankenau bei Breslau (Elis.). Seine Tochter Anna Carolina heiratet am 19. April
1783 den Kgl. Regierungskanzlei-Direktor Friedrich Wilhelm Heinrich Pistorius (Elis.). Seine Witwe Anna Sophia
t 18. (begr. d. 21.) XI. 1804 (Elis.).
Krebs, Gottlieb Daniel, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Silberarbeiters Ferdinand Christian Krebs, lernt bei Johann
Gottlob Tholuck vom Qu. Trinitatis 1787 1793. Arbeitet bei Samuel Christoph Thun als Meisterstück ein Paar
Ohrgehänge mit Rosetten, wird Meister am 1. September und Bürger am 16. Oktober 1801. Heiratet, 35 Jahre
alt, am 2. Mai 1810 Christiana Sophia, die Tochter des f Tischlers Johann Heinrich Schubert in Zwickau (Elis.).
Stirbt 1817.
Kretschmer, Albert, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Staffierers Franz Kretschmer, lernt erst bei Ferdinand
Gottlieb Giessmann, dann bei Johann Christian Wilhelm Berger von Michaelis 1817 bis 20. März 1823. Erwirbt
das Bürgerrecht am 1. Dezember 1826, alt 23 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Kretschmer, Christian [Gottfried], Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Erbsassen Christian Kretschmer, arbeitet
bei Gottfried Ihme als Meisterstück einen Pokal nebst Ring und Siegel, wird Meister am 20. Juli und Bürger am
31. Juli 1734. Heiratet am 10. August 1734 Maria Elisabeth, die Tochter des Büttnerältesten Christian Walther in
Juliusburg bei Öls (Elis.). Stirbt am 6. (begr. d. 8.) November 1758, alt 53 Jahre 8 Monate (Elis.). Seine Tochter
Susanna Rosina heiratet am 18. November 1760 den Kaufmann Johann Gottlieb Hornig in Schmiedeberg (MM).
Seine Witwe Maria Elisabeth | 8. (begr. d. 10.) V. 1763 (MM). Seine Tochter Dorothea Elisabeth heiratet am
29. Juni 1767 den Kandidaten der Chirurgie, Christian Gottfried Fabritius (MM). Kretschmer zeichnet CK in ovalem
Felde, vgl. Taf. V Nr. 151.
a. Waschschüssel für die Aroniden, Silber, rechteckig, mit langer hebräischer Inschrift. Dm. 47,5 X 35 cm.
Johanneskopf Typus X, Stempelmeisterb. C, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Geheimrat Pinkus,
Neustadt OS.
b. Tischleuchter, Silber, Fuss und Schaft profiliert. Datiert 1746. H. 21,3 cm. Johanneskopf Typus XII,
Stempelmeisterb. F, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Stf. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Alter-
tümer, Breslau (Vermächtnis Epstein).
c. Beschläge an dem Album der Breslauer Schiesswerderschützen, Silber. Datiert 1751. Beschauz. W Typus VII
u. Meisterz. — Kleinodien der Schiesswerderschützen in Breslau. Schlesisches Museum für Kunstgewerbe
und Altertümer, Breslau.
d. Willkommschildchen, Silber, an dem zinnernen Willkomm der Breslauer Kupferknaben. Datiert 1752.
Meisterz., ohne Beschauz. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
Kretschmer, Christian Ferdinand, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Silberarbeiters Christian Kretschmer, lernt
bei Melchior Ferdinand Obermann vom 30. Mai 1758 bis 3. März 1763. Meldet sich am 7. Juni 1776 als Stück-
meister, arbeitet bei Johann Christian Schlencker eine Haarnadel mit Rauten, wird Meister am 13. März 1777 und
um dieselbe Zeit Bürger. Heiratet am 7. Oktober 1778 Johanna Eleonora, die Tochter des Johann Christoph
Hendel im Kgl. Münzamte (Elis.). Gibt 1784 seine Werkstatt auf und wird Coffetier im Bürgerwerder, bleibt
aber Innungsmitglied. Heiratet als Witwer am 29. April 1800 Rosina Magdalena, die Tochter des f Bäckers
Christian Gottfried Franckenstein in Schweidnitz (Elis.). Stirbt am 17. (18., begr. d. 20.) Juli 1804, alt 62 Jahre
9 Monate (Elis.).
Kretschmer, Lorencz, siehe Cretsmer.
Kretschmer, Valentin, siehe Kräzschmer.
Kretzer, Gottfried, Goldschmiedgeselle von Nürnberg, Sohn des dortigen Steinmetzen Nickel Kretzer, stirbt in Breslau
am 1. Dezember 1606 (Elis.).
Kreutz, Georg, „aurifaber in insula", wird 1595 und 1599 am Dom erwähnt (Schles. Vorz. VII. 487).
Kreutz, Heinrich Abraham, Goldschmied ausserhalb der Innung, wird 1605 am Dom erwähnt (Schles. Vorz. VII. 487).
Kriebel, Christian (Griebel), Goldschmiedgeselle, Sohn des Goldschmieds Matthias Kriebel zu Plauen im Vogtlande,
stirbt in Breslau am 4. (7., 8.) September 1677, alt 29 Jahre 14 Wochen (Elis. u. MM). Hat bei seinem Bruder
David Kriebel in Arbeit gestanden.
14
106
Kriebel, David (Kribel, Krübel, Griebel), Goldschmied, Sohn des Goldschmieds Matthias Kriebel zu Plauen im Vogt-
lande, wird 1674 in Breslau Bürger und Meister. Heiratet am 9. Oktober 1674 Barbara Elisabeth, die Tochter
des t Handelsmannes Joachim Wildenberg (Elis.). Wohnt auf der Albrechtsgasse, später auf der Schweidnitzschen
Gasse. Seine Frau Barbara Elisabeth f 8. (13.) IX. 1677 (Elis. u. MM). Kriebel heiratet am 10. April 1679 Katharina,
die Tochter des f Handelsmannes Michael Reiter aus Alten-Stettin (Elis.). Stirbt am 20. (26.) März 1693, alt 51 Jahre
2 Monate 2 Tage (Elis.). Seine Tochter Maria Elisabeth heiratet am 15. Februar 1706 den Goldschmied Carl
Wilhelm Hartman (Elis.). Kriebel zeichnet DK in ovalem Felde, vgl. Taf. IV Nr. 101.
a. Sargschilde der Breslauer Kretschmergesellenschaft, Silber, oval, reich getrieben, in der Mitte ein Medaillon
mit einem Brauknechte und Braugeräten, am Rande Blumen, und Blattwerk, ein Totenkopf und ein Schildchen
mit Inschrift und Jahreszahl 1678. Dm. 43 X 38 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Kretschmer-Innung,
Breslau.
b. Sargschilde der Breslauer Destillateure, Silber mit Resten von Vergoldung, oval, mit Innungswappen, am
Rande zwei Engel mit Palm wedeln, eine Allegorie des Todes und Barockblumen in getriebener Arbeit.
Datiert 1679. Dm. 45 X 38 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe
und Altertümer, Breslau.
Kriebel, Johann David (Kribel, Krübel, Griebel, Grübet), Goldarbeiter, Sohn des Breslauer Goldschmieds David
Kriebel, arbeitet bei Hans Jachman d. j. als Meisterstück einen Kelch nebst Ring und Siegel, wird Meister am
l.März und Bürger am 5. November 1718. Heiratet am 22. November 1718 Anna Rosina, die Tochter des f Bäcker-
ältesten Christian Gebauer (Elis.). Seine Frau Anna Rosina f 24. (begr. d. 26.) X. 1728. Kriebel heiratet am
31. Januar 1730 Anna Sophia, die Tochter des Zirkelschmiedältesten Burghardt Mindner (MM). Ist Zunftältester
seit 1745. Seine Tochter Anna Sophia heiratet am 6. Mai 1749 den Goldarbeiter Friedrich Gottlob Krebs (Elis.).
Kriebel stirbt am 5. (begr. d. 7.) Oktober 1757, alt 69 Jahre 10 Wochen 1 Tag (Elis.). Seine Witwe Anna Sophia
f 19. (begr. d. 21.) XII. 1774 (Elis.).
Kriegelstein, Christian Friedrich (Krügelstein), K. K. priv. Gold- und Silberfabrikant, geb. in Breslau, Sohn des Gold-
und Silberfabrikanten Friedrich Kriegelstein, heiratet am 17. März 1744 Christiana Juliana, die Tochter des Johann
Carl von Folgersberg (Elis.). Stirbt am 4. (begr. d. 6.) November 1744, alt 39 Jahre 10 Wochen 1 Tag (Elis.).
Kriegelstein, Friedrich (Krügelstein), K. K. priv. Gold- und Silberfabrikant, stirbt am 13. Mai 1720, alt 43 Jahre (Elis.).
Seine Witwe Susanna Rosina, geb. Senftieben, f 15. (begr. d. 17.) VIII. 1741 (Elis.).
Kriegelstein, Gottlieb (Krügelstein), K. K. priv. Gold- und Silberfabrikant, heiratet am 28. Mai 1723 Susanna Regina,
die Tochter des Friedrich Kriegelstein. Stirbt am 12. (begr. d. 14.) Dezember 1736, alt 41 Jahre 7 Monate 11 Tage
(Elis.). Seine Witwe heiratet am 4. Februar 1739 den Gold- und Silberfabrikanten Johann Andreas Germer (Elis.).
Kriegelstein, Johann Gottfried, K. K. priv. Gold- und Silberfabrikant, geb. in Breslau, Sohn des Gold- und Silber-
fabrikanten Friedrich Kriegelstein, heiratet am 30. Juli 1743 Christiana Florentina, die Tochter des Johann George
Caspar (Elis.). Seine hinterlassene Tochter Johanna Charlotte heiratet am 28. Mai 1778 den Direktor der Kriegel-
steinschen Fabrik, Christian Friedrich Schumann (Elis.). Seine Witwe f 1 781 (Elis.). Sein einziger Sohn Johann
Gottfried, ebenfalls Gold- und Silberfabrikant, heiratet 42 Jahre alt am 20. November 1791 Johanna Eleonora, die
Tochter des Generalakzise-Kassendieners Johann Heinrich Moses (Elis.).
Kringel, Steffan, siehe Cringel.
Krippendorfi, Johann Christoph, Goldschmiedgeselle aus Zeitz in Sachsen, stirbt in Breslau am 30. November 1691.
Krische, siehe Grische.
Kristiani, Gottlob Friedrich, siehe Christiany.
Kröger, Carl Gottlieb, siehe Gröger.
Kroetiert, Johann Christoph (Kroenelt, Kronert), Silberarbeiter, verfertigt bei Ferdinand Christian Krebs als Meister-
stück eine silberne Kaffeekanne nebst Sahngiesser, wird Meister am 18. April und Bürger am 7. Juni 1804. Ist in
der Meisterliste von 1816 das letzte Mal genannt.
Kromig, Hans, Goldschmiedgeselle, fühlt sich „wegen etlicher vorlauffener Reden" des Goldschmieds Friedrich
Schoenau an seiner Ehre verletzt; die Ratmannen schlichten am 11. Oktober 1604 den Streit (Lib. definit.
IV. 151).
Krommendorff, siehe Crommendorff.
Krübel, siehe Kriebel.
Krüger, Benedict, Juwelier, stirbt am 1. Dezember 1633, alt 48 Jahre (Elis.).
Krüger, Carl Gottlieb, siehe Gröger.
Krüsche, siehe Grische.
Krummendorff, siehe Crommendorff.
107
Krutsche, Carl Friedrich Otto Theodor, Silberarbeiter, geb. in Breslau am H.November 1830, lernt bei Carl Friedrich
Korok vom Qu. Johannis 1845—1850. Wird Innungsmitglied am 13. Juli 1858. Stirbt am 20. November 1884.
Krutsche zeichnet OK negativ eingeschlagen.
Krutsche, Friedrich (Fritz], Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Silberarbeiters Carl Friedrich Otto Theodor
Krutsche, wird am 26. Januar 1891 in die Innung aufgenommen, scheidet im März 1892 wieder aus. Zieht nach
Liegnitz und wird Kaufmann.
Krymmendorff, siehe Crommendorf f.
Kubsch, Johann Christian, siehe Heinrich Gottfried Kopisch.
Kuchmann, Benjamin, siehe Kochmann.
Kuder, Mathias, siehe Kauder.
Kühlau, Johann, Goldschmiedgeselle, stirbt in Breslau am 6. Juli 1742, alt 40 Jahre.
Kühn, Benjamin Jacob, Goldarbeiter, Sohn des Feldschers Johann Friedrich Kühn, heiratet am 31. Oktober 1791
Dorothea Henrietta Friederica Justina, die Tochter des f Pastors Johann Gottlieb Nusche (MM).
Kühn, Hans, ein gewesener Goldschmied von Liegnitz, stirbt in Breslau am 22./29. Juni 1590.
Kühne, Johann Carl Ferdinand, Goldarbeiter, geb. am 18. September 1844, Sohn des Graveurs W. Kühne, lernt bei
seinem Onkel, dem Goldarbeiter Johann Carl Moritz Herrmann, vom 1. Oktober 1860 bis 14. (17.) Januar 1865.
Wird am 15. Oktober 1878 Mitglied der Innung und bleibt es bis zu ihrer Auflösung am 13. Oktober 1893.
Kueschky, Christoph Gottlieb, siehe Kischky.
Küttner, Johann Michael, siehe Kittner.
Kunczilman, Augustinus, aurifaber, wird Bürger am Sonnabend vor Judica (21. März) 1450. Ist im Catalogus civium
von 1470 nicht mehr erwähnt.
Kune, Wolf (Kühne, Khun), Goldschmiedgeselle, Sohn des Goldschmieds Hans Kune zu Amberg i. d. Pfalz, heiratet
in Breslau Sonntag nach Circumcisio (6. Januar) 1578 Ursula, die Witwe des Kleinbinders Lorenz Lemchen (Elis.).
Stirbt am 4. Mai 1589 (MM).
Kuntze, Gottlieb [Gottfried] (Kuntz), Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Thomas Kuntze, arbeitet
bei Johann Peter Ziegler als Meisterstück ein Geschirr nebst Ring und Siegel, wird Meister am 23. Oktober 1719
und Bürger am 3. Mai 1720. Heiratet am 15. Oktober 1720 Maria Elisabeth, die Witwe des Kretschmers Johann
Christoph Bleyer (Elis.). Seine Frau f 24. (begr. d. 26.) VI. 1768 (MM). Er selbst stirbt am 8. (begr.
d. 10.) Januar 1773, alt 84 Jahre 2 Monate 6 Tage (MM). Kuntze zeichnet G K, darunter ein Kreis, in herz-
förmigem Felde, vgl. Taf. IV Nr. 137.
a. Weinbüchschen, Silber, sechskantig, mit Schraubdeckel, darin ein Einsatz für die Hostie. Eine Fläche
graviert mit Crucifixus. Am Boden: Wiegt 27 Lot. Datiert 1758. H. 11 cm. Johanneskopf Typus XII,
Stempelmeisterb. F, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Elisabethkirche, Breslau.
b. Weinbüchschen, Silber, wie Nr. b. Datiert 1762. H. 12 cm. Johanneskopf Typus XIII (Stempelmeisterb.
fehlt), Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Elisabethkirche, Breslau.
Kuntze [Kunze], Jacobus, siehe Konczel.
Kuntze, Thomas (Kuntz), Goldschmied, Sohn des Amtmannes Thomas Kuntze in Schönbankwitz, wird 1683 in
Breslau Bürger und Meister. Heiratet am 17. August 1683 Anna Susanna, die Tochter des Goldschmieds Daniel
Volgnadt (MM). Wohnt am St. Maria Magdalenenkirchhofe. Seine Frau Anna Susanna f 20. (begr. d.23.) X. 1701
(Elis.). Kuntze heiratet am 5. September 1702 Maria Magdalena, die Tochter des Reichkrämers Paul Heidt (Elis. i.
Ist seit 1717 Zunftältester. Seine Tochter Anna Eleonora heiratet am 21. April 1722 den Goldschmied Martin
Büttner (Elis.). Kuntze stirbt am 19. (20.) Juli 1724, alt 67 Jahre weniger 7 Wochen (Elis.). Seine Witwe Maria
Magdalena heiratet am 10. Februar 1727 den Friedrich Gurtschke (Elis.). Kuntze zeichnet T K in ovalem Felde,
vgl. Taf. IV Nr. 107.
a. Oblatendose, Silber, ovale Schachtel mit gerieftem Rande, Mittelfeld des Deckels mit Akanthusranken auf
punziertem Grunde. Gestiftet 1708 von dem Weissgerberältesten Daniel Ritter. H. 5 cm. Dm. 13,6 X
9,6 cm. Johanneskopf Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Barbarakirche, Breslau.
Kunzco [Cunzco], aurifaber, vergleicht sich 1434 wegen einer Geldschuld mit dem Pfarrer von Oltaschin; Zeugen sind die
Breslauer Bürger und Goldschmiede Johannes Beyer und Johannes Neumeister (Bresl. Kgl. Staatsarchiv, D 24, fol. 96 t>).
Kuttenis, Jacobus de Montibus (Jacobus de Montibus Chutonis, Jacob vom Berge, Jacob Newmeyster, Goltsmed
vom Berge, Reyche Jocob), aurifaber, wird Breslauer Bürger am Montag nach Invocavit (13. Februar) 1402. Wohnt
auf der Schuhbrücke. Zahlt 1403/4 an Steuern: de opere 7a fertonem (Steuerb. fol. 22). Erscheint 1408, 1409,
1411, 1414, 1421, 1426 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior. Hat 1411, 1412, 1417
Bürgschaften zu leisten (Signaturb. XVIII, XIX, XXI).
14*
108
Kuttenis, Laurentius de Montibus, aurifaber, wird Breslauer Bürger am Montag nach Invocavit (7. März) 1373; Bürge
ist Hensil von Glacz.
Kuttner, Johann Michael, siehe Kittner.
Kwiatkowski, Johann Vincenz Joseph, Gold- und Silberarbeiter, geb. in Posen, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht
am 9. Juni 1846, alt 26 Jahre. Sein Gesuch um Aufnahme in die Innung wird am 15. Juli 1853 abschlägig
beantwortet.
Kynast, Niclas [Nickel], aurifaber, wird Bürger am Sonnabend nach Francisci (6. Oktober) 1453. Erscheint 1456,
1459, 1462, 1465, 1468, 1471, 1474, 1479 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior. Siehe
Urkunde 11. Kynast stirbt um 1485.
Kyschky [Kysky], Christoph Gottlieb, siehe Kischky.
Lamm. Valten (Lammpi, Goldschmied, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 3. März 1530, wird um dieselbe Zeit
Meister. Ist im Catalogus civium von 1525/33 und 1544/79 erwähnt.
Lammer, Christian [Gottfried], Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Schuhmachers Christoph Lammer, arbeitet
bei Hans Jachman d. j. als Meisterstück ein Geschirr nebst Ring und Siegel, wird Meister am 3. Juli und Bürger
am 7. Oktober 1713. Heiratet am 27. November 1713 Anna Magdalena, die Tochter des f Scholzen Daniel
Gerhes [?] (MM). Seine Frau Anna Magdalena f 13. (begr. d. 15.) VIII. 1737 (Elis.). Lammer kommt Anfang
1751 ins Hospital. Zeichnet mit einem Lamm in ovalem Felde, vgl. Taf. IV Nr. 132.
a. Bucheinband, Silber. Datiert 1729. — Ehemalige Klosterkirche in Paradies, Prov. Posen (nach J. Kohte,
Kunstdenkmäler d. Prov. Posen, Bd. I S. 131).
b. Reliquienmonstranz, Silber mit Vergoldung, mit Reliquien des hl. Dominik; in dem umgebenden Strahlen-
kranze verehrende Engel und der Hund des hl. Dominik. Auf dem Fusse Cherubimsköpfe. H. 38 cm.
Johanneskopf, Stempelmeisterb. C u. Meisterz. — Adalbertkirche, ehemaliges Dominikanerkloster, Breslau.
c. Sonnenmonstranz, Silber mit Vergoldung, laut Inschrift gestiftet 1739 von Johann Joseph Graf von
Götzen, Commendator des Johanniter-Ordens in Striegau. Johanneskopf Typus XI, Stempelmeisterb. D u.
Meisterz. — Kath. Pfarrkirche St. Petri, Striegau.
d. Weihrauchfass nebst Weihrauchschiffchen, Silber, mit Bandelwerk in durchbrochener und getriebener
Arbeit. Johanneskopf Typus XI, Stempelmeisterb. D u. Meisterz. — Dorotheenkirehe, Breslau.
e. Weihrauchfass nebst Weihrauchschiffchen, Silber, mit Band- und Muschelwerk in durchbrochener
und getriebener Arbeit. Johanneskopf Typus XI, Stempelmeisterb. D, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adler-
typus. — Sandkirche Breslau.
f. Bucheinband, Silber, mit Laub- und Bandelwerk in getriebener und durchbrochener Arbeit auf vergoldeter
Metallunterlage. Am oberen Rande des Einbandes vier Ösen mit einer silbernen Kette. H. 17,8 cm.
Br. 12 cm. Johanneskopf Typus XII, Stempelmeisterb. F, Meisterz. u. Teschener Befreiungsstempel. — Oberst
Hugo Jeglinger, Reichenberg in Böhmen.
Lampricht, Hans, Goldschmiedgeselle von Hamburg, stirbt in Breslau am 12. März 1617.
Lamy, Johann David, Goldarbeiter, geb. in Hanau, Sohn des Gärtners Adam Lamy, erwirbt das Breslauer Bürger-
recht am 27. Januar 1843, alt 40 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Landecke, Hensil (Hannos Lendecke), aurifaber, wird Bürger am Tage nach Sixti (7. August) 1369; Bürge ist
Henkinus aurifaber. Verreicht 1390 dem Johannes Mawer 2 Mk. jährl. Zins auf sein Erbe hinter der Schulen
auf der Goltsmedegasse und 1392 dem Heinrich Wonschilborg 1 Mk. jährl. Zins auf sein Erbe am Neumarkte
(Schöppenb. VI. 239b VII. 100b). Erscheint 1392 in den Signaturbüchern als Juratus. Stirbt um 1400.
Landecke, Thomas (Landegke, Landek), aurifaber, wird Bürger am Tage vor Andree (29. November) 1379; Bürge ist
Henkinus aurifaber. Wohnt auf der Altbüssergasse bei der Schulen (Goltsmedegasse). Verreicht 1388 dem
Niclos vom Lemberg 2 Mk. jährl. Zins auf sein Erbe unter den „Gaultsmedin" bei Cunrad Goltsloer (Schöppenb.
VI. 78a). Bürgt 1394 für seinen Bruder Thomas (! wohl Hensil gemeint) (Signaturb. VII. 183b). Erscheint 1390,
1399, 1402, 1404, 1407, 1410 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior. Zahlt 1403/4 an
Steuern: de hereditate 1 Lot, de opere Va fertonem, de re 1 Scot (Steuerb. fol. 20 b). Stirbt um 1412.
Landiskroner, Vitus, aurifaber, erwirbt das Bürgerrecht am Freitag vor Invocavit (9. Februar) 1448. Ist im Catalogus
civium von 1470 nicht mehr erwähnt.
Lang, Michael, kein Goldschmied, sondern ein Tuchmacher in der Neustadt-Breslau, wurde durch ein Versehen des
Stadtschreibers im Catalogus civium von 1470 unter die Goldschmiede geschrieben.
Lange, Carl Joseph, Silberarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Johann Gottlob Jaeckel vom Qu. Crucis 1783—1789.
Arbeitet bei Johann Ernst Braungart als Meisterstück zwei Girandolen (Armleuchter), wird Meister am
30. (31.) Oktober 1792 und Bürger am 4. Februar 1793. Ist in der Meisterliste von 1813 das letzte Mal erwähnt.
109
Langer, Johann Gottfried (Johann Christian Lange), Gold- und Silberstecher, Sohn des Kleinuhrmachers Johann
Christoph Langer in Augsburg, heiratet in Breslau am 24. November 1732 Eva Martha, die Tochter des Muster-
schreibers Christian Mühl (Elis.). Erwirbt das Bürgerrecht am 31. Dezember 1737. Stirbt am 17. Novembei 1741,
alt 33 Jahre 2 Monate (Elis.).
Laudner, Melchior, Goldschmiedgeselle, Sohn des Berghauers Caspar Laudner in St. Annaberg, heiratet in Breslau
1596 Anna, die Tochter des Fleischers Jorge Hittman (Elis.).
Launer, Christian Gottlieb (Launert), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Gürtlers Christian Launer, meldet sich
am 23. September 1750 als Stückmeister, arbeitet bei Johann David Kriebel eine Masche nebst Ring, wird Meister
am 15. Dezember 1750. Erwirbt das Bürgerrecht am 30. August 1751. Heiratet am 4. Mai 1756 Anna Sophia, die
Tochter des Seelsorgers Johann Gottfried Eckhardt in Paschkerwitz bei Trebnitz (Elis.). Stirbt 1770.
Lebner, Hans, siehe Libner.
Lederhose, Joseph Gottlieb, Silberarbeiter, geb. 1738 in Breslau, Sohn des Ziergärtners Joseph Lederhose, lernt bei
Martin Kiesling vom September 1753 — 1758. Meldet sich am 7. Juni 1765 als Stückmeister, arbeitet bei Johann
Gottlieb Schmidt ein silbernes Becken nebst Kanne (etwa von dem auf Seite 7 Fig. 5 wiedergegebenen Typus),
wird Meister am 20. September 1765 und Bürger am 9. Januar 1766. Heiratet am 11. November 1766 Maria Anna
Eleonora, die Tochter des Abraham Ostertag, gewesenen Goldschmieds in Neisse (Elis.). Ist Ältester vom 18. Mai
1804 bis 1813. Stirbt am 10. (begr. d. 13.) Juni 1817, alt 79 Jahre (Elis.). Lederhose zeichnet IGL in einem herz-
förmigen Schilde, vgl. Taf. V Nr. 167.
a. Tischleuchter, Silber, im Louis XVI.-Stil. Johanneskopf, Stempelmeisterb. L u. Meisterz. — Hofantiquar Max
Altmann, Breslau.
b. Tischleuchter, Silber, in der Fig. 38 abgebildeten Form, doch mit quadratischer Standfläche und kanne-
liertem Säulenschafte. H. 24,5 cm. Johanneskopf Typus XV, Stempelmeisterb. L, Meisterz. u. Kriegssteuerst. 3$"-
— Kreuzkirche, Breslau.
c. Tischleuchter, Silber, drei Stück, in der Fig. 38 abgebildeten Form, doch auf quadratischer Standfläche und
ohne Gitter an der Lichttülle. Datiert 10. Juli 1800, 1810 u. 1811. Johanneskopf, Stempelmeisterb. M u. N,
Meisterz. u. Kriegssteuerst. u. Adlertypus. — Verein christlicher Kaufleute, Zwinger, Breslau.
d. Sargschilde der Breslauer Schuhmachermeister, Silber, oval, in der Mitte in vergoldeter Auflage ein Stiefel.
Datiert 1817. Dm. 51 X41 cm. Johanneskopf Typus XVIII, Stempelmeisterb. P u. Meisterz. — Schuhmacher-
Innung, Breslau.
Leher, Antonius, siehe Loh er.
Lehmut, Carl Samuel Friedrich, Gold- und Silberarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Johann Augustin Christian See-
berg vom Qu. Lucie 1789 bis Qu. Crucis 1795. Erwirbt das Bürgerrecht am 22. April 1814. Wird nicht Innungs-
mitglied.
Leinss, Johann Jacob (Leinsz, Leinz, Leints), Goldarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Gottfried Benjamin Weigelt vom
27. Dezember 1765 bis 2. Oktober 1771. Meldet sich am 1. März 1786 als Stückmeister, arbeitet bei Johann Ernst
Braungart ein Paar Ohrgehänge mit Brillanten, wird Meister am 6. April und Bürger am 10. August 1786.
Stirbt 1830.
Leiser, Christoph Siegfried Elias (Leiszer, Leisse, Leyser), Goldarbeiter, geb. in Bitterfeld bei Leipzig, arbeitet in
Breslau bei Johann Christian Schlencker als Meisterstück einen dreifach karmoisierten Brillantring, wird Meister
am 23. Januar 1787. Erwirbt das Bürgerrecht am 11. Februar 1788. Ist in der Meisterliste von 1795 das letzte
Mal erwähnt.
Leiterding, Johann, Silberjuwelier, wird 1723 am Dom erwähnt (Schles. Vorz. VII. 488).
Leittner, Johann Peter Theophilus, siehe Leuttner.
Lemor, Carl August Theodor, Silberarbeiter, geb. in Breslau am 20. März 1820, Sohn des Silberarbeiters Johann
Adam Lemor, lernt bei seinem Vater vom Qu. Johannis 1834—1838. Erwirbt das Bürgerrecht am 13. Juni 1845.
Meldet sich am 5. April 1849 als Stückmeister, arbeitet eine silberne Tabatiere, wird am 14. Juli 1849 in die
Innung aufgenommen. Bleibt Mitglied bis 1893. Zeichnet IAL in einem rechteckigen Felde.
Lemor, Johann Adam (Lemmor, Lemmer), Silberarbeiter, geb. am 20. Juli 1788 in Roemhild in Meiningen, Sohn des
Kürassiers Valentin Lemor, lernt in Mainz. Erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 21. August 1818. Wird
Innungsmitglied am 11. Februar 1820. Stirbt 1840. Seine Witwe setzt das Geschäft fort. Lemor zeichnet IAL
in einem rechteckigen Felde, vgl. Taf. V Nr. 188.
Lemor, Julius, Silberarbeiter, geb. in Breslau am 26. April 1846, Sohn des Silberarbeiters Carl August Theodor
Lemor, lernt bei seinem Vater von Ostern 1860—1864. Tritt am 19. April 1875 in die Innung ein und bleibt bis
zum 13. Oktober 1893 Mitglied. Zeichnet IAL in einem rechteckigen, seit 1897 in einem ovalen Felde.
110
Lendecke, Hannos, siehe Hensil Landecke.
Leuschner, Johann Carl Ehrenfried, Goldarbeiter, geb. in Hermsdorf am Kynast, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht
am 16. Januar 1844, alt 44 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied. Zieht später nach Hirschberg, lässt sich aber in
Breslau sein Bürgerrecht reservieren.
Leuttner, Johann Peter Teophilus (Leuthner, Leittner), Goldarbeiter, Sohn des Buchbindermeisters Johann Wilhelm
Abraham Leuttner in Hanau in Hessen, lernt in Breslau bei Johann Gottlob Tholuck von 1799—1804. Arbeitet
bei Johann Gottlob Tholuck als Meisterstück ein Paar Ohrgehänge mit ä jour gefassten Brillanten, wird Meister
am 15. Januar und Bürger am 18. Januar 1811. Heiratet 25 Jahre alt am 3. Januar 1811 Johanna Christiana, die
Tochter des Haushälters Christian Gärtner (MM). Feiert am 15. Januar 1861 sein fünfzigjähriges Meisterjubiläum,
wird Ehrenmitglied der Innung. Stirbt am 20. Dezember 1868.
Leweck, Gottlieb Wilhelm [Johann Gottfried?], Goldarbeiter, geb. in Breslau, lernt erst bei Samuel Jacob Somme,
dann bei Gottlieb David Günther von 1804 — 1S10. Erwirbt das Bürgerrecht am 4. August 1816, alt 27 Jahre.
Wird nicht Innungsmitglied.
Lewtke, siehe Lütke.
Leyde, Andreas, Goldschmied aus Dresden, stirbt in Breslau am 5. (begr. d. 7.) Januar 1736, alt 40 Jahre.
Leyser, Christoph Siegfried Elias, siehe Leiser.
Libner, Hans (Liebener, Lebner, Lübner, Lüblin), Goldschmied, heiratet als Geselle 1550 Magdalena, die Tochter des
f Goldschmieds (?) Hans Francke (Elis.1). Erwirbt das Bürgerrecht am 13. Februar 1551, wird um dieselbe Zeit
Meister. Wohnt am Ringe unter den Riemern. Stirbt am 19./25. Oktober 1585. Seine Tochter Anna heiratet am
13. Juli 1587 den Schwertfeger Stephan Fuchs (MM).
Lichtenaw, Georgius, aurifaber, . wird Bürger am Mittwoch nach Francisci (5. Oktober) 1373; Bürge ist Claus Briger.
Lillpop, Johann Ferdinand Joseph, Goldarbeiter, geb. in Schweidnitz, Sohn des Venditers Ferdinand Lillpop, lernt in
Breslau bei Johann Friedrich Streubel von Michaelis 1815 — 1821. Erwirbt das Bürgerrecht am 30. August 1824,
alt 22 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied. Seine Frau Amalie Friederika, geb. Wiesner, stirbt 1833 (MM).
Lincke, Johann George, Gold- und Silberplätner, Sohn des Schuhmacherältesten Gregor Lincke in Cottbus, heiratet in
Breslau am 9. November 1711 Anna Elisabeth, die Tochter des Landkutschers Johann Frentzel (MM). Steht bei
Friedrich Kriegelstein in Arbeit.
Lindau, Ernst (Linde), Goldschmiedgeselle, Sohn des Goldschmieds Franz Lindau in Oppeln, stirbt in Breslau am
20. Dezember 1632, alt 21 Jahre (Elis.), hat bei Paul Hedelhofer d. ä. auf der Oderstrasse in Arbeit gestanden.
Lindholtz, Andreas, Gold- und Silberdrahtzieher, seine Frau Anna Margareta, geb. Petsch, f 12. (13.) IX. 1727, alt
35 Jahre.
Lindholtz, Christoph, Gold- und Silberdrahtzieher, Sohn des Erbsassen Andreas Lindholtz bei Berlin, heiratet in
Breslau am 24. April 1719 Susanna, die Tochter des Johann Hausschild (Elis.). Sein Sohn Andreas Gottlieb,
Gold- und Silberdrahtzieher, heiratet am 16. November 1756 Johanna Christiana, die Tochter des f Posamentiers
und Seidenstrickers Benjamin Lehmann (Elis.).
Lindholtz, Johann Friedrich, Gold- und Silberdrahtzieher, seine Frau Maria Rosina, geb. Höpner, f 29. (30.) VIII. 1731.
Er selbst stirbt am 7. (8.) Juni 1734, alt 37 Jahre 12 Wochen.
Lindner, Carl Gottlieb, Goldarbeiter, erwirbt das Bürgerrecht am 13. Mai 1814. Wird nicht Innungsmitglied.
Lindner, Heinrich Rudolf, Goldarbeiter, lernt bei Georg Heinrich Gumpert bis Juli 1851. Wird Innungsmitglied am
19. Oktober 1858, scheidet am 13. Oktober 1863 wieder aus.
Liphart, Niclos, aurifaber, wird Bürger am Tage Petri ad cathedram (22. Februar) 1408; Bürge ist Henricus
Schorgast.
Littke, Johann Heinrich (Littik), Goldschmiedgeselle, stirbt am 23. (begr. d. 25.) Mai 1752, alt 50 Jahre (Elis.). Seine
Tochter Barbara Elisabeth heiratet am 27. Oktober 1761 den Schuhmacher Samuel Jahn (Elis.). Seine Witwe Eva
Christiana, geb. Herting, f 15. (begr. d. 17.) III. 1779 (Elis.).
Litzmann, Carl Friedrich (Lizemann, Luzmann), Goldarbeiter, geb. in Halle, Sohn des dortigen Diakonus Matthias
Laurentius Litzmann, meldet sich in Breslau am 16. März 1786 als Stückmeister, arbeitet bei Christian Hoensch
eine Haarnadel mit ä jour gefassten Brillanten, wird Meister am 20. Juni und Bürger am 10. August 1786.
Heiratet am 29. Oktober 1795 Johanna Wilhelmina Carolina, die Tochter des Kgl. Justizkommissars Christian
Benjamin Uber (Elis.). Wird 1798 Königl. Mühlen wagemeister in Reichenbach. Durch Dekret vom 26. Oktober
1798 wird ihm das Bürgerrecht reserviert, das Meisterrecht jedoch nur unter der Bedingung, dass er die Quartals-
beiträge an die Innungskasse weiter zahlt (Lose Goldschmiede-Akten).
Lobenschuss, Augustin (Lobschuss, Lobenschoss, Lobenschütz), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Perlenhefters
Daniel Lobenschuss, wird 1665 Bürger und Meister. Heiratet am 26. Januar 1666 Elisabeth, die Tochter des
111
f Seilers Johann Goltsch in Oppeln (MM). Wohnt auf der Taschengasse. Stirbt am 11. (12.) November 1693,
alt 60 Jahre (MM Salv.). Seine Tochter Justina heiratet am 17. November 1693 den Landkutscher Caspar Hahn
(MM). Seine Witwe Elisabeth f 5. III. 1694. Seine Tochter Rosina heiratet am 28. Juli 1699 den Maurer-
gesellen Gottfried Lindner (Elis.). Seine Tochter Magdalena heiratet am 23. Oktober 1703 den Parchnergesellen
Johann Reffer (Elis.). Lobenschuss zeichnet AL ligiert, über dem L ein kleines o, in einem dreipassigen Blatte,
vgl. Taf. III Nr. 95.
a. Willkommschildchen der Breslauer Korbmachergesellenschaft, Silber, ein Paar, achteckig, mit Innungs-
emblemen der Korbmacher. Datiert 1672. Meisterz. (Ohne Beschauz.) — Schlesisches Museum für Kunst-
gewerbe und Altertümer, Breslau.
b. Abendmahlslöffel, Silber, in Renaissanceform, Laffe siebartig durchlocht. Datiert 1686. Beschauz. W
Typus VI, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Elisabethkirche, Breslau.
Lockortt, Albrecht, siehe Luckertt.
Löttcman, Hans, siehe Lotterman.
Loh, Johann Rudolph von, Goldarbeitergeselle, Sohn des Herzoglichen Münzwardeins Christian von Loh in Öls,
stirbt in Breslau am 11. (begr. d. 13.) November 1741, alt 22 Jahre (Elis.).
Loher, Anthonius (Leher, Lowrein [?]), Goldschmied, heiratet als Geselle am 15. Februar 1563 Barbara, die Witwe
des Steinschneiders Georg Brawn (MM). Erwirbt das Bürgerrecht am 18. Februar 1564, wird um dieselbe Zeit
Meister. Stirbt vor 1579.
Lohse, Johann, Goldschmiedgeselle aus Halle, stirbt in Breslau 1707, alt 24 Jahre.
Lomnig, Georg, Goldschmied von Augsburg, heiratet in Breslau am 9. Januar 1571 Anna, die Tochter des Bäckers
Gregor Machnit (MM).
Lomnitzer, Georg (Lumnitzer), Goldschmied, heiratet als Geselle am 4. Oktober 1558 Agnet, die Tochter des f Thomas
Schutler. Erwirbt das Bürgerrecht am 1. Februar 1560, wird um dieselbe Zeit Meister. Heiratet als Witwer am
15. Dezember 1561 Ursula, die Tochter des f Hans Ochsendorf (MM). Stirbt um 1566. Seine Witwe Ursula
heiratet am 29. November 1568 den Schenken Bartel Burckart (MM). Seine Tochter Magdalena heiratet am
24. Oktober 1581 den Töpfer Georg Dickenbein in Canth (MM).
Lorenz, Meister L. der Goltschmid, siehe Lorencz Cretsmer oder Lorencz Polak.
Lorenz, Carl Friedrich, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Kunstgärtners Johann Friedrich Lorenz, lernt bei
Johann Friedrich Wilhelm Fuss von 1810—1815. Erwirbt das Bürgerrecht am 17. März 1824, alt 28 Jahre. Wird
nicht Innungsmitglied.
Lotterman, Hans, Sachs genannt (Lötteman), Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht am Freitag vor Invocavit
(11. Februar) 1513, wird um dieselbe Zeit Meister. Kauft am Dienstag nach Jacobi (28. Juli) 1517 von Margareta,
der Frau des Goldschmieds Niclas Werner ein Eckhaus auf der Albrechtsgasse (Tradb. III. 27b). Lotterman und
der Goldschmied Hans Voyt reichen (ersterer in Vollmacht des Goldschmieds Oswald Rothe) als Testamentarii
der f Margareta Angermundin am Montag nach Palmarum (25. Märzj 1521 den Ältesten der Goldschmiede zu
Händen armer Leute die Hälfte des Hauses, das der Verstorbenen auf der Albrechtsgasse zunächst Steffan Davids
Erbe gehört hat (Tradb. III. 157 b). Lotterman stirbt vor 1544.
Lowrein, Anthonius, siehe Loh er.
Loy, Christian, Goldschmiedgeselle, Sohn des Torgauer Goldschmieds Reinhardt Loy, stirbt in Breslau am 20. April
1653, hat bei der Witwe des Goldschmieds Jonas Petzold in Arbeit gestanden.
Loy, Hans George, Goldschmiedgeselle, Sohn des Torgauer Goldschmieds Reinhardt Loy, stirbt in Breslau am
17. (23.) Juni 1676, alt 69 Jahre (Elis.).
Loy, Reinhardt, Goldschmiedgeselle, Sohn des Torgauer Goldschmieds Reinhardt Loy, stirbt in Breslau am 22. De-
zember 1634, alt 35 Jahre (Elis.), hat erst bei Tobias Vogt, dann bei der Witwe des Goldschmieds Jonas Petzold
in Arbeit gestanden.
Lucas, Meister L. der Goltschmid, siehe Flässel.
Lucas, George Samuel (Lukas, Luckas), Galanteriewarenarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Galanteriewarenarbeiters
Johann George Lucas, lernt bei Carl Maximilian Powalsky vom 7. Januar 1760 bis 11. Juni 1760, dann bei Johann
Gottlieb Heissig bis 22. Juni 1764. Meldet sich am 19. November 1771 als Stückmeister, arbeitet bei Christian
Hoensch eine Rauchtabakdose, wird Meister am 11. Juli 1772. Heiratet, 28 Jahre alt, am 21. Januar 1772 Susanna
Regina, die Tochter des f Reichkrämers Wilhelm Siegemund Ziegemeyer (Elis.). Seine Frau f 22. (begr. d.
24.) II. 1775 (Elis.). Lucas ist in der Meisterliste von 1779 das letzte Mal erwähnt.
Lucas, Johann George, Galanteriewarenarbeiter, stirbt am 18. (begr. d. 20.) Januar 1758, alt 46 Jahre 6 Monate (Elis.).
Sein jüngster Sohn Johann Christian, Herzoglicher Hofjuwelier in Öls, heiratet in Breslau am 22. Mai 1782
112
Susanna Dorothea, die Tochter des f Strumpffabrikanten Christoph Martin Müller (MM). Sein dritter Sohn
Anton Benjamin, ein Destillateur, heiratet im Oktober 1784 Christiana Charlotte, die Tochter des f Destillateur-
ältesten Gottfried Wentzel (Elis.). Seine Witwe Johanna Eleonora, geb. Legner, f 12. (begr. d. 15.) IV. 1793 (Elis.).
Lucas, Johann Gottlieb (Lukas, Luckas), Goldarbeiter, geb. in Breslan, Sohn des Galanteriewarenarbeiters Johann
George Lucas lernt bei Benjamin Kochmann vom 26. Dezember 1753 bis 20. September 1758, dann bei Johann
Ernst Roemer bis 19. September 1759. Meldet sich 1762 als Stückmeister, wird aber abgewiesen, da er nicht
vorschriftsmässig gewandert ist und auch bei keinem hiesigen Meister als Geselle gearbeitet hat. Lucas wendet
sich an die Kgl. Kriegs- und Domänenkammer, die ihn von der Erfüllung obiger Vorschriften dispensiert und die
Innung anweist, ihn als Stückmeister anzunehmen. Lucas beginnt alsdann am 28. Dezember 1764 sein Meister-
stück, arbeitet bei Friedrich Gottlob Krebs einen Placker mit Rauten, wird Meister am 1. März 1765. Heiratet
am 14. Mai 1765 Anna Susanna, die Tochter des f Kraftmüllers Christian Haase (Elis.). Erwirbt das Bürger-
recht am 12. Juli 1765. Seine Frau Anna Susanna f 6. (begr. d. 11.) I. 1801 (Elis.). Er selbst stirbt 1814. Ist
im Bürgerbuche am 3. Juni 1825 erwähnt, als seine Tochter Anna Eleonora, verehelichte Hauptmann von Franken-
berg, als Hausbesitzerin das Breslauer Bürgerrecht erwirbt.
Luckertt, Albrecht (Lockortt), Goldschmiedgeselle von Westeras in Schweden, arbeitet 1618 in Breslau bei Zacharias
Petzold. Über ihn beklagen sich wegen ehrenrühriger Worte die Goldschmiede George und Jeremias Beck,
doch die Ratmannen geben am 12. August 1620 der Klage kein Gehör, vermahnen vielmehr die Gebrüder Beck,
sich dergleichen Sachen künftig zu enthalten (Lib. definit. V. 98b — 99a).
Luczk, Jacobus, aurifaber, wird Bürger am Mittwoch nach Jubilate (16. Mai) 1397; Bürge ist Waltherus Ebirhart. Ist
wohl identisch mit Jacobus Yzingraber, der 1401 in den Signaturbüchern als Juratus und Zunftsenior erscheint (es
könnte noch Jacob Cläre, der 1371 Bürger wird, in Betracht kommen).
Ludeman, Werner (Lüdemar), Goldschmied, Sohn des Amtmannes Werner Ludeman vor Lübeck, wird in Breslau
Anfang 1661 Bürger und Meister. Heiratet am l.März 1661 Rosina, geb. Fesch, die Witwe des Goldschmieds
Hans Späth (MM). Stirbt um 1685 (?). Zeichnet W L ligiert in ovalem Felde, vgl. Taf. III Nr. 88.
a. Sargschilde der Breslauer Seifensieder und Lichtzieher, Silber mit Vergoldung, achteckig, in der Mitte ein
Oval mit vergoldeten Innungsemblemen und Jahreszahl 1661, am Rande allegorische Figuren, Glaube, Hoff-
nung und Tod, ein geflügelter Engelskopf und barockes Früchtewerk in getriebener Arbeit. H. 47 cm.
Br. 41 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer,
Breslau.
Ludowick, Franz, Goldarbeiter, ist am 19. November 1781 Trauzeuge bei St. Vincenz.
Ludwig, M., Goldschmied, ist erwähnt in der Spezifikation der Pfuscher in und vor Breslau von 1662 (Bresl. Kgl.
Staatsarchiv, Stadt Breslau, II. 10 d 3).
Ludwigk, Paul (Ludewig\ Goldschmied, heiratet als Geselle 1553 Maria, die Tochter des f Caspar Kitzig (Elis.).
Erwirbt das Bürgerrecht am 9. Februar 1554, wird um dieselbe Zeit Meister. Erhängt sich in seiner Kammer am
17. August 1566 (Pols Jahrbücher der Stadt Breslau, ed. Büsching, Bd. IV S. 49).
Lüblin [Lübner], Hans, siehe Libner.
Lüdemar, Werner, siehe Ludeman.
Lüthrod, Stephan Christian, siehe Luttroth.
Lumnitzer, Georg, siehe Lomnitzer.
Lundberg, Adolph, Silberarbeiter, geb. zu Reval in Livland, Sohn des dortigen Silberarbeiters Daniel Wilhelm Lund-
berg, arbeitet in Breslau bei Samuel Christoph Thun als Meisterstück einen Korb von Silberfiligran, wird Meister
am 29. April und Bürger am 30. April 1802. Heiratet vorher im November 1801 Johanna Dorothea, die Tochter
des f Schuhmachers Hähnel (Elis.). Stirbt am 20. (begr. d. 22.) Oktober 1806, alt 36 Jahre (Elis.).
Lusnitzky, Heinrich, Goldschmiedgeselle, stirbt 1625, hat bei George Sauerman in Arbeit gestanden.
Lutinrad, Heinrich de (Lwtinrad), aurifaber, wird Bürger am 31. Dezember 1382; Bürge ist Paulus Goltsloer. Siehe
Heinrich von Erford.
Lütke (Lwtke, Lewtke), Goltsmed; 1347 verkauft Cunne, Meister Emerichs Witwe, dem Goltsmede Lwtkin den halben
Kram, der der Rynischin gewesen ist (Schöppenb. I. 48a). Lütke ist 1349 und 1350 im Schöppenbuch I fol. 106 ll
u. 151 a als Hausbesitzer genannt. Seine Frau Agnite verreicht 1362 den drei Töchtern Pecze Goltsmedis, Nonnen
zu St. Katharina, 1 Mk. jährl. Zins, die sie auf Peczold Doringis Erbe auf der Altbiissergasse hat (Schöppenb. IL 158b).
Luttroth, Stephan Christian (Luttrodt, Lüthrodt, Lutterodt, Lutteroth), Silberarbeiter, verfertigt bei Johann Peter Ziegler
als Meisterstück ein Geschirr nebst Ring und Siegel, wird Meister am 17. Mai und Bürger am 22. Mai 1716. Ist
Ältester seit 1737 und Stempelmeister mit dem Buchstaben F seit April 1746 (siehe Seite 20). Stirbt am 22. (begr.
d. 24.) Juli 1758, alt 69 Jahre 35 Wochen (Elis.). Seine Witwe Christiana Susanna, geb. Schmidt, setzt die Werkstatt
113
fort und stirbt am 24. (begr. d. 26.) April 1766, alt 77 Jahre 11 Monate 27 Tage I Elis.). Luttroth zeichnet S6J? in einem
Schilde, vgl. Taf. IV Nr. 135.
a. Kapsel, Silber, mit Patene, flache runde Scheibe, graviert mit dem Monogramm Christi. Dm. 12,5 cm.
Johanneskopf Typus VIII, Stempelmeisterb. B negativ, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Sfr- Matthiaskirche, ehe-
malige Jesuitenkirche, Breslau.
b. Kelch, Silber mit Vergoldung, auf dem Fusse drei vergoldete Engelsköpfchen und reich verschlungenes
silbernes Bandwerk in getriebener Arbeit. An dem birnförmigen Nodus drei in Voluten ausgehende geflügelte
Engelsköpfchen. Auf dem silbernen Kuppabelage drei Engelsköpfchen gleich denen am Fusse und Bandwerk in
durchbroch. Arbeit. H.23,8 cm. — Johanneskopf Typus X, Stempelmeisterb. Cu. Meisterz. — Barbarakirche, Breslau.
Lutz, Martin, Gold- und Silberstecher, erwirbt das Bürgerrecht am l.Juni 1750.
Luz, Michael, Goldschmied; am 22. Juli 1710 heiratet seine nachgelassene Tochter Anna Rosina den Beckenknecht
George Höntschke (MM).
Luzmann, Carl Friedrich, siehe Litzmann.
Lwtinrad, Heinrich de, siehe Lutinrad.
Mache, siehe Muche.
Machhoy, Carl Joseph Franz (Machoy, Machoi), Gold- und Silberarbeiter, meldet sich am 15. Januar 1856 zum Beitritt
in die Innung und wird am 5. August aufgenommen. Stirbt 1888.
März, Carl Friedrich (Mertz), Silberarbeiter, geb. am 2. November 1778 zu Oelsnitz im Vogtlande (nicht in Warschau!),
Sohn des dortigen Stadthauptmannes und Gold- und Silberarbeiters Christian Friedrich März, arbeitet in Breslau
bei Johann Bernhard Hoensch als Meisterstück eine silberne Kaffeekanne nebst Milchkännchen, wird Meister am
2. Juni und Bürger am 11. November 1803. Läuft 1804 davon.
Mahl, Elias, Goldschmied auf dem Sande, ist am 6. Juli 1687 Taufzeuge am Dom (Bresl. Kgl. Staatsarchiv, D 362 ee,
,S. 34); siehe Elias Miel.
Maibanus, Jonas, siehe Moybanus.
Maier, Carl Benjamin, siehe Meyer.
Maletius, Christian Friedrich (Malitius), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Destillateurs Hieronymus Maletius,
lernt bei Johann Gottlieb Candisch vom 19. März 1767 bis 30. Dezember 1772. Meldet sich mit Dispensation der
Kgl. Kammer am 26. Dezember 1779 als Stückmeister, arbeitet bei Christian Hoensch einen mit Rauten besetzten
Plack. Wird Meister am 20. Januar 1780 und um dieselbe Zeit Bürger. Heiratet am 1. Februar 1780 Katharina
Dorothea, die Tochter des Kürschners Johann Heinrich Albrecht (Elis.). Stirbt am 18. (begr. d. 21.) Mai 1789, alt
36 Jahre 2 Monate (Elis.). Seine Witwe Katharina Dorothea heiratet am 7. September 1791 den Kupferschmied
Johann Augustin Körber (Elis.). Seine Tochter Henriette Dorothea heiratet im Mai 1801 den Kupferschmied
Friedrich Wilhelm Körber (Elis.).
Mann, Ernst (Mahn), Goldschmied und Silberstecher, stirbt am 7. (begr. d. 9.) Juni 1745, alt 55 Jahre.
Markfeldt, Robert, Goldarbeiter, geb. 1831 in Danzig, tritt am 12. April 1859 in die Breslauer Innung ein. Ist von
1886—1893 Obermeister. Erklärt am 31. Januar 1893 seinen Austritt aus der Innung. Ist von 1881—1898 Stadt-
verordneter.
Martin, Wilhelm, Silberarbeiter, wird am 20. Januar 1873 in die Innung aufgenommen. Ist in der Mitgliederliste von
1S81 zum letzten Male genannt.
Mathis, Goltsmit, wird Bürger vor 1364. Bekennt 1368, dass die Mauer zwischen ihm und dem Goltsmed Hensil
von Glacz beiden gemeinsam gehört (Schöppenb. II. 401 b). Verreicht 1372 seiner Frau Elze den Hof, darinnen er
wohnt, für den Fall seines Todes (Schöppenb. III. 151 b). Siehe Hensil Brinneger.
Matthei, Christian August (Matthaei), Silberarbeiter, verfertigt bei Joseph Gottlieb Lederhose als Meisterstück einen
silbernen Aufsatz in Drahtarbeit, wird Meister am 28. November und Bürger am 13. Dezember 1811. Lebt später
in dürftigen Verhältnissen und erhält 1830 den Posten des Mittelsboten. Stirbt 1833.
Mayer, siehe Meyer.
Mecheln, Peter von, siehe Peter vom Baumgart.
Meesch, Hans [Johannes] (Mesch, Mersch, Meisch, Misch, Mösch, Messig), Goldschmied, heiratet als Geselle am
15. Mai 1564 Barbara, die Tochter des f Simon Schwartz (MM). Erwirbt das Bürgerrecht am 9. März 1565, wird
um dieselbe Zeit Meister. Wohnt auf der Groschengasse. Tritt um 1579 aus dem Mittel der Goldschmiede aus
und begibt sich zu dem Kretschmer-Orber. Am 3. Oktober 1582 bewilligen die Ratmannen im Einverständnis mit
den zünftigen Meistern die Wiederaufnahme des Meesch in die Innung, und zwar „in ansehung seiner vn-
erzogenenn kinderlein" (Lib. definit. III. 128b). Meesch stirbt am 12. November 1583. Seine Frau Barbara
t 24. X. 1585. Seine Tochter Barbara heiratet am 24. November 1603 den Handelsmann George Stopkuche (MM).
15
114
Megsam, Johann Jacob (Magsani ?\ Goldschmiedgeselle von Worms, stirbt in Breslau am 26. (30.) Januar 1694, alt
33 Jahre (Elis.).
Mehnert, Carl Gottfried, Goldarbeiter, geb. in Leipzig, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 5. Oktober 1821, alt
35 Jahre. Meldet sich am 20. März 1323 als Stückmeister, arbeitet einen goldenen Kamm mit Amethysten, wird
am 19. März 1824 in die Innung aufgenommen. Lebt später in dürftigen Verhältnissen, bewirbt sich 1859 um das
Amt des Mittelsboten, das er am 15. Juli 1861 erhält. Stirbt 1864.
Meier, siehe Meyer.
Meisenhammer, siehe Mesenhammer.
Meissner, Johann Christoph, Goldschmied, Sohn des Goldschmiedältesten Christoph Meissner in Liegnitz, erwirbt
das Breslauer Bürgerrecht am 28. Juni 1710, wird um dieselbe Zeit Meister. Heiratet am 15. Juli 1710 Magdalena
Rosina, die Tochter des Goldschmieds Gottfried Körner (Elis.). Stirbt am 11. (begr. d. 14.) Juni 1741, alt 59 Jahre
4 Monate 5 Tage (MM). Seine Witwe Magdalena Rosina f 23. (begr. d. 25.) III. 1743 (Elis.). Meissner zeichnet ICM
in einem verkehrt herzförmigen Schilde, vgl. Taf. IV Nr. 130.
a. Kelch, Silber mit Vergoldung, auf dem profilierten, wenig sechspassig gebogten Fusse wenig durch Ver-
goldung hervorgehobenes Laub- und Bandelwerkornament. Nodus birnförmig. Die Kuppa mit silbernem
Akanthusrankenwerk in durchbrochener Arbeit. Auf dem Fusse die Inschrift: „Frater Ludovicus Bardt Anno
1714". H. 18,5 cm. Johanneskopf Typus VII, Stempelmeisterb. B negativ, Meisterz. u. Kriegssteuerst. . —
Kloster der Barmherzigen Brüder, Breslau.
b. Rauchfässchen, Silber, kugelig, untere Hälfte mit feiner Rippung, obere mit Laub- und Bandelwerkdekor
in getriebener Arbeit. Johanneskopf Typus VII, Stempelmeisterb. B negativ, Meisterz. u. Kriegssteuerst. dfr- —
Kloster der Barmherzigen Brüder, Breslau.
Meissner, Valten, Goldschmied, verreicht am Sonnabend nach Katharine (26. November) 1496 dem Goldschmiede Lucas
Flässel sein Haus am Ringe zunächst dem Erbe des Caspar Wehpusch (Tradb. I. 22 b).
Meister, Elias, Goldschmiedgeselle, Sohn des kurf. sächs. Zolleinnehmers Ambrosius Meister in Alten - Merbitz,
heiratet in Breslau am 19. Juni 1645 Magdalena, die Tochter des Schönfärbers Gerhard Meyer zu Han im
Liegnitzschen (MM).
Menge, Christoph, Goldschmiedgeselle, Sohn des Goldschmieds Nicolaus Menge in Tangermünde a. d. E., heiratet in
Breslau am 4. August 1578 Anna, die Witwe Barthel Thiles (MM).
Menneller, Hans, Goldschmied, wird erwähnt am 23. August 1585 beim Tode seiner Witwe Justina.
Mentzel, Carl Gottlieb [Gottlob] (Menzel), Goldarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Johann Gottlieb Heissig vom
21. September 1757 bis 11. März 1762. Meldet sich am 26. September 1767 als Stückmeister, arbeitet bei George
Emanuel Scholtz einen mit Rauten besetzten Plack, wird Meister am 12. (17.) November und Bürger am 8. Dezember
1767. Ist in der Meisterliste von 1775 das letzte Mal erwähnt.
Mentzel, Christian (Menzel), d. ä., Goldschmied, Sohn des Handelsmannes Martin Mentzel in Hirschberg, wird in
Breslau Anfang 1668 Bürger und Meister. Heiratet am 9. April 1668 Susanna, die Tochter des Goldschmied-
ältesten Hans Jachman d. ä. (Elis.). Wohnt am Ringe unter den Riemern. Seine Tochter Anna Magdalena
heiratet am 9. Mai 1689 den Goldschmied Elias Grische (Elis.). Mentzel stirbt als Zunftältester am 22. (28.) Januar
1699, alt 62 Jahre weniger 4 Wochen (Elis.). Seine Tochter Maria Elisabeth heiratet am 3. Januar 1702 den Part-
krämerältesten Philipp Kohlsdorff (Elis.). Seine Witwe f 22. (begr. d. 25.) I. 1709 (Elis.). Mentzel zeichnet CM in
ovalem Felde, vgl. Taf. III Nr. 96.
a. Monstranz, Silber mit Vergoldung, Steinen und Email, abgebildet auf Tafel VI. Ein Hauptwerk des
Meisters. Als Motiv liegt die Wurzel Jesse zu Grunde. Auf dem Fusse drei auf die Erfüllung des alten
Testamentes sich beziehende Darstellungen: Johannes der Täufer weist auf das Lamm Gottes hin, der
schlafende Adam schaut Christus, zwei Engel mit der Bundeslade vor der hl. Maria mit dem Kinde. Aus
dem Fusse erhebt sich die Halbfigur Jesses, dessen Haupte ein mächtiger Weinstock, auf Vorder- und Rück-
seite gleich sorgfältig gearbeitet, mit den Halbfiguren der Stammväter Christi und der auf Wolken thronenden
Gottesmutter in der Mitte entwächst. Nach der Umschrift um das Heinrichauer Stiftswappen im Jahre 1671
von Abt Melchior bestellt. H. 104,5 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche, Heinrichau.
b. Kelch, Silber vergoldet, zeichnet sich vor den übrigen Werken des Meisters durch reichen farbigen Relief-
schmelz aus, mit dem der durchbrochene Belag des sechspassigen, profilierten Fusses und der Kuppa sowie
der birnförmige Nodus bedeckt sind. Auf dem Fusse Halbfiguren von Heiligen, auf der Kuppa Engel mit
Leidensattributen. Laut Umschrift um das Heinrichauer Stiftswappen auf der Kelchunterseite gestiftet von
Abt Melchior im Jahre 1671. H. 25 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche,
Heinrichau.
TAFEL VI
Christian Mentzel d. ä.: Monstranz von 1671 in der kath. Pfarrkirche in Heinrichau
115
c. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse in Auflage silbernes Rankenwerk und sechs
Medaillons mit dem Gekreuzigten zwischen Maria und Johannes, der Auferstehung und den vier Evangelisten.
Nodus birnförmig. Auf dem Kuppabelag drei silberne Engel mit Leidensattributen zwischen Blumen- und
Rankenwerk in durchbrochener Arbeit. Auf der Unterseite des Fusses ein Wappen (noch nicht bestimmt;
Schild mit breitem Balken, belegt mit Kahn auf Wasser, als Helmzier der Kahn wiederholt) und die Inschrift:
„A. R. G. V. Z. W. ANNO 1672". H. 24,2 cm. Beschauz. W Typus VI, Meisterz. u. Kriegssteuerst. — Maria
Magdalenenkirche, Breslau.
d. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse silberne Medaillonsmit Szenen des alten
Testamentes, am Fussrande fein gravierte Beischriften, die die Bibelstellen angeben, auf die sich die bildlichen
Darstellungen der Medaillons beziehen. Aus dem mit Fruchtbündeln dekorierten, birnförmigen Nodus wachsen
drei silberne Kindergestalten heraus, die in emaillierten Körbchen je einen Smaragd tragen. Auf dem Kuppa-
belag zwischen feinem silbernem Blattwerk drei vergoldete Medaillons mit Szenen aus dem neuen Testamente,
darunter Bänder mit erläuterndem Texte. Alle Teile des Kelches sind mit vereinzelten Emailrosetten sowie
grünen und roten Steinen besetzt. Datiert 1675. H. 23,6 cm. Beschauz. W Typus VI, Meisterz. u. Kriegssteuerst.
Adlertypus. — Diözesanmuseum, Breslau (Stammt aus der kath. Pfarrkirche in Heinrichau).
e. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse silberne Medaillons mit heiligen Königen,
durch Beischriften bestimmt als: David, Ludovicus, Heinrich, Eduard, Wenceslaus und Stephanus. Auf der
Kuppa die hl. drei Könige. An jeder Figur ein Stein zwischen durchbrochenem Laubwerk. Nodus birn-
förmig. Nach der Wappenumschrift auf der Kelchunterseite gestiftet von Abt Melchior von Heinrichau im
Jahre 1677. H. 23,5 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche St. Laurentii, Schönwalde Kr.
Frankenstein.
f. Sargschilde der Breslauer Seilermeister, Silber mit wenig Vergoldung, oval, mit Emblemen der Seiler-
Innung, Teilen des Breslauer Stadtwappens, dem böhmischen Löwen, schlesischen Fürstenadler, Engeln und
barockem Blattrankenwerk in durchbrochener Arbeit auf dunklem Sammetgrunde. Datiert 1678. Dm. 48,2 X 38 cm.
Johanneskopf Typus I u. Meisterz. — Seiler-Innung, Breslau.
g. Altarleuchter, Silber, sechs Stück. Datiert 1681 und 1688. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Sand-
kirche, Breslau.
h. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse aufgelegte herzförmige Silbermedaillons
mit der hl. Familie auf Erden und Blumen, auf dem silbernen Kuppabelage die hl. Familie im Himmel und
Blumen. Auf der Kelchunterseite das Wappen des Stiftes Leubus nebst den Initialen I. A. L. (Johann Abbas
Lubensis) und Jahreszahl 1682. H. 20,7 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche St. Mariae
Himmelfahrt, Himmelwitz Kr. Gross-Strehlitz.
i. Grosser Königsorden, Silber vergoldet, in Form eines heraldischen Adlers mit 172 Ösen zum Anhängen
der Königskleinodien. Auf dem Kopfe eine kleine, mit Almandinen und Perlen besetzte Krone. Auf der
Brust ein von einem älteren (bei G. Hauer, Breslische Schützen Kleinoth [Breslau 1613], auf Tafel I ab-
gebildeten) Vogel aus dem Jahre 1491 stammendes, goldenes, rot emailliertes Schildchen mit dem Brustbilde
Johannes des Evangelisten (abgeb. Fig. 40). Auf der Rückseite des hohlen Vogelleibes ein Täfelchen mit
Inschrift und Datum 31. May 1685. H. 38 cm. Br. 35,5 cm. Beschauz. W Typus VI, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Sf^-
— Kleinodien der Zwingerschützen in Breslau. Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer,
Breslau (Vgl. Schlesiens Vorzeit, Bd. VII S. 154 f.).
k. Königskranz, Silber vergoldet, ein bandförmiger Reif besetzt mit sieben blattförmigen Zacken, die durch
Filigrandraht zusammengehalten werden. Auf der Innenseite des Reifs die Inschrift: „Der Brüderschafft im
Schweidnitzschen Zwinger 1685". Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Kleinodien der Zwingerschützen in
Breslau. Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Vgl. Schlesiens Vorzeit, Bd. VII
S. 180 f.).
1. Sargschilde der Breslauer Strumpfwirker, Silber mit wenig Vergoldung, oval, mit Innungsemblemen, Engeln
und Blattwerk in durchbrochener Arbeit auf dunklem Sammetgrunde. Dm. 52,7 X 43 cm. Beschauz. W Typus VI
u. Meisterz. — Färber-, Wäscher- und Strumpfwirker-Innung, Breslau,
m. Kronleuchter, Silber, aus getriebenem Blattwerk. Datiert 1688. Johanneskopf Typus II u. Meisterz. —
Elisabethkirche, Breslau.
n. Sonnenmonstranz, Silber mit Vergoldung. Laut Inschrift im Jahre 1691 von Franciscus Dominicus Schöl
gestiftet. Johanneskopf Typus II u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche St. Annae, Frankenstein.
o. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen Fusse ringsum ein Kranz von kleinen Muscheln, darüber
sechs Wappenschilde mit dem Augustinerchorherrn-Monogramm, zwei Wappen (Löwe auf Schrägbalken und
15*
116
zwei Rosen, auf dem anderen eine Traube) nebst zugehörigen Buchstaben PP WKS CP und SWG EVR
nebst Jahreszahl 1693, darüber abwärts gerichtete Blattbündel mit Ähren und Trauben. Der auf der Ober-
seite mit silbernem Weinlaub belegte, birnförmige Nodus wird durch eine Weintraube gebildet. Kuppabelag
silbern mit getriebenem Weinlaub. H. 24,5 cm. Johanneskopf Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus.
- Kath. Pfarrkirche St. Nicolai, Kunersdorf Kr. Öls.
p. Standkruzifix, Silber. Datiert 1694. H. 150cm. — Elisabethkirche, Breslau.
q. Schüssel mit Messkännchen, Silber vergoldet, Schüssel gerieft, in der Mitte, die Standfläche der
Kännchen umgebend, Weinlaub, Trauben und Ähren in reicher Treibarbeit. Dazwischen ein Abtswappen
mit den Buchstaben ICA. Datiert 1695. Dm. der Schüssel 35,5 X 29,8 cm. Johanneskopf Typus II, Meisterz,
u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Sandkirche, Breslau.
r. Schüssel mit Messkännchen, Nr. q fast gleich, doch ohne Wappen. Datiert 1697. Johanneskopf Typus II,
Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Sandkirche, Breslau.
s. Monstranz, Silber mit Vergoldung, auf dem ovalen, vierpassig gebogten, profilierten Fusse Weintrauben,
Blattranken und ein Wappen nebst den Buchstaben C. C. V. W. P. A. T. in getriebener Arbeit. Auf der
blattförmigen Scheibe silberner Belag mit den Aposteln Petrus und Paulus zwischen Blumen und Ranken-
werk in durchbrochener Arbeit. Auf der Blattspitze der Crucifixus. Datiert 1697. H. 61 cm. Johanneskopf
Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Kath. Pfarrkirche St. Bartholomaei, Trebnitz.
t. Ciborium, Silber vergoldet, mit Deckel in Form einer Krone. Johanneskopf Typus II u. Meisterz. —
Dorotheenkirche, Breslau.
u. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen Fusse sechs herzförmige silberne Medaillons mit Heiligen.
Auf dem silbernen Kuppabelag ein Medaillon mit dem hl. Bartholomaeus zwischen Rankenwerk in durch-
brochener Arbeit. Johanneskopf Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Kath. Pfarrkirche
St. Bartholomaei, Trebnitz.
v. Kelch, Silber vergoldet, mit Früchten und Engelsköpfen in silberner Auflage. Beschauz. W Typus VI u.
Meisterz. — Kath. Pfarrkirche, Oppeln.
w. Weihrauchfass, Silber, mit Blumen- und Blattwerk in getriebener uud durchbrochener Arbeit. Beschauz.
W Typus VI, Meisterz. u. Kriegssteuerst. - Kath. Pfarrkirche St. Bartholomaei, Trebnitz.
x. Kelch, Silber mit Vergoldung, auf dem sechspassigen Fusse sechs silberne Medaillons mit fünf Passions-
szenen und dem Wappen des Johannes Caspar Hauser. Auf dem silbernen Kuppabelag Leidensattribute und
Rankenwerk. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Domschatz, Breslau.
y. Schüssel mit Messkännchen, Silber vergoldet, auf der gerieften Schüssel in der Mitte das Wappen des
Johannes Caspar Hauser (wie bei Nr. x) in hoch getriebenen Früchtebuketts. Dm. 37,3 )< 29,3 cm. Be-
schauz. W Typus VI, Meisterz. u. Kriegssteuerst. — Domschatz, Breslau.
z. Reliquienstandkreuz, Silber vergoldet, auf dem ovalen, vierpassig gebogten Fusse silberne Medaillons
mit den HH. Elisabeth, Hedwig, Augustinus, Matthias. In der mit roten Steinen besetzten Vorderseite des
Kreuzes Reliquien von Heiligen unter Glas, auf der Rückseite in Relief das Schweisstuch Christi, umgeben
von silbernen ovalen Medaillons mit den Evangelisten. H. 37 cm. Beschauz. W Typus VI, Meisterz. u.
Kriegssteuerst. — Matthiaskirche, ehemalige Jesuitenkirche, Breslau.
aa. Sonnenmonstranz, Silber vergoldet, auf dem ovalen vierpassigen Fusse in Rankenwerk vier silberne
Medaillons mit dem hl. Joseph, der hl. Barbara, einem das Monogramm Christi haltenden Engel und einer
Heiligen des Franziskanerordens. Auf der Sonnenscheibe vorderseitig fünf silberne Medaillons mit Dar-
stellungen aus dem Leiden Christi, dazwischen Blattwerk, rückseitig fünf silberne Akanthusrosetten. H. 43,2 cm.
Johanneskopf Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Stfr. — Dorotheenkirche, Breslau.
bb. Kanontafeln, Silber mit Vergoldung, zwei Stück, Hochrechteck, in der M'tte Schrift, am Rande Barock-
blumen und auf der einen die Anbetung des Kindes und Johannes auf Patmos, auf der anderen die Taufe Christi
und die Fusswaschung, nach Psalm XXV und dem Anfang des Johannes-Evangeliums in der Vulgata.
H. 32,7 cm. Br. 25,8 cm. Johanneskopf Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Stfr. — Domschatz, Breslau.
cc. Standkruzifix, Silber, sehr gross. Beschauz. u. Meisterz. — Sandkirche (in der Sakristei), Breslau.
dd. Standkruzifix, Silber, auf Holzsockel. H. ohne Sockel 77 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. -
Elisabethkirche, Breslau.
ee. Beschlag einer Tabernakeltür, Silber, hochrechteckig, oben gerundet, mit Engeln und barockem Blumen-
werk in getriebener und durchbrochener Arbeit. In der Mitte auf damasziertem Grunde ein Kelch mit
Hostie im Strahlenkranze mit der vergoldeten Inschrift „ECCE PANIS ANGELORVM." H. 95,5 cm. Br.
55 cm. Johanneskopf Typus II u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche, Heinrichau.
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ff. Beschlag einer Tabernakeltür (wie Nr. ee), Silber, mit Darstellung des hl. Abendmahls in getriebener
Arbeit. Johanneskopf Typus II u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche, Heinrichau.
gg. Leuchter, Silber mit Vergoldung, ein Paar, als Träger der Leuchterplatte ein römischer Krieger, auf dem
Leuchterfusse grosse Barockblumen in getriebener Arbeit. H. 29,8 cm. Beschanz. W Typus VI, Meisterz.
u. Kriegssteuerst. - Domschatz, Breslau,
hh. Sanduhr mit vier Stundengläsern in reichem Silbergehäuse. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. —
Elisabethkirche, Breslau.
ii. Henkel kanne, Silber mit Vergoldung, in Krugform, mit zwei Jagdszenen umrahmt von barockem Blatt-
werk in getriebener Arbeit. Deckelknopf fehlt. H. 18,5 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz.
Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau,
kk. Deckelbecher, Silber mit wenig heller Vergoldung, konisch, auf dem Mantel in feinster Gravierung
Medaillons mit TERRA und AQVA zwischen barocken Blumen und Blattranken. Auf dem Deckel ein
Zapfen. H. 22,5 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Frau Dr. Reichenheim, Berlin.
11. Krug von Walrosszahn, in Silber montiert, mit figürlichem Henkel. Johanneskopf u. Meisterz. — Eremitage,
St. Petersburg (nach Schlesiens Vorzeit, Neue Folge, Bd. III S. 161).
Mentzel, Christian (Menzel), d. j., Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Christian Mentzel d. ä.,
erwirbt das Bürgerrecht am 4. August 1700, wird in demselben Jahre Meister. Heiratet am 26. Oktober 1700
Rosina, die Tochter des f Bäckerältesten Balthasar Grass (Elis.). Stirbt am 16. (21.) Februar 1715 (Elis.). Seine
Witwe Rosina f 21. (begr. d. 23.) IX. 1719 (Elis.). Mentzel d. j. zeichnet wie sein Vater C M in ovalem Felde,
vgl. Taf. IV Nr. 122.
a. Beschlag, Silber, zu einem Messbuche (Missale Cisterciense) von 1702, mit Heiligen, in den Ecken Engels-
köpfe. Johanneskopf Typus II u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche St. Bartholomaei, Trebnitz.
b. Königspatzen, Silber vergoldet, in Form eines Schildes mit aufgelegten Stegen, daran Ösen zum Befestigen
der Schützenanhänger. In der Mitte der sogenannte Königsmann, der 1571 von Jorge Schlefuss gearbeitet
wurde. Datiert 1708. H. 48 cm. Br. 34 cm. Johanneskopf Typus 1II/IV, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Stf-
— Keinodien der Schiesswerderschützen in Breslau. Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Alter-
tümer, Breslau (Vgl. Schlesiens Vorzeit, Bd. V S. 234 f.).
c. Aspergil, Silber, auf der unteren Hälfte der Sprengkugel Blattwerk in getriebener Arbeit. L. 35 cm.
Johanneskopf Typus III u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche St. Jacobi, Zobten am Berge.
d. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse aufgestiftete derbe Silberblumen. Der
birnförmige Nodus oben und unten mit silberner Rippung, Kuppabelag radial gerieft. Auf der Unterseite des
Fusses die Inschrift: „A. R. D. Georgius Adalbertus Januschke Can : Reg : Lat : ad D. V. in Arena Prior et
Custos F. F. Ao 1709." H. 20,5 cm. Johanneskopf Typus III /IV, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. —
Sandkirche, Breslau.
Mentzel, Christian Friedrich (Menzel), Gold- und Silberarbeiter, Sohn des Goldschmieds Christian Mentzel d. j.,
heiratet am 23. April 1742 Anna Rosina, die Witwe des Schweidnitzer Goldarbeiters Gottfried Krause (Elis.).
Arbeitet von 1742—1749 als zünftiger Meister in Schweidnitz. Siedelt im Juli 1749 nach Breslau über und wird
hier ohne nochmalige Verfertigung eines Meisterstückes am 24. September 1749 in die Innung aufgenommen,
nachdem er schon am 24. Juli das Breslauer Bürgerrecht erworben hat. Stirbt am 7. September 1787. Mentzel
zeichnet CFM in ovalem Felde, vgl. Taf. V Nr. 160.
a. Taufschüssel, Silber, oval, gerippt, im Spiegel graviert das Wappen des E. W. S. v. Tschirschky nebst
Datum 1. Februar 1769. Dm. 34,8 X26,8 cm. Johanneskopf Typus XIII, Stempelmeisterb. G Typus II u.
Meisterz. — Evang. Pfarrkirche in Gross-Graben, Kr. Öls.
b. Kelch, Silber, Kuppa vergoldet, auf dem runden Fusse, dem birnförmigen Nodus und dem silbernen
Kuppabelag Rokokodekor in getriebener Arbeit. H. 21,8 cm. Johanneskopf Typus XIII, Stempelmeisterb. G
Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Kath. Pfarrkirche St. Mariae Magdalenae, Gross-Carlowitz
Kr. Grottkau.
Mentzel, Christian Gottfried (Menzel), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Christian Mentzel d. j.
arbeitet bei Christian Schlencker als Meisterstück einen Kelch nebst Ring und Siegel, wird Meister am 6. Oktober
und Bürger am 7. Oktober 1733. Heiratet am 20. Oktober 1733 Anna Rosina, die Tochter des f Paul Hahn
(Elis.). Seine Frau Anna Rosina f 1. (begr. d. 3.) VIII. 1739 (Elis.). Mentzel heiratet am 9. November 1740
Susanna Eleonora, die Tochter des Zinngiesserältesten Johann Christoph Korbsch in Schweidnitz (Elis.). Ist in
der Meisterliste von 1757 das letzte Mal erwähnt. Mentzel zeichnet C G M in einem Dreipasse, vgl. Taf. V Nr. 150.
118
a. Deckelbecher, Silber, mit profiliertem Standringe; auf der konischen Becherwandung zwischen Ornament
im Laub- und Bandelwerkstil zwei Reihen von je sechs Braunschweig-Lüneburgischen Talern, auf dem
Deckel unter dem vierkantig profilierten Knopfe ein Braunschweig-Lüneburgischer Taler, am Rande drei
Mariengroschen von Braunschweig-Lüneburg und einer von Stollberg, im Boden eine silberne Medaille auf
die 200jährige Wiederkehr des Tages der Augsburgischen Konfession von 1730. H. incl. Deckel 22,3 cm.
Jokanneskopf Typus X, Stempelmeisterb. C u. Meisterz. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und
Altertümer, Breslau.
Merling, Christian Friedrich, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Nachtwächters Ernst Friedrich Merling,
heiratet am 26. April 1763 Christiana Renata, die Tochter des Chirurgen Friedrich Traugott Stolze in Reichthal
bei Namslau (MM).
Mersch, Hans, siehe Meesch.
Merten, George, Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht am Freitag nach Cineres (20. Februar) 1523, wird um die-
selbe Zeit Meister. Stirbt oder scheidet aus der Innung vor 1533.
Mertz, Carl Friedrich, siehe März.
Merzeburg, Claus de, aurifaber, wird Breslauer Bürger am Montag nach Invocavit (7. März) 1373; Bürge ist Johannes
[Hensil] de Glacz.
Mesch, Hans, siehe Meesch.
Mesenberg, Friedrich, Gold- und Silberdrahtzieher, erhält 1724 die Erlaubnis, seine Profession in Breslau zu betreiben,
für den Fall, dass der Gold- und Silberfabrikant Friedrich Kriegelstein es gestattet (Bresl. Kgl. Staatsarchiv, A 14 h,
Stadt Bresl. fol. 39 b).
Mesenhammer, Hans (Meisenhammer, Meysenhammer, Mösenhammer), d. ä., Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht
am 7. Februar 1533, wird um dieselbe Zeit Meister. Besitzt am Ringe ein Haus; erwirbt am 27. Juni 1543 auch
das Erbrecht für das Nachbargrundstück (Tradb. VII. 8b) 16 b). Seine Tochter Martha heiratet am 18. Mai 1557
den Schneider Melchior Göbel (MM). Seine Tochter Sara heiratet 1561 den Goldschmied Balthasar Scholtz (Elis.).
Mesenhammer stirbt um 1570.
Mesenhammer, Hans (Meisenhammer, Meysenhammer, Mösenhammer), d. j., Goldschmied, heiratet am 28. April 1562
Margareta, die Tochter des Rotschmieds Hans Fuchs (MM). Wird Meister Ende 1562. Erwirbt das Bürgerrecht
am 26. Februar 1563. Stirbt 1563. Seine Witwe Margareta heiratet am 25. April 1564 den Goldschmied Hans
Voyt (MM).
Mesenhammer, Lazarus (Meisenhammer, Mösenhammer), Goldschmied, heiratet als Geselle am 21. Oktober 1578 Ursula
die Tochter des Goldschmieds Wolffgang Vitze (MM). Wird Anfang 1579 Bürger und Meister. Wohnt am
Ringe. Stirbt am 24. September 1614, alt 74 Jahre (Elis.). Seine Witwe Ursula f 28. V. 1621 (Elis.).
Messig, Hans, siehe Meesch.
Mevius, Johann Ernst (Mövius), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Zwirnhändlers Johann Ernst Mevius, lernt
bei Johann Carl Gottlob Böttiger vom Dezember 1808 — 1813. Erwirbt das Bürgerrecht am 9. Oktober 1818, alt
26 Jahre. Wird nicht Innungsmitghed.
Meyer, Andreas, Goldschmied von Regensburg; seine nachgelassene Tochter heiratet 1699 bei St. Adalbert einen
Feldscher (Schles. Vorz. VII. 488).
Meyer, August (Mayen, Silberarbeiter und Medailleur; am 14. (begr. d. 16.) Oktober 1777 stirbt sein Sohn Friedrich
August, 3 Jahre alt (MM).
Meyer, Carl Benjamin (Maier, Mayer, Meier), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Garnison-Chirurgus Albert
Ludwig Meyer, lernt bei Johann Gottlieb Candisch vom 18. September 1783 bis 2. August 1784, dann bei Johann
Gottlob Tholuck bis 2. September 1789. Arbeitet bei Samuel Christoph Thun als Meisterstück ein Paar karmoisierte
Ohrringe mit Rosetten, wird Meister am 20. Juni 1799. Die Wanderschaft wird ihm durch Dispensation der Kgl.
Kammer erlassen. Erwirbt das Bürgerrecht am 6. Mai 1800. Heiratet 39 Jahre alt am 27. Oktober 1807 Frau
Barbara Elisabeth, geb. Fehlingen, aus Neisse (MM). Lässt sich und seine Frau im Februar und März 1815 von
Gottfried August Thilo porträtieren. Stirbt 1832.
Meyer, Franz Joseph, Goldschmied aus Schwäbisch-Gemünd, meldet sich in Breslau am 3. März 1774 als Stück-
meister und verspricht, auf künftiges Quartal die Zeichnung zu seinem Meisterstücke vorzulegen; wird seitdem
nicht mehr erwähnt.
Meyer, Jacob (Meier, Mayer), Silberarbeiter, geb. in Berlin, arbeitet in Breslau bei Ferdinand Christian Beyl als Meister-
stück zwei Tirenen, wird Meister am 25. Januar und Bürger am 4. Februar 1793. Stirbt am 10. August 1801, alt
45 Jahre 3 Monate. Seine Witwe Beata, geb. Beyer, heiratet am 3. April 1807 den Referendarius Christian Gottlieb
Eckerkunst (Elis.).
119
Meyer, Tobias (Meier, Mayer), Silberarbeiter, geb. 1764 in Wien, meldet sich in Breslau am 4. Juni 1790 als Stück-
meister, arbeitet bei Christian Hoensch eine silberne Kaffeekanne nebst Sahngiesser, wird Meister am 13. September
1790 und Bürger am 24. Februar 1791. Heiratet bei St. Vincenz am 11. März 1791. Ist 1802 König der Schiess-
werderschützen (Roland, Schiesswerderbuch, S. 27), stiftet als Kleinod einen vergoldeten Doppeltaler des Kaisers
Franz, rückseitig mit Widmung; die Innung veranstaltet eine ehrenvolle Vesper. Stirbt 1824. Meyer zeichnet in der
Regel MEYER positiv eingeschlagen, selten cT§/C, vgl. Taf. V Nr. 175.
a. Suppenkelle, Silber. Johanneskopf, Stempelmeisterb. J u. Meisterz. e/YVc*. Gräfin Posadowsky- Wehner,
Gross-Pluschnitz OS.
b. Deckelterrine auf Fuss, Silber, oval, mit eckigen, überragenden Henkeln, am oberen Rande der Terrine
ein Fries von Spiralranken. Deckelknopf eine Artischocke. H. 40,7 cm. Johanneskopf Typus XV, Stempel-
meisterb. L, Meisterz. MEYER u. Kriegssteuerst. — Graf v. Reichenbach-Goschütz auf Goschütz.
c. Kronleuchter, Silber, gearbeitet 1805 mit Benutzung des Silbers des im Jahre 1670 von Bischof Sebastian
v. Rostock gestifteten Kronleuchters. Johanneskopf, Stempelmeisterb. N u. Meisterz. MEYER. Dom, Breslau.
d. Rahmen zu drei Kanontafeln, Silber, aus vierkantigen Leisten mit Stäbchen von Ölbaumblättern und Eck-
quadern mit Blattrosetten. Gr. 54 X 34,2 cm. und 28 X 25 cm. Johanneskopf Typus XVI, Stempelmeisterb. N u.
Meisterz. MEYER. — Matthiaskirche, ehemalige Jesuitenkirche, Breslau.
e. Votivtäf eichen, Silber, rechteckig, mit Darstellung der Verehrung des Bildes der Verspottung Christi, das
in der Kapelle des Geheimen Leidens in der St. Adalbertkirche hängt, in getriebener Arbeit. Gr. 26,5 < 21 cm.
Johanneskopf Typus XVI, Stempelmeisterb. N, Meisterz. MEYER u. Kriegssteuerst. - Adalbertkirche, ehe-
maliges Dominikanerkloster, Breslau.
f. Votivtäfelchen, Silber, mit zwei Händen in getriebener Arbeit. Gr. 8,5 X 7,4 cm. Johanneskopf Typus XVII,
Stempelmeisterb. O u. Meisterz. MEYER. — Adalbertkirche, ehemaliges Dominikanerkloster, Breslau.
g. Kelch, Silber neu vergoldet, Fuss rund, an der Kuppa Weintrauben und Ährenbündel. Datiert 19. Mai 1822.
Johanneskopf Typus XVIII, Stempelmeisterb. P u. Meisterz. MEYER. — Kath. Pfarrkirche St. Jacobi, Neisse.
h. Deckelpokal, Silber. Johanneskopf, Stempelmeisterb. Q u. Meisterz. MEYER, daneben noch LF (= Leberecht
Fournier). — Kath. Pfarrkirche St. Jacobi, Neisse.
Meyland, Pancratius, Goldschmiedgeselle, Sohn des Kürschners Pancratius Meyland in Leutschau in Ungarn, heiratet
in Breslau am 7. Oktober 1674 Rosina, die Witwe des Gastwirtes Paul Heinrich (MM).
Meysenhammer, siehe Mesenhammer.
Michaelis, Gottlieb Wilhelm Ferdinand, Gold- und Silberarbeiter, geb. in Schweidnitz, Sohn des Strumpffabrikanten
Gottlieb Michaelis, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 6. Juli 1841, alt 26 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Michelmann, Christian Michael, Goldschmied am Hinterdom, wird 1742 erwähnt (Schles. Vorz. VII. 488).
Miel, Elias (Mahl), Goldschmied auf dem Sande, stammt aus Schweden, wird 1662 in der Spezifikation der Pfuscher
in und vor Breslau erwähnt (Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Stadt Breslau, II. 10 d 3). Wohl identisch mit Elias Mahl,
der 1687 auf dem Dom vorkommt (Schles. Vorz. VII. 487).
Miller, siehe Müller.
Willing, Johann Carl Christoph, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Tischlers Johann Paul Milling, heiratet 25 Jahre
alt am 30. Januar 1809 Johanna Eleonora, die Tochter des Tischlers Samuel Gottlieb Otto (Elis.). Erwirbt das
Bürgerrecht am 26. März 1813. Wird nicht Innungsmitglied.
Minuth, Ferdinand Ludwig Wilhelm, Goldarbeiter, Sohn eines Buchdruckers, lernt bei Ernst August Büttner von
Michaelis 1847 bis Ostern 1853. Tritt am 12. April 1859 in die Innung ein, scheidet durch Beschluss der Innung
am 13. Januar 1869 wieder aus.
Misch, Hans, siehe Meesch.
Mislack, Carl Friedrich Wilhelm, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Schneiders Friedrich Mislack, lernt bei Carl
Philipp Clauss von Qu. Johannis 1804 bis Ostern 1810. Erwirbt das Bürgerrecht am 14. Dezember 1821, alt 30 Jahre.
Wird nicht Innungsmitglied.
Misna, Henricus de, aurifaber, wird Bürger am Tage Augustini ep. (28. August) 1424.
Mittman, Hans [Johann] (Mittmann), Goldschmied, Sohn des Bäckers Christoph Mittman, wird 1672 Bürger und
Meister. Heiratet am 8. November 1672 Katharina, die Tochter des Bäckerältesten Martin Buchs (MM). Wohnt
auf der äussersten Schweidnitzschen Gasse, später auf der Ohlauischen Gasse. Am 11. Dezember 1676 finden mit
Johann Mittman und Konsorten Verhandlungen statt wegen des Hauses an der Ecke der Malergasse (Schles.
Vorz. VII. 488). Mittman stirbt in Frankfurt am Main am 23. Mai 1687, alt 42 Jahre (abgekündigt in Breslau bei
Elis.). Seine Witwe Katharina heiratet am 5. August 1687 den Schneider Jacob Gerhard (MM). Mittman zeichnet
HM in ovalem Felde, vgl. Taf. III Nr. 98.
120
a. Sonnenmonstranz, Silber vergoldet, auf dem achtpassig gebogten Fusse Barockblumen und Früchtebuketts
in getriebener Arbeit und ein aufgesetztes Oval mit dem Wappen des Abtes Arnold Brückner (1711—1717).
Unter diesem versteckt das gravierte Wappen des Abtes Andreas III, Gebel (1673—1686). Nodus des Ständers
birnförmig. Die ovale Sonnenscheibe ist fast ganz verdeckt durch einen reichen, dekorativ gearbeiteten
Silberbelag mit Barockblumen und Steinen in Rosetten. Das ovale Tabernakel umgibt ein Kranz von farbigen
Glassteinen. Datiert 1675. H. 70 cm. Beschauz. W Typus VI, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Stf. — Vincenz-
kirche, Breslau.
Mittmann, Carl Ferdinand, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldarbeiters Christian Gottlieb Mittmann, lernt
bei Johann Carl Wagner, dann bei Johann Gottlob Tholuck von 1813—1817. Erwirbt das Bürgerrecht am 31. August
1821, alt 26 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Mittmann, Christian Gottlieb [Gottlob], Goldarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Adam Gottfried Petzold vom Juni 1766
bis 1771. Meldet sich mit Dispensation der Kgl. Kammer am 23. Juni 1783 als Stückmeister, arbeitet bei Johann
Christian Schlencker einen goldenen Plack mit Granaten, wird Meister am 26. November 1783. Erwirbt das Bürger-
recht am 14. April 1785. Ist Innungsältester seit März 1810. Stirbt 1821.
Mittmann, Christian Wilhelm, Goldarbeiter, erwirbt das Bürgerrecht am 6. September 1S15. Wird nicht Innungsmitglied.
Mittmann, Johann [Hans], siehe Mittman.
Mittmann, Johann Christian Gottlieb, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldarbeiters Christian Gottlieb
Mittmann, lernt bei seinem Vater vom Qu. Crucis 1793—1798. Arbeitet bei Daniel August Titze als Meisterstück
ein Halsband mit Rauten, wird Meister am 1. Oktober 1805 und Bürger am 11. Juli 1806. Stirbt 1837.
Mittmann, Johann Samuel Christian, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldarbeiters Christian Gottlieb Mitt-
mann, lernt bei seinem Vater vom Qu. Crucis 1801 bis Ostern 1806. Erwirbt das Bürgerrecht am 24. Februar
1813. Wird nicht Innungsmitglied. Heiratet 29 Jahre alt am 6. Juli 1813 Dorothea, die Tochter des Amtmannes
Gottlieb Heinrich Kretschmer in Leuchten bei Öls (MM).
Mode, Jacob, Goldarbeiter, wird erwähnt am 28. Januar 1731 beim Tode seiner 6 Tage alten Tochter Maria Marjana.
Mönczer, Nickel, siehe Niclas Monczer.
Müsch, Hans, siehe Meesch.
Mösenhammer, siehe Mesenhammer.
Mövius, Johann Ernst, siehe Mevius.
Mohner, Daniel (Monner, Muner, Munner, Munder), Goldschmied, Sohn des Zollbereiters Balthasar Mohner [Munner],
wird 1591 Bürger und Meister. Heiratet am 15. Januar 1591 Barbara, die Tochter des f Krämers Valten Kolmitz;
aufgeboten am 6. Januar (MM). Wohnt auf der Mäntlergasse. Seine Frau Barbara f 16. IX. 1601 (Elis.). Mohner
heiratet am 21. April 1603 Katharina, die Tochter des f Zuckermachers Balzer Lange (MM). Sein Sohn Daniel,
ein Goldschmiedlehrjunge bei Hans Goppel in Lüben, f 23. VII. 1616 (Elis.). Er selbst stirbt am 7. Oktober
1616, alt 63 Jahre (Elis.). Seine Witwe Katharina heiratet am 13. November 1617 den Zuckermacher George
Richter (MM). Mohner zeichnet DM ligiert in einem rechteckigen Felde (nach Rosenberg Nr. 459).
a. Kanne, Silber mit Vergoldung, am Körper Rippung, Wappen und Besitzerinitialen. H. 18 cm. Beschauz.
W u. Meisterz. — f Baron Carl v. Rothschild, Frankfurt a. M.
Moller, Gregor, kein Goldschmied, sondern ein Tuchmacher in der Neustadt-Breslau, wurde durch ein Versehen
des Stadtschreibers im Catalogus civium von 1470 unter die Goldschmiede geschrieben.
Molner, Albertus, aurifaber, wird Bürger am Sonnabend vor Purificatio Marie (31. Januar) 1400.
Monczer, Niclas (Munczer), d. ä., aurifaber, wird um 1485 (?) Bürger. Sein Name steht im Catalogus civium von
1470 an letzter Stelle und muss um 1485 eingetragen worden sein. Erscheint 1494 in dem Görlitzer Liber act.
von 1490—98, fol. 133b (Schles. Vorz. VII. 482). Ist in den Signaturbüchern in der Geschworenenliste von
1494 als Zunftsenior genannt.
Monczer, Niclas (Munczer, Mönczer), d. j., Goldschmied, wird Bürger am Freitag nach Cineres (7. Märzj 1511. Reicht
am Mittwoch nach Pfingsten (3. Juni) 1517 in Vollmacht seiner Frau Walpurgis, geb. Einer, zusammen mit seinem
Schwager Thomas Einer dem Hospital zu 11000 Jungfrauen 4 Mk. jährl. Zins (Tradb. III. 22b). Frau Walpurgis
ist 1519 an dem Verkauf des Malzhauses auf der Groschengasse beteiligt; sie erhält mit ihren Kindern 1 Mk. jährl.
Zins auf das genannte Haus (Tradb. III. 88b). Nickel Mönczer verreicht am 3. Januar 1532 das Haus bei St.
Katharinae bei Hans Seidels Durchfahrt (Tradb. V. 118). Stirbt um 1540.
Montibus, Jacobus de, siehe Jacobus de Montibus Kuttenis.
Moybanus, Jonas (Maibanus), Goldschmied in Hirschberg, gibt sein Handwerk auf und siedelt nach Breslau über,
wo er am St. Elisabethkirchhofe wohnt. Stirbt am 29. Januar 1654, alt 79 Jahre. Seine Witwe Martha f 27.(28.)
IX. 1654 (Elis.).
121
Muche, Christian Gottlieb [Gottlob], Silberarbeiter, verfertigt bei Stephan Christian Luttroth als Meisterstück ein
silbernes Becken nebst Kanne, wird Meister am 31. Oktober und Bürger am 15. November 1746. Stirbt am 27.
begr. d. 29.) August 1772, alt 55 Jahre 8 Monate (Elis.). Seine Tochter Maria Elisabeth heiratet am 6. September
1781 den Handelsmann Johann Friedrich Goltz (MM >. Seine Witwe Johanna Elisabeth, geb. Döring, f 20.
begr. d. 24.) I. 1800 (Elis.). Muche zeichnet C-GM in einem Dreipasse, vgl. Taf. V Nr. 158.
a. Chanukkaleuchter, Silber, mit Darstellung der Judith und Rokokodekor in getriebener Arbeit. H. 26,5 cm.
L. 27,3 cm. Johanneskopf Typus XIII, Stempelmeisterb. G Typus II, Meisterz. u. drei österr. Freistempel. -
Geheimrat Pinkus, Neustadt OS.
b. Tortenheber, Silber. Johanneskopf Typus XIII, Stempelmeisterb. G Typus II u. Meisterz. Antiquitäten-
händler Meckauer, Breslau.
Muche, Christian Wilhelm i Mache i, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Silberarbeiters Christian Gottlieb Muche,
lernt bei Johann Samuel Grische vom 22. September 1762 bis 19. Juni 1767. Meldet sich am 10. Juni 1774 als
Stückmeister, arbeitet bei Johann Christian Schlencker einen mit Rauten besetzten Patzel, wird Meister am 18. No-
vember und Bürger am 28. November 1774. Heiratet am 3. Mai 1775 Johanna Rosina, die Tochter des f Gold-
arbeiterältesten Benjamin Kochmann (Elis.). Stirbt am 30. Mai 1808, alt 60 Jahre.
Muche, Johann Gottlob [Gottlieb], Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Silberarbeiters Christian Gottlieb Muche,
lernt bei seinem Vater vom 22. September 1762 bis 19. Juni 1767. Meldet sich am 22. Juni 1775 als Stückmeister,
arbeitet bei Christian Beyl ein silbernes Becken nebst Kanne, wird Bürger am 6. Oktober und Meister am
31. Oktober 1775. Heiratet am 22. November 1775 Eleonora Philippina, die Tochter des Schneiders Johann
Victor Liebau (Elis.). Stirbt 1782.
Mühlau, Tobias, Goldschmied, stirbt in Breslau am 6. (begr. d. 8.) März 1739, alt 42 Jahre.
Mühlsteffan, Zacharias, gewesener Hofgoldschmied in Brieg; seine Witwe Barbara stirbt in Breslau am 17. (begr. d. 20.)
November 1621 (Elis. u. MM).
Müllen, Just Melchior zu, Goldschmiedgeselle von Köln a. Rh., stirbt in Breslau am 1. Januar 1668, alt 23 Jahre (Elis.).
Müller, Arnold (Miller), Silberarbeiter, Sohn des Wundarztes Gustav Müller in Bergen in Norwegen, heiratet in
Breslau als Geselle am 30. November 1743 (Elis.). Arbeitet bei Stephan Christian Luttroth als Meisterstück ein
silbernes Becken nebst Kanne, wird Meister am 3. Juni und Bürger am 29. August 1744. Seine Frau Maria
Josepha f 11. (begr. d. 13.) IL 1752 (MM). Müller heiratet am 9. Januar 1753 Johanna Elisabeth, geb. Stephan, die
Witwe des Kürschners Daniel Hirsch (Elis.). Lebt später in dürftigen Verhältnissen und wird 1768 in das Bern-
hardin-Hospital aufgenommen. Seine Tochter Johanna Eleonora heiratet am 26. November 1788 den Goldschläger-
ältesten Carl Samuel Nittel ' Elis.;. Seine Witwe Johanna Elisabeth f 24. (begr. d. 26.) I. 1797 (Elis.). Müller zeichnet
AM in ovalem Felde, vgl. Taf. V Nr. 155.
a. Sonnenmonstranz, Silber mit Vergoldung, auf dem ovalen Sockel reiche Treibarbeit, auf der Sonnen-
scheibe reicher Silberbelag. Johanneskopf, Stempelmeisterb. F. u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche, Oppeln.
b. Weinkanne, Silber, mit Deckel und kräftigem Henkel. Fussring profiliert. Mantel zylindrisch mit drei-
kantigem Ausgusse, sonst ohne Dekor. Am Henkel die Jahreszahl 1749. H. 25,5 cm. Johanneskopf Typus XII,
Stempelmeisterb. F u. Meisterz. — Evang. Pfarrkirche in Rawitsch, Prov. Posen.
Müller, Caspar, Goldschmied und Weinhändler, geb. in Breslau, Sohn des Zuckermachers George Müller, wird Ende
1615 Bürger und Meister. Heiratet am 8. Februar 1616 Judith, geb. Winter, die Witwe des Goldschmieds und
Weinhändlers Michael Nitsch [Sohn des Paul Nitsch] (Elis.). Wohnt auf der Schuhbrücke. Seine Frau f 12. V.
1616 (Elis.). Müller heiratet am 10. Januar 1617 Regina, die Tochter des f Krämers Hans Staniger (Elis.). Stirbt
bald darauf am 4. (7.) Februar 1617, alt 30 Jahre (Elis. u. MM).
Müller, Christian, Goldschmied vor dem Ohlauer Tore; seine Witwe Rosina. geb. Hennig, stirbt im April 1790, alt
66 Jahre (Elis.).
Müller, Christoph, Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Tuchmachers Christoph Müller in der Neustadt, wird 1689
Bürger und Meister. Heiratet am 15. November 1689 Rosina, die Tochter des Kirchknechts bei St. Maria Magdalena,
Johann Grimm (MM). Wohnt auf der Schmiedebrücke. Stirbt am 2. Dezember 1735, alt 80 Jahre 6 Wochen.
Seine Witwe Rosina f 22. (begr. d. 24.) XII. 1736 (MM). Müller zeichnet CM ligiert in rundem Felde, vgl. Taf. IV Nr.l 14.
a. Trinkgerät in Form eines springenden Pferdes, Silber vergoldet, auf ovalem, durch Vegetation und Tiere
belebtem Sockel. H. 20 cm. Dm. des Sockels 17 X 11,2 cm. Johanneskopf u. Meisterz. — Ludwig Cahn-
Speyer, Wien.
b. Sargschilde der Breslauer Drechsler-Innung, Silber, oval, in der Mitte Zunftembleme nebst Jahreszahl 1693
in vergoldeter Auflage, am Rande Engelsfiguren und Früchtewerk in getriebener Arbeit. Dm. 46 X 39 cm.
Johanneskopf Typus II u. Meisterz. Drechsler-Innung, Breslau.
16
122
c. Mittelstücke zu den von Hans Felber im Jahre 1670 gearbeiteten Sargschilden der Breslauer Tuchmacher,
mit Löwen und Emblemen der Tuchmacher in vergoldeter Auflage. Datiert 1719. Beschauz. W Typus VI,
Stempelmeisterb. B negativ u. Meisterz. — Tuchmacher-Innung, Breslau.
d. Becher, Silber mit Vergoldung, konisch, mit Ranken in Treibarbeit. H. 24 cm. Johanneskopf, Stempel-
meisterb. B negativ u. Meisterz. — 1885 bei Jacobsohn, St. Petersburg (nach Rosenberg Nr. 473*1.
e. Becher, Silber, konisch, mit Gravierung und Inschriften. H. 12,5 cm. Johanneskopf u. Meisterz. — Aus-
stellung Budapest 1884 (nach Rosenberg Nr. 473b).
Müller, Christoph Gideon, Galanteriewarenarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Silberarbeiters Johann Christoph Müller,
heiratet am 22. November 1763 Maria Eleonora, geb. Gatter, verw. Albrecht (Elis.).
Müller, Ernestus (Miller), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Korporals George Müller, arbeitet bei Gottfried
Ihme als Meisterstück einen Kelch nebst Ring und Siegel, wird Bürger am 10. April und Meister am 13. April 1728.
Heiratet am 11. Mai 1728 Eleonora Magdalena, die Tochter des t Goldschmiedältesten Johann Peter Ziegler ( MM).
Zieht 1734 nach Jauer.
Müller, Hans [Johannes] (Möller, Millen, Goldschmied, wird Anfang 1588 in Breslau Bürger und Meister. Ist am
11. VIII. 1592 und 25. VII. 1595 Taufzeuge am Dom. Seine Frau Martha Salome f 22./29. X. 1599. Müller heiratet
am 31 . Oktober 1600 Sabina, die Tochter des f Pfarrers Joachim Helman zu Hohenfriedeberg (MM). Stirbt als
Zunftältester am 20. Oktober 1606, als 50 Jahre (Elis. u. MM). Seine Witwe Sabina heiratet am 12. Mai 1608 den
Goldschmied Andreas Assig (MM). Seine Tochter Anna Maria heiratet am 11. August 1614 den Goldschmied-
gesellen Joachim Mumhardt (MM). Müller zeichnet HM ligiert in rundem Felde, vgl. Taf. III Nr. 67.
a. Kokosnusspokal mit vergoldeter Silberfassung (beschädigt). Beschauz. W Typus II, Meisterz. u. Kriegs-
steuerst. Adlertypus. — Evang. Pfarrkirche, Rosen bei Kreuzburg OS.
Müller, Heinrich, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Hans Müller, stirbt an der Pest am
11. Oktober 1633.
Müller, Johann Christoph (Miller), Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Christoph Müller, meldet
sich Ende 1720 als Stückmeister, arbeitet bei Hans Jachman d. j. ein Geschirr nebst Ring und Siegel, wird Meister
am 17. März und Bürger am 20. Mai 1721. Heiratet am 26. August 1721 Henrietta Sophia, die Tochter des Gold-
arbeiters Gottfried Gideon Eberlein d. ä. (Elis.). Stirbt am 18. (begr. d. 20.) Februar 1758, alt 67 Jahre 1 Monat
(MM Christ.). Seine Witwe Henrietta Sophia t 18. (begr. d. 20.) VIII. 1765 (MM). Müller zeichnet ICM in ovalem
Felde, vgl. Taf. IV Nr. 138.
a. Deckelkanne, Silber, mit Henkel, auf dem zylindrischen Mantel in Gravierung zwischen Laub- und Bandel-
werk Brustbilder der zwölf Apostel, auf dem Deckel die vier Evangelisten und zwei gekreuzte Bügel, darauf
eine Frucht. H. 22,8 cm. Johanneskopf Typus X, Stempelmeisterb. C u. Meisterz. — Schlesisches Museum
für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
b. Deckelbecher, Silber, auf profiliertem und geripptem Standringe. An dem oberen und dem unteren Teile
des konischen Mantels Ornamente im späten Laub- und Bandelwerkstil auf punziertem Grunde. Deckel und
Deckelknopf gerippt und profiliert. H. 19 cm. Johanneskopf ähnlich Typus XI, Stempelmeisterb. C, Meisterz,
u. Kriegssteuerst. FW (wie Fig. 9b). — Baumeister Frohne, Kopenhagen.
c. Rokokobecher, Silber, innen vergoldet, sieben Stück, einer mit Deckel, gerippt. Johanneskopf, Stempel-
meisterb. C u. Meisterz. — Hofantiquar Max Altmann, Breslau.
d. Kelch, Silber vergoldet, auf dem Fusse und dem Kuppabelag Engel mit Leidensattributen in Bandelwerk.
Johanneskopf, Stempelmeisterb. C, Meisterz. u. Kriegssteuerst. 3$"- — Adalbertkirche, ehemaliges Dominikaner-
kloster, Breslau.
e. Schüssel mit Messkännchen, Silber, profiliert. Johanneskopf, Stempelmeisterb. C, Meisterz. u. Kriegs-
steuerst. — Adalbertkirche, ehemaliges Dominikanerkloster, Breslau.
f. Sonnenmonstranz, Silber vergoldet, mit farbigen Steinen, abgebildet Fig. 26. H. 60 cm. Johanneskopf
Typus X, Stempelmeisterb. C, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. Das Kupferberger Brüderschaftsbuch
berichtet von ihr: Sie ist zu Breßlau gemacht vom H. Johann Christoph Müller, goldtschmiden daselbst, sie
wigt 10 marck 6 loth oder 166 loth., sie kostet am vermachten silber von dem tl. Hrn. JohannAnton Kintzel,
Pfarn in Rudelstadt 80 Thl. 10 sgr. 41/» hl., an vermachten 4 ducaten 13 Thl. 20 sgr. Dan an zusatz von
silber, goldt, steinein, macherlohn, vergolden, mahlen, futeral, bestellen undt abholen etc. 98 thl. 20 sgr. also
in allem zusammen 193 thl. 2 sgr. 4^2 hl. die Schriften so darauf sindt, lauten also: Auf der Vorderseite:
saCerriMo CorDI IesV In aVgVsta hostla offert sVas argentl sVbstantlas I. A. N. K. P. R. K. S. K. (dem
heiligsten Herzen Jesu im hochheiligen Sacramente verborgen opfert sein Silbergeld Johannes Anton Nicolaus
Kintzel, Pfarrer von Rudelstadt, Kunzendorf, Seitendorf und Ketschdorf 1731). Auf der Rückseite: has Vero
123
Fig. 26. Johann Christoph Müller: Sonnenmonstranz in der kath. Pfarrkirche in Kupferberg
124
aVget et aptarl feCIt pro ostensorlo soDaLItatls kVpferbergensIs ioannes MartlnVs stVLpe P. K. I. S. K. R.
(dieses Geld vermehrte und liess daraus eine Monstranz der Kupferberger Brüderschaft machen Johann
Martin Stulpe, Pfarrer von Kupferberg, Jannowitz, Seiffersdorf, Kauffung und Röhrsdorf, 1732). Um das
Mittelstück rückseitig: eX VIrtVte tVa popVLo paneM De Caelo praestltlstl * propterea aDoraMVs te
Chrlste JesV eX asse In haC aVgVsta hostla (Brod vom Himmel hast Du deinem Volke aus Deiner Kraft-
fülle gegeben, deshalb verehren wir Dich, Christe Jesu in dieser heiligen Hostie mit allen unseren Kräften
1734). — Kath. Pfarrkirche St. Johannis bapt., früher zum hl. Kreuz, Kupferberg Kr. Schönau,
g. Sonnenmonstranz, Silber mit Vergoldung, auf ovalem, vierpassig gebogtem Sockel mit Dekor in ge-
triebener Arbeit. Auf der Sonnenscheibe silberner Belag. Johanneskopf Typus XI, Stempelmeisterb. D u.
Meisterz. — Kath. Pfarrkirche St. Petri et Pauli, Namslau.
Müller, Mathes, Goldschmied in Breslau, wird erwähnt in den Nürnberger Ratsverlässen am 23. November 1601
(160', VIII. 46a. — Hampe, Nürnberger Ratsverlässe, Bd. II S. 316 Nr. 1793).
Müller, Michael, Goldschmiedgeselle von Augsburg, stirbt in Breslau am 5. (begr. d. 7.) Mai 1695, alt 25 (26) Jahre (Elis.).
Müller, Tobias Wilhelm, Goldschmiedgeselle, gibt 1729 sein Handwerk auf und tritt in das Partkrämer-Mittel ein,
wovon die Ratmannen am 1. November 1729 Kenntnis nehmen (Lib. definit. XII. 296a).
Münch, Carl Christian, Goldarbeitergeselle, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmiedgesellen Johann Christian Münch,
heiratet am 27. November 1759 Barbara Rosina, geb Materne, die Witwe des Goldschmiedgesellen Johann George
Guttmann iMM). Seine Frau f 13. (begr. d. 17.) II. 1772 (MM).
Münch, Johann [Christian], Goldschmiedgeselle, stirbt im Juni 1746, alt 45 Jahre.
Münnich, Hugo (Miinich), Goldarbeiter, tritt am 15. Juli 1886 in die Innung ein. Stirbt 1888.
Müntzer, Gottfried, Goldschmiedgeselle von Sagan, Sohn des Amtsverwalters Heinrich Müntzer in Sorau, stirbt in
Breslau am 18. (22.) Oktober 1696 (MM), hat bei Christoph Schmidt in Arbeit gestanden.
Mumhardt, Joachim, Goldschmiedgeselle, Sohn des gräfl. Maltzanschen Rentschreibers Johann Mumhardt, heiratet in
Breslau am 11. August 1614 Anna Maria, die Tochter des f Goldschmieds Hans Müller (MM). Wohnt in der
Neustadt-Breslau.
Mummer, Baltzer, Goldschmied; seine Witwe Magdalena stirbt am 7./14. Dezember 1601.
Munczer, Niclas, siehe Monczer.
Muner [Munner, Munder], Daniel, siehe Mohn er.
Namikowsky, Carl Friedrich (Namikofski), Goldarbeiter geb. in Breslau am 4. Mai 1763, Sohn des Steinsälzers Gottfried
Namikowsky, lernt bei Christian Gottlieb Streubel d. j. vom 26. Dezember 1779 bis 15. September 1785. Meldet sich am
17. September 1790 als Stückmeister, arbeitet bei Ferdinand Christian Beyl eine Fliege mit ä jour gefassten Brillanten,
wird Meister am 10. Dezember 1790. Dafür, dass ihm ein halbes Jahr an der Zeit der Wanderschaft fehlt, muss
er 2 Rtlr. erlegen. Erwirbt das Bürgerrecht am 24. Februar 1791. Heiratet am 13. Oktober 1791 Johanna Eleonora,
die Tochter des Gastwirtes und Holzhändlers Johann Philipp (Elis.). Seine Frau f 22. (begr. d. 25.) XI. 1813 (MM).
Namikowsky ist seit 1821 Innungsältester. Ist 1840 das letzte Mal erwähnt. Sein Portrait, in Aquarell gemalt
von Christian Friedrich Knoefvell, im Schlesischen Museum für Kunstgewerbe und Altertümer in Breslau.
Nawarra, George (Navarre), Silberarbeiter, Sohn des Pächters Paul Nawarra zu Deutsch -Steine im Ohlauischen,
arbeitet in Breslau bei Stephan Christian Luttroth als Meisterstück ein silbernes Giessbecken nebst Kanne, wird
Meister am 31. Juni und Bürger am 4. September 1737. Heiratet am 24. August 1744 Anna Regina (Rosina), die
Tochter des Schneiders Siegmund Janusch in Pitschen; Trauzeuge ist der Silberarbeiter Samuel Gottlieb Thun
(Elis.). Stirbt am 10. (begr. d. 12.) Mai 1750, alt 45 Jahre 16 Tage (Elis.). Seine Witwe heiratet am 24. Juli 1753
den Silberarbeiter Martin Kiesling (Elis.). Seine Tochter Anna Eleonora heiratet am 19. April 1768 den Kürschner
Christian Friedrich Krause (MM). Seine Tochter Johanna Juliana heiratet am 6. November 1771 den Partkrämer
Christian Benjamin Fischer (MM). Nawarra zeichnet GN in ovalem Felde, vgl. Taf. V Nr. 153.
a. Kelch, Silber mit Vergoldung, auf dem profilierten Fusse spätes Laub- und Bandelwerkornament in
getriebener, an dem Kuppabelage in durchbrochener Arbeit. Unter dem Fusse die Inschrift: „Johann Schlegel
Reichenbach Ao 1742". H. 23,5 cm. Johanneskopf Typus XI, Stempelmeisterb. D, Meisterz. u. Kriegssteuerst.
Adlertypus. — Evang. Pfarrkirche, Reichenbach i. Schles.
b. Kelch, Silber vergoldet, mit profiliertem Fusse, sonst ohne Dekor. Johanneskopf Typus XI, Stempel-
meisterb. D, Meisterz. u. Kriegssteuerst. $fif '. — Hofkirche, Breslau.
c. Abendmahlskanne, Silber vergoldet, ohne Dekor. Johanneskopf Typus XI, Stempelmeisterb. D, Meisterz,
u. Kriegssteuerst. 'jfr . — Hofkirche, Breslau.
d. Kelch, Silber mit Vergoldung. Johanneskopf Typus XI, Stempelmeisterb. D u. Meisterz. Evang. Pfarr-
kirche St. Mariae, Striegau.
125
e. Reliquienmonstranz, Silber mit Vergoldung, auf dem ovalen, profilierten Sockelfusse Engelsköpfchen und
Blumengehänge in stark reliefierter Treibarbeit. Um den Reliquienbehälter Bandwerk, Blumengirlanden und
Sonnenstrahlen. H. 37 cm. Johanneskopf Typus XI, Stempelmeisterb. D, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adler-
typus. — Sandkirche, Breslau.
f. Wei hrauchf ass, Silber, mit Laub- und Bandelwerk in getriebener und durchbrochener Arbeit. H. 22,5 cm.
Johanneskopf Typus XI, Stempelmeisterb. D u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche St. Jacobi, Zobten am Berge.
g. Ampel, Silber, mit Muschel- und üitterwerk in getriebener und durchbrochener Arbeit, darin ein vergoldetes
Schildchen mit dem Wappen der Sophia Anna Koryczinsky, Abbatissa Trebnicensis. Die Ketten sitzen an drei
vollrunden Köpfen. H. 53,5 cm. Johanneskopf Typus XI, Stempelmeisterb. D, Meisterz. u. Kriegssteuerst.
Adlertypus. — Kath. Pfarrkirche St. Bartholomaei, Trebnitz.
h. Sonnenmonstranz, Silber vergoldet, mit Brillanten besetzt, in reichen Rokokoformen. Prächtiges Stück.
Johanneskopf Typus XII, Stempelmeisterb. F u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche St. Jacobi, Neisse.
i. Kelch, Silber vergoldet, auf dem runden Fusse, dem Nodus und dem Kuppabelag Rokokokartuschen in
getriebener und zum Teil in durchbrochener Arbeit. Johanneskopf Typus XII, Stempelmeisterb. F, Meisterz,
u. Kriegssteuerst. Adlertypus. - Evang. Pfarrkirche St. Blasii et Sperati, Ohlau.
k. Kelch, Silber mit Vergoldung, auf dem Fusse, dem Nodus und dem Kuppabelag Rokokodekor. Johannes-
kopf Typus XII, Stempelmeisterb. F u. Meisterz. — Kloster der Barmherzigen Brüder, Breslau.
Neisser, siehe Nysser.
Neidner, Gottlieb Benjamin (Nöldner;, Silberarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Johann Qottlieb Schmidt vom 30. Mai
1758 bis 12. Dezember 1763. Meldet sich am 14. März 1775 als Stückmeister, arbeitet bei Gottlob Benjamin
Werner ein silbernes Becken nebst Kanne, wird Meister am 4. (5.) Mai und Bürger am 19. September 1775.
Stirbt am 24. (begr. d. 26.) August 1783, alt 59 Jahre 9 Monate (MM). Neidner zeichnet GBN in einem Dreipasse,
a. Sonnenmonstranz. Johanneskopf, Stempelmeisterb. H, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Kath.
Pfarrkirche St. Bartholomaei, Oberglogau OS.
Nembach, Adolph Gustav Erdmann (Nimbach), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Holzhändlers Johann Nembach,
lernt bei Johann Carl Wagner von Ostern 1816 bis Michaelis 1820. Erwirbt das Bürgerrecht am 27. Januar 1826,
alt 24 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Neuberth, Joseph, Goldarbeiter und Graveur, geb. in Grumbach, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 9. November
1840, alt 28 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Neuman, Hans [Johannes], Goldschmied, geb. in Glogau, Sohn des dortigen Schusters Balthasar Neuman, wird in
Breslau Ende 1615 oder Anfang 1616 Bürger und Meister. Heiratet am 15. August 1616 Anna, die Tochter des
Goldschmieds Hans Haupt (MM). Wohnt auf dem Hühnermarkte, dann im Clemenshofe am Ringe. Stirbt am
29. (30.) April (begr. d. 1. Mai) 1633, alt ungefähr 50 Jahre (Elis. u. MM). Seine Witwe Anna f 4. VII. 1633 (Elis.).
Neuman, Hans, Goldschmied unter den Hundehäusern, stirbt 1645 (Schles. Vorz. VII. 485).
Neumeister, Johannes (Newmeister), aurifaber, wird Bürger am Tage Augustini ep. (28. August ) 1424. Er und Johannes
Beyer sind 1434 Zeugen bei einem Vergleiche zwischen dem Pfarrer von Oltaschin und dem aurifaber Cunzco
[siehe Kunzco] (Bresl. Kgl. Staatsarchiv, D 24, fol. 96 hj.
Neumeyster, Jacob, siehe Jacobus de Montibus Kuttenis.
Neuwaldt, Adam, Goldschmied in Canth; seine Witwe stirbt in Breslau am 21. Dezember 1626.
Neuwaldt, Adam, gewesener Goldschmied in Strehlen, lebt später in Breslau als Mitbruder im Hospital zum
Heiligen Geist, stirbt daselbst am 4. November 1676, alt 66 Jahre.
Neysser, siehe Nysser.
Niclas, George, Goldschmied auf der Schmiedebrücke; am 15. Januar 1634 stirbt seine Tochter Elisabeth.
Niclas, Hans, Goldschmied; im Februar 1595 stirbt ihm ein Sohn.
Nicolaus, Daniel, aurifaber, wird Bürger am Montag nach Francisci (5. Oktober) 1422.
Webling, Johann Caspar (Nibeling, Nüblingi, Goldarbeiter, Sohn des Feldwebels Daniel Niebling in Breslau, arbeitet
bei Stephan Christian Luttroth als Meisterstück einen Uhrhaken nebst Ring, wird Meister am 15. August und
Bürger am 17. August 1746. Heiratet am 30. August 1746 Anna Elisabeth, die Witwe des Seidenstrickers
Abraham Mahler (Elis.). Stirbt am 18. (begr. d. 21.) August 1765, alt 65 Jahre (Elis.).
Niesing, Arnold (Nising), Goldschmied, Sohn des Seidenstickers Albert Niesing in Hamburg, wird 1675 in Breslau
Bürger und Meister. Heiratet am 19. Februar 1675 Rosina, die Tochter des f Weinbrenners Melchior Unger
(,Elis.). Wohnt in seinem eigenen Hause auf der Odergasse. Stirbt am 9. (begr. d. 11.) September 1693, alt
54 Jahre 6 Monate (Elis.).
Niser, siehe Nysser.
126
Nitsch, Andreas (Nitsche, Nietsch),
des Goldschmieds Paul Nitsch, ar-
Jachman d. ä., wird 1626 Meister,
fehlt, kann er keine eigene Werk-
7. Dezember 1626 Martha, die
Behrer (MM). Wohnt auf der
Hause. Stirbt an der Pest am
47 Jahre (Elis. u. MMi.
Nitsch, Fabian i Nitsche, Nietsch,
schmied, geb. in Breslau, Sohn des
seinem Vater. Ist auf der Wanderschaft
einer Rauferei in Bamberg beteiligt I Hampe,
u. 1434 ). Erhält am 16. Juli 1596 durch den
weiteren Studienreisen einen Geleits- und
dass er die Goldschmiedekunst beim Vater
habe, nun aber den heissen Wunsch hege,
Edelmetallkunst blühe, kennen zu lernen,
kommnen und als Meister heimzukehren
erhält Fabian Nitsch in Breslau von dem
lasse des Bischofs Andreas von Jerin
Nuntius Spinelli nach Prag zu bringen, wo-
wird. (Acta capituli v. 19. Juli u. 18. August
1602 in Breslau Bürger und Meister. Wohnt
ihm fünf Gesellen, darunter einige aus Nürn-
Anna heiratet am 16. Januar 1623 den Gold-
Nitsch stirbt am 9. März 1630, alt 56 Jahre
das Haubtt am allermeisten berürtt worden"
ist am 11. I. in der dortigen Schlosskirche
zeichnet F N in ovalem Felde, vgl. Taf. III
a. Armreliquiar der hl. Hedwig, Silber mit
der Hand ein Kirchenmodell haltend. Laut
Balthasar Neander. H. 81 cm. Beschauz.
Domschatz, Breslau (Abgebildet und ein-
Folge, Bd. I S. 113-118).
b. Armreliquiar des hl. Ceslaus, Silber mit
ähnlich Nr. a, doch in der Hand eine flam-
angebracht wurde. Da das Armreliquiar
zeichen oder eine Meistermarke trägt, könnte
Reliquiar erst am Anfange des 18. Jahr-
kopiert worden ist, obwohl das Reliquiar
mit dem der hl.^ Hedwig überein-
zeit hinweist. H. 79,5 cm. Kriegs-
(Literatur wie bei Nr. a).
c. Siegelkapsel zu dem Majestäts-
goldet, rund, auf der Vorderseite
werk umrahmtes Wappenschild mit
der Rückseite ein Schild mit dem
Dm. 16 cm. Beschauz. W Typus III
(Vgl. Schlesiens Vorzeit, Neue
d. Deckel zu einem Nürnberger
einer kleinen Figur des hl. Andreas.
Beschauz. W u. Meisterz. — Dr.
Nr. 460. Vgl. Schlesiens Vor-
e. Standkreuz, Silber vergoldet, mit
Fig. 27. Fabian Nitsch : Kleines Kreuz
im Breslauer Domschatze
Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn
beitet 1618 als Geselle bei Mattheus
Da sein Name im Catalogus civium
statt gehabt haben. Heiratet am
Tochter des f Parchnerältesten Hans
Schiniedebrücke in seinem eigenen
10. (begr. d. 12.. Oktober 1633, alt
Nietsche, Nitzsch, Nitschke), Gold-
Goldschmieds Paul Nitsch, lernt bei
mit zwei anderen Goldschmiedgesellen 1596 an
Nürnberger Ratsverlässe, Bd. II S. 252 f. Nr. 1433
Breslauer Bischof Andreas von Jerin für seine
Empfehlungsbrief. Der Bischof sagt von ihm,
gelernt und sehr gute Fortschritte gemacht
andere Länder und vor allem Italien, wo die
um sich in fremden Werkstätten zu vervoll-
Schles. Vorz. N. F. III. 89 f). Am 19. Juli 1600
Domkapitel den Auftrag, einen aus dem Nach-
stammenden silbernen Tisch dem päpstlichen
für ihm am 18. August ein Honorar zuerkannt
1600. Schles. Vorz. N. F. I. 108 f.). Wird
am Ringe unter den Riemern. 1618 stehen bei
berg und Augsburg, in Arbeit. Seine Tochter
schmied Michael Schleiffer in Wohlau (Elis.).
14 Wochen, „ist von der handt Gottes vmb
Elis.). Seine Witwe Anna f 4. I. 1650 in Öls,
beigesetzt worden (Elis.). Fabian Nitsch
Nr. 72.
Vergoldung, reich mit Zierraten besetzt, in
Inschrift gestiftet 1607 von dem Domherrn
W Typus III, Meisterz. u. Kriegssteuerst. -
gehend beschrieben in Schlesiens Vorzeit, Neue
Vergoldung, reich mit Zierraten besetzt, ganz
mende Kugel haltend, die laut Inschrift 1715
weder ein früheres Datum noch ein Beschau-
man auf die Vermutung kommen, dass das
hunderts nach dem Armreliquiar der hl. Hedwig
des hl. Ceslaus stilistisch und technisch ganz
stimmt und auf dieselbe Entstehungs-
steuerst. Sifr- Domschatz, Breslau
briefe Kaiser Rudolfs II., Silber ver-
in Gravierung ein von Kartuschen-
dem österreichischen Doppeladler, auf
böhmischen Löwen. Datiert 1609.
u. Meisterz. Stadtbibliothek, Breslau
Folge, Bd. I S. 109 f.).
Pokal, Silber vergoldet, bekrönt mit
Im Deckel ein Wappen von 1618 (?).
A. Figdor, Wien (nach Rosenberg
zeit, Neue Folge, Bd. I S. 109).
Email und Steinen, abgebildet Fig. 27.
127
H. 58 cm. Beschauz. W Tyus III, Meisterz. u. Kriegssteuerst. 'Sftf. Domschatz, Breslau. (Eingehend
beschrieben in Schlesiens Vorzeit, Neue Folge, Bd. I S. 110—113).
f. Altarkreuz, Silber vergoldet, der reich profilierte und mit Zierraten besetzte Schaft und das Kreuz ganz
mit emaillliertem Silberfiligran überzogen und mit Steinen besetzt. H. 154 cm. Beschauz. W Typus III u.
Meisterz. — Domschatz, Breslau (Eingehend beschrieben in Schlesiens Vorzeit, Neue Folge, Bd. I S. 118—121,
abgeb. Taf. X ).
Nitsch, George (Nitsche, Nietsch, Nitschkei, Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Schwertfegers Abraham Nitsch,
wird Ende 1623 Bürger und Meister. Heiratet am 23. Januar 1624 Maria, die Tochter des Goldschmieds George
Sauerman (Elis.j. Wohnt auf der Schmiedebrücke. Seine Frau Maria f 4. X. 1633 (Elis.). Nitsch heiratet am
19. Juni 1634 Anna, die Tochter des Schneiders George Heppner (MM). Stirbt an Steckfluss am 21. (begr. d. 23.
oder 24. i Februar 1645, alt 53 Jahre (Elis. u. MM i. Seine Tochter Anna Maria heiratet am 10. Oktober 1645 den Gold-
schmied Gottfried Vogel d. m. (MM). Seine Witwe Anna heiratet am 25. Februar 1648 den Goldschmied Balthasar
Wittig (MM). Seine Tochter Rosina heiratet am 28. April 1648 den Goldschmied Hans Boy (MMi. George
Nitsch zeichnet GN ligiert in rundem Felde, vgl. Taf. III Nr. 79.
a. Sargschilde der Breslauer Gelb-, Glocken- und Zinngiesser, Silber, oval, mit Innüngsemblemen und Jahres-
zahl 1643 in vergoldeter Auflage. Dm. 38,8 X 35,8 cm. Beschauz. W Typus IV u. Meisterz. — Vereinigte
Gelb-, Glocken- und Zinngiesser-Innung, Breslau.
Nitsch, Hans, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Paul Nitsch, stirbt am 5. Dezember 1616-
Nitsch, Jacob (Nitsche >, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Paul Nitsch, stirbt am 5.
(begr. d. 8.) Dezember 1617, alt 28 Jahre (Elis. u. MM).
Nitsch, Kaspar, Goldschmied, wird um 1640 auf der Schmiedebrücke erwähnt (Schles. Vorz. VII. 482 ).
Nitsch, Paul (Nitsche, Nietsch, Nitschke, Nusch, Nüsche), Goldschmied und Medailleur, geb. in Breslau, Sohn des
Schwertfegers Fabian Nitsch (?), erwirbt am 6. Februar 1573 das Bürgerrecht, wird um dieselbe Zeit Meister.
Wohnt auf der Schmiedebrücke. Ist seit 1585 mehrfach für den Bischof Andreas von Jerin und den Dom tätig
gewesen. Über seinen Briefwechsel von 1585/86 mit dem Bischof siehe Anzeiger für Kunde der deutschen
Vorzeit 1881, Sp. 207 und Schlesiens Vorzeit, Bd. VII S. 66 f. (Bresl. Kgl. Staatsarchiv, F Neisse IX). Am
16. Juli 1596 nennt ihn der Bischof einen sehr geschickten Goldschmied, der durch verschiedene Werke, besonders
aber durch die Herstellung des Silberaltares in der Kathedrale glänzende Beweise seiner Kunstfertigkeit gegeben
und sich in hohem Grade die Anerkennung seiner Zunftgenossen erworben habe (Schles. Vorz. N. F. III. 89).
Arbeitet 1600 ein kunstvolles Reliquiarium in Kreuzform für den Obersthofmeister Christoph Poppel von Lobkowitz
in Prag (Acta capituli v. 4. Mai 1600). Seine Tochter Maria heiratet am 11. Februar 1602 den Goldschmied
Mattheus Jachman d. ä. (MM). Nitsch stirbt am 12. Januar 1609, alt 61 Jahre (Elis. u. MM). Sein Sohn Michael,
Goldschmied und Weinhändler, heiratet am 19. April 1610 Judith, geb. Winter, die Witwe des Matthes Tschender,
gewesenen Bürgers zu St. Georgen in Ungarn (MM). Seine Tochter Anna heiratet am 18. Januar 1616 den
Federschmücker George Lewe (MM). Seine Witwe Brigitta (.Prisca) stirbt am 21. (begr. d. 24.) August 1622
(Elis. 11. MM). Paul Nitsch zeichnet PN ligiert in rundem Felde, vgl. Taf. III Nr. 59.
a. Hausaltärchen, Silber vergoldet, mit Steinen besetzt, in Form eines Portikus mit zwei Säulen, zwischen
denen ein eiförmiger Bergkristall angebracht ist, der von rückwärts geschnitten den Crucifixus, darunter ein
Schriftband mit A(ndreas Jerin) E(piscopus) W(ratislaviensis) 1586 und die Wappenschilde des Bistums, des
Bischofs und von Schlesien zeigt. H. 22,7 cm. Beschauz. W Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. '3$ '. — Dom-
schatz, Breslau.
b. Hausaltärchen, Silber vergoldet, Nr. a ähnlich, nur zierlicher in den Details. Der Bergkristall in der Mitte
flach mit dem Crucificus, demselben Schriftbande und den gleichen Wappen wie bei Nr. a. H. 18,9 cm.
Ohne Beschauz. u. Meisterz., nur Kriegssteuerst. doch sicher eine Arbeit von Paul Nitsch. Domschatz,
Breslau.
c. Figuren am Hochaltar des Breslauer Domes, Silber mit Vergoldung, gegossen. In der Mitte der Gekreuzigte
mit Maria und Johannes; auf den Flügeln an der Evangelienseite Johannes der Täufer und Vincentius Levita,
unten in einem Rundmedaillon das Bildnis des Bischofs Andreas von Jerin (der 10000 Taler zu den Unkosten
des Altares gab), an der Epistelseite der hl. Andreas und die hl. Hedwig, unten das Wappen des Bischofs
Jerin. Gearbeitet 1590, eingeweiht am 4. Mai 1591 (vgl. Gomolcky, Merkwürdigkeiten in der K. u. K. Stadt
Breßlau [1733], S. 20). H. der einzelnen Figuren c. 90—100 cm. Beschauz. W Typus II u. Meisterz. Dom,
Breslau.
d. Hausaltar, figurenreiche Kreuzigung mit Maria, Johannes, Magdalena, Engeln, die Leidenswerkzeuge halten,
und Engelsköpfen; jede einzelne Figur aus Silber mit Vergoldung flach getrieben und sehr sorgfältig ziseliert,
128
Fig. 28. Paul Nitsch: Lavaboschüssel von 1595 im Breslauer Domschatze
auf Sammet aufgelegt. In einem mit Steinen besetzten Holzrahmen. Als Bekrönung ein Bogen mit einem Pelikan in
seinem Neste. H. 100 cm. Br.75cm. Beschauz.W Typus II u. Meisterz. Kath. Pfarrkirche St. Bartholomaei, Trebnitz.
e. Lavaboschüssel nebst Kanne, Silber mit Vergoldung, abgebildet Fig. 28 und 29. In der Mitte der Schüssel
das Wappen des Kanonikus Johann Korn, am Rande achtzehn Wappen des Bischofs, der Kathedrale, des
Kapitels, der Prälaten und Kanoniker, die mit Johann Korn im Kapitel gesessen haben. Laut Inschrift wurde
Kanne und Schüssel aus einem Legate des 1593 verstorbenen Johann Korn 1595 angefertigt. Dm. der Schüssel
51,5 cm. Fi. der Kanne 38,5 cm. Beschauz. W Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Domschatz,
Breslau (Vgl. Schlesiens Vorzeit, Neue Folge, Bd. II S. 128 - 132. — Über die Wappen der Schiissel vgl. Der
Deutsche Herold, Jahrgang 1906 Nr. 1).
f. Kelch, Silber vergoldet, von gotischem Gepräge, der fünfpassige (!) Fuss, der fünfkantige Ständer, der wulst-
förmige Nodus und teilweise auch der Kuppabelag zeigen als Dekor architektonisches Masswerk, teils vertieft.
129
L . : |
Fig. 29. Paul Nitsch: Lavabokanne von 1595 im Breslauer Domschatze
teils durchbrochen. Am Fusse zwei schräg angelehnte ovale Medaillons mit den Neisser Bistumslilien und
dem Wappen des Bischofs Andreas von Jerin. H. 20,8 cm. Beschauz. W Typus II, Meisterz. u. ein österr.
17
130
Freistempel. — Diözesanmuseum, Breslau. Stammt aus der Schlosskapelle in Johannisberg | Beschrieben und
abgebildet in Schlesiens Vorzeit, Neue Folge, Bd. III S. 89 — 92)
g. Tischglöckchen, Silber, graviert mit dem Wappen des Bischofs Johann VII. von Sitsch und den Bistums-
lilien. Um 1605. Ohne Beschauz. u. Meisterz. — Domkapitel, Breslau ( Vgl. Schlesiens Vorzeit, Neue Folge,
Bd. III S. 90;.
Von F. Friedensburg, Studien zur schlesischen Medaillenkunde (in Schlesiens Vorzeit, Bd. VII S. 67), werden
dem Paul Nitsch noch folgende fünf Medaillen zugeschrieben.
h. i. Medaillen mit dem Bildnisse des Bischofs Andreas von Jerin, zwei Stück zu 4 Dukaten, Gold. Eine davon
datiert 1596 (Vgl. Friedensburg u. Seger, Schlesiens Münzen und Medaillen der neueren Zeit [Breslau 1901],
S. 43 Nr. 2568 u. 2570, abgeb. Taf. 29, zweite Reihe rechts),
k. 1. Medaillen auf den Breslauer Weihbischof Adam Weisskopf, zwei Stück. Datiert 1590 i Vgl. Schlesiens
Vorzeit, Bd. VII S. 297 f. - Friedensburg u. Seger, I.e., S. 75 Nr. 4050 u. 4051, abgeb. Taf. 46, zweite Reihe
rechts).
m. Medaille auf Johann Queschwitz, von 1586 — 1596 Abt zu St. Vincenz in Breslau (Vgl. Friedensburg
u. Seger, 1. c, S. 73 Nr. 3966, abgeb. Taf. 46, erste Reihe rechts).
Nitsch, Paul (Nitschei, Goldschmiedgeselle und Münzschreiber, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Fabian
Nitsch, heiratet am 2. Juli 1634 Martha, die Witwe des Gregor Hoffman, gewesenen Verordneten im Streich-
gaden (MM). Kommt 1634 und 1635 in den Akten des Bresl. Kgl. Staatsarchivs vor (Schles. Vorz. VII. 67 1.
Nitsch, Tobias, Goldschmiedgeselle, Sohn des Breslauer Goldschmieds Paul Nitsch (?) (Schles. Vorz. VII. 482).
Nizarowitz, Andreas Adalbert (Nizorowicz), Goldschmied, lernt in Warschau bei Antonio Mietelsky und steht nach
Massgabe der dortigen Mittelsprivilegien die Lehrzeit aus, wird 1736 losgesprochen. Lässt sich am 1. Oktober 1774
von den Ältesten der Warschauer Goldschmiede-Innung, Wenceslaus Karrer und Martinus Paulowicz, eine Kopie
seines Lehrbriefes ausstellen, da er in Breslau Meister werden will. Erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am
19. September 1775. Ist in den Breslauer Meisterlisten nirgends genannt.
Nodler, Christoph, Goldschmiedgeselle, Sohn des Breslauer Zuckermachers Matthes Nodler, stirbt auf der Wander-
schaft in Posen am 2. September 1605, alt 19 Jahre (Elis. u. MM».
Nöldner, Gottlieb Benjamin, siehe Neidner.
Noide, Jacob, Gold- und Silberarbeiter in Wien; sein Sohn Heinrich Paul stirbt in Breslau am 17. März 1738, alt
28 Wochen.
Nonhardt, Anthonius, Goldschmied, wird Bürger am Freitag vor Invocavit ( 19. Februan 1518. Ist im Catalogus civium
von 1525 nicht mehr genannt.
Nonner, Jeremias, Goldschmiedgeselle, Sohn des Kretschmers Hans Nonner auf dem Neumarkte, stirbt am 11.
(begr. d. 13.) Oktober 1676, alt 24 Jahre 15 Wochen 2 Tage lElis. u. MM,.
Nordt, Andreas von (Nohr;, Goldschmied, Sohn des Grossbinders Michael von Nordt in Danzig, wird 1698 in Breslau
Meister. Erwirbt das Bürgerrecht am 3. Dezember 1698. Heiratet am 13. Januar 1699 Anna Rosina, die Tochter
des Goldschmiedältesten Gottfried Heintze (Elis.)- Stirbt oder verzieht von Breslau um 1710. Nordt zeichnet
AVN in einem Dreipasse, vgl. Taf. IV Nr. 121.
a. Kelch, Silber mit Vergoldung, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse Rippung und abwechselnd je drei
silberne Felder mit geflügelten Engelsköpfchen und mit Akanthusranken. Auf dem birnförmigen Nodus Akanthus-
voluten. Auf der Kuppa von einem Strahlenkranze umgeben die Inschrift 1ESUS und als Gegenstück dazu
ein Flammenoval mit hebräischer Inschrift in Rankenwerk. Auf dem Fussrande in Punktierung die Inschrift:
„Zu einen Christ mildesten Andencken Verehret diesen Kelch der Kirchen zu St. Bernhardien in der Neustadt
Johann Gottlieb Neumann Bürger und Handelsmann in Bresslau ^ A" 1705." H. 25,5 cm. Johanneskopf
Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. 5iv- — Bernhardinkirche, Breslau.
b. Münzbecher, Silber, konisch. H. 24,5 cm. Johanneskopf u. Meisterz. — Winterpalais, St. Petersburg (nach
Rosenberg Nr. 470 a).
c. Nussbecher in Silberfassung. H. 23 cm. Johanneskopf u. Meisterz. — Eremitage, St. Petersburg (nach
Rosenberg Nr. 470 bj.
d. Nussbecher wie Nr. c (nach Rosenberg Nr. 470c;.
e. Kanne, Silber mit Vergoldung. Johanneskopf u. Meisterz. 1883 bei J. & S. Goldschmidt, Frankfurt a. M.
(nach Rosenberg Nr. 470d).
f. Pokal, Silber mit Vergoldung. H. 19,8 cm. Johanneskopf u. Meisterz. 1883 bei J. & S. Goldschmidt,
Frankfurt a. M. (nach Rosenberg Nr. 470?).
Nübling, Johann Caspar, siehe Niebling.
131
Nüsche [Nusch), Paul, siehe Nitsch.
Nymandis, Georgius de, aurifaber, wird Bürger am Sonnabend nach Kiliani 9. Juli i 1373; Bürge ist Henkinus aurifaber.
Nysser, Bartholomaeus iNeyssen, aurifaber, wird Bürger am Dienstag nach Reminiscere (10. März) 1422.
Nysser, Hannos (Nyser, Nyszer, Nysszer, Niser, Neysser, Neisser), aurifaber, Bruder des Goldschmieds Nicolaus
Nysser d. ä., erwirbt das Bürgerrecht am Mittwoch nach Vincula Petri (4. August) 1372; Bürge ist Niclos Har-
tusch. Wohnt auf der Altbiissergasse bei den Schulen. Verreicht 1373 seiner Frau Margareta allen seinen Besitz
für den Fall seines Todes (Schöppenb. III. 259b). Ist im Bürgerbuch zwischen 1376 — 1409 häufig als Bürge
genannt. Erscheint 1386, 1391, 1396, 1400, 1402, 1404, 1406 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als
Zunftsenior. Verreicht 1400 dem Mathis Schultis sein Erbe in der Hundegasse, behält sich jedoch den Garten,
die Scheune und eine freie Durchfahrt (Schöppenb. IX. 12ab). Erwirbt in demselben Jahre von seinem Bruder
Nicolaus die Hälfte des Erbes am Brodmarkte an der Ecke gegenüber Procop Plathener (Schöppenb. IX. 37b).
Stiftet 1401 eine Mark jährl. Zins zu Händen des Altares in der Goldschmiedekapelle auf sein Erbe bei Matis
Waldau t Schöppenb. IX. 67b 68b>. Hat 1401 für Stephan v. Alsnaw wegen Feuerausbruchs Bürgschaft zu leisten
(Signaturb. XIII). Erscheint 1404 und 1405 bei Zinsverreichungen (Schöppenb. IX. 260, X. 6, 57b). Zahlt 1403/4 an
Steuern: de hereditate 1 scot, de opere Vi fertonem, de re 1 scot (Steuerb. fol. 20b). Stirbt um 1410.
Nysser, Nicolaus [Claus, Nicze] (Nyser, Neysser, Neissen, d. ä., aurifaber, erwirbt das Bürgerrecht am Tage Marcelli
(Mittwoch den 16. Januan 1376 (Bürge ist sein Bruder Hannos Nysser i. Auf ihn oder vielleicht auch auf Nicolaus
Nysser d. j. beziehen sich nachstehende Eintragungen in den Schöppenbüchern. Niclaus Nysser erscheint 1400
mehrmals als Besitzer eines Grundstückes unter den Huterlauben (Schöppenb. IX. 2b, 10b, 13t. Erwirbt und ver-
kauft 1400 ein Grundstück auf der Schmiedebriicke an der Ecke gegenüber Johann Richils Erbe (Schöppenb. IX.
26, 33b, 82b). Kauft 1400 das Erbe des Jocob Schirmecher auf der St. Niclosgasse (Schöppenb. IX. 42b). Verkauft
1401 ein Grundstück (Schöppenb. IX. 118b, 120). Verkauft 1402 dem Peter Bergman und dessen Kindern sein
Erbe auf der Reuschen Gasse bei Schoneweber zunächst (Schöppenb. IX. 141»).
Nysser, Nicolaus [Claus, Nicze] (Nyser, Neysser), d. j., aurifaber, wird Bürger am Sonnabend vor Misericordia domini
(16. April) 1390. Ein Nicolaus Nysser leistet 1392 und 1407 Bürgschaft (Signaturb. V. 74b, XVI). Siehe Nicolaus
Nysser d. ä.
Obermann, Melchior Ferdinand, Goldarbeiter, verfertigt bei Johann David Kriebel als Meisterstück einen Placker und
Ring, wird Meister am 18. März 1750. Stirbt am 5. (begr. d. 8.) Oktober 1784, alt70Jahre 15 Tage (MM).
Oeberdorffer, Hans, Goldschmiedgeselle, heiratet im Mai 1550 Hester, die Tochter des Goldschmieds Frantz
Bottner (MM).
Oehlert, Johann Carl, Goldschmied aus Danzig, wird 1726 am Dom erwähnt (Schles. Vorz. VII. 488).
Ohle, George, Goldschmiedgeselle und Musketier unter der Roten Fahne, stirbt an der Pest am 30. Novem-
ber 1633.
Ohle, Johann (Hans Ohl), Goldschmied, geb. in Breslau, getauft am 23. Januar 1629, Sohn des Malers Hans Ohle d. j.,
wird 1662 Bürger und Meister. Heiratet am 27. August 1662 Magdalena, die Tochter des f Kretschmers Caspar
Müller fElis.). Wohnt auf der äussersten Ohlauischen Gasse. Seine Frau verkauft mit ihren Geschwistern am
5. Januar 1665 dem Kretschmer George Priller ihr Kretschmerhaus auf der inneren Reuschegasse an der Ecke
der Büttnergasse für 2500 Rtlr. Schles. Ohle erscheint 1671 u. 1681 als Taufzeuge am Dom, am 21. VIII. 1675
bei St. Matthias, als Trauzeuge bei St. Matthias am 18. X. 1676, 24. VI. 1686, 17. X. 1690. Stirbt am 22. (begr. d.
24.) August 1698 (Matth.). Zeichnet J O in zwei Typen, vgl. Taf. III Nr. 91 u. 92.
a. Widmungsschildchen an einem zinnernen Willkomm der Breslauer Korbmachergesellen, Silber, ein Paar,
achteckig, ein Engel hält einen Blattkranz mit Emblemen der Korbmacher-Innung in getriebener Arbeit.
Datiert 1679. Meisterz. Typus I. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
b. Vortragekreuz, Silber, mit dem Liesch'schen Wappen. H. 85 cm. Beschauz. W Typus VI, Meisterz.
Typus I u. Kriegssteuerst. ' ■ Kreuzkirche, Breslau.
c. Ampel, Silber, mit grossen Barockblumen in durchbrochener Arbeit und vier aufgelegten Heiligenfiguren.
Nach unten läuft die Ampel in eine Hand aus. Als oberer Kettenhalter ein Kronreif, graviert mit Inschrift
und Jahreszahl 1689. H. 48,5 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. Kath. Pfarrkirche St. Mariae
Himmelfahrt, Himmelwitz Kr. Gross-Strehlitz OS.
d. Kelch, Silber mit Vergoldung, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse Barockblumen und in plastischer
Auflage das Haupt Johannes des Täufers auf der Schüssel. Der silberne Kuppabelag mit Barockblumen
in durchbrochener Arbeit und einem aufgelegten vergoldeten Medaillon mit der hl. Hedwig. Unter dem
Fusse in Gravierung Widmungsinschrift und Jahreszahl 1692. H. 21,7 cm. Beschauz. W Typus VI u.
Meisterz. — Kath. Pfarrkirche in Hermannsdorf, Landkr. Breslau.
17*
132
e. Ciborium, Silber vergoldet, mit farbigen Steinen, auf dem sechspassig gebogten, runden Fusse sechs ovale
silberne Medaillons mit Heiligen. Die Kuppa ist fast bis zum oberen Rande von einem silbernen Belag um-
hüllt, auf dem zwischen Blattrankcnwerk drei silberne Medaillons mit Heiligen sowie ein rundes Perlmutter-
täfelchen mit der Krönung Mariae (letzteres von 1330) sitzen. Deckel in Form einer Krone mit getriebenem
Akanthuswerk, darauf ein Herz mit ifts in einem Strahlenkranze von zwei Engeln verehrt. Auf dem Fusse
die Inschrift: „Constantia Ducissa Cuiaviensis Abbatissa Trebnicensis fieri me fecit Anno 1330. Me auxit et
multo plus adornavit Christina Cath: Pawloioska de Wrbna Abb: Trebn: A: 1693." H. 48,5 cm. Beschauz. W
Typus VI u. Meisterz. Typus II. Kath. Pfarrkirche St. Bartholomaei, Trebnitz.
f. Kelch, Silber mit Vergoldung, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse und dem birnförmigen Nodus
barockes Blumenwerk in getriebener, am silbernen Kuppabelag in durchbrochener Arbeit. H. 25,6 cm.
Beschauz. W Typus VI, Meisterz. Typus II u. Kriegssteuerst. Adlertypus. Kath. Pfarrkirche St. Bartholomaei,
Trebnitz.
Okrusch, Johann (Ockrusch), Goldschmied, Sohn des Erbsassen George Okrusch in Baumgarten bei Ohlau, getauft
d. 17. IV. 1687 (Tfb. evang. Kirche Ohlau), arbeitet in Breslau bei Johann Peter Ziegler als Meisterstück ein
Geschirr nebst Ring und Siegel, wird Meister am 15. Januar und Bürgeram 19. Januar 1714. Heiratet am
30. Januar 1714 Rosina Elisabeth, die Tochter des Goldschmiedältesten Gottfried Heyner (MM). Stirbt am
10. (15.) Mai 1721 (MM). Seine Witwe Rosina Elisabeth heiratet am 7. September 1728 den Stück- und Glocken-
giesser Gottfried Schnellrad (MM). Okrusch zeichnet o? ö c7f ligiert in einem gezackten Blatte, vgl. Taf. IV Nr. 133.
a. Taufschüssel, Silber, rund, graviert mit Stifterwappen und biblischer Inschrift. Gestiftet von Rosina
Riemerin, geb. Krause, am 17. März 1715. Johanneskopf, Stempelmeisterb. B negativ, Meisterz. u. Kriegs-
steuerst. 5nf. Maria Magdalenenkirche, Breslau.
b. Tablett, Silber, rund, auf Fuss. Johanneskopf, Stempelmeisterb. B negativ u. Meisterz. — Hofantiquar Max
Altmann, Breslau.
Okrusch, Johann Gottlieb lOckrusch, Okrosch, Ockruss>, Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds
Johann Okrusch, arbeitet bei Stephan Christian Luttroth als Meisterstück ein silbernes Giessbecken nebst Kanne,
wird Meister am 23. September und Bürger am 30. September 1748. Heiratet am 5. November 1748 Justina
Eleonora, die Tochter des f Reichkrämers Gottfried Vogt (Elis.). Macht 1772 der Regierung Vorschläge über
die Einrichtung eines Probir- und Taxiramtes und verbindet damit Denunziationen gegen das Mittel der Gold-
schmiede und der Zinngiesser; diese Verdächtigungen haben ausführliche Untersuchungen zur Folge (Bresl.Kgl.
Staatsarchiv, R. 14, PA. VIII. 245ei. Okrusch kommt dadurch zu den übrigen Innungsmeistern in ein missliches
Verhältnis und fühlt sich veranlasst, sein Handwerk aufzugeben. Er wird fürstlich Hatzfeldtscher Agent und ist
in der Meisterliste von 1777 das letzte Mal erwähnt. Sein Sohn Johann Gottlieb (getauft am 12. Oktober 1751;
MM), Zeichenmeister bei dem anatomischen Collegium und Adjunkt bei der Friedrich-Schule, heiratet am
8. September 1779 Johanna Eleonora, die Tochter des f Venditors Gottfried Lehmann (MM). Als Witwer
heiratet der Sohn Johann Gottlieb am 5. Oktober 1791 Johanna Juliana, die einzige Tochter des Tuchfabrikanten
Benjamin Schmidt iMM). Aus dieser Ehe stammt Charlotte Emilie Okrusch (getauft am 22. November 1794; Elis.),
die am 15. September 1813 den Schulinstitutsdirektor Carl (= Christian) Erdmann Mentzel (geb. d. 24. VIII. 1787),
den Sohn des Erb- und Wassermüllers Johann Heinrich Mentzel in Städtel bei Namslau, heiratet. Dieser Ehe
entstammt der Maler Adolf von Menzel (geb. am 8., getauft am 26. Dezember 1815; MM).
Ordelin, David Friedrich (Ordolin), Silberarbeiter, geb. in Malchow bei Berlin, wird 1769 in Berlin Bürger und Meister
(Sarre, Die Berliner Goldschmiedezunft [Berlin 1895] S. 67, 106, 125). Siedelt 1786 nach Breslau über, meldet sich
am 20. Juni 1786 bei dem hiesigen Mittel als Stückmeister, und wird, da er in Berlin bereits Meister gewesen ist,
ohne nochmalige Arbeitung eines Meisterstückes am 14. September rezipiert. Erwirbt am 10. August 1786 das
Breslauer Bürgerrecht. Stürzt sich aus Verzweiflung über seine zänkische Frau am 21. Juli aus dem Fenster und
stirbt an den Folgen des Sturzes am 22. (begr. d. 24.) Juli 1789, alt 48 Jahre (Elis.). Ordelin zeichnet D FO in
ovalem Felde.
a. Suppenkelle, Silber, der Stiel abgebildet bei Sarre, 1. c, S. 125 Fig. 5. Berliner Beschauz. u. Meisterz. —
SIg. Dr. G. Reichenheini, Berlin.
Orth, Jeronimus iHieronimus Ortt, Ohrt), Goldschmied, heiratet als Geselle 1553 Dorothea, die Tochter des
Jeronimus Kirsten (Elis.). Erwirbt das Bürgerrecht am 9. Februar 1554, wird um dieselbe Zeit Meister. Er-
scheint 1562 in Brieg, heiratet 1563 zum zweiten Male (Brieger Urgichtbuch fol. 127 a; Rechnungsbuch
fol. 8a). Arbeitet Ende des Jahres 1563 für die Herzogin von Brieg eine Kette, „an welcher an einem jdern
glide perlen gewesen." Der Geselle des Orth, ein Wahle, veruntreut in Abwesenheit des Meisters einige Perlen ;
1564 finden deswegen Verhandlungen statt (Bresl. Kgl. Staatsarchiv, F. Brieg III. 18 E, fol. 168, 169. Schles.
133
Vorz. VII. 288 f. i. Orth er-
hält 1569 Zahlung für
einen Becher „damit fürstl.
Gnaden Herzog Joachim
verehrt," desgleichen für
einen vergoldeten Becher,
ein Geschenk an Herzog
Johann Georg von Brieg
(Brieger Rechnungsb. v.
1563, fol. 220K Anz. f.
Kunde d. deutsch. Vorz.
1878, Sp. 391). Orth stirbt
in Breslau im Frühjahr
1584 oder 15S5. Zeichnet
IO ligiert in rundem Felde,
vgl. Taf. III Nr. 53.
a. Rauchfass, Silber, ab-
gebildet Fig. 30. Darauf
die Inschrift: ECCE *
CHRISTE * CVLTOR *
HOS * OFFERT * TIBI
* THVREOS * ODO-
RES * FRANCISCVS
TWS » und das Wappen
des Augustiner Chorher-
renstifts nebst den Initia-
len F. A.S. und derjahres-
zahl 1561. H. 31 cm. ße-
schauz. W Typus II u.
Meisterz. Kath. Pfarr-
kirche St. Mariae, Sagan.
Ossig, Esaias, Goldschmied
ausserhalb der Innung, er
und seine Frau Susanna,
geb. Gerhardt, lassen 1668
(Esaias), 1672, 1676 bei
St. Adalbert taufen. Ossig
arbeitet 1672 im St. Katha-
rinenstifte (Schles. Vorz.
VII. 488).
Ostertag, Abraham, Gold-und
Silberarbeiter, begräbt am
11. Juli 1751 seine Frau auf dem Kirchhofe St. Agnetis (Matth.).
Oswald, Gottfried, Goldschmiedgeselle von Bautzen, stirbt in Breslau am 26. (begr. d. 28.) August 1749, alt ungefähr
20 Jahre (MM).
Oswald, Niclaus (Oswalt), aurifaber, wird Bürger am Dienstag vor Corpus Christi (8. Juni) 1406; Bürge ist Niclos
Buckinschuch. Erscheint 1414, 1416, 1418, [1419], 1420, 1422, 1428, 1431, 1434, 1437 in den Geschworenenlisten
der Signaturbücher als Zunftsenior. Stirbt um 1439.
Othmuchaw, Niclos, d. ä., aurifaber, wird Bürger am Dienstag vor Petri ad cathedram (16. Februar) 1384; Bürge ist
Hannos Nysser.
Othmuchaw, Niclos, d. j., wird Bürger am Sonnabend vor Invocavit (22. Februar) 1393; Bürge ist Hannos Nysser.
Wohnt in Circulo. Zahlt 1403/4 an Steuern: de opere */2 fertonem (Steuerb. fol. 10b). Erscheint 1397 und 1410
in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior. Hat 1404 eine Bürgschaft zu leisten (Signatur-
buch XV).
Fig. 30. Jeronimus Orth: Weihrauchfass von 1561 in der kath. Pfarrkirche in Sagan
134
Otte, George, Goldschmied; sein hinterlassener Sohn stirbt 12 Jahre alt im September 1604 im Kinderhospital zum
heil. Grabe.
Oltong, Friedrich [Jean Baptiste?], siehe Hotton.
P . ., H . . ; das auf Tafel III Nr. 85 abgebildete Meisterzeichen HP in ovalem Felde, das sich unerklärlicher Weise
bis jetzt noch nicht hat deuten lassen, findet sich auf der schlichten Silberfassung eines zylindrischen Hedwigs-
glases in der kath. Pfarrkirche St. Bartholomaei in Trebnitz mit der Inschrift „VITRVM BEATE HEDWIGIS
ANNO DOMINI 1653 ARGENTO OBDVCTVM" nebst dem Breslauer Beschauzeichen W Typus V.
Packepusch, Paul, Goldschmiedgeselle, heiratet 1564 Rosina, die Tochter des f Goldschmieds Peter vom Baum-
gart (Elis.).
Pätzold [Päzöldt], siehe Petzold.
Pansa, Johann Jacob, Gold- und Silberarbeitergeselle, Sohn des Schulkollegen Johann Christian Pansa in Magde-
burg, heiratet in Breslau am 1. September 1761 Anna Rosina, geb. Riedel, die Witwe des Torschreibers Johann
Christoph Breich; Trauzeuge ist der Silberarbeiter Johann Gottlieb Okrusch (MM).
Pappritz, Friedrich, Goldarbeiter, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 1. November 1822, alt 46 Jahre. Wird nicht
Innungsmitglied.
Parthol, Johann Friedrich August, siehe Barthol.
Paschke, Friedrich Wilhelm, Goldarbeiter, geb. in Mittel-Langenöls bei Lauban, Sohn des Arendators Carl Wilhelm
Paschke, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 19 Januar 1836, alt 24 Jahre. Tritt am 26. Oktober 1839 in die
Innung ein. Ist in der Meisterliste von 1842 nicht mehr erwähnt.
Pauer, Ernst Daniel, Gold- und Galanteriewarenarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Partkrämers Ernst Christian
Pauer, heiratet am 11. April 1747 Anna Sophia, die Tochter des Peruquiers Bernhard Nehrkorn (Elis.). Seine Frau
t 16. (begr. d. 18.) XI. 1754 (Elis.).
Pauil Goltsmed, siehe Pawil Stille f oyt.
Paule, Hans, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Partieres Hans Paule, ertrinkt am 15. Juni 1629, alt 24 Jahre.
Pechthold, Carl Wilhelm, Goldarbeiter, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 18. Dezember 1812. Wird nicht
Innungsmitglied.
Pecze Goldsmed wird 1345 erwähnt, als Katharina Pecze Goltsmidinne und Pawil ihr Sohn das Erbe auf der St.
Albrechtsgasse bei der roten Mauer dem Maurermeister Nickil verkaufen (Schöppenb. I. 1 b). Katharina, Gotkin
Goltsmedis Schwester Tochter verkauft 1349 Annen, Peezin Goltsmedis Tochter zu Händen Heinken ihres Mannes
4% Scot jährl. Zins, die sie hat auf dem Erbe, das Fricze Becherer bewohnt (Schöppenb. I. 115h). Peczes
Töchter Elze, Katharina und Agnit, Nonnen im St. Katharinenkloster in Breslau, werden 1362 erwähnt; siehe
Lütke Goltsmed.
Peisker, Augustin [Gottlieb] (Peissker, Peitzger, Beisker, Beisgen, Silberarbeiter, Sohn des Schneiders Johann Caspar
Peisker in Goldberg, wird in Breslau Meister am 29. Oktober und Bürger am 31. Oktober 1732. Heiratet am
18. November 1732 Anna Rosina, die Tochter des f Destillateurs Augustin Bräuer (Elis.). Wohnt im Bürger-
werder. Seine Frau Anna Rosina t 23. (begr. d. 25. i VI. 1742 (Elis.). Peisker heiratet am 14. Januar 1744 Anna
Eleonora, die Tochter des f Zirkelschmieds und Schlosserältesten Burghardt Mindner [Mündner]; Trauzeuge ist
der Goldarbeiter Johann David Kriebel MMi. Seine Frau f H. (begr. d. 13. i VII. 1757 (Elis.). Er selbst stirbt
am 2. (3.) Januar 1758, alt 57 Jahre <MMi. Seine Tochter Rosina Dorothea heiratet am 18. November 1760 den
Silberpolierer Johann Heinrich Müller (Elis.). Peisker zeichnet AP ligiert, vgl. Taf. V Nr. 149.
a. Tischleuchter, Silber, ein Paar, mit profiliertem Kleeblattfusse. H. 19,3 cm. Johanneskopf Typus XII u.
Meisterz. Schlesisches Museuni für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
Peltz, Johann Christian, Galanterie- und Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Tafeldeckers Johann Peltz, heiratet
am 12. Januar 1750 Anna Rosina, die Tochter des f Schlossers Samuel Kreideweiss (Elis.). Stirbt am 20.
(21.) August 1767, alt 50 Jahre 8 Monate 8 Tage iMMi.
Penzinger, Christoph, Goldschmiedgeselle aus München, stirbt in Breslau am 28. Juni 1584 MM).
Persohn, Friedrich, Hofgoldschmied bei dem Grafen Schaffgotsch, geb. in Goldberg, lernt in Breslau bei Daniel Petzold
d. ä., wird Geselle im September 1618. Stirbt auf der Messergasse am 31. Juli 1676, alt ungefähr 88 Jahre.
Pesschel, aurifaber, wird Bürger am Montag nach Jeronymi pb. cf. (1. Oktober) 1403; Bürge ist Niclos Crommendorff.
Peter, Friedrich Benjamin (Petten, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Schneidermeisters Ernst Friedrich Peter,
lernt bei Samuel Christoph Thun von 1770 -1776. Meldet sich am 7. Juni 1787 als Stückmeister, arbeitet bei
Gottlob Benjamin Werner ein Paar mundierte Brillant-Ohrgehänge, wird Meister am 5. Oktober 1787 und um
dieselbe Zeit Bürger. Heiratet 40 Jahre alt am 14. Juli 1807 Johanna Eleonora Thielitz, geb. Pfaller (MMi. Lebt
später in dürftigen Verhältnissen, erhält seit 1820 von der Innung Unterstützungen. Stirbt 1827.
135
Petrus aurifaber, wird erwähnt 1337 in den Literis filiarnni Petri anrifabri < Antiquariiis I. fol. 17. Codex diplomaticus
Silesiae, Bd. XI S. 103).
Petrus Goltsmid, siehe Peter von Glacz.
Petsch, Andreas Gottfried (Petzsch, Poetschi, Silberarbeiter, verfertigt bei Samuel Christoph Thun als Meisterstück
eine silberne Kaffeekanne nebst Sahngiesser, wird Meister am 6. (7. i Oktober und Bürger am 23. Oktober 1800.
Stirbt am 9. Januar 1860.
Petzold, Adam Gottfried iPaetzold), Goldarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Friedrich Gottlob Krebs vom
23. September 1750 bis 16. Juni 1756. Meldet sich am 27. September 1765 als Stückmeister, arbeitet bei seinem
ehemaligen Lehrherrn einen Plack mit Rauten, wird Meister am 23. Januar 1766. Erwirbt das Bürgerrecht am
S.Dezember 1767. Stirbt im Allerheiligenhospital in geistiger Umnachtung am 28.(29., begr. d. 31. i März 1779,
alt 43 Jahre (Elis.).
Petzold, Andreas (Petzelt i, Goldschmiedgeselle, Sohn des Andreas Petzold, gewesenen Pfarrers zu Rothsürben, heiratet
in Breslau am 3. Oktober 1634 Dorothea, die Tochter des Braumeisters Martin Behr ( Elis.).
Petzold, Carl, Goldarbeiter, ist am 17. November 1789 Trauzeuge bei St. Vincenz.
Petzold, Daniel i Pezeldt, Petzeltt), d. ä., Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Bäckers David Petzold, Bruder der
Goldschmiede Jonas und Zacharias Petzold, wird 1610 Bürger und Meister. Heiratet am 31. August 1610 Katharina,
die Tochter des Goldschmieds Augustin Heyne d. m. (MM). Wohnt auf der Kupferschmiedegasse, dann auf
der Bäckergasse. Seine Frau Katharina f 13. (begr. d. 17. i III. 1630 El is. u. MM i. Er selbst stirbt am 27. (begr.
d. 29.) Januar 1633, alt 54 Jahre (Elis. u. MM).
Petzold, Daniel (Pezelt, Petzhold), d. j., Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Leinwandreissers Daniel Petzold,
arbeitet bei Gottfried Heyner als Meisterstück einen Kelch nebst Ring und Siegel, wird Meister am 24. April und
Bürger am 25. Oktober 1713. Heiratet am 28. November 1713 Rosina, die Tochter des Wachsschlägers Johann
George Lehman iMMi. Seine Tochter Christina Magdalena heiratet am 11. Februar 1744 den Goldarbeiter Jacob
Andreas Rottwitt Elis.). Petzold stirbt am 1. (begr. d. 3. i Oktober 1752, alt 72 Jahre (Elis.i. Seine Witwe Rosina
t 4. (begr. d. 7., III. 1768 (MM).
Petzold, Heinrich Wilhelm, Juwelier, erwirbt das Bürgerrecht am 20. September 1816. Wird am 17. November 1824
im Bürgerbuche gestrichen.
Petzold, Johann [Hans] i Pezold, Petzeidt, Pätzold), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Weinbrennerältesten Daniel
Petzold, wird 1682 Bürger und Meister. Heiratet am 6. Oktober 1682 Anna Maria, die Tochter des f Johann
Rieger (MM). Am 22. Oktober 1683 tuen die Breslauer Schoppen kund, dass Maria Wiesner, die Witwe des
Weinbrenners Daniel Petzold, ihrem Sohne, dem Bürger und Goldschmied Johann Petzold, ihr Haus auf der
Schmiedebrücke für 1800 Rtlr. Schles. aufgereicht habe (Bresl. Stadtarchiv, A3. F. Breslau Nr. 288). Petzold ist im
Juli 1706 Trauzeuge bei St. Adalbert. Seine Tochter Maria Magdalena heiratet am 11. September 1708 den Gold-
schmied Christian Schlencker (Elis.). Seine Tochter Anna Rosina heiratet am 20. Oktober 1716 den Goldarbeiter
Heinrich August Joel Elis.). Petzold stirbt am 28. (begr. d. 30.) Mai 1717 (Elis.). Seine Tochter Susanna heiratet
am 27. November 1719 den Schneider Johann Caspar Hoffman (Elis.i. Seine Witwe Anna Maria f 1. XI.
1722 (Elis.i.
Petzold, Johann Christian, Goldschmiedgeselle, Sohn des Daniel Petzold, Gefreiten unter der Grünen Kompagnie,
stirbt am 19. April 1735, alt 24 Jahre.
Petzold, Johann Christian (Päzoldi, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Ratsausreuters Adam Petzold, lernt bei
Johann Daniel Albert vom 4. März 1749 bis 23. Februar 1755. Meldet sich am 22. September 1762 als Stückmeister,
arbeitet bei Johann Gottlieb Schmidt einen mit Rauten besetzten Plack, wird Bürger am 3. Mai und Meister am
30. November 1763. Heiratet am 8. April 1766 Johanna Eleonora, die Witwe des Goldarbeiters Johann Ernst
Roemer; Trauzeuge ist der Goldarbeiter Adam Gottfried Petzold (MMi. Heiratet als Witwer am 6. September 1791
Johanna Christiana Ebert, geb. Gasche (MM). Stirbt am 24. Juli 1794, alt 61 Jahre.
Petzold, Johann Daniel (Päzoldti, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Daniel Petzold d. j., arbeitet
bei Johann David Kriebel als Meisterstück einen Uhrhaken nebst Ring, wird Meister am 15. Juni und Bürger am
27. Juni 1746. Stirbt 1769.
Petzold, Jonas l Pezoldt, Pezeldi, Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Bäckers David Petzold, Bruder der Gold-
schmiede Daniel (d. ä.) und Zacharias Petzold, lernt bei Caspar Pfister. Heiratet am 28. November 1622 Martha,
die Tochter des Goldschmieds Caspar Pfister (MM). Wird 1623 Bürger und Meister. Wohnt am Ringe unter
den Riemern. Stirbt an der Pest am 1. (begr. d. 4. ' November 1633 bei Caspar Pfister auf der Albrechtsgasse,
alt 42 Jahre (Elis.i. Seine Witwe Martha setzt die Werkstatt fort (Urk. 21 u. 22V, sie stirbt am 11. (15.) Dezember
1666 (Elis. u. MM).
136
Petzold, Zacharias (Pezoldt, Pezelt), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Bäckers David Petzold, Bruder der
Goldschmiede Daniel (d. ä.) und Jonas Petzold, wird 1615 Bürger und Meister. Heiratet am 17. Februar 1615
Eva, die Tochter des f Adam Brimmer (Elis.). Wohnt am Ringe im Clernenshofe. Stirbt am Schlage den 2. (begr. d. 4.)
Januar 1628, alt 44 Jahre (Elis. u. MM). Seine Witwe Eva | 3. (begr. d. 5.) V. 1652 (MM).
Peuckert, Johann Carl Benjamin (Peukert, Peucker), Goldarbeiter, geb. 1766 in Breslau, Sohn des Viehhändlers
Gottfried Peuckert, lernt bei seinem Vetter Gottfried Benjamin Weigelt vom Qu. Trinitatis 1781—1787. Arbeitet
bei demselben als Meisterstück einen goldenen Patzel mit Granaten, wird Meister am 4. (6.) November 1794.
Erwirbt das Bürgerrecht am 31. Oktober 1796. Heiratet 36 Jahre alt am 11. November 1802 Johanna Friederike
Katharina, die Tochter des Nähnadelfabrikanten Sebastian Wiesner (MM). Seine Frau f 10. (begr. d. 12. i VIII. 1807
(Elis.). Peuckert heiratet am 8. Februar 1809 Johanna Christiana, die Tochter des Tuchmacherältesten George
Gottlieb Jungfer (Elis.). Ist 1830 Stadtverordneter. Stirbt am 7. Februar 1840.
Pfarrmann, Carl Elias (Farrmann, Fahrmann), Silberarbeiter, geb. in Cosel OS., Sohn des Revisors Andreas Pfarrmann,
lernt in Breslau bei Benjamin Gottlieb Sander vom Qu. Trinitatis 1775—1781. Meldet sich am 5. März 1790 als
Stückmeister, arbeitet bei Ferdinand Christian Beyl ein silbernes Mundbecken nebst Wasserbecher, wird Meister
am 24. Juni 1790. Heiratet 30 Jahre alt am 8. November 1790 Susanna Christiana, die Tochter des f Rats-
ausreiters Johann George Langer (Elis.). Erwirbt das Bürgerrecht am 24. Februar 1791. Ist in der Meisterliste
von 1806 das letzte Mal erwähnt. Pfarrmann zeichnet CEP in einem herzförmigen Schilde, vgl. Taf. V Nr. 174.
a. Sargschilde der Breslauer Bürstenmacher, Silber, oval, mit Innungsemblemen und Crucifixus in vergoldeter
Auflage. Datiert 1790. Dm. 39,5 )< 34 cm. Johanneskopf Typus XIV, Stempelmeisterb. H u. Meisterz. -
Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
Pfister, Caspar (Pfiester, Pfizner), Goldschmied (und Kupferstecher?), geb. in Breslau, getauft am 17. Januar 1571,
Sohn des Bildhauers und Schnitzers George Pfister (MM). Sein Vater stammt aus Halbbronn (?) und stand zu
Nürnberg in Beziehungen (vgl. Hampe, Nürnberger Ratsverlässe, Bd. I S. 617 Nr. 4288). Caspar Pfister wird 1598
in Breslau Bürger und Meister. Heiratet nach dem am 18. Oktober erfolgten Aufgebot am 27. Oktober 1598
Christina, die Tochter des Goldschmieds Ludwig Vicke (MM). Wohnt in seinem eigenen Hause auf der
Albrechtsgasse. Ist 1609 König der Schiesswerderschützen (Roland, Schiesswerderbuch, S. 22). Ist 1621/22 Münz-
beamter der Stände (Acta publica V. 172. — Schles. Vorz. VII. 68). Seine Tochter Martha heiratet am 28. November
1622 den Goldschmied Jonas Petzold (MM). Pfister ist 1624 und 1625 in den Akten des Breslauer Domkapitels
erwähnt; arbeitet 1630 ein silbernes Reliquiarium ( Ada capituli v. 4. Oktober 1624, 27. Juni 1625, 29. November 1630).
Seine Frau Christina f 1. (begr. d. 4. i XL 1633 (Elis.). Seine Tochter Christina heiratet am 30. Oktober 1634 den
Bäcker Michael Schaff (MM). Pfister stirbt als Zunftältester nach langwieriger Krankheit am 11.(12.) November
1635, alt 64 Jahre 10 Monate (Elis. u. MM). Seine Tochter Ursula heiratet am 26. September 1645 den Bäcker
Johann Hoene ( MM). Sein Sohn Hans heiratet am 4. Februar 1670 Martha Dorothea, die Tochter des städtischen
Kelleramteinnehmers Baltzer Herrman MM;. Pfister zeichnet CP ligiert in rundem Felde, vgl. Taf. III
Nr. 70.
a. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse in schöner Treibarbeit die Evangelisten
und die Wappen des Stifterpaares, auf der unteren Kuppahälfte durchbrochener Belag mit Buckelriefen. An
dem flachwulstigen Nodus sechs Zapfen mit den Buchstuben i e h s u s. In der Unterseite des Fusses eine
Inschrifttafel aus Silber mit der Inschrift: „CRISTOPH OELHAFEN IN PROTSCH ET MARTHA HESSIN
A STEIN CONIVGES GRATITVDINIS ERGO HOC MONVMENTVM F. FECERVNT ANNO 1604".
H. 19,5 cm. Beschauz. W Typus III u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche in Protsch, Kr. Breslau.
b. Kelch, Silber vergoldet, auf dem runden Fusse drei Medaillons, 1. mit der Gottesmutter, dem Christuskinde
und Johannes, 2. der büssenden Magdalena, 3. einer Heiligen mit Anker (Martha?). Auf dem birnförmigen
Nodus die HH. Hedwig, Johannes Evangelista und Vincentius Levita. Auf dem Kuppabelag die HH. Maria,
Petrus und Johannes Baptista, oben ein Kranz von farbigen Steinen und Perlen. Mit dem Wappen des
Domh errn P. Koslowius. Datiert 1607. H. 28,6 cm. Beschauz. W Typus III, Meisterz. u. Kriegssteuerst.
— Domschatz, Breslau.
c. Schützenkleinod Caspar Pfisters mit dem Selbstportrait des Meisters vom Jahre 1609; abgebildet Fig. 31,
nach Georg Hauer (Hayer): Breslische Schutzen-Kleinoth . . . (Breslau 1613], Taf. 8. Original verloren.
d. Haupt Johannes des Täufers, Silber mit Vergoldung, auf einer runden vergoldeten Schüssel mit der
Umschrift: „Sancte Johannes Baptista ora pro nobis Deum". Das Haupt dient als Reliquienbehälter für die
Hirnschale Johannes des Täufers. Das Blut des durchschnittenen Halses ist durch rote Glassteinchen in
silberner Fassung dargestellt. Auf der Rückseite der Schüssel die Inschriften: „Agnosce Effigiem Natorum
Maximus Ecce Praecursor Domini Sanctus Baptista Joannes" und „Ex Voto Quidam fidelis Christi et Baptistae
137
Fig. 31. Caspar Pfister
f. f. Anno Domini mbcrj", darunter das Wappen des Domherrn P. Koslowski
mit den Initialen R.P.K. Dm. 59 cm. Beschauz. W Typus III, Meisterz,
u. Kriegssteuerst. — Domschatz, Breslau.
e. Becher, Silber, innen vergoldet, auf der konischen Mantelfläche in Gra-
vierung drei exotische Frauengestalten in Landschaften, darüber die In-
schriften: „Königs Weib, Gemein Weib, Vnzüchtig Weib". Auf dem
Boden das Wappen der Familie Fürst von Kupferberg nebst den Initialen
D. F.v.K. und Jahreszahl 1612. H. 8,2 cm. Beschauz. W Typus III u.
Meisterz. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer,
Breslau (wohl identisch mit Rosenberg Nr. 461).
f. Madonna mit dem Jesuskinde, Silber vergoldet, auf sechsseitigem pro-
filiertem Sockel, umgeben von einem Strahlenkranze. Der reich mit
Früchte- und Rankenwerk, zwei Figuren der HH. Hedwig und Johannes
Evangelista und dem Wappen des Prälaten Balthasar Neander aus-
gestattete Sockel dient als Reliquienbehälter und zeigt vorn hinter einem
ovalen Glase einen Zahn der hl. Lucie. Die Inschrift am Sockel lautet:
„BALTHASAR NEANDER DE OTMVCHOVIA S. T. D. ARCHI-
DIACONVS WRATISLAVIENSIS DONVM HOC ECCLESI/E WRATIS-
LAVIENSI. AN. MDCXVI. DIE XVIII SEPTEMBRIS HILARITER OB-
TVLIT." H. 40,5 cm. Beschauz. W Typus III, Meisterz. u. Kriegssteuerst. — Domschatz, Breslau.
g. Straussenei in vergoldeter Silberfassung, mit Bügelhenkel, Kugelfüssen, die von Adlerkrallen gehalten
werden, und drei figürlichen Vertikalbändern mit Köchen. H. 15,4 cm. Beschauz. W Typus III u. Meisterz.
— Schles. Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Stammt aus der Dorotheenkirche in Breslau).
h. Deckelhumpen, Silber mit Vergoldung, fazettiert, umlaufend auf Silbergrund zwei Reihen je acht
gravierter Wappen der Ahnen des Sigismund d. ä. von Köckritz und der Maria von Sauerma-Jeltsch, die im
Jahre 1624 einander ehelichten. Bei dieser Gelegenheit ist höchstwahrscheinlich der Humpen angefertigt
worden. Auf dem Deckel das Wappen derer von Köckritz. Die Buchstaben auf dem Boden und die Jahres-
zahl 1688 sind spätere Zutaten. H. incl. Deckeldrücker 22,7 cm. Beschauz. W Typus IV u. Meisterz. -
Frau Regierungsrat Emma von Wrochem, geb. von Köckritz, Potsdam (Beschrieben und abgebildet bei
Diepold von Köckritz, Geschichte des Geschlechtes von Köckritz, S. 286).
i. Johanneshaupt auf der Schüssel, das Antlitz Silber, die Haupt- und Barthaare vergoldet, der Halsdurch-
schnitt farbig bemalt. Die ursprünglich zu profanen Zwecken bestimmt gewesene Schüssel ist Augsburger
Arbeit (Meisterz, ein V mit drei Sternen?) und zeigt in reicher Treibarbeit zwischen Karyatiden die vier
Jahreszeiten. Ein auf dem Rande der Schüssel unorganisch aufgelegter silberner Reif enthält eine Inschrift,
die besagt, dass die Schüssel von dem Domherrn Gebauer im Jahre 1629 dem Dome seiner Vaterstadt
Glogau geschenkt wurde. Gr. des Hauptes etwas unter Lebensgrösse; Dm. der Schüssel 57 cm. Beschauz W
Typus IV u. Meisterz. - Domkirche St. Mariae, Glogau.
k. Reliquienmonstranz, Silber vergoldet, die mit zwei Heiligenfiguren zwischen Blattrankenwerk belegte
und durch eine Figur der Gottesmutter in der Mandorla bekrönte Scheibe zeigt Reliquien hinter einem
Rundbogenfenster. Laut Inschrift gestiftet von Maria Raiff 1630. Beschauz. W Typus IV u. Meisterz.
Der ovale Fuss mit barockem Blumen- und Blattwerk, eine Arbeit des Gottfried Schmidt (1689—1708), ist
spätere Zutat; mit Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. H. 49,2 cm. — Adalbertkirche, ehemaliges Dominikaner-
kloster, Breslau.
I. Auf erstehungsf igur, Silber mit Vergoldung, der auferstandene Christus mit Krone und goldenem Mantel
steht auf einem Sockel, der die Hölle darstellt und den überwundenen Tod und Teufel versinnbildlicht.
H. 109 cm. Beschauz. W Typus IV, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Domschatz, Breslau.
Pfister, Ludwig, Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Caspar Pfister, lernt bei seinem Vater,
arbeitet später als Geselle bei ihm, scheint nie eine eigene Werkstatt betrieben zu haben, da sein Name im
Catalogus civium von 1617 nicht vorkommt. Stirbt auf der Albrechtsgasse am 4. (5.) Januar 1640 am Schlag-
anfall (MM).
Pfnorre, Christoff (Phnorre), Goldschmied, wird Bürger am Freitag vor Invocavit (26. Februar) 1501. Ist im Catalogus
civium von 1525 nicht mehr genannt.
Pfnorre, Hans (Pfnörre, Pfnurre), Goldschmied, wird Bürger am Freitag vor Invocavit (1. März) 1476. Stirbt
nach 1490.
18
138
Pfnorre, Sebalt (Pfnor, Pfnoerre, Pfnurre, Pfnürre), Goldschmied, wird Bürger am Freitag vor Invocavit (14. Februar)
1472. Vergoldet 1482 den Turmknopf der Elisabethkirche (Script, rer. siles. III. 258. Pols Jahrb. II. 135).
Stirbt nach 1490. Am Freitag nach Vincula Petri (2. August) 1510 wird die Frau Meister Sebalt Pfnorrynne
Goldschmidinne als Besitzerin eines Hauses auf der Stockgasse erwähnt (Tradb. II. 34).
Philip, Hans, Goldschmied und Juwelier, von London, gelobt am 2. April 1607 vor den Ratmannen, „seine Sachen
zwüschen dato vnd den österlichen feiertagen izt lauffenden jahreß in entliche richtigkeitt zubringen, der erbaren
zeche der goltschmide alhie an irem ehrlichen handtwerg die zeitt seineß lebenß keinen einhält zuthuen, sondern
alßbaldt nach dem Osterfest sich von hinnen zubegeben vnd sein nahrung anderßwo zusuchen" (Lib. definit. IV.
178 a). Ist wohl identisch mit dem Folgenden.
Philippus, Johannes, Goldschmied unter der Jurisdiktion des Kreuzstiftes, wird 1689 am Dom erwähnt (Schles.
Vorz. VII. 487). Seinetwegen wenden sich 1608 die Ratmannen mit einer Bittschrift von drei Breslauer Gold-
schmieden an das Domkapitel (Acta capituli v. 4. Juli 1608)
Pietsch, Andreas Gottfried, Goldarbeiter, Sohn des Handelsmannes Adam Christoph Pietsch in Frankenhausen im
Schwarzburgischen, heiratet am 11. November 1800 Johanna Eleonora, die Tochter des Kammerkanzlisten Gottlieb
Samuel Thun in Gross-Glogau (Elis.).
Pile, Melchior, Goldschmiedgeselle von Köln a. Rh., stirbt in Breslau am 17. April 1588, alt 29 Jahre (MM).
Pistorius, Johann, Goldschmied auf dem Sande, wird 1686 und 1688 am Dom erwähnt (Schles. Vorz. VII. 487).
Pitschman, Christian (Pietschman, Pitscheman, Pitzeman), Goldschmied, Sohn des Ziechners Hans George
Pitschman in Juliusburg bei Öls, arbeitet in Breslau bei Thomas Kuntze als Meisterstück einen Kelch nebst
Ring und Siegel, wird Meister am 2. Mai und Bürger am 7. Mai 1718. Heiratet am 17. Mai 1718 Helena, die
Witwe des Goldschmieds Johann Daniel Heyner (Elis.). Seine Frau Helena f 17. (begr. d. 19.) VI. 1731 (Elis.).
Pitschman heiratet am 24. November 1734 Johanna Christina, die Tochter des Barbiers und Wundarztes Siegmund
Brunschwitz (Elis.). Eine Rechnung Pitschmans über gelieferte Ringe, Kreuze, eine Münzkuffe, einen Becher etc.
vom 28. Januar 1739 im Bresl. Kgl. Staatsarchiv unter Stadt Breslau II lOd 5. Pitschman stirbt am 4. Februar
1744, alt 60 Jahre weniger 17 Tage (Elis ).
Puschmann, Johann Adolph, Silberstecher; am 3 (begr. d. 5.) Februar 1775 stirbt sein Sohn Christoph Wilhelm, alt
3 Jahre (MM).
Plackwitz, Christoph (Blachwitz, Blackwitz), Goldschmied, wird 1682 Bürger und Meister. Stirbt am 3. September 1724.
Seine Witwe Maria heiratet am 18. September 1725 den Goldschläger Christoph Gamme (MM). Plackwitz zeichnet
CP ligiert mit einem Sternchen in aufrecht ovalem Felde, vgl. Taf. IV Nr. 106.
a. Szepter der theologischen Fakultät, Silber mit Vergoldung, ein profilierter Stab mit einer symbolischen Dar-
stellung der Theologie; am unteren Stabende ein Köpfchen. L. 148 cm. Johanneskopf Typus I) u. Meisterz.
Kgl. Universität, Breslau.
b. Szepter der philosophischen Fakultät, Silber mit Vergoldung, ein profilierter Stab mit symbolischen Dar-
stellungen der Astronomie und Medizin. L. 149 cm. Johanneskopf Typus II u. Meisterz. Kgl. Universität,
Breslau.
c. Absolutionskelch, Silber mit Vergoldung, ohne Dekor. Johanneskopf Typus IV, Stempelmeisterb. A,
Meisterz. u. Kriegssteuerst. Kreuzkirche, Breslau.
d. Fuss zu einem gotischen Standkreuze, Silber vergoldet, profiliert, sonst ohne Dekor. Beschauz. W Typus VI,
Meisterz. u. Kriegssteuerst. Kreuzkirche, Breslau.
Plackwitz, Tobias (Plachwitz, Blachwitz, Blackwitz), Goldschmied, Sohn des Ratsgeschössers Christoph Plackwitz,
wird 1688 Bürger und Meister. Heiratet am 3. Mai 1688 Regina, die Tochter des Tuchschererältesten Johann
Gottfried Schmitzer [Schmutzer] (Elis.). Wohnt auf der Kupferschmiedegasse. Zimmermann! Beschr.d. St. Breslau, S.423)
nennt ihn einen sehr berühmten Silberarbeiter und Sammler von Gemälden und Kupferstichen; seine Sammlung
besass die ehemalige Frau Oberforstmeisterin Süssenbach. Plackwitz ist seit etwa 1702 Zunftältester und seit
Juni 1712 mutmasslicher Stempelmeister mit dem Buchstaben B. Erscheint im Juli 1706 als Trauzeuge bei
St. Adalbert und am 18. November 1708 und 16. Februar 1713 als Taufzeuge bei St. Matthias. Seine Tochter
Regina heiratet am 13. September 1707 den Reichkrämer Johann Christoph Hoffman (Elis.). Seine Tochter Anna
Susanna heiratet am 18. Juli 1712 den Handelsmann Johann Meutil (Elis.). Seine Tochter Anna Sophia heiratet
am 10. September 1715 den Handelsmann Christian Seydel (Elis.). Seine Tochter Anna Rosina heiratet am
11. Oktober 1718 den Handelsmann Johann Leuterding (Elis.). Seine Tochter Johanna Eleonora heiratet am 19. Juni
1726 den Handelsmann Gottfried Burgstaller (Elis.), der am 3. Februar 1741 von der Goldschmiede-Innung dem
Magistrat als Mittelsbeisitzer empfohlen wird (Innungsurkundenslg. II). Plackwitz stirbt am 16. November 1727,
alt 70 Jahre 4 Monate 3 Wochen (Innungsurkundenslg. v. 1737, S. 324 f.). Seine Tochter Maria Dorothea heiratet am
139
20. Juli 1728 den Handelsmann Frantz Carl Lange lElis.). Seine Witwe Regina f 5. IX. 1729. Plackwitz scheint
seinerzeit einer der meistbeschäftigten Goldschmiede in Breslau gewesen zu sein. Er ist mehrfach für den Dom
und andere Kirchen tätig gewesen. 1713 schuldet er dem Dom gegen 600 Gulden für „argento restante" (Acta
capituli v. 15. Dezember 1713); 1717 hat der Domherr Tenczin bei Plackwitz Schulden (Acta capituli v. 16. No-
vember 1717); 1718 hat Plackwitz Schuldforderungen an einen Herrn von Berg (Staatsarchiv). Plackwitz zeichnet
T P ligiert in rundem Felde, vgl. Taf. IV Nr. 110.
a. Kelch, Silber mit wenig heller Vergoldung, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse geflügelte Engelsköpfe
und Barockblumen in kräftigem Relief. Am Kuppabelage geflügelte Engelsköpfe und Früchte zwischen
Barockblumen in getriebener und durchbrochener Arbeit. H. 22,7 cm. Beschauz. W Typus VI, Meisterz. u.
Kriegssteuerst. Adlertypus. — Evang. Pfarrkirche St. Laurentii, Grossburg Kr. Strehlen.
b. Abend mahlskanne, Silber mit Vergoldung, auf dem Fussringe, dem unteren Teile des zylindrischen Mantels
und auf dem Deckel Rippung und Blattwerk auf goldenem Grunde. Datiert: Anno 1708 den 10. Juny. H.
incl. Deckeldrücker 23,7 cm. Johanneskopf ähnlich Typus IV, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Bar-
barakirche, Breslau.
c. Weinbüchse, Silber mit wenig Vergoldung, vierseitig mit eingerundeten Kanten. In dem Schraubdeckel
ein Einsatz für Oblaten. Auf den Seitenflächen des Büchschens in Gravierung sinnbildliche Darstellungen:
Glaube, Liebe, Hoffnung und die Inschrift: „Gott zu Ehren verehrte dieses Johann Gottfrid Schmutzer Tuch-
Scheer Eltester Alhier Ao. 1709". H. 10,5 cm. Johanneskopf ähnlich Typus IV, Meisterz. u. Kriegssteuerst.
Adlertypus. — Barbarakirche, Breslau.
d. Sargschilde der Breslauer Fleischhacker unter den Alten Bänken, Silber mit Vergoldung, in der Mitte ein
vergoldeter Ochse, am Rande Embleme des Todes und Ranken in durchbrochener Arbeit. Datiert 1710.
H. 52,5 cm. Br. 43 cm. Beschauz. W Typus VI, Stempelmeisterb. A u. Meisterz. - Vereinigte Fleischer-
Innung, Breslau.
e. Tafelgerät in Form eines Mörsers mit Lafette, Silber mit Vergoldung, im Deckel graviert das Wappen des
Stifters, des Pfalzgrafen Franz Ludwig, Bischofs von Breslau und eine lange Inschrift. Die Lafette mit Holz-
maserung und Beschlägen. Datiert 6. Juli 1717. Johanneskopf Typus VII, Stempelmeisterb. B negativ,
Meisterz. u. Kriegssteuerst. - Kleinodien der Schiesswerderschützen in Breslau. Schlesisches Museum
für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Vgl. Schlesiens Vorzeit, Bd. V S. 253 Nr. 25 (5), abgeb. Taf. XXXII
(IV) Nr. 1).
f. Altarleuchter, Silber, ein Paar, auf dreiteiligem Fusse mit plastisch aufgesetzten Engelsköpfchen. Datiert
1718. H. 87 cm. Johanneskopf, Stempelmeisterb. B negativ u. Meisterz. — Elisabethkirche, Breslau.
g. Büste des hl. Vincentius, Silber, überlebensgross, mit jugendlichem Lockenkopfe in Diakonengewand (Dal-
matica) mit Quasten. Den Hals umhüllt das Humerale, das Haupt umgibt ein vergoldeter Heiligenreif. Auf
einem schwarzen Holzsockel mit silbernen Bandelwerkbeschlägen. (Von 1721; vgl. Johann Klinge.) H. incl.
Sockel 100 cm. H. der Büste 76 cm. Johanneskopf Stempelmeisterb. B positiv, Meisterz. u. Kriegssteuerst. 'Sftf .
Vortreffliche Arbeit. — Donischatz, Breslau.
h. Monstranz. Johanneskopf, Stempelmeisterb. ? u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche in Schömberg, Kr. Landeshut.
Plackwitz, Tobias (Blachwitz), Juwelier, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Tobias Plackwitz, arbeitet bei
Christian Schlencker als Meisterstück einen Kelch nebst Ring und Siegel, wird Meister am 15. Dezember 1727.
Gibt gleich darauf sein Handwerk auf und wird Juwelenhändler. Seine Frau Anna Rosina f 13. XII. 1731. Plack-
witz kauft 1744 einen Teil des silbernen Tafelgeschirrs des Prälaten von Gellhorn, bevor dieser als Kriegs-
gefangener nach Magdeburg geht (v. Gellh. Nachlassakten, Bresl. Domkapitel ).
Pleschke [Plesske], George, siehe Blaschke.
Plesefsky, Jacob, Goldschmiedgeselle von Thorn, Sohn des Büttners Gregor Plesefsky, heiratet in Breslau nach dem
am 27. Juli erfolgten Aufgebot am 3. August 1592 Eva, die Witwe des Benedict Milde (MM)
Podian, Hannos, aurifaber, wird Bürger am Montag vor Allerheiligen (30. Oktober) 1391; Bürge ist Hannos Nysser.
Poetsch, Andreas Gottfried, siehe Petsch.
Polak, Lorencz (Polack, Polagk), d. ä., aurifaber, wird Bürger am Freitag vor Hedwigis ( 14. Oktober) 1429. Erscheint
1442 und 1445 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior. Stirbt um 1448.
Polak, Lorencz (Polack, Meister Lorencz der Goltschmid), d. j., Goldschmied, wird Bürger am Montag vor Simon u.
Judas (27. Oktober) 1460. Bewohnt 1462 ein Haus am Ringe, das vorher Eigentum des Goldschmieds Hannos
Vicker [Ficker] war; doch kann sich die Notiz auch auf Lorencz Cretsmer beziehen. Im Neisser Lagerbuch
H fol. 87 a wird 1473 Ursula, die Tochter des | Hans Segersdorf, als Frau des Lorencz Polak genannt (Schles.
Vorz. VII. 482). Polak stirbt vor 1490.
18*
140
Polak, Nicolaus (Polack, Polag), aurifaber, wird Bürger am Dienstag vor Petri ad cathedram (21. Februar) 1430.
Stirbt 1446. Am 27. September 1446 bestätigt Bischof Conrad die Fundation des f Nicolaus Polak von 8 Mk.
jährl. Zins zur Errichtung eines sechsten Dienstes am Altare der Goldschmiede in der St. Maria Magdalenenkirche
(vgl. Urk. 8).
Poloner, Andres (Andres Goltsmed), aurifaber, wird Bürger am Mittwoch vor Elisabeth 1 16. November) 1390; Bürge
ist Heinrich von Erford. Wohnt in Circulo. Andres Goltsmed zahlt 1403/4 an Steuern: de opere 1/2 fertonem
(Steuerb. fol. 10).
Posch, Gottfried Daniel [Friedrich?], Silberarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Carl Gottlieb Freytag vom 9. Juni 1803
bis 2. März 1809. Wird Bürger am 21. Juni 1816 und Innungsmeister am 20. Mai 1817. Ist 1840 das letzte Mal
erwähnt. Zeichnet POSCH positiv eingeschlagen und GDP in einem herzförmigen Schilde, vgl. Taf. V Nr. 187.
a. Becher, Silber, innen hell vergoldet, zylindrisch, nach oben ausladend, am oberen Rande ein Band mit Pal-
mettendekor. Datiert 1818. H. 8 cm. Johanneskopf Typus XVIII, Stempelmeisterb. P u. Meisterz. POSCH. —
Edgar Graf Henckel von Donnersmarck, Grambschütz bei Namslau.
b. Zuckerkasten, Silber, rechteckig, mit abgestumpften Kanten. Auf dem Deckel Apollo mit dem Sonnenwagen
in aufgelegtem Relief. Auf Füsschen. H. 8 cm. Johanneskopf Typus XVIII, Stempelmeisterb. P u. Meisterz.
POSCH. — Arthur von Machui, Breslau.
c. Lichtputzschere nebst zugehörigem Teller, Silber. Johanneskopf, Stempelmeisterb. Q u. Meisterz. GDP. -
Geheimrat Pinkus, Neustadt OS.
Poschinsky, Heinrich, Goldschmiedgeselle, stirbt am 25. Juli 1625, alt 27 Jahre (Elis.).
Poussert, Johann Carl Gottlob, siehe Bossert.
Powalsky, Carl Maximilian (Powaltzky, Puwalski, Bowalsky, Buwalsky, Kowalsky), Silberarbeiter, Sohn des Revisions-
kommissars Samuel Matthias Powalsky in Wien, meldet sich in Breslau am 29. März 1753 als Stückmeister,
arbeitet bei Christian Beyl ein silbernes Becken nebst Kanne, wird Meister am 10. (12.) Juli 1753. Heiratet am
20. Mai 1754 Susanna Elisabeth, die Tochter des f Schneiders Adam Müller (Elis.). Seine Frau f 14- (begr.
d. 16.) X. 1771 (Elis.). Powalsky heiratet im September 1774 Johanna Christiana, geb. Gumpricht, die Witwe des
Kaufmannschaftsboten Johann Ferdinand Stiegler (Elis.). Stirbt am 29. (begr. d. 31.) Dezember 1790, alt 65 Jahre
4 Monate 21 Tage (Elis.). Seine Tochter Amalia Carolina Elisabeth heiratet im Mai 1791 den Silberarbeiter
Gottlieb Benjamin Vogtmann (Elis.). Powalsky zeichnet CMP in einem blattförmigen Felde.
a. Becherpokal, Silber, innen hell vergoldet, mit zwei Rokokokartuschen in getriebener Arbeit, in der einen
eine allegorische Figur in Treibarbeit, in der anderen lange gravierte Widmungsinschrift. Datiert 30. November
1761. H. 16,4 cm. Johanneskopf Typus XIII, Stempelmeisterb. G Typus II u. Meisterz. — Schlesisches Museum
für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
Poy, siehe Boy.
Prauschnitz, Vicenz, Goldschmiedgeselle aus Neisse, Sohn des dortigen Sporers Vicenz Prauschnitz, heiratet in Breslau
21. Trinitatis 1591 Helena, die Tochter des f Fleischers Peter Riesche (Elis.).
Preuss, Johann Christian (Preiss), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Schneiders Friedrich Wilhelm Preuss,
lernt bei Christian Gottlieb Streubel d. j. vom Qu. Trinitatis 1789 — 1795. Arbeitet bei Ferdinand Christian Krebs
als Meisterstück eine goldene Erbsenkette mit Collier in Filigranarbeit, wird Meister am 3. März und Bürger am
29. Juli 1803. Heiratet 31 Jahre alt am 12. Juni 1805 Wilhelmine Henriette, die Tochter des f Baders und Wund-
arztes Christian Friedrich Rücke (Elis.). Stirbt 1830.
Priester, Joachim, Goldschmiedgeselle, heiratet in Breslau am 19. Juni 1565 Magdalena, die Tochter des t Matthes
Strauss (MM).
Proskauer, Joseph Meyer, Goldarbeiter, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 10. November 1817, alt 45 Jahre. Wird
nicht Innungsmitglied.
Prübach, Daniel Heinrich, siehe Carl Heinrich Friebach.
Pudler, Friedrich Gottfried Wilhelm August, Silberarbeiter, geb. in Breslau am 29. Januar 1838, Sohn des Wild-
händlers Pudler, lernt bei Carl August Theodor Lemor von Michaelis 1853—1858. Tritt am 11. Februar 1885 in
die Innung ein. Stirbt am 9. Mai 1890.
Pummer, Joachim, Silberarbeiter ausserhalb der Innung, wird 1662 in der Spezifikation der Pfuscher in und vor
Breslau erwähnt (Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Stadt Breslau, II. 10d3).
Puwalski, Carl Maximilian, siehe Powalsky.
Rabe, Carl Gottlob, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Partkrämers Gottlob Rabe, lernt bei Paul Leonhard
Schmidt vom Qu. Johannis 1817 bis Michaelis 1822. Erwirbt das Bürgerrecht am 20. Februar 1829, alt 27 Jahre.
Wird nicht Innungsmitglied.
141
Rättig, Hans, siehe Rott ig.
Raffelt, Johann Christian Gottlieb, siehe Reiffelt.
Rahmstein, Christian Friedrich (Rahnstein, Ramstein, Rabenstein), Goldarbeiter, Sohn des Goldarbeiters Christian
Gottlob [Gottlieb] Rahmstein in Sachsen, verfertigt in Breslau bei Johann Bernhard Hönisch als Meisterstück
einen doppelt karmoisierten Brillantring mit einem blauen Glasstein und einem Stern darauf, wird Meister am
6. August und Bürger am 25. September 1800. Heiratet 27 Jahre alt am 21. Oktober 1800 Johanne Christiane, die
Tochter des Zitronenhändlers Johann Gottfried Kessner (MM). Stirbt 1840. Hat der Innung ein Legat von
300 Talern vermacht.
Rahmstein, Johann Wilhelm (Rabenstein), Goldarbeiter, geb. in Plauen im Vogtlande, Sohn des Goldarbeiters Christian
Gottlob Rahmstein, lernt in Breslau bei Christian Friedrich Rahmstein vom Qu. Johannis 1804 bis Ostern 1810.
Erwirbt das Bürgerrecht am 12. März 1819, alt 29 Jahre. Wird nicht lnnungsmitglied.
Rakewicz, Lorencz, aurifaber, wird Bürger am Mittwoch nach Assumptio Marie (16. August) 1385; Bürge ist Niclos
Buckinschuch.
Rammer, Johann Ernst, siehe Roemer.
Rasch, Johann George, Goldschmiedgeselle von Neustadt in Sachsen, stirbt in Breslau am 17. August 1733, alt
26 Jahre.
Rath, Oswald, siehe Rothe.
Raudner, David Gottlieb, Silberarbeiter, geb. in Schlichtingsheim, Prov. Posen, Sohn des dortigen Tuchmachers
Samuel Raudner, lernt in Breslau bei seinem Vetter Carl Gottfried Haase vom Qu. Lucie 1781 bis Qu. Crucis 1787.
Arbeitet bei seinem ehemaligen Lehrherrn eine silberne Kaffeekanne nebst Sahngiesser, wird Meister am
16. Oktober 1793. Erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 14. Juli 1794. Heiratet am 18. September 1798 Sophia
Christiana, die Tochter des Kürschners Baumgärtner in Konstadt bei Kreuzburg OS. (MM). Feiert 1844 sein
fünfzigjähriges Geschäfts- und Bürgerjubiläum. Stirbt 1845 (Ende 1844?). Raudner zeichnet DGR in einem ge-
zackten Blatte und DGR in einem rechteckigen Felde, doch könnte sich das zweite Meisterzeichen auch auf
Samuel Gottlieb Raudner beziehen, der vielleicht die Initialen seines Vaters als Firmenstempel benutzte; vgl. Taf. V
Nr. 176 u. 177.
a. Messkännchen, Silber. Johanneskopf, Stempelmeisterb. M u. Meisterz. - Kath. Pfarrkirche St. Annae,
Frankenstein.
b. Schiffchen für Salz und Pfeffer, Silber, innen vergoldet, in Empireformen. Johanneskopf, Meisterz. u.
Kriegssteuerst. FW (wie Fig. 9b). — Dr. Erwin Hintze, Breslau.
c. Teekessel auf Dreifuss, Silber. Johanneskopf, Stempelmeisterb. Q u. Meisterz. — Stadtrat H. Milch, Breslau.
d. Sahnlöffel, Silber, die halbkugelförmige Laffe in Form einer innen vergoldeten Muschel. Johanneskopf
mit Jahreszahl 43 u. Meisterz. DGR in rechteckigem Felde. — Frau Dr. Hintze, Breslau.
Raudner, Samuel Gottlieb (Rautner), Silberarbeiter und Ziseleur, geb. in Breslau, Sohn des Silberarbeiters David
Gottlieb Raudner, lernt bei seinem Vater von Weihnachten 1813—1818. Erwirbt das Bürgerrecht am 19. Oktober
1832, alt 33 Jahre. Arbeitet als Meisterstück eine silberne Teemaschine, die wegen ihrer sauberen und feinen
Technik den allgemeinen Beifall der Innungsmitglieder findet, wird Meister am 22. Dezember 1832. Stirbt am
5. Juni 1860. Wegen des Meisterzeichens siehe David Gottlieb Raudner.
Rebenstock, Johann George (Rennbeinstock), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Tafeldeckers Johann Ernst
Rebenstock, lernt bei Johann George Böttiger vom 26. September 1752 bis 21. Februar 1758. Meldet sich am
22. Juni 1764 als Stückmeister, arbeitet bei George Emanuel Scholtz einen Plack mit Rauten und Smaragden,
wird Meister am 12. Oktober und Bürger am 18. Oktober 1764. Heiratet in demselben Jahre Maria Franziska,
die Tochter des Kochs Ferdinand Assmann (MM). Stirbt am 15. (begr. d. 17.) September 1774, alt 38 Jahre
7 Monate (MM).
Reher, Eucharius, siehe Riher.
Reich, George, Goldschmiedgeselle aus Ulbersdorf in der Grafschaft Glatz, heiratet in Breslau am 26. April 1695
Rosina, die Witwe des Musketiers Michael Schüller (Elis.).
Reiche Pfuscher, „so Häuser und Gärten hat", wird 1662 in der Spezifikation der Pfuscher in und vor Breslau
erwähnt (Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Stadt Breslau, II. 10 d 3).
Reichel, Ferdinand Wilhelm (Reichelt), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Seifensieders Ernst Gottlieb Reichel,
lernt bei Friedrich Christian Fischer vom Qu. Johannis 1817 bis Weihnachten 1821. Erwirbt das Bürgerrecht am
7. August 1829, alt 27 Jahre. Tritt am 26. Oktober 1839 in die Innung ein. Stirbt 1853.
Reichenbach, Johann Ludwig, Goldarbeiter und Hausbesitzer, geb. in Breslau, erwirbt das Bürgerrecht am 1. No-
vember 1842, alt 33 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied. Ist 1847 im Bürgerbuche gestrichen worden.
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Reiffelt, Johann Christian Gottlieb (Raffelt), Qoldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Hausknechts Gottlieb Reiffelt,
lernt bei Johann Christian Preuss von Michaelis 1818 bis Ostern 1824. Erwirbt das Bürgerrecht am 29. April
1842, alt 37 Jahre. Tritt am 15. Juli 1842 in die Innung ein. Zieht von Breslau weg, ist in der Meisterliste von
1844 nicht mehr genannt.
Reinert, Friedrich Wilhelm, siehe Ruf f er.
Reimann, Robert Herrmann, Goldarbeiter, Sohn des Gutsbesitzers Benjamin Reimann, erwirbt das Bürgerrecht am
28. Juli 1846, alt 25 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Reinhardt, Johann Gottlieb (Reinertt, Reichardt), Goldschmied, Sohn des Erbsassen Andreas Reinhardt in Breslau,
arbeitet bei Hans Jachman d. j. als Meisterstück einen Kelch nebst Ring und Siegel, wird Meister am 21. Februar
und Bürger am 31. März 1725. Da er die Zeichnung zu dem Kelche von einem fremden Goldschmiede hat
anfertigen lassen, muss er 6 Rtlr. Strafe erlegen, und der Kelch wird zerschnitten. Reinhardt heiratet am 9. April
1725 Anna Eleonora, die Tochter des f Erbsassen Daniel Kraussnitz (Elis.). Seine Frau Anna Eleonora f 8.
(begr. d. 10.) XII. 1731 (MM). Reinhardt heiratet XI. Trinitatis 1740 Anna Eleonora, geb. Gräbner, die Witwe des
Goldschmiedältesten Friedrich Tulcke in Strehlen (MM). Scheidet am 24. September 1749 aus der Innung, um
nach Strehlen überzusiedeln, lässt sich aber sein Meisterrecht für den Fall seiner Rückkehr reservieren.
Reinhardts, Thomas (Reynert), Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht am 16. Februar 1532, wird um dieselbe Zeit
Meister. Stirbt vor 1544. Seine Tochter Anna heiratet am 6. November 1564 den Tischlergesellen Michel
Demes (MM).
Reiss, Carl Heinrich, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Schuhmachers Philipp Reiss, lernt bei Samuel Jacob
Somme vom Qu. Johannis 1817 bis Ostern 1822. Erwirbt das Bürgerrecht am 20. Februar 1829, alt 26 Jahre.
Wird nicht Innungsmitglied. Ist 1832 König der Schiesswerderschützen (Roland, Schiesswerderbuch, S. 28). Sein
Name ist am 26. September 1835 im Bürgerbuche gestrichen worden.
Reiss, Johann Peter, Gold- und Silberfabrikant, Sohn des Gold- und Silberfabrikanten Johann George Reiss in Erlangen,
heiratet in Breslau am 4. November 1750 Susanna Eleonora, die Witwe des Kaufmanns Johann Gottlieb Rubineck
(Elis.).
Rennbeinstock, Johann George, siehe Rebenstock.
Renner, Friedrich Wilhelm, Silberarbeiter, lässt sich erst in Jauer als Meister nieder, wirbt später bei dem Breslauer
Mittel ein und wird am 21. Juni 1745 als Meister aufgenommen. Erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 30. Juni
1745. Wohnt im Bürgerwerder. Stirbt am 19. (begr. d. 21.) Januar 1758, alt 58 Jahre 5 Tage (Elis.).
Reusse, Hans (Rewsse), Goldschmied, wird Bürger am Freitag vor Invocavit (21. Februar) 1477. Ist vor 1490 im
Catalogus civium von 1470 gestrichen worden.
Reynert, Thomas, siehe Reinhardts.
Richter, Johann Christian, Goldschmied, ist 1695 in Gross-Glogau als Geselle tätig, heiratet daselbst und bittet die
Stadt um ihren obrigkeitlichen Schutz (Stadtarchiv Glogau, Acta der Goldsch., Maler u. Bildh. Vol. I. 1695). Meldet
sich 1706 in Breslau als Stückmeister, wird aber von der Innung mit der Begründung zurückgewiesen, dass er
1. anderswo verheiratet gewesen und allda einen Meister agieret, 2. in Breslau bei einem unbezechten Gold-
schmiede gearbeitet, 3. seine sechs Meisterjahre nicht nach den Breslauer Mittels-Artikeln gearbeitet und 4. bisher
allhier einen Pfuscher agieret. Nach langwierigen Verhandlungen und Klagen vor den Ratmannen am 20. No-
vember 1706, 14. März 1707 und 20. Juni 1708 wird Richter angewiesen, noch vier Jahre bei einem hiesigen
Meister gesellenweise zu arbeiten. Von dieser Zeit wird ihm am 3. Oktober 1711 ein halbes Jahr erlassen (Lib.
definit. XI. 76b— 77b 80b— 81b H4b— 115 b 214»— 215 b. Innungsurkundenslg. v. 1737, S. 250— 264). Richter
beginnt Ende 1711 sein Meisterstück, arbeitet bei Gottfried Heyner einen Kelch nebst Ring und Siegel, wird
Meister Anfang 1712 und Bürger am 9. Juni 1712. Heiratet als Witwer am 20. Juni 1712 Anna Martha, die
Tochter des f Kochs Jeremias Henschman (MM). Stirbt 1718.
Richter, Johann Franz Lorenz, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Schleifers Anton Richter, lernt bei Christian
Gottlieb Streubel d. j. vom Qu. Trinitatis 1802—1808. Erwirbt das Bürgerrecht am 4. Februar 1820, alt 31 Jahre.
Tritt am 11. Oktober 1820 in die Innung ein. Ist in der Meisterliste von 1830 das letzte Mal genannt.
Richter, Johann Friedrich, Goldarbeiter, geb. in Wien, Sohn des dortigen Goldarbeiters Johann Richter, meldet sich
in Breslau am 17. Juni 1754 als Stückmeister, arbeitet bei Stephan Christian Luttroth einen Plack und Ring, wird
Meister am 23. Oktober und Bürger am 28. Oktober 1754. Stirbt am 16. (begr. d. 19.- Januar 1758, alt 36 Jahre
4 Monate 3 Tage (Elis.).
Ritter, Friedrich Wilhelm, siehe Rüffer.
Riger, Benedict (Riegen, Juwelier von Nürnberg, heiratet in Breslau am 28. November 1623 Barbara, die Witwe des
Handelsmannes George Güntzel I MM). Seine Witwe Barbara j 13.11.1648 (Elis.).
143
Riger, Jobs (Rieger, Rügen, Kammer- und Hofjuwelier, von Nürnberg gebürtig, stirbt in Breslau am 13. März 1620,
alt ungefähr 44 Jahre (Elis.).
Riher, Eucharius [Acharius] (Rieher, Richer, Riecher, Reher, Roehr, Röher), Goldschmied, heiratet als Geselle im
Januar 1555 Hedwig, die Tochter des Goldschmieds Joachim Goltschmidt (MM). Erwirbt das Bürgerrecht am
5. März 1557, wird um dieselbe Zeit Meister. Wohnt auf der Schuhbrücke. Ist 1566 am Dom als Eideszeuge
aufgeführt (Acta capituli v. 22. März 1566). Seine Tochter Katharina heiratet am 15. Oktober 1576 den Gold-
schmied Lorentz Steckel (MM). Seine Tochter Hedwig heiratet am 8. Februar 1580 den Goldschmied Sebastian
Fesch d. ä. (MM). Riher stirbt am 15. März 1585, alt 58 Jahre. Seine Tochter Dorothea heiratet am 30. September
15S6 den Hans Eberlein (MM). Seine Tochter Magdalena heiratet am 13. Oktober 1587 den Goldschmied
Hieronimus von Breen (MM). Seine Tochter Anna (get. d. 2. VIII. 1571; MM; heiratet am 21. April 1592 den
Kretschmer George Lomnit (MM). Seine Tochter Lucia (get. d. 8. V. 1575; MM) heiratet am 27. April 1598 den
Schulmeister Oswald Hager (MM). Riher zeichnet ER ligiert in rundem Felde, vgl. Taf. III Nr. 56.
a. Fassung eines mittelalterlichen, arabischen Hedwigsglases mit zylindrischem, oben leicht ausgebauchtem,
dünnwandigem Mantel mit rot aufgemalten arabischen Schnörkeln. Die vergoldete Silberfassung des oberen
Randes trägt die Inschrift: IN LAVDEM ET HONOREM OMNIPOTENTIS DEI AC •
MEMORIAM D HEDVIGIS DVCISSyE SILESI^E B(artholomaeus) M(andel) MAGISTER
HOC • POCVLVM • ADORNARE FECIT. Der Fuss wird durch eine vergoldete Silberfassung in
Renaissanceformen gebildet, auf welcher vier Rundmedaillons mit den Evangelisten in Relief und zwischen
diesen vier ovale Schilde mit den Wappen der Klöster St. Matthias und Vincenz in Breslau, Leubus und
Heinrichau nebst Namensinitialen der damaligen (1567) Äbte in bunter Emailmalerei angebracht sind. Die
am unteren Teile des Glases mit einem Diamanten eingeritzte Inschrift nebst Jahreszahl „Andreas abbas
Henrichouensis Anno 1567" dürfte ziemlich genau die Entstehungszeit der Fassung angeben. H. 23,4 cm.
Beschauz. W Typus II u. Meisterz. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Aus-
führlich beschrieben und abgebildet bei E. v. Czihak, Schlesische Gläser [Breslau 1891], S. 188 f. Nr. 4, abgeb.
Taf. VI).
Ritter, Gregor, aurifaber, wird Bürger am Freitag vor Invocavit (17. Februar) 1464. Ist im Catalogus civium von 1470
nicht mehr erwähnt.
Ritter, Johann Gottfried, Silber- und Galanteriewarenarbeiter, Sohn des fürstl. Hofrats Johann Ritter in Öls, meldet
sich in Breslau am 17. Juni 1751 als Stückmeister, arbeitet bei Christian Beyl ein silbernes Giessbecken nebst
Kanne, wird Meister am 15. November 1752 und Bürger am 13. Juli 1753. Heiratet am 6. November 1759
Susanna Rosina, die Tochter des f Braumeisters Johann Hüsten (Elis.). Seine Frau f 27. (begr. d. 29.) VII. 1761
(Elis.). Ritter heiratet am 30. Mai 1764 Anna Maria, die Tochter des f Kaufmanns Jacob Järchen in Hirschberg
(Elis.). Stirbt am 22. November 1788, alt 72 Jahre.
Roemer, Johann Ernst (Roemmer, Röhmer, Rammer), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Venditers Peter Roemer,
meldet sich am 17. Juni 1754 als Stückmeister, arbeitet bei Johann David Kriebel einen mit Rauten und Rubinen
besetzten Patzel und einen doppelt karmoisierten Brillantring, wird Meister am 16. Oktober und Bürger am
17. Oktober 1754. Heiratet am 22. Oktober 1754 Johanna Eleonora, die Tochter des f Destillateurs Christian
Künzel (Elis.). Stirbt am 24. (begr. d. 26.) April 1764, alt 45 Jahre 15 Wochen 4 Tage (MM). Seine Witwe Johanna
Eleonora heiratet am 8. April 1766 den Goldarbeiter Johann Christian Petzold (MM). Seine Tochter Rosina
Eleonora heiratet am 26. Oktober 1786 den Kauf- und Handelsmann Christian Mentzel (MM).
Rötche, Gustav, Goldarbeiter, tritt am 15. Juli 1886 in die Innung ein und bleibt Mitglied bis zum 13. Oktober 1893.
Rötel, Samuel (Röthel), Goldschmiedgeselle, Sohn des f Goldschmieds Balthasar Rötel in Beuthen a. d. Oder, stirbt
in Breslau am 7. Juli 1671, alt 42 Jahre (Elis.).
Röttig, Hans (Rättig), Goldschmiedgeselle, stirbt am 10. (11.) August 1633, alt 21 Jahre (Elis.), hat bei George Sauer-
man in Arbeit gestanden.
Rogusch, Lazarus, siehe Bogusch.
Roland, Johann Gottlieb (Rohlandt), Goldschmied, heiratet als Witwer 50 Jahre alt am 19. Juli 1773 Magdalena, die
Tochter des f Tuchmachers Jeremias Krannich in Festenberg (MM).
Roloff, Johann Wilhelm, Silberarbeitergeselle von Danzig, stirbt in Breslau 1792 (Elis.).
Rorman, Mertin (Borman), aurifaber, wird Bürger am Freitag vor Invocavit (9. Februar) 1459. Erscheint 1467, 1470,
1473 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior. Stirbt um 1492 (?).
Rosche, August, Goldarbeiter, geb. in Berlin, Sohn des Uhrmachers Georg Carl Rosche, erwirbt das Breslauer
Bürgerrecht am 27. Juli 1831, alt 35 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied. Sein Name ist 1851 im Bürgerbuche
getilgt worden.
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Rose, Carl Friedrich, Silberarbeiter, geb. in Berlin, Sohn
des Lieferanten Johann Christoph Rose, lernt in
Berlin bei Carl Qottlieb Jungerwirth vom Qu. Jo-
hannis 1791—1797. Heiratet in Breslau im Mai 1801
Maria Magdalena, die Tochter des Schneiders Johann
Wilhelm Kiel in Ohlau (Elis.). Arbeitet bei Johann
Bernhard Hoensch als Meisterstück einen silbernen
Aufsatz, wird Meister am 11. März und Breslauer
Bürger am 19. März 1802. Läuft 1805 davon.
Rosenzweig, Barthel, Goldschmied ; am 24. September 1624
stirbt seine Witwe Margareta.
Rotchen, Niclas, alias Sachse, aurifaber, wird Bürger
am Montag nach Hedwigis (20. Oktober) 1449. Ist im
Catalogus civium von 1470 nicht mehr erwähnt.
Roth, George, fürstl. Goldarbeiter in Brieg, Sohn des
Goldarbeiters Joachim Roth in Liegnitz, heiratet in
Breslau am 31. August 1626 Christina, die Tochter des
Ratsherrn George Rüger in Schneeberg in Sachsen
(MM).
Rothe, Oswald (Roth, Rote, Rath), Goldschmied, erwirbt
das Bürgerrecht am Mittwoch vor Thome (20. De-
zember) 1503, wird um dieselbe Zeit Meister. Wohnt
an der Ostseite des Ringes in seinem eigenen Hause
(heute etwa das Grundstück Nr. 38). Ist häufig
zwischen 1504—1522 als Besitzer dieses Hauses in
den Traditionsbüchern I — IV genannt. Verreicht 1504
dem Sebald Sauerman 3 Mk. jährl. Zins auf sein Haus
am Ringe bei Philipp Strol und Hans Conrad (Tradb.
I. 61 b). Seine Frau Magdalena, geb. Wolff, reicht mit
ihren Verwandten am 2. Mai 1505 ihr Haus am Ringe
zwischen Hans Crapff und der alten Dachsin dem
Lenhart Fogel (Tradb. I. 70). Rothe reicht 1517
zu Händen des St. Andreas-Altares in der Elisabethkirche 4 Mk. jährl. Zins auf sein Haus und Erbe am
Ringe, gelegen zwischen des Conrad Sauerman (später Dorothea Wienerin) und des Kannegiessers Niclos Grwn-
bowm (später Peter Flemingk, seit 1520 Michael Schweinlein) Grundstücken, abzulösen um 60 ungar. Gulden
(Tradb. III. 14b). Rothe erscheint 1509, 1510, 1514 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior.
Stirbt 1522. In demselben Jahre verkauft seine Witwe Magdalena mit ihren Angehörigen und den Vormündern
ihres Sohnes das genannte Haus und Erbe des Verstorbenen an Walter Molhart (Tradb. IV. 21 b). In der Kapelle
der Goldschmiede-Innung in der St Maria Magdalenenkirche hängt an dem Mittelpfeiler das auf Seite 14 erwähnte
Epitaphium. Die linke untere Ecke desselben mit dem Bildnisse Oswald Rothes nebst seinem Wappen (das 1545
und 1568 unter den Königsschildchen der Zwingerschützen wiederkehrt) und seiner Schutzpatronin, der hl. Barbara,
ist Fig. 32 abgebildet. In der Überschrift des Epitaphiums heisst es, dass die Frau Magdalena Oswald Rothin
1515 gestorben ist; da aber in den Traditionsbüchern 1522 die verwitwete Frau Magdalena Rothe vorkommt,
muss Rothe entweder als Witwer eine zweite Frau mit Namen Magdalena geehelicht haben, oder das Todesjahr
der Frau wurde auf den Epitaphium bei einer späteren Restaurierung falsch gelesen; vielleicht hiess es ur-
sprünglich 1525 (siehe Seite 14). Obwohl während der Tätigkeitsdauer von Oswald Rothe durch die Innungs-
privilegien noch keine Beschau und Stempelung eingeführt war, versah doch Rothe seine Arbeiten mit dem auf
Taf. III Nr. 50 abgebildeten Meisterzeichen R in einem O.
a. Armreliquiar Johannes des Täufers, Silber mit Vergoldung, auf sechskantigem Sockel. In der Mitte des
Armes ein Glaszylinder, darin ein kleiner vergoldeter Arm. Auf der Manschette des grossen Armes in Niello
die Inschrift: „DEO • OPTIMO • MAXIMO • INTEMERATEQVE • GENITRICI • EIVS • VIRGINI • MARIE •
AC • DIVO • IOANNI • BAPTISTE • ET • GLORIOSIS • WRATISLAVIENSIS • ECCLESIE ■ PATRONIS •
IOANNES • SCHEWERLEIN • CANONICVS • ET • OFFICIALIS • WRATISLAVIENSIS • PRO • VITAE ■
NOCENTER • ACTE • EXPIATIONE • SVORVMQVE • DILVCIONE • CRIMINVM • INDICEM • HVNC •
Fig. 32. Oswald Rothe, sein Wappen und seine Schutzpatronin
145
SANCTI • IOANNIS • BAPTISTAE • ERE •
ET • IMPENSIS • SVIS • DECORATVM •
SACRVM • CVPIT • ANNO • CRISTIANE •
SALVTIS • MCCCCCXII-" H. 48,5 cm.
Meisterz. — Domschatz, Breslau.
b. Kelch, Silber vergoldet, abgebildet auf
Seite 3 Fig. 2. Auf dem sechspassigen Fusse
in Gravierung Heilige, darunter die Namens-
patronin der Stifterin und St. Georg. Am
Fussrandedielnschrift: „VRSVLA • IORG ■
BER1N ■ ME • COMPARAVIT 1518".
Über dem hl. Georg ein Schild mit Haus-
zeichen, links und rechts davon die Ini-
tialen IP. H. 19,5 cm. Meisterz, zweimal
u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Elisabeth-
kirche, Breslau.
c. Kelch, Silber vergoldet, in der Form Nr. b
ganz gleich, doch auf dem Fusse der Auf-
erstandene, der hl. Franciscus und ein Wap-
pen nebst Astwerk in Gravierung und auf
der Kuppa kein plastischer, sondern ein
gravierter Fries als Abschluss des darunter
gravierten Masswerkes. H. 20,1 cm. Meisterz.
- Kath. Pfarrkirche St. Katharinae, Guhrau.
d. Monstranz, Silber mit wenig Vergoldung,
abgebildet Fig. 33. Rechts und links vom
Tabernakel die HH. Nicolaus, Katharina,
Johannes der Täufer und Hedwig, darüber
Christus als Schmerzensmann. Am Fusse
die nachträglich eingravierte Jahreszahl 1654.
H. 81 cm. Meisterz, zweimal u. Kriegs-
steuerst. Adlertypus. — Kath. Stadtpfarrkirche
St. Nicolai, Glogau. Die Kirche bewahrt
noch zwei kleine, silbervergoldete Heiligen-
figürchen auf kurzen, gewundenen Säulchen
(H. 9.7 u. 10 cm.), die ehedem zu der Fig. 33
abgebildeten Monstranz gehörten aber ge-
legentlich einer vor einigen Jahren vorge-
nommenen Restauration weggelassen wurden.
Rottwitt, Jacob Andreas (Rottwitz, Rottwig,
Rotwieck), Goldarbeiter, Sohn des Kgl. däni-
schen Mühleninspektors Andreas Rottwitt
in Kopenhagen, arbeitet in Breslau bei
Michael Wissmar als Meisterstück einen Uhr-
haken und Ring, wird Meister am 2. Dezem-
ber und Bürger am 17. Dezember 1743.
Heiratet am 1 1. Februar 1744 Christina Mag-
dalena, die Tochter des Goldschmieds Daniel
Petzold d. j. (Elis.). Stirbt 1775. Seine Toch-
ter Christiana Carolina heiratet im Novem-
ber 1779 den Chirurgen Christian Gottfried
Wetzig (Elis.). Sein Sohn Benjamin Christ-
lieb, Kgl. Salzamts-Kontrolleur, heiratet im
Juni 1780 Maria Elisabeth, die Tochter des
Fig. 33. Oswald Rothe: Monstranz in der kath. Stadtpfarrkirche
in Glogau
19
146
Perückenmachers Frantz Hedlinger (Elis.). Seine Tochter Dorothea Sophia heiratet im Mai 1785 den Coffetier
Johann Friedrich Beede (Elis.).
Rubin, George, Goldschmied, Sohn des Rademachers Jacob Rubin in Kertschen (?) bei Öls, wird 1683 in Breslau
Bürger und Meister. Heiratet am 23. November 1683 Anna Maria, die Tochter des Johann Balthasar Karge,
Kantors an der St. Elisabethkirche (Elis.). Wohnt erst auf der Schuhbrücke, dann auf der Schmiedebrücke in
dem Hause des Uhrmachers Johann Wuttke. Gibt um 1708 sein Handwerk auf und zieht auf das Land, bleibt
aber Mitglied der Innung. Seine Frau Anna Maria f 1. (begr. d. 3.) VI. 1714 (Elis.). Er selbst stirbt im August 1714.
Rudell, Merten, kein Goldschmied, sondern ein Tuchmacher in der Neustadt-Breslau, wurde durch ein Versehen des
Stadtschreibers im Catalogus civium von 1470 unter die Goldschmiede geschrieben.
Rudioff, Hans, Goldschmiedgeselle, Sohn des Goldschmieds Kilian Rudioff in Sagan, heiratet in Breslau am 4. Oktober
1574 Magdalena, die Tochter des f Merten Konig (MM).
Rudolff, Wincencius [Veczens], aurifaber, wird Bürger am Sonnabend vor Vocem jocunditatis (30. April) 1440. Er-
scheint 1448 und 1451 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior.
Rudolph, Joachim, von Lüneburg, Silberarbeiter auf dem Sande, wird 1662 in der Spezifikation der Pfuscher in und
vor Breslau erwähnt (Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Stadt Breslau, II. lOd 3).
Rudolph, Johann August Albert, Goldarbeiter und Uhrgehäusemacher, geb. in Breslau, Sohn des Schuhmachers Johann
Rudolph, lernt bei Johann Carl Siegmund Grauer von Ostern 1816 bis Weihnachten 1819, dann bei Johann
Christian Wilhelm Stuppe bis 28. März 1822. Erwirbt das Bürgerrecht am 27. April 1830, alt 27 Jahre. Tritt am
26. Oktober 1839 in die Innung ein. Ist vom 15. Januar 1861 bis 1876 Stempelmeister mit dem Buchstaben U.
Stirbt am 12. April 187S.
Rüffer, Friedrich Wilhelm (Riffer, Ruffer, Ruffert, Reiffert), Goldarbeiter, geb. in Schweidnitz, lernt daselbst bei Johann
Gottfried Keil von 1784—1789, wird losgesagt am 23. Februar 1789. Arbeitet in Breslau bei Ferdinand Christian
Krebs als Meisterstück ein Halsband in Filigranarbeit mit Amethystfluss, wird Meister am 15. Dezember 1801 und
Bürger am 19. März 1802. Ist in der Meisterliste von 1824 das letzte Mal genannt.
Rüger, siehe Riger.
Sachs, George, Goldschmied; am 14. April 1647 stirbt seine Witwe Anna.
Sachs, Hans, wohl kein Goldschmied, sondern ein Innungsbeisitzer; sein Name ist im Catalogus civium von 1525
an zweiter Stelle später angefügt worden.
Sachs-Loüerman, Hans, siehe Lotterman.
Sachse, Heinrich, d. ä., aurifaber, wird Bürger am Montag nach Bartholomaei (25. August) 1421.
Sachse, Heinrich (Heincz Sachs, Sachsse), d. j., aurifaber, wird Bürger am Dienstag vor Petri ad vincula (30. Juli)
1454 Ist 1460 Zunftsenior. Stirbt nach 1470.
Sachse, Jacobus, aurifaber, wird Bürger am Montag vor Egidii (30. August) 1417. Erscheint 1422 und 1428 in den
Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior. Bürgt 1424 für Gerhardus Kelr. Stirbt nach 1430.
Sachse, Niclas, siehe Rotchen.
Sachse, Stephanus (Steffan Sachs), aurifaber, wird Bürger am Montag vor Simonis et Jude ap. (26. Oktober) 1450.
Erscheint 1457 und 1464 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior. Stirbt nach 1470.
Sack, Petir, aurifaber, wird Bürger am Montag vor Michaelis (27. September) 1434.
Saffran, Johann Benjamin, Goldarbeiter ausserhalb der Zunft, wird 1746 am Dom erwähnt (Schles. Vorz. VII. 488).
Sagmeister, Leopold, Goldschmied am Hinterdom, wird 1741 erwähnt (Schles. Vorz. VII. 488).
Sammerman, Peter, Goldschmied; am 6. April 1732 stirbt sein Sohn Martin Friedrich.
Sander, Benjamin Gottlieb (Sandner, Sanner), Silberarbeiter, geb. in Beuthen an der Oder, lernt daselbst bei dem Silber-
arbeiter Christoph Schönpflug vom 18. August 1746—1752. Meldet sich in Breslau am 12. (27.) Dezember 1763
als Stückmeister, arbeitet bei Johann Gottlieb Schmidt ein silbernes Giessbecken nebst Kanne, wird Meister am
16. April und Bürger am 18. Oktober 1764. Seine Frau Anna Juliana, geb. Reyrnann, f 4. (begr. d. 7.) XII. 1776
(MM). Sander verbringt die letzte Zeit seines Lebens im Armenhause und stirbt, von Melancholie befallen, am
10. Mai 1794, alt 63 Jahre. Zeichnet BGS in einem Dreipasse, bisweilen auch SANDER, positiv eingeschlagen,
vgl. Taf. V Nr. 165.
a. Altarleuchter, Silber, mit Blumen und Rokokokartuschen in getriebener Arbeit. Datiert 1774. Johannes-
kopf Typus XIII, Stempelmeisterb. G Typus II u. Meisterz. — Maria Magdalenenkirche, Breslau.
b. Silberfassung eines Krügeis aus Terra sigillata, auf dem glatten, schildförmigen Silberbelag des Krügeis
vier gravierte Wappen (das erste das der Freiherrn Stein von Altenstein; die übrigen noch nicht bestimmt).
Auf dem Deckel als Knopf ein sitzender Hund. H. 16,6 cm. Johanneskopf Typus XIV (Stempelmeisterb.
fehlt) u. Meisterz. BGS, letzteres zweimal eingeschlagen. — Staatsrat O. v. Essen, Breslau.
147
Fig. 34. Matthias Sbarasky: Büste der Kaiserin Helena in der Kreuzkirche in Breslau
Sandig, Hugo Gustav Adolph, Silberarbeiter, geb. in Breslau am 24. Juni 1837, Sohn des Schneidermeisters Sandig,
lernt bei Carl Gottlieb Schneider vom Qu. Johannis 1851—1856. Lässt sich in Liegnitz als Meister nieder, sucht
19*
148
am 9. Juni 1873 seine Aufnahme bei der Breslauer Innung nach, die ihm gewährt wird. Darauf bleibt Sandig in
Liegnitz und scheidet 1874 wieder aus dem Mittelsverbande.
Sandt, Ivor (Iver Sant, Jier Sannt, Ivor Larsen Sandt, Ivorsandt), Goldschmied, Sohn des Schiffsbaumeisters Lorentz
Sandt in Bergen in Norwegen, wird in Breslau Meister Anfang Dezember und Bürger am 30. Dezember 1729.
Heiratet am 10. Januar 1730 Susanna, die Tochter des Erbscholzen Martin Grünig in Dammer bei Bernstadt
(Elis.). Seine Frau Susanna f 18. (begr. d. 20.) III. 1734 (Elis.). Sandt heiratet am 30. Oktober 1736 Christina
Elisabeth, die Tochter des f Pfarrers Gottfried Kupfer in Zeithain und Röderau in Sachsen (Elis.). Seine Frau
Christina Elisabeth f 30. XII. 1737 (begr. d. 1. I. 1738; Elis.). Er selbst stirbt oder verzieht von Breslau um 1742.
Sauerman, George (Saurman, Sawerman), Goldschmied, geb. zu Dünckelpyell (?) in Schwaben, heiratet in Breslau
als Geselle nach dem am 27. September erfolgten Aufgebot am 6. Oktober 1598 Katharina, die Tochter des
Goldschmieds Sebastian Goldthoff d. ä. (MM). Wird Ende 1598 Bürger und Meister. Wohnt auf der Schmiede-
brücke, dann auf der Stockgasse in seinem eigenen Hause. Seine Frau Katharina f 7. IV. 1603 (Elis.). Sauerman
heiratet am 31. August 1604 Margareta, die Tochter des f Fleischers Adam Ulrich aus Münsterberg (MM).
Kommt 1605 in Görlitz in einer für ihn persönlich gleichgültigen Angelegenheit vor (Schles. Vorz. VII. 483).
Wird 1615 als Hausbesitzer im Besichtigungsbuche der Breslauer Kretschmer-Innung (S. 371) erwähnt. Seine
Tochter Maria heiratet am 23. Januar 1624 den Goldschmied George Nitsch (Elis.). Seine Frau Margareta f 18.
(19.) X. 1626 (Elis.). Er selbst stirbt am 23. (begr. d. 25.) August 1633 an der Pest, alt etliche 60 Jahre (Elis.).
Sbarasky, Matthias (Sbaraschky, Sparassky), Goldschmied, geb. in Lemberg in Polen, wird in Breslau Meister
Anfang Mai und Bürger am 30. Mai 1698. Heiratet bei St. Matthias am 10. Juni 1698 Rosina Werner. Stirbt
am 1. (2.) August 1715; ist in der St. Matthiaskirche feierlich beigesetzt worden. Sbarasky zeichnet MS in ovalem
Felde, vgl. Taf. IV Nr. 120.
a. Schüssel mit Messkännchen, Silber mit Vergoldung, am Rande gerippt, im Spiegel der Schüssel
Akanthusranken auf punziertem Grunde. Mit Inschrift: „Joannes Franciscus Beer Colleg: Ecclesiae Ratti-
boriae Canonicus S. Crucis Wratislaviae Vice-Decanus proprio aere F. F. A. 1703". Dm. 37 X 28 cm.
Johanneskopf Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. 3$. — Kreuzkirche, Breslau.
b. Ciborium, Silber vergoldet, auf dem Deckel ein kleines Kreuz. Am Fusse die Inschrift: „Sum EccI: S.
yEgdij Wratislaviae 1707". H. 23 cm. Johanneskopf Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. StV'. — Kreuzkirche,
Breslau.
c. Büste der Kaiserin Helena, Silber mit Vergoldung und farbigen Steinen, abgebildet Fig. 34. H. 45 cm.
Johanneskopf Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. 5W^- — Kreuzkirche, Breslau.
d. Kelch, Silber vergoldet, auf dem profilierten, sechspassigen Fusse und dem birnförmigen Nodus abwechselnd
Fruchtbehänge und Akanthusrankenwerk in getriebener Arbeit, sowie ein Monogramm. Kuppabelag mit
Laub- und Bandelwerk in durchbrochener Arbeit. H. 24 cm. Johanneskopf Typus IV, Meisterz. u. Kriegs-
steuerst. Kreuzkirche, Breslau.
e. Rahmen zu drei Kanontafeln, Silber, aus leicht profilierten Leisten mit Akanthusrankenwerk. Gr. 56X45
und 2S X 36,5 cm. Johanneskopf u. Meisterz. — Kreuzkirche, Breslau.
Schaffman, Adolphus Henricus (Adolph Heinrich Schaffmann), Galanteriewarenarbeiter, meldet sich 1735 als Stück-
arbeiter; da ihm jedoch die Innung wegen der Rezeption Schwierigkeiten bereitet, wendet er sich nach Wien
an Kaiser Karl VI., der durch ein Schreiben vom 21. Oktober 1735 anordnet, dass dem Schaffman, „wann
er vorderist alle vermög innungen und der neuen handwercksordnung erforderliche praestanda geleistet haben
wird, das meisterrecht von dem Breßlauer goldschmiedmittel ertheilet werden möge" (Lib. definit. XIII.
38a — 39a). Ende 1735 wird Schaffman „auf Kaiserlichen Befehl" in das Mittel aufgenommen. Liefert 1739
eine Monstranz nach Rothschloss bei Nimptsch, die ihm nicht bezahlt wird; er verklagt den Pfarrer bei dem
Breslauer Vikariatsamte (Prot. Vic. Gen. v. 3. Dez. 1739). Ist in der Meisterliste von 1746 das letzte Mal erwähnt.
Schaffman, Johann Heinrich [Andreas] (Schafman), Galanteriewarenarbeiter, verfertigt bei Heinrich August Joel als
Meisterstück eine Dose und ein Etui, wird Meister im Juni und Bürger am 11. September 1739. Stirbt 1773.
Schaller, Lorencz, Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht am 28. Februar 1528, wird um dieselbe Zeit Meister. Stirbt
vor 1544. Seine nachgelassene Tochter Judith heiratet im Juni 1554 den Schneidergesellen Merten Semler (MM).
Schaller, Ulrich, Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht am 7. Februar 1533, wird um dieselbe Zeit Meister. Ist im
Catalogus civium von 1544 nicht mehr erwähnt.
Schar, Paul (Schahr, Scher), Goldschmied in der Neustadt-Breslau, stirbt am 4. Oktober 1585.
Schärft, Johann Heinrich Wilhelm, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Rendanten Wilhelm Gottlieb Scharff, lernt
bei Johann Carl Böttiger vom Qu. Trinitatis 1801—1806. Erwirbt das Bürgerrecht am 2. Februar 1819, alt 33 Jahre.
Wird nicht Innungsmitglied. Zieht später nach Schmarse bei Öls, lässt sich aber sein Bürgerrecht reservieren.
149
Schein, Daniel, Goldschmiedgeselle von Tyrnau in Ungarn, Sohn des dortigen Bürgers und Goldschmieds Christoff
Schein, lässt sich vom Rate seiner Vaterstadt am 12. Mai 1627 einen Geburtsbrief ausstellen, um in Breslau von
den Ältesten und Jüngsten der Goldschmiede gleich anderen ehrlichen Gesellen geehrt und gefördert zu werden
(üb. definit. V. 240 242b).
Schelhase, Johann Benjamin (Scheelhaase), d. ä., Silberarbeiter, geb. in Breslau, arbeitet zuerst als Pfuscher. Heiratet
als Witwer am 24. November 1767 Anna Barbara, die Tochter des f Dreschgärtners Heinrich Winderlich (Elis.).
Meldet sich gezwungenermassen am 28. Juli 1774 als Stückmeister, arbeitet eine silberne Zuckerschale, wird
Meister am 16. Juni und Bürger am 19. September 1775. Da er bei seiner Aufnahme in die Innung bereits ein
Mann von 52 Jahren ist, wird ihm das Rezeptionsgeld von 100 auf 50 Gulden ermässigt. Stirbt am 9. März 1794.
Schelhase, Johann Benjamin (Scheelhaase), d. j., Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Johann Benjamin Schel-
hase d. ä., lernt bei seinem Vater vom Qu. Lucie 1789 bis Qu. Crucis 1794. Arbeitet bei Johann Bernhard
Hoensch als Meisterstück eine silberne Zuckerschale mit Löffel, wird Meister am 17. Juli und Bürger am
16. Oktober 1801. Stirbt 1824. Schelhase d. j. zeichnet BS in rundem Felde, vgl. Taf. V Nr. 180.
a. Kaffeelöffel, Silber, in Empireform. Johanneskopf u. Meisterz. — Frau Prof. Dr. Hintze, Breslau.
b. Buchschliesse, Silber, mit geflügelten Engelsköpfen und Bandwerk in durchbrochener Arbeit. Johanneskopf
u. Meisterz. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
Scherer, Paul, Goldschmiedgeselle, Sohn des Hans Scherer, heiratet Jubilate 1575 Regina, die Tochter des f Christoph
Klein (Elis.).
Scherff, Hannos, aurifaber, wird Bürger am Tage Divisio apostolorum (15. Juli) 1405; Bürge ist Hannos Nysser.
Schewenpflug, Georgius, aurifaber, wird Bürger am Freitag vor Misericordia domini (17. April) 1439.
Schiebler, Johann Lorenz (Schübler, Schubler), d. ä., Silberstecher, erwirbt das Bürgerrecht am 4. September 1744.
Stirbt am 28. (begr. d. 30.) Januar 1752, alt 56 Jahre 6 Monate 28 Tage (MM). Seine Witwe Maria, geb. Wagner,
t 8. (begr. d. 10.) IX. 1753.
Schiebler, Johann Lorenz (Schübler), d. j., Silberstecher; am 18. (begr. d. 20.) Oktober 1758 stirbt seine Frau Christina
Eleonora. Schiebler heiratet am 21. August 1759 Rosina Eleonora, die Tochter des Leinwandreissers Gottlieb
Freytag (Elis.). Seine Tochter Maria Elisabeth heiratet am 13. Oktober 1772 den Kürschner Johann Siegemund
Klose (MM). Schiebler stirbt am 30. Juli (begr. d. 1. August) 1773, alt 47 Jahre 10 Monate 21 Tage (MM). Seine
Witwe f 23. (begr. d. 26.) IV. 1778 (MM). Seine Tochter Johanna Rosina heiratet am 17. April 1782 den Destillateur
Christian Gottlob Starosta (Elis.).
Schier, Hans [Johann], Goldschmied, Sohn des polnischen Regiments-Fouriers George Schier, wird Ende 1667 in
Breslau Bürger und Meister. Heiratet am 31. Januar 1668 Anna Katharina, die Tochter des Goldschmiedältesten
George Volgnadt (Elis.). Wohnt am Ringe unter den Riemern. Stirbt am 30. Oktober 1683, alt 41 Jahre 6 Monate
(Elis.). Seine Witwe Anna Katharina heiratet am 18. Juni 1686 den Juwelier Johann Vogel (Elis.). Seine Tochter
Maria Katharina heiratet am 31. Juli 1703 den Schulhalter Johann George Kuntz (Elis.). Seine Tochter Maria
Magdalena heiratet am 19. Oktober 1706 den Amtmann Johann Ernst Breye (Elis.).
a. Willkommschildchen, Silber, in Kartuschenform, mit zwei Engeln und einem Engelsköpfchen in getriebener
Arbeit. In der Mitte ein vergoldetes Oval mit der Inschrift: „Johannes Schier goldt Schmiedt in Breslau
VerEhrte dieses zum Andencken der löblichen Bruderschaft der Tuchknabben. Ao 1676 den 22 Juny."
H. 7,1 cm. Br. 6,2 cm. — Reg.-Baumeister Epstein, Berlin.
Schier, Johann George, Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Hans Schier, wird 1707 Meister.
Erwirbt das Bürgerrecht am 9. September 1707. Heiratet am 17. Oktober 1707 Susanna, die Witwe des Gold-
schmieds Christian Winckler (MM). Ist am 5. März 1719 Taufzeuge bei St. Matthias. Seine Tochter Johanna
Katharina heiratet am 18. April 1730 den Goldschmied Christian Dietrich (MM). Schier stirbt am 9. (begr. d. 11.)
April 1740, alt 69 Jahre 8 Monate 2 Tage (Elis.). Seine Witwe Susanna f 12. (begr. d. 14.) XI. 1743 (Elis.).
Schier zeichnet I G S in einem dreipassigen Blatte, vgl. Taf. IV Nr. 129.
a. Frauengürtel, Silber, mit Schlussrosette. „Wiegt 542/8 loth." Beschauz. W Typus VII, Stempelmeisterb. C
u, Meisterz. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
Schier, Tobias, Goldschmied, wird Meister im Januar und Bürger am 7. Februar 1702. Seine Frau Dorothea, geb.
Teubner, f 28. (begr. d. 30.) V. 1733 (Elis.). Er selbst stirbt am 10. (11., begr. d. 12.) August 1733, alt 60 Jahre
6 Wochen (Elis.). Seine Tochter Christina Dorothea heiratet am 22. November 1734 den Seidenstricker Christoph
Krause (Elis.). Seine Tochter Beata Juliana heiratet am 20. Januar 1738 den Schneider Benjamin Hille (Elis.).
Schier zeichnet TS in ovalem Felde, vgl. Taf. IV Nr. 124.
a. Altarkreuz, Silber mit wenig Vergoldung, auf dreiteiligem Fusse. Datiert 1706. Johanneskopf Typus II u.
Meisterz. — Bernhardinkirche, Breslau.
150
b. Kelch becher, Silber, auf hohem profiliertem Ständerfusse. Auf dem zwölfkantigen vergoldeten Becher ein
umgelegtes silbernes Band mit Inschrift und drei angelehnte grosse Schildchen. Stiftung der Kassierer und
Ältesten der Zwingerschützen. Datiert 1706. H. 23,4 cm. Johanneskopf (undeutlich), Meisterz. u. Kriegs-
steuerst. '. — Kleinodien der Zwingerschützen in Breslau. Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und
Altertümer, Breslau (Vgl. Schlesiens Vorzeit, Bd. VII S. 183 Nr. 12).
c. Kelchbecher, Silber, Fuss, Ständer, Unterteil des Kelches gerieft und leicht vergoldet. Auf dem Becher
eine Kartusche mit dem Monogramm des Dr. med. Pauli in Gravierung. Am Fusse die Inschrift: „Donavi
Ao 1710. Zum andencken wolle dis die Zwinger Brüderschafft bey den Extra- Vorteln brauchen." H. 19,7 cm.
Johanneskopf Typus IV, Stempelmeisterb. A, Meisterz. u. Kriegssteuerst. 3$ '. — Kleinodien der Zwingerschützen
in Breslau. Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Vgl. Schlesiens Vorzeit, Bd VII
S. 183 Nr. 13).
d. Monstranz, Silber mit Vergoldung und vielen Steinen, auf dem ovalen, achtpassig gebogten, profilierten
Fusse silberne Medaillons mit Szenen aus dem Leben Jesu und der Jungfrau Maria und üppiges, doch wenig
klares Blumen- und Rankenwerk. Über der Lunula Gott Vater und die Taube des hl. Geistes, unten knieen
die hl. Ursula und der hl. Antonius, die Schutzpatrone der Ursulinerinnen. Zu beiden Seiten des Tabernakels
vorder- und rückseitig je drei Medaillons mit Szenen aus dem Leben Jesu und der Jungfrau Maria. Das Ganze
wird durch Laubwerk umrankt. Zu beiden Seiten der Scheibe drei umklappbare Arme. H. 69,3 cm. Johannes-
kopf Typus IV, Stempelmeisterb. A, Meisterz. u. Kriegssteuerst. — Kloster der Ursulinerinnen, Breslau.
e. Kelch, Silber vergoldet, auf dem profilierten, sechspassigen Fusse silberne Medaillons mit Halbfiguren von
Heiligen, darunter der hl. Matthias und Johannes Nepomuk, der 1729 kanonisiert wurde. Auf dem birn-
förmigen Nodus drei geflügelte Engelsköpfchen. Auf der Kuppa das Kreuz mit Stern der Kreuzherrn. H. 23 cm.
Johanneskopf Typus IV, Stempelmeisterb. A, Meisterz. u. Kriegssteuerst. SW^"- — Matthiaskirche, ehemalige
Jesuitenkirche, Breslau.
f. Standkruzifix, Silber, mit Kleeblattenden, auf dreiteiligem Volutenfusse mit plastisch aufgesetzten be-
flügelten Engelsköpfchen. Auf den nach innen gewölbten Seitenflächen des Fusses Blattranken, Fruchtgehänge
und drei ovale Medaillons mit Inschriften. Datiert 25. Dezember 1718. H. 90 cm. Johanneskopf, Stempel-
meisterb. B negativ u. Meisterz. — Barbarakirche, Breslau.
g. Rauchfass, Silber. Johanneskopf, Stempelmeisterb. B negativ, Meisterz. u. Kriegssteuerst.^. Der obere
Teil später ergänzt durch Johann George Donath. — Adalbertkirche, ehemaliges Dominikanerkloster, Breslau.
h. Schüssel mit Messkännchen, Silber vergoldet, oval, mit Laub- und Bandelwerkdekor, am Rande gerippt.
Dm. 39,5 X 30,8 cm. Johanneskopf ähnlich Typus IX, Stempelmeisterb. B positiv, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Stfr-
— Kgl. Matthiasgymnasium, Breslau.
i. Bucheinband, Silber, mit Laubwerk in durchbrochener Arbeit. H. 14,5 cm. Johanneskopf, Stempelmeisterb. B
positiv u. Meisterz. — Baron Horace von Günzburg, St. Petersburg (nach Rosenberg Nr. 477).
k. Bucheinband, Silber, mit Akanthusranken und Bandwerk in durchbrochener Arbeit. „WlSVJot." H. 13,8 cm.
Johanneskopf Typus IX, Stempelmeisterb. C, Meisterz. u. ein österr. Freistempel. — Schlesisches Museum für
Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
1. Votivtäfelchen, Silber, rechteckig, mit menschlichem Unterkiefer in getriebener Arbeit. Gr. 1 1,9 X 6,6 cm.
Johanneskopf Typus X, Stempelmeisterb. C u. Meisterz. — Adalbertkirche, ehemaliges Dominikanerkloster,
Breslau.
m. Monstranz in der kath. Kirche in Köbnitz, Prov. Posen (nach J. Kohte, Kunstdenkmäler d. Prov. Posen,
Bd. I S. 131).
n. Monstranz in der kath. Pfarrkirche in Tirschtiegel, Prov. Posen (nach J. Kohte, 1. c, S. 131).
o. Schüssel in der evang. Pfarrkirche in Schlichtingsheim, Prov. Posen (nach J. Kohte, 1. c, S. 131).
p. Schüssel in der evang. Pfarrkirche in Rawitsch, Prov. Posen (nach J. Kohte, I. c, S. 131).
Schilling, Vicenz, Goldschmied (Gürtler), Sohn des Rotgerbers Anton Schilling, heiratet 10. Trinitatis 1590 Maria, die
Tochter des f Grundgräbers Merten Hase (Elis.). Muss am 26. März 1607 vor den Ratmannen geloben, „kein
silber noch goltt zu arbeitten, sondern sich allein meßener vnd kupferner arbeit zugebrauchen, dieselb aber nicht
zuuorgulden noch zuuorsilbern vndt der erbarn zeche der goltschmide an ihrem handtwerg keinen einhält zu-
thuen". . . (Lib. definit. IV. 177t>— 178*).
Schimunsky, Christopherus, siehe Schromowsky.
Schiperius, M., Silberarbeiter, wohnt am Sande zwischen den Brücken, ist 1662 in der Spezifikation der Pfuscher in
und vor Breslau erwähnt, arbeitet mit zwei Gesellen (Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Stadt Breslau, II. 10 d 3).
Schippe, Johann, Goldschmied auf dem Sande, wird 1684 am Dom erwähnt (Schles. Vorz. VII. 487).
151
Schitthelm, Johann Friedrich, Goldarbeiter, geb. in Strehlen, Sohn eines Kutschers, lernt in Breslau bei Johann Oottlieb
Herrmann vom 22. Januar 1806 bis 9. Oktober 1812. Erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 22. März 1822, alt
29 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Schlefuss, Jorge (Georg Schiefiiis, Schlefüs, Schleefuss, Schlifuss, Schlyfuss), Goldschmied, geb. in Sorau, heiratet in
Breslau als Geselle im November 1553 Rebecca, die Witwe des Kannegiessers Lorentz Stille (MM). Erwirbt das
Bürgerrecht am 21. Februar 1556, wird um dieselbe Zeit Meister. Wohnt auf der Schuhbrücke. Heiratet als
Witwer am 2. Advent 1570 Anna, die Tochter des f Bäckers Nickel Scharfenberg (Elis.). Seine Tochter Magdalena
heiratet am 13. (15.) Dezember 1573 den Goldschmied Christoff Hoffman (Elis. u. MM). Schlefuss stirbt 1574.
Seine Tochter Martha heiratet am 14. Februar 1575 den Bäcker Hans Eberland aus Brieg (MM). Seine Tochter
Maria heiratet am 5. März 1576 den Rotgerber Hans Scholtz (MM). Seine Tochter Rebecca heiratet am 4. De-
zember 1580 den Schuster Caspar Steinichen (MM). Seine Tochter Barbara heiratet am 6. Oktober 1586 den Ätz-
maler Hans Schmidt (MM). Schlefuss zeichnet I S in zwei verschiedenen Typen, vgl. Taf. III Nr. 54 u. 55.
a. Haupt Johannes des Täufers auf der Schüssel, Silber mit Vergoldung, abgebildet auf Seite 33 Fig. 12. Auf
der Schüssel die Inschrift: „In honorem S. Joannis Baptistae Capitulu f. fecit MDLxxj." Mehrereinschriften
auf der Rückseite der Schüssel beziehen sich auf die Geschichte der Reliquie. Dm. 21 cm. Beschauz. W
Typus II, Meisterz. Typus I u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Kath. Pfarrkirche St. Mariae, Ratibor.
b. Königsmann, Silber vergoldet, in Hochrelief, ein schreitender Schütze mit wallendem Barte, im Eisenhute,
geschlitztem Wams und Pluderhosen, die Büchse mit der rechten Hand schulternd, unter dem linken Arme
ein in der Scheide steckendes, nach oben gerichtetes Schwert. Zwischen den Beinen eine Landschaft in
Flachrelief. H. 20 cm. Beschauz. W Typus II u. Meisterz. Typus II. Nach Angaben von Pol (Jahrbücher der
Stadt Breslau, ed. Büsching, Bd. IV S. 65) vom Jahre 1571. Siehe Christian Mentzel d. j. - - Kleinodien der
Schiesswerderschiitzen in Breslau. Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Vgl.
Schlesiens Vorzeit, Bd. V S. 234 Nr. 1).
Schleich, Hans, Goldschmied, wird Bürger und Meister Ende 1616 oder Anfang 1617. Ist in der im Gesellenbuche
1618 eingetragenen Meisterliste nicht mehr erwähnt.
Schleiffer, Michael, Goldschmiedgeselle, Sohn des Andreas Schleiffer, Hofsporers in Stuttgart, heiratet in Breslau am
16. Januar 1623 Anna, die Tochter des Goldschmieds Fabian Nitsch (Elis.). Wird in Wohlau Meister.
Schlencker, Carl Wilhelm, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Christian Schlencker, Bruder des
Johann Christian Schlencker, meldet sich am 29. Dezember 1750 als Stückmeister, arbeitet bei Daniel Klein einen
Placker und Ring, wird Meister am 30. Juni (1. Juli) und Bürger am 30. Angust 1751. Stirbt am 29. Sep-
tember 1791.
Schlencker, Christian (Schlenker, Schlenckert), Goldschmied, Sohn des Riemers Christian Schlencker in Liegnitz, wird
in Breslau Meister im August und Bürger am 1. September 1708. Heiratet am 11. September 1708 Maria Magdalena,
die Tochter des Goldschmieds Johann Petzold (Elis.). Am 16. Oktober 1722 tun die Schoppen kund, dass Anna
Maria Rieger, die Witwe des Goldschmieds Johann Petzold ihrem Eidam, dem Goldschmied Christian Schlencker
ihr Haus auf der Schmiedebrücke für 2300 Rtlr. Schles. aufgereicht habe (Schles. Vorz. VII. 486). Schlencker ist
seit 1724 Ältester. Seine Frau Maria Magdalena t 17- (begr. d. 19.) IV. 1730 (Elis.). Schlencker heiratet am 11. Sep-
tember 1731 Anna Rosina, geb. Krause, die Witwe des Fleischhackers Johann Christoph Krebs (Elis.). Stirbt am
10. März 1745. Seine Witwe Anna Rosina heiratet am 3. Februar 1750 den Malerältesten Johann Friedrich
Fechner (Elis.). Sein Sohn Gottlob Benjamin, ein Riemer, heiratet am 11. Juni 1754 Johanna Susanna Leh-
mann (Elis.).
Schlencker, Johann Christian, Goldarbeiter und Pretiosentaxator bei dem Kgl. Oberamte, geb. in Breslau, Sohn des
Goldschmieds Christian Schlencker, Bruder des Carl Wilhelm Schlencker, arbeitet bei seinem Vater als Meister-
stück einen Uhrhaken und Ring, wird Meister am 16. September 1744 und Bürger am 10. März 1745. Heiratet
am 20. September 1746 Eleonora Friederika, die Tochter des Christoph von Bäcker (Elis.). Ist Ältester seit 1771.
Seine Frau f 25. (begr. d. 28.) VIII. 1777 (MM). Seine Tochter Carolina Friederika heiratet am 13. Februar 1781
den Kalkulator Friedrich Wilhelm Poser (MM). Schlencker stirbt am 9. (begr. d. 12.) Juni 1789, alt 74 Jahre
5 Monate (MM).
Schlencker, Johann Wilhelm (Schlenker), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldarbeiters Johann Christian
Schlencker, lernt bei seinem Vater, wird losgesprochen am 18. September 1769. Meldet sich am 26. Dezember
1779 als Stückmeister, arbeitet bei seinem Vater ein Paar mit Rauten besetzte Ohrgehänge mit drei Pendeloques,
wird Meister am 2. August 1780 und um dieselbe Zeit Bürger. Heiratet am 20. September 1781 Carolina Elisabeth,
die Tochter des Schneiderältesten Johann Victor Libau (Elis.). Gibt 1808 sein Handwerk auf. Stirbt am 1.
(begr. d. 4.) August 1820, alt 71 Jahre (MM).
152
Schleupner, Erasmus [Asmus] (Schlewpner, Sleupner), Goldschmied, Sohn des Neisser Goldschmieds Nicolaus
Schleupner, arbeitet 1517 als Geselle in Nürnberg (A. Kastners Archiv für die Geschichte des Bistums Breslau,
Bd. I S. 62 f.). Erwirbt am Freitag nach Cineres (12. Februar) 1524 das Breslauer Bürgerrecht, wird um dieselbe
Zeit Meister. Stirbt vor 1534. Seine Witwe Katharina heiratet im März 1543 den Buchbinder Hans Ernst (MM).
Seine Tochter Sara heiratet im April 1543 den Tischler Valten Benhart (MM). Sein Sohn ist der Domherr
Sebastian Schleupner.
Schlifuss [Schlyfuss], Georg, siehe Jorge Schlefuss.
Schlitten, Christannus (Schlite), Goldschmied, heiratet als Geselle im September 1544 Martha, die Tochter des Reich-
krämers Johannes Seyfrid (MM). Erwirbt das Bürgerrecht am 19. Februar 1547, wird um dieselbe Zeit Meister.
Heiratet als Witwer im Dezember 1548 Christina, die Tochter des Jane [Hans] von Holcz (MM); siehe Hans
Bartolme. Seine Tochter Clara heiratet am 28. April 1562 den Bartholomaeus Scholtz (MM). Schlitten stirbt um
1570. Seine nachgelassene Tochter Martha heiratet am 5. November 1571 den Sonnenkrämer Laurentius Ross-
wurm (MM).
Schlossarek, Carl Isidor, Goldschmied, geb. in Breslau am 4. November 1855, lernt bei Bösing. Arbeitet als Gehilfe
in Wien. Lässt sich 1882 in Breslau nieder. Tritt am 15. Juli 1886 in die Innung ein und bleibt Mitglied bis
zum 13. Oktober 1893. Zeichnet seit etwa 1890 mit einem Kelche, rechts daneben die Buchstaben J S mono-
grammiert.
Schmidel, David, siehe Win ekler.
Schmidt, Bartel, Goldschmied in der Graupengasse, stirbt am 12. Januar 1612.
Schmidt, Carl Eduard Moritz, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Accisekontrolleurs Carl Benjamin Schmidt,
lernt bei Carl Friedrich Wully von Michaelis 1816—1821. Erwirbt das Bürgerrecht am 3. Dezember 1828, alt
27 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Schmidt, Christian Ludwig, Goldschmiedgeselle, Sohn eines Posamentiers in Elbing, stirbt in Breslau am 14. (begr.
d. 17.) Juli 1699, alt 25 Jahre (MM), hat bei George Scholtz in Arbeit gestanden.
Schmidt, Christian Maximilian (Schmiedt), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Christoph Schmidt,
arbeitet bei Hans Jachman d. j. als Meisterstück ein Geschirr nebst Ring und Siegel, wird 1712 Meister. Erwirbt
das Bürgerrecht am 28. August 1723 und lässt sich dann erst als selbständiger Meister nieder. Heiratet am
12. Oktober 1723 Susanna Eleonora, die Tochter des f Bäckers Carl Friedrich Hentschel (MM). Seine Frau
t 22. (begr. d. 24.) III. 1748 (MM). Er selbst stirbt 1751. Schmidt zeichnet C M S in herzförmigem Felde, vgl.
Taf. IV Nr. 142.
a. Deckel auf einem Becher von Gottfried Ihme; siehe Seite 94 Nr. b.
Schmidt, Christoph (Schmied), Goldschmied, Sohn des Leinwandreissers Johann Schmidt d. ä., wird 1671 Bürger und
Meister. Heiratet am 23. November 1671 Anna Susanna, die Tochter des f Handelsmannes George Heintke (MM).
Wohnt auf der Schmiedebrücke, später auf der Albrechtsstrasse. Seine Frau Anna Susanna f 12. (begr. d. 14.)
V. 1698 (Elis. u. MM). Schmidt heiratet am 5. Oktober 1700 Christiana Regina, die Tochter des Simon Titius,
Professors am Maria Magdalenengymnasium (MM). Stirbt am 18. (24.) Februar 1719 (MM). Seine Witwe
Christiana Regina f 20. (21.) VIII. 1735 (Elis.).
Schmidt, Dittrich, Goldschmiedgeselle, Sohn des Hamburger Goldschmieds Jacob Schmidt, stirbt in Breslau am
28. Februar 1619, alt 27 Jahre (Elis.).
Schmidt, Ernst Christfried, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Christoph Schmidt, stirbt am
27. (begr. d. 29.) April 1721 (MM).
Schmidt, Friedrich, Goldschmied ausserhalb der Innung, wird 1592 am Dom erwähnt (Schles. Vorz. VII. 487).
Schmidt, George, Goldschmiedgeselle, heiratet in Breslau am 24. April 1558 Martha, die Tochter des f Schneiders
Lorenz Culman (MM).
Schmidt, George Wilhelm, Goldarbeitergeselle, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Christoph Schmidt, stirbt am
22. (28.) Juni 1708, alt 30 Jahre (MM).
Schmidt, Gottfried, Goldschmied in Ohlau, lebt später als Mitwohner in Breslau, heiratet 24. Trinitatis 1617 Barbara,
die Tochter des f Hans Lehman in Droskau bei Sorau (Elis.). Seine Frau f 12. (begr. d. 14.) I. 1642 (Elis.).
Schmidt heiratet am 30. November 1642 Ursula, die Tochter des Christoph Conrad, gewesenen Fleischhackers in
Neumarkt (Elis.). Seine Frau Ursula f 2. (6.) IV. 1658 (Elis.). Er selbst stirbt am 24. (29.) Dezember 1660, alt
83 Jahre (Elis.). Seine Witwe Katharina f 10. (begr. d. 12.) X. 1675 (Elis.).
Schmidt, Gottfried (Schmid, Schmied), Goldschmied, wird auf „bewegliches Zureden" der Ratmannen am 28. März
1689 für kommendes Johannis -Quartal zu den Meisterstücken zugelassen (Lib. definit. IX. 269. — Innungs-
urkundenslg. v. 1737, S. 194—196). Wird Ende 1689 Bürger und Meister. Wohnt auf der Kupferschmiedegasse.
153
Wird 1692 von den Innungsältesten beschuldigt, eine goldene Kette gefälscht zu haben; am 2. Januar 1693
schlichten die Ratmannen den Streit, vermahnen den Schmidt „zu beßerem respect und gehorsam gegen die
ehesten und diese hinwiederumb zu aller friedlichen bezeugung gegen ihn", und geben ihr Attestatum, „daß
der Schmid mit dem golde an der ketten nicht fälschlich oder betrüglich umbgegangen und gebahret habe"
(üb. definit. 1X.3353). Ende Januar 1702 stirbt Schmidts Schwiegermutter Regina Jentsch aus Liegnitz. Schmidt
wird 1707 von den Meistern trotz seiner zünftigen Mitgliedschaft „des Mittels Capitalfeind" genannt (Lib. definit.
XI. 80b— 8lb). stirbt am 16. (begr. d. 18.) Dezember 1708, alt 52 Jahre weniger 6 Wochen (Elis.). Schmidt
zeichnet G S in ovalem Felde, vgl. Taf. IV Nr. 113.
a. Kelch, Silber, Kuppa hell vergoldet, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse drei geflügelte Engelsköpfe und
barocke Früchtebuketts in kräftiger, aber fein durchgeführter Treibarbeit. Auf dem verzierten, flach wulstigen
Nodus sechs Zapfen mit den Buchstaben JHESUS. Der sechskantige Schaft über und unter dem Nodus mit
farbigem Emaildekor. Kuppabelag mit geflügelten Engelsköpfchen zwischen Blattranken in durchbrochener
Arbeit. (Ein Kelchtypus, der sich bald mit wulstigem, bald mit birnförmigem Nodus am Ende des 17. Jahr-
hunderts in Breslau häufiger nachweisen lässt, z. B. bei Tobias Plackwitz, bei dem Meister mit der auf
Taf. IV Nr. 109 abgebildeten Marke [Kelch von 1685 in der evang. Grenzkirche Kriegheide, Kr. Lüben], bei
Johann Peter Ziegler, u. s. w.) H. 24 cm. Beschauz. W Typus VI, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus.
— Evang. Pfarrkirche, Kotzenau Kr. Lüben.
Schmidt, Heinrich August (Schmied, Schmiedt), Goldarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Johann Carl Wiedemeyer,
dann bei Johann Gottlieb Candisch vom 6. Juni 1766 bis 28. Februar 1771. Meldet sich am 19. September 1777
als Stückmeister, arbeitet bei Johann Christoph Jancke d. ä. eine karmoisierte, mit Rauten besetzte Rose, wird
Meister am 17. (18.) Juni 1778 und um dieselbe Zeit Bürger. Ist in der Meisterliste von 1785 das letzte Mal
genannt.
Schmidt, Jeremias, Goldschmied hinter der kaiserl. Burg; am 20. September 1633 stirbt sein Sohn Gottfried, am
6. Dezember 1633 seine Frau Anna.
Schmidt, Johann (Schmied), Gold-, Silber- und Kupferstecher, geb. in Augsburg, Sohn des dortigen Baders und
Chirurgus Salomon Schmidt, heiratet in Breslau am 14. Januar 1721 Maria Elisabeth, die Tochter des Mitwohners
Wilhelm Sebastian Traut (Elis.). Stirbt am 23. (begr. d. 25.) Februar 1734, alt 33 Jahre (Elis.). Seine Witwe Maria
Elisabeth f 12. (begr. d. 14.) III. 1758 (MM, Christ.).
Schmidt, Johann Benjamin, Goldarbeiter, geb. in Breslau, tritt am Qu. Reminiscere 1802 bei Samuel Friedrich Burg-
hardt in die Lehre. Erwirbt das Bürgerrecht am 18. November 1814. Wird nicht Innungsmitglied. Ist am
30. Mai 1837 im Bürgerbuch gestrichen worden.
Schmidt, Johann Gottlieb (Schmied, Schmiedt), Silberarbeiter, Sohn des Gastwirts Christoph Schmidt in Fraustadt,
arbeitet in Breslau als Meisterstück einen Pokal nebst Ring und Siegel, wird Meister am 23. April und Bürger am
25. April 1731. Heiratet am 7. Mai 1731 Johanna Eleonora, die Tochter des f Goldschmiedältesten Hans
Jachman d. j.; Trauzeugen sind die Goldschmiede Michael Wissmar und Andreas Giessman (MM). Schmidt
ist Ältester seit Februar 1759. Seine Frau Johanna Eleonora f 17. (begr. d. 19.) VI. 1767 (MM). Er selbst stirbt
am 6. (begr. d. 9.) September 1769, alt 71 Jahre 10 Monate 14 Tage (MM). Schmidt zeichnet IGS in einem
Dreipasse, vgl. Taf. IV Nr. 146.
a. Esslöffel, Silber, Laffe oval, am Stielende vorderseitig Laub- und Bandelwerk, rückseitig ein Rund mit
weiblichem Kopfe. L. 16,8 cm. Johanneskopf Typus X, Stempelmeisterb. C u. Meisterz. — Schlesisches
Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Vermächtnis Epstein).
b. Schüssel mit Messkännchen, Silber, gerippt. Johanneskopf, Stempelmeisterb. C u. Meisterz. Kath.
Pfarrkirche St. Crucis, Koppitz Kr. Grottkau.
c. Kelch, Silber mit Vergoldung, mit Laub- und Bandelwerkdekor in getriebener Arbeit. Johanneskopf,
Stempelmeisterb. C u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche in Oppeln.
d. Schüssel mit Messkännchen, Silber, oval, gerippt. Dm. der Schüssel 22,5X17,5 cm. Johanneskopf
Typus XII, Stempelmeisterb. F u. Meisterz. Die Kännchen sind Arbeiten von Christian Hoensch. -r- Kath.
Pfarrkirche in Rohnstock.
e. Kelch. Datiert 1751. Johanneskopf Typus XII, Stempelmeisterb. F u. Meisterz. — Evang. Pfarrkirche in
Schlichtingsheim, Prov. Posen (nach J. Kohte, Kunstdenkmäler d. Prov. Posen, Bd. I S. 132).
f. Taufschüssel. Datiert 1754. Johanneskopf Typus XII, Stempelmeisterb. F u. Meisterz. — Evang. Pfarr-
kirche in Zduny. Prov. Posen (nach J. Kohte, Kunstdenkmäler d. Prov. Posen, Bd. I S. 132).
g. Kelch, Silber, neu vergoldet, in Vasenform mit Deckel, mit Rokoko-Kartuschen, Weinlaub, Trauben und
Widmung in Treibarbeit und Gravierung. Als Graveur nennt sich der Gold- und Silberstecher Johann Samuel
20
154
Winckler. Datiert 1758. H. 27 cm. Johanneskopf Typus XII, Stempelmeisterb. F, Meisterz. u. Kriegssteuerst. %f\f .
— Maria Magdalenenkirche, Breslau.
h. Abendmahlskanne, Silber, ohne Dekor. Datiert 1759. Johanneskopf Typus XII, Stempelmeisterb. G
Typus I, Meisterz. u. Kriegssteuerst. — Maria Magdalenenkirche, Breslau.
i. Deckelbüchschen, Silber, oval, mit Rippung. H. 6 cm. Johanneskopf Typus XIII, Stempelmeisterb. Q
Typus II u. Meisterz. — Arthur v. Machui, Breslau.
Schmidt, Lamprecht, siehe Smedt.
Schmidt, Paul Leonhard, Goldarbeiter, verfertigt bei Johann Bernhard Hoensch als Meisterstück einen mit Brillanten
karmoisierten Haarkamm, wird Meister am 23. Februar 1810. Stirbt 1837.
Schmidt, Wilhelm Heinrich, Goldschmied im Mönchshofe, wird 1662 in der Spezifikation der Pfuscher in und vor
Breslau erwähnt (Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Stadt Breslau, II. 10 d 3).
Schmidt, Wilhelm Heinrich, fürstbischöfl. Goldarbeiter auf der Dominsel, ist am 9. Oktober 1691 Trauzeuge bei St. Mat-
thias. Am 30. Januar 1692 wünscht der Rat die Entfernung des Schmidt, „welcher das Mittel der Goldschmiede
allhier bißher heftig beeinträchtiget" (Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Stadt Breslau, II. 10 d 3).
Schmiedel, David, siehe Winckler.
Schmitz, Tillmann, Goldschmied und Ziseleur, geb. in Köln a. Rh., Sohn des dortigen Kunstschlossers Johann Schmitz,
lernt in Köln bei dem Hofgoldschmied Gabriel Hermeling und besucht zugleich die Kunstgewerbeschule. Ar-
beitet als Gehilfe in Bremen bei Koch u. Bergfeld, in Berlin, in Nürnberg, in Hannover bei Lameyer, wo er auf
Grund seiner Arbeiten den Berechtigungsschein zum Einjährig-Freiwilligen-Dienste erhält, in Wien bei Klinkosch,
seit November 1892 bei Schlossarek in Breslau. Lässt sich im März 1895 in Breslau als selbständiger Meister
nieder. Ist 1903 ein Semester Lehrer für Ziselierkunst an der Breslauer Handwerkerschule; wird 1904 Werkmeister
an der Kgl. Kunst- und Kunstgewerbeschule in Breslau. Zeichnet SCHMITZ, negativ eingeschlagen. Seine
grösseren Arbeiten der letzten Jahre sind fast alle nach Entwürfen von Siegfried Härtel, Ignatz Taschner (Pokal
von 1905 für das Herrnstübel im Schweidnitzer Keller in Breslau) und Hugo Scheinert ausgeführt, ausserdem
eine Blumenschale für die Prinzessin Feodora v. Sachsen-Meiningen nach einem Entwürfe von Prof. Lessing in
Berlin.
Schmotter, Johann Friedrich Ferdinand, Goldarbeiter, geb. in Blaschowitz OS., lernt in Breslau bei Johann Gottfried
Kiesling vom 27. Dezember 1805 bis 21. September 1810. Erwirbt das Bürgerrecht am 30. November 1815. Tritt
am 14. Juni 1817 in die Innung ein. Stirbt 1850.
Schmydt, Lamprecht, siehe Smedt.
Schneider, Bartel, Goldschmied; seine Tochter Eva stirbt am 31. Oktober 1613.
Schneider, Carl Gottlieb, Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Silberarbeiters Christian Gottlieb Schneider, lernt
bei seinem Vater vom Qu. Johannis 1810 bis Qu. Reminiscere 1815. Erwirbt das Bürgerrecht am 30. Juli 1833,
alt 36 Jahre. Arbeitet als Meisterstück eine silberne Zuckerdose, wird am 18. Dezember 1834 in die Innung auf-
genommen. Gibt 1857 sein Handwerk auf und erklärt am 15. Januar 1858 seinen Austritt aus der Innung.
Schneider, Christian Gottlieb, Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Destillateurs Johann Gottfried Schneider, lernt
bei Johann Christoph Jancke d. j. vom Qu. Lucie 1780—1786. Arbeitet bei Gottfried Benjamin Weigelt als
Meisterstück ein silbernes Giessbecken nebst Kanne, wird Meister am 13. Mai und Bürger am 14. Juli 1794.
Heiratet am 28. Oktober 1795 Johanna Dorothea, die Tochter des f Tuchmachers Samuel Raudner in Schlichtingsheim
[Vater des Breslauer Silberarbeiters David Gottlieb Raudner], wohnhaft bei ihrem Pflegevater, dem Silberarbeiter Carl
Gottfried Haase in Breslau (MM). Ist mutmasslicher Stempelmeister mit dem Buchstaben O seit 1813. Stirbt am 24.
(begr. d. 27.) April 1816, alt 51 Jahre 10 Monate (MM). Zeichnet CGS in einem gezackten Blatte, vgl. Taf. V Nr. 178.
a. Tischleuchter, Silber, zehn Stück, in der auf Seite 173 Fig. 38 abgebildeten Form, doch auf quadratischer
Standfläche und ohne Gitterwerk um die Lichttülle. Datiert 1799-1805. Johanneskopf Typus XVI u. XVII,
Stempelmeisterb. M u. N, Meisterz. u. Kriegssteuerst. 5&. — Verein christlicher Kaufleute, Zwinger, Breslau.
Schneider, Johann Ernst Benjamin, Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Silberarbeiters Christian Gottlieb Schneider,
lernt bei Carl Wilhelm Knebel von Ostern 1814-1819. Erwirbt das Bürgerrecht am 9. Juli 1833, alt 34 Jahre.
Arbeitet als Meisterstück eine silberne Suppenkelle, wird am 20. November 1834 in die Innung aufgenommen.
Ist in der Meisterliste von 1843 das letzte Mal erwähnt.
Schneider, Martin (Schneyder), Goldschmied von Liegnitz, stirbt in Breslau in der Garküche auf dem Neumarkte am
10./17. April 1610. Seine Witwe Ursula f 25. IL 1611 (Elis.).
Schneider, Michael, Goldschmied, Sohn des Tischlers Jorge Schneider in Crombach in Schwaben (?), wird 1596 in
Breslau Bürger und Meister. Heiratet Jubilate 1596 Susanna, die Tochter des städtischen Zollamtsbuchhalters
Simon Lange (Elis.). Stirbt Anfang Juli 1598.
155
Schneider, Otto, Silberarbeiter, tritt am 25. Oktober 1886 in die Innung ein und bleibt Mitglied bis zum 13. Ok-
tober 1893.
Schnur, Gottfried, Goldschmiedgeselle, stirbt am 30. Dezember 1745 (begr. d. 1. Januar 1746), alt 33 Jahre 30 Wochen
(Elis.).
Schober, Johann Jacob, bischöflicher Hofgoldarbeiter, wendet sich am 17. November 1693 wegen seines Gesellen
Johann Hoffer, der ihn bestohlen hat, an den Rat der Stadt Gross-Glogau (Stadtarchiv Glogau, Acta der Goldsch
Maler u. Bildh., Vol. I. 1693). Wird 1699 am Dom erwähnt (Schles. Vorz. VII. 48S).
Schön, Adam, Goldarbeiter im unteren Kloster, hält sich vier bis fünf Gesellen, wird 1662 in der Spezifikation der Pfuscher
in und vor Breslau erwähnt (Bresl. Kgl- Staatsarchiv, Stadt Breslau, II. 10 d 3).
Schoen, Carl Christian, Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Kassendieners Carl Wilhelm Schoen, lernt bei Johann
Jacob Ebert, dann bei Johann Christoph Jancke d. j. vom Qu. Trinitatis 1791 bis Qu. Crucis 1797. Arbeitet bei
Daniel August Titze als Meisterstück eine silberne Kaffeekanne nebst Milchgiesser, wird Meister am 18. November
1803 und Bürger am 7. Juni 1804. Heiratet 29 Jahre alt am 22 August 1805 Christiana Carolina, die Tochter des
| Handelsmannes Christian Friedrich Streckenbach in Landeshut (Elis.). Ist in der Meisterliste von 1806 das
letzte Mal erwähnt.
Schoenau, Bartel (Schönawer, Schönau, Schynaw), Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht am 10. Februar 1539, wird
um dieselbe Zeit Meister. Ist im Catalogus civium von 1544 nicht mehr erwähnt. Seine nachgelassene Tochter
Sabina heiratet am 26. September 1559 den Bernhard Haubitz von Tarnowitz (MM). Seine nachgelassene Tochter
Sophie heiratet am 15. Juli 1560 den ehrbaren wohlgelehrten George Winckler (MM).
Schoenau, Friedrich (Schönaw, Schönau), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Hans Schoenau,
heiratet als Geselle nach dem am 16. November erfolgten Aufgebot am 25. November 1597 Barbara, die Tochter
des Scholzen Hans Kretschmer in Schlaupitz (MM). Wird 1598 Bürger und Meister. Am 11. Oktober 1604
beklagt sich sein Geselle Hans Kromig über ihn „wegen etlicher vorlauffener reden, so Kromig vor ehren vor-
letzlich anzuziehen vormeinet", doch die Ratmannen befinden, „das solche reden auß eiferigem hitzigen gemütt
vnnd nicht ehrnuorletzlicher meinung hergeflossen" (Lib. definit. I V. 151). Später hat Schoenau mit den Ältesten
der Innung einen Streit und wird am 1. März 1619 von den Ratmannen dahin beschieden, „das er ruhig sein vnd
die eltisten der zunfft der goldtschmiede vnbeirret bleiben laßen vnd ihrer mit fernerer Wiederwertigkeit vor-
schonen solle, dargegen soll er im mittel der goldtschmide vorbleiben vnd wie ein ander ehrlicher zechgenos
seinn handwerck fördern vndt treiben, daran ihme dan :(wan er sich der gebur vorhelt): weder die eltisten noch
jüngsten vorhinderlich sein werden" (Lib. definit. V. 58a). Schoenau stirbt am 2. (3.) Februar 1627, alt 56 Jahre,
unter den Weissgerbern in des Lederhändlers Lorenz Hennich Hause (Elis.). Seine Witwe Barbara f 15. (16.) X.
1633 (Elis.). Schoenau zeichnet FS ligiert in aufrecht ovalem Felde, vgl. Taf. III Nr. 69.
a. Becher, Silber vergoldet, mit Diamantbuckeln und Inschrift nebst Jahreszahl 1616. H. 24,5 cm. Beschauz. W
Typus III u. Meisterz. — Eremitage, St. Petersburg (nach Schlesiens Vorzeit, Neue Folge, Bd. III S. 161).
b. Porzellanschälchen mit vergoldeter Silberfassung, Standring glatt, die beiden Henkel figürlich behandelt.
Beschauz. W Typus III u. Meisterz. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
c. Trinkschale, Silber mit Vergoldung, rund, der Ständer mit gegossenen Renaissancestützen und Silberfiligran.
In der Mitte der Schale, auf eine Sonne aufgelegt, das gravierte Wappen des Stifterpaares Hans Scholz und
seiner Gattin Susanna Koye nebst Widmungsinschrift und Jahreszahl 1624. H. 18,2 cm. Beschauz. W Typus IV,
Meisterz. u. Kriegssteuerst. . — Kleinodien der Schiesswerderschützen in Breslau. Schlesisches Museum für
Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Vgl. Schlesiens Vorzeit, Bd. V S. 250 f. Nr. 15).
d. Kokosnussbecher in vergoldeter Silberfassung, auf dem Deckel eine silberne Blumenstaude. Auf dem
Becher in Relief geschnitzt: Esther vor Ahasver, Fusswaschung und Abendmahl. H. 33 cm. Beschauz. W
Typus IV Ii. Meisterz. — Herzogliches Museum, Gotha.
e. Hostienbüchse, Silber, zylindrisch, mit drei vergoldeten Reifen, auf dem Deckel ein Osterlamm in
Gravierung. „Wigt 7 lot". H. 7,6 cm. Dm. 9,3 cm. Beschauz. W Typus IV, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adler-
typus. — Elisabethkirche, Breslau.
f. Becher, Silber mit Vergoldung, auf dem zylindrischen Mantel geätztes Ornament. H. 9 cm. Beschauz. W
u. Meisterz — Slg. f Lorenz Gedon, München. Auktionskatalog 1884, Nr. 143 (nach Rosenberg Nr. 464c).
Schoenau, Gottfried, Goldschmied; Anfang Oktober 1633 stirbt seine Witwe Martha.
Schoenau, Hans (Schönaw, Schönau), Goldschmied, heiratet am 5. November 1566 Anna, die Tochter des Nadlers
Andres Baldauff (MM). Erwirbt das Bürgerrecht am 13. Februar 1567, wird um dieselbe Zeit Meister. Wohnt
auf der Albrechtsgasse. Heiratet als Witwer 19. Trinitatis 1595 Sara, die Witwe des Goldschmieds Jacob Jahn
(Elis.). Seine Tochter Barbara heiratet am 3. November 1597 den Kretschmerssohn Hans Gäsner (MM). Schoenau
20*
156
scheint um 1600 seine Werkstatt aufgegeben zu haben, wenigstens will ihn 1601 der Goldschmied Valten Hertwig
„vor keinen eltisten nit paßiren laßen", da „ehr vormöge der algemeinen zechenbrief keinen offendtlichen laden
hette"; am 29. Januar 1602 erkennen die Ratmannen, dass sich Hertwig „solches vnnöltigen kommers vndt nach-
reden souiel möglichen in kunfftig enthalten" möge (Lib. definit. IV. 125 b). Schoenau stirbt, nachdem er ins
neunzehnte Jahr Zunftältester gewesen, am 5. August 1608, alt 71 Jahre (Elis. u. MM). Seine Witwe Sara
f 19. X. 1613 (Elis.). Wegen des Meisterzeichens des Hans Schoenau siehe Hans Strich d. ä.
Schöne man, Peter, siehe Schoneman.
Schönfeld, Johann Carl Gustav, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Musketiers Gottlob Schönfeld, erwirbt das
Bürgerrecht am 29. August 1851, alt 44 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Schönfeld, Johann Martin, Silberarbeiter, geb. in der ungarischen Freistadt Eperies, wird in Breslau Meister im Juni
und Bürger am 28. Dezember 1735. Stirbt am 24. (begr. d. 28.) Juli 1769, alt 69 Jahre 3 Wochen (MM).
Schoenknecht, Johann Franz Constantin, Goldarbeiter, geb. in Breslau am 2. Juli, getauft am 6. Juli 1796 bei St. Vincenz,
Sohn des Musikus Joseph Schoenknecht bei der Domkirche, lernt bei Carl Friedrich Wully vom Qu. Johannis
1811 — 1817. Erwirbt das Bürgerrecht am 10. Januar 1823. Tritt am 26. Oktober 1839 in die Innung ein, scheidet
am 15. Januar 1856 wieder aus.
Schoenschwan, Domnig, Goldschmiedgeselle, heiratet in Breslau am 17. August 1557 Ursula Wetschker von
Liegnitz (MM).
Schönzahl, Johann, Golddrahtarbeiter, heiratet am 26. November 1686 Maria Magdalena, die Tochter des f Notars
George Titius (MM). Stirbt auf der Reuschengasse am 18. April 1691, alt 58 Jahre.
Schöperus, Johann, Goldschmiedgeselle, Sohn des Predigers Heinrich Schöperus in Reval, heiratet in Breslau am
6. Oktober 1676 Anna, die Tochter des f Johann Radler (Elis.).
Schohman, Peter, siehe Schoneman.
Scholim, Lazarus, Goldarbeiter, geb. in Glogau, Sohn eines Fuhrmanns, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am
30. Oktober 1835, alt 27 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Scholl, Daniel Ephraim (Scholtz), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Buchhalters George Scholl, arbeitet bei
Stephan Christian Luttroth als Meisterstück einen Uhrhaken und Ring, wird Meister am 28. März und Bürger
am 1. April 1740. Heiratet am 15. November 1740 Euphrosina, die Tochter des f Kammachers Melchior Helm
(MM). Stirbt 1753.
Scholtz, Andreas (Scholz, Scholtze, Schultze), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Gräupnerältesten Hans Scholtz,
wird 1670 Bürger und Meister. Heiratet am 11. November 1670 Rosina, die Tochter des f Kretschmers Johann
Rieger (Elis.). Wohnt auf der Kupferschmiedegasse. Seine Frau ist am 3. IX. 1680 Taufzeuge bei St. Adalbert.
Scholtz ist Zunftältester seit 1684. Stirbt am 1. (begr. d. 3.) Juli 1705, alt 62 Jahre 30 Wochen 1 Tag (Elis.).
Seine Witwe Rosina f 4. (begr. d. 6.) V. 1716 (MM). Seine Tochter Rosina heiratet am 3. Mai 1717 den Hand-
schuhmacher Michael Mehlman (MM). Seine Tochter Anna Susanna d. j. heiratet am 20. September 1717 den
Amtmann Johann Gutzman (Elis.). Seine Tochter Eleonora heiratet am 15. Mai 1724 den Goldschmied Christian
Hellwig (MM). Seine Tochter Maria Elisabeth heiratet am 24. Februar 1727 den Barbier Franz Jacob Gumprecht
in Jordansmühl (MM).
Scholtz, Andreas Wilhelm (Schultz), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Heinrich Benjamin Scholtz,
erwirbt als Geselle am 9. Juli 1734 das Bürgerrecht. Arbeitet bei Heinrich August Joel als Meisterstück einen
Uhrhaken und Ring, wird Meister am 14. April 1746. Erneuert am 20. April 1746 sein Bürgerrecht. Stirbt im
Armenhause am 1. Februar 1784, alt 73 Jahre.
Scholtz, Balthasar (Scholz), Goldschmied, heiratet als Geselle 1561 Sara, die Tochter des Goldschmieds Hans Mesen-
hammer d. ä. (MM). Erwirbt das Bürgerrecht am 13. Februar 1562, wird um dieselbe Zeit Meister. Stirbt vor 1579.
Scholtz, Christian Friedrich (Schultz, Schulze), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Gastwirts Johann Gottlieb
Scholtz, erwirbt das Bürgerrecht am 30. Oktober 1818, alt 28 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Scholtz, Christoph Ehrenfried (Scholz, Scholtze, Schultz), Goldarbeiter, geb. in Schmiedeberg, Sohn des dortigen
Konditors Samuel Scholtz, meldet sich in Breslau am 20. Februar 1761 als Stückmeister, arbeitet bei Daniel
Klein einen mit Rauten besetzten Plack (Patzel), wird Meister am 15. Juni 1761. Erwirbt das Breslauer Bürger-
recht am 23. September 1762. Heiratet am 24. November 1762 Anna Rosina, die Tochter des f Konditors Anton
Vogel; Trauzeuge ist der Goldarbeiter Melchior Ferdinand Obermann (MMj. Seine Frau f 3. (begr. d. 5.) IX.
1764 (MM). Scholtz heiratet am 27. November 1765 Rosina Magdalena, die Tochter des f Tuchbereiterältesten
Johann Gottlob Hennig (Elis.). Stirbt am 11. (begr. d. 14.) Dezember 1784, alt 54 Jahre 9 Monate 10 Tage (MMj.
Seine Tochter Johanna Christiana heiratet am 30. Juni 1796 den Kalkulator Johann Ernst Christian Juncker (Elis.)
Seine Witwe Rosina Magdalena f 20. (begr. d. 23.) V. 1801 (MM).
157
Scholtz, Daniel Ephraim, siehe Scholl.
Scholtz, Friedrich Wilhelm, Ooldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Holzhändlers Gottlieb Wilhelm Scholtz, lernt bei
August Anton Joseph Gross vom Qu. Johannis 1813 — 1817. Erwirbt das Bürgerrecht am 2. Februar 1821, alt
22 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Scholtz, George (Scholze, Schultz), Goldschmied, Sohn des Rademachers Tobias Scholtz in Alzenau bei Haynau, wird
1698 in Breslau Meister. Erwirbt das Bürgerrecht am 11. April 1698. Heiratet am 22. April 1698 Elisabeth, die
Tochter des Barettmacherältesten Christoph Seffner (MM). Stirbt am 27. Februar (6. März) 1729, alt 66 Jahre
7 Wochen 4 Tage (Elis.). Seine Witwe Elisabeth setzt die Werkstatt fort und stirbt am 14. (15.) Februar 1734
(Elis.).
Scholtz, George Emanuel [Gottfried Samuel] (Scholtze, Schultz, Schultze), Goldarbeiter, Sohn des Breslauer Gold-
schmieds George Scholtz, wird Bürger am 19. August und Meister am 29. September 1732. Heiratet am
9. Februar 1733 Anna Rosina, die Tochter des f Mälzers Johann Gregor (Elis.). Ist seit dem 19. Februar 1758
Zunftältester. Stirbt am 7. (begr. d. 9.) Juli 1771, alt 72 Jahre 14 Wochen 5 Tage (Elis.).
Scholtz, Gottfried (Schultze), Silberarbeiter, beginnt bei Michael Wissmar sein Meisterstück, arbeitet ein silbernes
Giessbecken nebst Kanne, wird Meister am 18. Juni und Bürger am 27. Juni 1746. Stirbt am 23. (24.) März 1747,
alt 39 Jahre 6 Monate (Elis.).
Scholtz, Gottlieb (Scholz), Goldschmiedgeselle; am 25. Juni 1744 stirbt sein Sohn Carl Gottlieb Simon.
Scholtz, Heinrich Benjamin (Scholtze, Schultz, Schultze), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Tischlers Heinrich
Scholtz, arbeitet bei Johann Peter Ziegler als Meisterstück ein Geschirr nebst Ring und Siegel, wird Meister am
12. Juli 1723. Erwirbt das Bürgerrecht am 1. November 1724. Heiratet am 14. November 1724 Rosina, die
Tochter des f Gassenschlächters Johann Opfergeld (Elis.). Stirbt am 1. (9.) Januar 1736, alt 49Jahre (MM). Seine
Witwe Rosina heiratet am 21. August 1742 den Fischhändler Ernst Christian Spaniel (Elis.). Seine Tochter Jo-
hanna Eleonora heiratet am 25. Januar 1752 den Leinwandreisser Carl Siegmund Stiller (Elis.).
Scholtz, Johann Dietrich [David] Samuel (Schultze), Galanteriewarenarbeiter, kommt von Wien nach Breslau, meldet
sich am 22. September 1751 als Stückmeister und legt den Entwurf zu einer Tabatiere vor. Die Zeichnung findet
jedoch nicht den Beifall des Mittels. Obwohl die Kgl. Kammer im November 1751 die Rezeption befürwortet,
wird Scholtz wiederum abgewiesen. Er wendet sich nochmals an die Regierung, die vom Breslauer Magistrat
einen eingehenden Bericht fordert, der am 27. Februar 1752 gegeben wird (langes Aktenstück im Bresl. Kgl.
Staatsarchiv, R. 199. MR. VI. Nr. 69). Am 8. Juni 1752 wird Scholtz beschuldigt, falsche Ringe gemacht zu haben.
Am 23. Februar 1755 wird er von der Innung nochmals abgewiesen, indem sein Geburts- und Lehrbrief für un-
gültig erklärt wird. Als der Mittelsbeisitzer auf Beschluss des Magistrats am 30. Mai 1755 die Rezeption des
Scholtz ohne Widerrede fordert, weigert sich die Innung und wird bei dem Rate vorstellig; am 5. Juli 1755 be-
schliesst das Mittel, noch an den dirigierenden Minister von Massow eine Eingabe zu machen. Trotzdem hat
Scholtz am 8. April 1756 als Meister in das Mittel „auf gewaltsamen Befehl" aufgenommen werden müssen, doch
„kein Meister war bei seiner Rezeption zugegen und wurde auch kein Glas Wein oder Bier von ihm angenommen,
so stand er in schlechter Achtung bei dem Mittel" (Meister- und Protokollbuch). Scholtzes Frau Elisabeth
Katharina, geb. Kahlin aus Wien, f 16. XI. 1756 im Stockhause (MM). Scholtz heiratet 1760 Anna Sophia, geb.
Koch, die Witwe des Unteroffiziers Johann Michael Meyer; Trauzeuge ist der Orgelbauer Christoph Scheithauer
(MM). Stirbt 1776.
Scholtz, Johann Gottlob (Scholtze, Schultz, Schulze), Silberarbeiter, geb. in Schweidnitz, Sohn des Papiermachergesellen
Johann Gottlob Scholtz, lernt in Schweidnitz bei Johann Matthias Furche von 1766 — 1772, meldet sich in Breslau
am 10. Juni 1784 als Stückmeister, arbeitet bei Gottlob Benjamin Werner eine Suppentirene und Tasse mit Perlen-
dekor, wird Meister am 3. September 1784 und Bürger am 14. April 1785. Heiratet am 13. November 1793 Maria
Dorothea, die Tochter des f Goldarbeiters Johann George Gimmig (Elis.). Seine Frau t 10. (begr. d. 18.) VII. 1804
(Elis.). Scholtz heiratet am 18. September 1809 Anna Maria Magdalena, die Tochter des f Parchners Johann Daniel
Pietschke (Elis.). Ist seit 1813 Ältester. Stirbt am 19. (begr. d. 23.) Januar 1815, alt 64 Jahre 8 Monate 3 Tage
(Elis.).
Scholtz, Johann Gustav Adolph (Scholz), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Friseurs Carl Scholtz, erwirbt das
Bürgerrecht am 14. Juni 1844, alt 25 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Scholtz, Johann Heinrich, Goldschmiedgeselle, stirbt im Dezember 1740, alt 26 Jahre.
Scholtz, Johann Ignatz, Goldschmiedgeselle, ist 1729 Trauzeuge bei St. Adalbert.
Scholtz, Nicolaus (Schulze), Goldarbeiter, geb. in Berlin, Sohn des Schneiders George Scholtz, ist zuerst in Berlin
tätig, siedelt dann nach Breslau über und erwirbt am 7. Februar 1817 das Bürgerrecht, alt 27 Jahre. Wird nicht
Innungsmitglied.
158
Scholtz, Paul, Goldschmiedgeselle von Danzig, heiratet in Breslau am 26. Mai 1557 Elisabeth, Wilhelm Pipels
Dienerin (MM).
Scholtz, Paul, Goldschmiedgeselle, stirbt in Breslau am 13. Juni 1588, alt 30 Jahre (MM).
Scholtz, Samuel Gotthard (Schulze), Goldarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Daniel August Titze und George Friedrich
Eilfrath vom 19. September 1776 bis 13. Juni 1781. Arbeitet bei Carl Gottfried Haase als Meisterstück ein mit
Rauten besetztes Kreuz, wird Meister am 20. (21.) Mai und Bürger am 14. Juli 1794. Stirbt 1822.
Scholtz, Simon Gottlieb, Goldarbeitergeselle; sein Sohn Johann Gottlieb stirbt Ende Januar 1738.
Scholtz, Tobias Benjamin, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Heinrich Benjamin [George?]
Scholtz, erwirbt am 9. Juli 1734 das Bürgerrecht. Stirbt am 21. (begr. d. 23.) September 1748, alt 46 Jahre
6 Tage (Elis.).
Scholtz, Valten (Schultz), Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Bräumeisters Hans Scholtz, stirbt am
6. Oktober 1606, alt 22 Jahre (Elis. u. MM).
Schönau, siehe Schoenau.
Schoneman, Peter (Schonman, Schöneman, Schohman, Schoner, Schuman), Goldschmied, heiratet als Geselle 1544
Margareta, die Witwe des Goldschmieds Hans Westermehr (Elis.). Im Juni 1544 verkaufen die unmündigen
Kinder des f Goldschmieds Hans Westermehr ihrer Mutter Margareta, verehelichte Schoneman, das Haus am
Ringe zwischen den Brotbänken und dem Schoppenhause, wie es ihr Vater besessen hat (Tradb. VII. 32). Schone-
man hat wegen seiner Rezeption bei dem Mittel Schwierigkeiten: „So als sich zwuschen den erbarn eldsten vnd
jüngsten der goltschmidt an aynem vnd Peter Schoner ires gewerckes am andern irrung zugetragen der drey-
jarigen arbayt alhie zu Bresla [sc. wegen], so er vermog irer von vns vorlichnen priulegien vnd aussatzung zuthun
schuldig sich also vorheyrat vnd ferner in ir mittel zukommen begeret hott vnnd aber solches aus eynem irthumb
vnnd nit muthwilliger weys furgefallen, er auch also auff der eldsten zulossen sein maysterstuck gemacht vnd
volnbrocht, haben wir rathmanne obgedocht zu dem mol im besten vor gut angesechn vnnd erkant, das genant
Peter Schoner von den goltschmiden auff obbeschrybnen fall also soll auffgenommen vnd gefordert werden . . .
zu vrkunt die XVIIII Jtily 1544" (Lib. definit. I. 208a). Darauf wird Schoneman Meister und erwirbt am 20. Februar
1545 das Bürgerrecht. Schoneman heiratet als Witwer 1566 Katharina, die Tochter des f Heinrich Mühlpfort
(Elis.). Stirbt um 1569. Seine Witwe Katharina heiratet am 22. Mai 1570 den ehrbaren Adam Kristeil (MM).
Schorgast, Heinrich (Henricus Schurgast), aurifaber, wird Bürger am Dienstag vor Bartholomaei (22. August) 1391;
Bürge ist Hannos Nysser. Wohnt „in circulo". Kommt häufig als Bürge in den Bürgerbüchern vor. Erscheint
1398, 1400, 1404, 1406, 1411, 1413, 1418 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior. Bürgt 1400
für Hennykyn wegen eines Ofens Ziegeln, weil derselbe Stiefeln verkauft hat (Signaturb. Xlllj. Zahlt 1403/4 an
Steuern: de hereditate 5 Groschen, de opere */b fertonem (Steuerb. fol. 10). Erledigt 1404 und 1405 als Zunft-
senior zusammen mit Hannos Nysser Geldangelegenheiten der Innung (Schöppenb. X. 6, 57b). Hannos Winkeler
bekennt 1405, dass Heinrich Schorgast eine hölzerne Wand zwischen ihnen beiden gemacht hat, die auf beider
Erbe steht, und dass er diese nur aus Gunst hat (Schöppenb. X. 41). Am Sonnabend vor Trinitatis (21. Mai) 1407
beschuldigt Schorgast mit seiner Bruderschaft den Herman Bars von Thorn, dass er ihn wegen zweier Stücke
Silbers bei der Kaufmannschaft ins Gerede gebracht habe. Man habe angeblich in einem Stücke „gancze kegil
groschen" gefunden. Bars erwidert, dass man ihm von den zwei Stücken das eine in Thorn nicht hätte zeichnen
wollen, weil es nicht ebenso „dorre" war als das andere und dass man es habe „ufsetzen" lassen; er habe dabei
W/2 Scot Schaden gehabt und lediglich darüber Klage geführt (Signaturb. XVI). Schorgast ist 1408, 1410, 1417
Konsul (Ratmann) und 1414 Scabinus (Schöppe) (Cod. diplom. Siles. XI S. 23, 24, 121). Verklagt 1424 seinen Ge-
sellen Cuncze Haffter [Conradus Heffter; siehe Seite 76], dass er fremde Arbeiten ausgeführt habe, während er
bei ihm in Lohn war. Die Gesellen nehmen sich des Verklagten an und Schorgast ist genötigt, am 5. Juni 1424
die Klage vor den Schoppen zurückzunehmen (Signaturb.). Stirbt um 1430.
Schorgast, Johannes (Hans Schurgast), aurifaber, wird Bürger um 1430. Erscheint 1435, 1438, 1442, 1445, 1448 in den
Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior. Hat sich als solcher am 23. Juli 1445 mit Niclos Meissener
wegen Innungsgeldern zu einigen (Signaturb. — Zeischr. d. Ver. f. Gesch. u. Altert. Schles. IX. 173).
Schorsoch, Niclos, aurifaber, wird Bürger am Tage vor Simonis et Jude (27. Oktober) 1371; Bürge ist Claus Briger.
Schott, Hans Diebalt, Goldschmiedgeselle von Strassburg, Sohn des Hans Wigand Schott, heiratet in Breslau 19. Trini-
tatis 1583 Martha, die Tochter des f Fuhrmanns George Müller aus Liegnitz (Elis.).
Schreiner, Wenzel, Goldschmied am Hinterdom, wird 1761 erwähnt (Schles. Vorz. VII. 488).
Schreyer, Nicolaus (Niclas Schreier), Goldschmiedgeselle, hat bei Meister Jacobus Konczel in Arbeit gestanden.
Tut am Donnerstage vor Petri ad vincula (30. Juli) 1472 seinen letzten Willen kund und stiftet zugleich 10 Gulden
für den Bau des grossen Innungsaltares; siehe Seite 13 (Signaturb. L. 90b).
159
Schröter, Hans, Goldschmied; am 7. März 1637 stirbt seine nachgelassene Tochter Maria.
Schromowski, Christoph (Schrommofsky, Schramowski, Schrammoffsky, Schimunsky), Goldschmied, Sohn des Johann
Schromowski zu Kessmarktin Ungarn, behauptet 1608 als Gesellein Breslau, „aus vnbedacht vndt vbrigem trunck",
dass er dem Tobias Vogt bei der Verfertigung des Meisterstückes geholfen habe, wofür er am 17. März 1608 von
den Ratmannen „mit gebührender straffe belegett" wird (Lib. definit. IV. 186). Als sich Schromowski im Sommer
1608 als Stückmeister meldet, „wollen die eltisten ihnen zum meisterstuck wegen eines vordechtigen stucklein
goldeß, drei ortt [— 8/4] eines ducaten schwer, nicht kommen laßen, er hette dan zuuor erwiesen, wie er gemelt
stucklein goldt an sich bracht hette." Schromowski beteuert, „nachdeme ehr vmb faßnacht anno 1606 in
Kesemargt in Vngern seiner Schwester einen silbern gurttel vorguldet, daß er gemelt stucklein goldeß daran
erübrigett." Am 19. August 1608 wird Schromowski auf Zureden der Ratmannen als Stückmeister zugelassen
(Lib. definit. IV. 191). Wird Anfang 1609 Bürger und Meister. Heiratet am 8. September 1609 Martha, die Tochter
des f Paul Blumendorff (MM). Wohnt neben dem Zeughause am Sandtor. Seine Frau Martha f 12. VIII. 1616
(Elis.). Schromowski heiratet am 25. Juli 1617 Anna, die Tochter des Kretschmers Lorenz Hoppe (Elis.). Nachdem
er bereits „zue zweyenmahlen vnterschiedlich silber, so der hiesigen Breßlischen prob bey weitem nicht gemes,
vorarbeitet" und „sich auch dessen nunmehr zum dritten mahl vnterstanden", will ihn die Zeche nicht mehr mit
Gesinde fördern. Auf sein inständiges Bitten vermitteln die Ratmannen am 16. Januar 1619, dass er „nach für
dißmahl beim handtwerck vorbleiben vndt in künfftig mit gesellen vndt lehriungen gleich andern gefödert werden
solle . . ." (Lib. definit. V. 57). Nach dem Tode des Kanonikus Eder wendet sich Schromowski am 13. September
und 29. November 1619 mit Schuldforderungen [wohl für gelieferte Goldschmiedearbeiten] an die Testaments-
exekutoren des Verstorbenen, diese warten jedoch den Verlauf der bei dem städtischen Gerichte angestrengten
Klage ab (Acta capituli). Schromowski stirbt 1620. Zeichnet CS in ovalem Felde, vgl. Taf. III Nr. 74.
a. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen Fusse die HH. Petrus, Johannes Evangelista, Maria und drei
Engelsköpfchen in getriebener Arbeit. Auf der Kuppa die HH. Johannes der Täufer, Vincentius Levita und
Hieronymus in durchbrochenem Rollwerk. Gestiftet 1612 von Hieronymus Seidel. H. 26 cm. Beschauz. W
Typus III u. Meisterz. — Domschatz, Breslau.
b. Tragaltärch en in Form eines Buches, Vorderseite bemalt, Rückseite mit silbernen Beschlägen, in der Mitte
ein roter Altarstein mit achteckigem Rahmen in gotischer Fassung. Auf der bemalten Seite in der Mitte das
Schweisstuch der Veronica, an den Ecken symbolische Darstellungen der Evangelisten in runden Feldern
mit grünen Rändern. Auf der silberbeschlagenen Rückseite sechs Kästchen mit grossen farbigen Glassteinen,
in der Mitte die Gottesmutter und Christus als Welterlöser, darunter die Kreuzigung in einem Rund, um-
geben von Renaissance-Rankenwerk, Blumen und Vasen, alles in Gravierung. H. 39 cm. Br. 29,2 cm.
Beschauz. W Typus III u. Meisterz. — Domschatz, Breslau.
Schnitter, Joachim (Schrötter), Goldschmied auf dem Sande, wird 1689 am Dom erwähnt (Schles. Vorz. VII. 488). Am
15. (begr. d. 17.) VIII. 1706 stirbt sein nachgelassener Sohn Tobias (Elis.).
Schubert, Carl Friedrich, Goldschmiedgeselle, Sohn des Zinngiessers Christian Gottlieb Schubert, stirbt in Breslau
am 7. (begr. d. 9.) April 1766, alt 23 Jahre (MM).
Schubert, Gottfried (Schubart), Goldschmiedgeselle, Sohn des Görlitzer Goldschmieds Martin Schubert, stirbt in
Breslau am 28. September 1637, hat bei Hans Boxhammer in Arbeit gestanden.
Schubert, Herrmann Wilhelm Julius, Goldarbeiter, geb. in Breslau am 1. Februar 1836, Sohn des Maurerpoliers
Wilhelm Schubert, lernt bei Johann Carl Moritz Herrmann vom 20. August 1851 bis 14. Oktober 1856. Tritt am
14. Oktober 1872 in die Innung ein, bleibt Mitglied bis zum 13. Oktober 1893.
Schubert, Theodor Berthold Benjamin, Silberarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Franz Joseph KnoII, dann bei Julius
August Grosche vom Qu. Michaelis 1851 — 1856. Wird nach erfolgter Meisterprüfung am 3. November 1864 in
die Innung aufgenommen, bleibt Mitglied bis zum 13. Oktober 1893.
Schuch, Carl, Silberarbeiter und Ziseleur, geb. in Breslau, Sohn des 1814 in Frankreich als Bataillonschirurgus ver-
storbenen Joseph Schuch, lernt bei Johann David Klose vom Juni 1822 bis Juli 1826. Tritt am 26. Oktober 1839
in die Innung ein. Stirbt 1864. Zeichnet SCHUCH positiv eingeschlagen,
a. Standkreuz, Silber, mit vergoldetem Crucifixus. Johanneskopf, Stempelmeisterb. T u. Meisterz, des Schuch
u. des Carl Julius Gottlieb Weiss. — Matthiaskirche, Breslau.
Schübler, Johann Lorenz, siehe Schiebler.
Schütt, Claus, Goldschmiedgeselle, Sohn des Handelsmannes Dittrich Schütt in Bergen in Norwegen, stirbt in Breslau
am 21. (23.) April 1720 (MM).
Schütz, Martin, Goldschmiedgeselle, Sohn des Weissgerbers Simon Schütz, heiratet am 21. August 1616 Sara, die
Witwe des Senklers Hans Ehrenfried (Elis.).
160
Schultis, Johannes, aurifaber, wird Bürger am Dienstag nach Trinitatis (13. Juni) 1419.
Schulz, Carl Friedrich Wilhelm, Silberarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Carl Friedrich Korok vom Oktober 1849
bis 1854. Wird am 1 . Juli 1872 in die Innung aufgenommen. Ist 1884 das letzte Mal erwähnt.
Schulz, Friedrich Wilhelm, Silberai beiter, geb. in Wohlau, Sohn des Trompeters Sigismund Schulz, arbeitet in Breslau
als Meisterstück ein Paar silberne Leuchter und wird am 13. September 1832 in die Innung aufgenommen.
Erwirbt das Bürgerrecht am 11. Dezember 1832, alt 28 Jahre. Stirbt 1849. Zeichnet in der Regel SCHULZ,
positiv eingeschlagen, selten FWS in rechteckigem Felde.
a. Leuchter, Silber, ein Paar, mit spätem Empiredekor. Datiert 1. August 1835. Johanneskopf, Stempel-
meisterb. R u. Meisterz. FWS. — Sandkirche, Breslau.
b. Zuckerkästen, Silber, belegt mit gepressten Weinlaubgirlanden, auf dem Deckel mit Blumen oder figür-
lichen Darstellungen in aufgelegtem Relief, mit Johanneskopf, Stempelmeisterb. Q, R, S u. Meisterz. SCHULZ,
finden sich häufig in schlesischem Besitze; ein Beispiel im Schlesischen Museum für Kunstgewerbe und
Altertümer, Breslau.
Schuman, Peter, siehe Schoneman.
Schurgast, siehe S chorgast.
Schuster, Paul, Goldschmiedgeselle, Sohn des Schneiders Johann Schuster, heiratet am 12. Juli 1632 Barbara, die
Witwe Jacob Leissners (MM).
Schwabe, Johann Christian Wilhelm, Goldarbeiter, geb. in Ransern bei Breslau, Sohn des Müllermeisters Johann
Gottfried Schwabe, lernt bei Ernst Wilhelm Werneck vom Qu. Reminiscere 1786—1792. Arbeitet bei Ferdinand
Christian Beyl als Meisterstück eine Haarnadel in Form einer Sternblume mit Brillanten (von der auf
Seite 10 Fig. 7 abgebildeten Art), wird Meister am 27. September 1797. Heiratet, 28 Jahre alt, am 8. November
1797 Christiana Carolina Dorothea, die Tochter des f Inwohners Johann Michael Lobe (Elis.). Erwirbt das
Bürgerrecht am 23. Januar 1798. Lebt später in dürftigen Verhältnissen und erhält am 22. März 1827 den Posten
des Mittelsboten. Stirbt 1830.
Schwalm, Heinrich, Silberarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Friedrich August Zimmermann von Ostern 1840 bis
Neujahr 1846. Tritt am 8. (9.) Oktober 1860 in die Innung ein. Stirbt am 31. Mai 1873.
Schwartz, Friedrich Gustav Adolf, Goldarbeiter, geb. in Potsdam, Sohn des Kammerdieners Friedrich Schwartz,
erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 17. Juli 1840, alt 29 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Schwartzer, Esaias, Goldschmiedgeselle, Sohn des fürstl. Ölsschen Hoftrometers Esaias Schwartzer, stirbt auf der
Wanderschaft in Regensburg am 20. September 1624, alt 29 Jahre (Elis.).
Schwedler, Lucas, siehe Sweideler.
Schwöb, Hans, Goldschmied, erscheint 1514 in der Geschworeuenliste der Signaturbücher alsjuratus; ist identisch mit?
Schynaw, Bartel, siehe Schoenau.
Seeberg, Carl Ferdinand, Goldarbeiter, geb. in Breslau, getauft am 3. Mai 1778 (Elis.), Sohn des Goldarbeiters Johann
Friedrich Carl Seeberg, lernt bei seinem Vater vom Qu. Crucis 1793—1795, dann bei Samuel Jacob Somme bis
Qu. Crucis 1797. Die Wanderjahre werden ihm wegen seiner Kränklichkeit durch Dispensation der Kgl. Kammer
erlassen. Arbeitet bei Gottfried Benjamin Weigelt als Meisterstück ein Kreuz mit Rosetten, wird Meister am
20. Februar und Bürger am 6. Mai 1800. Scheidet 1807 aus der Innung aus.
Seeberg, Johann Augustin Christian, Goldarbeiter, geb. in Denstedt in Sachsen-Weimar, Sohn des dortigen Pastors
Johann Augustin Seeberg, bittet in Breslau am 20. März 1772 um Ermässigung der Rezeptionsgebühr, die ihm
die Innung nicht gewährt. Meldet sich trotzdem am 17. Juli 1772 als Stückmeister, arbeitet bei Johann Christian
Schlencker ein Paar Ohrrosen mit Rauten, wird Meister am 7. Juli 1773 und Bürger am 25. Januar 1774. Heiratet
am 2. Oktober 1776 Maria Rosina, die Tochter des Bäckers Johann Aulich (MM). Stirbt am 26. (begr. d. 29.) Januar
1802, alt 64 Jahre 11 Monate (MM).
Seeberg, Johann Friedrich Carl, Goldarbeiter, geb. in Denstedt in Sachsen-Weimar, Sohn des dortigen Pastors Johann
Augustin Seeberg, Bruder des Breslauer Goldarbeiters Johann Augustin Christian Seeberg, meldet sich in Breslau
am 29. September 1775 als Stückmeister, arbeitet bei Gottlob Benjamin Werner einen mit Rauten besetzten Patzel,
wird Meister am 16. November 1775 und um dieselbe Zeit Bürger. Heiratet am 28. November 1775 Susanna Juliana,
die Tochter des f Partkrämers Christian Biedler (Radler?; Elis.). Seine Frau f 1783 (Elis.). Er selbst stirbt am
22. (begr. d. 25.) März 1795 alt 49 Jahre 7 Wochen etliche Tage (Elis.). Im April 1816 malt Gottfried August
Thilo eine Kopie nach seinem Portrait (doch kann sich diese Angabe auch auf Johann Augustin Christian Seeberg
beziehen).
Seeliger, Julius Alexander, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Kattundruckers Gottfried Seeliger, erwirbt das Bürger-
recht am 2. Mai 1837, alt 32 Jahre. Tritt am 26. Oktober 1839 in die Innung ein. Gibt 1857 sein Geschäft auf.
161
Segirsdorf, Heynrich, Goltsmed, wird 1346 im Schöppenbucli I erwähnt.
Segmund Goltsmed, siehe Sigmund Kesseler.
Seidel, Daniel, Goldschmied; sein Sohn Jeremias stirbt am 17. (begr. d. 19.) März 1631 (MM).
Seidel, Friedrich August (Seydeh, Goldarbeiter, geb. in Gross-Glogau, Sohn des Goldarbeiters Friedrich Seidel, erwirbt
das Breslauer Bürgerrecht am 24. Mai 1844, alt 30 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Seidel, Wilhelm August, Goldarbeiter, geb. in Fraustadt, Prov. Posen, lernt in Breslau bei Ferdinand Gottlieb Giess-
mann vom Juni 1806 — 1811. Erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 15. September 1820, alt 29 Jahre. Tritt am
26. Oktober 1839 in die Innung ein. Gibt 1850 sein Geschäft auf.
Seilich, Johann Friedrich, Goldschmiedgeselle von Stettin, heiratet in Breslau am 19. Februar 1691 Rosina, die Witwe
des Kretschmers Tobias Fischer (MM).
Seybot, Hans, Goldschmied, wird Bürger am Freitag nach Cineres (7.März) 151 1. Stirbt oder verzieht von Breslau vor 1525.
Siezefrey, Steffan, aurifaber, wird Bürger am Freitag vor lnvocavit (25. Februar) 1474. Stirbt vor 1490.
Siebenbürger, Jeremias, Goldschmied, Sohn des Augsburger Goldschmieds Jeremias Siebenbürger, wird 1664 in
Breslau Bürger und Meister. Heiratet am 22. April 1664 Elisabeth, die Tochter des f Handelsmanns Johann
Lemberg (MM). Stirbt am 17. (begr. d. 19.) Dezember 1669 auf der Bischofsgasse in des Kretschmers Hans Ficker
Hinterhause, alt 39 Jahre (MM). Seine Witwe Elisabeth f 23. (27.) III. 1726.
Sieber, Johann Jacob (Siber), Silber- und Kupferstecher von Augsburg, lässt am 17. März 1700 und 18. November
1708 bei St. Matthias taufen. Stirbt am 8. Februar 1736, alt 62 Jahre, wird am 10. Februar auf dem Kirchhofe
St. Agnetis begraben (Matth.).
Siessenbecker, Gottlieb Benjamin, siehe Süssenbecker.
Simon, Elias (Siemon), Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, stirbt am 20. August 1620, alt 27 Jahre (Elis.).
Simon, Johann Christoph, Silberstecher, erwirbt das Bürgerrecht am 4. September 1744. Stirbt am 2. (begr. d. 5.)
Januar 1779, alt 63 Jahre 8 Monate 18 Tage (Elis.).
Sims, Carl, Goldarbeiter, erwirbt das Bürgerrecht am 29. April 1814. Wird nicht Innungsmitglied.
Slaher, Bernhardus, aurifaber, wird Bürger am Tage vor Purificatio Marie (1. Februar) 1426.
Sleupner, Erasmus, siehe Schleupner.
Sloche, Niclas (Sloch, Slochow, Slochaw, Sluch), aurifaber, wird Bürger am Freitag nach Corpus Christi (21. Juni)
1443. Erscheint 1454, 1456, 1458, 1460, 1462, 1464, 1466, 1470, 1474, 1476 in den Geschworenenlisten der Signatur-
bücher als Zunftsenior. Stirbt um 1478. Seine Frau Katharina ernennt in ihrem Testament am 17. November
1495 die Ältesten der Goldschmiede zu ihren Seelwärtern (Script, rer. Silesiacarum, III. 311).
Smedt, Lamprecht (Smed, Smydt, Schmydt, Schmid, Schmidt), Goldschmied, wird Bürger am Tage Dorothee
(6. Februar) 1478. Wohnt an der Nordseite des Ringes in seinem eigenen Hause, das in den Traditionsbüchern
häufiger erwähnt wird. Erscheint [1499] 1508, 1510, 1512 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als
Zunftältester. Verkauft 1517 dem Goldschmied Wolffgang Westermehr d. ä. sein Haus und Erbe am Ringe,
gelegen zwischen den Grundstücken Hans Krafftczobers und Hans Segersdorffs (Tradb. III. 30b). Stirbt um 1520.
Snorrepfeil, Gregor, aurifaber, wird Bürger am Montag nach Laurentii (11. August) 1438.
Soitius, Erasmus, Goldschmied auf dem Dom, wird 1670 erwähnt; siehe Seite 35.
Somirfeld, Nickil, siehe Sommerfeit.
Somme, Carl Wilhelm Friedrich Julius, erst Apotheker dann Juwelier, geb. in Breslau am 4. Januar 1813, Sohn des
Goldarbeiters Samuel Jacob Somme, erwirbt das Bürgerrecht am 26. Juni 1849. Wird am 14. (28.) Juli 1849 in
die Innung aufgenommen, scheidet 1873 wieder aus. Stirbt am 20. Dezember 1888.
Somme, Christian Friedrich Wilhelm Robert, Juwelier, geb. in Breslau am 24. Mai 1805, Sohn des Goldarbeiters
Samuel Jacob Somme, wird Gehilfe zu Weihnachten 1826. Erwirbt das Bürgerrecht am 19. März 1839. Wird
am 14. (28.) Juli 1849 in die Innung aufgenommen, scheidet 1859 wieder aus.
Somme, Christian Heinrich Ludwig Wilhelm, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldarbeiters Samuel Jacob
Somme, lernt bei Johann Peter Theophilus Leuttner vom Qu. Johannis 1811—1816. Tritt am 28. Dezember 1821
in die Innung ein. Erwirbt das Bürgerrecht am 24. Januar 1823. Scheidet 1849 aus der Innung aus.
Somme, Emil, Juwelier, geb. in Breslau am 20. Februar 1835, Sohn des Christian Friedrich Wilhelm Robert Somme,
wird Innungsmitgliedram 12. April 1859 und bleibt es bis zum 13. Oktober 1893. Stirbt am 24. Juni 1894.
Somme, Samuel Jacob, Goldarbeiter, geb. am 16. April 1768, Sohn des Generalinspektors Jacob Somme in Schweden,
verfertigt in Breslau bei Ferdinand Christian Krebs als Meisterstück ein Paar Ohrgehänge mit Rosetten, wird
Meister am 3. Juli und Bürger am 14. Juli 1794. Heiratet am 30. September 1794 Ernestine Charlotte, die Tochter
des t Chirurgen und Kämmerers Christian Reichenbach in Cölleda (?) in Sachsen, wohnhaft in Breslau bei ihrem
Pflegevater, dem Goldarbeiter Johann Friedrich Carl Seeberg (Elis.). Stirbt am 1. Januar 1823.
21
162
Sommer, Johann, Goldschmiedgeselle aus Ungarn, stirbt in Breslau im Mai 1737, alt 36 Jahre.
Sommer, Johann Gottlieb, Goldschmiedgeselle, stirbt am 31. Mai (begr. d. l.Juni) 1772 (MM).
Sommerfeit, Nickil (Somirfeld), Goltsmed; am Freitag nach Bartholomaei (26. August) 1345 „Gotke Stilleuoyt vnd hat
gelossin Nickil Somirfelde deme goltsmede sin erbe, daz do lit vf der altbussergassen by meister Jürgen czu
nest, jo des iars czu eyner marke czinss, czen iar nach der stat recht, des sal her im gebin vf iczliche quatuor-
temp eynen virdung". Brennt das Gebäude ab, so darf Nickil es wieder aufbauen, tut er es nicht, so hat er
gleichwohl den Zins die zehn Jahre hindurch weiterzuzahlen (Schöppenb. I. 13b). 1347 geht die Hälfte des Grund.
Stückes, auf dem Sommerfeit wohnt, in den Besitz des Hannos Budessin über (Schöppenb. 1. 64b). Siehe Claus
von der Stregen.
Sonnenschein, Hans, Goldschmied von Neisse, zieht nach Breslau und wohnt in des Weinbrenners George Lange
Hinterhause auf dem Todtengässel ; daselbst stirbt ihm am 16. Januar 1633 sein Sohn Hans Carl.
Späth, Hans [Johann] (Spätt, Speth, Spette), Goldschmied, Sohn des Goldschmieds Alexander Späth, der 1603 in Brieg
das Bürgerrecht erwirbt, Enkel des Brieger Goldschmieds Nickel Späth, wird 1636 in Breslau Bürger und Meister.
Heiratet am 13. Januar 1637 Rosina, die Tochter des Goldschmiedältesten Sebastian Fesch d. j. (MM). Wohnt
erst auf der Schmiedebrücke, dann auf der Brustgasse, zuletzt im sogenannten alten Rathause am Ringe. Stirbt
als Zunftältesteter am 6. (7., begr. d. 9.) Januar 1659, alt 51 Jahre (Elis. u. MM). Seine Witwe Rosina heiratet am
1. März 1661 den Goldschmied Werner Ludeman (MM). Späth zeichnet H S in ovalem Felde, vgl. Taf. III
Nr. 80.
a. Sargschilde der Breslauer Gross-Schlächter, Silber mit Vergoldung, fast rund, mit Wappen der Fleischer
und Geräten des Fleischergewerbes, gehalten von zwei Engeln, darüber wachsend eine Justitia und sechs
Initialen, alles in getriebener Arbeit. Datiert 1644. Dm. 42,5 X 42 cm. Beschauz. W Typus IV u. Meisterz.
- Vereinigte Fleischer-Innung, Breslau.
b. Sargschilde der Breslauer Tischler, Silber mit Vergoldung, oval, in der Mitte Innungsembleme, am Rande
Johannes der Täufer, Moses und eine allegorische Darstellung des Todes. Datiert 1647. Dm. 46,5 X 40 cm.
Beschauz. W Typus V u. Meisterz. — Tischler-Innung, Breslau.
c. Sargschilde der Breslauer Geisler-Fleischer, Silber mit Vergoldung, oval, in der Mitte ein springendes
Lamm und Geräte des Fleischergewerbes, am Rande allegorische Figuren, Glaube, Hoffnung und Tod und
ein Schild mit gravierter Inschrift nebst Jahreszahl 1648. Beschauz. W Typus V u. Meisterz. — Vereinigte
Fleischer-Innung, Breslau.
d. Sargschilde der Breslauer Tuchknappen, Silber mit Vergoldung, oval, in der Mitte Zunftembleme in ver-
goldeter Auflage, am Rande allegorische Figuren, Glaube und Hoffnung, Engel und Totenkopf in getriebener
Arbeit. Datiert 1656. Dm. 43,5 X 35,5 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Tuchmacher- und Tuch-
scherer-Innung, Breslau.
e. Sargschilde der Breslauer Schlosser, Gross-Uhrmacher, Büchsenmacher und Sporer, Silber, oval, mit ver-
goldeten Zunftemblemen. Datiert 1658. Dm. 51 X 45 cm. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Schlosser-
Innung, Breslau.
f. Weihrauchschiffchen, Silber, Fuss in Form eines aus den Wellen tauchenden Delphins. Auf dem Deckel
zwei Muscheln in getriebener Arbeit. L. 22,5 cm. Beschauz. W Typus V (undeutlich), Meisterz. u. Kriegs-
steuerst. Matthiaskirche, ehemalige Jesuitenkirche, Breslau.
g. Kelch, Silber vergoldet. Datiert 1656. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Domschatz, Breslau.
h. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse, Steine und Medaillons in emailliertem
Silberrelief mit Blumen und Wappen des Dechanten Jerin, der den Kelch 1658 stiftete. Die untere Kuppahälfte
plastisch geschuppt. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Kreuzkirche, Breslau.
Sparassky, Matthias, siehe Sbarasky.
Sperling, August Ferdinand, Goldarbeiter, erwirbt das Bürgerrecht am 23. Dezember 1815. Wird nicht Innungs-
mitglied. Ist laut Dekret vom 22. September 1828 im Bürgerbuche gestrichen worden.
Sporleder, Heinrich, Goldarbeiter, wird am 15. Juli 1886 Mitglied der Innung, scheidet am 26. Januar 1891 Wiederaus.
Springer, Reinhold, Goldschmiedgeselle von Königsberg i. Pr., stirbt in Breslau am 3. August 1683, alt 26 Jahre, hat
bei David Kriebel in Arbeit gestanden.
Stadelmann, Gottlieb Lebrecht, Goldarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Ferdinand Goltlieb Giessmann vom Qu.
Reminiscere 1803 bis Michaelis 1808. Arbeitet bei Johann Bernhard Hoensch als Meisterstück eine feingoldene
Stückelkette in Filigranarbeit, wird Meister am 22. Mai und Bürger am 19. Juli 1811. Stirbt 1827.
Stadermann, Carl Julius, Goldarbeiter, geb. in Hanau in Hessen, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 3. April 1850,
alt 29 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
163
Stäblcr, Johann, siehe Stuppe.
Stainsky, Friedrich Adolf (Steinsky), Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Silberarbeiters Johann Stainsky, wird
Gehilfe am Qu. Johannis 1S38. Meldet sich am 14. Juli 1857 zur Aufnahme in die Innung, wird aber seitdem in
den Meisterverzeichnissen nicht erwähnt.
Stainsky, Johann (Steinsky), Silberarbeiter, lernt in Breslau bei Johann Bernhard Hoensch vom Qu. Lucie 1803 bis
Johannis 1S09. Erwirbt das Bürgerrecht am 29. Oktober 1813. Wird am 15. März 1815 in die Innung aufgenommen.
Scheidet durch Beschluss vom 14. April 1845 wieder aus.
Stange, Adolf, Ooldarbeiter, wird am 19. November 1853 in die Innung aufgenommen. Wandert 1854 nach
Amerika aus.
Stanke, Mathis, aurifaber, wird Bürger am Sonnabend vor Invocavit (22. Februar) 1466. Ist 1477 Juratus. Stirbt nach 1490.
Starck, Heinrich Gottfried, Goldschmied von Rudelstadt, meldet sich in Breslau am 27. Februar 1782 als Stückmeister,
wird dann nicht mehr erwähnt.
Starcks, Anton Joseph (Starks, Starxi, Goldarbeiter, geb. in Wien, lernt in Breslau bei Johann Gottlieb Wiedemeyer
vom 2. März 1764 bis 23. September 1768 (2. März 1769). Meldet sich am 12. März 1789 als Stückmeister, muss
am 18. Juni seine Meldung wiederholen, da er das erste Mal seinen Geburtsbrief nicht vorlegen konnte, arbeitet
bei Gottlob Benjamin Werner eine Prätension in Form eines mit Rauten eingefassten Medaillons, wird Meister
am 8. Oktober 1789. Erwirbt das Bürgerrecht am 21. Januar 1790. Ist in der Meisterliste von 1801 das letzte
Mal erwähnt.
Starkl, Franz Anton, Goldarbeiter ausserhalb der Innung, heiratet 1714 bei St. Adalbert (Schles. Vorz. VII. 488).
Steckel, Lorentz (Steckhell, Stecklini, Goldschmied, Sohn eines Augsburger Tischlers, heiratet in Breslau am 15. Ok-
tober 1576 Katharina, die Tochter des Goldschmieds Eucharius Riher (MM). Wird um dieselbe Zeit Bürger und
Meister. Stirbt vor 1589.
Steer, Caspar, siehe Stcer.
Steffan, Meister S. der Goltsmed, siehe Eriber oder Cringel.
Steiner, Christian Wilhelm (Steinert), Goldschmiedgeselle von Königsberg, stirbt in Breslau am 13. Juli 1693, alt
27 Jahre. Sein nachgelassener Sohn Martin, ein Buchdruckergeselle, f 27. X. 1739.
Stephan, Carl Gottlieb Tobias, Gold- und Silberarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Gottfried Wilhelm Hoensch vom
März 1797 — 1803. Arbeitet bei Christian Gottlieb Mittmann als Meisterstück eine feingoldene, mit Rauten be-
setzte Halskette mit durchbrochenen Gliedern, wird Meister am 16. April und Bürger am 24. April 1812.
Stirbt 1828.
Stephan, Gottfried [Friedrich] Wilhelm, Silberarbeiter, geb. in Breslau, sucht am 4. Januar 1822 seine Aufnahme bei
der Innung nach, wird Bürger am 15. März 1822 und Innungsmeister am 26. März 1824. Ist in der Meisterliste
von 1827 das letzte Mal erwähnt.
Stephanus Goltsmed, siehe Eriber.
Stetin, Hannos (Stelin), aurifaber, wird Bürger am Tage Agnetis (21. Januar ) 1433; Bürge ist Petrus Vicker.
Stillefoyt, Gotke fStilleuoyt, Stiluoyt, Gotke Goltsmit), Goltsmed, überlässt 1345 dem Goldschmied Nickil Somirfeld
[Sommerfeit] sein Erbe auf der Altbüssergasse gegen 1 Mk. jährl. Zins (Schöppenb. I. 13b). Verkauft 1345 dem
Heinrich Kaie zwei Teile der halben Kaufkammer, in der der genannte Kaie steht. In demselben Jahre verzichten
die Angehörigen des Gotke auf alle Ansprüche an diese Kaufkammer Schöppenb. I. 20b, 22b). 1346 ordnet
Gotke vor den Schoppen seine und der Kinder seiner Schwester und seines verstorbenen Bruders Pawil Besitz-
verhältnisse (Schöppenb. I. 45). Zwischen 1346 bis 1349 schliesst Gotke Stillefoyt mehrere Kauf- und Zinsverträge
ab (Schöppenb. I. 45, 64b, 77b, 115b, 118).
Stillefoyt, Pawil (Pauil Goltsmed), Goltsmed, Bruder des Goldschmieds Gotke Stillefoyt, stirbt 1346. Seine Tochter
Lucie schliesst 1348 zwei Zinsverträge ab (Schöppenb. I. 74b, 88). Dieselbe versetzt 1349 um 8 Mk. Groschen der
Anna, Pecze Cromers Tochter, zu Händen Heinczkin Goltsmedes ihres Mannes ein Drittel von dem Viertel des
Steinhauses an der Ecke bei Niclos von Lemberg und ein Drittel von einem Drittel des dazu gehörigen Hofes
(Schöppenb. I. 104). Dieselbe verkauft 1351 dem Gotke Goltsmed [Stillefoyt] allen ihren Anteil an dem Erbe, auf
dem Meister Jurge wohnt (Schöppenb. I. 180).
Stiller, Christoph Wilhelm, Gold- und Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Zwirnhändlers Christoph Stiller, lernt
bei Johann Bernhard Hoensch, später bei Johann Friedrich Wilhelm Fuss von 1799 — 1804. Arbeitet bei Joseph
Gottlieb Lederhose als Meisterstück einen Kamm mit Brillanten, wird Meister am 30. Juni und Bürger am 23. No-
vember 1808. Stirbt um 1840.
Stimmet, Andreas, Goldschmied, Sohn des Christoph Stimmel in Liegnitz, wird 1603 in Breslau Bürger und Meister.
Heiratet 2. Trinitatis 1603 Anna, die Tochter des f Hans Pfeiffer ( Ff Iis. j. Wohnt am Ringe unter den Riemern.
21*
164
Seine Frau Anna f 22. V. 1614 (Elis. u. MM). Stimmel heiratet am 6. Oktober 1615 Anna, die Tochter des f
Handelsmannes Heinrich Mühlpfort (Elis.). Stirbt am 22. September 1622, alt 53 Jahre (Elis.). Seine Witwe Anna
t 15. (begr. d. 18.) VI. 1671, alt 79 Jahre ( Elis.).
Stimmel, Caspar (Stiemel, Stümmel), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Christoph Stimmel, wird
um 1619 Bürger und Meister. Seine Frau Susanna, geb. Buschork (?), f 27. VIII. 1633 (Elis.). Er selbst stirbt am
8. November 1633 an der Pest.
Stimmel, Christoph (Stimmelt, Stiemel, Stummelt), Goldschmied, wird 1584 Meister und um dieselbe Zeit Bürger.
Wohnt auf der Odergasse in seinem eigenen Hause. Ist seit 1596 Schützenältester, seit 1602 Zunftältester. Wird
1606 durch Valten Hertwig und Hans Strich d. ä. beleidigt, indem diese sein vor 22 Jahren gefertigtes Meister-
stück unbefugter Weise tadeln (Lib. definit. IV. 161 b — 163 a). Wird 1616 von dem Goldschmied George Beck
mit ehrenrührigen Worten angegriffen; dieser muss am 31. August 1616 vor den Ratmannen um Verzeihung
bitten (Lib. definit. V. 13a). Seine Frau Sabina, geb. Buchpach von Dresden, f 15. II. 1618 (Elis.). Stimmel heiratet
am 1. Dezember 1620 Elisabeth, die Witwe des Kretschmers George Nergner (Elis.). Seine Frau Elisabeth t
17. (24., 29.) IX. 1621 (Elis.). Stimmeis Tochter Maria heiratet am 11. Januar 1622 den Goldschmied Wentzel
Fischer (Elis.). Er selbst heiratet am 19. Juli 1622 Rosina, die Witwe des Handelsmannes Hans Schimme (Elis.).
Stimmel stirbt am 13. März 1627, alt 71 Jahre (Elis.). Zeichnet CS ligiert in rundem Felde, vgl. Taf. III Nr. 65.
a. Becher, Silber, auf dem konischen Mantel durch Vergoldung hervorgehobene eingravierte Ornamente, die
Wappen der Stifter Hans Georg von Rechenberg und Sigmund von Berge und Inschriften. Datiert 1596.
H. 20,3 cm. Beschauz. W Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. 3$". — Kleinodien der Schiesswerderschützen
in Breslau. Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und AHertümer, Breslau (Vgl. Schlesiens Vorzeit, Bd. V
S. 248 Nr. 8).
b. Kelch, Silber vergoldet, in gotischem Aufbau. Auf dem sechspassigen Fusse, sowie auf der unteren Hälfte
der Kuppa je sechs Rundmedaillons mit Apostelfiguren in Unterglasmalerei. Nodus gedrückt wulstförmig
mit durchgesteckten Zapfen, darauf die Buchstaben I H E S V S. Am Rande des Fusses die Inschrift: „ANNO
1604. DEN 15 APRILIS VOREHRET. FRAVW MAGDALENA. WEISKEGL1N. MERTEN NIEMSCHES.
KRETZSMERS. SELIGN. NACH. GELASSEN. WITTIB. DISEN KELCH. ZVM. GEDECHNIS." H. 22,7 cm.
Beschauz. W Typus III, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Elisabethkirche, Breslau.
c. Deckel, Silber vergoldet, zu einem Pokal des Nürnberger Goldschmieds Caspar Widmann (nach Rosen-
berg Nr. 1232), in getreuer Anlehnung an den Dekor des Pokals reich getrieben und mit plastisch auf-
gesetzten Köpfchen. Als Deckelbekrönung die vollrunde Figur eines Büchsenschützen mit zwei gegen
einander gelehnten Wappenschilden, auf dem einen die Jahreszahl 1607, die Initialen B. S. und das Wappen
des Breslauer Bürgers Benedikt Scholz, auf dem anderen die Initialen H V A und das Wappen des Hans
Vater. Am Rande des Deckels eine dreireihige Inschrift. Beschauz. W Typus III u. Meisterz. — Kleinodien
der Schiesswerderschützen in Breslau. Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau
(Vgl. Schlesiens Vorzeit, Bd. V S. 248f. Nr. 9 (7), abgeb. Taf. XXVIII (I) Nr. 3).
Stimmel, Daniel (Stummelt), Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Christoph Stimmel, heiratet
am 26. November 1613 Sabina, die Tochter des t Abraham Jeger (MM). Wird in Jauer Meister. Seine nach-
gelassene Tochter Sabina stirbt in Breslau am 18. September 1633, ebenso seine Witwe Sabina am 31. Juli 1655.
Stimmel, Johannes, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Christoph Stimmel, hat bei seinem
Vater in Arbeit gestanden (Schles. Vorz. VII. 483).
Stocke, Steffan, aurifaber, wird Bürger am Tage Lucie (13. Dezember) 1437.
Stoer, Balthasar (Stöer), Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Caspar Stoer, heiratet
16. Trinitatis 1579 Ursula, die Tochter des f Hans Artzt (Elis.).
Stoer, Caspar (Stöer, Stor, Steer, Stoher), Goldschmied, heiratet als Geselle 1547 Ester, die Tochter Wolf Egeners
(Elis.). Erwirbt das Bürgerrecht am 8. März 1549, wird um dieselbe Zeit Meister. Wohnt auf der Junkerngasse.
Seine Tochter Anna heiratet am 13. Januar 1568 den Pfarrer Antonius Herfart. Stoer stirbt am 7. März 1584 (MM).
Seine Witwe Ester | 28. III. 1613.
Stoer, Johann August Wilhelm (Stöhr), Goldarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Johann Benjamin Klug, später bei
Ernst Benjamin Ullmann von 1816—1819. Erwirbt das Bürgerrecht am 24. Oktober 1823, alt 24 Jahre. Wird nicht
Innungsmitglied.
Stoll, Johann Michael, Goldarbeiter, geb. in Strassburg, verfertigt in Breslau bei Carl Gottfried Haase als Meister-
stück ein Paar Ohrgehänge mit Rauten, wird Meister am 25. August 1796 und Bürger am 16. Mai 1797. Stirbt am
28. (begr. d. 30.) Mai 1807, alt 50 Jahre (Elis.).
Stoppe, Stephanus, aurifaber, wird Bürger am Freitag vor Hedwigis (14. Oktober) 1429.
165
Strada, Gregor (Strader), Goldschmied, wird Breslauer Bürger am Mittwoch nach Georgii (26. April) 1475. Ist 1483
bis 1488 in Schweidnitz urkundlich nachweisbar (Anz. f. Kunde d. deutsch. Vorzeit, 1875, Sp. 148). Klagt 1485
gegen seinen Gesellen Lorencz Mauerer, weil dieser von der ausbedungenen sechsjährigen Lehrzeit nur 2/3 ab-
solviert habe und verlangt 10 Mk. Schadenersatz (Schles. Vorz. VII. 482). Ist vor 1490 im Catalogus civium von
1470 gestrichen worden, wohl weil er nach Schweidnitz übergesiedelt ist.
Strauchmann, Gottlob (Gottlieb Strachmann), Goldarbeiter, Sohn des Brauers Benjamin Strauchmann, lernt in Breslau
bei Samuel Haenel, dann bei Johann Samuel Grische von 1746—1752. Arbeitet zuerst als Pfuscher. Heiratet am
25. April 1769 Rosina Elisabeth, die Tochter des Heinrich Bartholomaeus, Altknechts bei der grossen Kunst (Elis.).
Meldet sich gezwungenermassen am 3. März 1774 als Stückmeister, arbeitet bei Christian Hoensch einen Patzel
mit Topasen, wird Meister am 13. (20.) Dezember 1774 und Bürger am 26. September 1775. Stirbt am 24. (begr.
d. 27.) Februar 1806, alt 73 Jahre (Elis.).
Strauss, Sebalt, Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Apothekers Merten Steffan Strauss, reicht am 8. April 1530
dem Peter Singer sein am 29. Januar 1529 erworbenes Erbe samt Apotheke und Materialien, gelegen an der Nord-
seite des Ringes zwischen Wenczel Melczer und Wolf Saurman (Tradb. III. 75b, V. 31b, 93a). Erwirbt am
24. Januar 1534 das Bürgerrecht, wird um dieselbe Zeit Meister. Stirbt vor 1544.
Stregen, Claus von der, Goltsmit, wird Bürger vor 1364. Verreicht 1373 der Margareta Sommerveldynne [es ist
vielleicht die Frau des Goldschmieds Nickil Sommerfeit] 1 Mk. jährl. Zins auf sein Erbe bei der Krummen-
dorfynne, wiederverkäuflich um 10 Mk., und 1374 3 Mk. jährl. Zins auf sein Erbe am Neumarkte, wieder-
verkäuflich um 30 Mk. (Schöppenb. III. 262b, iv. 35b).
Strehlitz, George, Gold- und Silberwarenfabrikant; sein Sohn Johann George stirbt am 25. (27.) September 1709.
Streubel, Christian Gottlieb (Streubier, Sträubel, Straubel, Striebel, Streibel), d. ä., Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn
des Erbsassen George Streubel, arbeitet als Geselle bei Gottfried Wilhelm Jachman. Meldet sich am 4. März
1749 als Stückmeister, verfertigt bei Johann David Kriebel eine mit Diamanten versetzte Mache [Patzel] und ein
Galanterieringel mit Rubinen und Diamanten, wird Meister am 22. Mai und Bürger am 24. Juli 1749. Heiratet am
4. Januar 1752 Johanna Elisabeth, die Tochter des Schneiders Conrad Schneider (Elis.). Seine Frau f 9. (begr.
d. 11.) III. 1758 (Elis.). Streubel heiratet am 18. Oktober 1758 Marjana Elisabeth, die Tochter des f Tarnowitzer
Bürgermeisters Joachim Duttke (Dudeck?) (MM). Stirbt am 11. (begr. d. 13.) Juni 1775, alt 62 Jahre 9 Monate
11 Tage (Elis.). Seine Witwe Marjana Elisabeth f 1. (begr. d. 4.) X. 1778 (Elis.).
Seine Tochter Susanna Eleonora heiratet am 1. September 1779 den Peruquier
Johann Gottlob Müller (MM).
Streubel, Christian Gottlieb (Sträubel, Streibel), d. j., Goldarbeiter, geb. in Breslau,
Sohn des Goldarbeiters Christian Gottlieb Streubel d. ä., tritt bei Johann Samuel
Grische 1767 in die Lehre. Meldet sich am 3. Juni 1779 als Stückmeister, arbeitet
bei Gottlob Benjamin Werner einen mit Rauten und Rubinen besetzten Plack,
wird Meister am 15. Dezember 1779 und um dieselbe Zeit Bürger. Heiratet
am 2. Februar 1780 Christiana Elisabeth, die Tochter des Posamentiers und
Seidenstrickers Donatus Mentzel (MM). Seine Frau f 18. (begr. d. 20.) 11.1789
(MM). Er selbst stirbt am 31. Januar (begr. d. 2. Februar) 1820, alt 67 Jahre
3 Monate 7 Tage (MM).
Streubel, Johann Friedrich (Sträubel), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des
Goldarbeiters Christian Gottlieb Streubel d. j., lernt bei seinem Vater vom Qu.
Reminiscere 1797 bis Qu. Luciel801. Erwirbt das Bürgerrecht am 12. März 1813.
Wird Innungsmitglied am 24. Februar 1815. Stirbt am 13. (begr. d. 15.) August 1823,
alt 40 Jahre 9 Monate (MM).
Strich, George, Goldschmied, Bruder des Goldschmieds Hans Strich d. ä., stirbt 1602
in Reval in Livland, alt 48 Jahre (abgekündigt in Breslau bei MM).
Strich, Hans [Johann], d. ä., Goldschmied, wird um 1582 Bürger und Meister.
Wohnt auf dem Hühnermarkte. Ist 1594 König der Schiesswerderschützen (Ro-
land, Schiesswerderbuch, S. 22). Ist 1606 an einem Streite zwischen den Gold-
schmieden Christoph Stimmel und Valten Hertwig beteiligt (Lib. definit. IV.
161b— 163a). Seine Frau Barbara, geb. Buchholz, f 8. XII. 1611 (Elis.). Strich
heiratet am 16. Juli 1612 Katharina, die Tochter des f Apothekers Jacob Brendel
in Goldberg (MM). Stirbt am 7. Oktober 1616, alt 66 Jahre (Elis.). Seine
Witwe Katharina heiratet am 2. Oktober 1618 den Reichkrämer Paul Hoffman Fig. 35. Hans Strich d. ä.
166
in Liegnitz (MM). Seine Tochter Barbara heiratet am 30. Januar 1622 den Barbier und Wundarzt Hans Clauss (MM).
Strich (oder Hans Schoenaui zeichnet HS ligiert mit fünf Sternchen in rundem Felde, vgl. Taf. III Nr. 64.
a. Schützenkleinod von 1594, mit dem Selbstbildnis des Meisters, abgebildet Fig. 35 nach G. Hauer (Hayer),
Breslische Schutzen-Kleinoth . . . [Breslau 1613], Taf. 6. Original verloren.
b. Pokal, Silber, in der auf Seite 87 Fig. 24 wiedergegebenen Form, mit Bandwerk, Fruchtgehängen und
Masken in getriebener Arbeit. Am Kelchrande gravierte Darstellungen eines Kegelschiebens und Scheiben-
schiessens mit dem zweimal angebrachten Wappen des Stifters Christoph Sachse. Deckel fehlt. H. 22,8 cm.
Beschauz. W Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. — Kleinodien der Schiesswerderschützen in Breslau.
Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Vgl. Schlesiens Vorzeit, Bd. V S. 247 f.
Nr. 7 (14), abgeb. Taf. XXXI (III) Nr. 3).
c. Muschelbecher in vergoldeter Silberfassung. Am Lippenrande geätztes Ornament. H. 30cm. Beschauz.
W u. Meisterz. — f Baron Carl v. Rothschild, Frankfurt a. M. (nach Rosenberg Nr. 457).
d. Nautiluspokal in vergoldeter Silberfassung. Beschauz. W u. Meisterz. — Staatsmuseum, Moskau (nach
Schlesiens Vorzeit, Neue Folge, Bd. III S. 161).
Strich, Hans [Johann], d. j., Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Hans Strich d. ä., heiratet am
20. Oktober 1615 Barbara, geb. Schwartz, die Witwe des Diakonus Bartholomaeus Ruth (MM). Es ist fraglich,
ob er in Breslau als Meister tätig gewesen ist.
Strosberg, Conrad de, aurifaber, wird Bürger am Montag vor Elisabeth (18. November) 1381; Bürge ist Claus Briger.
Stummelt, siehe Stimme).
Stuppe, Johann (Stube, Stäbler), Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht am 26. April 1697, wird um dieselbe Zeit
Meister. Seine Frau Susanna Maria, geb. Mentzel, f 7. (begr. d. 10.) IX. 1698 (Elis. u. MM). Er selbst stirbt am
5. (9., 10.) Juni 1700, alt 36 Jahre 20 Wochen (Elis. u. MM). Zeichnet I S in ovalem Felde, vgl. Taf. IV Nr. 118.
a. Taufschüssel, Silber, runde Schale auf Fuss. Datiert 1699. Johanneskopf Typus II, Meisterz. u. Kriegs-
steuerst. Adlertypus. — Elisabethkirche, Breslau.
b. Kelch, Silber vergoldet, reich getrieben mit Blumen und Blattwerk. Johanneskopf u. Meisterz. — Kath.
Pfarrkirche St. Bartholomaei, Trebnitz.
Stuppe, Johann Christian Wilhelm, Goldarbeiter, verfertigt bei Johann Gottlob Tholuck als Meisterstück einen Korb
in Silberdraht, wird Meister am 6. Oktober und Bürger am 23. November 1808. Lebt später in dürftigen Ver-
hältnissen und erhält 1819 den Posten des Mittelsboten. Stirbt 1827.
Süsse, Johann Gottfried, Goldarbeitergeselle, stirbt in Breslau am 8. Oktober 1757 (MM).
Süssenbecker, Gottlieb Benjamin (Siessenbecker, Sissenbecker), Goldschmied, arbeitet bei Hans Jachman d. j. als
Meisterstück einen Kelch nebst Ring und Siegel, wird Meister am 31. Januar und Bürger am 27. Februar 1728.
Ist in der Meisterliste von 1730 zum letzten Male erwähnt, hat aber noch die Petition von 1732 (Urk. 56) unter-
schrieben. Sein Sohn Johann Gottlieb, ein Kaufmann, heiratet am 14. November 1753 (MM).
Sweideler, Lucas (Sweidler, Sweydeler, Schwedler;, Goldschmied, wird Bürger am Freitag vor Invocavit (17. Februar)
1464. Erscheint 1471 . . . 1491, 1493 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftältester. Siehe Seite 13.
Stirbt um 1496.
Swob, Hannos, aurifaber, wird Bürger am Montag nach Viti (16. Juni) 1393; Bürge ist Waltherus Ebirhart.
Tackil, Michel, siehe Tockel.
Talcke, Caspar (Talke, Talckel, Tolick, Tulcke), Goldschmied, Sohn des Melchior Talcke in Kapsdorf im Schweidnitz-
schen, heiratet in Breslau als Geselle 23. Trinitatis 1592 Dorothea, die Tochter des f Schneiders Hans Lachman
(Elis.). Wird 1593 Bürger und Meister. Stirbt am 3./10. Januar 1597. Seine Witwe Dorothea heiratet 13. Trinitatis
1601 den Goldschmied Hans Bretsch in Strehlen (Elis).
Tanner, Melchior, Goldschmied, Sohn des Goldschmieds Caspar Tanner in Liegnitz, heiratet in Breslau Rogate 1589
Margareta, die Tochter des t Diakonus bei St. Elisabeth, Michael Francke (Elis.).
Tausendschön, Marcus, Goldschmiedgeselle von Dillingen bei Augsburg, Sohn des Georg Tausendschön, Dieners bei dem
Bischöfe von Augsburg, heiratet in Breslau nach dem am 27. Juni erfolgten Aufgebot am 6. Juli 1593 Ursula, die
Tochter des f George Winckler, Schulcollegen bei St. Maria Magdalena, und seiner Frau Sophie, der Tochter des
Goldschmieds Bartel Schoenau (MM). Gegen seine Niederlassung in Neisse erheben am 9. Oktober 1601 die
dortigen Goldschmiede bei dem Breslauer Bischöfe Einspruch, da er sich während einer Seuche zu Prag auf-
gehalten habe (Schles. Vorz. VII. 492). Wird 1604 in Neisse Meister. Von seinen Meisterstücken befindet sich
der Kelch im Breslauer Domschatze. Vgl. Jahresbericht des Neisser Kunst- und Altertumsvereins, 1905, S. 14 f.
Teckel, Michel, siehe Tockel.
Teller, Johann Gottlieb Christian, sieher Del ler.
167
Thamm, George Friedrich (Triam, Tahm, Tamm), Goldschmied, Sohn des Gastwirts Johann Thamm in Borne, Kr.
Neumarkt, arbeitet in Breslau bei Thomas Kuntze als Meisterstück ein Geschirr nebst Ring und Siegel, wird
Meister am 20. Mai und Bürger am 6. Juni 1721. Heiratet am 16. Juni 1721 Maria Elisabeth, die Tochter des
Buchbinders Tobias Wagner (MM). Seine Frau Maria Elisabeth t 12. (begr. d. 14.) IV. 1728 (MM). Thamm heiratet
am 26. April 1729 Eva Rosina, die Tochter des t Riemerältesten George Jäckel (Elis.). Seine Tochter Maria
Rosina heiratet am 2. Januar 1748 den Goldarbeiter Johann Gottlieb Glimmich (MM). Seine Frau Eva Rosina
f 25. (begr. d. 27.) V. 1757 (MM). Er selbst stirbt am 6. (begr. d. 8.) November 1757, alt 61 Jahre 7 Monate (MM).
Thamm zeichnet G F T in einem herzförmigen Schilde, vgl. Taf. IV Nr. 139.
a. Deckelbüchschen, Silber, oval, gerippt. Am Boden die Initialen: M. E. v. K. W. H. 5,8 cm. Johannes-
kopf Typus IX, Stempelmeisterb. C u. Meisterz. — Evang. Pfarrkirche in Ulbersdorf, Prov. Posen.
b. Schüssel, Silber, oval, mit gebogtem Rande und frühem Rokokodekor in getriebener Arbeit. Im Spiegel
graviert das Wappen derer v. Trach. Datiert 1732. Dm. 35,6 X 27,3 cm. Johanneskopf, Meisterz. u. Kriegs-
steuerst. SW ■ — Geheimrat Pinkus, Neustadt O.
Thiel, Antonius, Goldschmiedgeselle von Danzig, stirbt in Breslau am 1 8. i begr. d. 20.) Mai 1674, alt 52 ( 53 > Jahre i Elis.u.MM).
Thiel, Carl Eduard Adolph, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldarbeiteis Carl Gottfried Thiel, erwirbt das
Bürgerrecht am 2. September 1842, alt 28 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Thiel, Carl Gottfried, Goldarbeiter, erwirbt das Bürgerrecht am 12. November 1813. Wird nicht Innungsmitglied.
Thiel, Robert Ferdinand, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldarbeiters Carl Gottfried Thiel, erwirbt das
Bürgerrecht am 25. Juli 1845, alt 25 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Thiem, Johann Wilhelm (Thim), Goldarbeiter, geb. in Hanau, arbeitet in Breslau bei Johann Bernhard Hoensch als
Meisterstück ein Paar Ohrgehänge mit ä jour gefassten Brillanten und ein goldenes Halsstück in Filigranarbeit,
wird Meister am 7. Januar und Bürger am 10. Januar 1806. Läuft 1807 davon.
Thim, Hans, Goldschmied; im Oktober 1597 stirbt seine Tochter Anna.
Thimo, aurifaber, wird Bürger am Tage vor Simonis et Jude (27. Oktober) 1371; Bürge ist Claus Briger.
Thittner, George, siehe Dittmar.
Tholuck, Goldarbeiter, meldet sich am 17. Januar 1865 zur Aufnahme in die Innung, die ihm verweigert wird, da er
keinen selbständigen Geschäftsbetrieb nachweisen kann. Wird später als Innungsbote angenommen und bleibt
es bis zur Auflösung der Innung.
Tholuck, Johann Gottfried (Toluck), Goldarbeiter, wird Innungsmeister am 10. April und Bürger am 15. April 1815.
Gibt 1823 sein Handwerk auf und zieht nach Frankenstein. Im Mai 1830 wird ihm eine von der Innung erbetene
Unterstützung nicht bewilligt.
Tholuck, Johann Gottlob (Toluck, Toulock, Tolick, Delugg, Dolucker), Goldarbeiter, geb. 1755 in Schlichtingsheim,
Prov. Posen, Sohn des dortigen Kürschners Johann Christian Tholuck, lernt in Breslau bei der Witwe des
Friedrich Gottlob Krebs von 1771 — 1777, wird losgesagt im Namen der verw. Frau Krebs durch Carl Gottfried
Haase am 19. September 1777. Meldet sich auf Befehl der Kgl. Kammer am 27. Dezember 1781 als Stückmeister,
arbeitet bei Gottlob Benjamin Werner ein Paar Ohrgehänge mit Pendeloques, wird Meister am 29. Januar 1782.
Heiratet am 10. April 1782 Johanna Christiana, die Tochter des t Partkrämers Christian Ludwig Hanisch (MM).
Erwirbt das Bürgerrecht am 10. März 1783. Lässt sich im Dezember 1797 von Gottfried August Thilo en miniature
malen. Seine Frau f 5. (begr. d. 7.) V. 1806 (Elis.). Tholuck heiratet am 6. Juli 1806 Dorothea Albertine, die
Tochter des Ziegelstreichers Johann Franz Piere in Öls (Elis.). Ist seit 1809 Stadtverordneter. Zieht 1820 nach
Frankenstein (?). Stirbt am 23. September 1829. Ist der Vater des Theologen Tholuck 1 1799— 1877).
Thomas, Carl Richard Emil, Goldarbeiter, geb. in Breslau am 18. Juni 1836, lernt bei Georg Heinrich Gumpert vom
12. Mai 1851 bis 15. Januar 1856. Wird am 9. November 1878 in die Innung aufgenommen. Bleibt Mitglied bis
zum 13. Oktober 1893.
Thun, Ferdinand, Besitzer einer Silberwarenfabrik, betreibt das Geschäft als Kaufmann, wird nicht Innungsmitglied.
Stempelt seine Waren ohne Zuziehung des Innungsstempelmeisters. Dagegen erheben am 5. Oktober 1838 die
Innungsmitglieder Einspruch.
Thun, Johann, Gold- und Silberarbeiter, ist am Sil. März 1791 Trauzeuge bei t. Vincenz, als Tobias Meyer heiratet.
Thun, Johann Gottlieb, Goldarbeiter und Juwelier, geb. 1780 in Glogau, arbeitet in Breslau bei Joseph Gottlieb
Lederhose als Meisterstück einen goldenen Haarkamm mit Brillanten, wird Meister am 14. Mai und Bürger am
11. Juli 1806. Ist seit 1828 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung, 1831 stellvertretender Vorsteher, von 1832
bis 1836 Vorsteher. Stirbt am 10. Oktober 1843.
Thun, Samuel Christoph [Christian], Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Silberarbeiters Samuel Gottlieb Thun,
lernt bei Johann Carl Wiedemeyer vom 7. Januar 1760 bis 15. September 1761, dann bei Christoph Ehrenfried
168
Scholtz bis 22. März 1764. Meldet sich am 21. September 1770 als Stückmeister, arbeitet bei Friedrich Gottlob
Krebs einen mit Rauten besetzten Patzel, wird Meister am 12. November und Bürger am 19. November 1770.
Heiratet am l.Mai 1771 Johanna Christiana, die Tochter des f Hutmacherältesten Jacob Grunenthal (MM). Ist
seit Juli 1798 Ältester. Stirbt am 28. Mai 1807, alt 61 Jahre 10 Monate 6 Tage. Seine Tochter Johanna Carolina
heiratet am 27. Dezember 1807 den Fabrikanten Anton Friedrich Carl Kallmeyer (Elis.). Seine Witwe Johanna
Christiana f 23. (begr. d. 26.) III. 1818.
Thun, Samuel Ferdinand (Tun, Dhun, Duhn\ Ooldarbeiter, geb. 1771 in Breslau, Sohn des Goldarbeiters Samuel
Christoph Thun, lernt bei Carl Friedrich Litzmann, später bei Johann Gottfried Kiesling vom Qu. Trinitatis (1786)
1787 bis Qu. Reminiscere 1792. Arbeitet bei Ferdinand Christian Krebs als Meisterstück eine Sternblume mit
Brillanten (etwa von der auf Seite 10 Fig. 7 wiedergegebenen Form), wird Meister am 9. Mai und Bürger am
23. August 1798. Ist von 1814—1816 Stadtverordneter. Stirbt am 8. Oktober 1827.
Thun, Samuel Gottlieb (Thunn, Tun, Thümm), Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Kretschmers Christoph Thun,
arbeitet bei Christian Schlencker als Meisterstück ein silbernes Giessbecken nebst Kanne, wird Meister am 18. Juni
und Bürger am 21. August 1737. Heiratet am 26. Mai 1739 Johanna Eleonora, die Tochter des Kürschners Martin
Winckler (Elis.). Stirbt am 10. November 1757. Seine Tochter Johanna Dorothea heiratet am 23 Mai 1758 den
Goldarbeiter Carl Ferdinand Weigelt (Elis.). Seine Tochter Susanna Sophia heiratet am 27. April 1760 den Kauf-
mann Ernst Ephraim Krumbholz (Elis.). Seine Witwe Johanna Eleonora heiratet 1766 den Bäckerältesten Johann
Christoph Stiller (Elis.). Thun zeichnet SGT in einem herzförmigen Schilde, vgl. Taf. V Nr. 152.
a. Sargschilde der Breslauer Kretschmer, Silber mit Vergoldung, mit Innungsemblemen. Datiert 1738.
Johanneskopf Typus XI, Stempelmeisterb. D u. Meisterz. Kretschmer-Innung, Breslau.
Thuns, Moritz Rudolph Alexander, Goldarbeiter, geb. in Neudorf bei Nimptsch am 8. April 1815, Sohn des Guts-
besitzers Gottlob Thuns, lernt in Breslau bei Johann Gottlieb Herrmann vom Qu. Johannis 1830 bis Ostern 1835.
Erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 23. August 1842. Tritt am 16. Oktober 1852 in die Innung ein, scheidet am
28. Januar 1879 wieder aus. Stirbt am 18. Mai 1880. Thuns zeichnet MORITZ THUNS, negativ eingeschlagen.
Tiessler, Emil Adolph [Arnos], Goldarbeiter, geb. in Fraustadt, Sohn des Seifensieders Gottlieb Tiessler, lernt in
Breslau bei Wilhelm August Seidel, wird freigesprochen im April 1840. Erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am
5. November 1847, alt 28 Jahre. Tritt am 26. Januar (15. April) 1855 in die Innung ein. Ist 1884 das letzte Mal
erwähnt.
Tilkin Goltsmed, wird 1346 als Besitzer eines Hauses auf der Albrechtsgasse erwähnt (Schöppenb. I. 36).
Tilo aurifaber, Mitglied einer Goldschmiedfamilie, die 1318 von Herzog Heinrich VI. den Breslauer Brenngaden
erhält; siehe Bertoldus aurifaber.
Timmerman, Claudius Petrus (Claus Peter Timmermann), Galanteriewaren- und Goldarbeiter, Sohn des kgl.
dänischen Zolleinnehmers Friedrich Timmerman in Drontheim in Norwegen, wird in Breslau Meister im Februar
und Bürger am 1. März 1730. Heiratet am 23. Mai 1730 Eva Maria, die Tochter des f Chirurgen Michael Gott
[Kott] in Steinau a. d. Oder (Elis.). Stirbt am 5. (begr. d. 7.) Mai 1759, alt 65 Jahre (Elis.). Sein Sohn Claudius
Gottlob, Dr. med. et phil. und Practicus, heiratet am 26. November 1767 Susanna Eleonora, geb. Ehrlich,
die Witwe des Kaufmanns Johann Siegmund Tschirschcky (MM). Seine Witwe Eva Maria f 22. (begr. d. 25.)
X. 1768 (MM).
Tüze, Daniel August (Tietze, Ditze, Dietz), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Leinwandreisserältesten Andreas
Titze, lernt bei Christoph Ehrenfried Scholtz vom 14. März 1765 bis 28. Dezember 1769. Meldet sich am 22. Juni
1775 als Stückmeister, arbeitet bei Johann Christian Schlencker einen mit Rauten und Rubinen besetzten Patzel,
wird Meister am 10. Januar 1776 und um dieselbe Zeit Bürger. Heiratet am 25. August 1779 Johanna Dorothea,
die Tochter des Schneidermeisters Christian Gottlob Binner (MM). Besitzt ein Haus auf dem Ringe an der
Riemerzeile. Seine Frau Johanna Dorothea f 6. (begr. d. 9.) X. 1791 (Elis.). Titze ist Innungsältester seit Juni 1802.
Seine Tochter Dorothea Charlotte heiratet den Schönfärber George Friedrich Gumpert. Titze stirbt am 5. (begr.
d. 8.) November 1832 (MM); stiftete vier wohltätige Legate, eines davon [300 Taler] für Arme der Breslauer
Goldschmiede-Innung (Bresl. städt. Reponenden-Registratur, N. 38. 2. T. 17. Vol. 1). Sein Portrait, abgebildet Fig. 36,
im Besitze von Frl. Marie Gumpert in Breslau, einer Urenkelin des Dargestellten.
Tockel, Michel (Tocke, Tackil, Töckel, Teckel, Tockener), Goldschmied, wird Bürger am Dienstag nach Quasimodo
(20. April) 1490. Wohnt auf der Nordseite des Ringes in seinem eigenen Hause, das in den Traditionsbüchern I
bis III häufiger erwähnt wird. Tockel reicht dieses Haus am Sonnabend nach Katharine (27. November) 1518
dem Andres Cremsir (Tradb. III. 74). Am 21. August 1498 schliessen die Ältesten der Brüderschaft der Bürger zu
St. Maria Magdalena mit Tockel einen Vertrag, dass er ein silbernes Marienbild in der Sonnen mit einem
Kindlein, Engeln und Kronen machen sollte, auf das werklichste und kunstreichste er könnte, davon sie ihm eine
169
Probe an einem geschnittenen holzenen Bilde ge-
geben. Auch sollte er dasselbe übergolden, alles
von der Brüderschaft Golde und Silber. (Signaturb.
Klose, Darst. d. inneren Verhältnisse der Stadt
Breslau, herausgegeben v. Stenzel in den Script,
rer. Siles. III. 136f.). Tockel ist 1522 als Zunft-
ältester an einem Hausverkaufe beteiligt (Tradb.
IV. 6b). Stirbt um 1530. Seine Witwe Barbara
verreicht am 15. April 1531 ihr Haus auf der
Albrechtsgasse dem Goldschmied Merten Vitze
d. ä. ^Tradb. V. 93).
Tolick, Caspar, siehe Talcke.
Toluck [Tolick], siehe Tholuck.
Tompke, Laurentius, aurifaber, wird Bürger am Freitag
nach Lucie (16. Dezember) 1412.
Tonart, Johann George, siehe Donath.
Tott, Johann Jacob (Todt, Tod), Goldschmied, Sohn
des Gastwirtes Adam Tott in Wedau (?) bei Naum-
burg, arbeitet in Breslau bei Gottfried Ihme als
Meisterstück einen Pokal nebst Ring und Siegel,
wird Meister am 5. Mai und Bürger am 7. Sep-
tember 1733. Heiratet am 27. Oktober 1733 Jo-
hanna Friderica, die Tochter des f Vizewacht-
meisters Johann Ernst Döring in Öls (MM). Stirbt
am 12. (13.) August 1740, alt 42 Jahre 3 Wochen
(MM). Seine Witwe heiratet am 12. Januar 1745
den Kammerdiener Johann Jeremias Kriewitsch
(MM).
Trebnicz, Michil de, aurifaber, wird Breslauer Bürger Fig. 36. Daniel August Titze
am Freitag nach Epiphania (9. Januar) 1372.
Trewendt, Gustav, Goldarbeiter, wird am 25. Oktober 1886 in die Innung aufgenommen und bleibt Mitglied bis zum
13. Oktober 1893.
Trewendt, Leopold Ferdinand, Goldarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Johann Gottlob Tholuck vom Qu. Reminiscere
1802 bis Weihnachten 1807. Erwirbt das Bürgerrecht am 5. Juli 1816. Wird nicht Innungsmitglied.
Tribinger, Samuel Friedrich (Triebiger), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Leinwandreissers Samuel Benjamin
Tribinger, tritt am Qu. Reminiscere 1808 bei Carl Philipp Gauss in die Lehre, kommt Weihnachten 1810 zu August
Anton Joseph Gross, wird losgesagt am 23. Februar 1813. Erwirbt das Bürgerrecht am 25. Juni 1823, alt 30 Jahre.
Wird nicht Innungsmitglied.
Tripke, Christian Gottlieb, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Bäckers Johann Tripke vor dem Ohlauer
Tore, heiratet 1764 Johanna Dorothea, die Tochter des f Schuhmachers Johann Waltz (MM).
Trogan, Caspar, siehe Drogen.
Tschöpe, Wilhelm, Goldarbeiter, tritt am 15. Juli 1886 in die Innung ein und bleibt Mitglied bis zum 13. Oktober 1893.
Tulcke, Caspar, siehe Talcke.
Tun, siehe Th u n.
Tunckel, Johann [Hans) Christoph (Tunkel, Dunckel), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Kretschmers Andreas
Tunckel, arbeitet bei Hans Jachman d. j. als Meisterstück einen Kelch nebst Ring und Siegel, wird Meister am
31. Mai und Bürger am 30. Oktober 1723. Er wird beschuldigt, den Kelch und den Ring nicht eigenhändig
gemacht zu haben, und muss 6 Rtlr. Strafe zahlen. Heiratet am 9. November 1723 Maria Eleonora, die Tochter
des Posamentiers und Seidenstrickers Christian Friedrich Rehn (MM). Stirbt um 1742.
Uberhupt, Cyprianus, Goldschmiedgeselle, heiratet am 19 Juli 1 568 Ursula, die Tochter des Goldschlägers Hans Bischof (MM).
Ullmann, Ernst Benjamin, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn eines Schneiders, lernt bei Johann Augustin Christian
Seeberg vom Qu. Lucie 1795 bis Qu. Crucis 1801. Arbeitet bei Christian Gottlieb Mittmann als Meisterstück eine
goldene Kette, wird Meister am 18. Januar und Bürger am 15. März 1811. Verunglückt 1833, wird als arbeits-
unfähig von der Innung bis zu seinem Tode unterstützt. Stirbt am 16. Januar 1845.
22
170
Ulmizer, Goldschmied auf dem Sande, arbeitet mit zwei bis drei Gesellen, wird 1662 in der Spezifikation der Pfuscher
in und vor Breslau genannt (Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Stadt Breslau, II. 10d3^.
Unger, Jocob, Goltsmid; am Freitag vor Walpurgis (29. April) 1351 „Conrad apotheker vnd hat vfgereicht Jocobe
Unger dem goltsmide das gebude halp, daz do stet an der ecke vf Heynkin Rwssinnen erbe, czu eyme rechten
koufe in sulchirwis, daz Conrad den vordirsten crom vnde Jocob den hindirsten crom nuczen sal" (Schöppenb. I. 183b).
Värtmann, Carl Theodor, siehe Vörtmann.
Väsch, siehe Fesch.
Vehisch, siehe Fesch.
Vendt, Adam, Goldschmied auf dem Sande, wird 1690 am Dom erwähnt. Seine Frau ist am 18. September 1694
Taufzeuge bei St. Matthias.
Venediger, George, Goldschmied, wird Bürger am Montag nach Dorothee (10. Februar) 1522. Stirbt oder verzieht
von Breslau vor 1544.
Venicher, Marx, Goldschmied; seine nachgelassene Tochter Eva heiratet am 6. Mai 1586 den Büttner Andres
Springsgutt (MM).
Vesch, siehe Fesch.
Veston, Eduard, Juwelier, aus England, lebt in Breslau, sein Prinzipal ist Catbertus Martin in London, wird erwähnt
in einem Berichte des Görlitzer Rates an den Kaiser vom 11. August 1607 (Lib. missio. 1606/7, fol. 126 ff. —
Schles. Vorz. VII. 489).
Vetter, Paul, Goldschmiedgeselle, geb. in Breslau, Sohn des Holzkrämers Marcus Vetter, heiratet am 16. Januar 1617
Martha, die Tochter des Jacob Unger in Schweidnitz (Elis.).
Vicke, David (Ficke, Fick), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmiedältesten Friedrich Vicke, wird 1662
Bürger und Meister. Heiratet am 24. Oktober 1662 Susanna, die Tochter des Ratsgeschössers Christoph Plackwitz
(MM), wird dadurch Schwager der Goldschmiede Christoph und Tobias Plackwitz. Wohnt auf der Niclasgasse
in seinem eigenen Hause. Seine Frau Susanna f l- VI. 1691 (Elis.). Er selbst stirbt als Zunftältester am
4. (10.) August 1696, alt 65 Jahre weniger 10 Wochen und 1 Tag (Elis.). Sein Sohn Ernst Friedrich, Bürger und
Handelsmann im Dorotheengässel, f 9. II. 1701. Vicke zeichnet D V ligiert in einem schildförmigen Felde, vgl.
Taf. III Nr. 93.
a. Hostienbüchse, Silber, zylindrisch, mit drei vergoldeten Reifen, auf dem Deckel in Gravierung der
Crucifixus auf goldenem Grunde. H. 9,5 cm. Dm. 9,5 cm. Beschauz. W Typus VI, Meisterz. u. Kriegs-
steuerst. — Maria Magdalenenkirche, Breslau.
Vicke, Friedrich (Viecke, Ficke), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmiedältesten Ludwig Vicke, wird
Ende 1615 Meister, wahrscheinlich Anfang 1616 Bürger. Heiratet am 14. November 1616 Maria, die Tochter des
Kretschmers George Thiel (Elis.). Wohnt am St. Maria Magdalenenkirchhofe, später im sog. alten Rathause am
Ringe. Ist Zunftältester seit 1646. Seine Tochter Anna heiratet am 19. Januar 1655 den Goldschmied Daniel
Volgnadt (MM). Sein Sohn Joachim, ein Goldschmiedgeselle, f 12. (begr. d. 14. oder 15.) IX. 1658, alt 33 Jahre
(Elis. u. MM). Seine Tochter Susanna heiratet am 25. Oktober 1661 den Goldschmied Paul Hedelhofer d. j. (MM).
Seine Frau Maria f 5. (7., 9.) I. 1665 (Elis. u. MM). Er selbst stirbt am 4. (8.) März 1666, alt 78 Jahre (Elis. u. MM).
Sein Sohn Friedrich, Kirchen- und Schuleninspektor, stirbt 1697. Vicke zeichnet FV ligiert in rundem Felde, vgl.
Taf. III Nr. 76.
a. Kelch, Silber, Kuppa innen und am oberen Aussenrande hell vergoldet, der sechspassige Fuss profiliert,
Nodus flach wulstig, sonst ohne Dekor. Am Fusse das gravierte Wappen derer von Cettritz und die mit
Punzen eingeschlagene Inschrift: „ANNO 1620 HAT DIE EDLE EHRN TVGENTREICHE FRAV ANNA
MARIA GEBOHRNE ZETRITZIN AVS DEM HAVSE ADELSBACH FRAV AVF IHLNISCH ZV GOTTES
EHRE DIESEN KELCH MACHEN LASSEN." H. 17,5 cm. Beschauz. W Typus IV, Meisterz. u. Kriegs-
steuerst. Adlertypus. — Diözesanmuseum, Breslau (Stammt aus Schmellwitz bei Canthi.
b. Deckelkanne, Silber vergoldet, niedrig, mit Lederwerkornament in getriebener Arbeit und Besitzerinitialen.
H. 15 cm. Beschauz. W u. Meisterz. — P. A. Kotschubey, St. Petersburg (nach Rosenberg Nr. 466j.
Vicke, Ludwig (Vieck, Ficke, Fick, Fickh), Goldschmied, Sohn des Reitschmieds Laurentius Vicke in Greiffenberg in
Pommern, heiratet in Breslau als Geselle am 30. August 1574 Ursula, die Tochter des Tuchscherers Sebastian
Pol (Elis. u. MM). Wird in demselben Jahre oder Anfang 1575 Bürger und Meister. Wohnt auf der Albrechts-
gasse. Seine Tochter Christina (getauft d. 12. IX. 1576) heiratet am 27. Oktober 1598 den Goldschmied Caspar
Pfister (MM). Seine Tochter Anna heiratet am 5. Februar 1608 den Ratsherrn Sebastian Krebitz (MM). Vicke
stirbt nach langwieriger Krankheit als Zunftältester am 3. April 1615, alt 75 Jahre (Elis.). Seine Witwe Ursula
t 21. (begr. d. 24.) III. 1618 (Elis. u. MM).
171
Vicker, Hannos (Ficker), aurifaber, wird Bürger am Freitag vor Purificatio Marie (31. Januar) 1438. Besitzt am Ringe
ein Haus, das 1462 durch den Goldschmied Meister Lorencz [sc. Polak oder Cretsmer] bewohnt wird. Stirbt um 1460-
Vicker, Petrus (Ficker), aurifaber, wird Bürger am Tage vor Corpus Christi (l.Juni) 1412. Niclos Stelin gelobt 1415
für Petrus Vicker den Goltsmed wegen eines Ofens Ziegeln, weil derselbe gegen die Schoppen unbescheidene
Reden geführt hat (Signaturb. XX). Vicker wird 1424 u. 1433 als Bürge erwähnt. Erscheint 1426 u. 1432 in den
Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior.
Vincentius, Goltsmed, wird erwähnt, als am Freitag nach Margarete (16. Juli) 1361 Cläre Plobenerinne dem Cuncze
Lwyrlin das „Gebilde by Vincentium Goltsmede czunest" verkauft (Schöppenb. II. 136).
Vincentius, Martin, siehe Merten Vitze d. j.
Vitze, Merten (Vicze, Vitcze), d. ä., Goldschmied, wird Bürger am Freitag nach Cineres (3. März) 1514. Kauft am
15. April 1531 von der Witwe des Goldschmieds Michel Tockel ein Haus auf der Albrechtsgasse (Tradb. V. 93).
Stirbt vor 1544. Siehe Merten Vitze d. m.
Vitze, Merten (Vicz, Vicze), d. m., Goldschmied, wird Bürger am 13. Januar 1535 „vnd hott mit den reychkromern
zech gewonnen". Stirbt vor Ostern 1544. Seine Witwe Katharina heiratet im Januar 1546 den Schneidergesellen
Merten Arfuerer (MM), doch könnte auch die Witwe Merten Vitzes d. ä. gemeint sein.
Vitze, Merten (Vietz, Vice, Vincentz, Martin Vincentius, Fitz, Fitze), d. j., Goldschmied, Sohn des Breslauer Gold-
schmieds Merten Vitze d. m., heiratet 1. Advent 1571 Dorothea, die Tochter des Eisenschneiders Jacob Wintzer
(Elis.). Erwirbt das Bürgerrecht am 22. Februar 1572, wird um dieselbe Zeit Meister. Stirbt am 9. Februar 1614,
alt 78 Jahre (Elis.). Seine Witwe Dorothea f 17- V. 1615 (Elis.). Sein Sohn Martin, ein Goldschmiedgeselle,
getauft am 15. August 1578 (MM), stirbt am 11. Mai 1617 (Elis.).
Vitze, Wolffgang (Vicze, Vitz, Vicentz, Vincentius, Fitze, Fitz), Goldschmied, heiratet im September 1554 Magdalena,
die Tochter des f Hans Buckisch (MM). Wird 1555 Bürger und Meister. Wohnt auf der Ohlischen Gasse.
Seine Tochter Martha heiratet am 22. Januar 1572 den Schulmeister Fabianus Closius in Liegnitz (MM). Seine
Tochter Ursula heiratet am 21. Oktober 1578 den Goldschmied Lazarus Mesenhammer (MM). Seine Frau
Magdalena f 9. XI. 1585 (1586). Seine Tochter Susanna wird am 29. Oktober 1595 mit dem Handelsmann Jacob
Stadelhoffer aufgeboten (MM). Vitze stirbt am 19./26. Januar 1596. Sein Sohn Martinus, ein Studiosus, f 28. XII.
1601. Siehe Meister Wolff.
Vlassche, Cuncze, aurifaber, wird Bürger am Sonnabend vor Matthei (17. September) 1373; Bürge ist Claus Briger.
Vörtmann, Carl Theodor (Värtmann), Silberarbeiter, geb. zu Achim in Hannover, Sohn des Kaufmanns Friedrich
Vörtmann, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 8. August 1843, alt 31 Jahre. Meldet sich am 2. Oktober 1843
bei der Innung und wird am 12. Januar 1844 als Mitglied aufgenommen. Stirbt 1849. Zeichnet VÖRTMAN
positiv eingeschlagen.
Vogel, Gottfried (Vogell), d. ä., Goldschmied, Sohn des Handelsmannes Michael Vogel in Freiberg in Sachsen, wird
1617 in Breslau Bürger und Meister. Heiratet 24. Trinitatis 1617 Barbara, die Tochter des f Handelsmannes
Balthasar Wümmer (Elis.). Wohnt am Hühnermarkte. Meldet 1631 seinen Sohn als Schüler beim Elisabeth-
gymnasium an (Schles. Vorz. VII. 485). Seine Frau Barbara f 2. IX. 1633 (Elis.). Vogel heiratet am 28. November
1634 Rosina, die Tochter des f Handelsmannes Christoph Tieme (Elis.). Stirbt am 20. (21.) Dezember 1657, alt
74 Jahre 27 Wochen (Elis.). Seine Witwe Rosina verkauft am 21. Mai 1663 dem Apotheker Jeremias Schöps
ihren Garten auf dem Elbing am Ochsenplatz für 750 Rtlr. mit einem Zuschlag von 25 Rtlr. als Verehrung an
Michael Vogel, den Sohn der Verkäuferin. Sein Sohn Michael, ein Handelsmann, heiratet am 11. Mai 1677
Maria, die Tochter des t Notars Johann Baudeman (Elis. u. MM). Seine Witwe Rosina f 31. V. 1684.
Vogel, Gottfried, d. m., Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Gottfried Vogel d. ä., wird 1645 Bürger
und Meister. Heiratet am 10. Oktober 1645 Anna Maria, die Tochter des Goldschmieds George Nitsch (MM).
Seine Frau Anna Maria f 2. (begr. d. 5.) X. 1672 (Elis.). Er selbst stirbt als Zunftältester am 14. (begr. d. 17.)
Januar 1680 in seinem Hause auf der Schmiedebrücke, alt 60 Jahre weniger 3 Tage (Elis.). Seine Witwe Rosina
f 28. V. 1684 (Elis.).
Vogel, Gottfried, d. j., geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Gottfried Vogel d. m., wird 1688 Bürger und Meister.
Heiratet am 13. Juli 1688 Susanna, die Tochter des Seifensiederältesten Caspar Gloger (MM). Wohnt auf der
Schmiedebrücke. Ist am 24. III. 1700, 11. IV. 1703, 9. XII. 1704 Taufzeuge bei St. Matthias. Seine Tochter Maria
Magdalena heiratet am 25. Oktober 1707 den Reichkrämer George Neuman (Elis.). Vogel stirbt als Zunftältester
am 14. (19.) September 1709, alt 47 Jahre 6 Monate 2 Tage (Elis.). Seine Tochter Anna Rosina heiratet am
15. Oktober 1710 den Dr. phil. et med. George Friedrich Jäschke (Elis.). Seine Tochter Anna Eleonora heiratet
am 1. Oktober 1721 den Diakonus Gottlieb Jachman (Elis.). Vogel d. j. zeichnet G V in ovalem Felde, vgl.
Taf. IV Nr. 111.
22*
172
a. Vexierbecher, Silber mit Vergoldung, auf dem Fusse Blumen werk in getriebener Arbeit. Den Schaft
bildet die Vollfigur eines Amors mit Pfeil und Bogen. Auf dem weitausladenden Kelche getriebenes barockes
Blumenwerk und ein glatter vergoldeter Rand. Das Innere des Bechers wird durch einen angenieteten, mit
drei getriebenen Schwänen verzierten Deckel abgeschlossen, aus dessen Öffnung beim Füllen des Bechers
eine Kugel mit einem Stehaufmännchen auftaucht. Auf der Innenseite des Fusses in Gravierung das Wappen
des Stifters Zacharias Rampusch v. Rommenstein. H. 19,9 cm. Beschauz. W Typus VI, Meisterz. u. Kriegs-
steuerst.^". — Kleinodien der Schiesswerderschützen in Breslau. Schlesisches Museum für Kunstgewerbe
und Altertümer, Breslau (Vgl. Schlesiens Vorzeit, Bd. V S. 253 Nr. 23).
Vogel, Johann. Juwelier, Sohn des Organisten Georg Vogel in Waldau bei Liegnitz, heiratet in Breslau am 18. Juni
1686 Anna Katharina, geb. Volgnadt, die Witwe des Goldschmieds Hans Schier (Elis.). Wohnt am Ringe unter
den Riemern. Über seinen Streit mit den zünftigen Goldschmieden und die Ratsentscheidung vom 12. Januar
1693 siehe Urkunde 40. Seine Frau Anna Katharina f 30. VIII. 1704 (Elis.).
Vogel, Johann Christoph [Christian], Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Drechslers Johann Vogel, arbeitet bei
Hans Jachman d. j. als Meisterstück ein Geschirr nebst Ring und Siegel, wird Meister am 15. Juni und Bürger am
11. Oktober 1722. Heiratet am 20. Oktober 1722 Anna Katharina, die Tochter des Venditers Daniel Hoseman
MMi. Stirbt um 1742. Seine Tochter Anna Elisabeth heiratet am 13. Februar 1764 den Schuhmacher Ludwig
Wilhelm Söder (Elis.). Vogel zeichnet I C V in einem Dreipasse, vgl. Taf. IV Nr. 141.
a. Deckelbecher, Silber, in der auf Seite 63 Fig. 17 abgebildeten Form. Johanneskopf, Stempelmeisterb. B
positiv u. Meisterz. — Geheimrat Pinkus, Neustadt OS.
b. Ehrenbecher für den Prediger Johann Hoffmann, Silber mit wenig Vergoldung, auf dem konischen Mantel
zwischen Laub- und Bandelwerk das Breslauer Stadtwappen und lange lateinische Inschrift in Gravierung.
Datiert 1726. Johanneskopf Typus IX, Stempelmeisterb. B positiv u. Meisterz., letzteres verdrückt. Schle-
sisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
c. Schüssel mit Messkännchen, Silber mit Vergoldung. Auf der Unterseite der Schüssel die Inschrift:
„Nicolaus Anton Malder Vicedecan: S j W 1726". Johanneskopf Typus IX, Stempelmeisterb. B positiv u.
Meisterz. — Kreuzkirche, Breslau.
d. Lichtputzschere, Silber. Johanneskopf, Stempelmeisterb. C, Meisterz. u. Kriegssteuerst. FW (wie Fig. 9bi.
Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau.
Vogt, Bernhard, Goldarbeiter; am 27. Oktober 1734 stirbt seine Frau Isabella, alt 50 Jahre.
Vogt, Daniel, Goldschmied, Medailleur, Petschierer, Stein- und Eisenschneider, geb. in Breslau, Sohn des Wein-
händlers Daniel Vogt, ist seit etwa 1640 Geselle, wird Meister Anfang 1665 und Bürger Anfang 1666; vgl. die
interessanten Urkunden Nr. 25 u. 26. Wird schon 1666 Zunftältester. Heiratet am 25. Mai 1666 Rosina, die
Tochter des Kretschmers Balthasar Weber (Elis. . Wohnt auf der Albrechtsgasse. Ist Mitglied einer Gesandt-
schaft, die Ende 1669 nach Wien reist und Anfang 1670 nach Breslau zurückkehrt. Stirbt am 11. 15., 17.i März
1674, alt 49 Jahre 4 Monate (Elis. u. MM). Seine Witwe Rosina f 27. VI. (begr. d. 1. VII.) 1672 (Elis. u. MM);
Sein Sohn Angelus Albertus [seit 1689 in Görlitz tätig], wird durch Ratsentscheidung vom 26. März 1686 vor
Beendigung seiner Lehrzeit gegen Erlegung von 30 Rtlr. freigesprochen ( Lib. definit. IX. 221 h 222h. Innungs-
urkundenslg. v. 1737, S. 142f.). Über die Tätigkeit Daniel Vogts als Medailleur siehe Schlesiens Vorzeit in Bild und
Schrift, Bd. VII S. 494—496.
a. Medaille auf Herzog Sylvins Nimrod von Württemberg-Öls. Bezeichnet: D V. (Von 1659.) Angeblich
Guss in Gold. Kgl. Münzkabinett, Stuttgart. (Vgl. Dewerdeck, Silesia Numismatica [Jauer 1711], Taf. XVI
Nr. 26. — Friedensburg u. Seger, Schlesiens Münzen und Medaillen der neueren Zeit [Breslau 1901], S. 38
Nr. 2282, abgeb. Taf. 21.)
b. Medaille auf Herzog Georg III. von Brieg. Bezeichnet D VOGT. Von 1663. Vermutlich Guss. (Vgl.
Schlesiens Vorzeit, Bd. VI S. 251. i
c. Medaille auf die Vermählung Heinrichs von Nassau mit Dorothea Elisabeth von Brieg. Bezeichnet DVF.
Von 1663. Gold, vermutlich Guss. ( Vgl. Dewerdeck, Silesia Numismatica, Taf. X Nr. 73.)
d. Medaille auf Herzog Christian von Liegnitz. Bezeichnet: DVF. il663.i Guss in Gold und in Blei. — Kgl.
Münzkabinett, Berlin. Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau, i Vgl. Schlesiens
Vorzeit, Bd. VI S. 251. Friedensburg u. Seger, 1. c, S. 31 Nr. 1890, abgeb. Taf. 16.)
e. Medaille mit dem Bildnis des Breslauer Bürgers und Weinhändlers Christian Walther. Unbezeichnet. Von
1669. Silber, geprägt. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau. (Vgl. Kundmann,
Silesii in nummis, S. 189, abgeb. Taf. XVI Nr. 50. Friedensburg u. Seger, 1. c, S. 75 Nr. 4046, abgeb. Taf. 46.)
173
Fig. 37.
f Medaille mit den Bildnissen des Daniel Vogt (abgeb. Fig. 37, nach Kundmann)
und des Christian Jaudnitz. Unbezeichnet. Von 1669. Silber, wohl geprägt. (Vgl.
Kundmann, Silesii in nummis, S. 379, abgeb. Taf. XXVII Nr. 84.)
Vogt, Hans, siehe Voyt.
Vogt, Theodor, Gold- und Silberarbeiter, meldet sich am 14. April 1863 zur Aufnahme in
die Innung, die am 13. Juli 1863 erfolgt. Ist 188S"das letzte Mal erwähnt.
Vogt, Tobias (Voigt, Voygt, Voyt), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Schneiders
Urban Vogt, wird 1608 Bürger und Meister. Christoph Schromowski behauptet „aus
vnbedacht vndt vbrigem trunck", dass er dem Vogt bei der Anfertigung des Meister-
stückes geholfen habe (Lib. definit. IV. 186;. Vogt heiratet am 29. September 1608
Anna, die Witwe des Kretschmers Bernhard Weiss (MMi. Wohnt in seinem eigenen
Hause auf der Mäntlergasse. Wird um 1617 Zunftältester. Sein Lehrjunge Heinrich Gadegast t 19. XII. 1618
(Elis.). Sein Sohn Tobias, ein Goldschmiedgeselle, f 26. X. 1633 (Elis.i. Seine Tochter Anna heiratet am
13. Februar 1635 den Maler Martin Fest (MM). Seine Tochter Katharina heiratet am 12. Januar 1643 den Gold-
schmied George Volgnadt (MM). Seine Frau Anna f 24. (25., 29.) XI. 1654 (Elis. u. MM). Er selbst stirbt als
Zunftältesteram 26. (29., 30.) Dezember 1654, alt 78 Jahre (Elis. u. MM). Zählt zu den geschätztesten Breslauer Gold-
schmieden seiner Zeit, bei ihm haben Gesellen aus Nürnberg und Augsburg gearbeitet.
Vogtmann, Gottlieb Benjamin, Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Schneiders Carl
Friedrich Vogtmann, lernt bei Johann Gottlieb Schmidt vom 22. September 1763 bis
2. März 1769. Meldet sich am 10. Juni 1784 als Stückmeister, arbeitet bei Carl Hein-
rich Friebach zwei silberne Tirenen (Meremitten) mit Perlenmuster, wird Meister am
7. Oktober 1784 und Bürger am 14. April 1785. Heiratet, 29 Jahre alt, im Mai 1791
Amalia Carolina Elisabeth, die Tochter des f Silberarbeiters Carl Maximilian Powalsky
(Elis.i. Findet durch Ertrinken seinen Tod am 22. Mai 1810. Seine Witwe t 12.
(begr. d. 15.) XII. 1810 (Elis.). Vogtmann zeichnet GBV in einem herzförmigen Schilde,
vgl. Taf. V Nr. 173.
a. Tischleuchter, Silber, abgebildet Fig. 38; vier Stück. H. 28 cm. Johanneskopf
Typus XVI, Stempelmeisterb. M, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Sifr- — Frau Prof.
Dr. Hintze, Breslau.
Voigt [Voit], Hans, siehe Voyt.
Voigt, Tobias, siehe Vogt.
Volgnadt, Daniel (Volgenadt, Vollgnad), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Gold-
schmieds Hans Volgnadt, wird 1654 Bürger und Meister. Heiratet am 19. Januar 1655
Anna, die Tochter des Goldschmiedältesten Friedrich Vicke (MM). Wohnt am St.
Maria Magdalenenkirchhofe. Seine Tochter Maria heiratet am 4. Februar 1676 den
Handelsmann Christian Vogt. Seine Frau Anna f 22. (begr. d. 24.) X. 1680 (Elis. u. MM).
Seine Tochter Anna Susanna heiratet am 17. August 1683 den Goldschmied Thomas
Kuntze (MM). Volgnadt stirbt am 9. (13., 17.) Juni 1686, alt 64 Jahre 4 Monate (Elis.
u. MM). Zeichnet DV ligiert, mit einem kleinen o über dem V, vgl. Taf. III Nr. 86.
a. Sargschilde der Breslauer Bäckermeister, Silber, mit reich getriebener und durch-
brochener Arbeit. Datiert 1666. Beschauz. W Typus VI u. Meisterz. — Bäcker-
Innung, Breslau.
Volgnadt, George (Vollgnad), Goldschmied, geb. in Breslau, Sohn des Goldschmieds Hans
Volgnadt, wird 1642 Bürger und Meister. Heiratet am 12. Januar 1643
Katharina, die Tochter des Goldschmiedältesten Tobias Vogt (MM).
Wohnt am Ringe unter den Riemern. Seine Frau Katharina f 13. IX. 1665
(Elis.). Seine Tochter Anna Katharina heiratet am 31. Januar 1668 den
Goldschmied Hans Schier (Elis.). Volgnadt stirbt am 1. (begr. d. 4.) Mai 1675,
alt 63 Jahre 37 Wochen (Elis.), nachdem er dreiundzwanzig Jahre lang
Zunftältester gewesen. Sein Sohn George d. j., ein Kretschmer, heiratet
am 5. September 1679 Rosina, die Tochter des Kretschmerältesten Andreas
Pohl (MM).
Volgnadt, Hans (Johann Vollgenadt, Volgnade), Goldschmied und Juwelier,
wird Bürger und Meister um 1605. Wohnt am Ringe unter den Riemern.
Fig. 38. Gottlieb Benjamin Vogtmann:
Tischleuchter, um 1802
174
Stirbt am 2. Januar 1622, alt 47 Jahre (Elis.). Seine Witwe Susanna, geb. Flegel, heiratet am 2. Oktober 1623 den
Goldschmied Hans Boxhammer (Elis.). Seine Tochter Susanna heiratet am 14. Juli 1626 den Goldschmied Paul
Hedelhofer d. ä. (Elis.). Sein Sohn Hans (Johann), ein Goldschmiedgeselle, f 23. (24.) V. 1634, alt 25 Jahre (Elis.).
Volgnadt zählt zu den besten Breslauer Goldschmieden seiner Zeit, bei ihm haben Gesellen aus Nürnberg und
Augsburg in Arbeit gestanden. Zeichnet H V ligiert mit einem Punkte über dem V, vgl. Taf. III Nr. 73
a. Kelch, Silber, am unteren Fussrande, an den Noduszapfen und an der Kuppa neu vergoldet, aufdemsechs-
passigen Fusse Engelsköpfe, Früchte und Renaissance-Rollwerk in getriebener Arbeit. Am Nodus sechs
Plättchen mit den Buchstaben t £ Ij s u e. Auf dem silbernen Kuppabelag Engelsköpfe zwischen Arabesken-
werk in durchbrochener Arbeit. Auf dem Fusse lange Inschrift und Jahreszahl 1606. H. 20,3 cm. Beschauz.
W Typus III u. Meisterz. — Kath. Pfarrkirche St. Katharinae, Lomnitz Kr. Rosenberg.
b. Ciborium, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen Fusse Fruchtbündel und Engelsköpfchen in Rollwerk.
Nodus wulstförmig. Beschauz. W Typus III, Meisterz. u. Kriegssteuerst. 5$"- Der Deckel in Form einer
vierbügeligen Krone mit Reichsapfel und Kreuz, reich besetzt mit Glassteinen und Chrysoprasen, ist eine
Arbeit des Christoph Müller von etwa 1700; Johanneskopf Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Stfr- —
Adalbertkirche, ehemaliges Dominikanerkloster, Breslau.
c. Deckelkanne, Silber mit Vergoldung, in der auf Seite 81 Fig. 20 abgebildeten Form, doch etwas schlanker;
auf dem Mantel zwischen Arabeskenwerk drei ovale Medaillons mit Pfau, Strauss und Hahn in getriebener
Arbeit. Auf dem Boden in Gravierung ein Wappen nebst den Initialen W R Z R. H. 16,5 cm. Beschauz. W
Typus III u. Meisterz. — Schlesisches Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Stammt aus der
Slg. C. Thewalt in Köln).
d. Deckelkanne, Silber mit Vergoldung, mit getriebener Arbeit. H. 18 cm. Beschauz. W u. Meisterz.
Slg. t George Agath, Breslau.
Voyt, Hans (Voit, Foit, Foith, Foitchyn, Fotichen, Fotchen, Fetichen), d. ä., Goldschmied, wird Bürger am Freitag
vor Invocavit (2. März) 1498. Ein Hans Voitchyn wird 1503 in Schweidnitz erwähnt (Anz. f. Kunde d. deutsch.
Vorz., 1875, Sp. 148). Erscheint 1507, 1509, 1511, 1513, 1515, 1517 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher
als Zunftsenior. Kauft am Dienstag nach Blasii ep. (5. Februar) 1510 das Haus zwischen Jacob Einer und dem
Kannegiesser Niclas Unger an der Ostseite des Ringes (Tradb. II. 19b). Wird in den Traditionsbüchern häufig als
Besitzer dieses Hauses genannt. Reicht 1516 seiner Frau Elisabeth die Hälfte seines Besitzes, und um-
gekehrt (Tradb. III. 7b). Ist 1522 als Vormund und Zunftältester an Hausverkäufen beteiligt (Tradb. IV. 3&, 6t>).
Am 13. Oktober 1531 werden auf sein Haus 4 Mk. jährl. Zins verreicht (Tradb. V. 111). Voyt stirbt um 1535.
Voyt, Hans (Voytt, Voit, Voigt, Vogt), d. j., Goldschmied, heiratet als Geselle am 25. April 1564 Margareta, die
Witwe des Goldschmieds Hans Mesenhammer d. j. (MM). Erwirbt das Bürgerrecht am 9. März 1565, wird um
dieselbe Zeit Meister. Stirbt um 1571. Seine Witwe Margareta heiratet am 9. Dezember 1572 den Rechenmeister
Nicolaus Zweichlein (MM). Sein Sohn Hans heiratet am 6. Juni 1595 Katharina, die Tochter des Kretschmers
Hans Fuchsberg (MM).
Voyt, Tobias, siehe Vogt.
Wagner, Bruno i Wagener), Goldarbeiter, tritt am 15. Juli 1886 in die Innung ein. Stirbt am 27. April 1890.
Wagner, Gustav (Wagener), Juwelier, tritt am 9. November 1878 in die Innung ein, scheidet am 15. Juli 1886 Wiederaus.
Wagner, Gustav Adolph, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Silberarbeiters Nicolaus Wagner, erwirbt das
Bürgerrecht am 10. November 1846, alt 32 Jahre.
Wagner, Johann Carl (Wagenen, Goldarbeiter, verfertigt bei Gottfried Benjamin Weigelt als Meisterstück einen
Halsschluss mit Brillanten, wird Meister am 3. Juni und Bürger am 5. Oktober 1802. Lässt sich im Juni 1805
von Gottfried August Thilo en miniature malen. Heiratet, 31 Jahre alt, am 20. April 1806 Johanna Dorothea, die
Tochter des Fleischhauers Carl Friedrich Junge in Albrechtsdorf (MM). Stirbt 1819.
Wagner, Nicolaus (Wagener), Silberarbeiter, Sohn des Goldschmieds Johann Wagner in Bremen, arbeitet in Breslau
bei Samuel Christoph Thun als Meisterstück eine silberne Teemaschine, wird Meister am 19. Juli 1804. Heiratet,
24 Jahre alt, am 2. August 1804 Juliana Carolina, die Tochter des f Huf- und Waffenschmiedältesten Christian
Gottfried Schleiffer (Elis.). Erwirbt das Bürgerrecht am 10. Mai 1805. Seine Frau f 2. (begr. d. 5.) XI. 1807 (MM).
Wagner zieht 1820 nach Namslau, bleibt aber Mitglied der Breslauer Innung. Stirbt 1850. Wagner zeichnet 31
auf schraffiertem Grunde in einem rechteckigen Felde, vgl. Taf. V Nr. 183.
a. Teekessel auf Dreifuss, Silber, der Ausguss in Form eines Tierkopfes; am Dreifuss drei Schwäne.
Johanneskopf Typus XVIII, Stempelmeisterb. P u. Meisterz. Dr. Moriz-Eichborn, Pischkowitz Kr. Glatz.
Waldenburg, Niclas, aurifaber, wird Breslauer Bürger am Montag vor Purificatio Marie (31. Januar) 1452. Ist im
Catalogus civium von 1470 nicht mehr erwähnt.
175
Walenta, George, Goldschmiedgeselle aus Märzdorf in Mähren, stirbt in Breslau am 2. (begr. d. 4.) Juli 1678, alt
48 Jahre (Elis.), hat bei Barbara, der Witwe des Goldschmieds Hans Hartig in Arbeit gestanden.
Walther, Johann Carl Gottlob, Goldarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Samuel Ferdinand Thun vom Qu. Lucie 1801
bis 1S07. Erwirbt das Bürgerrecht am 21. Februar 1812. Arbeitet bei Johann Bernhard Hoensch als Meisterstück
ein Paar Ohrringe mit ä jour gefassten Brillanten, wird Meister am 28. Mai 1812. Stirbt 1825.
Waltherus aurifaber [Waltyr Goltsmed], siehe Ebirhart.
Wanderpohl, Johann Detlef, Kaiserl. Kammer-Juwelier aus Wien, und seine Frau Maria Katharina, geb. von Berch,
sind 1720 Taufzeugen bei St. Matthias.
Wandrey, Paul, Goldarbeiter, tritt am 15. Oktober (9. November) 1878 in die Innung ein. Bleibt Mitglied bis 1893.
Warkus, Julius, Goldarbeiter, tritt am 15. Juli 1886 in die Innung ein. Bleibt Mitglied bis zum 13. Oktober 1893.
Wartig, Thomas George (Wartich, Wartiger, Warting, Wartinger, Wardt, Wortig), Goldschmied, Sohn des Schneiders
George Wartig; 1675 haben seinetwegen die Meister einen Streit mit den Gesellen (vgl. Urk. 30). Wird 1676
Bürger und Meister. Heiratet am 12. Oktober 1676 Rosina, die Witwe des Gewandschneiders George Klein (Elis. .
Wohnt auf der Niclasgasse. Stirbt am 15. (begr. d. 19.) August 1708, alt 60 Jahre (Elis.). Seine Witwe Rosina f 25.
(begr. d. 27.) XII. 1712 (Elis.).
Wasinger, Veit, Goldschmied, Sohn des Nürnberger Goldschmieds Conrad Wasinger, heiratet in Breslau am 8. De-
zember 1598 Katharina, die Witwe des Flachsteinschneiders Hans Becker (MM).
Wassergraf, Christoff, Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht am 4. März 1552, wird um dieselbe Zeit Meister. Stirbt
1554. Seine Witwe Anna heiratet am 29. September 1555 den Goldschmiedgesellen Hans von Delffen (MM).
Waymutt, Jacob (Weeymut), Goldschmiedgeselle, heiratet 1542 Katharina, die Dienerin des Goldschmieds Wolffgang
Westermehr d. ä. (Elis.).
Weber, Carl Gustav, Silberarbeiter, tritt bei Carl Julius Gottlieb Weiss am Qu. Michaelis 1841 in die Lehre, arbeitet
eine Suppenkelle als Gesellenstück, wird freigesprochen am 30. März 1847. Wird Innungsmitglied am 14. Oktober
1872, scheidet am 22. April 1879 wieder aus.
Weber, Daniel Gottlob [Gottlieb], Goldarbeiter, geb. in Breslau, jüngster Sohn des Zinngiesserältesten Carl Wilhelm
Weber, lernt bei Gottlob Benjamin Werner vom Dezember 1765 — 1770. Meldet sich am 6. März 1777 als Stück-
meister, arbeitet bei Gottlob Benjamin Werner eine Haarnadel mit Rauten, wird Meister am 5. Februar 1778 und
um dieselbe Zeit Bürger. Heiratet bei St. Vincenz am 1. September 1778 Maria Josepha Rottstock. Stirbt 1816.
Wedel, Johann Albrecht, Goldarbeiter, geb. in Anspach, Sohn des Grenadiers Martin Wedel, meldet sich in Breslau
am 17. März 1760 als Stückmeister, arbeitet bei George Emanuel Scholtz einen mit Diamanten und Rubinen be-
setzten Placker, wird Meister am 6. Juni und Bürger am 17. Juli 1760. Heiratet am 28. Juli 1760 Christiana
Magdalena, die Tochter des Mitwohners Caspar Rössler (Elis.). Stirbt am 24. (begr. d. 27.) Juni 1791, alt 64 Jahre
2 Monate (Elis.). Seine Witwe Christiana Magdalena f 28. IV. (begr. d. 1. V.) 1815 (Elis.).
Wehpusch, Caspar (Wepiisch, Hennig), aurifaber, wird um 1473 Bürger. Erscheint 1490, 1492, 1494 in den Ge-
schworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior. Stirbt um 1500.
Wehpusch, Henningus (Wepusch, Hennyng), aurifaber, wird Bürger am Dienstag nach Exaltatio crucis (16. September;
1427. Erscheint 1437, 1440, 1443, 1447, 1450, 1454 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior.
Am Montag nach Invocavit (12. Februar) 1448 Niclas Lockaw hot vfgereicht Hennynge dem goltschmede fier
marg jarigen czinss off seynen cromen vnder den reichen cromen, gelegen czwischen meister Pauls vnd Margarethen
Stelenynne cromen, vnd vff seyn gebewde vnd hindirgemach, um davon 1 Mk. Zinsen an den Altar des Stanislaus
Slotnyk am Dome zu entrichten (Copialbuch der Mansionarien, I. 129. Zeitschr. d. Ver. f. Gesch. u. Altert.
Schles. X. 490). Ist 1451 neben Martinus Kalbisowge Testamentar des f Georg Heyne (4nkorporatb. II. 56).
Weidner, Carl, Silberarbeiter, lernt bei Carl Friedrich Korok vom Januar 1847—1852. Tritt am 12. Oktober 1869 in
die Innung ein, scheidet am 25. April 1887 wieder aus.
Weigelt, Carl Ferdinand (Weigel), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Fleischhauerältesten Albinus Weigelt, lernt
bei Friedrich Gottlob Krebs von 1743 — 1748. Meldet sich am 7. Juni 1757 als Stückmeister, arbeitet bei Stephan
Christian Luttroth einen Placker und Ring, wird Meister am 5. September und Bürger am 6. September 1757.
Heiratet am 23. Mai 1758 Johanna Dorothea, die Tochter des f Silberarbeiters Samuel Gottlieb Thun (Elis.i. Ist
in der Meisterliste von 1763 das letzte Mal genannt.
Weigelt, [Johann] Gottfried Benjamin [Johann Gottlieb] (Weygelt), Goldarbeiter, lernt bei Daniel Feist vom September
1744 1750. Meldet sich am 21. März 1763 als Stückmeister, arbeitet bei Christian Beyl einen Plack mit Granaten,
wird Meister am 27. Mai 1763 und Bürger am 17. Januar 1764. Seine Frau Johanna Christiana, geb. Trübiger,
t 28. II. (begr. d. 3. III.) 1773 (Elis.;. Weigelt heiratet am 29. Juli 1779 Johanna Charlotte, die Tochter des
176
Kassierers Johann Caspar Wirth [Worth?] (Elis.)- Seine Frau f 19. (begr. d. 22.) VIII. 1791 (Elis.). Weigelt ist
Ältester seit Juni 1792. Stirbt am 14. (begr. d. 16.) Juni 1802, alt 73 Jahre (Elis.).
Weigelt, Johann Christian, Goldschmiedgeselle, Sohn des Erbsassen und Bäckers Gottfried Weigelt, heiratet, 40 Jahre
alt, am 27. September 1773 Johanna Eleonora, die Tochter des Kutschers Christoph Plautz (Elis.). Seine Witwe
f 11. (begr. d. 14.) II. 1803 (Elis.).
Weinbrich, Carl Gottlieb, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Destillateurs Johann Gottlieb Weinbrich, lernt bei
Christian Gottlob Kayser vom Qu. Trinitatis 1797 — 1802. Lässt sich im Mai 1805 von Gottfried August Thilo
malen. Arbeitet bei Johann Bernhard Hoensch als Meisterstück einen Ring mit ä jour gefassten Brillanten, wird
Meister am 16. Juni und Bürger am 11. Juli 1806. Heiratet, 26 Jahre alt, am 4. Mai 1808 Johanna Christiane, die
Tochter des f chirurg. Instrumentenmachers Johann Gottfried Knöfel (MM). Stirbt am 30. Oktober (begr. d.
1. November) 1812 (MM).
Weiss, Carl Adolph Julius, Silberarbeiter, geb. in Breslau am 3. Februar 1846, Sohn des Silberarbeiters Carl Julius
Gottlieb Weiss, lernt bei seinem Vater vom Qu. Johannis 1860 bis Ostern 1864. Wird am 15. Januar 1872 in die
Innung aufgenommen. Stirbt am 15. Februar 1878.
Weiss, Carl Julius Gottlieb, Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Unteroffiziers Christian Weiss, lernt bei Johann
David Klose, später bei Carl Gottlieb Freytag von 1819—1826. Erwirbt das Bürgerrecht am 27. April 1841, alt
35 Jahre. Meldet sich am S.April 1841 als Stückmeister, wird am 16. Juli 1841 in die Innung aufgenommen.
Stirbt am 1. Mai 1873. Seine Witwe setzt das Geschäft fort. Weiss zeichnet J W in zwei verschiedenen Typen,
vgl. Taf. V Nr. 193 u. 194.
a. Kelch, Silber mit Vergoldung, Form und Dekor im Rokokostile des 19. Jahrhunderts, auf dem Fusse drei
Gruppen von vergoldeten Leidensattributen. H. 22,7 cm. Johanneskopf mit Jahreszahl 54, Stempelmeisterb. T
u. Meisterz. Typus I. — Kath. Pfarrkirche St. Michaelis, Grottkau.
Weissei, Michael, Goldschmiedgeselle von Königsberg, stirbt in Breslau am 12. September 1616.
Weissenborn, Herrmann, Gold- und Silberarbeiter, geb. in Greifswald in Pommern, Sohn des Kaufmanns Michael
Christoph Weissenborn, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 14. September 1827, alt 25 Jahre. Meldet sich am
27. September 1827 als Stückmeister, wird am 1. Oktober 1829 in die Innung aufgenommen. Siedelt 1835 nach
Warschau über, wird am 5. Oktober 1838 aus der Liste der Innungsmitglieder gestrichen. Weissenborn zeichnet
H W in rechteckigem Felde, vgl. Taf. V Nr. 190.
a. Thorahörner, Silber. H.29 cm. Johanneskopf, Stempelmeisterb. Q u. Meisterz. — Geheimrat Pinkus.NeustadtOS.
Weisskaeppel, Friedrich Samuel (Weisskappel, Weisskeppel i, Silberarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Ferdinand
Christian Krebs vom Juni 1778—1784. Arbeitet als Meisterstück eine silberne Kaffeekanne nebst Milchkännchen,
wird Meister am 31. Mai und Bürger am 31. Oktober 1796. Stirbt 1819. Weisskaeppel zeichnet FSWK in
quadratischem Felde, vgl. Taf. V Nr. 179.
a. Salzfässchen, Silber, oval, auf vier Füsschen. Johanneskopf, Stempelmeisterb. M u. Meisterz. - Schlesisches
Museum für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau (Vermächtnis Epstein).
b. Willkommschildchen, Silber, mit spätem Rokokodekor, in der Mitte in vergoldeter Auflage ein Oster-
lamm in einem Kranze (kopiert nach einem älteren Vorbilde). Gestiftet 1799. Dm. 14 )< H cm. Johannes-
kopf Typus XVI u. Meisterz. — Vereinigte Fleischer-Innung, Breslau.
Weissmehler, Hans (Weissmel, Weissenheler), Goldschmied, geb. in Eisenach, heiratet in Breslau am 8. September
1566 Justina, die Tochter des f Goldschmieds Hans Westermehr (MM). Erwirbt das Bürgerrecht am 5. März
1568, wird um dieselbe Zeit Meister. Stirbt am 16. März 1584, alt 50 Jahre ( MM). Seine Tochter Barbara heiratet
2. Trinitatis 1588 den Buchführer Johann Eyring (Elis.).
Wende, Hans, ein alter Goldschmied aus Görlitz, stirbt in Breslau am 27. Oktober 1605 (Elis.).
Wende, Johann Christian, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Leinwandreissers George Friedrich Wende, lernt
bei Heinrich Gottfried Kopisch vom September 1765 —1770. Meldet sich am 3. März 1780 als Stückmeister,
arbeitet bei Gottlob Benjamin Werner ein Paar Ohrringe und einen kannoisierten Ring mit Rauten, wird Meister
am 14. Juli 1780. Erwirbt um dieselbe Zeit das Bürgerrecht. Heiratet am 13. Oktober 1784 Johanna Christiana,
die Tochter des f Kürschners Johann Gottfried Renner iMM.i. Seine Frau f 5. (begr. d. 8.) VII. 1804 (Elis.). Er
selbst stirbt am 9. (begr. d. 12.) April 1806, alt 56 Jahre 5 Monate (Elis.).
Wendel, Simon, Goldschmied auf dem Elbing, stirbt am 23. Januar 1602, alt 58 Jahre (Elis. u. MM).
Wendrich, George Gottlieb, Goldschmiedgeselle, Sohn des Gastwirts George Adam Wendrich in Jauer, stirbt in
Breslau am 15. (begr. d. 17.) Juni 1720 (MM).
Wenczel Gultsmed wird 1432 im Schöppenbuch XIII erwähnt. Eine Anna Wenczl Goltsmedynne erwirbt am Montag
nach Quasimodo (24. April) 1441 das Breslauer Bürgerrecht.
177
Wepusch, siehe Wehpusch.
Werdermann, Friedrich Christoph Ferdinand, Goldarbeiter, geb. in Berlin, lernt daselbst bei Carl Wilhelm ßerning
vom Qu. Michaelis 1798 1803, arbeitet in Breslau bei Joseph Gottlieb Lederhose als Meisterstück einen karmoisierten
Haarkamm, wird Meister am 23. Oktober und Bürger am 7. Dezember 1810. Ist 1820 das letzte Mal genannt.
Werneck, Ernst Wilhelm (Wernicke), Goldarbeiter, geb. in Perleberg, Sohn des Goldarbeiters Joachim Werneck in
Dresden, meldet sich in Breslau am 16. September 1779 als Stückmeister, arbeitet bei Johann Christoph Jancke d. ä.
ein Paar Ohrrosen mit Pendeloques, wird Meister am 25. Oktober 1779 und um dieselbe Zeit Bürger. Heiratet
am 23. November 1789 Eva Rosina Elisabeth, die Tochter des Müllers Johann Gottfried Schwabe (Elis.). Stirbt 1818.
Werner, Gottlob [Gottlieb] Benjamin, Goldarbeiter, geb. in Breslau, lernt bei Daniel Klein, meldet sich am 30. De-
zember 1748 als Stückmeister, arbeitet einen mit Diamanten versetzten Patzel und einen Ring, wird Meister am
24. (25.) Februar und Bürger am 28. Februar 1749. Ist Ältester seit Juni 1772. Räumt 1774/75 unter den Pfuschern
gründlich auf (Meisterbuch 1774). Stirbt am 16. (begr. d. 19.) Juli 1792, alt 72 Jahre 6 Monate (Elis.).
Werner, Johann George, Silberarbeiter, stirbt in Breslau am 2. März 1739, alt 35 Jahre.
Werner, Niclas [Nickel], Goldschmied, wird Bürgeram Tagejeronymi (30.Septbr.) 1468. Über die Ausstattung, die Werner
1470 seinen beiden Stieftöchtern im Falle einer Heirat verspricht, und über die Kleidungsstücke und Geräte, die
seine Frau Barbara 1470 in ihrem Testamente ihren Kindern vermacht hat, siehe Scriptores rerum Silesiacarum III
S. 223 u. 240. Werner erscheint 1473, 1476, 1478 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior.
Stirbt vor 1517. Seine zweite Frau Margareta, Weyssnickelinne genannt, reicht 1517 dem Goldschmiede Hans
Lotterman ihr Haus auf der Albrechtsgasse an der Ecke neben ihrem anderen Hause. Dieselbe reicht 1518
[zusammen mit ihrem Vormunde, dem Goldschmied Oswald Rothe] dem Michel Steyerer ihr Haus auf der
Albrechtsgasse zwischen den Grundstücken des Goldschmieds Hans Lotterman und des Kannegiessers Merten
von der Heyde (Tradb. III. 27b, 50b). Werner hat auch ein Haus beim „Heiligen Geist" besessen (Tradb. III. 58fa).
Westermehr, Hans (Westermeyer, Westermayer, Wustermaihr, Wustermeher), Goldschmied, erwirbt das Bürgerrecht
am Freitag vor Invocavit (6. März) 1500, wird um dieselbe Zeit Meister. Reicht dem Hans Becherer sein Haus
auf der äussersten Schweidnitzschen Gasse (Tradb. II. 27). Besitzt an der Nordseite des Ringes ein Haus. Er-
scheint 1507 und 1508 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior. Reicht am 14. März 1531
seiner Frau Margareta die Hälfte seines Besitzes für den Todesfall, und umgekehrt (Tradb. V. 89). Stirbt 1543
(oder Anfang 1544). Seine Witwe Margareta heiratet 1544 den Goldschmied Peter Schoneman (Elis.). Diese
kauft im Juni 1544 das Haus am Ringe zwischen den Brotbänken und dem Schoppenhause, wie es der f
Westermehr besessen hat (Tradb. VII. 32). Westermehrs Tochter Justina heiratet am 8. September 1566 den
Goldschmied Hans Weissmehler (MM).
Westermehr, Lorentz 1 Westermayer, Wustermeher), Goldschmied und kaiserlicher Münzmeister, wird Bürger am
7. Februar 1533. Wird 1543 vom Bischof Balthasar auf ein Jahr als Goldmünzer und Probierer angenommen
und setzt 1546 die K. Münze in Breslau in Betrieb; er soll zeitweise auch den Breslauer Brenngaden gehabt
haben (Schles. Vorz. VII. 76). Westermehr stirbt 1554 (nach Schles. Vorz. Bd. VII, S. 76 Anfang 1555. — Bresl. Stadt-
archiv, Albr. v. Reichels Manuskript, R 928», S. 77 1. Seine Witwe Anna f 17. IX. 1578.
Westermehr, Wolffgang (Westermeyer, Westermeuer, Wistermehr, Wustermeher), d. ä., Goldschmied, erwirbt das
Bürgerrecht am Freitag nach Cineres (7. März) 1511, wird um dieselbe Zeit Meister. Kauft 1517 von dem Gold-
schmied Lamprecht Smed dessen Haus und Erbe am Ringe zwischen den Grundstücken Hans Krafftczobers und
Hans Segersdorffs (Tradb. III. 30b). Ist häufig in den Traditionsbüchern als Besitzer dieses Hauses genannt.
Erwirbt am 5. November 1530 ein Haus auf der Schmiedebrücke (Tradb. V. 76). Stirbt um 1548.
Westermehr, Wolffgang (Westermeyer, Westermeuer), d. j., Goldschmied, heiratet 1562 Barbara, die Tochter Peter
Neidorffers (Elis.). Wird Ende 1562 oder Anfang 1563 Meister. Erwirbt am 26. Februar 1563 das Breslauer
Bürgerrecht. Scheint hauptsächlich in Trebnitz tätig gewesen zu sein. Daselbst stirbt seine Frau Barbara am
28. Juli 1587 (MM). Ist wohl identisch mit Wolf Westermeuer, Goldschmied zu Trebnitz, der am 24. Juni 1600
den Hauptmann zu Gross-Glogau bittet, dass er ihm zu seines Weibes Erbschaft und zu dem bei Benedix luden
verdienten Lohne von 60 Rtlr. verhelfen möge (Bresl. Kgl. Staatsarchiv, F. Öls, X. 29 g).
Wetschker, Michel, Goldschmiedgeselle und Archeleymeister, Sohn des Organisten Michel Wetschker in Elbing,
heiratet in Breslau am 25. November 1614 Magdalena, die Tochter des Mitwohners Blasian Nöckisch (Elis. u. MM).
Widder, Anton August, Goldarbeiter, geb. in St. Petersburg, Sohn eines Glasfabrikanten, erwirbt das Breslauer
Bürgerrecht am 9. Februar 1847, alt 32 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Wiedemann, Rochus [Robert] Carl (Widemann), Goldarbeiter, geb. in Kawallen bei Breslau, Sohn des Schuhmachers
Jacob Wiedemann, lernt bei Jacob Gottlieb Ferdinand Büttner vom April 1835—1840. Erwirbt das Bürgerrecht
am 20. Juli 1847, alt 38 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
23
178
Wiedemeyer, Gottlieb Traugott (^Wiedemayerj, Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldarbeiters Johann Gottlieb
Wiedemeyer, lernt bei Ernst Wilhelm Werneck, dann bei Johann Bernhard Hoensch vom Qu. Trinitatis 1792 bis
Qu. Lucie 1797. Arbeitet bei Samuel Christoph Thun als Meisterstück eine silberne Kaffeekanne nebst Sahn-
giesser, wird Meister am 9. November und Bürger am 11. November 1803. Heiratet, 28 Jahre alt, am 24. Januar 1804
Friederike Louise, die Tochter des gewesenen Büchsenmachers Johann Adam Fuhrmann in Gross-Glogau (MM).
Ist Ältester und mutmasslicher Stempelmeister mit dem Buchstaben R seit 1834. Stirbt 1839. Wiedemeyer
zeichnet GTW in einem herzförmigen Schilde, vgl. Taf. V Nr. 182.
Wiedemeyer, Johann Carl (Wiedemayer\ Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Zimmerergesellen Johann Michael
Wiedemeyer, heiratet am 2. Juni 1749 Anna Barbara, die Tochter des f Mitwohners Franz Anton Starcke (Elis.).
Meldet sich am 22. September 1751 als Stückmeister, arbeitet bei Daniel Klein ein Paar Ohrgehänge und einen
Placker, wird Meister am 20. April (15. Mai) und Bürger am 5. Mai 1752. Stirbt am 5. (begr. d. 7.) Juli 1769, alt
48 Jahre 6 Monate 26 Tage (Elis.).
Wiedemeyer, Johann Gottlieb (Wiedermayer), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des herrschaftlichen Hausmeisters
Johann George Wiedemeyer, lernt bei Johann Daniel Albert vom September 1751 — 1753, dann bei Johann Samuel
Grische bis 7. Juni 1757. Meldet sich am 29. Dezember 1762 als Stückmeister, wird aber abgewiesen, da er die
vorgeschriebene Zeit der Wanderschaft nicht innegehalten hat. Nach Erteilung einer Dispensation durch die
Kgl. Kammer arbeitet Wiedemeyer bei Daniel Klein einen mit Diamanten besetzten Plack, wird Meister am
19. April und Bürger am 3. Mai 1763. Heiratet am 31. Oktober 1764 Anna Dorothea, die Tochter des f Destillateurs
Christian Künzel (Elis.), wird dadurch Schwager des Goldarbeiters Johann Ernst Roemer. Stirbt am 8. März 1789,
alt 51 Jahre 5 Monate 8 Tage.
Wiener, Salomon, Juwelier, erwirbt das Bürgerrecht am 15. Februar 1813. Zieht 1835 nach Berlin.
Wilcke, Augustin Eligius [Elias], Gold- und Silberarbeiter, geb. in Breslau, getauft am 25. September 1761 (Matth.), Sohn
des Goldarbeiters Johann Samuel Wilcke, lernt bei seinem Vater vom 28. Dezember 1774 bis 16. September 1779.
Arbeitet bei Gottlob Benjamin Werner als Meisterstück die silberne Fassung zu einem gläsernen Zuckerbehälter
(oben auf dem Deckel eine Vase, aus der nach zwei Seiten Girlanden hängen), wird Meister am 15. Dezember
1791 und Bürger am 17. Juli 1792. Stirbt am 27. Mai 1808, alt 47 Jahre 6 Monate.
Wilcke, Christian Anton (Wilke), Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Goldarbeiters Johann Samuel Wilcke,
lernt bei Johann Christoph Jancke d. ä. bis 4. März 1779. Meldet sich am 13. September 1787 als Stückmeister,
arbeitet bei Johann Ernst Braungart eine silberne Kaffeekanne nebst Sahngiesser, wird Meister am 24. Januar
1788. Erwirbt das Bürgerrecht am 12. Februar 1789. Stirbt 1818. Zeichnet C A W in rechteckigem Felde,
a. Bowlenkelle, Silber vergoldet. Johanneskopf, Stempelmeisterb. L, Meisterz, und Kriegssteuerst. FW (wie
Fig. 9b). — Geheimrat Pinkus, Neustadt OS.
Wilcke, Johann Samuel (Wilke), Goldarbeiter, verfertigt bei Stephan Christian Luttroth als Meisterstück einen Uhr-
haken und Ring, wird Meister am 18. April und Bürger am 20. April 1746. Stirbt am 13. März 1798, alt 78 Jahre.
Wildmeister, Christoph, Goldarbeiter auf dem Sande hart an der Dombrücke, arbeitet mit zwei Gesellen, wird 1662
in der Spezifikation der Pfuscher in und vor Breslau genannt (Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Stadt Breslau, II. 10 d 3).
Wildmeister, Christoph, Goldschmiedgeselle, Sohn des Obermarktvogtes Hans Wildmeister in Leipzig, heiratet in
Breslau am 7. April 1682 Anna Katharina, die Tochter des f Handelsmannes Johann Tschernich (MM).
Wilhelm, George [Jorge], Goldschmied, heiratet im Oktober 1546 Elisabeth, die Tochter des Mathis Eberhart (MM).
Erwirbt das Bürgerrecht am 21. Februar 1550, wird um dieselbe Zeit Meister. Stirbt um 1570 (?). Seine Witwe
heiratet am 2. Juli 1571 den Studiosus Adam Calencius (MM).
Willgohs, Gottlieb, Goldarbeiter, geb. in Schwaan bei Rostock in Mecklenburg, Sohn des Kaufmanns Joachim
Andreas Willgohs, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 30. März 1821, alt 34 Jahre. Tritt am 26. Oktober 1839
in die Innung ein. Stirbt im Oktober 1862. Zeichnet G.W. in einem rechteckigen Felde, vgl. Taf. V Nr. 191.
Willisch, Heinrich, aurifaber, wird Bürger am Sonnabend vor Invocavit (14. Februar) 1467. Stirbt vor 1490.
Winckler, Christian, Goldschmied, Sohn des Gastwirts George Winckler in Öls, wird 1690 in Breslau Bürger und
Meister. Heiratet am 3. April 1690 Susanna, die Tochter des f Barettmacherältesten Daniel Ditrich (MM). Stirbt
am 31. Juli (1. August) 1706, alt 47 Jahre (MM). Seine Witwe Susanna heiratet am 17. Oktober 1707 den Gold-
schmied Johann George Schier iMM). Seine Tochter Rosina Eleonora heiratet am 14. Juli 1711 den Goldschmied
Samuel Hammer (MM). Winckler zeichnet C W in ovalem Felde, vgl. Taf. IV Nr. 115.
a. Oblatenbüchse, Silber, oval, auf der Seitenwandung Barockblumen, auf dem Deckel ein Osterlamm in
getriebener Arbeit. Auf dem Boden in Gravierung biblische Inschrift nebst Datum 21. Januari Ao. 1693.
H. 4,5 cm. Dm. 10,2 >( 8,3 cm. Beschauz. W Typus VI, Meisterz. u. Kriegssteuerst. . - Bernhardinkirche,
Breslau.
179
Fig. 39. Christian Winckler: Sargschild der Breslauer Stell- und Rademacher
b. Sargschilde der Breslauer Stell- und Rademacher, Silber mit vergoldeten Auflagen auf dunklem Sammet-
grunde, abgebildet Fig. 39. Datiert 1. Januar 1694. Dm. 48 ;< 45,5 cm. Johanneskopf Typus II u. Meisterz.
— Stell- und Rademacher-Innung, Breslau.
Winckler, David, genannt Schmidel [Schmiedel] (Wingleij, Goldschmied, heiratet am 2. August 1568 Anna, die
Tochter des Marcus Kreussig (MM). Erwirbt das Bürgerrecht am 25. Februar 1569, wird um dieselbe Zeit
Meister. Wohnt am Ringe unter den Riemern. Heiratet als Witwer am 9. Juli 1576 Ursula, die Tochter des
Kannegiessers Valten Baumgarten (MM). Seine Frau Ursula f 22. IV. 1585. Er selbst stirbt am 1. Oktober 1585.
Winckler, Johann Samuel, Gold- und Silberstecher, geb. in Breslau, Sohn des Messerschmieds Johann Winckler,
heiratet am 15. Januar 1742 Anna Rosina, die Tochter des f Christoph Teich in Quickendorf bei Franken-
stein i. Schles. 'Elis.i. Erwirbt das Bürgerrecht am 25. April 1744. Nennt sich 1758 als Graveur auf einem
Rokokokelche des Johann Gottlieb Schmidt in der St. Maria Magdalenenkirche in Breslau. Vgl. Schles. Vorz. VII. 77.
Winder, Gottfried, Goldschmiedgeselle, stirbt am 18. Juli 1703, alt 24 Jahre.
Windisch, Ernst Wilhelm Ferdinand, Goldarbeiter, geb. in Breslau am 23. September 1841, Sohn eines Exekutors,
lernt bei Jacob Gottlieb Ferdinand Büttner, dann bei Herrmann Büttner (letzterer ist nicht Innungsmitglied; von
Michaelis 1859 bis 1862. Meldet sich am 15. Oktober 1878 zur Aufnahme in die Innung, wird am 9. November
rezipiert. Scheidet am 25. Januar 1881 wieder aus.
23*
180
Wingasser, Jacobus, aurifaber, wird Bürger am Montag vor Agnetis (18. Januar) 1406. Ist am Freitag nach Jacobi
(29. Juli) 1407 im Schöppenbuch IX erwähnt.
Wirster, Daniel (Würsten, Goldschmiedgeselle und Steinschneider, Sohn des Steinschneiders Zacharias Wirster
(Worster, vgl. Schles. Vorz. VII. 78), heiratet am 26. Juli 1621 Anna, die Tochter des Handelsmannes Lorenz
Leschnig (MM). Lässt sich in Steinau als Goldschmied nieder, zieht bald nach Breslau zurück. Wohnt auf der
Mäntlergasse. Stirbt am 20. (begr. d. 23.) Mai 1672, alt 82 Jahre weniger 14 Wochen (Elis. u. MM).
Wissmar, Joachim (Wiessmar, Witzmar), Goldschmied, Sohn des Goldschmiedältesten Michael Wissmar in Greifs-
wald in Pommern, erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 3. Juli 1711, wird um dieselbe Zeit Meister. Heiratet
am 12. Oktober 1711 Susanna, die Tochter des f Schuhmachers Christian Andreas (MM) Stirbt am 15. (begr.
d. 18.) April 1742, alt 67 Jahre (MM). Seine Witwe Susanna f 12. (begr. d. 14.) X. 1751 (MM>.
Wissmar, Michael (Wissner), Goldschmied, Sohn des Goldschmiedältesten Michael Wissmar in Greifswald in Pommern,
arbeitet in Breslau bei Hans Jachman d. j. als Meisterstück ein Geschirr nebst Ring und Siegel, wird Meister am
28. Oktober und Bürger am 2. November 1715. Heiratet am 12. November 1715 Susanna Elisabeth, die Tochter
des Goldschmieds Mattheus Jachman d. j. (MMV Ist Ältester seit 1737 und mutmasslicher Stempelmeister mit
dem Buchstaben E seit März 1745. Stirbt am 20. April (1. Mai) 1746, alt 65 Jahre, ist in der Innungskapelle
begraben worden (MM). Seine Witwe Susanna Elisabeth f 4. (begr. d. 6.) VIII. 1762 (MM). Wissmar zeichnet
M W in einem herzförmigen Schilde, vgl. Taf. IV Nr. 134.
a. Henkelkanne, Silber mit Vergoldung, Standring und Deckel profiliert, auf dem zylindrischen Mantel, dem
Boden und Deckel sächsische Taler. Auf dem Deckel eine von drei Bügeln getragene Kugel. H. 20,7 cm.
Johanneskopf Typus XI, Stempelmeisterb. D u. Meisterz. — Slg. f Max Pringsheim, Breslau.
b. Kelch, Silber, Kuppa innen und am oberen Aussenrande vergoldet, auf dem sechspassigen, profilierten
Fusse sechs aufgelegte vergoldete Ovale mit Heiligen und Stifterwappen in Gravierung. Untere Hälfte der
silbernen Kuppa mit graviertem Laub- und Bandelwerk. Laut Inschrift gestiftet 1726 von den Brüdern Johann
Baptist Franz Xaver und Johann Evangelist David Leopold, Freiherren von Zedlitz. H. 20,3 cm. Johannes-
kopf, Stempelmeisterb. B positiv, Meisterz. u. Kriegssteuerst. — Kath. Pfarrkirche St. Johannis bapt., früher
zum hl. Kreuz, Kupferberg Kr. Schönau.
c. Ampel, Silber, mit Blumen-, Laub- und Bandelwerk in durchbrochener und getriebener Arbeit. H. 13,5 cm.
Johanneskopf Typus X/XI, Stempelmeisterb. C, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Kath. Pfarrkirche
St. Petri et Pauli, Ohlau.
d. Kelch, Silber mit Vergoldung, mit getriebener und durchbrochener Arbeit. Gestiftet von „D. Wimmer
S. W. Sen. et Organ". Johanneskopf, Stempelmeisterb. D u. Meisterz. — Evang. Pfarrkirche, Reichenstein.
Wistermehr, siehe Westermehr.
Wittig, Balthasar (Wittich, Wiettig, Wüttig), Goldschmied, Sohn des Breslauer Bürgers Balthasar Wittig, wird 1648
Bürger und Meister. Heiratet am 25. Februar 1648 Anna, geb. Heppner, die Witwe des Goldschmieds George
Nitsch (MM). Wohnt auf der Schmiedebrücke in dem seiner Frau gehörigen Hause. Ist Zunftältester seit 1655.
Stirbt am 3. (7.) September 1666, alt 47 Jahre 15 Wochen 2 Tage (Elis. u. MM). Seine Tochter Maria heiratet am
18. Februar 1670 den Goldschmied Tobias Fest (MM). Seine Witwe Anna f 23. (27.) III. 1674 (Elis.). Sein
Sohn Balthasar, Aufwärter bei dem Grafen Colonna, heiratet am 3. November 1693 Barbara Rosina Kaschube (MM).
Wolff, Meister W. der Goldschmied in Breslau steht mit Herzog Georg von Brieg in Verbindung und wird in einem
Schreiben an den Herzog vom 2. August 1561 erwähnt (Zeitsch. d. Ver. f. Gesch. u. Altert. Schles. V. 24). Ist
vielleicht identisch mit Wolffgang Vitze.
Wolff, Carl Wilhelm, Silberarbeiter, lernt bei Carl Gottlieb Gröger, dann bei Carl Gottlieb Bernt vom Qu. Crucis
1793 bis Weihnachten 1799. Arbeitet bei Daniel August Titze als Meisterstück eine silberne Kaffeekanne nebst
Sahnkännchen, wird Meister am 25. September 1804 und Bürger am 21. Juni 1805. Ist 1806 das letzte Mal erwähnt.
Wolff, Daniel, Goldschmied, Sohn des Bäckers George Wolff, wird 1676 Bürger und Meister. Heiratet am 28. April
1676 Maria Magdalena, die Tochter des | Malers Gottfried Scholtz (Elis.). Wohnt am Ringe unter den Riemern.
Seine Tochter Anna Rosina heiratet am 10. November 1706 den Advokat Samuel Willich (Elis.). Wolff stirbt als
Zunftältester am 23. (30.) Juni 1712, alt 65 Jahre 9 Monate (Elis.). Seine Witwe Maria Magdalena t 22. (begr.
d. 24.) VIII. 1719 (MM). Wolff zeichnet D W in ovalem Felde, vgl. Taf. IV Nr. 102.
a. Altarleuchter, Silber, ein Paar, in der auf Seite 75 Fig. 18 abgebildeten Form. Datiert 1698. Johannes-
kopf Typus II u. Meisterz. — Bernhardinkirche, Breslau.
b. Kelch, Silber vergoldet, mit Silberbelag. Johanneskopf Typus II u. Meisterz. Kath. Pfarrkirche in Namslau.
c. Sanduhrgehäuse, Silber, mit vier Stundengläsern zwischen zehn gedrehten Säulen. H. 23,2 cm. L. 23,5 cm.
Johanneskopf Typus II, Meisterz. u. Kriegssteuerst. . — Maria Magdalenenkirche, Breslau.
181
d. Kokosnusspokal mit silberner Fassung, darauf graviertes Ornament und Inschriften. Im Deckel das
Wappen des Stifters Johann Kommorsky. Datiert 1710. H. 23,2 cm. Johanneskopf Typus III, Meisterz. u.
Kriegssteuerst. 5$ '. — Kleinodien der Schiesswerderschützen in Breslau. Schlesisches Museum für Kunst-
gewerbe und Altertümer, Breslau ( Vgl. Schlesiens Vorzeit, Bd. V S. 253 Nr. 24).
Wolff, Daniel Gottlieb, Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Tuchmachers Daniel Wolff, lernt bei Samuel Christoph
Thun vom 14. März 1775 bis 19. September 1776, dann bei Gottlieb Benjamin Neidner. Arbeitet bei Johann Ernst
Braungart als Meisterstück zwei silberne Leuchter, wird Meister am 2. März und Bürger am 12. Juli 1791. Heiratet
Anfang Juli 1796 Christiana Beata, die Tochter des Bäckers George Ernst Seidel in Zduny, Prov. Posen (Elis.).
Stirbt am 1. (begr. d. 4.) März 1798, alt 37 Jahre 3 Monate (Elis.).
Wolff, George, Goldschmied; am 9. November 1693 stirbt seine hinterlassene Tochter Elisabeth, alt 63 Jahre (Elis.).
Wolff, Johann George, Goldschmiedgeselle, Sohn des Ziergärtners Johann Jacob Wolff, stirbt auf der Bäckergasse
am 5. (begr. d. 7.) Mai 1713, alt 32 Jahre (MM,.
Wolff, Johann Gottlob [Gottlieb] Joseph (Wolf), Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Soldaten Adam Wolff, lernt
bei Carl Wilhelm Knebel von Ostern 1809 bis Weihnachten 1813. Erwirbt das Bürgerrecht am 3. Juli 1835, alt
39 Jahre. Wird Innungsmitglied am 28. September 1835. Ist in der Meisterliste von 1842 nicht mehr erwähnt.
Wolff, Tobias, Goldschmied und Medailleur, ist in Breslau mit Unterbrechungen etwa zwischen 1560 -1580 nicht als
Goldschmied, sondern als Medailleur tätig gewesen und hat deshalb ausserhalb des Zunftzwanges gestanden.
Sein Name fehlt auch im Catalogus civium von 1544/78. Über seine Tätigkeit als Medailleur und seine Beziehungen
zu dem Brieger und dem Dresdner Hofe u. s. w., vgl. Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Altertum
Schlesiens, Bd. V S. 24, Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit, 1880, Sp. 188, 281, — Schlesiens Vorzeit
in Bild und Schrift, Bd. III S. 436, Bd. VII S. 77 f., — Friedensburg u. Seger, Schlesiens Münzen und Medaillen
der neueren Zeit [Breslau 1901], S. 101.
Wolff, Valten, Goldschmied und Steinschneider, aus München, scheint ausschliesslich als Steinschneider oder Gold-
schmiedgeselle in Breslau tätig gewesen zu sein. Wird erwähnt am 7. Juli 1572 (Anz. f. Kunde d. deutsch. Vorz.
1881, Sp. 103). Er und seine Frau Benigna lassen am 18. Dezember 1576 ihren Sohn Valentinus taufen (MM).
Wortig, Thomas George, siehe Wartig.
Würster [Wurster, Worster], siehe Wirster.
Wully, Carl Friedrich (Wulli, Wolly), Goldarbeiter, geb. 1774, Sohn des Posamentiers Johann Carl Wully in
Beuthen a. d. O., arbeitet in Breslau bei Gottfried Benjamin Weigelt als Meisterstück eine Haarnadel mit ä jour
gefassten Brillanten, wird Meister am 28. September und Bürger am 19. Oktober 1798. Heiratet im August 1799
Maria Helena, die Tochter des f Sattlers Johann Bentzel in Schweidnitz (Elis.). Seine Frau f 5. (begr. d. 7.) X.
1804 (MM). Wully ist von 1815—1820 und 1824—1829 Stadtverordneter. Stirbt am 21. Juni 1849.
Wunschiiburg, Concze, aurifaber, reicht am Freitag nach Viti (18. Juni) 1367 seiner Frau Agnes 20 Mk. auf allen
seinen Besitz für den Fall seines Todes (Schöppenb. II. 380a).
Wurst, Ludwig Wilhelm, Goldarbeitergeselle, stirbt Anfang Dezember 1738, alt 27 Jahre.
Wustermaihr [Wustermeher], siehe Westermehr.
Wutke, Carl Wilhelm, Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Faktors Gottlieb Wutke, erwirbt das Bürgerrecht am
14. November 1837, alt 30 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Wymmer, Bartusch, aurifaber, wird Bürger am Freitag vor Vocem jocunditatis (5. Mail 1469. Ist im Catalogus civium
von 1470 nicht erwähnt.
Wyner, Andreas, aurifaber, erscheint 1407 in den Geschworenenlisten der Signaturbücher als Zunftsenior; ist identisch mit ?
Yzingraber, Jacobus, siehe Luczk.
Zacharias, Goldschmied auf dem Dom, ist mehrfach im Dienste des Breslauer Kanonikus Peter Koslowski tätig ge-
wesen, von dem sich urkundlich mehrere Stiftungen von Goldschmiedearbeiten nachweisen lassen. Nach dem
Tode des Domherrn bewirbt sich 1617 Zacharias bei den Testamentsexekutoren des Verstorbenen um ein Trauer-
gewand (pallium lugubre), gemäss der damaligen Sitte, nach der die zur „Familia" eines höheren Geistlichen Ge-
hörigen mit Trauerkleidern beschenkt wurden (Acta capituli v. 1. September 1617).
Zachman, siehe Jach man.
Zachmeister, George, Goldarbeiter vor dem Niclastore, stammt aus Sachsen, wird 1662 in der Spezifikation der
Pfuscher in und vor Breslau genannt, arbeitet mit einem Gesellen (Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Stadt Breslau, II. lOd 3).
Zälfel [Zellfel], Benjamin Ephraim, siehe Zölffel.
Zander, Carl Wilhelm (Zaender), Goldarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Handschuhmachers Christian Zander, lernt
bei Johann Jacob Hacker von Weihnachten 1824 1829. Erwirbt das Bürgerrecht am 28. Februar 1837, alt 27 Jahre.
Wird Innungsmitglied am 26. Oktober 1839. Stirbt 1845.
182
Zedelakowicz, Jano de, siehe Czedelakowicz.
Zeitzmann, Johann Christian, siehe Zitzmann.
Zeller, Michael, Goldschmiedgeselle, stirbt in Breslau am 7. Juni 1588, alt 30 Jahre (MM).
Zendler, Carl Gottlieb, Goldarbeiter, erwirbt das Bürgerrecht am 29. Dezember 1819. Wird nicht Innungsmitglied.
Ziegenhagen, Caspar Gottlieb, Goldschmiedgeselle, Sohn des Goldschmieds Caspar Ziegenhagen in Danzig, stirbt in
Breslau am 15. (16.) August 1724, alt 32 Jahre 6 Monate iMMl
Ziegler, Hans George, Goldschmiedgeselle, Sohn des Hofjuweliers Peter Ziegler in Zerbst, Bruder des Breslauer
Goldschmieds Johann Peter Ziegler, stirbt in Breslau am 29. November ibegr. d. 2. Dezember; 1692, alt 19 Jahre
40 Wochen (Elis.j, hat bei Tobias Plackwitz in Arbeit gestanden.
Ziegler, Johann Peter, Goldschmied, Sohn des Hofjuweliers Peter Ziegler in Zerbst, wird 1697 in Breslau Meister.
Erwirbt das Bürgerrecht am 18. Mai 1697. Heiratet am 3. September 1697 Anna Christina, die Tochter des
Schneiderältesten Christoph Tierold (MM). Seine Tochter Anna Rosina heiratet am 2. November 1717 den Gold-
schmied Andreas Giessman (Elis.). Ziegler stirbt am 11. (13., 15.) März 1724, alt 66 Jahre 26 Wochen (Elis.). Seine
Tochter Eleonora Magdalena heiratet am 11. Mai 1728 den Goldschmied Ernestus Müller (MM). Seine Witwe
Anna Christina f 22. (begr. d. 25.) III. 1741 (MM). Sein Sohn Johann Sigismund, ein Krämer, heiratet am 18. August 1745
Maria Rosina Thomas (Elis.j. Ziegler zeichnet i P Z, die beiden ersten Buchstaben ligiert, vgl. Taf. IV Nr. 119.
a. Kelch, Silber vergoldet, auf dem sechspassigen, profilierten Fusse Engelsköpfchen und Früchtebuketts in
kräftig herausgetriebener Arbeit. Auf dem flach wulstigen Nodus sechs Plättchen mit den Buchstaben
2 $ OBS Ii S. Kuppabelag mit geflügelten Engelsköpfen und Akanthuswerk in durchbrochener Arbeit.
Beschauz. W Typus VI, Meisterz. u. Kriegssteuerst. Adlertypus. — Kath. Pfarrkirche St. Jacobi, Neisse.
Zieseck, Carl, Goldarbeiter, geb. in Borzenzin, Kr. Militsch, Sohn des Kutschers Franz Zieseck, erwirbt das Breslauer
Bürgerrecht am 21. Juli 1838, alt 31 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Ziessler, Johann Jacob, Goldschmied, wird in Breslau um 1675 Bürger und Meister (?). Sein nachgelassener Sohn
Jacob, ein Schönfärber, heiratet am 29. Januar 1703 Anna Elisabeth, die Tochter des f Tuchmachers Andreas
Milisch aus Polnisch-Lissa (Elis.).
Zimmerman, George, Goldschmiedgeselle, stirbt in Breslau am 10. (16.) Februar 1621 (Elis.).
Zimmermann, Friedrich August, Silberarbeiter, geb. in Grottkau, Sohn des Drechslers Friedrich Zimmermann, lernt
in Breslau von Ostern 1821 bis Johannis 1826. Erwirbt das Bürgerrecht am 16. April 1839, alt 32 Jahre. Meldet
sich am 13. April 1839 als Stückmeister, wird am 11. Januar 1840 in die Innung aufgenommen. Ist Stempelmeister
mit dem Buchstaben T vom August 1849 bis 15. Januar 1861. Stirbt am 10. August 1878. Zeichnet F A Z, erst
positiv, später negativ eingeschlagen, vgl. Taf. V Nr. 192. Neben seinem Stempel erscheinen häufig Firmenstempel
von Breslauer Goldarbeitern und Juwelieren, die den Verkauf seiner Silberarbeiten besorgten.
Zimmermann, Julius Albert, Gold- und Silberarbeiter, geb. in Breslau, Sohn des Handschuhmachers Christian
Zimmermann, erwirbt das Bürgerrecht am 15. Dezember 1840, alt 29 Jahre. Wird nicht Innungsmitglied.
Zipser, Nicolaus, siehe Czipser.
Zitzmann, Johann Christian (Zeitzmann), Goldarbeiter, Sohn des Kupferschmiedältesten George Paul Zitzmann in
Regensburg, arbeitet in Breslau bei Joseph Gottlieb Lederhose als Meisterstück ein Paar Ohrgehänge mit ä jour
gefassten Brillanten, wird Meister am 22. November 1805. Heiratet, 29 Jahre alt, am 24. November 1805 Christiana
Dorothea, die Tochter des Seilerältesten Christian Pratzel (Elis.). Erwirbt das Bürgerrecht am 10. Januar 1806.
Ist in der Meisterliste von 1818 das letzte Mal erwähnt.
Zölffel, Benjamin Ephraim (Zelffel, Zellfel, Zälfel), Goldarbeiter, geb. in Friedeberg am Queis, lernt in Hirschberg
bei Christian Lincke von Neujahr 1760—1766. Meldet sich in Breslau am 7. Oktober 1784 als Stückmeister,
arbeitet bei Christian Hoensch ein Paar mundierte Ohrgehänge mit Rauten und Pendeloques, wird Meister am
17. Dezember 1784 und Bürger am 14. April 1785. Stirbt am 9. (begr. d. 11.) Januar 1819, alt 75 Jahre 3 Monate
11 Tage (MM).
Zwiener, Johann Christian [im Bürgerbuche fälschlich Johann Ehrenfried genannt], Silberarbeiter, geb. in Ober-
Rudolphswaldau, Kr. Waldenburg, Sohn des dortigen Schulzen Johann Ehrenfried Zwiener, lernt in Breslau bei
Leberecht Fournier von Ostern 1821 bis Michaelis 1826. Erwirbt das Breslauer Bürgerrecht am 5. Juni 1832, alt
26 Jahre. Arbeitet als Meisterstück einen silbernen Teekessel, wird am 17. September 1833 in die Innung auf-
genommen. Ist 1840 das letzte Mal erwähnt. Zeichnet CZ negativ eingeschlagen,
a. Mehlspeisenring, Silber. Johanneskopf, Stempelmeisterb. R u. Meisterz. — Stadtrat Frey, Breslau.
183
VIII. URKUNDEN
1. Herzog Heinrich V. von Breslau und Liegnitz bestätigt der Stadt Breslau das Meilenrecht
am 22. Juli 1290.
In nomine domini amen. Immana gesta simul transeunt cum tempore, nisi scripturis et testibus peren-
nentur. liinc est, quod nos Henricus, dei gracia dux Siesie dominus Wratizlauie et Legnicz, tarn presentibus quam
futuris volumus esse notum, quod post solum deum per fideles et karissimos nostros ciues Wratizlauieuses pariter
et per terrigenas Wratizlauienses sumus ducatum Wratizlauiensem et dominium consecuti. vnde dignam fore
dinoscitur, vt beneficia beneficiis recompensemus, quod ipsis sub prestito iuramento omnes donaciones, concessiones,
iura et priuilegia ipsorum, que a nostris patruis et progenitoribus pie recordaciouis et communia iura prime
locacionis et precipue, ut nulle camere mercatorum, nulli crami, nulli pistores, nulli sutores, nulli carnifices, nulle
thaberne sint, nulli mechanici, volumus, vt non infra vnius spacium miliaris in preiudicium nostre Wratizlauiensis
ciuitatis, indulta ipsis et concessa emendaremus et confirmaremus, beniuole ad ipsorum peticionem iustam et
honestam inclinati omnia et singula innouamus, ratiftcamus et inuiolabiliter prestito iuramento perpetue confir-
mamus. ne autem nostri heredes seu successores in posterum hanc nostram donacionem et confirmacionem in
aliquod preiudicium prefate nostre ciuitatis infringere ualeant, ipsos sub eodem per stringimus iuramento. si que
vero, quod absit, a nobis vel a nostris heredibus aut successoribus siue donaciones aut priuilegia in preiudicium
iam dicte ciuitatis per ignoranciam vel obliuionem emanauerint ex nunc prout ex tunc, eas vel ea decernimus
nil valere et in irritum reuocamus propter prestitum iuramentum. super huius confinnacione hanc paginam nostro
sigillo duximus roborandam. actum et datum Wratizlauie anno domini m° cc° nonagesimo xj° Kalendas Augusti
presentibus dominis Gunthero de Bebirsteyn, Heijnschone de Wesinburc, domino Pakoslao, magistro Lodoyco,
Thymone de Poserno, Bertholdo et Cunado de Borow et aliis pluribus fide dignis.
Bresl. Stadtarchiv, D 26 (Wiederholung von 1327). — Schon veröffentlicht durch Lünig, Reichsarchiv,
Bd. XIV S. 238, und Georg Korn, Breslauer Urkundenbuch, Bd. 1 S. 54 f. Nr. 56.
2. Verordnungen für die Goldschmiede in den Breslauer Handwerkerstatuten aus den ersten
Jahren des 14. Jahrhunderts.
Blee sunt iura omnium mechanicorum et operariorum ciuitatis Wratizlauie, qualiter quodlibet opus debeai
perfrui et gaudere suis iuribus et proprietatibus.
(12) Item de aur ifabris.
1. Aurifabri debent temptare de falsariis annulorum, fibularum et cunterfei et debent eos occupare.
2. Item aurifabri aduene debent ponere fideiussores per annum, quia nescitur, vnde veniunt, et nichil iuris
faciunt ciuitati: ad hoc duo eliguntur.
Bresl. Stadtarchiv, Hs. O 2. — Abgedruckt im Codex diplomaticus Silesiae, Bd. VIII S. 109 ff. Nr. 74, und bei
Georg Korn, Breslauer Urkundenbuch, Bd. I S. 64 ff. Nr. 68.
3. Der Rat zu Brüssel beantwortet eine Anfrage des Breslauer Rates betreffend den Fein-
gehalt der dortigen Gold- und Silberarbeiten und den für dieselben üblichen Arbeitslohn. Den
17. Juli 1372.
Amici sincere dilecti. amicabili premissa salutacione literas amicabiles vestre prudeneie reeepimus, ex
quibus perpendimus vestras velle informari discreciones de statu aurifabrorum nostrorum et qualiter ipsi opus
suum teuere solent videlicet in vasis, tassiis et aliis cleuodiis argenteis faciendis, vtrum ipsi talia et similia de
puro argento confiriunt uel cuprum addant et quantum, et eciam quantum pro sallario suo de marca argenti
deaurati uel absque auro confectis habere debeant, prout hec in vestris amicabüibus literis vidimus contineri.
quibus per nos reeeptis rectores et magistros officii aurifabrorum nostrorum euocauimus coram nobis, a quibus
statum et Seriem negocii predicti nobis penitus ignotos inuestigauimus seriöse, ex quorum relatu fidedigno vestris
discrecionibus certitudinaliter intimamus, quod ipsi aurifabri uille nostre predicte operantur <le tali auro, prout
operantur communiter aurifabri in ciuitate Parisiensi, videlicet ad probam Parisiensem. de argento autem in
vasis et aliis cleuodiis argenteis conficiendis operantur dicti aurifabri nostri videlicet de tali substancia seu argento
itabono, sicut sunt grossi antiqui Turouensis monete regis Francie boni et legales, et ad maiorem Jtuiusmodi decla-
racionem dixerunt, quod dicta substancia argenti, de quo ipsi operantur, est talis, videlicet quod in vna manu
purissimi et fini argenti apponunt de alia materia eris seu cupri quatuor sterlingos antiquos dumtaxat, et si
repirirentur vasa per operarios nostros confecta de peiori materia. quam predictum est, operarü äefectum huius-
modi supplerent et cum hoc dampna ex parte suorum rectorum iude sustiuereut.
184
De sallario vero eorum nobis retulerunt, quod de potis seu ollis argenteis ponäeris quatuor marcarum
habere solent pro eorum sallario videlicet de quälibet marca vnum mutonem simplicem monete Brabantini, de
paruis ollulis seu potis pro aqua ponenda ad mensam et aliis pariiis vasis consimilibus bene operatis et arti-
ficialiter ponäeris marce cum dimidia recipiunt communiter pro sallario tres mutones simplices de quolibet vase
dil ti ponäeris, et si forti (!) essent ponäeris äuarum marcarum, non haberent inde maius sallarium, et si essent
minoris ponäeris, non haberent inde minus, item de peluibus argenteis et de scultellis de qualibet marca argenti
talium vasorum recipiunt 9 grossos Flandrenses videlicet de tribus marcis argenti vnum simplicem mutonem
Brabantinum. de tassiis vero argenteis simplicibus consueti sunt recipere pro suo sallario videlicet de tribus
tassiis vnum simplicem mutonem. preterea dicunt, quod de zonis et corrigiis seu cincturis argenteis, pro quibus
ipsi operarii omnem substanciam tradunt, apponunt et äeliberant, dum illa bene operata exepediunt, inde recipiunt
duplex pondus videlicet tantum de sallario quantum illa clenoäia ponderant. dixerunt eciam nobis äicti rectores
preäicti officii aurifabrorum, quod ipsi habent vnum certum et commune Signum, quod seruant et custodiunt äuo
de consociis operariis äicti officii, et illo signant omnia et singula opera argentea infra villam nostram confecta,
quanäo illa perfecta sunt et consummata et vna cum hoc quilibet aurifaber ipsius ville habet suum proprium
signum. quod inprimit operi suo ad finem, quod tcmporibus perpetuis sciatur, si in opere uel substancia defectus
reperiretur, qui fuerit operarius huiusmodi operis, et ille uel sui heredes defectum huiusmodi supplerent et
emendarent de suis bonis. vnde, dilecfi amici, amplius de vestris desideriis nequientes iuxta vestrarum literarum
tenorem iuformari premissa, que veridico relatu nostrorum fidel i um coopidanorum aurifabrorum didicimus, vestris
discrecionibus p>resentibus literis duximus referenda, quibus ad presens velitis beniuole contentari nobis Semper
queque grata confidenter scribentes in äomino, qui vos conseruet per tempora longiora. scriptum Bruxcellis die
xvij mensis Julij [1372].
Bresl. Stadtarchiv, Hs. G4; eine alte Abschrift des verlorenen Originals im Stadtbuche des Nudus Laurentius,
fol. 154 — 155. — Abgedruckt im Codex diplomaticus Silesiae, Bd. VIII S. 69 f. Nr. 46, und bei Georg Korn, Breslauer
Urkundenbuch, Bd. I S. 229 f. Nr. 274.
4. Antwort der Stadt Köln auf eine Anfrage des Breslauer Rates betreffend den Feingehalt
und den Preis der Kölner Goldschmiedearbeiten. Den 22. Juli 1372.
Juäices, . . scabini, consules cetcrique ciues ciuitatis Coloniensis sinceri fauoris et omnis boni salu-
tacione Semper premissa. amici predilecti, recepimus Hieras vestras nobis missas de et super statu aurifabrorum
nostrorum vobis rescribendo, super quo amiciciam vestram scire desideramus super primo videlicet qualiter ipsi
opus artificii eorum obseruent in vasis, tassiis et aliis clenodiis argenteis in artificio eorum f actis et facieudis,
an ipsi in opere eorum huiusmodi addant aliquid de cupro uel alterius metalli specie. super quo vobis res-
ponäemus, quod in omni opere argenteo nichil alicuius alterius metalli communicacio adiungitur, sed dumtaxat
de puro et fino argento omnia et singula. que operari occurrunt, per eos fabricautur et fiunt hoc excepto, quod
in coniunccionibus peciarum argenti quaäam (re) vocabuli nostri wlgariter slaleit [— slaloit = slalotj, quanto
minus possunt, admiscent quacunque (diu admixtura semota. determiuacionem vero salarii certam non habent,
siue fuerit operis deaurati siue non deaurati, sed illud adtendunt et ponderant circa difficultatem et laboris
quantitatem. et sie ad puneta litere vestre petita seriatim duximus respondendum, et si qua alia a nobis
petissetis, possibilitati aäiuta lihenti animo simüiter fecissemus desiderantes conciues nostros pro tempore apud
vos conuersaturos beniuole et graciose reeipi et tractari eosque defensari et antiquis priuilegiis et libertatibus
permitU gaudere in. eo nobis complacenciam singulariter ostensuri. datum ipso die beate Marie Magdalene
[1372].
Kölner Stadtarchiv, Briefcopieenbuch v. 1367- 1379, Nr. 1 fol. 28. — Bresl. Stadtarchiv, Hs. G 4, eine alte
Abschrift des Originals im Stadtbuche des Nudus Laurentius, fol. 154. — Abgedruckt im Codex diplomaticus Silesiae,
Bd. VIII S. 70 f. Nr. 47, und bei Georg Korn, Breslauer Urkundenbuch, Bd. I S. 231 Nr. 275.
5. Sämtliche Breslauer Innungen, darunter die Goldschmiede, versprechen in Zukunft dem
Könige Wentzel und dem Rate der Stadt gehorsam zu sein. Den 27. September 1389.
Bresl. Stadtarchiv, eine Abschrift des 16. Jahrhunderts im Liber magnus, Bd. I fol. 12b. Abgedruckt im Codex
diplomaticus Silesiae, Bd. VIII S. 84 f. Nr. 59.
6. Älteste Privilegien der Breslauer Goldschmiedezunft, verliehen durch Kaiser Sigismund
in der grossen Handwerkerordnung vom 23. März 1420.
. . . Item das sich die goldsmid also holden sollen, czum ersten, wer sich setzen wil zu meister vnder
den goldsmiden, der sol zuuor haben eyn elich wip vnd wer von andern steten darkumpt, der sol brengen eynen
brieff von der stat von dann er gebornen ist, vnd wo er gesessen hat, das er sich erlich vnd redlich gehalden
habe, vnd sol dornach burgerrecht gewynnen nach der stat höre, so das er der stat czweliff scot gebe zu tjnnunge.
derselb sol ouch bürgen setzen, iar vnd tag recht zutun mit der stat, vnd sol haben eyn offembar gadym. gebe
ouch eyn meister sin tochter eynem knechte vnder den goltsmiden, der keyns meisters sun ist, der sol burger-
recht gewynnen. wer ouch meister ist oder wirt, der sol von gutem silber erbeiten, oder er verluset das silber.
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ist 01 ich das rff den markt newe werk kumpt in dem iare zuuerkoufen, das sollen die goldsmyde nennen vnd das
antworten uff das rathuse, dasselb sol die stat nemen vnd sol verloren sin, ort in den iarmarkten, is teere
dann von den gqldsmiden zu Breßlaw gemacht, ist onch das uff den iarmarkten neu) werk kumpt zuuerkouffen, das
nit als gut ist als das werk, das die goldsmide in der stat pflegen zumachen, das sol man in nemen vnd der
stat antworten vnd dorezu verloren sin. wer do wider tut, den mag der rat dorumb bussen. wer den meistern
antwort lotig silber ychtz dauon zumachen, dem sollen sy ouch lotig werk antwurten. ouch mag eyn itzlich gold-
smid sin eygen silber offembar biirnen in sinem huse zuuererbeiten vnd nyemand vmb kein Ion. wurde darüber
eyn goldsmid begriffen, das er nicht gut silber brente zuuerkoufen vnd zuuererbeiten, der sol dasselbe silber verloren
hau vnd sol sten der stat zugnaden. was sy aber zuuerkoufen biirnen wollen, des sollen sy nicht me dann acht
mark biirnen. wer do wider tele, die kore stet zu den ratmannen.
. . . Geben zu Breßlaw nach Crists gebart vierezenhundert iar vnd dornach in dem ezweinezigisten iare
des nechsten sampßtags vor vnser lieben frowentag annuneciationis. .
Bresl. Stadtarchiv, Originalurkunde, Priv. 132. - - Eine späte Abschrift in der Innungsurkundensammlung
von 1737, S. 2 — 10. - Die oben nicht wiedergegebene Einleitung ist abgedruckt im Codex diplomaticus Silesiae,
Bd. XI S. 182 Nr. 40.
7. Verordnung betreffend den Feingehalt der Silberarbeiten. Vom 25. November 1421.
Wir n. raimanne bekennen etc., das wir mitsampt vnsern scheppen, eldesten vnd geswornen obirtragen
vnd vns genczlichen geeynet halten als von der goldsmede wegen in sulchermosse, das von alle dem, das die
goldsmede mit dem hammer machen, eyn scot vnd von gorteln vnd keten eyn lot y von der marke abegehn sal.
actum feria tertia post Katherine (anno domini M° cccc0 xxj°).
Bresl. Stadtarchiv, Uber magnus, Bd. I fol. 49b. Eine späte Abschrift in der Innungsurkundensammlung von
1737, S. 1. — Im Datum liegt ein Fehler, da 1421 der Tag Katharinae auf einen Dienstag fällt. — Abgedruckt in der
Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Alterthum Schlesiens, Bd. V S. 344 f.
8. Bischof Conrad bestätigt die Fundation des Nikolaus Polak zur Errichtung eines sechsten
Dienstes am Altare der Goldschmiede in der St. Maria Magdalenenkirche. Den 27. September 1446.
Bischof Conrad bestätigt auf Bitten der Breslauer Goldschmiede Nicolaus Czipser und Paulus Juncker als
der Testamentsvollstrecker ihres Berufsgenossen Nicolaus Polak (Polag) des letzteren Fundation von 8 Mk. jährl. Zins
zur Errichtung eines sechsten Dienstes am Altare der HH. Jungfrau Maria, Eligius, Bartholomaeus, Margaretha und
Dorethea in der Goldschmiedekapelle in der St. Maria Magdalenenkirche, wie enthalten in einer Urkunde des Notars
Paulus qtiondam Nicolai de Hotczinplotcz, mit Zustimmung des Pfarrers Henricus Roraw. Das Patronat wird den
Ältesten der Goldschmiedezunft übertragen und als erster Altarist Paulus Hotczinplotcz investiert. Von dem Altaristen
sind wöchentlich drei Messen zu lesen. Zeugen weggelassen.
Bresl. Diözesanarchiv, Incorporationsbuch des Bischofs Conrad, II. b. 1, fol. 1 12 b — 113b (lateinische Abschrift
mit Korrekturen). — Bresl. Stadtarchiv, Kloses Repertorium FF 46. tt.
9. Ein Schatzverzeichnis der Goldschmiedekapelle aus der Mitte des 15. Jahrhunderts.
Bresl. Stadtarchiv, Originalurkunde FF46.lt. — Abgedruckt in den Abhandlungen der Schlesischen Gesell-
schaft für vaterländische Cultur, Philosophisch-historische Abteilung, Jahrgang 1867, S. 5.
10. Artikel betreffend die Meisterstücke. Vom 21. Mai 1451.
Wir n. ratmanne etc. bekennen etc. allen die in sehen adir hören lesen, das vor vns komen sein die golt-
smede des ganezen hantwerkis alhie zu Breslau1 vnd haben vns vorgelegit vnd mit gemeynerstymeercza.lt, wie sie
ttliche gebrechen in irem hantwercke hetten, domite sie nicht vorsorget weren, als das in andern namhafftigen
steten rff ihrem hantwercke gehalden worde. nemelichen wer mit in alhie meisler sein weide, der solle macheu
können drey stucke, czum irsten eynen kellich, der do vnstreffelichen were, das ander eyn ingsigil zugraben mit
hclme vnd Schilde vnd helmdecke, das dritte eynen dyamand adir eynen sapltir in golde zuuorsetezen, dasvierde,
das keyn goltsmedgeselle alhie nicht meister werden solle, her habe denne alhie bey eyme adir bey czwen meistern
drey iar nochenander gedynet gesellenweyze vnd das hantwerg gelart, vnd haben vns dobey eyntrechtiglichen gebeten,
sie hirynne zuuorsurgen, zugonnen vnd zudirloben, das sie die vier obgenanten, stucke irem hanticercke zu eren
vnd zum besten also gehalden mochten, haben wir obgenanten ratmanne die Sachen an vnser eldisten vnd scheppen
brocht, die mit in gehandelt vnd gewegen, das doraws der stat vnd dem genanten hantwercke nicht andirs wenne
ere, nuez vnd fronten bekomen mag, vnd dorumb haben wir dem genanten hantwercke die vier obgenanten stucke
vnd artickel von vnsir vnd, vnser nochkomen ratmanne wegen gegunst vnd erlobit zuhalden in allirmosse als die
obengeschreben, berurt vnd benant sein, idach also ap irkeyn goltsmed von andern landen adir steten alhieher
qireme vnd meister des hantwerckis were vnd beweisen worde, das her sich erberlich vnd redlich gehalden hette
vnd beweyste, das her machen künde die drey obgenanten stucke, den siillen die goltsmede alhie vffnemen vnd das
hantwerk zutreiben nicht vorsagen, vnd das halden noch der stat rechte vnd geuonheit. vnd diese ordenunge
obgenant sal vnschedlich sein dem priiiilegio, das die goltsmede vormols von vnserm herren kunige alhie haben,
vnd auch besundern behalden wir ratmanne von vnsir vnd vnserer nochkomen ratmanne wegen volle macht, ap
24
186
man dirkemen wurde, das irkeyn stucke obgenant dem hantwercke adir der stat nicht beqweme were, das die
ratmanne das wandeln adir abetun mögen noch irem besten dirkentnis ungehindert, und des zu geczugnis haben
wir vnsir stat ingsigel an diesen brieff lossen hengen. geben am freitage vor dem. sontage Cantate noch Cristi
gehurt virczenhundirt vnd dornoch in dem eyn vnd funffczigsten iaren.
Bresl. Stadtarchiv, über magnus, Bd. I fol. 37 b. — Eine späte Abschrift in der Innungsurkundensammlnng
von 1737, S. 10—14.
11. Bischof Rudolph bestätigt einen von dem Goldschmied Georg Heyne fundierten Dienst
am Altare der Goldschmiede in der St. Maria Magdalenenkirche. Den 24. Oktober 1468.
Auf Antrag des Caspar Arnolt und des Niclas Kynast als der Testamentsvollstrecker ihres Berufsgenossen
Georg Heyne zu Breslau und seiner Ehefrau Barbara bestätigt Bischof Rudolph am 24. Oktober 1468 des im Jahre
1451 verstorbenen Georg Heyne Fundation von zehn Mark auf seinem Hause und Erbe am Ringe zwischen Gerischer
und Paulus Weygandt zur Errichtung eines sechsten (muss heissen „siebenten"; vgl. Urk. 8) Altar- Dienstes am
Altare der HH. Jungfrau Maria, Bartholomaeus, Eligius, Katharina und Barbara in der Goldschmiedekapelle in der
St. Maria Magdalenenkirche, wie enthalten in einem Instrument des Notars Paulus quondam Nicolai de Hotczinplotcz.
Da aber die verarmte Stifterswitwe, um ihr Leben zu fristen, von obigen zehn Mark zwei Mark verkauft hat, so
werden dem Dienste mit Zustimmung des Vizepfarrers nur acht Mark inkorporiert. Der vom Stifter zum Altaristen
präsentierte Kaplan Nicolaus Hermanni hat seine Ansprüche an den Diözesanpriester Johann Stercze abgetreten,
welcher hiermit investiert wird. Ihm und seinen Nachfolgern werden wöchentlich zwei Messen auferlegt. Das
Patronat wird den Ältesten der Goldschmiede übertragen. Zeugen sind die bischöflichen Kämmerer Johannes
de Monte und Andreas Berolt; Kanzleinotar ist Michael Blorogk.
Bresl. Diözesanarchiv, eine lateinische Abschrift im Incorporationsbuche des Bischofs Rudolph, II. b. 3,
fol. 15ab. Über die ursprüngliche Stiftungsurkunde vom 16. Juli 1451 vgl. Incorporationsbuch der Bischöfe Peter
und Jodocus, II. b. 2, fol. 56ab.
12. Vermerk über einen Briefwechsel zwischen den Breslauer und Nürnberger Goldschmieden
vom 2. Oktober 1475.
Item die vnderrichtung der geswornen meister der goldschmid vff der von Presslaw briefe von ine
Zuempfahen vnd den von Presslaw zuschicken [Feria II post Michahelis 1475].
Kgl. bayer. Kreisarchiv in Nürnberg, Nürnberger Ratsverlässe von 1475, fol. 170 a. Hampe, Nürnberger
Ratsverlässe, Bd. I S. 16 Nr. III.
13. Vertrag der Stadt mit dem Bischöfe und dem Kapitel, keine Pfuscher auf den geist-
lichen Gebieten dulden zu wollen, abgeschlossen am 6. Februar und bestätigt durch König Wladis-
laus am 1. März 1504. Sog. Kolowratscher Vertrag.
. . . Item artifices et mechanicos pro usu ipsorum priuato et proprio prefaü capitulum et clerus intra
insulam teuere poterunt, sed ut alijs pro pretio nequaquam laborent, mechanici nero, qui modo et de facto
insulam inhabitant, et ex artificijs ipsorum opcreque mau/ml i um mit. artifitia ipsorum ad duos dumtaxat annos
a data presetdium et non ultra illic in insula exercere ualebunt. deinceps autem clerus mechanicos in ea nec
idia loca iuducere et reponere poterit contra libertates et priuilegia ciuitatis Vratislauiensis . . . quum igitur arti-
culis Iiis in omnibus et per omnia (prout exprcssi sunt) ab utraque parte assensum fuerit, utque in futurum
perpetuis temporibus integre ac inuiolabiliter seruentur, utrimque compromissum. cgo Albertus, qui supra tanquam
specialis ad hoc per maiestatem regiam missus ac deputatus commissarius, vt ea omnia ueluti per predictos
articulos de uerbo ad uerbum expressa sunt, robur suum ac perpetuam firmitafem obtineant, sigillum meum pro~
prium presenübus Iiis litteris inprimis apposui, vtque ceteri etiam contcstentur articulis Ms omnibus se per
expressum consensisse, auctoritate eiusdem maiestatis regie, domini mei gratiosissimi fretus, reuerendissimo
domino Joanni episcopo Vratislauiensi, reuerendo domino Joanni Thurzo coadiutori venerabilique eclesie sancti
Joannis capitulo, ac circumspcctis et prouidis ciuibus et eonsulatui ciuitatis Vratislauiensis, vt sigilla etiam
ipsorum Ms ipsis litteris apponerent preeepi atque iniunxi in fidem, testimonium et robur omnium premissorum.
daium et actum Vratislauie die sanetc Dorothee uirginis et martiris anno Christi millesimo quingentesimo
quarto.
Bresl. Stadtarchiv, Originalurkunde, Pergament mit 4 anhängenden Siegeln, Priv. 145.
14. Antwort der Stadt Nürnberg auf eine Anfrage des Breslauer Rates betreffend den Fein-
gehalt und die Beschau der Nürnberger Goldschmiedearbeiten. Den 28. Juni 1516.
Vnnser willig fruntlich dinst ewr vorsichtigkaytt mit vleis voran beraytt, vorsichtigenti ersamenn rund
weysenn besunder üben vnd gultenn frundt, euer weißhaytt schreybenn vnnd begerenn vmb vnnderricht, wie eß
diu ethehenu stuekheuu vnnd artickeln durch ewr weyshaytt angezeeigt hiebey vns vff dem goltschmydt handwergk
gehaltenu werd, haben wir alles innehalts horenn leßenn vnnd dieselbenn angezcaigtenn artickel vnsern burgernn,
den geschworenn maisternn des goltschmithandtwergks furgehaltenn, die habenn vnns doruf vnderricht gethonn, wie
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ewr weyßhaitt ab hier inuerwartter zceitel haben» zunoruemeuu, die Indien, wir ewr weishayt, der wir zw dinst-
lichem willen getätigt sein, vff ir legeren zw zuschickenn nit vnderlassenu iroth-mi. dal um sabato posl Joantris
Baptista anno etc. decimo sexto [1516].
burgermeistere wind
rathe zw Nurmberg
Den vorsichtigenn ersannen rnd weisen burgcrmaisternn vnd rathe der stat l'reslair vnsem besouudern
liebenn vnnd guttenn frundenn.
Scedula inclusa
Item von dem sylber, das sol durch den stielt weyß aus dem fewer geen, nemlich das die marck vier-
zeehn lot fein halt.
Item das werck-golt sol sein an der guten bey einer nodel achtzcehen karat vngeuerlich.
Item in der arbeitt hat es kein gesetz, ivie tewer einer die marck silber gebe vergalt, wann die arbeit
ist vnngleich, sonder das silber schlecht man einem vmb gelt an, deßgleichenn das golt, damit er vorgalt.
Item ivo obgeschribenn orbeytt gemacht, wirt es bestochet,n rnd geschantt durch die geschwornnen vnd
darnach bezcaichennt mit dem N der Stadt zcaichenn.
Item sonnder abzug des schlaglots ist nicht gewonhaytt, es möchte es einer so geuerlich pr auch enn, daran//'
mochten dy maister dorzw geordennt aufsehenn.
Item auch alle arbeytt, die gemacht, wirt bey vnns gezcaichennt, was vier vier lott ist am gewichte.
Bresl. Stadtarchiv, Liber definitionum, Bd. I fol. 85 b — 86a. Hampe, Nürnberger Ratsverlässe, Bd. I S. 166 f.
Nr. 1075. — E. v. Czihak, Bayerische Gewerbezeitung, I. 96. S. 121 ff.
15. Satzungen betreffend den Feingehalt und die Beschau der Breslauer Gold Schmiede-
arbeiten. Vom 8. Februar 1539.
Wir rathmanne etc. bekennen etc., die erbaren eldsten der goltschmid vor sich vnd das gantze handtwerck
alhie vnsere mittburger vnnd haben vns einmuttig angezaygt vnd vorgelegt, wie sie ettlich gebrechen in irem
handtwerck heften, damit sie nicht vorsorget weren, als das in andern namhafftigen reyehs- vnnd handelstetfeu
gehabten wurd au/f irem handtwerck, vns dorauff gebettn, sie hierynn zuuorsorgen, also haben wir ire bitt nicht
vor vnzymlieh geacht vnnd folgend artickel mit den ersamen vnsem eldsten vnnd scheppen geratschlagt, sie der-
selben zymlichett bitt erhört vnnd lauften dieselben artickel vnd aussatzuvgen auff ire bitt vnd unser erkentnus
wie folget.
Zum ersten soll ein ider goltschmid, der mayster ist, in seynem freyen offnen laden arbaytten vnnd
dieselb arbayt tvie die ist, keyne ausgenomen von den verordneten beschawem, so wir hierzu gesetzt, beseehn vnd
erkennet werden, das das sylber vierzechn lott fein haldt durchaus, vnnd das auch ider mayster neben dem W der
Stadt zayehen auch sein gemerck vnd zayehenn daneben schlagen soll, wo aber solch arbayt von aynem mayster,
gemacht alhie oder andersivo, zuschmeltzt vnnd nicht vierzechn lot fein befonden ward, vnd er mit der stadt, zayehen
vnnd des maysters gemerck gemereket furbrocht vnd dorauff befonden, soll derselbig mayster, der die arbayt
gemacht vnd. bey deme solch voruarlosung geseheen, den schaden vnd abgang zuerstatten schuldig sein, es soll
auch kein goltschmid aynicher tvegs oder gestählt geringer golt arbayten, dann reynisch von achtzechen Chorälen,
vnnd ivo jemand, fremder oder einhaymischer, eynen goltschmidt golt in segnen laden oder sonst zuuorarbaytten
gibt, soll demselben allwegen von angezaygtm goldt ein prob heraus gegeben werden, also das in diesem vnnd
anderm aller vordacht vnd arckwan vormyden pleyb.
Was auch belanget die schawmayster, so von vns hierzu bestaldt vnnd vorordnet sein, welche wir mit
aydes pflichten vorbynden wollen, dieselben sollen auff ire gethane pflicht den stich von idem sylber recht vnd
vnuordechtig nemen, denselben im feur probiren, also das er recht tveys vnnd eynem vierzechn lottigem sylber
gleych sey. damit auch dieselben, weyl sy solch burd vnd sorgen auff ine tragen, vorgeblich nicht gemuhet vnd
dagegen pillicher belonung zugewarten , sollen sie dieselben beschawer vonn ider marck vom schawen vnd stechen
zwen denar oder heller haben, welche allwege derselb goltschmid, so die arbayt gemacht vnd bey dem sy besichtigt,
geben vnd zalen soll, idoch das alle arbayt, so vier lot wyget, mit obberurtem der stadt vnnd des maysters zayehen
gezayehnet vnd dorunder aber nicht, vnnd ob sie dieselben schawmayster also irem aufferlegten beuel nach was falsches
vnnd schädliches befynden, sollen sie fug vnd macht haben, dasselb in ein clos zusehlagen oder zuschneyden, domii in
allem rechtfertigkayt vnd yleychayt gehabten wird, vnnd wo ein mayster zum ersten diese obbemelte aussatzung
in dem wenigsten vberthrette, das der gestrafft vnd gebusset icerd vmb eynen halben vngerisehen gülden, zum
andern mol, wo er hierynn strefflich begriffen, vmb ein hungeryschen gülden, vnnd zum dritten, das die straff stee
zu aynem ersamen rath. vnnd diese Ordnung obgenant soll vnschedlich sein dem priuilegion, so die goltschmid
zuuor von loblicher gedechtnus kayser Sygmund, dergleychen von vnsem vorfurn rathmannen (des datum freytag
vor Cantate im 1451) aufbrocht vnnd bekommen haben, vnnd auch besondern behaldten wir rathmanne von vnser
vnd vnser nachkommen wegen volle macht vnd gewalt, ob wir oder sie erkennen vnnd nach gelegenhayt vnd lauff
der zeyt, das ir kein stuck obgedocht der stadt oder dem handtwerck vnbequem, das die rathmanne das wandln
oder abthun mögen nach zue besten erkentnus. zu vrkunt octaua February 1539.
Bresl. Stadtarchiv, Liber definitionum, Bd. I fol. 184 a 185». — Eine späte Abschrift in der lnnungsurkunden-
sammlung von 1737, S. 14—20.
24*
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16. Der Goldschmiede neue Ordnung vom 5. Dezember 1565.
[Wir rathmanne bekennen etc.,] das vns die ehlisten vnd jüngsten der ganczen zech der golüschmide
alliier gehorsamlich furbrochtt, das inen niclrft allein von etlichen leuttenn einhaltt vndt vnpilliehe eingriff in Ire
zechordnung beschee, sondern das mich bein inen selbst vnordnuug etlicher müssen furfallen vnd erwaxem vnd also
gebarendes einsehen vnd bestatiguug auch besserungk irer alten Ordnung vonuotten sein wolle, vns derwegen sie
disfals gonstig zubedencken gebettenn, wan wir nun dieser vnd anderer zechen bestes wolfartt vnd aufnehmen
zupefodern wall geneigtt, vns desselben auch tragenden aiuhts halber sehohligh erkennen, als haben wir ghr
beschwer vnd auligen angehortt, betrogen vnd nottdorfftig beratschlagen vndt volgende noch zeittigen furgehabtem
rathe vnserer ehlisten vnd schippen» inen nochuolgende, Ordnung wissentlich vorlihen vnd gegeben.
Nentlich vnd erstlich, demnoch bisher ein brauch bej der zechen eingerissenn, also das yhr vyll, wan
sie kaum recht ausgeleruett haben», sich vorchl ichcti vnd nochmoln das meisterrechtt suchen vnd begeren, welche
doch dofern man vyhnals nichtt mitt inen aus erbermbde dispensirett mitt dem geordneten meisterstuck nicht
vorfaren oder dasselbe, wie sichs erheischett, vorfertigen vnd machen können, darauf sich dann andere vorlassen
vnd sich auf gleiche wege gelegett, doraus aber, do nichtt in zeitten geburendes einsehen beschege, ditz erfolgen
wurde, das die zech mitt vnerfarnen vngeubten meistern erfullett vnd die zech, so zuuor in vnd ausser landes
eynen besondern namen vnd beruf gehabtt, in rorachtt vnd vorkleinerungk geratten vnd kommen wurde, solchem
furzukomen vnd abzuhelffeun, ordnen rnd wollen wir, das hinfuro kein gesell zum meisterrechtt gelassen)! vnd ins
mittel angenomen werden soll, er hab dann ehr vnd zuuor drej jarlang aneinander continue bej eynem oder zwaien
meistern in arbeitt gestanden, sich erbar vnd woll vorhaltenn. do er nun noch vorftissung solcher zeitt bej den
geordneten eldisten ansuchen rnd volgends das meisterstuck vorfertigen irirdtt, soll er alsdan sich ehlich einlassen
vnd eher den laden nichtt aufmachen, er hab dan das meisterstuck richtig vorfertigett rnd sich vorehlichett.
bestünde er aber mit dem meisterstuck nichtt, so soll er entweder wandern oder ia bej einem meister alliier
wider einsielzen vnd */2 jar arbeitten», alsdan mag er widerumb des meisterstncks halber bein denn eldistenn
anhalten» vnnd dasselb aufs new vorfertigenn.
Vnnd demnoch bishero der kelch, welche»» man vnder anderem zum meisterstuck machet, wie vleisig vnnd
kunstlich der gemacht irirdtt, vbel zugelosenn oder auzuireiidenn ist, deshalbenn ein jumger meister offters schadenn
vnd beschwar gedoldenn neues, disemnoch wollenn wir zu eines idenu gefallen» gestalt habenn, ob eijuer austadt
des kelchs ein sauber reinliches vnnd zirliches trinckgeschir machenn wolle, Weichs ime neben den andern stucken
soll passiret werdenn.
So auch vielfaltig beschicht, das einer dem andern sein gsinde entfrembdet vnnd abhelt, Weichs dan
wieder die liebe des negstenn vnnd furnemlich gottes gebot zuwider gehandlet ist, als wollen wir hiemit in ernst
geschafft vnnd befolenn habenn, das sich menniglich dessenn enthalte bei ernster vnser straff, dofern auch ein
gsel vonn seinem meister wegzuige vnnd einem andern meister alliier arbeiten)) wolte, sol der nicht angenommen))
werdenn one allein mit vorwissenn seines meisters, deine er zuuor gearbeitet, item so ein lehrjunger mutwilliger
weise aus denn lehrjarenn entliffe vnnd seine burgenn steckenn lisse, sol er nochmoln auf dye zeche nicht wider
angenommen oder ausgelertt werdenn.
Vnnd demnoch sich auch etlich goltschmide bishero vnterfangen, vonn inessing vnnd kujtffer auf güldene
rund silberne artt becher, schalen», wetschkerschlosser, messerscheidenn, leffel rnd anders zunuichenii, dasselbe
vorsilbern vnnd vorgulden, doraus dan grosse)' betruegk vnnd ander vnrath vnnd nachteil erfolgett, n-elchs alles
nicht allein zuwider erbarkait, christlicher lieb auch der zech zuuor habende priuilegion, sonder auch a» anderini
orttenn dermossenn betruigliche schedliche arbeit nicht vorstatet vnnd zugelossenn wirdt, disemnoch vnd zu vor-
huitung fernem vnraths, betrugs vnnd nachteils ordnen vnd wollen wir, das hinfuro kein goltschmiedt weder
öffentlich noch heimlich sich dermossenn arbeit, welche zum schein zue beföderung der hochschedlichenn hoffart
rund zu soliderem vorterb vnnd betrueg des negstenn gerichtet vnnd erdacht, gebrauchenn soll, sonder der sich
hinfuro golttschmide-arbeit alhier gebrauchenn will, der sol sich der zeche habendenn altenn vnnd itzo vonn vnns
auf's new vorliehe nen Ordnungen, Statuten vnnd gewonhaitenn genieß endlich vorhaltenn vnnd dawider weder mit
der arbeit noch sonstenn mit dem wenigistenn nichts thun noch hanndln. idoch schmuck auf roß, vhrenn vnnd
anders, so bey inen zuuorguldenn vonn alders breuchlich, sol inen zugelossenn sein, wurde aber ymandt sich
hiruber vorgreiffenn, deme sol durch die eldisten mit hulf vnser Stadt diener die vorbotene arbeit genommen», er
für vnns gestellet werdenn, fernem beschaides zugewarttenn.
Letzlich vnnd beschlieslich als wir vornemen, das sich etlich persoueu rudersteheun frembde arbeit vonn
silber vnnd galt anhero zufuren, die hin vnnd wieder in die heUsern zu feilem kauf rmbtragenn zulossen auch auf
der vendeten zuuorkauffenn durch alte weiber rorpartiren rund die silbern arbeit alliier (doch ausser den zecheun)
vorgulden zulossen. do aber oftermaln befunden, das sich diselb arbeit der hiegenn prob nicht vor glai cht, trelchs
denn alles der zech habendenn priuilegiouen vnnd beguaduugenn zuwider, disemnoch ordnen vnnd wollenn wir, das
sich die eldistenn der goltschmide hinfuro dessenn, so iueuu Ire priuilegia disfals gebenn rund zulossenn, gebrauchenn
vnnd das new gemachte silber, so von» frembdenn zwuschen denn mergtenn alhero gebracht vnnd vorkaufft wirdt,
uemen vnnd vnns aufs rathaus antwortenn sollen», wissenn »vir als dann fernem, wie mit demselben zuuorfarenn
sey. kqireme aber auf denn öffentlichem! jarmargtenn wes zue feilem kauff für, das sich mit der hiegenn prob
nicht vorgliche, das soll durch die eldisten der zeche mit hulf der Stadtdiener geuomeu, vnns aufs rathaus geant-
wortet werdenn vnnd vormöge der aldenn brife vorlorenn sein.
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Diser itzo aufs new vorliehenen vnnd vornewertenn. alten Ordnung sollenn sich die erbare zeche der gott-
schmiedt endlich vnnd gehorsamblich vorhaltenn, bissolang wir oder vnsere nachkommende rathmanne ein anders
vnnd bessers noch erfoderung vnnd gelegenhait der zeit anordnen vnnd vorfitigen möchteun, dozne wir vnns dann
für vnns vnnd vnsere nachkommen volkommene macht vnnd gewalt wollenn zuuorbehaltenn habenn vnnd damit sich
anch niemandes vnter inen der vnwissenheit zuentsi huldigen, s dl dise so wol die alte Ordnung alle jar jerlich zum
wenigisten zwger in denn gemeinen zusamenkonfftenn öffentlich zur uaehrichtuug vorlesenn wirdenn. zu vrkhuudt etc.
5. Decembris anno etc. 1565.
Bresl. Stadtarchiv, Uber definitiomtm, Bd. II fol. 126'» — 129». Eine späte Abschrift in der Innungs-
urkundensammlung von 1737, S. 21 — 32.
17. Artikel betreffend die Mittelseinwerbung der Gesellen und die Anfertigung der Meister-
stücke. Vom 6. August 1580.
Wir etc. bekhennen etc., demnach vnns die eltisten vnnd jüngsten meister der erbaren zechen der golt-
sihmiede etliche beschwärungen vnnd mengell icegeu der gesellen, so das meisterrecht suchen vnnd pieteu, vnnd wie
es mit Vorfertigung deßelben so ivoll anderm mehr in khüuftigen Zeiten gehalten vnnd zue welcher zeit ein gesell
darczue khommeu vnnd gelaßen werden solle, fürbracht vnnd vmb vorbeßerung der zuuorn ausgangeuen Ordnung,
darnach sich ein jeder zurichten haben möge, angeflohen vnnd gebeten haben, weil wir dann neben vnnsern vor-
ordneten stadtscheppen vnns in den vbergebeneu artickheln ersehen rund befunden, das dieselben zue gutler Ordnung
dinsttich, auch, die gesellen desto mehr lust vnnd liebe zue dem hanndticergkh gewinnen rund künstreicher werden,
das ihnen zue mehrer befürderung gelangen, auch gemeine Stadt ehr vnnd rühm dauon haben möge, als haben wir
nach gehaltenem rathe ihnen volgeude artigkhell mitgeteilet rund verliehen, auch crafft vnd inhalt dieses briefes
confirmiret vnd bestätiget.
Erstlich ordnen vnnd wollen wir. das khein fremder gesell zum meisterrecht khommen oder zuegelaßen
werden soll, er habe dann beg einem oder mehr meistern alliier vier jähr lanng aneinander vnuorruckht gesellen-
weise gearbeitet, die gesellenn aber, so das hanndticergkh alliier gelernet, sollen nach den ausgestandenen lehr-
jahren dreg jähr lanng, als alliier eins vnnd anderswo zweg jähr geselleniceise arbeiten vnnd deßelben zue irer
Wiederkunft, wann sie zum meisterrecht greiffen wollen, gnugsamen schein bringen vnnd fürlegen.
Zum anndern ordnen vnnd setzen wir, das zwene gesellen die meisterstügkh auf eine zeit zugleich nicht
vorfertigen sollen, vnnd alle mal der, so zum ersten darnmb geworben oder alreit dar lieber gearbeitet hatt, für-
gezogen vnnd der annder, so lannge bis der erste damit fertig ist, nachwarten soll, vnnd man also wißen möge,
ob er mit dem meister stügkhe bestanden oder vorfallen sej, dann es den eltisten, in dero laden allein die meister-
stügkh mäßen gemacht vnd gefertiget werden, beschwerlich ist. da aber der erste nach ersuchtem meisterrecht
durch krauckheit oder andere ehrhaffte noth in Vorfertigung des meisterstügkh s zue bestimmter vnnd angesetzter
zeit vorhindert würde, sol nichts weniger dem andern das meisterstügkh zumachen vnuorschrenckt vnnd zue-
gelaßen sein.
Zum dritten, weil auch die jungen meister vorgehender zeit in den laden der eltisten mitt Vorfertigung
der meisterstügkh langsam vmbgangen segn vnnd doch solches leiden vnnd duldenn müssenn, auch daneben alles
iverckhzeüges vnnd was zum hanndticergkh gehörig ist gebrauchen, dadurch der eltisten gesinde an der arbeit vor-
saumet vnnd gehindert wirdt, auch vor die vncostenn kein erstattung noch ergeczlickeit haben, als ordnen wir, das
ein jeder sein meisterstügkh in vier monaten ausmachen vnnd vorfertigen, er würde dann durch fürfallende krauek-
heitt oder anndere ehrhafte noth vorhindert, auch sich mit dem eltisten, bei dem er es gemacht, wegen der stellen,
zeügk, kolen vnnd was dorauf gehet, nach gebuer vortragen vnnd vorgnüegen soll, jedoch wollen wir vnns vnnd
vnnsern nachkhommenden rathmannen vollen gewalt, obberurte artigkhell nach erforderung der zeit vnnd gelegenheit
zuendern, zuemindern, gar oder zum teyl abzueschaffen, vorbehalten haben, actum 6. Augusti anno 158U.
Bresl. Stadtarchiv, Liber definitionum, Bd. III fol. 69b — 71a. — Eine späte Abschrift in der Innungsurkunden-
sammlung von 1737, S. 33— 38.
18. Die Goldschmiede-Innung erhält die Schlüssel zu der Almosenkapelle in der St. Maria
Magdalenenkirche. Am 2. Mai 1603.
Demnach die edlen ernuesten vnd wolbenampten herrn n. n. Vorsteher des gemainen allmosen auf begeren
der erbaren zeche der goldschmi.de durch ihre verordnete eltisten ihnen mit voricißen eines erbaren raths die
schließet zue des gemainen almoßen cappelle mitgeteilet, das wortt gottes darinnen zuhören, als haben sie solches
nicht allein zue danck auf vnd angenommen, sondern auch zugesaget, das gemeine allmoßen in anderem des almoßen
wegen der cappellen gerechtigkeiten vnd einkommen vngeirret zuelaßen. actum 2. Mag anno 1603.
Bresl. Stadtarchiv, Liber magnus, Bd. II fol. 382 a.
19. Zweiter Vertrag mit der Geistlichkeit wegen der Pfuscher, abgeschlossen am 28. April
und bestätigt durch Kaiser Matthias am 12. August 1616.
Der Vertrag betrifft ganz im allgemeinen sämtliche Zünfte Breslaus. Die Goldschmiede sind eingangs an
erster Stelle genannt. Später aber, als die Handwerker aufgezählt werden, die unter bestimmten Bedingungen auf
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den geistlichen Gütern weiter arbeiten dürfen, wird ihrer nicht gedacht, sodass in der Stadt oder vor der Stadt
innerhalb einer Meile im Umkreis (intra unius spatium milliaris) rechtmässig kein unbezechter Goldschmied gegen
Lohn und Bezahlung arbeiten darf. Der Vertrag ist am 28. April 1616 in Breslau durch die kaiserlichen Kommissare
Herzog Karl von Münsterberg und Freiherr Weighardt von Promnitz abgeschlossen, am 12. August vom Kaiser
Matthias in Prag bestätigt und am 17. Dezember 1616 von den Ratmannen der Stadt Breslau ein Exentplar desselben
den Goldschmieden zugestellt worden.
Bresl. Stadtarchiv, Originalurkunde, die vom Rat am 17. Dezember 1616 der Goldschmiede-Innung aus-
gefertigt wurde, liegt unter den Handwerkerstatuten vom 30. Juli 1670. — Eine alte Abschrift im über magnus,
Bd. III fol. 19b— 24a. Ejne späte Abschrift in der Innungsurkundensammlung von 1737, S. 155 — 189. — Bresl.
Diözesanarchiv, Nr. D 54.
20. Statuten einer Krankenkasse für Gesellen des Goldschmiedehandwerks. Von 1618.
Orts-Krankenkasse der Juweliere, Gold- und Silber-Arbeiter, Graveure und Ciseleure zu Breslau, Gesellen-
buch von 1618.
21. Erste Verordnung betreffend die Weiterführung der Werkstatt durch die Witwe des
Meisters. Vom 6. Juni 1636.
Wier rathmanne etc. bekennen etc., daß wier in suchen die eltiesie vnd jüngste der erbaren goldtschmiedt-
zeche an einem, dann die thugendtsamben Marthen Pfisterin, Jonae Pezolts vnd Susannen Vollgnadin, Faid Hedel-
hofers beyder goldschmiede alhier seel. nachgelaßene ivittiben, mit vnd nebenst denen ehrenuesten vnd erbaren
Ludevig Pftstern vnd Hannß Bussinßky ihren hierzue erbetenen Vormunden am andern theil belangend, vff unter-
schiedliche gepflogene verhör vnd der partheyen hegen einander sehriefft- vnd mündtlich eingebrachte notturfft nach
genügsamer erwägung deroselben, nicht befinden können, wie die wittiben der verstorbenen goldtschmiede von dem
handtwerg, wann vnd so fang sie bey demselben sich ehrlich vnd der zechordnung gemes verhalten, durch nichts
anders alß nur Mos den todt ihrer ehemänner wieder ihren willen verstoßen vnd entsezet werden sollen, sondern
sie werden gleich andern wittiben bey andern zunfften vnd zechen darbey billich gelaßen vnd befürdert, iedoch
daß dieselben gleichwohl mit taugliehen gesellen versehen vnud alles möglichen vleißes dorob sein, damit in ihren
laden vnd werckstädten von dero gesellen vnd sonsten bey ernster vnnachläßlicher straff' allerhaudt uugebürende
rud uerbotteue vorthel, unter schlieff vnd Unrichtigkeit vnd was sonsten wieder die zechordnung vnd handtwergks-
gewohnheit lauffeu mag, vermieden vnd abgestellet werde.
Was aber die lehrjungen betriefft, do in dero nochwehrenden lehrjahren die meistcr mit tode abgehen,
erachten wier vor billich vnd schicklich, das ein solcher lehrjunge nicht bey des verstorbenen gotdtschmiedts
wittiben sondern hei/ einem andern meister die noch hintersteilige zeit, so an den lehrjahren ermangelt, ualleuts
continuiren vnd außlernen müge, vielweniger aber sollen die ivittiben vor sich lehrjungen von neuen auffzue-
uehiueu vnd durch dero gesellen das handtivergk zuelehren befugt, sondern sich deßen gentzlich zu enthalten
schuldig sein.
Vnd weil sich clagende beyde ivittiben höchlich beschiveret, das ihnen die in ihren werckstädten vorfertigte
arbeit derer unterschiedlich beseheeuen crinueruug ingeachtet nichts weniger s seidthero von den elliesten mit dem
gewöhnlichen zechsignet zuezeichnen verweigert worden wehre, so werden sie die elliesten sich nunmehr dieser
unserer Weisung gemes zucverhalteu vnd gleich wie in allem andern also mich mit dem bernrten zeichnen sie die
wittiben gebührend vnd also zuebefiirderu ivießeu, damit sie in ihrer uahrung ferner nicht gehiendert werden mügen,
wornach sie sich beyderseits zueachten. signatum 6. Jung anno etc. 1636.
Bresl. Stadtarchiv, über definitionuni, Bd. VI fol. 151 ab. — Eine späte Abschrift in der Innungsurkunden-
sammlung von 1737, S. 38 — 42.
22. Zweite Verordnung betreffend die Weiterführung der Werkstatt durch die Witwe des
Meisters. Vom 14. Juli 1637.
Wier rathmanne der Stadt Breßlaw bekennen etc., das wier denienigen bescheid und aussatz, so zwischen
den eltesten und jüngsten der goldschmiede alliier au, einem und z wegen goldschmiedischen wittiben, benautlich
Martha Pezoldinn und Susannen Hedelhoffer, den Ii. Jung vorigen 1636. jahres ergangen, nutmehr vnd vff der
goldtschmiede dowieder intra decendium eingebrachte beschwer auch dorauff augeordeute fernere uerhör dohien
erleüttert und erkläret haben, wie folget:
Erstlich, weil bey ieziger erarmeter zeit an gold- vnd silberarbeit sehr wenig verrichtet wirdt, also gar
daß auch mancher meister selbst in seiner wergkstadt kaum einen jungen, vielweniger einen gesellen zuebef ädern
hat, so soll auch ein iegliche wittib noch zur zeit vnd bieß vff unnsere fernere zuelaßung uff einmahl nicht mehr
alß zum meisten zwey gesellen, er sey gleich ein gold- oder Silberarbeiter, antzuenehmen vnd zueunterh alten
befugt sein.
Andern, wann ein gesell die jähr zue Verfertigung des meisterstücks alhier zuearbeiten Vorhabens, der-
selbe soll solche jähr nicht bey der wittben einer sondern bey einem meister in seiner arbeit zuebringen.
Vors driette sollen die wittib laut vorigen bescheids nochmals alles mensch- vnd möglichen fleißes daran
vnd darob sein, domit in ihren laden vnd werckstädten von dero gesellen und sonsten allerhand ungebühren, ver-
botteue vorteil, unterschleiff und Unrichtigkeit, 'wie die immer benant und der zechordnung zuewiederlauffend
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erfunden werden könte, vorhiiettet, vormieden vnd abbestellet werden mögen, wie sie die witHben dann vors vierdte
vnd insonderheit ihren gesellen keines weges nachsehen, verstatten noch zuetassen sollen, das sie selbst vor sich
gold, silber oder edelgestciue eiukauffen, viel weniger, das sie solch gold, silber oder edelgestein vor sich vnd zue
ihren eigenen nutz vnd vorteil vororbeilten vnd nachmals verhandeln oder verportiereu mochten.
Was aber vors fünffte die wittben selbst ihnen zum besten vnd in ihren werckstädten ausfertigen laßen
oder von ehrlichen leütten ihnen an golde, weil sonderlich daßelbe nicht bezeichnet zuewerdeu pfleget, oder edel-
gesteinen vortrauet wirdt, do sollen die Wittiben guette genaue obacht vnd auffsicht haben, das treulich vnd erbarlich
damit gebahret, keine außwechßelung geschehe, sondern einem iedeu das seinige so guett es gewesen wiederumb
erstattet vnd aller argwöhn vnd betrug abgewendet werden möge.
Die silberarbeit soll vors sechste in der wittben ijetrelben vnd werckstädten arider gestählt nicht alß der
hiesigen, prob durchauß gemäß verarbeitet vnd dahero, so baldt etwas gefertiget, zum probiren vnd zeichnen
geschickt werden.
Demnach auch vors siebende die wittib, jungen antzuenehnten oder außzulehren, vermöge vorigen receßus
gantz vnd gar nicht befugt, so soll ihnen auch zue verhüettung vnter schlief s vnd, pfuscherey sonsten andere jungen,
obgleich dieselbe nicht angenommen noch eingeschrieben wehren, zuehalten vnd zue dem haudtwergk zuegebrauchen,
nicht nachgesehen noch verstattet werden.
Endtlich sollen die wittib den eltesten allen respect, ehr vnd gehorsamb leisten vnd solches bey Vermeidung
ernstlicher straffe, die wier nach gelegenheil des Verbrechens auch wohl, so fern anderes einsehen nicht helffen
solle, mit gentzlicher Sperrung vnd Verlust des haudtwergs anzueordnen wießen wollen, zue vrkuudt etc. geben
den 14. July anno etc. 1637.
Bresl. Stadtarchiv, über definitionum, Bd. VI fol. 213 a — 214b. Eine späte Abschrift in der Innnngs-
urkundensammlung von 1737, S. 42—48.
23. Acht Ergänzungen zu den früher verliehenen Artikeln. Vom 30. Mai 1642.
Wier rathmanne der Stadt Breßlaw bekennen vnd Urnen khuudt öffentlich hiermit vor jedermaeuniglich,
daß vnns die erbare zech der goldschmied etzliche gewieße articul, derer sie sich vntereinander verglichen, vor-
getragen vnd vmb bestetigung derselben gebeten, welche wier nach bescheener erwegung vnd verbeßerung ihnen
bestätiget, vnd lauten dieselben wie hernach folget.
Zum ersten soll kein meister nicht mehr dann zwey gesellen vnnd zwey lehrjungen auff einmahl anzu-
nehmen vnnd zuebefödern berechtiget sein, den eltesten aber soll frey stehen, wegen ihrer vielfältigen versäumnüß
nach ihrem belieben vnnd gefallen einen gesellen oder einen lehrjungen mehr zuebefödern.
Zum andern, wann aber einer von den eltesten oder jüngsten einen söhn heile, der dieß haudtwergk
zuelernen begehrete, soll ihm frey stehen, seinen söhn nebens den zwey lehrjungen zuelernen. solte aber des sohnes
vater mit tode abgehen, also daß er bey seinem vater die lehrzeit nicht erreichet helfe, wie er wehre verschrieben
worden, so soll alßdann einem jedwedem meister frey stehen, solchen söhn nebenst albereit zweyen lehrjungen
anzuenehmen vnnd, die vbriege zeit völlig außzuelehren.
Zum drietten, eß soll auch kein meister seinen lehrjungen länger dann ein vierttel jähr versuchen laßen,
also daß, wann ein viertel jähr verstrichen, entweder der lehrjunge von dem meister bey gehaltenem quartal zue
verhüettung allerhand vngelegenheit, eingeschrieben oder loß gelaßen werde.
Vierdtens, wann ein frembder geselle bey dem mittel die zeit zuearbeitten sich anmeldet, so soll er sich
zuevor bey den obereltesteu angeben, seinen nahmen vnnd ehrliche ankunfft im quartal vorzeichnen laßen, darauff
soll er bey einem oder zwey meistern vier jähr nacheinander trewlich vnnd vleißig arbeiten, wie einem ehrliebenden
gesellen gebühret, im wiedrigen fall soll ihm seine zeit vor ungültig geachtet werden.
Fünfftens, wann ein geselle das meisterstück zuemacheu begehret, sollen ihm die eltiesten andentten, was
er zum meisterstücke machen soll vnd zwar mit genügsamer erkundiguug, ob er zue dem meisterstück länglich
sein möge, damit der stadt vnnd Ihme ins küufftig nicht vnglimpff oder vbel nachreden darauß erfolgen möchte,
solle er aber das meisterstück nicht mit genungsarner wießenschafft außferttigen können, so sollen ihn die eltiesten
davon abmahnen vnnd ihm daßelbte beßer zuelernen anbefehlen.
Sechstens, eß soll auch keiner lenger den vier monat an den meister stücken machen laut der alten brieffe.
wann aber einer wieder verhoffen darüeber arbeiten solte, so soll er alle wachen, so lange er darüeber arbeittet,
seine gewieße straffe ablegen.
Zum siebenden, wann einer von der goldtschmieden söhne alhier vorhanden wehre vnnd seine zeit er-
wandert hette, so soll derselbte vor einem frembden zue dem meisterstück, wann er es begehret zuemacheu, ge-
laßen werden.
Zum achten, dieiveil auch frembde goldt, silber oder edelgestein zuekauffen gefehrUch, auch offtermahlen
dannenhero große striettigkeiten erwachßen, so soll ein jedweder vmb so viel destomehr sich in acht nehmen
vnnd für schaden hüetten, insonderheit aber nicht allein wenn etwas dergleichen vmbgesagt oder angeküudiget
würde, sondern auch wenn etwas zuevorkauffen möchte gebracht werden vnnd daßelbe vmb einen schlechten werth
außgeboten würde, auch vermuttung an der person sich ereügete, das dieselbte nicht das recht zuevorkauffen hette,
solches alßbaldt anhalten, den obereltiesten anmelden vnd zueslellen. dann sollen die obereltiesten solches in die
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zechlade in gnette vortvahrung nemben vnnd so lang in vortvahrung behalten, hieß dir eigenthumbsherr mit
gewießem gründe sich anmelden vnd das euheendte stück wieder fordern würde, dehne es dann auch ohne eintzige
vorzügerung soll außgefolget loerden. doch behalten wier vnns vnnd nachkommenden rathmannen alliier vor, solche
artieul nach befiendung, künfffiger zeit zuemindern, zuemehren oder gar abzuethun. zue vrkundt haben icicr vnnser
der stadt insiegel hieran hangen laßen, geben den dreyßigisten tag des monats May nach Christi vnnsers einigen
erlösers vnnd seeligmachers geburth im sechtzehenhundert zwey vnnd vierzigisten jähre.
Bresl. Stadtarchiv, Original-Pergamenturkunde, liegt unter den Handwerkerstatuten vom 30. Juli 1670.
Eine gleichzeitige Abschrift im Uber definitionum, Bd. VI fol. 293b— 295 a. — Eine späte Abschrift in der Innungs-
urkundensammlung von 1737, S. 48—54.
24. Bescheid zwischen den Goldschmieden und Kaufleuten betreffend den Händel mit Gold-
und Silberarbeiten. Vom 4. August 1651.
Wier rathmanne etc. bekennen etc., daß wier in strietiegen suchen zuneschen dem erbarn mittel der goldt-
schmiede alliier als Magern an einem, dann weilandt Gotfried Göbels, gewesenen handelßman seel., nunmehr aber
deßen liinterlaßener kiuder geordtneten Vormunden, dem chreuuesten Johann Geldnern cor sich vnd inn stethhaltung
seines milvormunden Johann Anthoni servant am andern vnd dann denen edlen ehrenuesteu Christoff Albrechten
vnd Pavl Kewman verordneten khauffmanseltiesteu im nahmt n der gesambten kauffmanschafft alliier alß inter-
uenienten am dritten fheil sich dannenhero erhallend, daß besagter Wobei vnter andern seinen handelßwahren auch
eine silberne, doch anderßwo gemachte monstrantz gt führet rnd zue offendtlichen khauff gesetzet, auff der partheyen
sowohl mündtliches vor- vnd anbringen alß mich insonderheit deßwegen schriefftlich eingebrachte informationes
nach reiffer derselben erwegung sie allerseits dohinn gewiesen vnd beschieden, demnach der cardo controuersiae
äigendtlich nicht hierinnen versiret, ob den khauffleutcn alliier inn gemein rnd in Sonderheit mit gold vnd Silber
zuehandeln befuget sein, sondern vielmehr dorauff bestehet, ob ermelte khauff- rnd handelßleuthe eine solche freye
goldt- vnd silberliaudlung habenn, daß sie derer von klagenden goldtschmiedeu angezogenen priuilegien, die sie von
weilandt kayser Sigmunden rnd kayser Albrechten lobseeliegster ged echt miß erlanget haben, vngeachtet nicht allein,
in den offendtlichen jahrmärckten sondern auch zicieschen denselben so wohl frembde als von hiesiegenu goldt-
schmieden gefcrliegte wercke, sie sein auch hiesieger prob gemeß oder nicht, eiuzueführen rnd zueverkhauffen be-
rechtieget vnd nun abgedachte khauffmanns-eltieste nicht allein sich gleicher gestaldt mit kayser- vnd königlichen
priuilegien besonders aber Caroli rnd Wenceslai hochlölilichsten angedeuckeus (: icc/che aber noch aniezo so wohl
als des gegentheils an seinen ortt gestellet werden:) geschützet, sondern auch nebenst einführung anderer vnter-
schiedtlicher motiven sich besonders auff die von vndencklicher zeidt vnd jähren hero gepfogene obseruantz auch
allzeit gehabter vbung vnd dardurch also erlangte poßeßion vel quasi bernffen, daß demnach vnd bey so gestalten
sacheu beklagte vnd interuenienten die ger'ümbte obseruantz vbung rnd poßeßion vel quasi als einen furnemben
tjrund ihrer exception binnen der mindern sächsischen friest wie recht zueerweisen schultlieg, iedoch klagendem
theil an seinem kegenbeweiß vnschedtlich, icorauff alßdanu ferner ergehen soll, was rechtens vnd deme an vnß
hiebeuor ergangenen kayser- vnd königlichen rescript genieß ist. womach sie sich also zueachten. zue vhrk. etc.
actum 4. Auyusti 1651.
Bresl. Stadtarchiv, Uber definitionum, Bd. VII fol. 71 h 72b. — Eine späte Abschrift in der Innungsurkunden-
sammlung von 1737, S. 54—58.
25. Ratsentscheidung betreffend die Mittels-Rezeption des Daniel Vogt. Vom 25. November 1664.
Wir rathmanne etc. bekennen etc., demnach der erbahrc kunstreiche Daniel Vogt, so die goldtschmiede-
kunst alliier hiebevor richtig erlernet, nachmahls vier jähr alß ein geselle alliier gearbeitet, folgendts aber in
unterschiedenen k'önigr eichen und landen hierüber daß petschir- und stein-, icappen- und eisenschneiden, possiren
und andere dergleichen küuste erlernet, mit rühm geübet, auch deßen alliier genug Same proben vorgew'esen und
dargethan, sich nunmehr in daß mittel der goldtschmiede zubegeben gesonnen, daß meisterstück zufertigen sich bey
den erbahren eltisten angegeben und, ohne deß gewöhnlichen meisterjahres arbeitung zu den Meisterstücken in er-
wegung der hiebevor alliier bekantlich gearbeiteten vier gesellenjahre gelaßen zmccrdeu, ansuchung gethau, daß
erbahre mittel aber solches, und ob es auf ein stücklin getdt in die lade gerichtet werden möchte, zu vnser lie-
ßndtnuß gestellet, daß wier in erwegung deß Vogtes gutten wiessenschafft, erfahr enheit und wohlerlerneten kunst
auch hiebevor bey arbeitung der vier gesellenjahre, indem er auch auitzo dbermahls in die vier jähr alliier
gewohnet bekaudten wohl Verhaltens, den eltisten der goldtschmiede und dem gantzen mittel mitgegeben, ihn ohne
erlegung einiges geldes zu fertigung der meisterstücke zuzulaßeu, nach derer Vorzeigung sie alsodann wegen deßen,
icaß wegen seiner verheuratuug erinnert worden, auch beschieden werden sollen; auch waß bey diesem deß Vogts
exempel wegen seiner gutten wießenschafft, wolverhaltens und erfahrenheit von vnß verwilliget worden, künftig bey
anderen zu keiner nachfolge angezogen noch der erbahren zunfft an ihren articuln und ertheilten Ordnungen vor-
fänglich oder nachtheilig sein soll. d. 25. Novembr: anno 1664.
Bresl. Stadtarchiv, Uber definitionum, Bd. VII fol. 346b— 347a. . . Eine späte Abschrift in der Innungs-
urkundensammlung von 1737, S. 59—61.
193
26. Ratsentscheidung betreffend die Meisterrechts -Ausübung des Daniel Vogt. Vom
28. Januar 1666.
Wir rathmanne etc. bekennen etc., demnach wier den 25. Novembr: im abgewiechenen 1665. [muss Meissen
1664] jähre avß erheblichen uhrsachen decretiret, daß der erbahre kunstreiche Daniel Vogt zur außfertigung deß
meisterstücks ohne die sonst gewöhnliche meisterjahrsarbeit bey dem löblichen mittel der goldschmiede zugelassen
werden solte, er auch hiernach daß meisterstiick dermassen gefertiget und aufgewiesen, daß er dadurch seine in
angerügtem decrete enthaltene ruhmwürdige Qualitäten und kunst umb so viel mehr bewehret, diese zeit her aber
sich zuverhcurathen oder ehelich zuvergloben nicht gelegenheit für sich gefunden und aber ihm deßwegen daß würck-
liche exercitium deß meisterreehts von der zunfft verweigert worden, daß nach gepflogener verhör und in er-
wegung dessen, waß an- und fürbracht, wier diese anverweysimg gethan, daß der zunfft bedenckens unerachtet dem
Vogt, nicht allein daß bür gerrecht von vnß verliehen iverden, sondern ihm auch frey sein solle, daß erlangte
meisterrecht bey der goldschmiedezunfft und zugleich dasjenige, waß er an petschier-, stein-, wappen- und eisen-
schneiden, possiren und andern künsten mehr erlehrnet, ohne alle Milderung und eintrug zuexerciren, jedoch mit
dem anhange, daß er der zunfft Ordnungen sonst sich gemäß verhalten, dieser befundt auch dem erbahren mittel
an habenden rechte und gewohnheiten ohne nachtheil sein und zur sequel nicht außgedeutet oder angezogen werden
solle, worüber diese recognition ertheilet. d. 28. Januarii anno 1666.
Bresl. Stadtarchiv, Liber definitionum, Bd. VIII fol. 21a 22a. . . Eine späte Abschrift in der Innungs-
urkundensammlung von 1737, S. 62—64.
27. Bestätigung der Privilegien der Breslauer Goldschmiede-Innung durch Kaiser Leopold.
Vom 3. Juli 1670.
Wir Leopold von gottes gnaden, erwählter Römischer kaiser, zu allen Zeiten mehrer des reichs, in Ger-
manien, zu Hungarn, Böheimb, Dalmatien, Croatien vnd Sclauonien könig, ertzhertzog zu Osterreich, Marggraff
zu Mähren, Hertzog zue Lutzemburg vnd in Schlesien vnd Marggraff zu Laußnitz,
bekhenuen öffentlich mit dießem brieff vnd thuen kundt aller männi glich, daß vnß die eltist- vndt jüngste
deß sambtlichen mittels der goldtschmide in vnserer königlichen haubtstadt Breßlau vnterthänigst zueuernehmen
gegeben, was maßen bereith von etlich iahren hero in für- vnd auffkauffung goldes vndt Silbers, besonders au
ketten, geschirren, bruch-, brandt- vnd fadensilber, alten abgewürdigten müntzen, pagamenten vnd dergleichen,
vnterschidliche vuordnwngen eingerissen vnd sich daselbst viel aigennutzige leuthe vnterfangen, vnßereu vnd vnßerer
vorfahrer am reiche glorwürdigster gedächtnus hierwider ergangenen gnädigsten Verordnungen zuegegen, derley
fürzukauffen, einzuewechßlen vnd durch pfuscher vndt stöhrer in aigenen öfen heimblich zueschmeltzen, zuescheiden,
zuetreiben vnd ohne beobachtung der prob außarbeiten, wie nicht weniger hernach heimblich vnd öffentlichen kauff
aussetzen zuelassen vndt anbey obbemellten sambtlichen mittel mit gewählt einzuespihlen, dannenhero vndt weilen
denenselben hierinnfalls allzu grosser abbruch widerfahren vnd sie an ihrer bürgerlichen nahrung zuesehr be-
kräncket wurden, an vnß sich gehorsambst supplicando beschwehret vndt gebetten haben, wir geruheten diesemnach
gnädigst nit allein, die von vnßereu vorfahrern denen Römischen kaisern vnd königen zu Böheimb christmildesten
andenckens, auch alten hertzogen in Schlesien ihnen verlihene privilegia in kaiser- vndt königlichen gnaden zue-
confirmiren vnd zubestättigen, sondern auch vber dieß denenselben dieße Specialverfügung gnädigst beyzuesetzen,
womit künfftig die btshero so heuffig getriebene pfuschereyen (: iedoch vnbeirret des mit der geistlickeit anno
funffzehenhunäert vier vnd anno sechzehenhundert sechzehen getroffenen Vergleichs :) gäntzlicheu abgeschaffet, die
pfuscher aber vnd besonders dieienige, welche geführter pfuscherey ivegen vberführet wurden, riebst denen, so sich
wider daß sechste gebott gottes vergriffen, ohne allen vnterschidt vndt außnahm aus ihrem mittel ausgeschlossen
vnd darein zuegelangen nicht fähig sein noch werden mögen, wann wir dann gnädigst angesehen, wahrgenommen
vnd betrachtet haben, daß hierdurch nit allein vnter denen zunfftsverwandten gutte Ordnung, zucht vnd ehrbarkeit
erhalten, sondern auch anbey vnserm oberhertzoglichen miintz-regali besser vorgesehen werde, vnd dem gemainen
stattweesen zu erhaltung gutter policey ohne dem obgelegen, dergleichen leuthe, so weder onera civilia mit dem
handtwerck noch publica tragen, abzueschaffen,
Als haben wir in solche ihre vnterthänigste zinibliche bitte aus landesfürstlicher macht vnd Vollkommen-
heit als regir ender könig zu Böheimb vnd, oberhertzog in Schlesien in gnaden gewilliget vnd diesemnach mit
wohlbedachten muth, glitten vorgehabten zeitigen rath vnd rechtem wissen obangezogene, von vußeren vorfahrern
vnd denen alten hertzogen in Schlesien erwähntem sambtlichen mittel der goldtschmide in vnserer königlichen haubt-
stadt Breßlau ertheülte privilegia, deren innhalt von icorth zu worth allso lautet:
Wirratmanne der statt zu Breßlau bekennen vndt tun kundt öffentlichen mit diesem kegenwortigeu briefe
allen denen, die ihn sehen oder hören lesen, das der aller äurchleuchtigister fürste vndt herre, her Sigmund von
gottes gnaden Romischer kunig, zu allen Zeiten merer deß reichs und zu Hungern, Behemen, Dalmacien,
Croacien etc. kunig, vnser gnediger lieber herre, durch rechter erbahrer ordenunge willen der stat Breßlau, und
vnwillen, stosse vnd mischelunge, die vnder den handwerken erstehen mochten, zueuermeiden, alle vnd igliche Statuten
vnd geseeze der handwerker, als wie sich eyn iglich handwerk holden sal, vnder seyner kuniglich maiestat ingesigel
gnedicliche ms beschreben geben hat vnd sunderlichen der goldsmede Statuten vnd geseeze von worte zu worte
in allermosse, als hemoch geschrieben stet.
Es folgen jetzt die Urkunden Nr. 6, 16, 17, 23.
25
194
Wir rathmanne der Stadt Breßlau bekennen vndt thuen Jcundt öffentlich hiermit vor iedermämiglich, daß
in deme von dem weylandt wohlgebohrenen Herrn, Herrn Alberto de Colowrat, domino in Lybstein, supremo can-
cellario regni Bohemiae etc., inter reverendissimum patrem ac dominum, dominum Joannem episcopum Wratis-
laviensem capitulumqve et clerum insulae sancti Joannis ex una, et cives civitatis Wratislauiensis totamqve com-
munitatem parte ex altera, Wratislaviae die sanctae Dorotheae virginis et martyris anno Christi mülesimo
qvingentesimo qvarto aufgerichteten vndt von dem durchleuchtigsten großmächtigsten fürsten vndt herrn, herrn
Wladislao, Hungariae, Bohemiae, Dalmatiae, Croatiae, Ramae, Serviae, Oalliciae, Lodomiriae, Cumanae Bul-
gariaeqve rege, marchione Moraviae, duce Silesiae et Lucemburgensi ac marchione Lusatiae etc., Budae prima
die mensis Marty anno Christi mülesimo qvingentesimo qvarto durch dero maiestätbrieff allergnädigst confirmirten
vertrage hernach geschriebene worte gantz tüchtig vndt vnuersöhret zuebefinden, lautende wie folget.
Es folgt jetzt Urkunde Nr. 13.
Weill vnß dann eine erbahre zeche der goldtschmiede alliier dessen vmb glaubwürdigen schein gebetteu,
als haben wir ihnen denselben hiemit ertheillet. zue vrkuudt haben wir vnser der Stadt insigel hieran hangen
lassen, geben den dreyzehenden tag des monaths January im sechzehenhundert vndt zwölfften jähre.
Wir rathmanne der stadt Breßlau bekennen vndt thuen kundt öffentlich hiemit vor iedermänuiglich, daß
der weylandt durchleuchtige liochgebohrne fürst vndt herr, herr Heinrich der fünffte, hertzog in Schlesien, herr zue
Breßlau vndt Lignitz etc. christmilder gedächtnüs vnseren vorfahren, vnß, vnßerer burgerschafft vndt innwohnern
ein Privilegium in gnaden ertheillet, welches von dem allerdurchleuchtigsteu großmächtigsten fürsten vndt herrn,
herrn Joanne, könige in Böhmen, herrn Carolo dem vierdten, Römischen kaiser vndt könige zue Böheimb, auch
könige Wenceslao, kaiser Sigismundo, herrn Alberto, Ladislao, Matthia prinio, Vladislao, Ludovico, köuigeu
zue Böheimb, herrn Ferdinando, Maximiliano 2do vnd Rudolpho secundo, Römischen kaisern vndt königen zue
Böheimb, so wohl von der zue Hungarn vnd Böheimb ietztregirendcn königV.n mayt: Matthia secundo etc. aller-
gnädigst coufirmiret vndt bestätiget worden, vndt lauthet solch Privilegium von wort zu worte, wie folget.
Es folgt jetzt Urkunde Nr. 1.
Weill vnß denn eine erbahre zeche der goldtschmide alliier dessen vmb glaubwürdigen schein gebetteu,
als haben wir ihnen denselben hiemit ertheillet. zu vrkundt haben wir vnser der stadt insigel hieran hangen
lassen, geben den dreyzehenden January im sechzehenhundert vndt zwölfften jähre.
Nit allein in genere gnädigst confirmiret, beliebet vndt bestätiget, sondern auch obgebettene puncta in
kaiser- vndt königlichen gnaden verliehen vndt mitgetheilet. thuen daß coufirmiren, belieben, bestätigen vndt ver-
leihen ihnen solche auch hiemit wissentlich vnd in krafft dieß brieffs also vnd dergcstaldt, daß ausser derer keine
andere, weniger pfuscher, stöhrer vnd dergleichen leuthe von obeiugeführten Sorten, so wohl goldes als silber auff-
vndt fürzuekauffeu, heimblich oder öffentlich zuarbeite)!, noch außer landes zueuerschwärtzeu sich anmassen, weder
gelitten vndt verstattet, wie auch dieienigen, welche den ehestandt nit gebührendt angetreten, von solchen mehr-
gedachter zunfft der goldtschmide verliehenen vndt von vnß ebenfalls gnädigst confirmirten privilegiis gäutzlicheu
abgeschlossen wahr darzu admittirt werden noch derer fähig sein sollen, können oder mögen.
Mainen, setzen, ordnen vndt wollen, daß sie offtberührter solcher ihrer von altershero wohlerhaltener
priuilegien vnd derer anietzo von vnß hierüber erfolgten gnädigsten confirmation ruhiglich vnd ohne männigliches
Hinderung gebrauchen, gemessen vnd erfreuen, auch darwider von niemandt in keinerley weiß oder iveege beunruhiget
vnd bekümmert weiden sollen oder mögen, iedoch anderer etwa habenden älteren priuilegijs oder wohlhergebrachten
gerechtsambkeiten ohne praeiuäiz vndt nachtheil.
Vnd gebieten hierauff allen vnd ieden vnseres hertzoglhumbs Ober- vnd Nider-Schlesien inwohncru vnd
vnterthanen, waß würden, Stands, ambts oder Weesens die seiudt, insonderheit aber vnserm königlichen oberambt ivie
auch dem magistrat zu Breßlau hiemit ernst- vnd vestiglich, das sie offtermelltes sambtlichc mittel der goldt-
schmide vnd alle ihre nachkommen bey obbedeuten Privilegien vnd von vnß beigefügten puneten gebührendt schützen,
Handthaben vnd dabey ruhiglich verbleiben lasßen, sie in keinerley iveiß noch weege darwider nit irren noch bc-
schwehren, viel weniger iemand andern solches zuethuen verstatten, als lieb einem ieden seye, vnßere schwehre
straff vnd vngnad zueuermaiden, daß mainen wir ernstlich.
Zue vrkhundt dieß brieffs besiegelt mit vußerm kaißer- vndt königlichen anhangenden grösßeru insigl, der
geben ist in vnßerer statt Wien den dritten monathstag Julij nach Christi vnßercs lieben Herrn vndt seeliginachers
gnadenreichen geburth im sechzehen hundert siebeuzigsten, vnßerer reiche deß Römischen im zwölfften, deß Hm-
garischen im sechzehenden vnd deß Böheimbischen im vierzehenden jähr.
Leopoldt Jo: Hartwigius comes de Nostiz
regis Bohemiae supremus cancellarius.
Ad mandatum sacrae caesareae regiaeqve maiestatis proprium
Adolff Wratislaw graff von Sternberg nipp.
Viktoryn Pekelsky mpp. J. v. Tarn mpp.
Bresl. Stadtarchiv, Original-Pergamenturkunde in dunkelrotem Sammeteinband, mit grossem anhängendem
Siegel. — Eine gleichzeitige Abschrift mit einem Begleitschreiben an den Rat im Liber definitionum, Bd. VIII
fol. 151» — 162a. — Ejne spätere Abschrift ebenfalls mit Begleitschreiben in der Innungsurkundensammlung von 1737,
S. 65— 113. — Zwei weitere Abschriften unter den Innungsurkunden 0 200,2 Nr. I und 0 200,3 Nr. I. — Im Bresl.
Kgl. Staatsarchiv unter Stadt Breslau, II. lOd la, zwei Anschreiben sowie ein Auszug aus der Urkunde.
195
28. Erste Ratsentscheidung in einem Streite zwischen den Goldschmieden und Schwertfegern
wegen der Verfertigung von silbernen Degengefässen. Vom 27. November 1671.
Wier rathmanne etc. bekennen etc., demnach die erbaren vnd kunstreichen n. n. eltesten und jüngsten deß
mittels der goldschmiede sich wieder daß erbare mittel der schwerdfeger alliier klagende beschweret, daß diese
sie durch verferttigung silberner degengefäße in ihrer possession turbirten, mit biette, wier möchten solche beein-
trächtigung beklagten abstellen, sie zu praestirung gewießer caution de von amplius turbando und refusion
veruhrsachter schaden und Unkosten anhalten, hiengegen beklagte die angegebene turbationem widersprochen und,
daß sie in notoria possessione solcher degengefäßferttigung wären, vorgeschützt, sie allso vielmehr hierbey zuschützen
vnd klägern ins petitorium zuverweisen ansuchung gethan, und hierauf beyde theile gegeneinander mit replic und
duplic verfahren, alß haben ivier nach vergebens zwischen denen partheyen gesuchter vermittelung und darüber
gehaltenem reiffen rathe die partheyen derogestalt zu bescheiden befunden, daß, nachdem beklagte notorie sieh in
possessione vel qvasi der silbernen, degengefäßferttigung befinden, sie darbey so lange znlaßai sindt, biß klägern
in petitorio ein ins prohibendi ausführen werden, wornach sie sich zu achten, zu uhrkundt etc. den 27. Novembr:
anno 1671.
Bresl. Stadtarchiv, Uber definitioinim, Bd. VIII fol. 195b— 196a. - - Eine spätere Abschrift in der Innungs-
urkundensaniinlung von 1737, S. 114—115. Eine Inhaltsangabe bei Christian Anton Kretschmer, Liber operum
omnium continens Bresl. scriptae, S. 144. — Vgl. Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Rep. 199, MR. VI. 68, Vol. 1 fol. 331 ff.
29. Zweite Ratsentscheidung in einem Streite zwischen den Goldschmieden und Schwertfegern
wegen der Verfertigung von silbernen Degengefässen. Vom 5. Februar 1672.
Wier rathmanne etc. bekennen etc., demnach daß ehrbare mittel der goldschmiede entgegen den zwieschen
ihnen und dem auch ehrbaren mittel der schwerdfeger alliier den 27. November abgeiciechenen jahres publicirten
abschiedt leuterung eingewendet, auch bey der heutigen tages gepflogenen verhör angeführet, waßmaßen ihnen
ohnschwer fallen würde, ihre angegebene ältere possession und, daß der schwerdfeger jiossessio claudestina auf
inquieta wehre, zuerweisen, jedoch aber der leuterung sich begeben und unnß ersuchet, daß wier eine erklährung
publiciren weiten, in icaß prob diejenigen degengefäß, so die schwerdfeger alliier von silber außzufertigen und zu-
verkauffen befugt wehren, bestehen, und dann, daß ihnen von pfuschern und stöhrern kern nachtheil möchte zu-
wachsen, sie durch reversales zuversichern, gebethen, die schiverdfeger aber der goldschmiede gerühmter possess
nichts enträumt sondern sich auf den sententz alß numehr rem iudieatam bezogen, den verlangten aussatz wegen
der Silberprobe aber auf vnsere einrichtung und Verordnung gestellef, daß wier hierauf beyde theil anverwiesen
und beschieden haben, daß es bey vorhin angezogenem vnserm den 27. Novembr: publicirten abschiede sein
bewenden behalten, sonsten aber die schwerdfeger schuldig sein sollen, die degengefäß, so sie von silber auß-
fertigen oder alliier verkauffen würden, allein von silber so der hiesigen Stadt prob allerdings gleich abzu-
arbeiten und keine, so geringhaltiger wehren, anher einzuführen oder zuverkauffen, mit angeheugter dieser er-
klährung: aufn fall iergends jemand zu den schwerdfegern ein degengefäß von silber, so anderwerts gefertiget und
erkauft, an der prob aber geringer alß der stadt silber probe sein würde, zu dem ende bringen und begehren
solte, daß ihm daran eine degenklinge solle eingestossen werden, solches den schwerdfegern unverwehret, dabey
aber jedoch kein unterschlief gebraucht werden, sonst aber der goldschmiedezunfft ihre habende Privilegien.
Ordnungen und andere rechte, insonderheit wieder pfuscher und stöhrer in unverrucktem valor verbleibin und.
gelaßen werden sollen, icornach sich die parten zurichten, zu uhrkundt etc. publicatum d. 5. Februarii
anno 1672.
Bresl. Stadtarchiv, Liber definitionum, Bd. VIII fol. 209b 210b . Eine spätere Abschrift in der Innungs-
nrkundensammlung von 1737, S. 116—119.
30. Der Rat schlichtet einen Streit zwischen den Meistern und den Gesellen der Goldschmiede.
Den 20. März 1675.
Wier rathmanne etc. bekennen etc., demnach die erbahre und kunstreiche eltisten der goldschmiede ivieder
etliche gesellen beschwer geführet, daß sie den quartalgroschen nicht erlegen wollen, auch sich von hier wegzu-
begeben gesonnen, darumb daß sie eltisten einen erst allhier angekommenen einheimischen gesellen nahmens
Thomas George Wardt [Wartig] zum alt-gesellen erivehlet und solchem den schlüßel zustellen laßen, die gesellen
aber hierwieder eingewendet, daß besagter Thomas George Wardt den Zeitarbeitern, so hierzu ebenfals tüchtig
gewesen, vorgezogen worden wehre, da doch seliter noch nichts in die gesellenlade beygetragen hette, deßwegen
sie diesfalls eine enderung verlanget: worzu von beyden theilen ferner eines und das ander angebracht worden,
alß haben nur nach genungsamer der suche erwegung dieselbige dahin zubescheiden und anzuverweisen befunden,
daß erstlich der Thomas George Wardt bey der alt-geselleuschafft und dem schlüßel zulaßen sey und die
sämbtliche gesellen bey Vermeidung schwerer straffe wiederumb in ihre arbeit treten, sowohl den quartalgroschen
abtragen sollen; anderns aber die eltisten forthin zu alt-gesellen einen einheimischen wie auch einen frembden
gesellen, so beyderseits tüchtige personen hierzu verhanden, zuerwehlen und selbigen die schlüßel anvertrauen
sollen, wornach sie sich zu achten haben, zu uhrkund etc. gegeben den 20. Martii etc. 1675.
Bresl. Stadtarchiv, Urkunde mit dem Breslauer Stadtsiegel unter Hs. O 200, 2 Nr. V. — Eine Abschrift im Liber
definitionum, Bd. IX fol. 1 b— 2 a. — Eine spätere Abschrift in der Innungsurkundensammlung von 1737, S. 119—121.
25*
196
31. Der Rat gestattet den Goldschmieden die Verarbeitung von unter vierzehn lötigem Silber
auf ein Jahr. Den 4. Januar 1677.
Wier rathmanne etc. bekennen etc., waß maßen auf daßienige, waß etliche jüngste meister der goldschmiede
wegen unser zulaßung, daß nebenst hiesiger virzehenlötigen stadtprobe deß Silbers auch ander schlechtes und
geringer-lötiges nach dem exempel und der gewohnheit bey ihrem mittel in der kay serlichen residentz-stadt Wien
sowohl zu Berlin und an anderen orthen gearbeitet werden möge, beweglich gebeten, und waß dabey die ver-
ordnete eltisten nebenst den andern meistern besonders wegen der hiesigem mittel auß denen allergnädigst ver-
liehenen kayser- und königlichen Privilegien sowohl confirmirten articuln zustehenden virzehenlötigen probe er-
innert, dann waß auch zuletzt die eldisien wegen der einricht- und Haltung mit dem arbeitenden geringem und
schlechterem silber vorgeschlagen haben, in gehaltenem rathe geschloßen worden, daß, weill hirvon einiger verdinst
und aufnehmen deß tnittels gehoffet wird, zwar einem iedwedem meister sol zugelaßen sein, nebenst dem hiesigen
virzehenlötigen silber auch weniger lötiges zuarbeiten, sowohl demselbteu, welcher solch silber nicht selbst hat,
davon aber einige arbeit begehret, daß silber hirzu in billichem werth zuüberlaßen. eß sollen aber hirbey nach-
gesetzte conditiones bey Vermeidung schwerer animadversion und strafe genau observiret und in acht genommen
werden, allß:
1. Sol kein geringers alß zwölflötiges silber gearbeitet werden, es wehre dann, daß iemand eine große
summe geringeren silbers verarbeiten laßen wolle und solches alßdenn auf gebührende anzeigung deßen
von unß verstattet werden möchte.
2. Sol alßbald in gegenwarth deßen, welcher dergleichen silber zu einiger arbeit geben wird, selbiges
gebührend, zusammen geschmeltzet und ihme hernach von einem zertheilten stücklein deßen eine gleiche
probe zugestellet werden.
3. Sol nichts von solchem silber in die crahme oder zum verkauft' sondern alleine, waß angedungen oder
begehret werden wird, gemacht werden.
4. Sol auch nichts von dergleichen silber verfertiget werden, so nicht gezeichnet werden kan.
5. Sol die arbeit von diesem silber zu einem kenn- und mercklichen unterscheide deß virzehenlötigen
nebenst dem probirstiche mit einem absonderlichen puntzen ohne daß hiesige stadt-W und zwar
ohne unterscheid, ob selbte gleich mehr alß zwölflötig, auf einerlei/ art und weise gezeichnet werden.
6. Sol ein ieder, so etwas zum zeichnen schicken wird, in daß darzu gehörige büchleiu darbey setzen,
für icieviel lötig er es angebe, damit der Zeichenmeister hernach sehen könne, ob selbtes sich also
befinde.
7. Sol die arbeit von dergleichen schlechten silber der andern von guttem silber gleich bey dem mittel
vergeben und dieses geld in eine absonderliche büehse verwahret werden.
8. Sol auch dem zeichen-meister für daß probiren und einschreiben gleich wie von dem virzehenlötigen
silber für die marck sechs heller entrichtet werden.
Schlüßlich sol dieses ohne einiges praeiuditz und nachtheil derer einem ehrbaren mittel von kayser- und
königlichen mayestäten allergnädigst ertheilten Privilegien und confirmirten articuln also auf ein jähr versuchet
werden, umb zuerfahren, wie es sich wird practiciren laßen und waß für effectea davon zuverspüren sein werden ;
hiruach erfolget alßdenn resolution, ob solche zulaßung, geringer alß virzehenlötiges silber biß auf zwölflötiges
zuarbeiten, weiter coutiuuiren oder wieder aufgehoben sein solle, zu uhrkundt etc. den 4den Januarii, anno 1677.
Bresl. Stadtarchiv, Uber definitionum Bd. IX fol. 45a— 46b. Eine spätere Abschrift in der Innungs-
urkundensammlung von 1737, S. 121—127.
32. Ratsentscheidung betreffend die versilberte Gürtlerarbeit. Vom 24. Juli 1677.
Wier rathmane etc. bekennen etc., demnach das erbare mittel der giirtler alliier zwar zeither an ihre auß
meßing gefertigte und versilberte gürtet gute silberne schlößer gemacht, sich aber ereignet, daß derogleicheu gürtel
wegen des auf dem schloße befindlichen goldschmied- und hiesigen stadt-zeichens für gantz silbern betrüglich ver-
kaufft worden, als verordnen wier hiermit, daß sie zwar hinßiro derogleicheu gürtel fertigen, iedoch keine silberne schlößer,
welche derogestalt gezeichnet sind und die kaufer verleiten können, darein machen sollen, gleicher gestalt solleit
auch die goldschmiede au meßene gürtel kein silbernes mit der stadt und ihrem zeichen vermercktes schloß oder
rose fertigen, wornach sie sich zuachten. decretum den 24. Julii anno 1677.
Bresl. Stadtarchiv, über definitionum, Bd. IX fol. 69 b— 70a. — Eine spätere Abschrift in der Innungs-
urkundensammlung von 1737, S. 127—128.
33. Die Goldschmiede bitten den Rat um die Erlaubnis, ferner auf ein Jahr 12- und 13-lötiges
Silber verarbeiten zu dürfen; der Rat willigt ein am 26. Januar 1678.
Hoch- und tvohledelgebohrne, gestrenge, hoch- und wohlbenambte, hochgeehrteste herren.
Euer gestr: sollen ivir eltesten der goldtschmiede alliier hierdurch gehorsambst eindenck machen, wie
daß den 4. Januarij hinterlegten 1677sten jahres auß allerhand sich ereignenden motivis euer gestr: bewogen
worden, unter geivißen bedingungen unserm UM: mittel nachzusehen, womit unß nebst dem 14-löthigen alß Breßl:
ordinar-proba auch zugleich 12- und lS-löthiges silber, iedoch daß bey ablauff bedeuteten jahrs wir disfallß
197
gehorsambsten bericht, wie viel etwa von dem 12- und 13 -löthigen Silber verfertiget worden, berichten sollen,
zu verarbeiten frey gelaßen worden, demnach nun sich befunden, daß bey genauerer Untersuchung aller dieses
jähr über verfertigter arbeith an sothanen 12- und 18 - löthigen silber in die ■sechshundert marck, unter /reichem
ihr durchl: hertzog Julius fürst zu Öelß cum plen: tit: zu dero taffei ad 300 marck verfertigen laßen, begriffen,
und also zuverspüren ist, daß bey fernerer dieser arbeit continuation, ob wohin nicht allemahl so große summen,
dennoch von zeit zu zeit sich mehrere frembde arbeith herein finden, hergegen aber dehnen unserm mittel über
dieses so ihn alß außer der Stadt höchst schädlich fallenden, pfuschern einiger abbrach geschehen dörfte,
Allß haben euer gestr: wir zufolge bedeuteter Verfügung hierdurch gehorsambsten bericht abstatten und
zugleich zu dehro obrigkeitlichen Verordnung stellen trollen, ob bey so bewandtem zustande dieselbte fernerweil,
iedoch besage Inhalts des unserm mittel hierüber den 4. Januar ij an- 1677 ertheileten recessus, thulich und zugleich
zuläßig zu sein befinden werden, mit fertiguug der 12- und 13 -löthigen. arbeith, besonders da nebst unß das
gantze mittel hierzu incliniret, hinfuhr o zu continuiren, worüber euer gestr: Verfügung wir erwartende bleiben
euer gestr: gehorsambste
n. n. eltesten der goldlschmiede.
Decretum.
Bey angeführter beschaffe nheit hat ein gestrenger rath in derer supplicanten petitum noch ferner uff ein
jähr gewilliget; den 26. Januarij ao. 1678.
Bresl. Stadtarchiv, Uber definitionum, Bd. IX fol. 92a— 93a. Eine spätere Abschrift in der Innungs-
urkundensammlung von 1737, S. 129 —132.
34. Mittelseingabe und Ratsdekret betreffend die fernere Verarbeitung des 12- und 13-lötigen
Silbers. Vom 3. Februar 1679.
Hoch- und woledelgebohrne, gestrenge und hochbeuahmbte, hochgeehrteste herreu.
Demnach eur: gestr: auf vnsern zuvorhero abgelegten schrifftlicheu bericht unterm 26. January abgelauffenen
1678. jähre per decretum verwilligt, daß, ob wol vnserm mittel innhalts des den 4. January a°- 1677 zwischen
vnß eltisten und den jüngsten eröfneten recessus mit gewißeu in demselben enthaltenen bedingungen nachgelaßen
worden, nebst dem 14 -löthigen auch 12- und 13-löthiges silber, iedoch nur an bestellter arbeit, auf ein jähr lang
zuverferttigen, eur: gestr: auß damals angeführten uhrsachen sothane arbeit annoch auf ein jähr lang nehmlich
von anno 1678 biß January anno 1679 zu continuiren.
Indem nun wier gewahr worden, daß von zeit zu zeit das 12- und 13-löthige silber fast von vielen
leuthen zur arbeit befördert und bestellet wird, vnser gantzes löbl. mittel auch zugleich deren arbeit continuation
eines theils ihnen nützlich andern theils auch zu supprimirung derer vnserm mittel höchstbeschwerlich fallenden
pfuscher dienlichen zusein vermeinen, haben dahero zu eur: gestr: Verfügung stellen wollen, ob nicht thulich sey,
mit sothaner arbeit nicht nur auch auf dieses jähr sondern auch auf folgende jähre, ohne daß wier eur: gestr:
mit außbiettung eines decreti jährlich beschwerlich fallen müßen, wiewol unter denen in dem recess bedungenen
und vnserm mittel freygelaßenen couditionen hiermit, biß etwa eines oder das andere gehorsamst zuerinneru vor-
fallen möchte, fortzuführen, gestalt wier denn über diese verlangte continuation obrigkeitliches decretum hiermit
erhielten, die ivier sein
eur: gestr: gehorsame
n. n. eltisten und jüngsten des mittels
der goldschmiede allhier.
Decretum.
Weil die bißherige einricht- und Verarbeitung des 12- und 13 -löthigen silber s dem mittel der gold-
schmiede nützlich zusein berichtet wird, so hat ein gestrenger rath nach reiffer erwegung der angeführten umb-
stännde geschloßen und bewilligt, daß mit solcher verfaßung annoch auf drey jähr iedoch dergestalt continuiret
werden möge, daß die in dem den 4. January des 1677. jahres publicirten reeeßu enthaltene conditiones genau
beobachtet werden sollen, decretum in consilio senatüs Wratisl: die 3. Febr: anno 1679.
Bresl. Stadtarchiv, über definitionum, Bd. IX fol. 108t>— 109^. Eine spätere Abschrift in der Innungs-
urkundensammlung von 1737, S. 133 — 136.
35. Mittelseingabe und Ratsdekret betreffend die fernere Verarbeitung des 12- und 13-lötigen
Silbers. Vom 22. April 1682.
Hoch- und woledlgebohrne, gestrenge, hochgeehrteste herren.
Eur: gestr: sollen wier hierdurch gehorsambst indenck machen, wie daß dieselbte den 3. Febr: anno 1679,
auf vnsern unterthänigen bericht, daß angesehen wier vnserm mittel nützlich zuseyn befunden, nebst dem 14 -löthigen
auch das 12- und 13-löthige silber iedoch nur an bestellter arbeit zuverferttigen, ein gestrenger rath auch in die
continuation des 12- vnd 13 -löthigen Silbers auf drey nach einander folgende jähre, iedoch daß die in dem den
4. January anno 1677 publicirten receß enthaltene conditiones genau beobachtet werden sollen, besage litt. A.
(vid. in h. I. fol. 109.), bewilliget, nun dann sothanes triennium zu ende gelauffeu vnd unß ohne eur: gestr:
erlaubnüß ferner mit sothaner arbeit, ob wol wier sehen, daß fast dergleichen viel bestellet wird, und hierdurch
198
denen hänffig hin vnd her versteckten pfuschern abbruch geschehet, fortzufahren nicht anstänndig, hierbei/ aber
auch eur: gestr: vorzutragen vor nöthig befunden, daß, da unß erlaubet werden solte, nicht nur das 12- und
13-löthige silber , wenn solches zuarbeiten bestellet wird, sondern auch selbtes zu feilem kauff iedoch unter
bisherigen bedingungen und angehefftetem zeichen zuverferttigen, vielleicht wie die völlige außrottung der pfuscher
erfolgen alß auch die bißhero verfführte große zuführe von Oldau und andern orthen gehemmet werden dörfte,
ersuchen also eur: gestr: wier gehorsambst, so wol zuerlauben, daß wier inskünftige so wol dergleichen 12- und
13-löthiges silber zu feilem kauff verferttigen mögen, alß auch in dergleichen bestelleten arbeit continuiren und
also unß vnd die unsrigen desto füglicher auß- und durchbringen mögen, wier bleiben hievor
eur: gestr:
gehorsame
eltisten und jüngsten der goldschmiede
allliier.
Decretum.
Ein gestrenger rath hat nach beschaff enheit der Sache geschloßen und beicilliget, daß weil die bißherige ein-
richtnng mit des 12- und 13-löthichten Silbers Verarbeitung dem mittel der goldschmiede vorträglich zuseyn be-
richtet wird, so möge auch gedachtes mittel in solcher verfaßung annoch auf drey jähr iedoch dergestalt con-
tinuiren, daß die in dem den 4. Januarij des verfloßenen 1677. jahres publicirten receßu enthaltene conditiones
genau beobachtet werden sollen, wie wier dann hiemit den dritten articul solcher Ordnung nochmals deutlich
dahin declariret und erkläret haben wollen, daß nicht allein solch geringes silber zum verkauff keinestveges ver-
ferttigt sondern auch indistincte vnd ohne unterschied von niemanden, wer der auch sey, weder im laden noch
gewölben verkaufft werden solle, decretum in consilio senatüs Wratislav: d: 22. April: anno 1682.
Bresl. Stadtarchiv, über definitionum, Bd. IX fol. 174b — 1 75 b. - Eine spätere Abschrift in der lnnungs-
urkundensammlung von 1737, S. 136 — 140.
36. Der Rat verbietet die Einfuhr von geringhaltigen Silberarbeiten. Den 14. Mai 1687.
Wir rathmanne der Stadt Breßlau bekennen und thun kundt öffentlich hiermit vor jedermänni glich,
demnach wir in erfahrung kommen, es auch der augenschein zeiget, daß von zeit zu zeit von der frembden gold-
schmied-arbeit allerhand geringhaltiges silber iemehr und mein- in die Stadt eingeführet wird, dardurch nicht allein
denen hiesigen goldschmieden großer eintrug geschiehet, also daß sie dabey in ihrer nahrung fast gäntzlich erliegen
müßeu, sondern auch die genteinen leute, welche der proben nicht kundig sein, vornemlich aber auch durch das
mit einem frembden W bezeichnete silber, so doch die hiesige W- probe gar nicht hat, allzusehr vervortheilet und
betrogen werden, als wollen wir hiermit und in krafft deßen die einführe edler und jeder unter 12 -lötigem silber
gefertigten goldschmiede-arbeit so wohl von denen benachbarten als auch entfernten ohrten, wie nicht minder des-
jenigen Silbers, so mit dem frembden W bezeichnet ist und die hiesige W -probe von 14 - lötigen silber nicht hat,
gäntzlich verboten und abgeschaffet haben, und soll sich niemand unterstehen, weder in leiden oder gewölben
weder heimlich noch öffentlich dergleichen zuverkauffen. do aber jemand darwieder zuthun sich unterstehen würde, der
oder dieselbige sol nicht allein mit wegnehmung des Silbers oder, do ers bereits jemandem verkaufft und nicht
mehr in seiner gewalt hette, umb den werth deßelbeu sondern nach befund des hanndels und unter schlieffs auch
noch darzu mit gefängnüs oder einer andern empfindlichen straffe beleget werden, wornach sich, männiglich
zuachten wie auch für schimpf und straffe zu hatten wißen wird, zu uhrkund etc. den 14. Maji ao. etc. 1687.
Bresl. Stadtarchiv, über definitionum, Bd. IX fol. 239 b— 240 a. — Eine spätere Abschrift in der Innungs-
urkundensammlung von 1737, S. 144—147. — Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Stadt Breslau, II. 10 d2.
37. Der Rat gestattet den Goldschmieden, fortan zum Verkaufe 12-lötiges und auf Bestellung
13-lötiges Silber neben dem 14-lötigen zu verarbeiten. Den 30. Mai 1687.
Wier rathmanne etc. bekennen etc., daß wier auf gehorsames anhalten der eltesten und jüngsten des mittels
der goldschmiede allhier bewilliget, daß gedachtes mittel solange, als hierinn keine Veränderung erfolget, nebenst
dem 14-löthigen silber als Breßlauischen ordinar-proba auch auf begehren und bestellen 13-löthiges wie nicht
weniger zum verkauf 12 -löthiges silber unter dem bißherigen zeichen des johanneshaubts verferttigen : und arbeiten
möge, worbey aber die in dem den 4. Januar: des 1677sten jahres publicirten recess enthaltene conditiones genau
beobachtet werden sollen, jedoch behalten wir unß und folgenden rathmannen hiermit außdrücklich bevor, diesen
aussatz nach gelegenheit und Veränderung der zeit zu ändern, zu mindern, zu mehren oder gar abzuthun. decretum
in consilio senatus civitat: Wratislav: und zu uhrkund etc. d. 30. Maji a»- 1687.
Bresl. Stadtarchiv, über definitionum, Bd. IX fol. 239 a. — Eine spätere Abschrift in der Innungsurkunden-
sammlung von 1737, S. 140—141. — Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Stadt Breslau, II. 10 d2.
38. Bericht des Mittels an den Kaiser betreffend die Pfuscher auf den geistlichen Gütern.
Vom 26. Oktober 1688.
Unter Berufung auf den Vertrag vom Jahre 1616 (Urkunde 19) bittet das Mittel den Kaiser, gegen die
Pfuscher und Silberverfälscher einzuschreiten, die auf den geistlichen Gütern — zehn allein auf dem Sande —
199
wohnen und sich unterstehen, daß W alß das alhiesige stadtzeichen und der goldschmiede gewöhnliche probe auf ihr
liederliches und verfälschtes silberwerck zu schlagen oder ihre liederliche arbeit ohne zewlien und puntzen eigenem belieben
nach verferttigen. Den 26. Oktober 1688.
Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Stadt Breslau, II. 10 d5. — Bresl. Stadtarchiv, eine spätere Abschrift in der Innungs-
urkundensaminlung von 1737, S. 147—151.
39. Berichte des Mittels an das Kgl. Oberamt betreffend die Pfuscher auf den geistlichen
Gütern. Vom 16. Juli und 2. Dezember 1689.
Da der Bericht, den die Goldschmiede wegen der Pfuscher am 26. Oktober 1688 an den Kaiser gesandt
haben, ohne Erfolg geblieben ist, wendet sich die Innung am 16. Juli und am 2. Dezember 1689 an das Kgl.
Oberamt in Schlesien mit der Bitte, die Pfuscher und Störer „unfehlbar" abzuschaffen.
Bresl. Stadtarchiv, eine spätere Abschrift in der Innungsurkundensammlung von 1737, S. 151 —155 u. 189 — 194.
40. Ratsentscheidung zwischen den Goldschmieden und Jubelierern. Vom 12. Januar 1693.
Wir rathmanne etc. bekennen etc., demnach die ehrbaren und kunstreichen n. n. ältesten und jüngsten der
goldschmiede allhier an einem sich über den ehrenfesten Johann Vogel bürgern und jubelirern allhier am andern
theil occasione dreyer von ihm einer fr. von adel gegen gegebenes gold, verkauffteu goldenen ketten und etwas
silberwercks wegen unbefugter beeinträchtigung ihres mittels mit durchgießung des goldes und schmeltzung des
silbers auch Verarbeitung deßelben und sonsten beschweret und deßhalb ein gewißes attestatum eingebracht und
andere beweißgründe angeführet auch Ihme solches abzustellen, insonderheit das bey ihm befindliche und dem
angeben nach seinen Stiefkindern gehörige werckzeug von ihm abzufodern gebeten, der Vogel aber die beschuldigte
beeinträchtigung zwar negiret iedoch eventualiter, daß ihm ein und anders erlaubet teere und das einige von den
goldschmieden frembd gearbeit silber einführeten und ihn in seiner bestellten arbeit verhinderten, vorgeschützet
tiud insonderheit wieder außfolgung des werckzeugs protestiref, worüber die partheyen beiderseits ferner mit
re- lind duplic, pro- et reprotestation schrifftlich verfahren, alß haben wir sie nach reiffer erwegung alles
ihres gethanen vor- und anbringens dahin zubescheiden befunden, daß der Vogel sich des golddurchgießens
und silberschmeltzens vornehmlich aber der Verarbeitung deßelben und aller andern beeinträchtigung des mittels
enthalten, ingleichen bey den pfuschern nicht arbeiten laßen wie auch kein frembdes silberwerck, so
nicht zum wenigsten zwelfßötig ist, einführen und verkauffen und, weil ihm der goldschmiede werckzeug nichts
nütze und er denselben, seinem eigenen zugeständnüs nach, den Stiefkindern bereits selbst destiniret, solchen werck-
zeug zu Verhüttung alles fernem Verdachts und mehrer weitläufftigkeit derer Stiefkinder Vormündern extradiren
solle, hingegen soll sich auch das mittel der goldschmiede von einführ- und verkauffung des augspurger und
andern frembden gemachten silberwercks enthalten und den Vogel mit der arbeit, so er bey denen hiesigen gold-
schmieden bestellen, möchte, nicht verhindern noch übersetzen. Schäden und Unkosten werden gegeneinander com-
pensiret und aufgehoben, wornach sich die partheyen zu achten.
publicat. den 12. Januar. 1693.
Bresl. Stadtarchiv, über definitionum, Bd. IX fol. 345 ab. — Eine spätere Abschrift in der Innungsurkunden-
sammlung von 1737, S. 196 -200.
41. Einwände gegen ein Projekt betreffend die Abänderung der für die Goldschmiede geltenden
Bestimmungen wegen der Beschau und des Ein- und Verkaufs von Gold und Silber. Vom 19. März 1703.
Bresl. Stadtarchiv, eine spätere Abschrift in der Innungsurkundensammlung von 1737, S. 200 f, 218—231.
42. Innungs- Artikel vom 25. August 1703.
Wier rathmanne der stadt Breßlau bekennen und thun kundt öffentlich hiermit vor jedermänniglich,
demnach unß die erbahr en und kunstreichen n. n. eltesten undt jüngsten deß mittels der goldschmiede alliier gehor-
samblich zu vernehmen gegeben, daß sie sich zu ihres mittels bestem und nach dem exempel anderer berühmbten
Städte, ivorinnen ihre profession und kunst floriret, über einige puneta vereiniget undt dieselbe in gewiße articulos
verfaßet hätten, und unß umb deren obrigkeitliche confirmation innständig und mit anführung verschiedener erheb-
licher Ursachen gebeten, wier auch sothane articulos wol erwogen undt darinnen nichts, so ungewöhnlich oder dem
gemeinen ivesen nachtheilig wäre, gefunden, alß haben wier sie hiemit von obrigkeits wegen confirmiret und be-
stättiget, undt lauten dieselben, wie hernach folget:
1.
Erstlich, ein jeder, der alliier meister werden wiel, sol sich zuvorhero in ordentlichem quartal angeben
und die jähre schreiben laßen, auch sich zeit währender jahres-arbeit, wie einem ehrlichen gesellen sonsten zu-
kombt, denen mittels-articuln und Privilegien gemäß verhalten.
2.
Andertens, ein frembder oder der keines meisters söhn ist, auch alliier nicht gelernet hat, sol, nachdem
er sich besagter maßen angemeldet, nur in einer oder zum meisten zwey werckstätten alliier sechs jähr nach-
einander unverruckt arbeiten.
200
3.
Drittens, eines hiesigen meisters söhn sol, nachdem er die außgesetzten drey jähre verreyset, noch ein
jähr, einer aber, der alliier gelernet hat, ob er gleich keines hiesigen meisters söhn ist, wenn er auff seiner
wanderschafft vier jähr richtig undt völlig zugebracht, zwey jähr auch nur in einer oder ziveyen werckstätten
allhier continuo arbeiten; wenn er aber eines meisters wittib oder tochter hegrathet, sol ihme ein jähr zu arbeiten
erlaßen werden.
4.
Vierdtens, deßgleicheu sol auch ein frembder, wenn er eines meisters wittib oder tochter heurathet, dieses
zum besten haben, daß er anstatt der im andern punet außgesetzten sechs jähr nur drey jähr, iedoch wie vor-
gedacht nur in einer oder nur in zwey werckstätten, arbeiten dürffe ; er sol aber solches denen ehesten bey Zeiten
andeuten. „
5.
Fünfftens, bey einer wittib sollen zwar keinem die meisterjahre anzufangen verschrieben werden, wenn
aber der meister, bey welchem er seine zeit einschreiben laßen, vor außgang der zeit stürbe, so sol ihme unver-
wehret sein, dieselbigen bey deßen nachgclaßenen wittib zu continuiren, auch gar zu ende zu bringen.
6.
Sechstens, ebener maßen sol auch einer wittwe frey stehen, einem jahr-arbeiter, wenn ihm der meister
(: bey welchem er sich anfangs die jähre hat schreiben laßen :) abschied gegebe», arbeit zu geben, daß er die
übrige zeit in ihrer werckstat vollends zubringe, jedoch daß sie zuvorhero seinen meister darumb bespreche, ob
er ihn selbst loß gelaßen oder ob der jahr-arbeiter auß leichtsinnigkeit undt von freyen stücken auß der jahres-
arbeit gegangen, wormit alle Unordnung und mißverständnüß verhüttet und auch in diesem punete denen Privilegien
kein eintrag gethan werde,
Siebendens sol weder meister noch wittib einen, der entweder dem mittel zu schaden selbst pfuscherey
getrieben oder bey hiesigen stöhrern undt pfuschern gearbeitet und vor kurtz oder lang beh'ülfflich gewesen, fördern,
sondern, so bald solches wißend wirdt, denselben wiederumb weg und von sich schaffen.
8.
Achtens, es sol auch hinführo kein meister keinen jungen auf weniger alß fünff jähr zu lernen an-
nehmen, es wäre denn eines hiesigen meisters söhn, welcher mit vier jähren seine lehre endigen kau.
9.
Neundtens, »rann ein meister stirbt, der einen lehrjungen schon aufgenommen hat, so sol deßen wittib
wohl befuget sein, daß dieser junge bey ihr die lehrjahre vollführen möge, nach derselbigen endigung aber sol
sie einen meister ersuchen, welcher Hin vor offener lade loß sage und sein verhalten vorbringe, jedoch behalten
wier miß undt unsern nachkommenden rathmannen bevor, solche artieul nach beschaff enheit der läufften und Zeiten
wiederumb zu ändern, zu mehren undt zu verbessern, wie auch gar oder zum theil abzuthuu vor jedermänniglich
ungehindert.
Zu uhrkundt haben wier unser der stadt innsiegel hieran hangen laßen, geschehen den fünff undt
zwanzigsten monathstag Augusti nach Christi nnsers einigen erlösers und seeligmachers genadem -eichen geburth
im siebenzehenh undert undt dritten jähre.
Bresl. Stadtarchiv, Abschriften und Konzepte unter Hs. O 200, 2 Nr. VI und O 200, 3 Nr. II. — Eine spätere
Abschrift in der Innungsurkundensammlung von 1737, S. 234— 241.
43. Ratsentscheidung betreffend den Gold- und Silberwaren-Verkauf durch die Venditer.
Vom 7. September 1703.
Die Breslauer Ratmannen bestimmen am 7. September 1703, dass die Venditer und Venditerinnen bei
Verlust der Ware und anderen empfindlichen Strafen weder Gold- noch Silberwaren oder Juwelen zum Wiederverkauf
einkaufen oder verfertigen lassen dürfen; sie sollen sich vielmehr auf alte Sachen beschränken, die ihnen, um Lohn
zu verkaufen, von Privatleuten übergeben werden.
Bresl. Stadtarchiv, eine spätere Abschrift in der Innungsurkundensammlung von 1737, S. 231 — 233.
44. Ratsentscheidung betreffend die Verwaltung der Innungskasse. Vom 6. März 1706.
Wier rathmanne etc. bekennen etc., demnach in verwiesenem JTOoten jähre die ehrbaren und kunstreichen
n. n. jüngsten meister des mittels der goldschmiede allhier wieder die auch ehrbare und kunstreiche Andreas
Scholtzen, Daniel Wolffen, Tobias Plackwitzen und Johann Jachmann als damahligc alltesten mehrmals klagende
sich beschwehret, daß einige von den gegenwärtigen und vorigen alltesten sich unterstanden, von denen ihnen zur
administration anvertrauten mitfelsgeldern ohne ihr der jüngsten vortrißen gegen schlechte bescheinigung einander
vorzuleihen, wie denn der Gottfried Heintzc saldier gestalt 164. thl., der inzwischen verstorbene Andreas Scholtze
auch 400 thl. schles. zu sich genommen, und deßwegen die alltesten zu dißfalliger Vertretung und herbeyschaffung
dieses abyangs, auch zur revision und iustification derer von 20 jähren her im mittel abgelesenen rechnungen,
extradirung des einen schlüßels zu des mittels laade und abschaffung anderer angegebenen mißbräuche von obrig-
keits wegen ernstlich anzuhalten gebethen.
201
Nachdem wir nun leicht abnehmen können, wie durch einen langwierigen process das mittel in viele
Unkosten und daneben in große Uneinigkeit gerathen würde, alß haben wier aller schädlichen uritläu/ftigkeit vor-
zukommen, zicey persohnen unsers rathscollegü zu untersuch- und beylegung aller bisherigen strittigkeiten depu-
tiret, welche durch ihre mühsame interpositiou alle differeutieu gehoben und dahin verglichen, daß
1. Weil des Gottfried Heintzes debitum von einhundert vierunds echtzig thl. schles. capital und des in-
zwischen verstorbenen Andreae Scholtzes von 400 thl. schles. von dem sämbtlichen mittel seiner wittib, der tugend-
samen Rosina Riegerin, bis auf ein drittheil nehmlich einhundert dreyunddreyßig thl. erlaßeue quantum zusammen
mit zweihundert siebenunduenutzig thl. schl. ä 36 gr: w: nunmehro würcklich wieder in die mittels-caßam geleget
worden, als erklähreu sich die jüngsten sambt und, sonders wohlbedächtig, daß weder itzt gemeldter Schuldposten
noch auch wegen der andern biß dato administrirter caßae-gclder (:als von welchen sie bey der von dem mittel
letzthin gehaltenen revision richtige rechnung gethan und am caßae -bestände gar kein abgang sich ereignet:) sie
die itzige noch künftige älltesten noch deren erben auf keinerlei/ arth und weise weiter belangen, sondern sie
hiemit kräfftigst quif, loß und leedig gesprochen haben wollen.
2. Womit auch hiuführo die älltesten weder von ihren neben-alltesten noch iemand anderen wegen einigen
darlehns auß der laade mögen angelauffen werden, hat ein gaut.:rs mitte! einhellig geschloßen, daß, wann allenfalls
gutte gelegenheit sich zeigte, etwas von mittelsgelderu sicher und nutzbar anzulegen, es dennoch nicht anders als
mit einwilligung und genehmhabung des sämbtlichen mittels geschehen solle, wiedrigen falls sie älltesten, daferne
auf diese oder andere tveise dem mittel einiger schade zustoßen sollte, so wohl alle vor einen alß einer vor alle
zu zahlen auch alle und iede Unkosten völlig zu ersetzen bey Verpfändung alles ihres Vermögens, worinnen das
immer bestehe, ohne einige wiederrede haßten und verbunden seyn sollen, wie nun
3. Die jüngsten zu denen älltesten das gewiße vertrauen haben, daß sie ferner hin der caßae gewissen-
haft und treüest vorstehen icerden, so überlaßen sie ihnen zwar wie vormahls dieselbe nebens denen schlüßeln, zu
Verhüttung aber, daß nicht einer von dem andern gefähret werden möge, so sollen alle und iede von dem mittel
zusammen gebrachte gellder in einer laade bey dem ober-älltesten, der das ambt hat, verwahret, von denen dazu
gehörigen drey schlüßeln aber diesem keiner, sondern iedwedem seiner drey neben-alltesten einer und keinem alle
drey schlüßel zugleich iveder auf kurtze noch lange zeit in den hiindeu gelaßen werden.
4. Die von bey den theilen des numehro beygelegten unvernehmens wegen verwendete Unkosten sollen auß
der commun-caßä entrichtet und gutt gethan, und endlichen
5. Alles deßeu, was etwa zwischen ihnen allerseits bißher unglimpfliches paßiret, vergeßen noch das
mindeste bey Vermeidung obrigkeitl. bestraffung weider gedacht werden, vielmehr die jüngsten denen eltesten mit
gebührendem respect begegnen und ein jeder möglichsten fleißes zu des mittels auffnehmen, mit denen andern in
gott wohlgefälliger einbracht und freundtschaft zu leben, sich angelegen seyn laßen.
Wie nun sämbtliche ällteste und jüngste vorstehendes alles freywillig eingegangen und, unwiederruffiieh
diesem vergleich in allen puneten und clausuln nachzuleben, einander mit hand und mund versprochen, unß auch
umb obrigkeitl. bestätigung dieses ihres vor unsern deputirten getroffnen und vor unß gerichtl. wiederholten ab-
kommens gebührends ersuchet, alß haben wier solches alles hiermit ratihabiren auch die confirmation dieses
reeeßus unter unserem der Stadt innsiegel wohlwißentlich ertheilen wollen, geschehen und gegeben den sechsten
monatstag Martii nach Christi unsers einigen erlösers und seeligmachers genadeur eichen geburth im siebenzehen-
hundert und sechsten jähre etc.
Bresl. Stadtarchiv, Liber definitionum, Bd. XI fol. 35b— 37a. Eine spätere Abschrift in der Innungs-
urktindensammlung von 1737, S. 241— 249.
45. Vergleich des Mittels der Goldschmiede wegen Haltung eines dritten Geseilens. Geschlossen
am Quartal Trinitatis 1709.
Nachdehme laut unser alten allerguädigsten ertheilten kayserl. königl. auch hochfürstl. Privilegien eß
allemahl bey unserm löbl. mittel der goldtschmieäe alliier in Breßlau etc. etc. sein bewenden gehabt, daß ein
incorporirter mittelßgenoß sich enthalten solte, mehr nicht alß zicey gesellen auff einmahl zufödern oder in arbeit
zuhalten, so hat sichß doch einige zeit hero zugetragen, daß diese sehr nützliche Ordnung gantz ausser äugen
gesetzt worden undt ihrer etliche auß unserm mittel zu 3 oder 4 gesellen ohne einige außbittung oder erlaubuüß
deß verordneten obereisten gehalten, äahero den viele klagen undt beschwerden von einem oder dem andern ein-
gelauffen.
Solcher Unordnung nun zu steureu, so haben sich die sämbtlichen eisten undt jüngsten vereinbahret undt
diesen Schluß gemacht: alß pro Imo, eß solte sich kein jüngster forthin mehr unterstehen, mehr alß obgedachte
zwey gesellen laut unsern alten Privilegien auff einmahl in arbeit zunehmen, bey gelegenheit aber, daß einem
oder dem andern einige viele arbeit angediengt würde undt er solche mit denen ordentlichen zwey gesellen nicht
bestreitten könte, so solte demselbigeu denn frey stehen, noch einen dritten zu den zweyen anzunehmen, jedoch
mit der bedingung undt außnahme, daß er selbst zu dehme der zeit vorgesetzten obereltesten gehen solte, den-
selben darum ansprechen undt den dritten gesellen notiren lassen, davor aber dem mittel zum besten wöchentlich
einen halben reichsthaler oder 15 silbergroschen gerechnet, so lang alß er solchen in arbeit hält, erlegen, so fern
er ihn aber nicht mehr von nöthen hätte, sohl er solcheß gleichfalß dem obereisten anmelden, damit er wieder
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abgeschrieben werden könne undt also vor die versessene wochen bey nachfolgendem quartal allemahl mit so viel
halben reichsthalern, alß er den gesellen Wochen in arbeit gehabt, entrichtet werden könne, damit alle Unordnung
tmdt mißgunst bey unserm löblichen mittel vermieden auch die schweren aufgelegten Soldaten- undt classen-gelder
dadurch erleichtert werden können, so fern einer aber den dritten gesellen verschweigen solte, sohlen vor eine
woche ein reichsthaler undt, wo mehrere verschwigen, 6 reichsthaler zur straffe erlegt werden; denen eltesten aber
sohl laut alten Privilegien ein dritter geselle zuhalten erlaubt sein.
2do sohl auch ein außgelernter gesell, ob er gleich eineß hiesigen goldtsclnnidts söhn wäre, nicht frey
gerechnet werden neben zwey andern gesellen zu arbeiten, eß sey denn, daß eß bey seinem leiblichen vater sey,
sonsten aber sohl er eben wie ein fremder wöchentlich mit einem halben reichsthaler vergeben werden; ein auß-
gelehrnter aber sohl frey sein 1ji jähr bey seinem lehrherrn zuarbeiten.
3tio sohl auch keiner, der daß hiesige meisterstück gemacht hat, vor keinen meister gelten, wofern er
nicht seine wohnung undt laden hat, ob er gleich sein bärgerrecht erlanget hätte, undt also demselben nicht frey
stehen, in stelle eineß meisterß sondern wie ein ander geselle arbeiten undt, dafem er nebst zwey andern gesellen
in einem laden arbeiten thäte, gleichsam mit einem halben reichsthaler wöchentlich vergeben werden muß.
Daß dieseß alleß von denen verordneten eisten undt sämbtlichen jüngsten irürcklich abgeredt undt be-
schlossen toorden, auch da) über festzuhalten sich vereinbahret, bezeuget eineß jeden hirunter gestelte eigene handt-
undt unter schrifft. geschehen in Breßlau im quartal Trinitatis anno 1709.
Dann folgt eine Liste sämtlicher Innungsmeister von 1709 — 1738; abgedruckt (mit einigen Fehlern) in
Schlesiens Vorzeit, Bd. VII S. 142 f.
Bresl. Stadtarchiv, Innungsurkundensammlung, Hs. O 200,2 (Nr. XIII a). Original des Vertrages mit den
eigenhändigen Unterschriften der Innungsmeister.
46. Schreiben der Innung an den Rat betreffend die von den Kaufmannsältesten geführte
Beschwerde, dass die Breslauer Gold- und Silberarbeiter auswärtige Goldschmiedearbeiten beziehen.
Von 1709.
Die Goldschmiede wehren sich auf das energischste gegen die Zumutung, auswärts bei ihren Handwerks-
genossen nicht arbeiten lassen zu dürfen.
Bresl. Stadtarchiv, Innungsurkundensammlung, Hs. O 200,2 (Nr. VII).
47. Bericht des Rates an das Kgl. Oberamt betreffend die Silberprobe der Breslauer Gold-
schmiedearbeiten. Vom 31. Oktober 1716.
Das Kgl. Oberamt fordert auf Befehl des Kaisers von dem Breslauer Rat einen Bericht über die Probe,
Beschau und Zeichnung der hiesigen Goldschmiedearbeiten. Die Ratmannen lassen sich daraufhin einen Bericht
von den hiesigen Goldschmieden anfertigen, der angibt,
daß von alters her allhier kein anders alß vierzehen - löthiges Silber gearbeitet, nachgehendts aber von einiger zeit
her, weil viel geringhaltiges silber anhero gebracht worden, so die allhiesigen goldschmiede nicht in arbeit nehmen
dörffen, auf derselben beschwerführen, daß solches silber denen pfuschern zu verarbeiten gegeben, dadurch aber sie
an ihrer nahrung gar sehr geschwächet würden, auch dreyzehen- löthiges und zum verkauf zwölf -löthiges silber zu
arbeiten denenselben verstattet worden, da denn, was die besichtigung, approbir und zeiclnmng anbetrifft, bey dem
mittel ein gewißer sogenannter zeichen-meister bestellet, dem die verfertigte arbeit überbracht, von demselben aber
nach geschehener Untersuchung nebst des meisters nahmen und zwar das vierzehen-löthige mit dem Buchstaben W,
das zwölff-löthige aber mit dem johannis-haubte signiret und gezeichnet, itzo auch zu noch mehrer Verhüttung alles
unterschleifs annoch ein besonderer buchstaben dazu geschlagen wirdt.
Dann folgt eine Rechtfertigung und Befürwortung dieser Silberproben von Seiten des Rates. Am Schlüsse
wird der Bericht benutzt, wiederum Klagen wegen der Pfuscher dem Kgl. Oberamt zu unterbreiten. Den 31. Oktober
(3. November) 1716.
Bresl. Stadtarchiv, Innungsurkundensammlung von 1737, S. 270— 279. — Bresl. Kgl. Staatsarchiv (Rep. 13,
AA. VIII. 10k), Acta der Kgl. Commercien-Collegii-Registratur, fol. 2b— 3a.
48. Die Goldschmiede klagen gegen die Kaufmannschaft, weil diese bei fremden Goldschmieden
arbeiten lässt und solche Arbeiten öffentlich in der Stadt verkauft. Den 22. April 1720.
Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Stadt Breslau, II. lOd. 4.
49. Antwort der Kaufmannschaft auf die von den Goldschmieden gegen sie eingereichte
Klageschrift. Vom 11. Oktober 1720 und Gegenantwort der Goldschmiede vom 11. Dezember 1720.
Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Stadt Breslau, II. lOd. 4.
50. Ratsentscheidung in einem Streite zwischen den Goldschmieden und Kaufleuten wegen
des Handels mit Gold- und Silberwaren. Vom 21. Juli 1721.
Die Breslauer Ratmannen entscheiden am 21. Juli 1721 in betreff des Handels mit Gold- und Silberwaren,
203
daß klaffendes mittel der goldschmiede zwar bey der eingeführten Verfertigung der goldt- und silberivaare heg
denen allhiesigen mittelsverwandten und deren verkaujfung zu laßen, iedoch sich der einführe frembder gold- und
silbencaare und der Handlung mit derselben zum nachtheil der hiesigen handelschafft und juwelierer gäntzlich zu
enthalten schuldig.
Bresl. Stadtarchiv, Iniiungsurkundensamnilung von 1737, S. 279— 283.
51. Schreiben des Kgl. Commercien-Collegiums an den Rat der Stadt Breslau betreffend den
Mindergehalt der dortigen Goldschmiedearbeiten. Vom 4. Juli 1727.
Das Kgl. Cominercien-Collegium erachtet es für notwendig, das Breslauer Goldschmiedemittel zur Rede
zu stellen,
da das silber unter dem probzeichen des johannishauptes und des W verarbeitet und das erstere 12, das letztere
aber 14 loth fein an der marck halten solle, auch davor verkauffet werde, warumb das johannishaupt nicht
einmal ll1^ und das W 13x\2 loth an der marck, sondern meistens nur 4, 5 bis 6 Pfennige über 11 und
respective 13 loth halte, und wann sie ihre legirung nicht nach der Capelle, sondern dem nadelstrich machen,
warumb sie solche nicht nach der 12-löthigen nadel regidiren, sondern nur eine lllj^-löthige nadel in bereit-
schafft halten, dergestalt aber, da die legirung nach dem usitirten lli/2-löthigen nadelstich so accurat nicht zu-
treffen kan, sondern der silberstrich niemahls beßer, wohl aber geringer als besagte nadel zu seyn pfleget, das
publicum bey jeder marck mehr denn umb ein halb loth verkvrtzen. . . Breßlau d. 4. Julii anno 1727 (praes.
d. 15. Jul: 1727).
Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Acta der Kgl. Commercien-Collegii-Registratur (Rep. 13, AA. VIII. 10k), fol. 26—28;
vgl. auch die vorhergehenden Korrespondenzen fol. 14 — 25. Bresl. Stadtarchiv, Innungsurkundensammlung,
Hs. O 200,2 (Nr. VIII).
52. Bericht des Mittels an den Rat, veranlasst durch die von dem Kgl. Commercien-Collegium
am 4. Juli 1727 geführte Beschwerde wegen des Mindergehaltes der hiesigen Silberwaren. Vom
23, 24. Juli 1727.
Wir haben aus dem uns hoch geneigtest communicirtem schreiben eines hochlobl: kagser und, königl: Com-
merden collegii nicht sonder große bekümmerniiß ersehen, welcher gestalt unß von einer hochlobl: kagser und königl.
hoffeammer imputiret werden ivollen, samt würde von unß das silber in gehörigem halt nicht verarbeitet, die
pagamenten auffyekauffet und in anderem mehr excediret, weßhalb denn unser allkiesiges mittel darüber ver-
nommen werden und so wohl wegen der allhiesigen probe-zeichen des Johannis -hauptes und des W, als auch
der streichnadel bericht abstatten solle, wie wir nun auff die deßhalb an unß von eur hoch edel gestr: ergangene
Verordnung nicht unterlaßen wollen, den dießfahls verlangten bericht hiermit unterthänig gehorsamst abzu-
statten, allso haben wir einem hoch edlen gestr: rathe, was zuförderst die allhiesige Silberproben anbelanget,
gehorsamst vorstellig machen sollen, daß, da die 14-löthige probe ohne macherlohn vor 16 sgr: und die 12-löthige
vor 14 sgr: im kauffe ist, wir ohnmöglich vor diesen preiß, wo wir unß nicht gäntzlich ruiniren wollen, die
proben gantz vollkommen 12- oder 14-löthig machen und legiren können, wie denn auch in allen reichs- und
anderen städten die proben niemahlen gantz vollkommen gearbeitet werden, allermaßen sich der hohe preiß des
fein silbers der marck nach auff 10 f. belauffet und dieses zwahr wegen des erhöhten geldes, da der reichs-
thaler 40 silbergroschen gilt, wie wir denn auch in continenti eine probe machen und darthun können, daß, du
wir der ietzigen legirung nach die marck 12-löthigen silbers vor 7 f. (rthl.) 14 sgr. verkauffen, dennoch an ieglicher
marck 4 bis 5 sgr. schaden leiden mäßen, allermaßen 12 loth fein silber ä 10 f. die marck f. 7.15 sgr. gilt,
die 4 loth kupffer-zusatz f: — : 2 sgr. und wegen des fein silbers abzug und schmeltzer-lohn f: — : 2 sgr., allso
die marck zusammen f. 7,19 sgr. zu stehen, unser Verlust aber dabey, wie oben gedacht worden, dem ietzigen ver-
kauffe und ptreiße nach auff 5 sgr. kommet; woraus denn eur hoch edel gestr: ohnschiver ermeßen können, wie
hoch sich unser schade belauffen würde, wann wir vollkommen 12- und 14-löthige proben machen sollen, da icir
albereits der ietzigen probe nach schon etliche silbergroschen an jeder marck schaden leiden müßen . . .
Hieran reihen sich auf Grund obiger Auseinandersetzung noch weitere Erörterungen, die den von dem
Mittel zugelassenen Feingehalt des Silbers rechtfertigen sollen, so z. B. der Handel mit Polen. Das Schreiben ist
von sämtlichen Meistern der Goldschmiede-Innung eigenhändig unterzeichnet. Ausgefertigt am 23. /24. Juli, praes.
am 27. August 1727. Der Breslauer Rat stimmt am 30. August 1727 in seiner Antwort an das Kgl. Commercien-
Collegium obigem Berichte bei und hebt hervor, „daß es bey der zeitherigen einrichtung mit den hiesigen proben
und deren Verarbeitung propter immines periculum cessationis commercii cum Polonis sein bewenden haben könne".
Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Acta der Kgl. Commercien-Collegii-Registratur (Rep. 13, AA. VIII. 10k), fol. 31— 42;
vgl. auch fol. 44 — 59. - Bresl. Stadtarchiv, Innungsurkundensammlung von 1737, S. 321 — 324; desgl. Heft II Nr. IX
und Heft III Nr. III.
53. Den Goldschmiede-Ältesten wird vom Breslauer Rate das kirchliche Geläute bei ihrem
und ihrer Angehörigen Begräbnis „de casu in casum" gestattet. Den 17. November 1727.
Bresl. Stadtarchiv, Innungsurkundensammlung von 1737, S. 324 — 328.
26*
204
54. „Ohnmaßgebliche Combinir und Gegeneinanderhaltung derer allergnädigsten Kayser
und Königl: Innungs-Articuln [gedrucktes Generalhandwerks-Patent vom 16. Oktober 1731] und derer
allhiesigen Gold- und Sillber- Arbeiter ihrer Kayser und Königl: Privilegien". Von 1731.
Articulus I.
Dieses alles stimmet mitt ihren privilegiis überein, wird auch bey
einem lobl: mittel iederzeit allso gehalten.
Wegen der beysitzer und daß keine
mittels zusammenkimffte ohne denselben
veranstalltet werden sollen.
Articulus II.
lmo. Wegen des aufftreibens und
austretens der gesellen.
2do. Wegen des geburthsbrieffes
derer lehrjungen.
3tio. Wegen annehm und ausfertti-
gung der kundschafft vor die gesellen.
Articulus III.
Wegen des lehrorths, wann einer
sein handwerck bey einem ehrlichen
meister erlernet.
Articulus IV.
Welche personen ein handiverck
zu erlernen fähig oder davon aus-
geschloßen seyn sollen.
Articulus V.
Wegen bezüchtigung eines meisters
und gesellens, weme die iudicatur zu-
stehe.
Dieses verboth kommet mitt unsern privilegiis auch überein und zwahr
articul.
Dieses tvird bey unserem mittel ebenfahls so gehalten.
Wird ohumaßgeblich hierbey zu errinnern seyn, daß, was das allhiesige
mittel derer gold- und sillber-arbeiier und, derer mittels-genoßen anbetrifft,
dieser passus wegen der kundschafft nicht füglich auff dieselbigen zu exten-
diren ist, tveilen
lmo. wie bekamt die gold- und sillber-arbeiter sowohl hier als in andern
königreichen und hindern nicht proprie unter die gemeinen handwercker ge-
zogen sondern vielmehr unter die künstler gerechnet iverden, daher es dann
auch kommet, daß pro
2do ihre leute und gesellen keine so ordentliche wanderszeit oder
Wanderung von einem orthe zum andern haben, als wie andere handwercks-
purschen. anerworgen, ob ihre gesellen zwahr wohl auch auff ihre pro-
fession reisen, so können sie doch nicht in ieder provincial- oder land-stadt
gleich andern handwerckern auff ihre profession, als welche in dergleichen
orthen wenig oder wohl gar nicht getrieben wird, einwanden, sondern weil
diese profession und die größten künstler von derselben nur allein in denen
großen und vornehmen reichs- und residenz-städten, besonders aber in Holl-
und Engeland, Franckreich und Italien angetroffen werden, so müßen auch
unsere professions-verwandten leediglich ihre reise nach solchen örthern
einrichten, weilen nun aber in allen diesen ausländischen örthern und
weit entlegenen königreichen und ländern dergleichen kund schafft gar nicht
üblich auch wohl schwerlich gebräuchlich oder introduciret iverden wird,
so kan auch das so gutte absehen, worauff sich die ertheilung der kund-
schafften fundiret, bey unsern professions-verwandten nicht appliciret
werden, weder daß die von hierweg und ettwa nach Holl- und Engeland
oder in andere auswärtige provincien und länder gehende gesellen eine der-
gleichen kundschafft mittnehmen, noch auch wann aus dergleichen örthern
andere anhero kommen, solche kundschafften, weilen alldorten keine ertheilet
werden, mittbringen können, und weilen es auch sehr öffters geschiehet, daß,
wann allhier mangel an gesellen ist, mancher von unsern mittgenoßen einen
auch wohl mehrere gesellen aus Holl- und Eugeland oder andern dergleichen
orthen, wo keine kundschafften ertheilet werden, mitt großen Unkosten ver-
schreiben muß, so würde es alsdann vor unser mittel ein sehr großer an-
stoß und vor denjenigen, welcher einen gesellen verschrieben, ein unüber-
windlicher schade seyn, wann ein dergleichen expresse verschriebener und
anhero kommender geselle wegen ermangelnder kundschafft allhier nicht in
arbeit genommen werden sollte oder dürffte.
Darwieder hat unser mittel, es mag der geselle hier oder anderswerts
gelernet haben, nichts einzuwenden.
Die Innung erklärt sich gegen die Zulassung von unfähigen Leuten.
Die Innung meint, dass bei grossem Ungehorsam die Obrigkeit, bei
geringen Bezüchtigungen das Mittel selbst richterlich eingreifen soll.
205
Articulus VI.
Wegen dbschaffung der haupt-
laden.
Articulus VII.
Wegen der geschenckten und un-
geschenckten handwercken.
Articulus VIII.
\»io. I)i mas Vorfällen, von wem.
und wie die hestraffung vorzunehmen.
2do. Wohin die geldstraffen zu ver-
wenden.
Articulus IX.
Wegen loßlaßung der lehrjungen,
item wegen deren dabey vorfallenden
ungebührlichen gebraucht :u .
2do, Wegen einiger und anderer
clausuln in den geburthsbrieffeu.
3tio. Wegen mtersagung des degen*
tragens, ratione derer gesellen.
4t°. Daß das dienen eines gesellen
außer dem handwercke demselben
unschädlich seyn solle.
5to. Daß denen obrigkeiten frey
stehen solle, ihre uuterthaneu ein
handwerck lernen zu laßen ohne
nachtheil ihres unterthüuigkeit-
rechtens.
Articulus X.
lmo. Daß die gesellen die meister
nicht vorfordern sollen.
2do. Die denen angehenden meistern
auffb'ürdeude Verschwiegenheit deren
zunfftsgeheimnüßen.
Articulus XI.
Wegen der unehelich erzeugten
kinder und legitimirteu personen,
und daß dieselbteu ohne unterscheid
zu denen handwercken zugelaßen und
denen ehelichen gleich geachtet werden
sollen.
Articulus XII.
Wegen verferttigung der meister-
stucke.
Articulus XIII.
Gehet die allhiesigen gold- und sillbcr-arbeiter, weil kein auswärtiges
mittel bey ihnen incorporirt ist, nichts an. was aber die correspondenz
anbelangt, wann ettwa von einem andern orthe ein schreiben an unser
allhiesiges mittel einlaufft, so ist es vorhero schon so bräuchlich gewesen,
daß selbtes durch einen von denen raths-secretariis praesentiret und ge-
öffnet wird.
Hierbey hat das mittel der goldschmiede als künstler garnichts zu
errinnem.
Die Innung wünscht, dass die bisherigen Gewohnheiten bestehen
bleiben.
Sie sollen der Zunftlade zu Gute kommen.
Was diesen articulum anlangt, so tvird es bey unserm mittel wegen
loß sagung der lehr jungen nicht so gar stricte genommen, und kommet dabey
ettica auff eine so wenige zeit nicht an. desgleichen hat auch unser mittel
bey dem gesellenmachen garkeine dergleichen lächerliche, ärgerliche oder
unerbahre gebrauche.
Man verlanget auch in denen geburthsbrieffeu keine außerordentliche,
clausuln sondern nur die gewöhnlichen.
Was nun aber diesen passum anbetrifft, so ist schon oben errinnert
worden, daß der gold- und sillber-arbeiter ihre professions-verwandten und
gesellen nicht unter die andern handwercks-pursche zu mengen, folglich aber
auch denenselbten nicht alles das zu verbitten ist, ivas jenen, untersaget
wird, und allso würde wegen erlaubnüß des degentragens als künstlern
bey hinkünfftiger coufirmation derer privilegiorum innständigst anzuhalten
seyn.
Dieses concemiret unsere profession wenig oder garnicht, denn weilen
unser nahrung schwerlich ohne eine werckstadt getrieben werden kan, . . .
Die Innung erklärt sich durchaus gegen die Zulassung von Leuten, die
im Abhängigkeitsverhältnis zu einer Grund- oder Erbherrschaft stehen.
Dieses ist bey unserm mittel niemahlen bräuchlich gewesen, . . .
Ist bey uns auch niemahlen so genau anbefohlen oder beobachtet
worden, auser dem verboth, daß sich meister und gesellen nicht zu denen
pfuschern halten, . . .
Weil dieser articulus allen alten mittels-privilegiis contrair ist, so
wird zu erwarten seyn, was generaliter von denen zünfften und zechen
dabey vorgetragen werden wird.
Dieser articulus ist sowohl denen alten privilegiis, als worinnen
selbsten wegen tauglicher und zum verkauff dienlicher meister stücke ge-
handelt worden, gautz conform und dabey meines erachtens nichts zu be-
obachten.
Dieser gantze weittläufftige articulus gehet unsere profession in den
wenigsten stücken au, ausgenommen was die praeferenz derer meisters-
söhne anbetrifft.
Bresl. Stadtarchiv, Innungsurkundensammlung, Hs. O 200,2 (Nr. X).
206
55. Der Kaiser verlangt eine Spezifikation aller schlesischen Goldschmiede und untersagt
„ad interim" die Rezeption neuer Meister. Den 20. Dezember 1731.
Bresl. Stadtarchiv, Innungsurkundensammlung von 1737, S. 329—331.
56. Petition um Erlaubnis einer ferneren freien Rezeption von Mittelsmeistern. Vom
13. Februar 1732.
Am Schluss der Petition die Unterschriften der Innungsmeister von 1732; abgedruckt in Schlesiens Vor-
zeit, Bd. VII S. 143 f.
Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Stadt Breslau, II. lOd.
57. Bericht des Magistrats an das Kgl. Oberamt betreffend die Spezifikation der schlesischen
Goldschmiede und das Verbot der Rezeption von neuen Meistern. Den 15. Februar 1732.
Der Rat berichtet, dass alle Goldschmiede, die unter der Jurisdiktion der Stadt Breslau leben und selbst-
ständig arbeiten, der Innung angehören, klagt ferner über die Pfuscher auf den geistlichen Gütern und über die
Juden, die Gold- und Silberhandel treiben, und bittet schliesslich im Interesse der Goldschmiedezunft, dass das „ad
interim" gegebene Verbot der Meisterrezeption wieder aufgehoben werden möchte. Den 15. Februar 1732.
Bresl. Stadtarchiv, Innungsurkundensammlung von 1737, S. 332 — 336.
58. Schreiben der Innung an den Rat betreffend das General-Handwerks-Patent von 1731
und die Bestätigung von zwei neuen Privilegien. Vom 10. November 1732.
Die Innung überreicht dem Rate ein Exemplar der Mittelsprivilegien mit dem Bemerken, dass in ihnen
nichts enthalten ist, so dem General-Handwerks-Patent zuwider ist. Ferner, da der Kaiser gewillt sei, den Zünften
ihre Privilegien zu confirmieren bittet die Innung den Rat, dem Kaiser noch, zwei weitere Artikel zur Bestätigung
vorzulegen und zwar,
1. dass kein einziger, er sei wer er wolle, die Schwertfeger inbegriffen, der nicht ihrer Profession zugethan
ist, Gold und Silber verarbeiten darf,
2. dass ihren Gesellen das Degentragen gestattet werde, da die Gold- und Silberatbeiter jederzeit und
allerorten unter die Künstler gerechnet werden und ihnen in Holland und England sowie in allen
Residenzstädten Deutschlands, besonders in Wien das Tragen eines Degens erlaubt ist.
Am Schlüsse ist dem Schreiben noch ein Bericht über das Honorar des Innungsbeisitzers sowie vorher
eine Spezifikation der gebräuchlichen Meisterstücke beigefügt, in der es heisst, dass ein Goldarbeiter
1. einen wohl und fein gearbeiteten kirchenkelch,
2. einen durchbrochenen amulirten ring,
3. ein Siegel oder pettschafft machen und verfertigen muß.
Ein sillberarbeiter aber verfertiget an statt des kelches einen sillbernen pocal nebst obberühmten andern
beyden stücken, iedoch wird bey dem sillberarbeiter das meiste auff die Verfertigung des pocals gesehen.
Den 10. November 1732.
Bresl. Stadtarchiv, Konzept des Schreibens in der Innnungsurkundensammlung, Hs. O 200,2 (Nr. XI).
59. Neue Innungs-Artikel der Breslauer Gold- und Silberarbeiter, aufgesetzt im Mai und
vom Rate bestätigt am 13. Dezember 1735.
Caput I.
Von den lehrjungen.
Articel 1.
Wann ein kndbe verhanden, so die kunst eines gold- oder silber-arbeiters zuerlernen entschloßen und
mit den erforderlichen uhrkunden seines ehrlichen herkommens und gutten Verhaltens der gebühr nach versehen
ist, soll derselbe es zuförderst bey einem meister eine zeit lang versuchen, jedoch die zeit dieser probe zu ver-
meidung aller sonst daher zu besorgenden inconvenientien sich über drey monath ' lang nicht erstrecken, sondern nach
verlauf derselben der meister diesen seinen lehrling entweder gäntzlich wiederumb zu dimittiren oder auf sechs
nach einander folgende jähre in die lehre ordentlich aufzunehmen und solches nebst producirnng des geburthsbriefes
bey gehaltenem quartal vor dem sämbtlichen mittel einschreiben zu laßen schädig und verbunden seyn.
Articel 2.
Jedoch stehet einem jeden meister frey, seinem lehrling, auf den fall er sich eines gewißen lehrgeldes
wegen mit ihm annehmlich vergleichen, eines von diesen 6 jähren nach gefallen zuerlaßen, und erleget der lehr-
Kng sowohl in diesem als auch im ersteren falle überhaupt vom einschreiben drey floren rheinländisch, bestellet
auch durch taugliche bürgen caution auf dreyßig floren rheinisch, daß er die ihm verschriebene lehrjahre redlich
aushalten und wehrender solcher zeit sich gegen männiglich, vornehmlich aber gegen seinen lehrmeister getreu und
(/ehorsani erzeigen wolle.
Articel 3.
Würde aber ein dergleichen lehrling vor ausgang dieser zeit ohne erhebliche Ursachen aus der lehre
treten, soll er nach innhalt der alten kayserl. confirmirten Privilegien seines handwercks dadurch gäntzlich ver-
lustig seyn und iveiter bey der zeche nicht angenommen werden, auch da er über dieses noch seinem meister ein
207
und das andere veruntreutet hätte, diesem sich seines erlittenen Schadens halben nach obrigkeitlicher erkänntniß an
denen bürgen zu erholen, unbenommen seyn.
Articel 4.
Übrigens soll kein meister mehr als zwey jungen auf einmahl in die lehre zu haben berechtiget seyn,
sondern mit der aufnehmung eines neuen sich in so lange gedulden, biß einer von diesen ziveyen wiederum loß-
yesprochen worden, und bloß allein denen verordneten vier zunffts-eltesten zu etwelcher consolation wegen ihrer
in des mittels angele genheiten vielfältig habenden versäumniße das beneficium angedeyhen, daß sie nach belieben
neben bey noch den dritten jungen halten mögen.
Articel 5.
Wie dann auch eines meisters söhn, der bey seinem vatter das handwerck erlernet, unter diesen zahlen
keinesweges zurechnen ist, und wenn auch schon deßen vatter vor ablauf der lehr zeit mit tode abgienge, bey
einem andern meister dem unerachtet, daß solcher schon mit zwey andern lehrjungen versehen wäre, neben bey
ungehindert vollends auslernen kan.
Articel 6.
Hat nun ein lehrjunge die ihm verschriebene lehrzeit richtig ausgehalten und binnen derselben sich der
gebühr nach aufgeführet, soll deßen freysprechung gegen erlegung f'ünff floren rheinisch 'wiederum vor den gantzen
mittel an gehaltenen quartal geschehen und nach deßen erfolg diesem neuen gesellen frey stehen, entireder bey
seinem bisherigen lehrmeister mit deßen glitten willen noch ferner in arbeit zuverbleiben oder bey einem andern
allhiesigen meister dergleichen zu suchen oder auch nach gefallen seine wanderschafft allsogleich anzutreten.
Caput II.
Von den gesellen.
Articel 1.
Und ob zwar die gesellen dieses geicerckes weder an eine ordentliche brüderschafft noch gewieße bey
andern zünfften übliche reguln gebunden sind noch auch bey deren einwanderung respectu des umschauens eine besondere
Ordnung gehalten wird, sondern einem jeden frey stehet, bey seiner anherokunfft arbeit zu suchen, wo und in
welcher werckstädte er die erlangen kan, so soll dennoch keinem von frembdes anhero kommenden gesellen, er
sey denn mit einer richtigen kundschafft und anderen vermöge der kayserl. handwercks-generalieu erforderlichen
uhrkunden versehen, arbeit verstattet, derjenige aber, so aus einer allhiesigen werckstadt in die andere tretteu
will, anderer gestalt nicht als mit vorwißen seines meisters, bey dem er zuvor gearbeitet, angenommen werden.
Articel 2.
Desgleichen soll kein meister ('.außerhalb denen vier eltesten, als denen oben ad cap. \mo art. 4tum an-
geführeten Ursachen auch der dritte zu halten erlaubet ist:) neben denen ztvey lehrjungen mehr als zwey gesellen
zu fördern berechtiget seyn, umb womit nicht einem allein die arbeit zufallen, sondern der arme zugleich neben
dem reichen seinen unterhalt finden und zum beytrag derer kayserl. anlagen und anderer onerum publicorum fähig
gemachet werden möge.
Articel 3.
Wäre aber die arbeit zu überhäuffet, daß einer solche mit seinen ihme zugelaßenen vier gesinden nicht
bestreiten könnte, stehet ihme frey, sich des beystandes seiner mittmeister, keinesiceges aber der arbeit eines
stöhrers und pfuschers darinnen zu bedienen und durch deren beyhülffe seine kundleuthe der gebühr nach
zu fördern.
Caput III.
Von denen meistern und ihren Schuldigkeiten.
Articel 1.
Es soll aber ein jeder, der bey dieser profession in allhiesiger stadt zum meister-recht gelangen will,
sich deshalb bey dem sämbtlichen mittel am gehaltenen quartal gebühr ends anmelden, seinen geburths- und lehr-
brief in orginali vorzeigen und, daß er 6 nach einander folgende jähr vor yeselle gearbeitet, auch unter dieser
zeit wenigstens vier jähr lang seine provession in der frembde exeotiret, gebührends bescheinigen und, da es mit
allem diesem seine richtigkeit hätte, gegen erlegung drey floren rheinisch einschreibegebühr zu Verfertigung der
meister-stücke unweigerlich admittiret teer den.
Articel 2.
Jedoch soll mittler zeit und so lange dieser darüber arbeitet kein anderer darzu gelaßen werden, somit i n
einer auf den andern zu warten verpflichtet seyn, eines allhiesigen meisters söhne aber, der sich mit einem
frembden zu gleicher zeit darum angemeldet, der Vorzug vor diesem billich verbleiben.
Articel 3.
Belangende die meister-stücke selbst:
Ein goldarbeiter
1. einen ring nach der neuesten facon mit einem, drey oder mehr diamanten oder mit einem petschier. mit
zierathen wohl ausgearbeitet, verschnitten und emailliret,
208
2. einen uhrhacken von gold, ungegoßen, nach der neuesten facon von zusammengesetzter arbeit mit oder ohne
figuren, jedoch sauber von laub- und bändelwerck, verschnitten und emailliret,
Ein galanterie-arbeiter, so nichts anders gelernet,
1. eine dose auf eine besondere arth nach der neuesten facon, verkrüpfft und mit einem feinen gewerbe ver-
sehen,
2. ein etuy oder besteck sambt zugehörungen und ein zahnstöcher-büchsel mit verschnittener arbeit oder-, wo
selbiger mit dem verschneiden nicht umzugehen wüste, wenigstens sauber aus gemachet und poliret,
Ein silber-arbeiter auf dem hatnmer
ein gißbecken und kanne nach der neuesten facon und ihme vorgezeigten visirung, verkripft und
sauber ausgearbeitet,
Ein silber-arbeiter von getriebener arbeit
hingegen einen silbernen kelch, wie solcher in den kirchen gebrauchet wird, nach der neuesten, facon,
sauber mit figuren, laub- und bändelwerck ausgearbeitet, die kappe gleichfalls getrieben und durchbrochen,
verfertigen muß. Articel 4
Und soll einem jeden stück-meister, sich eine eigene Zeichnung zu inventiren und denen eltesten zu ihrer
beurtheilung , ob es vor ein meister-stücke passiren könne, vorzuzeigen, frey gelaßen, allsodann aber auch derselbe
das meister-stücke nach diesem von ihm selbst inventirten riß accurat, sauber und ohne tadel mit eigener haud
und ohne sich jemanden helffen zulaßen, zuverfertigen obligiret seyn.
Articel 5.
Gleichwie nun die Verfertigung zu vorher- beschriebener meister-stücke nirgend anders als in der werck-
städte eines von denen mittel s-cltesten geschehen kan und dieser seinen werckzeug nebst kohlen und anderem zu-
gehör darzu hergeben muß, also ist auch der stiiek-arbeiter schuldig, sich deshalb mit ihm ins besondere an-
nehmlich zu/vergleichen, auch binnen einer zeit von 3 (4) monathen die meister-stücke vollkommen fertig zumachen
oder in entstehung deßen vor jede ivoehe, so er über die ausgesetzte zeit darüber zubringet, zwey fioren strafe zu
erlegen, es wäre dann, daß er durch kranckheit oder andere ehrhafte noth daran verhindert würde.
Articel 6.
Allermaßen denn auch auf solchen letztem fall die andern, so sich nach diesem erst angegeben, inzwischen
zu Verfertigung der stücke zu admittiren seyn, und wann dieser damit fertig, dem erstem nach ivieder erlangter
gesundheit oder hinweg Schaffung anderer hinderniße von neuem seine stück-arbeit vor die hand zunehmen unver-
schrenckt bleiben würde. . ,. . _
Articel /.
Nach Verfertigung dieser meister-stücke soll er solche in gehaltenem quartal dem sämbtlichen mittel vor-
zeigen und, wann er damit bestehet, ihm das meister-recht unweigerlich verstattet auch darauf dem magistrat zu
erlangung des bürgerrechts gebührends vorgestellet, im fall aber die meisterstücke nicht tauglich erfunden würden,
damit abgewiesen und noch ein jähr lang, um sich mittler zeit in seiner kunst beßer üben zu können, vor geselle
zu arbeiten anqehalten werden. , ,. , _
y Articel 8.
Sonst erleget derselbe vors einwerben und das gewöhnliche meister-eßen zusammen überhaupt einhundert
fioren rheinisch, eines meisters söhn aber und der eines meisters tochter oder wittib heurathet, nur die helffte
80 vieL Articel 9.
Hiernechst muß er angeloben, daß er sich sowohl denen kayserl. handwercks-generalien als auch denen
allhiesiegen mittels-verfaßungen in allem gemäß verhalten, den gewöhnlichen quartal-groschen nebst der zu bestreitung
derer Soldaten- und monath-qelder von jeden stück verarbeiteten gold oder Silbers bißheriger observantz nach zu
entrichten kommenden taxa jederzeit willig beytragen, wie nicht weniger alle übrige einem jungen bürger obliegende
praestanda der gebühr nach verrichten und denen vorgesetzten eltesten jederzeit mit gehörigem respect entgegen
gehen, auch in allen billichen dingen gehorsam leisten wolle und werde.
Articel 10.
Insonderheit soll er vermöge der alten Privilegien kein anders als allein 12- oder 14-löthiges silber
arbeiten und dahero zu Verhüttung alles besorglichen unterschleifs auf alle seine gefertigte arbeit, ehe und bevor
er solche verkanfft oder versendet, beydes, seinen nahmen als auch durch den ambtshabenden eltesten die probe
nebst dem gewöhnlichen zeichen, schlagen zu laßen schuldig und verbunden seyn bey obrigkeitlicher strafe, würde
aber ein oder die andere frembde herrschafft, wie öfters zugeschehen pfleget, von ei)iem allhiesigen meister 13-löfhige
arbeit, dergleichen in denen reichs-städten gemachet wird, ausdrücklich begehren, stehet ihm zwar frey, solche zu
verfertigen, jedoch daß er auch das darzu ins besondere verordnete zeichen darauf schlagen laße.
Articel 11.
Hingegen von meßing und kupffer auf gold- und silber-art becher, schaalen, wetschker-schlößer, meßer-
scheiden, löffei und anderes dergleichen zuverfertigen, solches zu versilbern oder zu vergolden, ist vermöge der
alten kayserl. confirmirten artieul bey vertust der arbeit und andern obrigkeitlichen strafe einem jeden meister
schlechter dinges untersaget, weil dergleichen nicht allein zu allerhand betrug gelegenheit geben, sondern auch das
allhiesige mittel in üblen credit setzen kan.
209
Articel 12.
Jedoch bleibet einem jeden, schmuck auf roß-zeug und uhren nebst anderen Sachen, bey denen kein betrug
zu besorgen, zu vergolden, gleich wie von alters herr also auch noch ferner hin frey gelaßen.
Articel 13.
Dieweil auch frembde gold, silber oder edelgesteine zukauffen gefährlich, auch öftermahlen große streitüg-
keiten dahero erirachsen, so soll ein jeder sich um so viel desto mehr in acht nehmen und für schaden hatten;
insonderheit aber nicht allein wann etwas dergleichen angesaget worden, sondern auch wenn es zum verkauf ge-
bracht und um einen schlechten werth ausgebothen würde, auch vermuthung an der per söhn sich ereignete, daß
dieselbe nicht das recht zum verkauffen hätte, solches allsobald anhalten, dem ambts-eltesten anmelden und zu-
stellen, dieser aber solches in der zechlade so lange in gutter Verwahrung aufbehalten, biß der eigenthumbsherr
mit geivießem gründe sich anmelden und das entwendete stück wieder fordern würde, dem es denn ohne eintzige
Verzögerung soll ausgefolget iverden.
Caput IV.
Von den gerechtsam des mittels der goldschmiede.
Articel, 1.
Sintemahlen aber nach innhalt der alten kayser und königlichen Privilegien das recht, in silber und gold
zu arbeiten, bloß allein denjenigen zustehet, so bey dem mittel der goldschmiede Innung haben, als hat es auch
dabey sein nochmaliges bewenden, und sollen vornehmlich die gürtler sich fernerweit nicht unterstehen, durch
Verfertigung silberner knöpfe dem mittel der goldschmiede an ihrer nahrung eintrag zuthun, wie nicht weniger
der Verfertigung allerhand arth vergoldeter ketten, als wodurch zu vielfältigen betrügereyen anlaß gegeben wird,
sich gäntzlich enthalten bey Vermeidung obrigkeitlicher strafe.
Articel 2.
Desgleichen bleibet die aufkauffung alles gold und Silbers, besonders an ketten, geschirren, bruch-, band-
und fadensilber, vermöge der allergnädigsten kayserlichen confirmation divi Leopoldi lmi glorwürdigster gedächtniß
de dato Wienn den 3ten Julij 1670, außerhalb der zeche der goldschmiede männiglich verbothen.
Articel 3.
Insonderheit sollen die allhiesigen so genannten venäiter edles handels mit gold und silberwerck sich
schlechter dinges enthalten, zumahleu die erfahrung gelehret, daß eines theils hierbey oftermahlen gestohlene Sachen
mit unter gelauffen und andern theils der consument durch die eingesehlepte pfuscher-waaren mit liederlichen silber
schändlich hintergangen worden.
Articel 4.
Wie denn auch niemanden freystehet, außerhalb jahrmarcktszeit frembde arbeit von silber oder golde in
die stadt herein zubringen oder zuverkauffen, noch auch deßelbe hin und wieder in die häuser zu feijlem kauf
herum zutragen oder durch alte weiber verpartieren zulaßen; wer darüber betroffen wird, dem soll die waaren
hinweg genommen und aufs rathhauß gebracht werden.
Articel 5.
Ingleichen soll diejenige frembde arbeit an gold und silber, so an ofentlichen jahrmarckten zu feilen kauf
anhero gebracht wird, mit dem allhier gearbeiten durchgehends gleiche probe halten oder in entstehung deßen nach
außmeßung der alten Privilegien an sich selbst verlohren seyn.
Articel 6.
Alldieweilen aber auch die erfahrung gelehret, daß bißanhero unter dem nahmen Augspurger probe aller-
hand galanterien, als tobacs-dosen, schwamm- und ■nadel-büchsel, ungeachtet das silber daran kaum sieben- oder acht-
löthig ist, in großer menge sowohl auf öffentlichen marckt in denen banden verkaufft als auch von denen juden
herum getragen und die abnehmer dadurch unverantwortlich betrogen worden, so soll solches weiter nichts gestattet,
sondern wer darüber betreten würde , nicht allein seiner waare verlustig seyn, sondern aucli über dieses von der
obrigkeit ins besondere gestrafft werden; und zu dem ende denen eltesten der goldschmiede in denen banden und
(jewölbern oder an was orth sonst dergleichen verdächtige waaren anzutreffen seyn dürfften, toties qvoties sich ein
verdacht hervorthun wird, in gegenwart einer von dem magistrat darzu abgeordneten persohn eine revision und
ächtung vor die hand zunehmen in allewege unbenommen bleiben, lectum et approbatum d. 13. Decembr. 1735.
Bresl. Stadtarchiv, drei Abschriften in der Urkundensammlung, Hs. O 200,2, Nr. XII und O 200,3,
Nr. IV. u. V.
60. Bericht des Rates an das Kgl. Oberamt, wie es mit der Silberarbeit und der Zeichen-
probe unter den Goldschmieden, Schwertfegern und Gürtlern gehalten wird. Vom 9. März 1736.
Euer excell: excell: gn: gn: und unsere hochgeehrteste herren haben unß unterm dato 30. Jan: et praes:
10. Febr: c. a. eine an selbte unterm dato Wien den 13. Januar et praes. 20. ejusdem allergnädigst ergangene
rescript, vermöge deßen ihro kagserl. und königl. maytt: unser allergnädigster herr allermüdest zu reißen ver-
langen, was für eine Ordnung bey denen allhiesigen goldschmieden, dann denen gürtlern, schrerdfegern, und andern
27
210
dergleichen in silber arbeitenden handwerkern, respectu derer von ihnen verfertigenden silber-waaren, als degen,
hirschfänger, Meßerscheide», knöpfen, schuschnallen und mehr andere derleg suchen, bey hiesiger stadt eingefiihret
und auf was weise und arth der hiervon besorglichen beeinträchtigung der goldschmiede profeßion vorgebogen
n-orden, mit der ober-ambtlichen Verordnung gnädig und hoch geneigt insinuiret, daß wir darüber die nachricht
und außkunft, jedoch ohne etwas zu rügen, fördersambst abstatten sollten.
Diesem zu gehorsam und unterdienstschuldigen folge haben wir in denen gedachter professionisten biß-
herigen handwercks-verfaßuugen nachsehen laßen und befunden, daß vermöge alter Observanz die allhiesigen goldt-
schmiede allein vorgedachte species in silber arbeiten und fertigen, und zwar alles nach der vierzehn- und zwölf-
lotigen probe, allermaßen zu Verhüttung alles besorglichen unterschleiffs selbige gehalten sind, ihre arbeit vor dem
verkauff durch die ambtshabenden eltesten probiren, ihre nahmen nach der probe und das zeichen, so bey dem vier-
zehnlöthigen mit dem buchstaben W, bey dem ztcölflöthigen aber mit dem johannis-haupt geschiehet, daraufschlagen
zu laßen.
Und ob zwar die schwerdtfeger vermöge entgegen die goldschmiede in anno 1671 den 27. November und
1672 den 5. Februar erhaltener verum judicatarum die degen-gefäße zu fertigen berechtiget sind, und dahero
auch unter andern ihrer meisterstücke ein silbernes degen-gefäße zu machen angewiesen sind, so ist doch dieses
dabey mit dieser restriction geschehen, daß sie solches anders nicht alß nach der stadt -probe machen und ver-
kaufen sollen.
Die Gürtler aber arbeiten bloß in meßing und kupfer, entweder roh oder höchstens im feuer versilbert
oder vergoldet, und thun denen goldschmiedeu keinen eintrug, nach welchen alten verfaßungen denn auch vor-
gedachter dreyer professionisten ihre neue aufgerichtete innungs-articuli rectificiret und allbereits an euer exc:
excc: gn: gn: und unsere hochgeehrteste herren zu allergnädigster kayserl. confirmation respective in annis 1733
d: 12. Januar, 1734 d: 29. Novembr. und 1735 d: 23. August gehorsam und unterdienstschuldig übersendet,
und allen besorglichen beeinträchtigungen , so viel als wir zu thun vermögend gewesen, vorgebogen worden, wie
nun übrigens uns von keinen mehreren jyrofessionisteu, so in silber arbeiten, bey hiesigem systemate opificiario
civico etwas bekannt, alß daß der kayserl: privilegirte hoffbefreyte Hildebrandt, der zwar nur auf die galanterie-
n-aaren privilegiret worden, aber doch vieles aus silber arbeitet, dabey jedoch seine manufactur bloß nach der
hand ohne die stadt-probe und Zeichnung verkauffet, alß haben eur: exc: exc: gn: gn: und unseren hochgeehrtesten
herren wir dieses alles zu dero von unß oberamtlich abgeforderten nachricht und außkunfft gehorsam und unter-
dienstschuldig hinterbringen, anbeg aber auch zugleich eur: exc: exc: gn: gn: und unserer hochgeehrtester herren
hohen arbitrio und einrathen anheim stellen wollen, ob nicht auch der Hildebrandt zu praeeavirung aller beein-
trächtigung des hiesigen goldschmiede-mittels und evitirung alles besorglichen und dem publica schädlichen unter-
schleifs seine silber-arbeit, wie auch die schwerdtfeger ihre silberne degen-gefäße, gleich denen goldschmieden und
zwar beg ihnen goldschmied-eltesten probiren und hiesige stadt-probe und zeichen darauf schlagen zu laßen, an-
zuweisen und dadurch allen beeintrachtigungen vollends und gäntzlich vorgebeuget werden möchte, die wir allstets
verharren, datum 9. Martii 1736.
Bresl. Stadtarchiv, Abschrift in der Innungsurkundensammlung von 1737, S. 337—342. — Bresl. Kgl. Staats-
archiv, Abschrift in den Acta Generalia von Privilegiis der Handwerker und Innungen in denen Städten (Rep. 199,
MR. VI. 68), Vol. I Jahrg. 1782.
61. Bericht des Rates an das Kgl. Oberamt betreffend den Rang der Goldschmiede und
Peruquiers. Vom 10. April 1737.
In dem Streite zwischen den Goldschmieden und dem 1703 aufgerichteten Perückenmacher-Mittel wegen
der Rangordnung bei den jährlichen Huldigungen schlägt der Rat dem Kgl. Oberamte vor, die Goldschmiede anzu-
weisen, dass sie den Peruquiers den Vorrang lassen müssen. Breslau den 10. April 1737.
Bresl. Stadtarchiv, Abschrift in der Innungsurkundensammlung von 1737, S. 343—349.
62. Erneuerung des Vergleichs der zünftigen Breslauer Gold- und Silberarbeiter wegen
Haltung eines dritten Geseilens. Am Quartal Crucis 1738.
Der Inhalt entspricht dem ersten Vergleiche von 1709 (Urk. 45). Neben den vier Innungsältesten von 1738
haben noch elf Meister den neuen Vertrag unterschrieben, während für die übrigen Mittelsgenossen die Unterschrift
unter dem ersten Vertrage zugleich für die Erneuerung von 1738 gilt.
Bresl. Stadtarchiv, Hs. O 200.2, Nr. XIII b. Original des Vertrages mit eigenhändigen Unterschriften.
63. Rescript König Friedrichs des Grossen betreffend die Goldschmiede und Schwertfeger.
Vom 28. März 1742.
Von gottes gnaden Friedrich könig in Preußen, marggraf zu Brandenburg etc. etc. unsern gnädigen
grüß zuvor, vester, ehrenveste, liebe getreue, auf eurem an unß abgestatteten bericht wegen der von dem mittel
derer goldschmiede denen schwerdtfegern strittig gemachten verferttiguug silberner degen-gefäße, hacken und ort-
bänder befehlen wir auch hierdurch allerg nädigst, die schwerdfeger bey ihrem iure quaesito zu schützen und die
211
Verfügung zu machen, daß die goldschmiede solche arbeit gegen die gewöhnliche gebühr mit dem probe-zeichen
stempeln sollen, hieran geschiehet unser aller gnädigster wille und seynd auch mit gnaden geivogen. gegeben
Breßlau den 28. Mart: 1742.
Bresl. Stadtarchiv, über definitionum, Bd. XIII fol. 114b— 115a.
64. Bericht des Mittels an den Rat betreffend die Breslauer Silberprobe sowie den An-
kauf von Silber, veranlasst durch eine Kgl. Verordnung vom 26. April 1744. Vom 18. Mai 1744.
Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Acta Oeneralia der Kgl. Kriegs- und Domainenkammer etc. (Rep. 14, PA. VIII, 245 e i,
Vol. I fol. 1-12.
65. Bericht des Breslauer Magistrats an die Kgl. Kriegs- und Domainenkammer betreffend
die Breslauer Silberprobe, insbesondere das 13-lötige Silber. Vom 20. September 1748.
Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Acta Generalia der Kgl. Kriegs- und Domainenkammer etc. (Rep. 14, PA. VIII, 245 ej,
Vol. I fol. 50—51.
66—69. Vier Berichte des Breslauer Magistrats an die Kgl. Kriegs- und Domainenkammer
betreffend die Breslauer Silberprobe und ihre Regulierung etc. Vom 1. Juli u. 26. September 1752
und 14. Januar u. 22. Februar 1753.
Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Acta Generalia der Kgl. Kriegs- und Domainenkammer etc. (Rep. 14, PA. VIII, 245ei,
Vol. I fol. 74—79, 84—96, 98—106, 108—111.
70. Vorschläge des Breslauer Silberarbeiters Johann Gottlieb Okrusch an die Kgl. Kriegs-
und Domainenkammer betreffend die Einführung eines Probier- und Taxieramtes für Gold- und
Silberwaren, Juwelen und Zinngeräte; mehrere Berichte von 1772.
Bresl. Kgl. Staatsarchiv, Acta Generalia der Kgl. Kriegs- und Domainenkammer etc. (Rep. 14, PA. VIII, 245 ei,
Vol. I fol. 171 ff.
71. Circulare wegen der im Lande zu dem gesetzmäßigen Gehalte zu verarbeitenden Gold-
Waaren. Gegeben in Breslau den 24. Juli 1784.
Der wesentliche Inhalt ist wiedergegeben auf Seite 17 f.
Sammlung aller in dem souverainen Herzogthum Schlesien und der demselben incorporirten Grafschaft
Glatz in Finanz-Policey-Sachen etc. ergangenen und publicirten Ordnungen, Edicte, Mandate, Rescripte etc., welche
währender Zeit der glorwürdigsten Regierung Friedrichs II. Königs von Preußen als souverainen Obristen Herzogs
von Schlesien herausgekommen sind. Bd. XVIII (Breslau, W. G. Korn, 1788), S. 202 f., No. LXXXVI. Sog. Kornsche
Ediktensammlung.
Fig. 40.
Brustschild des alten Schützenvogels der
Breslauer Zwingerschützen von 1491
27*
212
IX. VERZEICHNIS DER QUELLENSCHRIFTEN
I. Handschriften
A. Innungsarchivalien
Originalpergamenturkunden aus älterer Zeit sind, abgesehen von einem Schöppenbriefe für den Goldschmied Hans
[Johannes] Crommendorff von 1431, nur fünf erhalten, die im Urkundenverzeichnis unter Nr. 6, 13, 19, 23 und 27
abgedruckt sind. — Breslauer Stadtarchiv, unter Handwerkerstatuten vom 30. Juli 1670.
Innungsurkundensammlung von 1737, enthält Abschriften von alten Privilegien, Statuten, Ordnungen, Ratsentscheidungen
und Innungskorrespondenzen der Goldschmiede-Innung aus der Zeit von 1420 — 1737. An diese Sammlung schliessen
sich noch zwei Hefte mit Abschriften von Urkunden und Innungseingaben aus dem 17. und 18. Jahrhundert.
Breslauer Stadtarchiv, Hs. O 200, 1—3.
Meisterbuch, beginnt 1712, reicht bis 1813, es fehlen die Jahre 1740—1742. Alljährlich wurden am Quartal Reminiscere
die Ältesten und Jüngsten, die zur Aufrechnung des Jahres geforderten Meister, die im abgelaufenen Amtsjahre
Verstorbenen, die Vormünder der nachgelassenen Kinder, die Witfrauen, die Stückmeister und gelegentlich auch
Ereignisse aus dem Innungsleben eingetragen. Das Vorwort zu dem Meisterbuche lautet: „«: to. Weil eine
gute Ordnung von unsern Vorfahren gehalten worden, wie in dem alten Buche [das leider nicht mehr vorhanden
ist] zu sehen, wie die verordneten Ältisten von Jahr zu jähr das Amt gehabt, sowohl auch wie ein jeder Meister
worden, desgleichen wenn einer mit Tode abgegangen und wer seinen hinterlaßenen Kindern zu Vormündern
geordnet worden, und was sonst bey einem löbl. Mittel zu mercken ist, alß ist, da das alte Buch voll worden,
in diesem neuen Buche vorgedachte gute Ordnung fortzusetzen beliebet und der Anfang darein zu schreiben von
Johann Jachmann Anno 1712 gemacht worden. Gott gebe ferner seinen Seegen." — Breslauer Stadtarchiv,
Hs. O 202, 3.
Protokollbücher, 3 Bände, beginnen am 30. Dezember 1748 und reichen bis 13. Oktober 1893 mit einer Lücke von
Anfang 1791 bis Ende 1821 (Bd. I: 1748—1762, II: 1762—1790, III: 1822—1893), enthalten Berichte über die in
den Quartalssitzungen vorgenommene Rechnungslegung und Neuwahl der Ältesten, Aufnahme und Lossprechung
der Lehrlinge, ferner die Meldungen und Rezeptionen der Stückmeister und die Angelegenheiten des Innungs-
assessors. — Breslauer Stadtarchiv, Hs. O 201, 1 — 3.
Gesellenbuch, beginnt 1618 mit den Statuten einer Krankenkasse, daran schliesst sich eine Liste der Mittelsmeister
von 1618, dann folgt ein Verzeichnis der Goldschmiedgesellen, die vom 17. Juni 1618 bis 13. Juni 1621 in Breslau
gearbeitet haben. Das Buch enthält ferner lückenhafte Protokolle über Kassenrevisionen von 1650 — 1797, Ein-
tragungen über Einnahmen und Ausgaben, einige Berichte über Trinkgelage und am Schluss ein Namenregister.
- Im Besitze der Ortskrankenkasse der Juweliere, Gold- und Silberarbeiter, Graveure und Ciseleure zu Breslau.
Lehrlingsmatrikel, „Ein- und Ausschreibebuch der Lehrlinge", in 2 Bänden, beginnt 1775, reicht bis 1880 (Bd. I:
1775 — 1819 [1824], II: 1819—1880), enthält die Lehrverträge und Freisprechungen der Lehrlinge in chronologischer
Anordnung; 1887/91 wurde noch eine vereinzelte Eintragung vorgenommen. Breslauer Stadtarchiv, Hs.
O 202, 1—2.
Kassenbücher, 3 Bände, beginnen 1789, reichen bis 1895 (Bd. I: 1789—1820, II: 1820-1847, III: 1847- 1895), ent-
halten die Jahresrechnungen der Innung, sowie Verzeichnisse über den Besitz an Geld, Wertpapieren, Dokumenten,
Urkunden, Büchern und Ausstattungsgegenständen der Innungsstube. — Breslauer Stadtarchiv, Hs. O 203, 1—3.
Kassenbuch des „Begräbniss-Cassen-Vereins der Mitglieder des Breslauer Gold- und Silber-Arbeiter-Mittels", beginnt
1842, schliesst 1851, enthält in tabellarischer Anlage die Buchung der monatlichen Beiträge der Vereinsmitglieder.
— Breslauer Stadtarchiv, Hs. O 204.
Lose Akten, enthaltend Taufzeugnisse, Geburts-, Lehr- und Gesellenbriefe, Dispensationen der Kgl. Kammer, Lehr-
verträge, Prüfungsakten, Entwürfe zu späten Innungsstatuten u. s. w., meist vom Ende des 18. und Anfange des
19. Jahrhunderts. — Breslauer Stadtarchiv, Lose Akten N.
B. Stadt- und Gerichtsbücher
Antiquarius, 2 Bände, beginnt 1354 mit einigen Eintragungen aus früherer Zeit, schliesst 1425 (Bd. I: 1354—1381
II: 1381 — 1425), enthält Verzeichnisse der auf die Stadtkasse lautenden wiederverkäuflichen Zins- und Leibrenten-
briefe. — Breslauer Stadtarchiv, Hs. K 115, 1—2.
213
Bürgerbücher, Libri notacionum civium, 11 Bände sind erhalten, 4 verloren, der erste erhaltene Band beginnt 1361,
der letzte Band schliesst 1851 (Bd. I: fehlt, II: 1361—1375, III: 1376—1399, IV: 1400—1449, V: 1450—1517, VI:
1517-1573, VII: fehlt, VIII: fehlt, IX: 1695 1775, X: fehlt, XI: 1783—1816, XII: 1816—1829, XIII: 1830—1845,
XIV u. XV: 1846 — 1851), enthalten in chronologischer Anordnung die Namen aller derjenigen, die in Breslau das
Bürgerrecht erworben haben. Zu Band II und III gibt es ein von A. Heyer gefertigtes alphabetisches Register.
— Breslauer Stadtarchiv, Hs. H 40, 1—6. Die letzten 5 Bände (XI— XV) bewahrt die Breslauer städtische
Reponenden-Registratur, Sect. 46 Cap. 1 Nr. 10 Bd. 1—5.
Catalogi civium, 9 Bände, beginnen 1470, reichen bis 1671, doch fehlen die von 1491 — 1524 und von 1534 — 1543 ge-
führten Listen (Bd. I: 1470—1490, II: 1525—1533, III : 1544—1578, IV: 1579—1588, V: 1589—1595, VI: 1596 bis
1599, VII: 1600—1616, VIII: 1617—1639, IX: 1640—1671), enthalten fast durchweg in strenger chronologischer
Reihenfolge in gesonderten Rubriken die allosterlich eingetragenen Namen der zünftigen Meister. Die Listen
wurden nicht jedes Jahr neu ausgeschrieben, sondern durch Nachtragung ergänzt, die Namen der durch Tod oder
Wegzug Ausgeschiedenen wurden gestrichen und in der Regel mit einem o, a oder ab (obiit, abiit) versehen.
Bei einigen Meistern ist das Jahr der Meistersetzung hinzugefügt. Am Eingange der Listen sind ausserdem meist
die Namen der Innungsbeisitzer des Magistrats vermerkt. Der Catalogus civium bildet eine der wichtigsten
Quellen für die Kenntnis der Breslauer Handwerker während der Renaissance. In Schlesiens Vorzeit, Bd. VII
S. 138—142 sind die Listen, soweit sie sich auf die Goldschmiede beziehen, abgedruckt, allerdings teilweise miss-
verstanden. — Breslauer Stadtarchiv, Hs. H 41, 1—9.
Libri definitionum, 13 Bände, beginnen 1513, reichen bis 1765 mit einer Lücke von 1694—1704 (Bd. I: 1513—1560,11:
1560—1577, III: 1577—1592, IV: 1592—1616, V: 1616-1620, VI: 1620—1646, VII: 1647—1664, VIII: 1665—1674,
IX: 1675—1693, X: fehlt, XI: 1705—1717, XII: 1717—1732, XIII: 1732 1765), enthalten die Entscheidungen des
Rates in Innungssachen. — Breslauer Stadtarchiv, Hs. O 144, 1 — 13.
Libri Magni, 10 Bände, beginnen nach 1394, reichen bis an das Ende des 19. Jahrhunderts, sind bestimmt gewesen zur
Aufnahme der für den Rat wissenswerten Dinge, namentlich der Gewohnheiten, Rechte und Statuten Breslaus.
Für die Goldschmiede kommen nur folgende Stellen in Betracht: Bd. I fol. 12b, 37b 49b, n fGl. 382a, m f0]. 19b,
30a. _ Breslauer Stadtarchiv, Hs. E 1, 1—10.
Nudus Laurentius, Breslauer Stadtbuch, beginnt 1361, schliesst 1380; die Eintragungen behandeln vorzugsweise Geld-
geschäfte, Vermächtnisse, Verträge zwischen Ehegatten, Erbvergleiche, u. s. w., die vor dem Rate abgemacht
wurden. — Breslauer Stadtarchiv, Hs. G 4.
Schöppenbücher, 25 Bände, beginnen 1345, reichen mit geringen Lücken bis 1556 (Bd. I: 1345—1356, II: 1357—1369,
III: 1369 1374, IV: 1374—1381, V: 1381 1387, VI: 1387—1390, VII: 1390—1394, VIII: 1395—1400, IX: 1400 bis
1404, X: 1404—1410, XI: fehlt, XII: 1416—1425, XIII: 1425—1433, XIV: 1433—1443, XV: 1444—1452, XVI: 1452
bis 1460, XVII: 1460 1474, XVIII: fehlt, XIX: 1486—1496, XX: 1497—1506, XXI, XXII: 1517, 1529 [unvoll-
ständig], XXIII: 1531—1537, XXIV: 1537—1550, XXV: 1550-1556), enthalten Eintragungen über Käufe, Verkäufe,
Gelöbnisse, Bürgschaften, Erbvergleiche, Streitsachen, die vor dem Rate abgemacht und verhandelt wurden. Für
die vorliegende Publikation wurden die ersten zehn Bände durchgesehen. — Breslauer Stadtarchiv, Hs. G 1, 1 — 25.
Signaturbücher, Libri excessuum et signaturarum, 336 Bände, beginnen 1385, reichen bis 1805, enthalten kurze An-
gaben über Strafen wegen Polizeivergehen, Gelöbnisse, Aufzeichnungen über Notariatsakte im weitesten Umfange;
erst überwiegen die Strafnotizen, später die Notariatsakte, seit 1564 scheiden die Angaben über Polizeistrafen
ganz aus. Die Jahrgänge von 1386 — 1517 enthalten mit Lücken Geschworenenlisten der Goldschmiede, die bei
A. Schultz, Zur Geschichte der Breslauer Goldschmiede-Innung (Zeitschrift des Vereins für Geschichte und
Alterthum Schlesiens, Bd. V S. 343f.), abgedruckt sind. Für die vorliegende Publikation wurden die Signatur-
bücher nur mit Auswahl durchgesehen. — Breslauer Stadtarchiv, Hs. G 5, 1 — 336.
Steuerbuch von 1403/4, Registrum exaccionis in anno natiuitatis dni MCCCCIII. Item anno natiuitatis MCCCCIIII.
Die Benutzung des Steuerbuches von 1403 für 1404 wurde durch Streichung der alten Namen in den Listen und
Überschreibung neuer Namen bewirkt. — Breslauer Stadtarchiv, Hs. K 8.
Totenbücher, 69 Bände, wurden 1584 auf Befehl des Rates angelegt und bis 1759 fortgeführt, in letzter Zeit allerdings
sehr lückenhaft; sie sind auch insofern von Anfang an nicht vollständig, als sie nur die Verstorbenen, die auf
städtischen Friedhöfen begraben sind, enthalten. Teilweise wiederholen sie sich in ihrem Inhalt. Die letzten
zehn Bände enthalten Register und eine statistische Tabelle. — Breslauer Stadtarchiv, Hs. P 40, 1 — 69.
Traditionsbücher, Libri traditionum, 31 Bände, beginnen 1483, reichen bis 1815 (Bd. I: 1483—1508, II: 1509—1516,
III: 1516 1521, IV: 1522—1528, V: 1528—1534, VI: 1534—1543, VII: 1543—1552, VIII: 1552—1565, IX: 1565 bis
1578, X: 1579—1593, XI: 1593—1606, XII: 1607—1620, XIII: 1620—1634, XIV: 1634—1649, XV: 1650—1665,
XVI: 1666-1678, XVII: 1678-1692, XVIII: 1692-1704, XIX: 1705-1713, XX: 1714—1721, XXI: 1722—1729,
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l
XXII: 1729—1741, XXIII: 1741—1750, XXIV: 1751-1759, XXV: 1760—1769, XXVI: 1770—1779, XXVII: 1779 bis
1788, XXVIII: 1788—1795, XXIX: 1795—1800, XXX: 1800—1807, XXXI: 1807—1815), enthalten Verreichungen
(Kauf- und Erbverträge), die vor dem Rate abgeschlossen wurden. Nur die ersten Bände wurden durchgesehen.
— Breslauer Stadtarchiv, Hs. G 9, 1—31.
C. Akten und Korrespondenzen der Regierungsbehörden
Acta der Kgl. Commerden Collegii-Rcgistratur, enthalten Verhandlungen, betreffend die Einführung einer gleich-
mässigen Gold- und Silberprobe bei den Goldschmieden und Goldspinnern in sämtlichen schlesischen Städten.
1716—1728. — Breslauer Kgl. Staatsarchiv, Rep. 13. AA. VIII. 10 K.
Acta Generalia der Kgl. Kriegs- und Domainenkammer, betreffend 1. die Vorschriften bei Verarbeitung von Juwelen,
Gold, Silber und Zinn, 2. die Regulierung des Gold- und Silbergewichtes. 2 Volumina (I: 1744—1772, II: 1792
bis 1815). — Breslauer Kgl. Staatsarchiv, Rep. 14. PA. VIII. 245e.
Acta der Kgl. Kriegs- und Domainenkammer, betreffend die Massregeln bei Verarbeitung des Goldes durch die Gold-
schmiede zur Sicherstellung des Publici. Von 1784. — Breslauer Kgl. Staatsarchiv, Rep. 14. PA. VIII. 245d.
D. Kirchenbücher
Ein Verzeichnis der in den Breslauer Kirchen vorhandenen Matrikelbücher enthält die vom Verein für
Geschichte und Altertum Schlesiens (Breslau 1902) herausgegebene Zusammenstellung der „Kirchenbücher Schlesiens
beider Confessionen."
Es wurden durchgesehen von:
St. Maria Magdalena, Taufbücher von 1570 — 1580 \
Traubücher von 1542—1813 ( Citiert: MM.
Abkündigungs- und Begräbnisbücher von 1584—1834 )
St. Elisabeth, Traubücher von 1542—1810 /
Abkündigungs- und Begräbnisbücher von 1600—1818 \ Cltiert: Ells-
St. Matthias, Taufbücher von 1665 — 1718 \
Traubücher von 1665 -1718 > Citiert: Matth.
Begräbnisbücher von 1665 1718, 1722—1766 )
St. Vincenz, Traubücher von 1777 — 1817.
Für den Dom, die St. Adalbertkiche und die nicht vom Verfasser durchgesehenen Bücher von St. Matthias
wurden die Exzerpte von E. Wernicke in Schlesiens Vorzeit, Bd. VII S. 481 ff., benutzt. Von einer Durchsicht der
übrigen Kirchenbücher wurde Abstand genommen, da die darauf zu verwendende Mühe in keinem Verhältnis zu dem
voraussichtlichen Ertrage gestanden hätte.
E. Akten der Bischöfe, des Domkapitels und der Klöster
Inkorporationsbücher der Breslauer Bischöfe Conrad von Öls, Peter II. von Nowak, Jodocus von Rosenberg, Rudolph
von Rüdesheim, Johannes Thurzo, Balthasar von Promnitz und Caspar von Logau, 5 Bände, beginnen 1431,
reichen mit Lücken bis 1570 (Bd. I: 1431—1447, II: 1448—1467, III: 1468—1482, IV: 1506—1520, V: 1540—1570),
enthalten hauptsächlich Entwürfe zu Fundationen und Konzepte aus der bischöflichen Kanzlei. — Breslauer
Diözesanarchiv, IIb, 1 — 5.
Acta capituli, Akten des Breslauer Domkapitels, 57 Bände, beginnen 1500 und reichen mit Lücken bis zur Jetztzeit,
enthalten die Protokolle der Kapitelssitzungen, Dazu gehören auch die Konzeptbücher der Briefe und Schrift-
stücke, die auf Grund der in den Kapitelssitzungen gefassten Beschlüsse angefertigt wurden. — Citiert: Acta
capituli, mit Angabe des Datums. — Breslauer Diözesanarchiv, Illb, 1—48. — Weitere Bände befinden sich im
Breslauer Kgl. Staatsarchiv.
Akten der Breslauer Klöster, enthalten gelegentlich Mitteilungen über Goldschmiede, besonders über solche, die auf
den geistlichen Gütern oder für die Geistlichkeit arbeiteten. — Breslauer Kgl. Staatsarchiv, Rep. 18.
F. Varia
Klose, Samuel Benjamin: Repertorium der Urkunden und Briefe des Stadtarchivs, 6 Bände mit zahlreichen Nach-
trägen, dazu 2 alphabetische Namenregister. — Breslauer Stadtarchiv, Hs. D 35, 1—6 u. D 36, 1—2.
Kretschmer, Christian Anton: Tomus I operum omnium continens Librum I Breslographiae scriptae, enthält eine
Sammlung von Notizen über den Rat, die Bürgerschaft, die Kaufleute, Zünfte, die Landgüter, Einnahmen,
Religionsangelegenheiten, Jurisdiction u. s. w. der Stadt Breslau. Abschrift des Kretschmerschen Originals von
1759/60. — Breslauer Stadtarchiv, Hs. R 595.
215
Roppan, Johann Carl: Repertorium der nach Vollendung des Kloseschen Repertori ums im Jahre 1796 zum Stadt-
archiv hinzugekommenen Urkunden, dazu ein alphabetisches Namenregister. — Breslauer Stadtarchiv, Hs. D 37,
3S u. 39, 1-2.
II. Druckschriften
A. Druckschriften der Innung
Neujahrswünsche des Boten der Breslauer Goldschmiede-Innung, beginnen um 1750 und reichen bis 1893, enthalten
ausser einem längeren Glückwunsche in Versform alljährlich ein Verzeichnis der Innungsmitglieder und zwar
seit 1761 oder 1762 mit genauen — bisweilen allerdings falschen — Angaben über den Zeitpunkt der Rezeption.
An die Meisterliste schliesst sich häufig ein Verzeichnis der Witwen, hin und wieder auch noch eine Zusammen-
stellung der im abgelaufenen Jahre Verstorbenen oder infolge eines anderen Grundes aus dem Meisterkreise
Geschiedenen. In späterer Zeit, etwa seit 1865, ist an die Liste der Innungsmitglieder noch eine Zusammen-
stellung der Namen der in Breslau tätigen aber ausserhalb der Innung stehenden Juweliere, Gold- und Silber-
arbeiter angeschlossen. — Eine grössere Anzahl solcher Neujahrswünsche für die Jahre 1758, 1760, 1762, 1774,
1776, 1780—1838, 1855, 1878, 1880, 1882, 1883, 1886 bewahrt die Breslauer Stadtbibliothek (Yn 753), andere Jahr-
gänge wurden dem Verfasser durch Herrn Goldarbeiter Carl Kühne und Fräulein Marie Gumpert in Breslau
freundlichst zur Verfügung gestellt.
Statut für den Begräbniss-Cassen-Verein der Mitglieder des Gold- und Silber-Arbeiter-Mittels in Breslau vom
5. November 1841.
Statut für die Gold- und Silberarbeiter-Innung in Breslau vom 7. März 1853.
Statut der Gold- und Silberarbeiter-Gehülfen-Kasse vom 15. Juli 1856.
Statut der Gold- und Silberarbeiter-Innung in Breslau vom 30. Mai 1884. Dazu ein Nachtrag von 1887.
Statut der Sterbekasse der Juwelier-, Gold- und Silberarbeiter-Innung vom 3. Februar 1888.
B. Druckschriften der Regierung für die Innung
General-Handwercks- und Gewerbs-Patent de dato 16. November 1731. Gegeben von Kaiser Karl VI. in Wien am
16. November 1731.
General- Zunffts-Articuln für die Zunfften deren Königl. Böheimbischen Erb- Landen. De Anno 1739. Gegeben von
Kaiser Karl VI. in Wien am 5. Januar 1739.
Edict, daß in Schlesien und der Grafschafft Glatz die bishero noch beybehaltene alte, unnütze und kostbare Meister-
Stücke abgeschafft, und statt deren brauchbare und bald wieder los zu werdende Meister-Stücke verfertiget, auch
keine übermäßige Receptions-Gelder gefodert werden sollen. Gegeben durch König Friedrich den Grossen in
Berlin am 18. April 1747. Gedruckt in Breslau in der Baumannischen Erben Buchdruckerey.
Erneuertes und geschärftes Edict wegen verbothener Ausfuhre des Goldes und Silbers, wie auch der reducirten neuen
August d'or u.s.w. Gegeben von König Friedrich dem Grossen in Berlin am 11. Januar 1764. Gedruckt in
Breslau mit Graßischen Schriften.
Abdruck des General-Handwerks-Patents vom 16. Oktober 1731, der General-Zunfts-Articul von 1739 und des König-
lichen Edicti von Meister-Stücken und Receptions-Geldern vom 18. April 1747 zum Gebrauche sämtlicher Innungen,
Zunft- und Zechen in Schlesien und der Grafschaft Glatz. Breslau 1782.
Druck von Grass, Barth & Comp. (W. Friedrich) in Breslau